Ist Wiesenfütterung wirklich optimal oder überwiegen Nachtei

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Alex
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Ist Wiesenfütterung wirklich optimal oder überwiegen Nachtei

Beitrag von Alex » Fr 6. Mai 2011, 08:46

Ob ab lib Wiesenfütterung die Narkose beeinträchtigt?

Ich weiß es nicht.

Habe aber einige Gedanken hierzu.

Wildtiere sind mit Narkosen extrem heikel. Rehe, Hasen, Wildvögel, Eichhörnchen.......Narkose ist bei allen extrem gefährlich. Und vor allem die Herbivoren sind riskant.

Ja, generell kann es Wechselwirkungen geben zwischen pflanzlichen Inhaltsstoffen und Narkotika und anderen Medikamenten.
Beispiele: Gerbstoffe vermindern die Resorption. Schleimstoffe vermindern die Resorption. Alkaloide treten in Wechselwirkung. Glykosidische Verbindungen treten in Wechselwirkung......die Liste könnte ich weiter führen.

Eine Möglichkeit besteht.

Auch auf die Gefahr hin, dass mir hier der Kopf mal wieder abgerissen wird (böööse Tierärztin):

zunächst - ich stehe hinter der Idee der ad-lib-Wiese!!

Ich bin Phytotherapeutin. Und ich nenne mich nicht nur so, wer mich googlet weiß, dass ich tatsächlich eine relativ bekannte Phytotherapeutin bin. Ich stehe voll hinter der Phytotherapie. Sie ist meine große Leidenschaft.

Nur sollte jedes System auch von allen relevanten Seiten betrachtet und analysiert werden.

Die Gefahren der ad-lib-Wiese sind:

Ganz klar wie z.B. beim Barfen der Hunde und Katzen. Eigentlich ne prima Sache, nur machen es 99% der Hundehalter falsch!!
ad-libt Ihr Wiese tatsächlich so korrekt, dass Eure Tiere tatsächlich wieder selektieren? Könnt Ihr behaupten, dass jeder hier auf dem Board es tatsächlich korrekt durchführt?
Ich denke es ist das selbe wie mit dem Barfen. Eine große Menge Leute wird hier grundlegende Fehler machen.

Macht Ihr Euch z.B. mal Gedanken darüber welche Arten von Pflanzen das Meerschweinchen in der Natur frisst.

Habt Ihr das Thema "fette Wiesen" mal überdacht?

Oder das überaus wichtige Thema der Mykotoxine in den Gräsersorten?
Das ist ein enorm wichtiges Thema für die Pferdebesitzer geworden.
Pferde werden reihenweise krank und keiner weiß warum.
Wir können das Thema hier gerne einmal ansprechen, es ist von enormer Wichtigkeit.

Was ist mit der Überdüngung?

Und was ist mit dem Saatgut von Monsanto?

Wusstet Ihr, dass Pferde überhaupt nicht gut klar kommen mit unseren fetten Wiesen? Magere und dürre Wiesen vertragen sie viel besser.

Kommen ad-lib-Wiesen-Tiere tatsächlich mit ihren Parasiten klar? Haben Meeris nicht andere Parsiten als in ihrer Heimat? Haben sie eine Evulution hier durchmachen können, die es ihnen erlaubt tatsächlich selektieren zu können.
Kennt ein deutsches Meerschwein tatsächlich Solanin? Brauchen sie dadurch nicht Genetik und Erfahrungen über lange Zeit?

Wieso sind hier auf dem Board so unglaublich viele kranke Tiere? Müssten die nicht alle strotzen vor Gesundheit?

Meint Ihr wir können uns auch mal gesittet mit diesen Themen auseinader setzen, um tatsächlich ALLE Seiten dieser wunderabren Ernährungsform zu diskutieren? Oder gibt das jetzt hier gleich wieder einen bösen Schlagabtausch??

gespannte Grüße
Alex

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saloiv
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Re: Ist Wiesenfütterung wirklich optimal oder überwiegen Nac

Beitrag von saloiv » Fr 6. Mai 2011, 08:56

Hallo Alex,
danke für das Thema, ich habe es abgetrennt, weil es im Narkose-Thread wohl untergehen wird. Und das sollte es eigentlich nicht. Ich werde nachher oder morgen antworten, wenn ich den Zeitrahmen dafür habe, denn solche Themen möchte ich nicht mal eben nebenbei diskutieren! ;)
Meint Ihr wir können uns auch mal gesittet mit diesen Themen auseinader setzen, um tatsächlich ALLE Seiten dieser wunderabren Ernährungsform zu diskutieren? Oder gibt das jetzt hier gleich wieder einen bösen Schlagabtausch??
Ich hoffe doch!
Allerdings werden wir dann nicht drum herum kommen, auch andere Fütterungsformen mit ein zu beziehen bzw. zu diskutieren, denn wenn man nicht die Alternativen erörtert, kann man schlecht abwägen. In dem Zusammenhang wäre es mir auch mal wichtig die Vorteile von Pellets und Trockenfutter zu erörtern (der Volständigkeit halber, das wird hier eigentl. immer vernachlässigt. Die Vorteile dürften für die meisten Halter hier im Board nicht weltbewegend oder überzeugend sein, wenn man aber vom Normalo-Halter ausgeht sind diese recht wichtig...).

Du könntest schon mal die Forensuche zum Thema Weidelgräser/Mykotoxine befragen, das Thema hatten wir schon sehr oft.

Und eine Frage hätte ich noch die mir gerade unter den Fingern brennt. :D Welche Fütterung möchtest du als erste Alternative hervorheben/aufführen?
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Re: Ist Wiesenfütterung wirklich optimal oder überwiegen Nac

Beitrag von Entensusi » Fr 6. Mai 2011, 09:27

Ich muss sagen, ich finde das Thema interessant, fühle mich aber "abgehängt", weil ich wenig wissenschaftlich denke. Ich sammel zwar Fakten, Erfahrungen, Wissen an und kann das auch kombinieren, aber ich kann es nicht "wissenschaftlich", schriftlich darlegen. Darum bin ich aus der Diskussion eigentlich draußen, bevor ich drin bin.
Nur kurz: ich denke, jedem Pferdehalter mit Hirn ist klar, dass unsere Wiesen für die Pferde zu fett sind. Aber keiner will deswegen auf Weidegang oder gar Pferdehaltung verzichten.
Und so wird es mit den anderen Tieren auch sein... ich seh hier außerhalb des Grundstücks Kaninchen und Hasen, geh also davon aus, dass dir Flora, das "Klima", das wir hier haben nicht ganz verkehrt sein kann. Also lass ich meine Kaninchen suchen und biete ihnen von den Wiesen an, wo auch ihre "Wilden Brüder" selektieren.
Bei den Katzen baue ich genau so darauf, dass sie sich über die Mäuse/Wiese genug an natürlicher Nahrung holen, dass sie meine Dosen- und Trockenfutterattacken (reine Bequemlichkeit) gut überstehen. Hätte ich reine Wohnungskatzen, müsste ich das überdenken.

Zum Thema "hier sind alle krank" - den Eindruck habe ich zwar nicht, aber bei mir sind immer wieder Tiere krank. Insbesondere das Geflügel macht mit Sorgen. Aber Dein Eindruck liegt schätzungsweise auch an der schieren Menge Tier, die die Leute hier halten.... ich habe gerade 11 Tiere, davon kränkelt momentan ein Huhn. Wenn ich sag, das durchschnittliche Haustier wird einmal im Jahr krank, dann hab ich bei 11 Tieren die Wahrscheinlichkeit, dass ich jeden Monat Sorge habe.
Liebe Grüße, Entensusi und ihre Tiere

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Isa
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Re: Ist Wiesenfütterung wirklich optimal oder überwiegen Nac

Beitrag von Isa » Fr 6. Mai 2011, 09:48

Super interessantes Thema!! :top:
Na ich glaube doch schwer, dass wir hier ohne bösen Schlagabtausch diskutieren können.
Das Thema ist viel zu interessant und wichtig, als dass man hitzköpfig los schießt! ;)
Alex hat geschrieben: ad-libt Ihr Wiese tatsächlich so korrekt, dass Eure Tiere tatsächlich wieder selektieren? Könnt Ihr behaupten, dass
jeder hier auf dem Board es tatsächlich korrekt durchführt?
Ich denke es ist das selbe wie mit dem Barfen. Eine große Menge Leute wird hier grundlegende Fehler machen.

Macht Ihr Euch z.B. mal Gedanken darüber welche Arten von Pflanzen das Meerschweinchen in der Natur frisst.

Habt Ihr das Thema "fette Wiesen" mal überdacht?
Wie würde denn eine korrekte Wiesenfütterung aussehen?
Für mich und alle anderen hier (vor allem auch für unerfahrene Halter oder Neuhalter) müsste das noch näher erläutert werden.
Welche Wiesen ist besser, welche schlechter?
Woran erkennt man den Unterschied zwischen einer Fettwiese und einer Magerwiese? Wachsen da jeweils mehr oder weniger Wildkräuter darauf?

Alex hat geschrieben: Oder das überaus wichtige Thema der Mykotoxine in den Gräsersorten?
Das ist ein enorm wichtiges Thema für die Pferdebesitzer geworden.
Pferde werden reihenweise krank und keiner weiß warum.
Wir können das Thema hier gerne einmal ansprechen, es ist von enormer Wichtigkeit.

Was ist mit der Überdüngung?
Mykotoxine? Hat das jetzt etwas mit der Weidelgrasempfindlichkeit zu tun, oder lieg ich da falsch? :grübel:

Alex hat geschrieben: Und was ist mit dem Saatgut von Monsanto?
Davon hab ich leider noch nie etwas gehört!
Was ist das für ein Saatgut? Und was enthält es, was unseren Tieren schaden könnte?
Woran kann ich erkennen, dass eine Wiese aus Gräsern dieses Saatgutes besteht?
Alex hat geschrieben: Kommen ad-lib-Wiesen-Tiere tatsächlich mit ihren Parasiten klar? Haben Meeris nicht andere Parsiten als in ihrer
Heimat?
Ich glaube ja. Sie haben einfach mehr Möglichkeiten, sich selbst zu heilen.
Viele kleinere Wehwehchen bekommen wir bei unseren Tieren gar nicht mit. Ein "Pups" sitzt quer, das ad lib. Tier kann selbst zu Kräutern,
Fenchel o.ä. greifen. Ein rationiert ernährtes Tier hingegen ist auf die Gunst seines Halters angwiesen.

Allerdings glaube ich auch, es kommt auf den Grad des Parasitenbefalls an. Bei einem zu massiven Überschuss würde ich wohl dennoch immer eingreifen; müsste das aber akut im Einzelfall entscheiden.
Alex hat geschrieben: Haben sie eine Evulution hier durchmachen können, die es ihnen erlaubt tatsächlich selektieren zu können.
Kennt ein deutsches Meerschwein tatsächlich Solanin? Brauchen sie dadurch nicht Genetik und Erfahrungen über lange
Zeit?
Kann ein (deutsches) Meerschweinchen denn Solanin nicht kennenlernen durch den sogenannten Probebiss? --> Probieren und Wirkung abwarten.
Liegt nicht vieles im Lernvermögen der Tiere und nicht an der Evolution und/oder Genetik?

