18Monate alter Giraffenbulle wurde getötet .......

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18Monate alter Giraffenbulle wurde getötet .......

Beitrag von ElHappy » Mo 10. Feb 2014, 12:38

Ich bin total schockiert.In Kopenhagener Zoo ist ein 18 Monate alter Giraffenbulle erschossen wurden unter andern vor Kindern zerlegt /geschlachtet wurden und an die Löwen verfüttert wurden. Das Tier war gesund und mehr als ein Zoo hatte sich bereit erklärt das Tier aufzunehmen hat der Kopenhagener Zoo hat sich nicht abbringen lassen. Der argumentiert mit in der Natur ist es nunmal so. Weitere Erklärung war wir haben hier viele Nachkommen der Tiere und sie sollen sich auch vermehren aber manchmal werden zu viele und dann muss halt die Natur regulieren.Also ich bin ein echter Fan der Nahrungskette aber was hat Zoo und Giraffe damit zutuen und sie zu töten zu schlachten und zu verfüttern. Was denkt ihr?
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Re: 18Mo.alter Giraffenbulle getötet wurden .......

Beitrag von Venga » Mo 10. Feb 2014, 13:01

Im ersten Moment war ich auch konsterniert.

Aber im Nachhinein...
Wo liegt der Unterschied zwischen der Giraffe und Kühen, Schafen, Ziegen... die ja auch für die Fütterung geschlachtet werden oder Futtermäusen, -Ratten, -Kaninchen, -Meeries...

Soweit ich weiß, vermehren sich Giraffen sehr gut. Es gibt zu viele Bullen und irgendwann droht Inzucht.
Ich habe übrigens nirgens lesen können, dass es Abnehmer für den Bullen gab, weil der Genpool zu ähnlich war. Die Gefahr der Inzucht war zu groß.

Ein von mehreren ähnlichen Berichten.
[url=http://www.focus.de/panorama/welt/empoerung-unter-daenischen-tierschuetzern-gesundes-giraffenkalb-wegen-inzuchtgefahr-getoetet_id_3602344.html]Gesundes Giraffenkalb wegen Inzucht getötet.[/url]

*edit
Wegen der Schlachtung vor den Kindern...
Die Familien waren weder eingesperrt noch wurde sie gezwungen, der Schlachtung beizuwohnen.
Wenn die Eltern so sensationslüstern neugierig sind und ihre Kinder nicht von dort weggebracht haben, kann man dem Zoo keinen Vorwurf machen.
Vielleicht gehört Schlachten in Dänemark auch zum täglichen Leben und die Dänen sind nicht so verweichtlich wie andere Leute.
Früher war es normal, dass Kinder bei den Hausschlachtungen dabei waren und gegebenenfals auch halfen.
LG
Venga

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Re: 18Mo.alter Giraffenbulle getötet wurden .......

Beitrag von Angel272 » Mo 10. Feb 2014, 13:13

Angebot aus Östersund

Die schwedische Boulevardzeitung "Expressen" berichtete jedoch, der Frösö Zoo im schwedischen Östersund habe angeboten, der Giraffe eine neue Heimat zu geben. Dort gibt es dem Bericht zufolge allerdings derzeit keine Giraffen. Außerdem gehört der Frösö Zoo laut Mitgliederliste nicht zur EAZA.
Quelle:
https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/angst-vor-inzucht-zoo-kopenhagen-toetet-giraffe-marius-a-952375.html" onclick="window.open(this.href);return false;

Der Artikel ist zwar aus dem Jahre 2008, aber er ist trotzdem brandaktuell.
https://www.zeit.de/2008/38/N-Zoo-Euthanasie" onclick="window.open(this.href);return false;

Das ist doch der Hauptgrund, warum es zu sowas kommt.
Reichlicher Nachwuchs aber manövriert die Zoos in eine Zwickmühle. Einerseits sind Tierkinder hochwillkommen, denn sie lassen Besucher- und Umsatzzahlen steigen. Andererseits stellt sich die heikle Frage: Wohin mit den überzähligen Tieren?
Was mich stutzig macht ist das hier:
Vertrackt wird die Rechtslage zusätzlich dadurch, dass für die Zoos dasselbe Tierrecht gilt wie für Schlachthöfe, Hühnerfarmen, Schweinezuchtbetriebe oder Versuchslabors. Das hat mitunter skurrile Folgen. Zum Schutz vor BSE-artigen Krankheiten verbietet eine EU-Verordnung aus dem Jahr 2002 bis heute, Zootiere an Zootiere zu verfüttern. Früher wurden überzählige Exemplare gemäß dem Räuber-Beute-Verhältnis nach tierschutzgerechter Schlachtung den Fleischfressern vorgeworfen. Heute müssen die Kadaver als Abfall der Kategorie 1 entsorgt werden, und dann wird, gemäß EU-Recht, im Schlachthof wiederum anderes Futterfleisch eingekauft. Im Tiergarten Nürnberg sind das zum Beispiel jährlich 160 tote Rinder.
Das widerspricht doch dem, was Kopenhagen gemacht hat.

Hier noch ein Statusbericht von Tasso auf Facebook
Zoo Kopenhagen tötet gesunde Giraffe Marius zur Vermeidung von potentieller Inzucht

Auch eine Petition mit knapp 27.000 Unterschriften und das Angebot eines schwedischen und eines britischen Zoos, das Tier zu übernehmen, konnte Giraffe Marius nicht das Leben retten. Am Sonntag wurde die gesunde Giraffe mit einem Bolzenschussgerät getötet. Das Fleisch soll an Raubtiere verfüttert werden. Der Schritt ist zwar nicht unüblich und entspricht in seiner Umsetzung den Regeln der Europäischen Zoo- und Aquarienvereinigung (EAZA) gegen Inzucht. Jedoch, dass das Angebot von zwei Zoos zur Übernahme von Marius ausgeschlagen wurde, trieb Tierschützer auf die Barrikaden.
LG Angel

Link zur Petition gegen Massentötung der Streuner in Rumänien:
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Re: 18Mo.alter Giraffenbulle getötet wurden .......

Beitrag von Murx Pickwick » Mo 10. Feb 2014, 13:33

Der Unterschied zwischen Giraffe und Kühen, Schafen, Ziegen ist der, daß diese Tiere, wenn sie im Zoo verfüttert werden, nur allzuoft aus Massenhaltungsställen kommen - also aufgrund des unnatürlichen Aminosäuremusters im Eiweiß und der unnatürlichen Verschiebung des Verhältnisses der Fettsäuren zugunsten der gesättigen Fettsäuren für Löwen definitiv ungesundes Futter ist.

Weiterhin wird beim Zukauf von Kuh, Schaf, Ziege aus Massenhaltungsställen eben diese mitfinanziert, sicher ist der Anteil nur gering, die Massentierhalter gehen leider nicht pleite, wenn kein Zoo mehr Massenhaltungsware aufkäuft (vermutlich merken die das nicht mal), dennoch ist das sicher ethisch weniger vertretbar, wie ne Giraffe aus Eigenproduktion zu verfüttern.

