Ab wann ist es Verantwortungslos?

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Es gibt Meerschweinchenhalter, erfahrene Meerschweinchenhalter und sehr erfahrene Meerschweinchenhalter.
Nicht jeder kennt sich mit diversen Krankheiten aus.
Selbst als sehr erfahrener Meerschweinchenhalter kann man nicht alles kennen und wissen.

Alles, was hier im Forum speziell zu Krankheiten, Diagnosen, Medikamenten und deren Dosierungen zu finden ist, sind persönliche Erfahrungen, Tipps und Ratschläge.

Diese Tipps und Ratschläge ersetzen keinen Tierarztbesuch.

Es gibt sehr viele ernst zu nehmende Krankheiten, die man durch Eigenbehandlung/Eigentherapie noch verschlimmern kann.

Es ist daher wichtig, jede Medikamentenabgabe und Therapie unbedingt mit dem Arzt zu besprechen und gemeinsam nach der besten Lösung, für das jeweilige Tier zu suchen.

Also zieht bitte immer einen Tierarzt zu Rate. Selbstverständlich könnt Ihr die hier gegebenen Tipps und Ratschläge mit Eurem Tierarzt besprechen.
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Löwenzahn
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Ab wann ist es Verantwortungslos?

Beitrag von Löwenzahn » Do 28. Okt 2010, 09:18

Worum es geht:

Ich habe kürzlich Preiselbeersaft verabreicht an Muigerin Leah,
wegen ihres Blasenleidens,
das ohne weitere medikamentöse Zugaben wieder gut geworden ist.

Nun kriegen wir hier in der Schweiz nirgends Cranberry-Saft,
sondern eben "nur" den Preiselbeersaft von "Biotta".
Und dieser enthält zusätzlich
-Birkenblättertee
-17 % Bio-Agavenkonzentrat.

Und um dieses Agavenkonzentrat geht es. Agavendicksaft steht auf der Flasche.
Nun wurde mir gesagt,
dass AGAVE ABER GIFTIG IST FÜR MEERSCHWEINCHEN,
und dass ich somit meine Tiere gefährlichen und unverantwortlichen Experimenten aussetze.

Unsere Tierärztin wusste übrigens nichts von der Giftigkeit des "Biotta" - Preiselbeersaftes,
denn ich habe sie zur Sicherheit noch kontaktiert.

Na, wie ist denn das jetzt?
Kann mir jemand auf die Sprünge helfen?
Ist diese kleine Konzentration Agavendicksaft wirklich schädlich?
Bei einer Dosierung von insgesamt ca 2.5ml "Biotta" pro Tag während einer Woche?
War ich da wirklich dermassen unverantwortlich, dass ich mir Vorwürfe machen muss?
Hätte ich das Tier besser sinnlos mit Antibiotika vollgestopft statt des Preiselbeersaftes?
Liebe Grüsse, Arletta

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Murx Pickwick
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Re: Bin ich verantwortungslos?

Beitrag von Murx Pickwick » Do 28. Okt 2010, 10:36

1. Diese gefährlichen Experimente wurden jahrtausendelang in Südamerika mit Meerschweinchen betrieben, einfach weil da alles, was Mensch nicht mehr essen kann und Pflanze war, bei den Meerschweinchen landete ... ich denke, man kann von ausgehen, daß die Meerschweinchen, die mit diesem fürchterlich tödlichen Experiment nicht zurechtkamen, schon seit Jahrtausenden tot sind.
2. Agave hab ich immer wieder meinen Tieren angeboten ... mal ganz davon abgesehen, daß Agave nun nicht unbedingt zu den Lieblingspflanzen von Meerschwein und Kanin gehört, es wurde bisweilen gefressen, ohne daß Vergiftungssymptome sichtbar waren. Wäre Agave giftig für Meerschweinchen, hätte es wenigstens Vitalitätseinbußen bei mir gegeben haben müssen ...
3. Agavendicksaft ist der eingedickte, zuckerhaltige Saft der Agave, da sind viele Wirkstoffe gar nicht mehr drin, so daß Agavendicksaft für den Menschen gut verträglich ist - eigentlich sollte man davon ausgehen, was so ein empfindlicher, tropischer Affe, wie der Mensch es heute immer noch ist, verträgt, daß das auch die deutlich robusteren Meerschweine vertragen!
4. Sind dir irgendwelche Vergiftungssymptome an den Meerschweinchen aufgefallen?