Alex hat geschrieben: Wieso sind hier auf dem Board so unglaublich viele kranke Tiere? Müssten die nicht alle strotzen vor Gesundheit?
SIND denn hier im Tierplaneten tatsächlich so VIELE Tiere krank?
Wenn ich jetzt mal mit anderen Kaninchen- und Meerschweinchenforen vergleiche, dann denke ich nicht, dass dort weniger Tiere
krank sind. Im Gegenteil!! Dort sind viel viel mehr Krankenthreads im Vergleich. Hier werden sie nur viel mehr auf wissenschaftlicher
Ebene durchdiskutiert, was dann vielleicht nach "mehr" aussieht.
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Löwenzahn
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Re: Ist Wiesenfütterung wirklich optimal oder überwiegen Nac

Beitrag von Löwenzahn » Fr 6. Mai 2011, 09:56

Alex hat geschrieben:Wusstet Ihr, dass Pferde überhaupt nicht gut klar kommen mit unseren fetten Wiesen? Magere und dürre Wiesen vertragen sie viel besser.
Mega interessantes Thema!

Pferde sind Steppentiere, dürr und mager ihre Nahrung in der Heimat.
Aber wo ist Heimat?
Zumindest bei einheimischen Rassen seit Generationen (!) hier, wo es fette Wiesen gibt (sofern es mal regnet).
Nun machen viele Pferdebesitzer einen grossen Fehler.
Sie denken, im Sommer könne das Hotte sich ja schliesslich von Gras ernähren, da kann man Heu gleich mal rationieren. Irrtum!
Pferde, die auch im Sommer Heu ad lib zur Verfügung haben, vertragen auch fettestes Gras ohne Probleme!
Die Ausgewogenheit macht's....

....und auch was die Muiger anbelangt, bin ich der Meinung: die Ausgewogenheit macht's. Auch in Bezug auf Wiese! Mal ein unverträgliches Kräutchen haut keinen Muiger aus den Socken, auch nicht, wenn mal bissi Dünger am Gras kleben sollte. Ein paar Halme Weidelgras verursachen in der Regel auch noch keine Bauchschmerzen, tonnenweise davon, eventuell schon. Das selbe mit dem Solanin, bissi davon ist der Gesundheit zuträglich, ebenso wie mal ein Blatt Rotbuche o.ä. zuviel davon und auschliesslich gefüttert, dann wirds gefährlich. Aber auch nur dann. Auch mal ein paar Pellets als Leckerlie verursachen noch keinen Klumpen im Magen, ein Blatt Wirsing wird gut vertragen, ausschliessliche Kohlfütterung könnte blähen. Alles schön ausgewogen eben.

Eine ausschliessliche Wiesenfütterung wäre mir persönlich zu riskant. Andere machen's. Auch gut. Solange es den Tieren gut geht! Ernährung braucht viel Fingerspitzengefühl, stetige Beobachtung und sofortige Reaktion im Falle von Auffälligkeiten.

Zur Wechselwirkung mit Narkosen kann ich (leider) nichts beitragen, da ich mich mit Phytotherapie (auch leider) noch kaum auskenne.

Den Eindruck, dass es hier im Forum besonders viele kranke Tiere gibt, habe ich ganz ehrlich nicht. Würde man mal alle gesunden Tiere auflisten, dann wäre diese Liste glücklicherweise sicher sehr, sehr lang! Aber wer schreibt schon "Guten Morgen Forum, wollte nur mal kurz berichten, dass alle meine Tiere fit sind"...
Liebe Grüsse, Arletta

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Re: Ist Wiesenfütterung wirklich optimal oder überwiegen Nac

Beitrag von Feli » Fr 6. Mai 2011, 09:56

Uff, wissenschaftlich kann zu dem Thema auch gar nichts beitragen, aber ich bin an kritischen Auseinandersetzungen mit Idealen grundsätzlich immer interessiert.

Meine Gedanken zu Wiese (allg., hatte da auch mal einen Thread zu) war, dass ich mir damit Krankheiten ins Haus holen könnte, denen meine Innenhaltungskaninchen so sonst nicht ausgesetzt wären. Gerade weil wir hier viele Wildkaninchen bzw. Wildtiere allgemein haben und ich mich viel zu wenig damit auskenne, wie Krankheiten wirklich übertragen werden. Diese Bedenken wurden in besagtem Thread aber weitesgehend zersträut.

Was nun die artenreiche Wiesenfütterung allgemein angeht: so artenreich ist das bei mir gar nicht, weil ich schlichtweg zu wenig Ahnung habe was da alles so rumwächst. Momentan beschränkt sich das bei mir noch auf Spitz- und Breitwegerich, Klee, Gras, Löwenzahn und Obstzweige. Dazu kommt, dass ich es bislang nicht geschafft habe täglich zu sammeln, also wird bei mir Wiese mit Obst und Gemüse der Saison weiterhin abgewechselt/gemischt.

Das war nun alles für diese Diskussion nicht sehr hilfreich, ich gebs zu :D

Was deinen Eindruck angeht es würde hier viele kranke Tiere geben - den teile ich so, aber ich sehe die Ursache nicht in der Ad lib Wiesenernährung. Mir würde im Kaninchenbereich spontan auch nur ein Tier einfallen, welches meiner Meinung nach (auch) wegen falscher Ernährung krank ist. Und das war mMn dann garantiert keine Wiese...
Vielmehr spielen da für mich andere Faktoren eine Rolle: zum einen ist es doch oft so, dass man erst kommuniziert wenn irgendetwas da ist, was Schwierigkeiten bereitet. Was soll ich auch die ganze Zeit über gesunde Kaninchen schreiben? Viel gibts da nicht zu sagen: hoppeln, fressen, hüpfen und sind halt gesund :D. Und so geht es den meisten anderen sicher auch (außer man hat dazu noch tolle Fotos zu zeigen, wie Vollblutkaninchen zum Beispiel :>). Wenn man aber ein krankes Tier hat gibts einen konkreten Anlass zu schreiben und dann ist so ein Forum natürlich die ideale Plattform. Das führt dazu, dass man den Eindruck gewinnt hier wären alle Tiere ständig krank. Würde jeder auch über seine gesunden Tiere schreiben, wäre der Eindruck schnell hinfällig denke ich.

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Re: Ist Wiesenfütterung wirklich optimal oder überwiegen Nac

Beitrag von schweinsnase77 » Fr 6. Mai 2011, 11:03

Erst mal danke für deine Einschätzung. Vor allem deine Erfahrung mit den wilden Herbiforen ist interessant. Was mich in meinem Entschluss bestärkt in Zukunft 48h vor ner OP nur noch die holländische Ad lib Version anzubieten.

Allerdings trügt dein Eindruck ein bischen, was die Anzahl der kranken Tiere angeht.
Zum einen weil viele Halter sich erst wegen der kranken Tiere hier anmelden, zum ander Halter "viele " Tiere haben. Davon ab ist der gefühlte Krankenstand in anderen Meerschweinchen- und Kaninchenforen ja nun auch icht gerade gering....Ich denke in dem Bereich liegt es auch weniger an der Fütterung an sich, sondern an ganz vielen Faktoren ob ein Tier krank wird oder nicht und wie dann die Prognose aussieht. Gerade im Meeribereich überwiegen Blasen- und Zahnerkrankungen. Erstere melden sich oft erst nach massiven Problemen hier an, Zahnprobleme entstehen denk ich mal eher unabhängig von der Fütterung.

Natürlich kann man ad lib nicht "korekt" anwenden. Dann müßte man entweder ne Reviergroße Wiese zum Tier oder das Tier zur Wiese bringen. :lieb: Aber es ist der Versuch die Ernährung möglichst optimal zu gestalten.

Was die Überdüngung, die Weidelgrasproblematik und die Saatgutauswahl angeht: Das Problem hab ich doch bei jedem Futtermittel, sei es der spanischen Paprika, dem Heu oder den Trockenkräutern.

Ob meine Tiere mit Parasiten klar kommen weiß ich nicht....bis auf Grabmilben und Haarlinge hab ich keine und die überlasse ich Stronghold 8-) . Ich bin nämlich durchaus der Meinung das Wiese keine Phytotherapie ersetzt, einfah weil im Gegensatz zu industriell hergestelten Pflanzenarzneien der Wirkstoffgehalt variabel ist.

Bei welchem Thema haben wir uns denn deiner Meinung nach nicht gesittet auseinandergesetzt? Ich finde d kritische Diskussionen in anderen Foren als weitaus schwieriger....bzw. unmöglich :hehe:

Ich seh dich hier übrigens eher weniger als Tierärztin, sondern eher als Halterin mt viel medizinischer und kräutertechnischer Erfahrung. Einfach weil du hier im Internet ein Großteil deiner Möglichkeiten als Arzt nicht nutzen kannst. :lieb:
Mit freundlichen Grunzern

Annette

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Re: Ist Wiesenfütterung wirklich optimal oder überwiegen Nac

Beitrag von Alex » Fr 6. Mai 2011, 14:09

Sodala.
Na da hab ich wieder was los getreten, gelle?

Erst einmal finde ich den Titel dieses Themas ein bissi unpassend......sorry. Das ist ein bissi reißerisch.
Aber so kommen bestimmt viele um hier zu lesen, auch gut ;)

Viele von Euch schreiben ganz wunderbare Dinge die ich unterstütze.
Auch ich bin dafür ad-lib-Wiese zu füttern.
Denke aber, dass man da einiges noch an Erfahrungen sammeln muss und genau beobachten muss. Vor allem besteht die Gefahr in einem solchen Forum, dass evtl. Menschen mit weniger Erfahrung und Wissen Dinge übernehmen, die vielleicht auch nach hinten los gehen.

Ich habe nicht behauptet, dass hier ungewöhnlich viele Tiere krank sind. Aber ich beobachte. Und ich sitze an der Quelle ;) Es treten eben auch bei der ad-lib-Wiese Krankheiten auf, von denen ich dachte dass man sie besser im Griff haben würde durch eine solche Ernährung.
Auch habe ich immer wieder "perkekt" gefütterte Tiere in der Praxis, die dennoch plötzlich Verdauungsprobleme bekommen.

Wir hatten bei unserer Phytotherapietagung einmal Frau Dr. Renate Ute Vanselow eingeladen. Sie erzählte uns eben von diesen Mykotoxinen.
Sehr spannend und ich frage mich, ob nicht viele so überraschende Probleme damit zu tun haben?

https://www.amazon.de/Giftige-Gr%C3%A4ser-Pferdeweiden-Dienstleister-Tiergesundheit/dp/3894321121/ref=ntt_at_ep_dpi_2" onclick="window.open(this.href);return false;

Übringens meine ich, dass wir nicht über andere Futtermethoden diskutieren müssen. Das Pelletfütterung absolut indiskutabel ist, ist uns wohl allen klar. Wir sollten uns nicht daran aufhängen, sondern versuchen unsere Fütterungsmethode vernünftig zu betrachten.
Dazu braucht es auch keine Wissenschaft, sondern Eure / unsere Erfahrungen. Darum freue ich mich über jeden Beitrag von Euch!!