Die Produktion von Ziege, Kuh, Schaf in Zoos nimmt Platz weg, der dann den für das Zielpublikum interessanten Tieren fehlt - sei es, das weniger interessante Arten gehalten werden können, die letztendlich für mehr Besucher sorgen, sei es, daß die besucheranlockenden Tierarten beengt gehalten werden müssen, sei es, das weniger besucheranlockende Tierarten gehalten werden können.

Die Eigenproduktion von Löwenfutter über Ziege, Schaf, Kuh ist zudem pro Kilo Fleisch sehr viel teurer, wie das Aufkaufen von Massenhaltungsware, weshalb überhaupt nur mit der Massenhaltungsware ergänzt wird ... zudem ist bei den beengten Platzverhältnissen im Zoo eine Zucht von Futtertieren nichtmal in genügendem Maße möglich! Die niedlichen Giraffenbabies dagegen locken Besucher an, bringen also Geld rein (im Gegensatz zu Ziege und Co, die der Besucher ja auch deutlich billiger in Haustierparks begaffen kann) und sind dadurch deutlich billiger ...

Giraffen bringen pro Euro Futterkosten deutlich mehr Löwenfutter, wie eigenvermehrte Rinder.

Also ich sehe nur Vorteile darin, den überschüssigen Nachwuchs von Giraffen an die Löwen zu verfüttern ... was genau spricht dagegen, was ich übersehen hätte?

Wenn die in Kopenhagen nen Amtstierarzt an der Hand haben, der das Hirn der Giraffe auf Anzeichen von BSE untersucht, darf das Fleisch freigegeben werden - auch als Futtertier.
Das Problem für einige deutsche Zoohaltungen und Tiergärten ist da eher, daß sie da keinen Amtstierarzt an der Hand haben, welcher bei nicht im Schlachthof geschlachteten Tieren diese Untersuchung durchführt ... mal ganz von den Kosten für eine solche Untersuchung abgesehen, die wiederum die Verwertung des getöteten Tieres als Löwenfutter schlichtweg unrentabel macht - die Entsorgung als Abfallfleisch ist billiger ... so gehen dann die getöteten Tiere in die nächsten Biogasanlagen und es werden die umliegenden Massenhaltungsbetriebe unterstützt ... steuerlich subventioniert, heißt das!
Jeder von uns, der Steuern und Strom zahlt, bezahlt dieses verschwenderische System!

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Re: 18Mo.alter Giraffenbulle getötet wurden .......

Beitrag von Venga » Mo 10. Feb 2014, 13:42

Meine Frage nach dem Unterschied war nicht wörtlich gemeint. :D
Für mich macht es keinen Unterschied, ob eine Kuh geschlachtet und verfüttert wird oder eine Giraffe, rein vom Tier gesehen, nicht von den Inhaltsstoffen.

Danke für deine Ausführungen!
LG
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Re: 18Mo.alter Giraffenbulle getötet wurden .......

Beitrag von Heublume » Mo 10. Feb 2014, 13:48

Ich sehe jetzt auch nichts schlimmes daran ne Giraffe, Kuh, oder Ziege zu verfüttern.

Was ich mich an der ganzen Sache frage, warum die das vor den Augen der Zoobesuchern, vor allem Kindern, gemacht haben?
LG von Heublume und den Kaninchen
Ole und Lia
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Re: 18Mo.alter Giraffenbulle getötet wurden .......

Beitrag von Murx Pickwick » Mo 10. Feb 2014, 14:23

Es ist ganz einfach ...
Es ist ein Versuch, etwas vollkommen Natürliches den Menschen wieder vor Augen zu führen - es gab bis in unsere heutige Zeit noch nie eine Zeit, wo nicht jedes Kind irgendwann mit Tötung eines Tieres, Schlachtung oder ähnlichem in Kontakt kam. Es ist sogar noch gar nicht lange her, höchstens ein/zwei Generationen, daß Kinder auch am Sterbebett ihrer Verwandten standen und oft mit zugesehen hatten, wie die Verwandten starben.
Das war normal ...

Was auch damit erreicht werden sollte, ist auf die Probleme der Tierhaltung aufmerksam zu machen - in diesem Falle speziell der Giraffenhaltung und -zucht. Was da während der Schlachtung und Zerlegung der Giraffe alles erklärt wurde, auch auf kritische Fragen geantwortet wurde, wird man sonst nur selten erfahren. Weiterhin wurde das Problem der Euthanasie vs Schlachtung angesprochen - und weshalb es notwendig ist, die Giraffe zu schlachten und eben nicht einzuschläfern.
So drastisch und eingängig wird man das wohl nirgendwo gezeigt bekommen ...

Ich hab bislang keinen Hinweis dazu gefunden, daß der Tötungsakt selbst direkt vor den Kindern ausgeführt wurde, es scheint eher so zu sein, daß die Besucher erst zur Zerlegung der Giraffe anwesend sein durften. Wenn ich recht habe, dann wäre genauso wenig etwas dagegen zu sagen, wie nen Broiler vor den Augen von Kindern aus der Plastikverpackung zu holen und bratfertig zu machen ... im Gegenteil, so wird endlich mal gezeigt, woher Fleisch wirklich kommt und daß Fleisch tatsächlich mal Tier war!
Ein Wissen, was zunehmend insbesondere bei der Stadtbevölkerung verloren geht!

Die Wirkung dürfte sein, daß nun bewußter mit Fleisch umgegangen wird - und eher mal nach gefragt wird, woher das eigene Schnitzel auf dem Teller wirklich kommt ... also eigentlich ein eher wünschenswerter Effekt.

Problematisch sehe ich es an, wenn die Tötung selbst vor Kindern vorgeführt wird - wenn diese nicht gut genug darauf vorbereitet sind, ist das Zuschauen bei einer Tötung traumatisierend ... es ist einfach etwas vollkommen anderes, ob man ein Tier noch lebend durch die Gegend gucken und laufen sieht und sieht, wie es schließlich im nächsten Augenblick in sich zusammenfällt, noch ein paar mal zuckt, bis es endlich tot ist, oder ob man das schon tote Tier sieht, welches nur noch zerlegt wird.
Andererseits ist es nicht minder traumatisierend für Kinder, wenn die eigene Freigängerkatz oder die Nachbarskatz ne schreiende Maus mit nach Hause bringt oder sich nen Vogel krallt und tötet ... und das läßt sich wiederum ab einem gewissen Alter der Kinder wohl kaum verhindern können, daß es die Kiddies irgendwann mal miterleben.

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Re: 18Monate alter Giraffenbulle wurde getötet .......

Beitrag von Angel272 » Mo 10. Feb 2014, 17:40

Es ist doch Irrsinn und idiotisch auf der einen Seite Tiere zu züchten, die in der Natur bedroht sind und sie dann aber in Zoos zu töten.
Wenn man züchten will, dann soll man bitte schön auch den " Ausschuß", der gesund ist, aber icht gebraucht wird, einen Platz suchen .... den es wohl im Falle der Giraffe gegeben hätte.