Bleibt also nur noch der exorbitant hohe Zuckergehalt der Agave ... und rechnet man das dann mal aus, wieviel Zucker du über diesen hochgefährlichen Agavendicksaft die Woche ins Meerschwein reingeschaufelt hast, dann solltest du mal überlegen, ob es nicht besser wäre, Mohrrüben gänzlich wegzulassen, denn den gleichen Zucker fütterst du über Mohrrüben in weitaus größerer Menge mit!

sry, laß dich doch nicht verunsichern!
Antibiotika ist ein Gift! Das kann sogar zu richtig heftigen Vergiftungssymptomen, wie flüssigen Durchfall oder Nierenschäden führen! Agavendicksaft in der geringen Gabe, wie du sie verabreicht hast, dagegen schadet nicht mal ner Katze!

Du kannst ja mal nach den Symptomen einer Agavenvergiftung dort fragen ... ich wette mit dir, da kommt keine einzige Antwort drauf. Warum?
Weil niemand weiß, wie so eine Agavenvergiftung bei Meerschweinchen aussehen soll, weil noch nie ein Meerschweinchen sich an Agaven vergiftet hat!

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Löwenzahn
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Re: Bin ich verantwortungslos?

Beitrag von Löwenzahn » Do 28. Okt 2010, 11:02

Murx Pickwick hat geschrieben:4. Sind dir irgendwelche Vergiftungssymptome an den Meerschweinchen aufgefallen?
Nein, im Gegenteil! Leah war auch während der Behandlung top drauf :top:
Sie hatte ja eine regelrechte SUCHT entwickelt auf diesen Preiselbeersaft.
Und sie ist recht "selektionssicher" wie ich schon mehrfach festgestellt habe.
Sie weiss echt, was ihr gut tut.
Und dazu zählte offensichtlich dieser "Biotta".

Als sie vor Jahren mal Antibiotika nehmen "musste",
war sie dermassen schlecht beieinander,
so dass ich DIESES Experiment nie wiederholen möchte,
ich finde ja eh, dass Antibiotika viel zu schnell verabreicht werden
und zum Glück findet das auch meine Tierärztin.

Ich hab schon gedacht, dass die "drüben" wieder viel Wind um nichts machen.
Einfach mal was behaupten,
ohne eine Ahnung von zu haben.
Mich einfach mal wieder lächerlich zu machen.

Aber ich war mir jetzt doch grad unsicher!
Liebe Grüsse, Arletta

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Re: Bin ich verantwortungslos?

Beitrag von schweinsnase77 » Do 28. Okt 2010, 12:29

Da dein Schwein noch lebt würde ich mir keine Gedanken machen :taetchel:

Allerdings hab ich mir angewöhnt in anderen Foren grundsätzlich z.B. auf meiner Futterliste nur unbedenkliche Sachen anzugeben oder gleich 100 verschiedene Links mit Fütterungserfahrungen dranzuhängen.....die letzte Lauchdiskussion hat mir gereicht. :lieb:
Mit freundlichen Grunzern

Annette

Mit 2 samtpfotigen Killern

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Murx Pickwick
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Re: Bin ich verantwortungslos?

Beitrag von Murx Pickwick » Do 28. Okt 2010, 18:27

Das Problem ist halt, es gibt dann doch auch bei gesündester Fütterung Tiere, die eben krank werden ... tja, und schon ist man am Überlegen, obs nicht doch der Wiesenbärenklau gewesen sein könnte, den man zwar schon seit Jahren füttert, ohne daß ein Tier erkrankte, aber jetzt ist ja ein Tier krank ...

Bei mir kommt noch hinzu, daß manche Tiere einfach nicht altern ... Tiffany beispielsweise war bis vor kurzem erst zwei Jahre alt, bis ich ein Bild von ihr gefunden hab aus dem Jahre 2006 :hm: ... es kommt durchaus vor, daß mal ein Tier bis zu seinem Lebensende nur ein Jahr alt bleibt - und wer verliert schon gerne einjährige Tiere?
Wenn da dann auch noch sowas aus Foren im Stakkato kommt, wie: "Siehste, ist an Lauchvergiftung gestorben!", dann neigt man einfach dazu, das zu glauben ... statt mal nachzuforschen, wieviele Jahre dieses einjährige Tier wirklich auf dem Buckel hat ...

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Re: Bin ich verantwortungslos?