Auch habe ich keine Patentrezepte und verlange hier auch keine Perfektion. Nur eben eine Beleuchtung des Themas von allen Seiten.

"Allerdings werden wir dann nicht drum herum kommen, auch andere Fütterungsformen mit ein zu beziehen bzw. zu diskutieren, denn wenn man nicht die Alternativen erörtert, kann man schlecht abwägen. In dem Zusammenhang wäre es mir auch mal wichtig die Vorteile von Pellets und Trockenfutter zu erörtern "

- wie gesagt, ich denke, da sind wir uns alle einig und es ist völlig klar, dass die gängige Pelletfütterung obsolet ist.

"Und eine Frage hätte ich noch die mir gerade unter den Fingern brennt. Welche Fütterung möchtest du als erste Alternative hervorheben/aufführen?"

- keine andere!
Vielleicht das Meerschweinchen etwas restriktiver füttern....

Und ansonsten hat "Löwenzahn" es getroffen:

...."bin ich der Meinung: die Ausgewogenheit macht's. Auch in Bezug auf Wiese! Mal ein unverträgliches Kräutchen haut keinen Muiger aus den Socken, auch nicht, wenn mal bissi Dünger am Gras kleben sollte. Ein paar Halme Weidelgras verursachen in der Regel auch noch keine Bauchschmerzen, tonnenweise davon, eventuell schon. Das selbe mit dem Solanin, bissi davon ist der Gesundheit zuträglich, ebenso wie mal ein Blatt Rotbuche o.ä. zuviel davon und auschliesslich gefüttert, dann wirds gefährlich. Aber auch nur dann. Auch mal ein paar Pellets als Leckerlie verursachen noch keinen Klumpen im Magen, ein Blatt Wirsing wird gut vertragen, ausschliessliche Kohlfütterung könnte blähen. Alles schön ausgewogen eben."

- Vielleicht noch als Voraussetzung gute Kenntnisse der einheimischen Flora.
- Vielleicht mal die Flora der Meeris im Ursprungsland betrachten.
- Nicht zu viel auf Futterwiesen sammeln.
- Mehr Vorsicht bei pauschalen Behauptungen gegenüber Laien.....z.b. Rainfarn, Raps usw....
- Ausgewogenheit und Vielseitigkeit.

- Keine Ahnung - aber das werden wir alles mit der Zeit raus finden ;)

"Woran erkennt man den Unterschied zwischen einer Fettwiese und einer Magerwiese? Wachsen da jeweils mehr oder weniger Wildkräuter darauf?"

- alle unsere Futterwiesen, d.h. die aus denen Heu gemacht werden sind heute extrem fett. Ein Laie empfindet eine solche Wiese als schön. Sattes Grün, viele Blüten, hoch gewachsen.....
Aber wenn man in die Botanik geht, merkt man schnell wie wenig solche Wiesen wirklich enthalten. Sie sind nicht wirklich ausgewogen.
Die Wiesen, die der Mensch nicht zu sehr bearbeitet - eine schöne Bergwiese zum Beispiel, eine Magerwiese - sind viel Artenreicher.
Die Futterwiesen werden heute alle gedüngt und vor allem mit Saatgut bearbeitet. Dabei werden vor allem Saaten von Gräsern genommen, die resistent und sehr ertragreich sind. Und da sind wir wieder beim Thema Mykotoxine. Um so ertragreich zu sein, enthalten diese Gräser Gene die dazu führen, dass sie z.B. Alkaloide bilden.

"Kann ein (deutsches) Meerschweinchen denn Solanin nicht kennenlernen durch den sogenannten Probebiss? --> "

- ui da kommen wir noch viel weiter ins Thema, Isa ;)
Wenn Du vom Probebiss ausgehst, glaubst Du dann auch, dass der Mensch sein Wissen über die Heilkraft der Pflanzen über Jahrmillionen über Try and Error - Versuche heraus bekommen hat?
Dann wären wir alle längst tot.
Man weiß ja auch von anderen Tieren, die lange in Gefangenschaft sind, dass ihnen der "Instinkt" bei der Nahrungsaufnahme irgendnwann abhanden kommen kann.
Ich denke das ist nicht sooooo einfach und man muss da genau differenzieren .......

"Liegt nicht vieles im Lernvermögen der Tiere und nicht an der Evolution und/oder Genetik?"

- auch. Aber nicht immer. Und die Frage ist ob wir tatsächlich ein solches Umfeld schaffen können, dass die Tiere lernen können.


@Schnuffi - Dein Beitrag ist grandios!!!
"Dazu kommt, dass ich es bislang nicht geschafft habe täglich zu sammeln, also wird bei mir Wiese mit Obst und Gemüse der Saison weiterhin abgewechselt/gemischt.
Das war nun alles für diese Diskussion nicht sehr hilfreich, ich gebs zu"

- abwechseln und mischen und vor allem vielleicht auch mal, durch Mangel an Zeit zum Sammeln ;) etwas restriktiver füttern.

"Was die Überdüngung, die Weidelgrasproblematik und die Saatgutauswahl angeht: Das Problem hab ich doch bei jedem Futtermittel, sei es der spanischen Paprika, dem Heu oder den Trockenkräutern."

- stimmt absolut!! Perfekt geht nicht! Will ich auch gar nicht verlangen oder behaupten ;)
Ich ernähre mich selber auch alles andere als perfekt.

Übrigends esse ich auch viel Wiese, mit Hundepippi, Dünger und Alkaloiden ;)

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Re: Ist Wiesenfütterung wirklich optimal oder überwiegen Nac

Beitrag von Isa » Fr 6. Mai 2011, 14:53

Alex hat geschrieben: - ui da kommen wir noch viel weiter ins Thema, Isa ;)
Wenn Du vom Probebiss ausgehst, glaubst Du dann auch, dass der Mensch sein Wissen über die Heilkraft der Pflanzen über Jahrmillionen über Try and Error - Versuche heraus bekommen hat?
Dann wären wir alle längst tot.
Man weiß ja auch von anderen Tieren, die lange in Gefangenschaft sind, dass ihnen der "Instinkt" bei der Nahrungsaufnahme irgendnwann abhanden kommen kann.
Ich denke das ist nicht sooooo einfach und man muss da genau differenzieren .......

"Liegt nicht vieles im Lernvermögen der Tiere und nicht an der Evolution und/oder Genetik?"

- auch. Aber nicht immer. Und die Frage ist ob wir tatsächlich ein solches Umfeld schaffen können, dass die Tiere lernen können.
Klingt alles hoch interessant und "teilweise" auch logsich!
Wobei sich hier leider so manches mit Cindy Engel (Wild Health) widerspricht, finde ich.

Wie soll z.B. der Mensch denn sonst sein Wissen über die Heilkräuter bekommen haben, wenn nicht über die Try and Error Methode?
Entweder er versucht selbst oder er lernt von den Tieren!
Was ist dann mit dem berühmten Testverfahren von Samuel Hahnemann z.B.? Er hat alles im Selbsttest (oder mit einem Kreis aus Testpersonen) am eigenen Leib ausprobiert und sein Arzneimittelbild anhand der Wirkung auf den Körper geschrieben.

Und mit WELCHEN Tieren vergleichen wir nun unsere deutschen Hausmeerschweinchen?
Mit den Tschudiis oder den wild lebenden?
Ich denke von ersteren stammen unsere Hausmeerschweinchen ab. Und mit denen muss man vergleichen, oder?
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Re: Ist Wiesenfütterung wirklich optimal oder überwiegen Nac

Beitrag von Ziesel » Fr 6. Mai 2011, 15:10

Habe schon manchmal Zweifel angemeldet ob back to nature echt für über Generationen vermenschelte Tiere immer gut/sinnvoll ist. Ich weiss nicht, ob bei all den domestizierten Haustierarten überhaupt das Selektionsvermögen noch intakt/vorhanden ist bzw ob sie es wieder lernen könnten und wenn ja in weit? Habe zB keine Ahnung was mein Wohnungshaltungsrassemietz futtern würde wenn ich´n paar Natur-Mäuse fange, hier rennen lasse und trotzdem ein gutes Nassfutter anbiete. Ich vermute, sie würde die Mäuse jagen/bespielen aber das Nassfutter vorziehen. Kann sie dann nicht mehr "richtig" selektieren oder besteht Hoffnung, dass sie es noch lernt?
Ehrlich gesagt wäre mir das zu viel Natur. Was weiss denn ich, was ich mir mit den Naturmäusen einschleppe und ob Mietz kranke, parasitenbefallene Maus usw noch selektieren kann. Greife ich auf massengezüchtete Futtermäuse als Ersatz zurück, hätte dann wieder Bedenken, dass die vielleicht nicht so nährwertig sein könnten aber anderseits hab ich beim Dosenfutter auch meist massenhaltungsfleischiges, dem allerdings notwendiges wie zB Taurin schon zugeben wurde und denke die Gefahr vom Würmern uÄ ist geringer.
Wäre es nicht "klüger selektiert", wenn Mietz das Dosenfutter tatsächlich vorziehen würde?

Wie ist das nun mit Wiese? Ich sehs ähnlich wie Löwenzahn, füttere teils Wiese, teils gekauft, teils selbstangebaut und denke die Mischung machts (auch wenn ich nicht ad lib biete) aber stimmt das immer? Kann ein 5 Jahre altes Meeri das aus Generationen Trofuwohnungshaltung kommt jetzt (nach von mir aus langsamer Umstellung/Anfütterung) ad lib Wiese selektieren? Enthalten meine drei Wiesen im Umfeld und die 12 Gräser/Kräuter die ich da kenne/mitnehme genau das was Meeri gerade braucht/will?

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Re: Ist Wiesenfütterung wirklich optimal oder überwiegen Nac

Beitrag von schweinsnase77 » Fr 6. Mai 2011, 15:15

Tschudis sind auch Wildmeerschweine :pfeif:

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob man wildlebende Tiere mit domestizierten so vergleichen sollte. Wenn überhaupt haut das am ehesten bei Kaninchen hin, da die weltweit verbreitet sind. Ich finde es aber schwierig unsere Gegebenheiten mit Südamerika zu vergleichen....zumal es ja immer noch nicht 100%ig klar ist wo die Meerschweine genau leben und was sie im einzelnen fressen.