Das ist genauso idiotisch, wie ein Nashorn für eine wahnsinns Summe für den Abschuß freizugeben, um mit dem Geld angebl. Tiere zu retten. :crazy:
Dann ist das Geld schnell wieder weg und man gibt vielleicht gleich 2 zum Abschuß frei, weil man damit ja ne Menge Geld machen kann usw.

Beide Beispiele widersprechen sich selbst.
LG Angel

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Re: 18Monate alter Giraffenbulle wurde getötet .......

Beitrag von halloich » Mo 10. Feb 2014, 18:58

Gerade weil es ja hier auch un die "armen" Kinder geht und ein Aufrei durchs Internet geht, will ich eine kleine Geschichte erzählen.

Wir waren im Sommer in Osnabrück im Zoo.
Der hat gewaltig angebaut und die neuen Gehege grenzen direkt an Wiesen und Felder.
Einige Gehege waren so, das wild lebende Kaninchen durch die Zäune huchen konnten.
Und ja, ein Kaninchenjunges, wenige Wochen alt, ist ins Serval Gehege geraten.

Was dann passiert ist kann sich wohl jeder denken.
Serval schnappt sich Kaninchenbaby und frisst.
Das Kaninchenbaby hat geschrien wie am Spieß, solche Schreie habe ich noch nie gehört, die gingen durch Mark und Bein.
Der Serval ist genau vor den Fensterscheiben her gelaufen und hat genüsslich vor der Fensterscheibe gefuttert.

Die Reaktionen der Leute fand ich viel Spannender.

Ätere Generationen, ich sag mal so ab Rentenalter aufwärts = iiihhh, baahh, das ist ekelig, sowas gehört verboten, Skandal
Die mittlere Generation, die meist mit Kindern da waren, also Eltern = nee, das muss jetzt nicht sein, das ist ja ekelig, pfui, warum füttern die lebende Kaninchen wo Kinder dabei sind
Die Jungendlichen waren geteilter Meinung.
Weiblich = och nee, das arme Kaninchen, das ist soo süß, wie kann der Serval nur
Männlich = hey, cool, das ist toll, endlich mal action und was zum knipsen, endlich mal richtiges Futter
Die ganz Kleinen waren am natürlichsten =oh, guck mal wie der frisst, das Kaninchen schmeckt dem aber gut, oh der hat aber großen hunger, oh wie toll...



Und hier die Giraffenzerteilung wurde sogar extra angekündigt, auch das man zu schauen kann, und das man auch viel über den Körperbau und Anatomie lernen könne.

Wenn das so angekündigt wird, entweder geh ich hin, oder ich lass es bleiben, und wenn ich meine das ist nichts für Kinder, geh ich an einem anderen Tag in den Zoo, oder meide den Bereich.
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Re: 18Monate alter Giraffenbulle wurde getötet .......

Beitrag von Traber » Mo 10. Feb 2014, 19:19

ich bin da ein bisschen gespaltener Meinung, natürlich werden andere Tiere auch getötet und es kräht kein Hahn danach...
das ist schon klar.
Dass mit den Kindern fand ich auch krass aber ich sehe es auch so, es war angekündigt und wenn die Eltern meinen, die dürfen das ansehen, dann ist es deren Entscheidung.

Trotzdem überwiegt bei mir, dass es irgendwo widerlich ist. "Züchten", was Niedliches großziehen und dem einen Namen geben und dann hinrichten, in aller Öffentlichkeit.
Das nervt mich irgendwie total.

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Re: 18Monate alter Giraffenbulle wurde getötet .......

Beitrag von Murx Pickwick » Mo 10. Feb 2014, 19:25

Naja ... Giraffen gehören nun nicht gerade zu den mit Aussterben beschäftigten Arten ...
Dazu kommt das Problem der Auswilderung ... die meisten im Zoo gezüchteten und tatsächlich vom Aussterben bedrohten Tierarten sind inzwischen halb domestiziert und deshalb gar nicht mehr geeignet zur Auswilderung. Das wäre genauso, als wenn wir unsere bunten und viel zu großen Chinchillas und Goldhamster aus unseren Wohnstuben nehmen würden und in Chile und Aleppo auswildern würden, um dort die Bestände zu stützen - das würde klappen, keine Frage, nur das Wildlangschwanzchinchilla würde binnen kurzem verdrängt werden, genauso der wilde Goldhamster, von der halbdomestizierten Haustierform und wir hätten dann halt in Chile bunte, große und zahme Chinchillas und in Aleppo wildlebende Teddyhamster ...

Ein weiteres Problem entsteht ... es gibt nur wenige Zootiere, deren Verhalten so angeboren ist, daß sie tatsächlich das Verhalten ihrer Vorfahren wieder annehmen, sobald sie ausgewildert sind. Das ist beispielsweise bei den meisten Gazellen und Antilopen der Fall - aber schon das Przewalskipferd hat eine deutlich viel geringere Fluchtdistanz wie seine wilden Vorfahren, die Aggressivität und das Scheuverhalten ist ihnen weggezüchtet worden, das sind inzwischen Haustiere, keine Wildtiere mehr!
Und diese Haustiere werden nun wieder in der Mongolei freigesetzt ...

Elefanten und die meisten Affenarten wiederum müssen ähnlich wie wir Menschen fast alles erst erlernen, was sie zum Überleben brauchen ... die Zootiere dagegen stammen von stark traumatisierten Wildfängen ab, sie haben ihr Leben lang nur das Leben in engen Gitterkäfigen kennengelernt und dementsprechend haben sie gar nicht die Erfahrung, in freier Natur zu überleben! Selbst bei Orangs, die noch relativ einfach auszuwildern sind (also für Affen), braucht es erstmal eine jahrelange Vorbereitung, wo die Orangs ihre Nahrungspflanzen kennenlernen müssen, sonst würden die glatt in ihrer eigentlichen Heimat verhungern!

Afrikanische Elefanten zeigen normalerweise sehr ausgedehnte Wanderungen, um den Pflanzen in ihrem Lebensraum die Chance zu lassen, nachzuwachsen und um in extremen Trockenzeiten Wasser zu finden - hier ist die Erfahrung der über 30jährigen Kühe in der Herde ausschlaggebend, diese geben ihre Erfahrungen an die Jungkühe weiter. Nun werden allerdings von funktionierenden Elefantengruppen nur selten nicht zur Gruppe gehörige Elefanten akzeptiert! Das heißt, wenn afrikanische Zooelefanten ausgewildert werden, bleiben die unter sich und innerhalb eines relativ kleinen Gebietes und fressen dieses in Grund und Boden, so daß sie und alle in diesem Gebiet vorkommenden Tiere schlichtweg verhungern müssen! Das ist der Grund, weshalb man keine Zooelefanten auswildert, sondern zusieht, daß man aus Gebieten, wo zuviele Elefanten vorkommen (die können nämlich aufgrund fehlender Wildkorridore schon lange nicht mehr ihre Wanderungen aufnehmen, an die sie angepaßt sind, ist ja alles zersiedelt in Afrika), ein paar Elefanten rausfängt und in Gebiete verschleppt, wo zuwenig Elefanten vorkommen - was dann wiederum zu ganz eigenen Problemen führt ...