Beitrag von Isa » Do 28. Okt 2010, 18:31

Ah, hab Murx Beitrag da gar nicht gesehen gehabt. :hehe:

Nee, also ich bin ganz und gar nicht verunsichert, wenn ich in anderen Foren quer lese.
Meist denk ich mir auch -ganz arrogant :schäm: -: Meine Güte, was schreiben die für einen unlogischen Schrott und leiern wie kaputte Schallplatten alles runter was sie irgendwo mal irgendwann gelesen haben? :roll:

Ich erLEBE jetzt einfach, wieviel besser es meinen Tieren geht mit der neuen Ernährung und mit meiner neuen Einstellung. ;)

Natürlich werde ich mit mir zu kämpfen haben, wenn mal ein Tier von mir ernsthaft krank wird und es dann das erstemal so sein wird, dass ich nicht nach Schema F handle (Zwangspäppeln, z.B.).

Allerdings machen mir meine Tiere meine neue Einstellung sehr leicht.
Sie haben haben -seit ich die Ernährung umgestellt habe- einige kleinere "Unpässlichkeiten" gehabt, bei denen ich schon mal "üben" kann, alte Gewohnheiten über Bord zu werfen:
- Mimm mit ihrem Matschkot, gegen den ich "nur" mit Kräutern vorgehe
- Fjells Lippengrind, der ganz ohne Chemiesalbe oder dergleichen weg ging
- Gwennis schuppiges Öhrchen und ihre eine schuppige Hautstelle am Hals (sah aus wie ein Pilz) ganz zu Anfang, als sie her kam, wo ich auch gar nix gegen unternommen habe.

Und Murx hat Recht, auch eine gesunde Ernährung schützt nicht vor Krankheiten.
Aber die Tiere fühlen sich sichtlich wohler! Sie können vieles besser weg stecken, als wenn sie diese Ernährung nicht hätten. Man kann versuchen sie bei manchen Krankheiten schonender, ohne Chemie sich selbst behandeln zu lassen!
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Murx Pickwick
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Re: Ab wann ist es Verantwortungslos?

Beitrag von Murx Pickwick » Do 28. Okt 2010, 20:15

Ich denke, du siehst einfach momentan den Unterschied life ... ich hab das ja bei meiner Querfeldeinfütterung gar nicht so mitbekommen, wie groß der Unterschied sein kann. Speziell bei Meerschweinchen kenne ich es nicht mal, wie es ist, wenn kaum Frischfutter gefüttert wird, weil ich eben von Anfang an meinen Meerschweinchen abwechslungsreiches Frischfutter gereicht hatte, noch bevor ich wußte, was sie wirklich fressen ...

Ich hatte halt vor meiner Forenzeit sehr viel über meine Tiere gelernt, was sie fraßen, mußte richtig sein, was ich ihnen aufzwang, daß sie das zu fressen hatte, machte meine Tiere krank - eine Erfahrung, die ich, seitdem ich Tiere habe, gemacht hab ...

Dann kam die Forenzeit und mit ihr eine absolute Neuanschaffung: Degus ... ich hatte noch nie zuvor Degus, also hab ich erstmal, wie bei jeder anderen Tierart, versucht alles über die Ernährung herauszufinden, was herauszufinden war - und das waren eben nun leider mehrere Foren, die genau dasselbe behaupteten:
- ja kein Obst wegen Diabetes mellitus
- möglichst karg (was ich auch prompt als möglichst energiearm für mich übersetzte)
- es gab selbst dort eine Richtig - Falsch - Liste der verfütterbaren Kräuter und Äste ... zum Glück nicht so extrem, wíe bei anderen Tierarten.

Das Ende vom Lied ... ich hatte meine armen Degus eindeutig zu energiearm versorgt, wie gewohnt, wenn ich meinen Tieren eine Ernährung aufzwang, auch die Degus folgten dieser Regel und wurden krank ...
Ich hatte zwar daraufhin den Degus die gleichen Kräuter gegönnt, wie meinen Kaninchen und Meerschweinchen, aber richtig aufgewacht war ich dennoch nicht - das bin ich dann erst mit den Diskussionen im Chinchilla International und später im Chinboard, bzw in der Degupedia.

Und hier muß ich ganz ehrlich sagen, auch der Tierplanet hat mich in Einigem weitergebracht, da einige von euch in einzelnen Bereichen deutlich weiter sind wie ich!

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