Bei "Wild Health" bin ich vorsichtig: Da wird mir zuviel von der einen Tierart auf die andere geschlossen. :lieb:

@Ziesel:Dazu müßte man aber auch erstmal wissen, was Meerschwein eigentlich braucht :mrgreen: Ich denke ähnlich wie beim Menschen wird da teilweise zuviel Hype drum gemacht....alleine wenn man sich die 10%-Regel anschaut......erst Tier wiegen und dann das Futter....da sind teilweise Tierärtze bei der Medivergabe ja "kulanter"
Mit freundlichen Grunzern

Annette

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Re: Ist Wiesenfütterung wirklich optimal oder überwiegen Nac

Beitrag von Alex » Fr 6. Mai 2011, 15:17

Über die Theorie mit dem Try and Error sind sich heute Anthropologen, Ethologen, Ethnologen und Ethnobotaniker fast einig.
So kann es nicht gewesen sein. Hätte Mensch alles probiert dann wäre er längst ausgestorben.
Vieles von dem Wissen muss vorhanden gewesen sein. Instinkt, Morphogenetisches Feld, ein Gefühl für die Natur, Urvertrauen .....ich weiß es nicht und es könnte jetzt auch esoterisch klingen.
Ich bin eine Freundin von Wolf Dieter Storl und bin sehr viel in der Ethnobotanischen Szene unterwegs.
Try and Error waren mit Sicherheit nur ein winzig kleiner Teil .......
Und das gilt für Tiere auch. So denke ich das zumindest.
Haustiere die lange domestiziert sind haben sicher nicht alle Instinkte verloren und die meisten Vergiftungsfälle gehen auf die Haltung zurück. Aber es gibt dennoch viele Fälle in denen Haustiere eben Dinge zu sich nehmen, die ihnen nicht sehr gut bekommen.
Wobei ich generell davon ausgehe, dass sie das lernen können. Ebenso wie der Mensch. Und der ist ja wohl das beste Beispiel für eine Spezies die ihre Instinkte, vielleicht nicht verloren hat, aber konsequent ignoriert.

Eigentlich Wurscht welche Meeri-Ahnen wir nun nehmen. Anbieten können wir ihnen hier sowieso nicht das selbe.
Wir leben ja auch nicht mehr wie die Affen und Hunde sind keine Wölfe ;)

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Re: Ist Wiesenfütterung wirklich optimal oder überwiegen Nac

Beitrag von Isa » Fr 6. Mai 2011, 15:33

Ziesel hat geschrieben: Wie ist das nun mit Wiese? Ich sehs ähnlich wie Löwenzahn, füttere teils Wiese, teils gekauft, teils selbstangebaut und denke die Mischung machts (auch wenn ich nicht ad lib biete) aber stimmt das immer? Kann ein 5 Jahre altes Meeri das aus Generationen Trofuwohnungshaltung kommt jetzt (nach von mir aus langsamer Umstellung/Anfütterung) ad lib Wiese selektieren? Enthalten meine drei Wiesen im Umfeld und die 12 Gräser/Kräuter die ich da kenne/mitnehme genau das was Meeri gerade braucht/will?
Meine Umstellung von rationierter Fütterung auf ad libitum zog sich auf mehrere Wochen, damit sich die Schweinchen daran gewöhnen können. Eine abrupte Umstellung von rationiert und mögl.weise TroFu auf ad lib. / naturnah kann m.E. gewaltig ins Auge gehen.
Deshalb Schritt für Schritt.

Auch wird es hier Sommer wie Winter immer gekauftes Gemüse und Obst zusätzlich zur Wiese geben.
Einfach um ein größeres Selektionsfeld anzubieten. Schon alleine für meine Mimm mit ihrer Diabetes.

Und ja, sie lernen es, mit ad libitum umzugehen.
Ich seh das teilweise anhand meiner Beobachtungen.
Sitzt ein Pups quer, wird vermehrt z.B. Petersilie oder Fenchel gefressen.
Hat ein Schwein Blasenprobleme -wie derzeit meine Pü- wird mehr Wasserhaltiges gefressen.
etc.

Alex hat geschrieben:Über die Theorie mit dem Try and Error sind sich heute Anthropologen, Ethologen, Ethnologen und
Ethnobotaniker fast einig.
So kann es nicht gewesen sein. Hätte Mensch alles probiert dann wäre er längst ausgestorben.
Vieles von dem Wissen muss vorhanden gewesen sein. Instinkt, Morphogenetisches Feld, ein Gefühl für die Natur,
Urvertrauen .....ich weiß es nicht und es könnte jetzt auch esoterisch klingen.
Ich bin eine Freundin von Wolf Dieter Storl und bin sehr viel in der Ethnobotanischen Szene unterwegs.
Try and Error waren mit Sicherheit nur ein winzig kleiner Teil .......
Und das gilt für Tiere auch. So denke ich das zumindest.

Das hieße aber, dass Samuel Hahnemanns Arzneimittelbild-Aufstellung eine erfundene Geschichte wäre?
Nein, das glaube ich nicht. Sie findet ja heute immer noch statt bei neu hinzukommenden homöo. Mitteln!!
(Natürlich unter anderen Bedingungen und unter besserer Beobachtung.)

Wer sagt denn dass jeder Mensch alles getestet hat?
Dann wären wir sicherlich schon längst ausgerottet.
Aber wir sind es nicht. ;)
Beispielsweise Ratten, sie haben auch ihre Vortester. Eine Ratte probiert etwas, die anderen warten ab was mit ihr passiert. Isses ungefährlich, fressen sie auch davon. Stirbt die "Test"ratte, nehmen sie Abstand davon.
Sicherlich ist ein Großteil unserer Instinkte verloren gegangen mit der Modernisierung / Industrialisierung.
Aber wir lernen. Genauso wie Tiere lernen. Tag für Tag.
Warum hat meine Mimm seit ihrer Baytrilunverträglichkeit sonst seither so eine Abneigungen gegen Spritzen gehabt, die ich ihr oral anbot? Lange hab ich gebraucht, ihr diese "PHobie" zu nehmen, damit ich ihr unproblematisch das Mittel gg. ihre Diabetes verabreichen kann. Sie "lernte" dann, dass das Mittel kein Bauchweh macht und nimmt es seither gerne.
Nix Instinktk, sondern GELERNT! ;)

Alex hat geschrieben: Eigentlich Wurscht welche Meeri-Ahnen wir nun nehmen. Anbieten können wir ihnen hier sowieso nicht das selbe.
Wir leben ja auch nicht mehr wie die Affen und Hunde sind keine Wölfe ;)
Nicht ganz, würde ich behaupten. ;)
Stammen unsere Meerschweinchen direkt von den wilden Verwandten ab, würde naturnah heißen, dass wir sie karg ernähren müssten.
Stammen sie von den Tschudiis ab, sind sie an Küchenabfälle, Getreideabfälle (Halme ohne Frucht) gewöhnt.
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Re: Ist Wiesenfütterung wirklich optimal oder überwiegen Nac

Beitrag von schweinsnase77 » Fr 6. Mai 2011, 17:13

Ich denke das gerade Kaninchen z.B. gar nicht sooo arg selektieren müssen, einfach weil die Tiere ja schon von Haus aus ne extrem hohe Gifttoleranz im Vergleich zu Pferden oder Menschen haben.

Da ist die Frage der Wechselwirkungen meiner Meinung nach wichtiger. Nicht nur bei Narkosen, sondern generell bei Medis. :grübel:
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Re: Ist Wiesenfütterung wirklich optimal oder überwiegen Nac

Beitrag von Isa » Fr 6. Mai 2011, 17:44

Oh, schweini überlesen. Sorry. :lieb:
schweinsnase77 hat geschrieben:Tschudis sind auch Wildmeerschweine :pfeif:
Wildmeerschweinchen = Cavia aperea
Tschudimeerschweinchen = Cavia tschudii

Klar gehören beide der gleichen Art, Gattung, Familie an.
Wie so viele weitere auch noch.

Hausmeerschweinchen haben einen größeren Magen, einen längeren
Dünndarm und einen größeren Blind- und Dickdarm als die Cavia aperea.

Cavia aperea fressen hauptsächlich karg, Cavia tschudii Nachfahren leben bei den Südamerikanern in der Küche und bekommen dort das, was beim Kochen abfällt, "übrig bleibt".

Von dem her wäre es rein physiologisch viel logischer, das Hausmeerschweinchen stammt direkt vom Cavia tschudii und nicht vom aperea ab.

schweinsnase77 hat geschrieben: Bei "Wild Health" bin ich vorsichtig: Da wird mir zuviel von der einen Tierart auf die andere geschlossen. :lieb:
Das ist wahr! Aber es gibt doch einen guten Anhaltspunkt zu was Tiere fähig sind. Und es gibt auch einige Vergleiche zwischen verschiedenen Tierarten, die ähnlich selektieren bei ähnlichen Krankheiten.


Darauf möcht ich unbedingt noch näher eingehen:
Alex hat geschrieben:....das Meerschweinchen etwas restriktiver füttern....
Also eine eingeschränkte Fütterung. :grübel:
In Menge oder Vielfalt oder sowohl als auch?
Eingeschränkte Menge, große Vielfalt: Hier wären wir wieder back to rationierter Fütterung. Dass das nicht so der Reißer ist, da sind wir uns hier soweit einig.
Eingeschränkte Vielfalt, große Menge: Gerade HIER können m.E. Probleme auftreten. Einfach weil nicht genug Ausweichmöglichkeiten auf andere Futtermittel (Sorten) möglich sind.
"Die Menge macht das Gift." Frisst ein Tier nun tagein-tagaus Löwenzahn, so wird auch dieser irgendwann giftig.
schweinsnase77 hat geschrieben: Da ist die Frage der Wechselwirkungen meiner Meinung nach wichtiger. Nicht nur bei Narkosen, sondern generell bei Medis. :grübel:
Da würde ich auch gerne viel mehr darüber erfahren!
Zuletzt geändert von Isa am So 1. Jan 2012, 11:02, insgesamt 4-mal geändert.
Grund: Ein Wort vergessen, was eine wichtige Bedeutung hat. ;-)
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Re: Ist Wiesenfütterung wirklich optimal oder überwiegen Nac

Beitrag von schweinsnase77 » Fr 6. Mai 2011, 18:06

Wo hast du das her, dass Tschudis in der Küche leben?

"Tschudi-Meerschweinchen kommen typischerweise in Höhen zwischen 2000 und 4200 m vor (Tonni 1984) und bevorzugen feuchte, steinige Lebensräume. Sie sind in Peru, Nordchile und Nordwest-Argentinien verbreitet (Spotorno et al. 2004; Redford & Eisenberg 1992) und bewohnen die Graslandschaften der Feuchtpuna (Ramirez et al. 2007). In Peru leben sie in dichtem Gras und legen deutliche Trampelpfade an, während sie in Argentinien in Baue mit mehreren Eingängen leben (Redford & Eisenberg 1992). King (1956) erwähnt Beobachtungen von Tschudi-Meerschweinchen neben bewässerten Feldern und in der Nähe von Luzerne-Feldern. Als Tragzeit gibt er 60-70 Tage an und eine Wurfgrösse von 1-4 Jungtiere (Schnitt 1,89), wobei er sich auf die Zahlen von Castle und Wright aus dem Jahre 1916 stützt. "

Quelle: Degupedia

Aber Hausmeerschweinchen stammen tatsächlich von den Tschudis ab....sind aber auch in Inkaküchen keine mehr...