Wir haben in Zoos und Tierparks inzwischen zehnmal so viele sibirische Tiger, wie in freier Wildbahn - und dennoch kann kein einziger dieser Tiger ausgesetzt werden, da diese zahm sind und lieber leicht jagdbare Haustiere und Menschen jagen, wie schwer erlegbares Wild - sie haben nie von ihren Eltern lernen können, wie man Hirsch und Wildschwein erjagt und sie haben den Menschen als Futtermeister kennengelernt, die haben überhaupt gar keine Veranlassung, sich von Menschen fernzuhalten, so wie es die wildlebenden sibirischen Tiger tun!

Bei Papageien kommt noch ein Problem dazu - ich weiß nicht, ob du das mal verfolgt hast mit dem Spix-Ara ... der Spix-Ara ist weltweit nachgezüchtet worden und man hatte noch einen wildlebenden Spix in freier Natur gehabt - was lag da näher, wie dem wildlebenden Spix einfach mal nen Partner aus Gefangenschaft zu vermachen?
Es kam nicht mehr dazu ... erstens ist das Gebiet, in welchem die Spixe überleben können, für den Maisanbau größtteils gerodet worden, da sind vielleicht, wenn es hochkommt, noch 30 Quadratkilometer über - und die nicht mal zusammenhängend, zweitens verstarb das letzte freilebende Männchen im Jahre 2000.
Bei weniger seltenen Papageien sieht es ähnlich aus, wer nicht Kulturfolger ist, stirbt wegen immer stärker werdenden Lebensraumverlust aus ... teilweise sind das Papageienarten, die zu Tausenden in Menschenobhut in einer Vielzahl an Farbmutationen nachgezogen werden! Wir haben also zusätzlich zum Problem des Lebensraumverlustet noch das Problem der Haustierwerdung, das gleiche Problem, was es ja auch beim bedrohten Goldhamster und dem bedrohten Chinchilla gibt!
Warum sollen diese Tiere dann nicht als Futtertiere enden, wenn sie eh gänzlich ungeeignet zur Auswilderung sind?

Aber selbst im Jagdtourismus seh ich keinen Widerspruch ...

Beispielsweise Nashörner in Südafrika ...
Wir haben in Südafrika viele private Grundstücke ... die Besitzer wollen gerne mit diesen Grundstücken Geld verdienen. Sie können jedoch aufgrund der zu den großen Reservaten viel zu kleinen Grundstücke nicht durch sog. sanften Tourismus Geld verdienen. Um nur das Geld einzufahren, was ein einziges abgeschossenes Nashorn bringt, wären diese Grundstücke mit sanftem Tourismus so überlaufen, daß die Leute sich gegenseitig auf den Füßen stehen würden und gleichzeitig das Wild abwandern würde, da es aufgrund der permanenten Störungen nicht mehr zum Leben kommt und weil die Fahrzeuge das Land ziemlich nachhaltig zerstören und somit nix mehr für die Tiere zum Fressen bleibt.
Also bleibt nur, entweder aus dem Land Agrarland zu machen - riesige Monokulturen mit Agaven, Kaffee, Tee oder was da sonst noch so schönes wächst, oder aber der Jagdtourismus!

Jagdtourismus bringt massig Geld und macht vergleichsweise wenig Arbeit. Die Tiere innerhalb dieser Ranches werden genauso gemanaged wie Parkwild (und sind es strenggenommen auch ... ), heißt also, es wird mit Argusaugen jedes Nashorn und jeder Leopard auf diesem Grundstück bewacht und darauf geachtet, daß sie sich schön brav vermehren - denn die Jungen sind, einmal ausgewachsen, die Verdienstquelle, die ja erwünscht ist.
Die agieren genau so, wie ein Landwirt, der ja auch seine Rinder vermehrt und nicht vollständig ausrottet, nur weil er ein paar Rinder schlachten will ...
Es gibt einen netten Nebeneffekt, das heißt, solange diese Grundstücksbesitzer nicht auf die Idee kommen, ihr Land einzuzäunen, damit ja kein wertvolles Nashorn und ja kein wertvoller Leopard abwandern kann, auf die Art und Weise entstehen Wildkorridore zwischen den Naturparks, dem Besitz der Allgemeinheit etc, durch welche die Tiere wandern können und durch welchem ein Austausch von Genen stattfinden kann, so daß die Inzuchtprobleme, wie abnehmende Krankheitsresistenz etc, nicht mehr so krass werden.

Funktionieren tut das mit dem Jagdtourismus übrigens nur auf solch Privatgelände und nirgendwo sonst - und dort klappt es eigentlich auch nur, wenn die Landeigentümer dazu angehalten werden können, ihre Besitztümer nicht einzuzäunen, damit diese Privatgrundstücke als Wildkorridore genutzt werden können. Sie selbst haben ja auch Vorteile davon, selbst wenn bisweilen mal son Nashorn einfach so abwandert - die Population bleibt gesund durch den Austausch von Tieren ... in den staatlichen Nationalparks etc werden deshalb tatsächlich nur für Touristen gefährlich gewordene Tiere rausgeschossen (und selbst da werden oft andere Lösungen gesucht, denn die Tiere sind einfach viel zu wertvoll, als sie einfach abzuschießen, nur weil sie mal ein paar Touristenwägen in den nächsten Graben geschoben haben ... )

Wir haben jedoch nun wieder verstärkt ein ganz anders Problem, was sogar den Jagdtourismus auf Nashorn und Co fast vollständig zum Erliegen gebracht hat - das ist der extrem steigende Bedarf an Nasenhorn für den asiatischen Medizinmarkt!
Hier werden allerdings nicht mehr einzelne Nashörner zum Abschuß freigegeben, sondern die Armenbevölkerung in den entsprechenden Regionen gehen mit auf dem Schwarzmarkt billig erstandenen MGs auf Nashorn und Co los ... wenn sie es schaffen, ohne sich erwischen zu lassen, auch nur ein einziges Nashorn zu wildern - egal wo, haben sie wieder für ihre Familien für ein halbes Jahr Fressi! Ein weiteres Tier innerhalb eines halben Jahres, und es ist nun auch Schulbildung drin. Die Nashörner werden jedoch im Vergleich dazu, was sie im Jagdtourismus gebracht hatten, regelrecht verramscht!
Diese Wilderer aus Not heraus haben auch kein Interesse daran, die Tiere der Gegend tatsächlich zu schützen und sie zu erhalten, ihnen geht es nur und einzig darum, daß sie und ihre Familien was Eßbares in den Bauch bekommen und es ihren Kindern mal besser geht wie ihnen! Und das sind die für den Nashornschutz gefährlichen Jäger!
Das ist nicht der Jagdtourismus! Der hat gerade in Südafrika zu einer immensen Zunahme an Nashörnern und Elefangen geführt, weil diese Tiere auf Deibel komm raus auf den privaten Grundstücken regelrecht gezüchtet wurden ... bei den Elefanten war die Zunahme nachher derartig krass, in einigen Gegenden Südafrikas gibts nun zuviele Elefanten!
Momentan jedoch haben wir in Gesamtafrika wieder eine extreme Zunahme der Wilderei ... da wird kein Nashorn mehr zum Abschuß freigegeben, einfach nur, weil die Privatbesitzer, die noch Nashörner auf ihrem Grundstück haben, ansonsten ihre Einnahmequelle komplett verlieren würden!
Einige von ihnen haben jedem noch auf ihrem Grundstück vorkommenden Nashorn Wachpersonal zugeteilt, damit die letzten paar Tiere rund um die Uhr bewacht werden, in anderen Gegenden werden den Nashörner die Hörner aufgebohrt und Sender reingestopft, um schneller mitzubekommen, wenn diese Tiere gewildert werden ...