Und ganz informativ.....übrigens der Vorsitzende des MFD :D

https://www.google.de/imgres?imgurl=https://www.meerschweinchenfreunde.at/Berg%2520MS.jpg&imgrefurl=https://www.meerschweinchenfreunde.at/w.htm&h=188&w=200&sz=28&tbnid=TtX1mE0cE4_k3M:&tbnh=98&tbnw=104&prev=/search%3Fq%3Dtschudi-meerschweinchen%26tbm%3Disch%26tbo%3Du&zoom=1&q=tschudi-meerschweinchen&usg=__H7HVSwmHqpWjwRB7tt4QmwL2D30=&sa=X&ei=6hvETfutHoqAOorijcQE&ved=0CC8Q9QEwBA" onclick="window.open(this.href);return false;
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Re: Ist Wiesenfütterung wirklich optimal oder überwiegen Nac

Beitrag von Isa » Fr 6. Mai 2011, 18:15

Oh nein, ein Fehler von mir. Das Wort NACHFAHREN der Tschudis fehlt.
Und von diesen Nachfahren stammen höchst wahrscheinlich unsere Hausmeerschweinchen ab.
[url]http://de.wikipedia.org/wiki/Gemeines_Meerschweinchen[/url]
Isa hat geschrieben: Cavia aperea fressen hauptsächlich karg, Cavia tschudii NACHFAHREN leben bei den Südamerikanern in der Küche und bekommen dort das, was beim Kochen abfällt, "übrig bleibt".
Murx hatte das ja schon n paarmal lang und breit erklärt.

Nicht wundern, ich editiere es oben, damit stille Mitleser keinen Schrott lernen. Aber ich vermerke es dazu.
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Re: Ist Wiesenfütterung wirklich optimal oder überwiegen Nac

Beitrag von Murx Pickwick » Fr 6. Mai 2011, 18:40

Warum müßten wir Wildmeerschweinchenabkömmlinge karg ernähren?
Karg heißt nix anderes, wie knapp bemessen!
Aber - was genau im Wildmeerschweinchenhabitat ist da eigentlich knapp bemessen?
Futter ist es jedenfalls nicht, denn Wildmeerschweinchen brauchen zum Überleben was zum Verstecken und wo sie ihre Trampelpfade reinlegen können, um zu ihren Futterstellen kommen zu können - und das sind Büsche.
Wo Büsche vorkommen, wachsen auch Gräser und Kräuter - und wie die da wachsen, die gesamte argentinische Pampas beispielsweise, wo Wildmeerschweinchen vorkommen, ist randvoll mit Gräsern und Kräutern!
Was da an ihrem Lebensraum karg ist, ist einzig das Wasser ... gibt Wildmeerschweinchenbiotope, wo es gar kein trinkbares Wasser gibt!
Was aber machen wir?
Gräser werden karg gefüttert, Heu von fetter Weide wird als Ersatz so viel sie wollen angeboten (das Heu mit den hübschen Weidelgräsern drin übrigens, mit dem vielen Fruktan und den netten, aber selbst für Pferde in geringen Mengen tödlichen Lolitrem B und Ergovalin!) und Wasser haben sie rund um die Uhr ...
Ist da eine reine Wiesenfütterung (solange es sich nicht um eine reine Rasenfütterung handelt) deutlich geeigneter fürs Schwein wie die karge (also rationierte!) Wiesenfütterung mit Obst und Gemüse?
Und wo genau liegt der Unterschied, ob ich nun die Hochleistungswiese direkt verfüttere oder ob ich sie getrocknet, gefärbt und mit diversen Aroma- und Geschmacksstoffen angereichert im Laden kaufe?
Wäre es nicht sogar gesünder, wenn ich denn schon lieber das Wasser wie in freier Wildbahn an Wildmeerschweinchen nur karg verfüttern will, die Hochleistungswiese selbst zu rupfen und zu trocknen, wie sich darauf zu verlassen, daß das Hochleistungswiesenheu im Laden noch bekömmlich für meine Meerschweinchen ist?

Karg lebt kein wildlebendes Meerschweinchen, Pflanzenfresser haben, wenn sie nicht gerade Wüstenbewohner sind, in der Regel ganzjährig ein ad lib Angebot an Pflanzen zur Verfügung und können sich durch den Pflanzenwuchs fressen wie die Made durch den Speck. In dem Augenblick, wo die Pflanzenfresser ihr Biotop leergefressen haben, kommt das große Sterben - sei es durch Krankheit, weil die Viechers aufgrund der drangvollen Enge, noch bevor sie hungern, krepieren, sei es, weil sie eben tatsächlich verhungern ... man kann das regelmäßig bei Wühlmäusen und einigen Lemmingarten beobachten - deshalb wandern nämlich auch arktische Lemmingarten ...

Wo tatsächlich regelmäßig Jahreszeiten für Pflanzenfresser mit kargem Futterangebot auftritt, wie hier in Deutschland beispielsweise mit dem Winter und den Rehen, da passen sich die Tiere an das karge Nahrungsangebot genetisch an - Rehe fressen im Winter fast nur noch Nadelgehölz, Zweige, Knospen und so weiter und so fort und bevorzugen selbst nach generationenlanger Gefangenschaft mit purer Pelletfütterung im Winter Zweige. Wiesenheu wird größtteils verschmäht ... (übrigens, gleiches Phänomeen bei Kaninchen, die futtern auch lieber Zweige und Laubheu, wie Wiesenheu, Rehe und Kaninchen gehören zu den sog. Browsern, den Blätterfressern.)

Gehen wir zurück zu den Meerschweinchen ...
Egal, ob Tschudi, oder Wildmeerschweinchen, sie haben ganzjährig ein ad lib Grasangebot, ein ad lib Kräuterangebot und ein ad lib Blätterangebot ... was beide Arten nicht vorfinden, oder zumindest nur zu bestimmten Jahreszeiten, sind Früchte - also das, was wir mit Obst ersetzen!
Was sie nicht futtern, trotzdem es in ihrem Habitat durchaus vorkommt, sind Speicherwurzeln.
Wo sich beide Arten unterscheiden, ist einzig der Wassergehalt ihrer Nahrung ... die Tschudis haben hier ein ad lib Wasserangebot, die Wildmeerschweinchen ein karges Wasserangebot. Vor allem, wenn es sehr lange nicht geregnet hat, haben sie das Problem, sich von furzttrockenen Blättern und Gräsern ernähren zu müssen und sich das Wasser mühsam in Form von Knospen und Kräutern zwischen und in den Büschen vorpuhlen zu müssen ...

Die Meerschweinchen sind allerdings auch ein sehr, sehr gutes Beispiel, was mit einer Tierart passiert, wenn sie vom Menschen über Tausende von Generationen gehalten werden ... sie werden, was Futter angeht, deutlich anpassungsfähiger! Und - ihr Verdauungstrakt ändert sich!
Dünndarmlänge, Dickdarmlänge und Blinddarmlänge haben bei den Hausmeerschweinchen ein ganz anderes Verhältnis zueinander, wie bei den beiden Wildformen. Die Gesamtdarmlänge im Verhältnis zur Gesamtlänge des Meerschweinchens paßt nicht mehr zum Verhältnis, was man bei den Wildformen messen kann. Zwar ist es möglich, Meerschweinchen immer noch wie ihre wilden Verwandten zu ernähren - aber im Grunde genommen sind sie an eine vollkommen falsche Ernährung, die vom Menschen vorgegeben wurde, angepaßt: Eiweißreiche und teils giftige Kräuter (Kartoffelkraut und Tomatenkraut z. B.), keine artenreichen Steppengräser mehr, sondern artenarme, mit Viehdung gut gedüngte Gräser vor der Haustür geschnitten, reine, hochgezüchtete Kulturgräser (Maispflanzen beispielsweise) ... und dennoch fehlte was Entscheidendes an ihrer Ernährung!
Die Sämereien, die ihre wildlebenden Verwandten noch regelmäßig an den Gräsern und Kräutern fanden! DAS fraßen nämlich lieber die Menschen, die Schweine bekamen davon nix! Ebenso aßen die Menschen die giftfreien Kräuter (auch Gemüse genannt), die Schweine bekamen das, was der Mensch davon nicht mochte: die holzigen Stengel oder die giftigen Teile!

Eine solche Ernährung überstand nicht jedes Meerschweinchen, aber wer es überstand, der hatte die genetische Ausstattung, mit typischen Giften in der neuen Nahrung und der absolut nicht mehr artgemäßen Kost klarzukommen. Unsere Hausmeerschweinchen können besser mit Solanin umgehen, wie ihre wilden Verwandten! Aber kommen eben auch mit Gras zurecht - und nicht nur mit Steppengräsern, sondern auch mit hochgezüchteten, eiweißreichen und zuckerreichen Hochleistungsgräsern! Erst die nun in den letzten 50 Jahren herauszgezüchteten Weidelgrashochleistungssorten machen selbst unseren Meerschweinchen zunehmend Probleme, das Gras ist einfach tödlich ... übrigens auch für unsere Rinder! Da gibts genauso immer mehr Probleme ...

Was übrigens das Try and Error angeht ... zeig mir eine Pflanze, die einen Menschen schon nach dem Probebiß ins Grab bringt ...
Ich selbst bin das beste Beispiel für jemanden, der sich langsam und sicher über Try and Error in der Natur gesundfuttert ... das geht deutlich besser, wie alles, was vorher mir an gut untersuchten und verifizierten Medikamenten verschrieben wurde! Ich hatte nur über ein Jahr lang eine spezielle Diät gebraucht, um das, was unsere nicht artgerechte, getreidelastige Ernährung an meinem Darmtrakt zerstört hat, halbwegs wieder abheilen lassen zu können - und hier ist der eigentliche Nachteil der naturnahen Ernährung, die meisten Tiere, die nun angefangen werden, so ernährt zu werden, sind krankgefüttert - teilweise sind sie totkrankgefüttert. Über 90% der Zahnprobleme, einschließlich Zahnfehlstellungen, sind angefüttert, teilweise über Generationen. Die Anfälligkeit für Koliken und bestimmte Parasiten sind angefüttert. Skeletterkrankungen sind zu großen Teilen angefüttert, Stoffwechselerkrankungen, Leberschäden, Nierenschäden - alles angefüttert ... man kann von 98% angefütterten Krankheiten ausgehen!
Nun wird ein krankes Tier nie und nimmer alles vertragen und verkraften können, was ein gesundes Tier verträgt! Ebenso wie ich eine spezielle Diät gebraucht hatte, brauchts also erstmal auch bei unseren Haustieren eine heilende Diät, bevor es endgültig auf die wilde Wiese losgelassen wird ... und hier setzt dann das Fingerspitzengefühl ein.
Meine Kaninchen kann ich im Grunde genommen abgeben, wem ich will, die sind gesund, die werden so schnell nicht krank, auch nicht bei absolut falscher Fütterung ... aber das Zwerghaserl aus der großen Stadt, 10 Jahre lang mit Kuntibunti ad lib und karger Gemüsekost ernährt, oder das gerettete Schlachthaserl, erst gemäßtet mit Pellets ad lib, dann durchgehungert mit Heu ad lib und karger Gemüsekost a la höchstens 100g - die werden nicht so robust auf eine falsche Ernährung reagieren, im Gegenteil, nur ein falscher Grashalm zwischen der Wiese, und die Tiere haben nen Flotten vom Feinsten oder sind mit prallhartem, luftgefüllten Bauch zum Zerreißen beim TA ... und das teils mit für Kaninchen absolut normalen Futterpflanzen ... hier brauchts einfach erstmal ne Diät, um die Tiere überhaupt auf ein normales Wiesen-, Kräuter- und Blätterangebot vorzubereiten!
Das ist oft Kunst für sich ... wer hier mal die Blasensteinthreads durchliest, ich kann mich hier an mind. zwei Fälle erinnern, wo vorsichtig nach bestem Wissen und Gewissen umgestellt wurde in der Hoffnung, daß da nicht zuviel und nicht zuwenig an Calcium ausgeschwemmt wird. Ich selbst mache seit einigen Jahren Tierernährung - es gibt viele solcher Fälle, wo es wirklich nur noch eine Gradwanderung ist, bis man das Tier wieder an eine artgemäße Kost gewöhnt hat. Oftmals sieht es sogar so aus, daß radikal das gewohnte Futter weggelassen werden muß, damit das Tier überhaupt überlebt - aber der Schritt zu einer gesünderen Ernährung so gut wie unmöglich ist, weil so ziemlich gar nix vertragen wird und damit eine einseitige Ernährung vorprogrammiert ist!