Man kann diese Entwicklung sehr schön in den Anzeigen einschlägiger Jagdzeitschriften ablesen - in den 90er Jahren hatte man gut und gerne 20/30 Angebote innerhalb einer Zeitschrift - nur alleine Nashorn, alles legale Angebote und alles in Gebieten, wo durch den Jagdtourismus die Nashörner zunahmen ... inzwischen taucht vielleicht mal eine Anzeige innerhalb von zwei Jahren auf, nicht mehr.

PS: ihr schreibt zu schnell, ich hab aber nun keine Lust mehr, meinen Text anzupassen ...

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Re: 18Monate alter Giraffenbulle wurde getötet .......

Beitrag von Angel272 » Mo 10. Feb 2014, 19:35

Bei den Przewalskis muss ich dir wiedersprechen. Da gibts im Erlanger Forst eine Herde, die ausgewildert wurde bzw. dort auf das Leben im Ursprungsgebiet vorbereitet wird.
Auch die Auswilderung ist gelungen ... ich meinte, es wären 10 oder 12 Tiere gewesen, bin mir aber nicht sicher.

Und wenn das Auswildern nicht funktionieren würde.... wozu soll dann das Nachzuchtprogramm gut sein?
LG Angel

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Re: 18Monate alter Giraffenbulle wurde getötet .......

Beitrag von Murx Pickwick » Mo 10. Feb 2014, 20:02

Du hast mich nicht verstanden ...
Ja, die Auswilderung ist gelungen ...
Aber wir haben nicht mehr die Przewalskipferde, die ursprünglich mal für Zoos gefangen wurden, sondern wir haben da die Haustierform der Przewalskis ausgewildert! ;)
Die wilden Przewalskipferde konnten nur unter extremen Schwierigkeiten beobachtet werden ... weil die eine enorme Fluchtdistanz hatten. Die Przewalskis im Erlanger Forst, in Tschernobyl, in der Wüste Gobi und wo sie sonst noch so überall freigesetzt wurden, kann man mit einiger Geduld mit ner ganz normalen 200er Brennweite photografieren ... das wäre bei der Wildform gar nicht möglich gewesen, da hätte man mind. ne 800er Brennweite und drüber gebraucht. Kurzum - das Verhalten ist gänzlich anders, die heutigen Przewalski-Pferde kann man sogar reiten, was bei den damaligen Wildfängen aufgrund derer Aggressivität gar nicht möglich war!

Ist genauso wie die weltweite Auswilderung von Pferd, Kaninchen, Wanderratte, Hausmaus und vielen weiteren Haustieren - sie haben zwar nicht mehr das Verhalten der ursprünglichen Wildform, sie sehen nur noch so aus wie Wildtiere, aber die Auswilderung ist gelungen!
Besser sogar, als wenn man die Wildformen in den gleichen Gebieten versucht hätte, auszuwildern ...

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Re: 18Monate alter Giraffenbulle wurde getötet .......

Beitrag von Ziesel » Mo 10. Feb 2014, 20:27

Ich finds jetzt auch nicht so dramatisch >> es wurde schliesslich niemand gezwungen sich das Töten und Zerteilen anzugucken, genauso wenig wie man zB den Löwen beim Verspeisen zu sehen muss. So´n Zoo ist groß genug, wer´s nicht sehen will oder kann, geht halt woanders hin.
Überhaupt ist nun eigentlich schon so ziemlich jedem Menschen (inkl. Kids) bewusst, dass Tiere wie Löwen sich jetzt nicht von Löwenzahn ernähren (obwohls namentliche Überstimmungen gibt), wie auch die Tatsache, dass für jedes Schnitzel oder´n Big-Mäc ein Tier getötet wird. Ich mein wenns Rindergulasch, Schweinbraten, Fischstäbchen, Chickennuggets usw zu Hause/ im Kiga/in der Schule gibt sagt schon der Name des Essens welchs Tier da auf´n Teller kommt . . .

Bei der Giraffe ist das jetzt´n Aufreger. Warum, weil´s ein exotisches Tier ist oder weils eventuell doch einen anderen Abnehmer gegeben hätte ? (für den Löwen ist Giraffe eigentlich gar nicht so exotisch). Ich seh das vielleicht pragmatisch, mache keine Unterschiede ob nun ´ne Giraffe für den Löwen stirbt oder ´ne Kuh (sowie meine Katzen halt heut zum Frühstück Nassutter mit Kaninchen bekamen und morgen mit Pute usw) .
Was denkt ihr passiert im Zoo zB mit Meeri-, Degu-, Hühner-, Enten-oder Kaninchennachwuchs ? Meint ihr die Kleinen werden bei jedem Wurf mit anderen Zoo´s getauscht ? Ich denke nicht ! Die landen im Krokrodil, im Tiger, der Schlange, im Luchs . . .

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Re: 18Monate alter Giraffenbulle wurde getötet .......

Beitrag von Entensusi » Mo 10. Feb 2014, 21:56

ich weiß nicht.. muss man denn das Publikum zusehen lassen, wie das Tier getötet wird?
Zerlegen, verfüttern, ok, aber das Töten zur Schau zu stellen finde ich - hmmmm - entwürdigend.
Für das Tier.
:hm:
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Re: 18Monate alter Giraffenbulle wurde getötet .......

Beitrag von Murx Pickwick » Mo 10. Feb 2014, 22:22

Ich habe keinen Hinweis dazu gefunden, daß die Giraffe vor versammelter Manschaft getötet wurde ... offenbar wurde sie nur vor versammelter Mannschaft zerlegt.

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Re: 18Monate alter Giraffenbulle wurde getötet .......

Beitrag von Traber » Mo 10. Feb 2014, 22:30

stimmt, der Pfleger hat Brot gefüttert damit der TA den Bolzen ansetzen konnte...
als das passiert war haben sie erst dem Publikum Zugang gewährt....
hätte ja auch was schief gehen können, grad mit Zuschauern die nicht berechenbar sind

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Re: 18Monate alter Giraffenbulle wurde getötet .......

Beitrag von Entensusi » Di 11. Feb 2014, 06:47

ok, danke! Kommt mal wieder vom "Querlesen" :schäm:
Liebe Grüße, Entensusi und ihre Tiere

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Re: 18Monate alter Giraffenbulle wurde getötet .......

Beitrag von freigänger » Di 11. Feb 2014, 15:17

diese aufregung ist für mich nicht gründlich durchdacht.
der giraffenbulle wurde mittels bolzenschuß getötet. wieviele der futtertiere gehen diesen weg?
weshalb gibts zoos?
es war kein überraschendes plötzliches ereignis, sondern überlegt und vorbereitet. weshalb lassen eltern ihre kinder zusehn?
wieviel ziegen, kaninchen, hühner etc. hätten getötet werden müssen um die kilos der giraffe an futter zu bekommen?

für sehr viele kommt das fleisch und die milch und eier aus kühlvitrine. den realistischen ursprung sehn/kennen viele nicht.

viel schlimmer und unnatürlicher find ich, wenn tiere ein unvertretbares leben fristen, getötet werden und dann, ob der überproduktion!, in der müll landen. oder weil das mhd erreicht wird und dann in uneinsehbare, verplankte müllcontainern landen.
wo sind da die schützer und aufdecker?!

sehr beeidruckend, wie man bei diesem kind den gedanken/werdegang sehen kann
https://www.youtube.com/watch?v=pOv0i0EdXkc" onclick="window.open(this.href);return false;
liebe grüße freigänger

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Re: 18Monate alter Giraffenbulle wurde getötet .......

Beitrag von ElHappy » Di 11. Feb 2014, 17:48

Zoo haben in erster Linie Arten zu erhalten bzw einen Genpool . Seien es bedrohte Arten oder nicht .Das Zoos Futtertiere ranzüchtet(Mäuse , Nins etc bis zur Heuschrecke pp ) auch klar . Aber welcher Auftrag ist hier erfüllt ?? Kinder wurden dem zerlegen ohne jegliche pädagoische Begleitung zugeführt. Zum andern man läßt Giraffe trächtig werden nimmt im kauf das es männlich ist naja gleiche Problem mit Genen und inzucht hätte man bei Weibchen auch man präsentiert ein süßes Giraffenbaby was ja ordentlich Gäste bringt und Geld man hat aber schon im Hinter kopf eine Tötung eines gesundes Tieres in KAuf zu nehmen und es dann noch unwürdig in aller Öffentlichkeit zu zerlegen. Sorry mit der Art von Moral kann ich nicht anfangen . Das kann nicht der Auftrag von Zoos sein die dazu ja noch horrende Eintrittsgelder nehmen . Wenn ich einen die natürliche Nahrungskette fressen und gefressen werden und das gleichgewicht was die Natur für sich entwickelt hat näher bringen will dann wählt man einen andern Weg weil der Weg der dieser Zoo gegangen ist hat nix mit der von der Natur eingerichten Nahrungskette zu tuen . Für mich hätte es zwei bessere WEge gegeben . DAs Tier in andern Zoo (weltweit) oder Safaripark oder das Tier hinter den Kulissen töten und auch zerlegen und dann verfüttern. In Deutschland ist dies in dieser Form nicht möglich . Ich denke es ist auch nicht vertgleichbar mit den Tieren die wir essen . Für mich ist es auch wieder ein schlechtes Vorbild von wegen Wilditerhandel bzw Buschmeat . Jetzt denke sich ja der Wilderer oh die durften die töten und verfüttern also düfen wir alles jagen und zerlegen das heißt von Schimpnase über Gorilla bis zur Giraffe oder Antilope die frei auf afrikanischen Märkten gehandelt .
Also iw gesagt was ich bemängeln muss ist das es nicht der Auftrag eines Zoos sein kann . Ich weiß durch mein Studium und Arbeit (auch im Ausland ) wie andere Zoos damit umgehen und wie wirklich gute Zoos mit der Thematik umgehen . Hier an das manegment des Zoos ein ganz klare No go mit der Art und weise.
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Re: 18Monate alter Giraffenbulle wurde getötet .......

Beitrag von freigänger » Di 11. Feb 2014, 18:09

für die 'fehlende pädagogische begleitung' kann man aber nicht den zoo verantwortlich machen.
wie bereits weiter oben erwähnt, die neugier der eltern...
unter 'hinter den kulissen töten und zerteilen', weshalb nicht die rosabrille abnehmen und die realtität sehn? (ich möcht sie nicht sehn, trotzdem weiß ich drum).
wo ist der unterschied für die getöteten tiere? ob in der dose, als naßfutter, getrocknet oder sonst wie verarbeitet. der halter von fleischfressenden haustieren sieht ein hübsches etikett. nicht den weg bis dahin.
wobei für mich hier schon ein wesentlicher unterschied besteht - todesschuß. so schnell gehts für die wenigsten.
liebe grüße freigänger

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Re: 18Monate alter Giraffenbulle wurde getötet .......

Beitrag von halloich » Di 11. Feb 2014, 19:55

ElHappy hat geschrieben:Zoo haben in erster Linie Arten zu erhalten bzw einen Genpool . Seien es bedrohte Arten oder nicht
Dann würdest du aber nicht viele Tiere im Zoo sehen und der Zoo kein Geld verdienen.
Heutzutage ist ein Zoo ein Freizeitpark, rein zum vergnügen der Menschen

Arterhaltung ist nicht Aufgabe der Zoo´s, sondern der Menschheit, um die natürlichen Lebensräume der Tiere zu erhalten und nicht zu zerstören. Dann hättest du auch kein Problem mit der Genvielfalt.
Oder willst du die TIere nur noch in Zoos und künstlichen Welten betrachten?

Woher kommt der Genpool in den Zoos? Na in dem neue Gene drunter gemischt werden, also Tiere in freier Natur fangen und in Zoo packen.
Und so geht dann Arterhaltung?
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Re: 18Monate alter Giraffenbulle wurde getötet .......

Beitrag von Murx Pickwick » Di 11. Feb 2014, 20:52

Kinder wurden dem zerlegen ohne jegliche pädagoische Begleitung zugeführt.
Ab wann ist pädagogische Begleitung eine pädagogische Begleitung in deinen Augen?
Es wurde während des Zerteilens und Fütterns massig viel erklärt - kindgerecht, damit auch die Kleinen verstehen, was da erklärt wird. Ist das in deinen Augen keine pädagogische Begleitung?

Was die Arterhaltung angeht ... ich kann im Zoo zwar Tiere zu Haustieren werden lassen, einfach weil dort immer eine Selektion hin zum zahmen Tier stattfinden muß, was eben auch im Falle der Giraffe trockenes Wiesenheu statt frischem Laub verträgt, aber was ich nicht kann, ist, die Wildform der Arten in Zoos zu erhalten - das ist ein Widerspruch in sich!
Die Arterhaltung der Wildformen geht nur über den Erhalt des Lebensraumes samt der Tiere und Pflanzen darin ... und das heißt für die Giraffe, frisches Laub fressen dürfen, kilometerweite Wanderungen machen können, ihre Jungen gegen Löwen verteidigen müssen, sich selbstständig nen Sexualpartner nach passender Genetik und passendem Immunsystem suchen usw usf - und all das ist im Zoo überhaupt nicht möglich!
Also ist auch der Erhalt der Wildformen in Zoos nicht möglich ... und damit erhalten die Zoos genauso die Arten, wie wir, indem wir Chinchillas und Goldhamster halten und vermehren!
Klar erhalten wir damit die Art, wir haben sogar mit unserer Hausrinderhaltung das Ur erhalten - nur halt nicht in seiner ursprünglichen wilden Form, aber die Hausrinder, die wir schlachten, sind immer noch dieselbe Art wie der Auerochs!