Apropos Parasiten ... man kann anhand der Kokzidien und Grabmilben bei unseren Hausmeerschweinchen nachweisen, aus welcher Gegend die ersten nach Europa verbrachten Meerschweinchen kommen müssen - die sind nämlich äußerst wirtsspezifisch. Bisher gibt es keine europäische oder nordamerikanische Eimeria-Art, die sich bei den Meerschweinchen hatte einnisten können, unsere Meerschweinchen beherbergen da eher ihre ganz eigene Eimeria-Art, die sogar danach benamst wurde: Eimeria caviae ...
Quelle: Moore, C. Bruce (1976): A Cytological Study of the Sporozoites of Eimeria Caviae, a Coccidian Parasite of the Domestic Guinea Pig, Cavia Porcellus. Drake University

Es gibt übrigens immer den seltenen Fall eines Fehlwirtes ... berühmt berüchtigtes Beispiel ist der Fuchsbandwurm beim Menschen. Meist sind solche Fehlbesiedlungen sowohl für den Wirt, als auch für den Parasiten tödlich ...
Nur gerade bei Meerschweinchen stehen wir noch ziemlich am Anfang, was die natürliche Besiedlung des Darmes angeht, so gut wie kein TA untersucht da wirklich, was da so alles im Dünn-, Dick- und Blinddarm rumgurkt, da kann es durchaus mal passieren, daß sich da ein Fehlwirt unerkannt einschleicht - wobei der Vektor meist der Mensch ist, denn dieser ist es, der seine Haustiere füttert, sie streichelt und mistet. Und das geht wiederum absolut unabhängig vom Futter, es reicht aus, wenn die Hand abgelegt wird oder der Mensch halt seine Bazillen per Atmung so in der Gegend rumverteilt ... es ist Pechsache, aber absolut unabhängig von der Ernährung.

Ganz am Anfang kam ja die Befürchtung mit den Medikamenten und der Narkose ... die ja so schwierig sei bei Wildtieren ...
Es wurden dabei jedoch zwei Dinge nicht beachtet:
1. Es gibt sowohl unter den Wildtieren, als auch unter den Haustieren, Arten, die schwieriger oder leichter zu narkotisieren sind, so ist es beispielsweise gar kein Problem nen Löwen zu narkotisieren, aber ne Giraffe mal kurz flachzulegen, und sei es auch nur eine kurze, leichte Sedierung, ist immer ein Spiel mit dem Leben der Giraffe - aufgrund des Körperbaues sind bei einer Sedierung oder Vollnarkose Kreislaufprobleme bei der Giraffe vorprogrammiert.
2. Speziell unsere Rehlein und Hirschlein ernähren sich schon lange nicht mehr artgerecht ... wie denn auch?
Seit der Intensivierung der Landwirtschaft fehlt nun seit einigen Jahrzehnten die Mastzeit, wo sich unsere heimische Fauna den Wanst vollgeschlagen hatte, um gut über den Winter zu kommen, ohne viel futtern zu müssen. Der Hintergrund ist hier, daß im Sommer und Herbst geerntet und gemäht wird, was das Zeug hält - und nicht nur das, ganze Wälder werden hektarweise für die Holzproduktion flachgelegt, bevorzugt im Herbst. Das Wild findet nix mehr zu futtern in diesem allgemeinen Kahlschlag, es kann sich keine Winterreserven mehr anfuttern!
Das Wild verhungert also regelrecht im Winter, trotzdem es eigentlich sehr gut an den Winter angepaßt ist und nicht mal nen Vitalitätsverlust erleiden dürfte, wenn der Winter besonders hart und schneelastig ist. Damit das Wild nicht verhungert, wird nun kräftig mitten im Winter zugefüttert - mit Pellets! Die Folge ist, daß unser Wild durchgängig krank im Darm ist ... und damit eben aufgrund dieser Fütterung Narkosen absolut nicht mehr gut verträgt.
Dort, wo für genügend Wildäsung im Sommer und Herbst gesorgt wird und der Bestand des Wildes an die Futterverhältnisse im Sommer und Herbst angepaßt wird, braucht nicht nur Pellets verfüttert zu werden, es wird auch nicht gefressen, wenn es angeboten wird. Und das Wild hat keine Probleme mit der Narkose, trotz der vielfältigen Pflanzen, deren Wirkstoffe die Narkose ja mitbeeinflussen sollten ... die Vitalität des Wildes ist da einfach eine ganz andere.

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Re: Ist Wiesenfütterung wirklich optimal oder überwiegen Nac

Beitrag von Feli » Fr 6. Mai 2011, 19:20

Murx hat geschrieben: Meine Kaninchen kann ich im Grunde genommen abgeben, wem ich will, die sind gesund, die werden so schnell nicht krank, auch nicht bei absolut falscher Fütterung
DAS ist angesicht von Rehlein ja wohl absoluter Hohn. Das find ich schon enorm dreist sowas zu schreiben.

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Re: Ist Wiesenfütterung wirklich optimal oder überwiegen Nac

Beitrag von Isa » Fr 6. Mai 2011, 19:37

Schnuffi hat geschrieben:
Murx hat geschrieben: Meine Kaninchen kann ich im Grunde genommen abgeben, wem ich will, die sind gesund, die werden so schnell nicht krank, auch nicht bei absolut falscher Fütterung
DAS ist angesicht von Rehlein ja wohl absoluter Hohn. Das find ich schon enorm dreist sowas zu schreiben.
Sorry, da ich das hier jetzt echt gemein finde, muss ich da echt eingreifen!
Weißt du, ob Murx Rehlein da jetzt mit einbezogen hat, wenn sie von "ihren" Kaninchen redet?
Kennst du die Geschichte von Rehlein von A bis Z?
Weißt du WIE es zu ihrer Krankheit kam?
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Re: Ist Wiesenfütterung wirklich optimal oder überwiegen Nac

Beitrag von Murx Pickwick » Fr 6. Mai 2011, 19:40

Rehlein ist mit einiger Sicherheit genetisch krank, nicht fütterungsbedingt ...
Mir war von Anfang an klar, daß was mit Rehlein nicht stimmt - genau wie mit ihrer Mutter ... die war auch nicht ok.

Wobei - in einem hast du recht, ich habe die Einschränkung fütterungsbedingt krank nicht dazugeschrieben ... das hätte ich besser tun sollen, denn Krankheiten hab ich bei mir durchaus schon immer gehabt und werde ich auch haben, solange ich Kaninchen habe, so beispielsweise ein Darmtumor, dann nach dem Winter, wo ich so gefüttert hatte, wie es im Tierschutzbereich vor einigen Jahren empfohlen wurde, also viel Wiesenheu, Frischfutter beschränkt, an Kokzidiose erkrankte Jungkaninchen etc ... dazu kommt ein Beckenknochenbruch eines Jungkaninchens, mehrere Kaninchen, die aufgrund Verletzungen durch Greifvögel umgekommen sind etc ... und ein paar Bandwurmfälle, wo jedoch der Nachweis am geschlachteten Kaninchen nicht mehr gelang - sie hatten sich selbst kuriert, ohne Behandlung.
Wenn ich kranke Kaninchen rausgebe, werden die auch beim neuen Besitzer nicht durch Wunderhand gesunden, nur weil sie aus meinem Stall kommen! Egal wie die Fütterung war ...

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Re: Ist Wiesenfütterung wirklich optimal oder überwiegen Nac

Beitrag von saloiv » Fr 6. Mai 2011, 21:10

Ich möchte gerne auch noch auf die einzelnen Punkte eingehen:

1.
Ganz klar wie z.B. beim Barfen der Hunde und Katzen. Eigentlich ne prima Sache, nur machen es 99% der Hundehalter falsch!!
ad-libt Ihr Wiese tatsächlich so korrekt, dass Eure Tiere tatsächlich wieder selektieren? Könnt Ihr behaupten, dass jeder hier auf dem Board es tatsächlich korrekt durchführt?
Ich denke es ist das selbe wie mit dem Barfen. Eine große Menge Leute wird hier grundlegende Fehler machen.
Fütterungsfehler sind immer ein Problem. Diese treten jedoch bei allen Ernährungsformen auf und sind daher wenig Wiese-spezifisch. Ich habe mal bei einem Tierarzt gearbeitet der den stationären Tieren grundsätzlich heu und (meist) eine Hand voll Wiese von draußen verfütterte. Das klingt zunächst prima, allerdings...
- Auch pure Trockenfuttertiere bekamen diese (ohne Anfütterung)
- Oft wurde die Tochter (Kindergartenalter) geschickt, die genauso wenig Pflanzenkenntnis hatte wie die Tierärzte selber. Es hätte also gut sein können, dass die "nur Trockenfutter gewöhnten"-Kaninchen vor Schierling und Heu sitzen.
- Es wurde direkt an der Straße und sehr artenarm gepflückt
Es wurden also im Prinzip sehr viele Fehler gemacht. Und genau das kenne ich von vielen Haltern, gerade von denen die nicht im Forum lesen. Die in Foren halten sich vielleicht nicht an jedes Detail, aber so extrem daneben greift kaum einer...