Ach ja ... was gibt es Bedrohteres, wie eine Tierart, deren Wildform gerade ausgestorben ist bzw kurz vor Aussterben ist?
Wir dürfen also gar nicht mehr die bedrohten Rinder, Pferde usw usf schlachten - weil das ja den Wilderern das falsche Signal gibt! Wenn nämlich Rinder geschlachtet werden, deren Wildform schon ausgerottet ist, ist ja für jeden klar, das jetzt weltweit alles geschossen und abgemurxt werden kann ... oder?

Nicht der Arterhalt sollte die Aufgabe der Zoos sein, das ist nur ne Alibifunktion - sondern das Nahebringen, daß es etwas da draußen weit weg von den Städten gibt, was erhaltenswert ist, es ist das Nahebringen, daß Tiere Bedürfnisse haben - Löwen beispielsweise was zu futtern brauchen und dafür getötet werden muß und das Leoparden und Tiger nunmal kein Dosenfutter brauchen, sondern richtiges echtes Fleisch mit Haut dran und dieses Fleisch eben nicht aus der Aldikühltheke kommt, sondern daß das Fleisch mal ein richtiges Tier war, also sowas mit vier Beinen, zwei Augen und nem niedlichen Gesichtchen!
Genau diese Aufgabe hat der Kopenhagener Zoo par excellence mit seiner Aktion erfüllt!
Und das war nicht pädagogisch wertvoll?

Dann ...
Willst du ernsthaft, daß besser Rinder aus Massenhaltung an die Löwen verfüttert werden und damit dieser Irrsinn noch weiter gefördert wird? Statt Giraffen zu züchten, die relativ anspruchslos sind und lange nicht so viel und so hochwertiges zu futtern brauchen, wie unsere hochgezüchteten Mastbullen?
Das ist doch nicht dein Ernst, oder?
Das würde ja heißen, daß nun auch noch die Zooraubtiere zu Nahrungskonkurrenten von uns Menschen werden!
Ist das wirklich gewollt, weiterhin riesige Mengen an Soja und Getreide aus der dritten Welt und den USA, welches auf bestem und fruchtbarsten Ackerland wuchs und aufgrund dieser Monokulturen immer mehr das Ackerland zerstört, an Rinder zu verfüttern, damit keine Giraffe mehr verfüttert werden braucht?
sry, selbst in Zoologischen Gärten mit modernem Fütterungsmanagement ist es üblich, Giraffen mit Wiesenheu zu füttern und eben nicht mit Soja und Weizen! Es ist also ökologisch sinnvoller, Giraffen zu züchten und zu verfüttern, wie ausgerechnet Massentierhaltungsrinder!

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Re: 18Monate alter Giraffenbulle wurde getötet .......

Beitrag von Ziesel » Di 11. Feb 2014, 22:21

Murx Pickwick hat geschrieben:Ab wann ist pädagogische Begleitung eine pädagogische Begleitung in deinen Augen?Es wurde während des Zerteilens und Fütterns massig viel erklärt - kindgerecht, damit auch die Kleinen verstehen, was da erklärt wird. Ist das in deinen Augen keine pädagogische Begleitung?
Ähmja, mehr als erklären kannste das den Kids nicht und das nun nicht eine ganze Giraffe zu´ner Mahlzeit von einem Löwen verputzt wird ist genauso klar wie das so´n Kind eben kein komplettes Schwein serviert bekommt sondern ein Schnitzel.

Ich weiss nicht wie ihr das zu Hause macht aber ich hab die Weihnachtsganz, das Kaninchen, den Karpfen oder was auch immer halt ausgenommen, zubereitet und dann quasi auf der gedeckten Tafel für die versammelten Familienraubtiere zerteilt ohne jegliche pädagogische Begleitung

(PS:´ne Giraffe könnt ich nu nicht grad in meiner Küche zerlegen.. müsst ich wohl auch einen für Zuschauer einsehbareren öffentlicheren Ort wählen, selbst wenn ich´ne Großküche hätt )
Murx Pickwick hat geschrieben:Also ist auch der Erhalt der Wildformen in Zoos nicht möglich ...
Stimmt ! Das dürfte unter menschlicher Obhut ausserhalb des eigenen Reviers wo Tier natürlich vorkommt nie möglich sein (also nur eventell mit Ausnahmen von Wildhütern in Afrika oÄ so wie hier Förster/Jäger und auch dort wird eingegriffen) eben weil wir Menschen uns einmischen, ob wir mögliche Inzucht verhindern, Geburtenkontrolle betreiben, Kastrieren, natürliche Feinde fernhalten, bestimmen was wann und wie Beute wird, den Gesundheitsstatus ermitteln und beeinflussen usw

@Hallo: seh ich auch so>> ein Zoo wird wegen des Vergnügens besucht. Da gehste hin und zahlst um eben mal in echt die Tiere zu sehen, die hier nicht frei durch die Botanik latschen

Wir da nun noch in so´nem Zoo (versucht)´ne Art zu erhalten, die vom Aussterben bedroht ist bzw schon ist, so seh ich das als Bonus, nicht als Aufgabe des Zoo´s !

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Re: 18Monate alter Giraffenbulle wurde getötet .......

Beitrag von Angel272 » Mi 12. Feb 2014, 23:36

Sehr guter Artikel.
https://www.zeit.de/gesellschaft/2014-02/zoo-ethik" onclick="window.open(this.href);return false;
LG Angel

Link zur Petition gegen Massentötung der Streuner in Rumänien:
https://www.secureconnect.at/4pfoten.or ... st/130906/" onclick="window.open(this.href);return false;

***********************
http://www.rassekatzen-in-not.de/" onclick="window.open(this.href);return false;

http://www.maine-coon-hilfe.de/" onclick="window.open(this.href);return false;

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Re: 18Monate alter Giraffenbulle wurde getötet .......

Beitrag von Murx Pickwick » Do 13. Feb 2014, 00:45

Der Artikel ist schlecht recherchiert.
Aber muss so ein Schlachten und Zerlegen unbedingt vor den Augen der Zoobesucher, darunter vieler Kinder, stattfinden?
Es wurde nicht vor aller Herren und Damen Augen geschlachtet!
Das Schlachten beinhaltet nämlich auch das Töten und das wurde unter Verschluß getätigt ...
Ganz ungewollt lässt diese Auskunft ein bekanntes Argument der Zoobefürworter in ungünstigem Licht erscheinen: Denn angeblich dienen Zoos ja auch dem Artenschutz.
Während der Zerteilung und des Verfütterns wurde zwar viel über die artgerechte Giraffenhaltung, das Halten in Gruppen und Junge als Beschäftigung der Eltern erzählt - aber woher hat dieser Artikel, daß dort mit dem Arterhalt als so eine Arche Noah argumentiert wurde? - Ich habe nirgendwo, nicht mal in der Stellungname des Kopenhagener Zoos, einen Hinweis darauf finden können.
Tatsächlich betreiben zwar Zoos schon indirekt Artenschutz, aber auf eine ganz andere Art und Weise - sie zeigen, daß es außergewöhnliche, schützenswerte Geschöpfe außerhalb unserer cleanen Städte gibt, die es Wert sind, samt ihrer Heimat erhalten zu werden. Ein guter Zoo macht auf die Probleme in der Heimat der ausgestellten Tiere aufmerksam, er informiert über die derzeitige Lage ... aber daß er Tiere in einer Arche Noah erhalten könnte, das sollte langsam und sicher auch dem letzten Zoodirektor in den letzten Jahren und Jahrzehnten klargeworden sein - es ist einfach nur noch ein Scheinargument der Zoos, die sich nicht weiterentwickeln.
Allein die prozentuale Verteilung unter den Tierarten in Zoos zeigt, dass ihre "Aufbewahrung" wenig mit späterem Auswildern, sondern eher mit unserem jetzigen Verständnis von der Schönheit und Attraktivität der Tiere zu tun hat: 20 bis 25 Prozent aller gefährdeten Säugetierarten finden sich in Zoos. Von den Amphibien beherbergen die modernen "Archen" nur ganze drei Prozent der gefährdeten Arten. Dabei lassen sich kleinere Arten eigentlich besser in Gefangenschaft unterbringen. Für größere Tiere ist die Einschränkung des Bewegungsspielraums im Zoo entsprechend problematischer.
Die bedrohten Reptilien- und Amphibienarten dieser Welt sind fast immer auch die Arten, die sich nicht mal private Reptilien- und Amphibienhalter zutrauen bzw die bislang nicht mit Erfolg gehalten, geschweige denn vermehrt werden konnten ... sollen die Zoos sich wirklich auch noch am Ausverkauf der Natur beteiligen, bis sie selbst kaum haltbare Arten zur Vermehrung bringen?
Und wofür sind dann eigentlich Aquarien da - ich dachte, da würde man Fische, Reptilien, Amphibien etc begaffen können ... und die haben, trotzdem die meisten großen Säugetiere ja nicht mal groß Technik wie Heizungen, Luftbefeuchter, spezielle Supplemente, UV-Strahler etc brauchen, auch keine großen Säuger ausgestellt ...
Die Spezies selbst ist keine moralisch relevante Größe; es ist immer nur das Individuum, das Rechte hat. Und auch wenn es ein Tier ist, dürfen wir ihm nicht zumuten, in Gefangenschaft zu leben, um für seine Art als "Botschafter" zu fungieren, wie es manchmal heißt, oder seine Spezies hinter Gittern zu "vertreten".
Ok ... das Individuum hat also Rechte ... auch das Recht auf Freiheit ...
Aber ... was ist eigentlich mit uns?
Wer von uns achtet eigentlich das Recht seiner eigenen Tiere auf Freiheit?
Da sollten wir uns alle also erstmal selbst an die eigene Nase fassen ... bei mir leben zwei Chinchillas, die sich in Freiheit mit Sicherheit viel wohler fühlen würden, wie in meinem Käfig, viele von uns halten sich Katzen, die nie den Fuß vor die Haustür setzen dürfen, dann die Pferdeleute - welches Pferd hat denn die Wahl zwischen endlosen Weiten, wo es hingehört und beengter Weide und Zwangsberitt?

Aber das ist nur die kurze Denklogik ... es geht viel weiter ...
Wenn nur das Individuum zählt, welches Individuum genau zählt denn nu am meisten?
Die vielen Individuen, die gewildert, geschossen, ihres Lebensraumes beraubt dem Hungertode ausgesetzt werden?
Oder die wenigen Individuen, die stellvertretend und zwangsweise eingesperrt auf das Leid ihrer wildlebenden Artgenossen aufmerksam machen?
Daß Zoos durchaus einen Anteil an der Aufklärung haben, daß es Naturreservate geben muß, die geschützt werden müssen - samt der vielen Millionen Individuen innerhalb dieser Naturreservate, ist zweifelsfrei belegbar. Daß ein Großteil des Geldes, mit dem Naturreservate und einzigartige Naturräume mit all ihren Milliarden Individuen effektiv mit Waffengewalt geschützt werden können oder wiederhergestellt werden können, damit neugeborene Individuen wiederum ihr Auskommen bekommen, kann auch zweifelsfrei belegt werden.
Also ... was wiegt mehr ... die wenigen eingesperrten Tiere in Zoos, oder die vielen Tiere draußen, die noch immer wie ihre Vorfahren leben dürfen? Welches Individuum hat da mehr Recht auf Freiheit?

Es ist letztendlich das Feuerwehrmannprinzip:
Wenn ein Feuerwehrmann vor die Wahl gestellt wird, die Katze oder das Kind zu retten, weil er nunmal nur eines von Beiden retten kann, wird er stets das retten, was naheliegender ist und leichter rauszuholen ist - auch wenn es die Katze ist. Er wird da nicht erst groß über Rechte und wertvollerem Leben oder ka was alles nachdenken, er schnappt sich das, was er sich schneller schnappen kann und sieht zu, daß er mit seinem Opfer schnellstmöglich nach draußen kann ... (gibt tatsächlich sogar die Fälle, wo Feuerwehrmänner Goldfische gerettet hatten, nur weil das Goldfischglas grifflich war, das Kind im Nachbarzimmer allerdings nicht ... )

Wir haben im Grunde genommen fünf nach Zwölf ... es gibt kaum noch Lebensräume, die einer Vielzahl von Individuen einen Lebensraum geben könnten. Nun ist es so, wenn ein Mensch etwas kennt und liebgewonnen hat, dann wird er auch dafür sorgen, daß Ähnliches überleben kann.
Das heißt also, wenn der Mensch eine Giraffe live erlebt hat, in ihre Augen blicken durfte, ihr beim Wiesenheu fressen zugucken durfte, gesehen hat, wie sie liebevoll ihr Kind abschleckt, dann wird er auch bereit sein, für den Erhalt der Heimat der Artgenossen dieser Giraffen zu spenden - und damit nicht nur den Lebensraum erhalten für die Giraffen dort, sondern auch für die Akazien, von denen die Giraffen leben, den Ameisen, die mit den Akazien Symbiosen eingehen, den vielen Gräsern unterhalb der Akazien, den diversen Schrecken, Chamäleons und was sich sonst noch so alles in Afrikas Steppen breitmacht ...
Es ist einfach effektiver, ein paar Giraffen auszustellen, um das Geld sammeln zu können, ganze Lebensräume zu schützen, in denen weitaus mehr Individuen vorkommen, wie je in sämtliche Zoos unserer Erde passen würden!

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