2.
Habt Ihr das Thema "fette Wiesen" mal überdacht?
Was ist mit der Überdüngung?
Meine Kaninchen gleichen das selber aus, wenn sie zu fette Pflanzen bekommen. Wobei ich auch selber sehr stark darauf achte. Wenn man entsprechend artenreich füttert, dann kommen die Fettwiesen auch nicht wirklich in Frage.
Ich kann mir zumindest nicht vorstellen, auf so einer Wiese genug versch. Pflanzen für eine Wiesenfütterung zu finden:
Bild

3.
Oder das überaus wichtige Thema der Mykotoxine in den Gräsersorten?
Das ist ein enorm wichtiges Thema für die Pferdebesitzer geworden.
Pferde werden reihenweise krank und keiner weiß warum.
Wir können das Thema hier gerne einmal ansprechen, es ist von enormer Wichtigkeit.
Besprochen wurde es schon oft. Gerade die Wiesenfütterung bietet dabei viele Chancen, da man die Gräser noch bestimmen kann. In der Heufütterung wird das sehr schwierig, wenn man nicht gerade Spezial-Heu kaufen möchte.
Ich selber sähe sogar im Garten Weidelgräser, weil meine Kaninchen damit keine Probleme haben. Ich sehe deshalb bei meinen Kaninchen bisher keinen Grund zur Hysterie bei diesem Thema. ;)
Zu Kleinsäugern gibt es noch kaum Erfahrungswerte und keien Studien, in wie weit sie betroffen sind (sie reagieren sicherlich anders als Pferde) lässt sich daher nicht abschätzen. Bei den kaninchen ist Gras relativ unwichtig, bei Meerschweinchen ist das Thema hingegen sehr wichtig.
Kommen ad-lib-Wiesen-Tiere tatsächlich mit ihren Parasiten klar? Haben Meeris nicht andere Parsiten als in ihrer Heimat?
Meine Meerschweinchen bekamen nie Parasiten, trotz lebenslanger Grasfütterung. Einmal vermutete ich Milben im Winter, weil das Fell so matt wurde. Das kam jeden Winter an der gleichen Stelle bei beiden Meerschweinchen... Im Sommer gingen die matten Stellen wieder weg. Und nachdem sie dann auch im Winter ad lib ernährt wurden, blieb das Fell durchgängig glänzend.
Die Kaninchen hatten bisher auch noch keine Parasiten außer Asterix mit Grabmilben während der Abszessbehandlung. Ich hatte das Behandlungspräparat zu Hause liegen habe es aber nicht anwenden müssen, weil diese verschwanden sobald der Tierarztstress abnahm und der Alltag wieder einkehrte. Der Befall war auch nicht schlimm, er juckte sich auch nicht oder so. ;)
Kennt ein deutsches Meerschwein tatsächlich Solanin? Brauchen sie dadurch nicht Genetik und Erfahrungen über lange Zeit?
Ich lgaube nicht, dass sie die Pflanzen "kennen" müssen, warum auch? In jedem lebensraum (schon wenige Hundert Kilometer weit weg) wachsen völlig neue Pflanzen. Kein Lebensraum ist wie der andere. Wenn sie so enorme Anpassungsschwierigkeiten hätten, dann würden siein der Natur griße Probleme haben. Selektionsvermögen wird eigentl. nicht vererbt. Nur die Technik wird vererbt. Die Tiere selektiere instinktiv mit einer speziellen Technik aber sie haben keinen Instinkt um spezielle Pflanzen zu erkennen. Das lernen sie durch Erfahrung mit dieser Technik.
Wieso sind hier auf dem Board so unglaublich viele kranke Tiere? Müssten die nicht alle strotzen vor Gesundheit?
Wiesenfütterung ist sicherlich eines nicht: Ein All-Heil-Mittel.
So etwas zu behaupten wäre Unsinn.
Ich habe immer ältere Kaninchen mit chronischen Verdauungsproblemen übernommen (außer den Riesen) und meine sind alle mittlerweile gesund. Wobei das natürlich ein steiniger Weg war und sicherlich nicht von heute auf morgen klappte! Ich hatte auch im Kundenkreis den direkten Vergleich. Selbst die Tierärzte von Kundentieren merkten den Unterschied nach der (von mir empfohlenen) Futterumstellung, weil den Tieren die Vitalität plötzlich richtig anzusehen war (in vielen Fällen). Und Tiere mit chronischen Verdauungsproblemen wurden gesund oder gesünder. Daher habe ich die Erfahrung gemacht, dass eine gute Ernährung den Allgemeinzustand extrem anhebt. Dies kommt der Gesundheit enorm zu Gute.
Im Meerschweinchenbereich hier habe ich das Gefühl, dass viele Halter mit kranken Tieren herkommen um sich Hilfe zu holen. Da sammeln sich einige Krankheitsthemen. Bei anderen Tieren istr das weniger ausgeprägt hier im Forum. In anderen Foren die ad lib als Ernährung empfehlen liest man sehr selten von Wiesen-Tieren mit Verdauungsproblemen. Aber auch das kommt vor, Wiesenfütterung ist wie gesagt kein All-Heil-Mittel.
Wie gesagt sind meine Tiere gesund (außer Asterix mit seinem Abszess, den ich jedoch auf Rangkämpfe und nicht auf die Fütterung schiebe). Die Meerschweinchen von mir waren auch nie krank, außer Wuschel nachdem ich sie vermittelte.
Bei mir waren immer alle fit oder wurden gesünder, daher habe ich für meine Tiere diese Fütterungform gewählt. Sollte jemand bei seinen Tieren damit schlechte Erfahrungen machen, dann ist es vielleicht nicht seine Futterform oder er macht grobe Fehler. Dann würde ich das überdenken. Die Beobachtungen bei den eigenen Tieren sind das Wichtigste um die richtige Fütterung zu finden.
Erst einmal finde ich den Titel dieses Themas ein bissi unpassend......sorry. Das ist ein bissi reißerisch.
Aber so kommen bestimmt viele um hier zu lesen, auch gut
Ich bin schuld... Du kannst mir gerne einen anderen vorschlagen, dann ersetze ich den alten...!
Ich habe nicht behauptet, dass hier ungewöhnlich viele Tiere krank sind. Aber ich beobachte. Und ich sitze an der Quelle Es treten eben auch bei der ad-lib-Wiese Krankheiten auf, von denen ich dachte dass man sie besser im Griff haben würde durch eine solche Ernährung.
Auch habe ich immer wieder "perkekt" gefütterte Tiere in der Praxis, die dennoch plötzlich Verdauungsprobleme bekommen.
Klar, auch mit guter Ernährung wird ein Tier mal krank, es gibt deutlich mehr Einflüsse außer der Nahrung (Stress, Haltung, Umgebung, Zugluft, Versorgung, Gruppenrang, Gruppendynamik...). Zudem kann man von weiten schwer beurteilen wir jemand tatsächlich füttert, außer man bekommt es tagtäglich mit.
wie gesagt, ich denke, da sind wir uns alle einig und es ist völlig klar, dass die gängige Pelletfütterung obsolet ist.
Wenn es um eine reine Trockenfutter oder Pellet-Ernährung geht: Ja.
Bei Mischformen bin ich oftmals froh, dass diese kleinen Stäbchen oder trockenen Klümpchen erfunden wurden, denn sehr viele Kaninchen und Meerschweinchen in Deutschland werden nicht einmal regelmäßig ausgemistet. Da läuft garantiert keiner täglich auf die Wiese und pflückt ausgesuchte Kräuter. Und es kauft auch keiner teures Gemüse, sie bekommen die Reste. So jemand von Trockenfutter abzuraten bedeutet dann oft das Todesurteil für das Tier. Die Halter schaffen gerade mal alle zwei Tage den Napf wieder aufzufüllen, Heu nachzustopfen und die Küchenabfälle rein zu werfen. Ohne Trockenfutter würden die Tiere hungern und sterben. :X
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Ich wünsche Dir...
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Re: Ist Wiesenfütterung wirklich optimal oder überwiegen Nac

Beitrag von Kaktus » Sa 7. Mai 2011, 15:10

ich finde Schnuffis Art zwar etwas daneben, jedoch ist ihre Anmerkung doch im Grunde berechtigt. ich habe eh mittlerweile immer mehr das Gefühl, dass zu wenig hinterfragt wird und man bei bestimmten Leuten blind geworden ist und blind vertraut...

Eine gesunde Skepsis ist bei JEDEM hier im TP angebracht, denn im Grunde genommen kennen sich die meisten hier nicht privat und wissen über die tatsächliche Haltung nur das, was geschrieben wird und schreiben kann man vieles. Aussagekräftiger sind da schon aktuelle Bilder und generell viele Bilder seitens der Leute, da kann man scih ein besseres Bild machen.

ich habe nun schon wirklich ein paar Mal leider erfahren müssen, dass die Forenwelt eine Scheinwelt ist.

@Murx: Sind deine Kaninchen aktuell eigentlich immernoch krank (leber-Kokzidiose so wie bei Rehlein haben/ hatten sie doch alle) oder hat du es mittlerweile im Griff?

Rehlein wurde doch bei dir geboren oder?

Wenn ich mir überlege.. ich habe mit Viola 2 RIESEN-Ikea-Tüten voll pflücken müssen für 1 Tag für 4 kaninchen. Wie findest du für so viele Tiere so viele Wiese, wenn du sie ad lib reichst? :shock: Vor allem bracuht man dafür doch STUNDEN täglich, oder???
Es grüßt Flora mit den geliebten Plüschbällchen
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Re: Ist Wiesenfütterung wirklich optimal oder überwiegen Nac

Beitrag von schweinsnase77 » Sa 7. Mai 2011, 17:30

*bösekicher* nicht nur die Forenwelt. Definitiv traue ich einem Züchter/Halter mehr über den Weg, solange ich nicht ständig bei ihm unangemeldet aufkreuzen kann. Ich kenn einfach zuviele Abgründe des Halterdaseins. Auch Bilder sind bloß ne Momentaufnahme. Wer weiß schon ob ich, Ziesel, oder Isa (ich nehm mal einfach wahrlos Teammitglieder die hier mit Fotos vertreten sind ;) ) nicht extra "Fotogehege" haben? ....Ich hab schon die dollsten Dinger erlebt....und teilweise selbst angewendet. :pfeif:

Das Meinungen nicht hinterfragt werden find ich auch verkehrt und teilweise auch hundsgefährlich, damit unterscheiden wir uns dann auch kein bischen mehr von anderen Foren.

Allerdings versteh ich die Kritik jetzt an der Stelle an Murx nicht ganz:

1. Sie hat immer geschrieben, dass sie bei Rehlein hohe TA-Kosten befürchtet und sie deshalb eigentlich nich vermitteln will.

2. Sie hat immer mal durchblicken lassen, dass sowohl ihre Haltung als auch ihre Fütterung zumindest temporär nicht optimal ist.

https://www.tierpla.net/post114569.html?hilit=Rotklee#p114569" onclick="window.open(this.href);return false;

https://www.tierpla.net/post111257.html?hilit=Rotklee#p111257" onclick="window.open(this.href);return false;

https://www.tierpla.net/post125878.html?hilit=%20misten#p125878" onclick="window.open(this.href);return false;
Mit freundlichen Grunzern

Annette

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Re: Ist Wiesenfütterung wirklich optimal oder überwiegen Nac

Beitrag von Isa » Sa 7. Mai 2011, 18:09

Kaktus und Schweinsnase, ich finde eure beiden Beiträge richtig und wichtig!! :top:
Klar, in einem Forum kann man glauben was man will, schließlich sind geschriebene Worte und Bilder sooo geduldig.
Aber Murx war hier im Forum immer schon recht transparent, hatte ich das Gefühl. Sie hat nie etwas beschönigt und hat sogar von ihr empfundene Missstände ihrer eigenen Haltung und Fütterung oft klar angesprochen.
Das kann man teilw. auch in den von schweinis Links zu den Threads sehen.
schweinsnase77 hat geschrieben:Wer weiß schon ob ich, Ziesel, oder Isa (ich nehm mal einfach wahrlos Teammitglieder die hier mit Fotos vertreten sind ;) ) nicht extra "Fotogehege" haben?
Dazu fällt mir eine lustige Geschichte ein.
Als ich das letzte mal bei der TÄ Alex war, hat sich ihre Dalmatinerhündin Leni schwer seufzend auf den Boden gelegt.
Die TA-Helferin meinte nur: "Jaa ich weiß Leni, dir gehts so schlecht bei uns in der Praxis. Du musst den ganzen Tag nur ruhig in deinem Körbchen unter dem Tisch liegen und darfst keinen Mucks von dir geben."
Ich meinte daraufhin nur: "Ach wir alle haben unsere Leichen im Keller! Oder meint ihr etwa ich habe ein Gehege zuhause für meine Meerschweinchen? Nee, die leben nämlich eigentlich in diesem Wäschekorb, den ich als TraBo hier ausgebe."
:jaja:
Alex drohte mir danach, das Forenpublik zu machen...
Nun bin ich ihr aber zuvor gekommen. :lol:
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Re: Ist Wiesenfütterung wirklich optimal oder überwiegen Nac

Beitrag von Ziesel » Sa 7. Mai 2011, 18:24

Fotogehege? ach Mensch Schweini musste alles verraten..tja Kaktus, jetzt weisste warum du nicht ins Schlafzimmer geführt wurdest :mrgreen:

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Re: Ist Wiesenfütterung wirklich optimal oder überwiegen Nac

Beitrag von Murx Pickwick » Sa 7. Mai 2011, 19:27

Mit ner Sense hat man im Sommer ohne Probleme 30kg Wiese innerhalb von einer halben Stunde in der Kiepe ... und ich hab ne gutgepflegte Sense ;)

Problem ist und bleibt der Winter ... im Winter kann man nicht sensen, dafür steht dann die Wiese nicht hoch genug. Man kann bei entsprechender Schneelage nicht mal sammeln - und für 30kg gesammeltes Frischfutter, auch ohne Schneelage, braucht man tatsächlich Stunden. Und genau hier hab ich nie verschwiegen, daß ich viel experimentiere, um die Kosten zu drücken und gleichzeitig die Tiere gesund über den Winter zu bringen. Genau deshalb kam ich auf die Schnappsidee, daß man Kaninchen, so wie der Tierschutz empfiehlt, mit Heu, Heu, Heu und bischen Gemüse über den Winter bringen kann - das Ganze war eine Vollkatastrophe, genauso der Versuch, ein Teil des Futters mit Wiesencobs zu ersetzen. Das sind Beides Versuche, die ich einmal gemacht habe und nie wieder machen werde! Denn das gab tatsächlich kranke Kaninchen!
Nach dem Heuversuch hatte ich das erstemal nach Jahren im Frühjahr und Sommer Leberkokzidiose bei über 50% der Jungkaninchen, bis die Häsinnen sich von dieser Art der Fütterung erholt hatten und wieder vernünftige Muttermilch hatten! Auch das hab ich nie verschwiegen - das ist sogar der Grund, weshalb ich so wahnsinnig gegen die Heufütterung bin - ich habe gesehen, wie schnell man Kaninchen mit einer Heu ist das Brot der Kaninchen versauen kann, das geht deutlich schneller wie mit Pellets!

@Kaktus:
1. Du kennst mich, du warst hier!
2. Du hast hier im internen Bereich mitbekommen, was diesen Winter bei mir los war!
Ich bin mir sicher, ich hab Bilder dazu im Internen Bereich veröffentlicht ...
Du hast also die Bilder gesehen!
3. Du weißt, daß ich aufgrund diesen Winters nicht mehr weitermachen werde, sondern meine Kaninchen langsam aussterben lasse, eben weil immer mit solchen Katastrophen hier gerechnet werden muß und wir keine Chance haben, unsere Situation hier zu verbessern und ich nicht in der Lage bin, damit klarzukommen!

Für die Allgemeinheit:
Ich wohne in einer baumbestandenen Schlucht, Miethaus - eigentlich sehr idyllisch, nur sind mir diesen Winter jede Menge Bäume entwurzelt worden und haben den Weg vom Haus über knapp 500m bis hin zu den Misthaufen vollständig versperrt, wir kamen nur mit Mühe den Berg hoch zum Einkaufen, Müll wurde nicht abgeholt, weil die Müllwagen sich da nicht runtertrauten, Wasserversorgung war eingefroren ...
Nur, um nen kleinen Eindruck zu geben, womit ich es zu tun hatte:
So sah es direkt vor der Tür zu den Kaninchen aus, wenn man aus der Tür schaute:
Bild

Die aufgeräumte Version, nachdem der Schnee fast weg war und ein Großteil der Äste und Baumstämme weggeräumt war:
Bild

Jeden Tag kamen Äste in Armdicke runter durch die Schneelast, jeden Tag hatte ich mich da durchsägen und durchhacken müssen, um überhaupt füttern zu können!

Ich konnte nicht mal misten!
Die Wasserversorgung zur Wohnung war eingefroren, wir hatten kein fließend Wasser, als die Bilder entstanden, hatten wir uns über eine Nagerinvasion gewundert - erst im Februar fanden wir den Grund dafür, die Bäume hatten uns die Gitter vor einem Lüftungsschacht weggerissen, ein Fenster war eingedrückt, weitere Fenster zu den Lagerhallen waren beschädigt ... die Mäuse haben sich bei uns so heimisch und wohl gefühlt, daß sie sich noch zu allem Überfluß durch unsere Fensterrahmen und unter den Türen durchgeknabbert hatten!

Kannst du dir vorstellen, weshalb ich da dir gegenüber erwähnte, daß es da kein Wunder sei, wenn die Kaninchen an Leberkokzidiose erkranken würden?
Und du weißt sehr genau, daß das nicht mal das Schlimmste war!
Du hast es doch auch mitverfolgt im internen Bereich!

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Re: Ist Wiesenfütterung wirklich optimal oder überwiegen Nac

Beitrag von chien » Sa 7. Mai 2011, 19:50

Hallo ihr lieben,

ich wollte 2 Sachen nicht unerwähnt lassen zum Thema Rehlein.

1. Schnuffis Anmerkung bezog sich in erster Linie auf Murx`s Aussage bezüglich der Fütterung und Krankheit im direkten zu Rehleins Zustand
Murx hat geschrieben:
Meine Kaninchen kann ich im Grunde genommen abgeben, wem ich will, die sind gesund, die werden so schnell nicht krank, auch nicht bei absolut falscher Fütterung
natürlich widerspricht sich das und ist auch ein Punkt als Diskussionsgrundlage sofern da die Haltung oder Fütterung überhaupt in irgend einer Form maßgebend sein kann.

2. Das Rehlein ein "Problemkaninchen" werden kann, hat Murx niemals verheimlicht.

Ich denke das muss man nur wissen...

also weiter im Thema :)

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Re: Ist Wiesenfütterung wirklich optimal oder überwiegen Nac

Beitrag von saloiv » Mo 9. Mai 2011, 01:36

Noch eine Gefahr der Wiesenfütterung. :D
Der 14-Jährige sammelte gerade Löwenzahnblättchen für seine Kaninchen, als sich ihm der dunkelhäutige Räuber von hinten näherte. Bei seinem Opfer angekommen, verlangte der Täter dessen Handy und Bargeld. Als der Junge ihm sagte, weder das eine noch das andere bei sich zu haben, rastete der Angreifer aus: Er packte den Teenager an der Jacke, würgte ihn und schlug auf ihn ein. Dann machte sich der etwa 30- bis 40-jährige Mann ohne Beute zu Fuss aus dem Staub.
https://www.20min.ch/news/mittelland/story/Raubversuch--Mann-wuergte-Teenager-18809642" onclick="window.open(this.href);return false;
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Re: Ist Wiesenfütterung wirklich optimal oder überwiegen Nac

Beitrag von Bigfoot63 » Di 10. Mai 2011, 15:35

Möglicherweise kann ich nicht allzu viel beitragen, aber in einigen Dingen ganz sicher mal meine ganz persönlichen Erfahrungen schildern, die aber sich nur auf Pferde beziehen, da meine Kaninchenfütterung erst vor einigen Monaten auf ad Lib umgestellt wurde - ich wußte es nicht besser.

Zu dieser Aussage :
Wusstet Ihr, dass Pferde überhaupt nicht gut klar kommen mit unseren fetten Wiesen? Magere und dürre Wiesen vertragen sie viel besser.

Das muss man glaube ich etwas differenzierter sehen. Ich unterstütze hier einen privaten Gnadenhof mit 26 Pferden/Ponies.
Die Pferde leben auf 8 -12 h fetter Wiese, die nur im mindest maß gedüngt wird. Die Pferde haben kein Problem mit der Wiese. Klar würden Pferde auch mit magerer Wiese leben können, leider gibt es die nicht besonders häufig und eine "fette Wiese" mager bekommen....das dauert und braucht Erfahrung.
Rehe ist aber ein problem bei den Shettland Ponys, die tatsächlich auf magere Wiese ausgelegt sind.
Unter den 8 Ponys haben wir genau 3 Rehe Ponys, die aber bereits mit der Erkrankung bei uns gelandet sind.
Diese Ponys kommen nicht vor dem ersten Heu Schnitt auf die Wiese, sondern werden zugefüttert und für eine knappe Stunde geweidet.
Alle anderen Probleme treten nicht auf. Vielfach hat man Probleme mit Pferden die nicht immer auf der Weide stehen sondern noch zugefüttert werden. Ich würde dies auf den Wechsel zwischen der rationierten Fütterung das Jahr über und dann dem freien Weidezugang zurückführen. Die Pferde fressen sich wirklich anfänglich voll und das führt schnell zu Kolliken und anderen Ernährungsproblemen. Ich wage mal die These, daß dies bei einer immer frei zugänglichen Ernährung nicht passieren würde. - ACHTUNG LAIE
Mag sein das dies alles nur Einzelfälle sind, aber ich würde es einfach auf die Ad- Lib Ernährung rund um die Uhr und zu jeder Jahreszeit zurückführen. Pelletiertes Kraftfutter, Mineralsoffergänzungen etc. gibt es nicht.
Lediglich zahnlose Kandidaten erhalten ein Strukturmüsli, thermisch aufbereitet, da es in etwa das einzige ist was gut wasserlöslich ist und sich zu Brei verarbeiten lässt.
Heu wird im Sommer nicht angeboten im Herbst Winter Heulage, Sillage. Dazu Möhren, Äpfel iund Abschnitte unserer Bäume Sträucher.
Mit Katzenkralle haben wir bei den Hufrehekandidaten gute Erfahrungen gemacht.
Die Pferde können offenbar nach jahrelanger Stallhaltung und vor allem auch schlechter Stallhaltung noch selektieren. Jakobskreutzkraut wird nicht im frischen Zustand gefressen, dies ist immer wieder deutlich zu beobachten.
Es sind bisher auch noch keine Pferde und schon garnicht reihenweise umgefallen wegen der Mykotoxine im Gras. In den letzten Jahren ist überhaupt keiner umgefallen. Da wir oft auch geschwächte Tiere reinbekommen wundert mich das. Die Stallbesitzer hier im Umkreis haben auch noch nichts verlauten lassen.
Gibt es dazu eigentlich genauere Zahlen ? Wie erfolgt in diesen Fällen der Nachweis - am toten Tier ?
Sommerekzeme z.B. haben wir nicht unter den grasenden Kollegen, ich denke dies ist auch ein Zusatzfutterproblem. Ich meine das auch mal gelesen zu haben, finde den Artikel aber nicht im Moment.
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