entnommen aus: https://www.tierpla.net/ernahrung-meerschweinchen/libitum-fragen-uber-fragen-t5792.html" onclick="window.open(this.href);return false;
Das ist mir bewusst, und die von mir genannten Zweige wie Apfel, Birne & Co bekommen meine ja auch in Massen. Warum soll ich dann auf Zweige zurückgreifen, die evtl. nicht ganz so bekömmlich sind wegen der enthaltenen Säuren?
Warum "giftiges" füttern, wenn es bekömmlicheres gibt?
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Giftige Pflanzen die hier aufgeführt oder vorgestellt werden, stellen für Tiere die Ad Libitum ernährt werden selten eine Gefahr dar, da sie in der Lage sind zu selektieren und daher immer wissen, was fressbar und genießbar ist und was nicht.
Wie in allen Fällen auch, ist jedes Tier individuell zu betrachten und man sollte neue Pflanzen IMMER langsam anfüttern.
Jedes Tier kann unterschiedliche Dinge auch unterschiedlich vertragen.
Die User sprechen von eigenen Erfahrungen, es liegt an Euch, Eure zu sammeln.
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- Babsi07
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Warum "giftiges" füttern, wenn es bekömmlicheres gibt?
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Warum säurehaltiges geben, wenn es so viel bekömmlicheres gi
Weil du deinen Meerschweinchen bei einer Ad libitum-Ernährung voll vertrauen kannst. Sie schmecken die Säuren und wissen in welcher Menge sie diese benötigen und ab wann es zu viel ist. Die enthaltenen Wirkstoffe (Gerbsäuren, Oxalsäure etc.) werden auch zur selbstmedikation benötigt und gehören zu natürlichen Ernährung von Meerschweinchen. Meerschweinchen sind im Gegensatz zum Menschen Pflanzenfresser und daher auch solche Wirkstoffe angepasst. Sie brauchen sie um Krankheiten vorzubeugen und bestehende Krankheiten zu mildern. Zudem irrt der Mensch oft, gerade wenn es um Inhaltsstoffe in Pflanzen geht (als Beispiel der Steinobst-Mythos) während unsere Meerschweinchen viel besser wissen was sie in welchen Mengen benötigen.@saloiv: Das ist mir bewusst, und die von mir genannten Zweige wie Apfel, Birne & Co bekommen meine ja auch in Massen. Warum soll ich dann auf Zweige zurückgreifen, die evtl. nicht ganz so bekömmlich sind wegen der enthaltenen Säuren?
Die enthaltenen Stoffe sind nicht grundsätzlich giftig. Ob etwas giftig ist entscheidet die Dosis. Selbst Wasser kann giftig sein, wenn man zu viel davon aufnimmt. Die meisten Stoffe vor denen gewarnt wird (z.B. Gerbsäure) sind in einer anderen Dosis gesund und in einer nocheinmal anderen Dosis wirken sie heilend. Gerbsäure wirkt entzündungshemmend, antiviral, antibakteriell, zusammenziehend und neutralisiert Gifte. Daher kann sie sehr wichtig sein fürs Meerschweinchen. Gerade zur Selbstmedikation.

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Re: Ad Libitum - Fragen über Fragen.
Aber man sollte auch nicht vergesen, dass unsere Meerschweinchen seit tausenden von Jahren domestiziert sind und mit der Wildform (die sicherlich weis, was gut ist oder nicht) nicht zu vergleichen ist. Denn die genetischen Eigenschaften der Tiere ändern sich daher im Rahmen der Domestikation. Mit der Domestizierung sind meist eine Reihe von typischen Merkmalsänderungen gegenüber der Wildform festzustellen, als da wären:saloiv hat geschrieben:Meerschweinchen sind im Gegensatz zum Menschen Pflanzenfresser und daher auch solche Wirkstoffe angepasst. Sie brauchen sie um Krankheiten vorzubeugen und bestehende Krankheiten zu mildern. Zudem irrt der Mensch oft, gerade wenn es um Inhaltsstoffe in Pflanzen geht (als Beispiel der Steinobst-Mythos) während unsere Meerschweinchen viel besser wissen was sie in welchen Mengen benötigen.
Die enthaltenen Stoffe sind nicht grundsätzlich giftig. Ob etwas giftig ist entscheidet die Dosis.
- Abnahme der Gehirnmasse
- Reduzierung des Gebisses
- Farbänderungen
- Reduzierung des Fells
- Reduzierungen im Verdauungstrakt
- Weniger gut entwickeltes Flucht- und Verteidigungsverhalten.
Wenn, wie Du sagst, unsere Meerschweinchen wissen, was sie in welchen Mengen fressen oder nicht fressen dürfen, warum kommt es dann immer wieder vor, dass Meerschweinchen in Aussengehegen auch von giftigen Pflanzen fressen?
LG Babsi und die 13 Fellpopos
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Re: Ad Libitum - Fragen über Fragen.
Einfache Antwort: Weil nicht jedes Meerschweinchen die Wahl zur Selektion hat. Wenn ich meinen Meerschweinchen nur eine giftige Sache reinlegen würde, würden sie dies auch fressen. Was auch sonst? Erst wenn eine große Vielfalt immer zur Verfügung steht, beginnen sie zu selektieren.
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Re: Ad Libitum - Fragen über Fragen.
Hallo Babsi,
das Selektionsverhalten wird beim Tier nicht vererbt oder ist erblich verankert sondern wird erlernt. Es kann durch die Domestikation also nicht verloren gehen. Meerschweinchen nehmen nach ausgiebiger Musterung einen Probebiss der Pflanze, den sie bei Missgefallen sofort wieder ausspucken. Wenn die Pflanze also schon giftig riecht, wird sie gemieden. Wenn die Pflanze probiert wird und das Meerschweinchen komische Stoffe wahrnimmt, wird sie wieder ausgespuckt. Wenn das Meerschweinchen mit dem Probebiss zufrieden ist frisst es eine sehr kleine Menge und wartet mehrere Stunden ab. Erst dann frisst es eine größere Menge.
Hier geht es um Kaninchen aber bitte lese trotzdem den Text: https://www.kaninchenwiese.de" onclick="window.open(this.href);return false; -> Hintergründe -> Selektion von Giftpflanzen.
Es kommt aber ab und zu tatsächlich zu Vergiftungsfällen. Meistens ist eine rationierte Fütterung der Grund, durch die Rationierung hat das Meerschweinchen einen Heißhunger auf Frisches und keine Zeit für den Probebiss und stürzt sich deshalb auf das Grün.
Meerschweinchen werden seit Jahrzehnten in Deutschland in versetzbaren Freigehegen auf den Wiesen tagsüber weiden gelassen. Es wird auch in vielen Büchern empfohlen. Vergiftungsfälle kommen so gut wie nie vor. Ich selber hatte schon hunderte von Meerschweinchen in solchen Gehegen auf der Wiese weiden und bisher keinen einzigen Vergiftungsfall. Obwohl diese Tiere teilweise absolut fehlernährt wurden. Meerschweinchen fressen z.B. Hahnenfuß der nach diversen Internetseiten giftig ist. Allerdings lesen Meerschweinchen keine Internetseiten sondern vertrauen ihrer Selektionsfähigkeit und wissen es daher besser.
das Selektionsverhalten wird beim Tier nicht vererbt oder ist erblich verankert sondern wird erlernt. Es kann durch die Domestikation also nicht verloren gehen. Meerschweinchen nehmen nach ausgiebiger Musterung einen Probebiss der Pflanze, den sie bei Missgefallen sofort wieder ausspucken. Wenn die Pflanze also schon giftig riecht, wird sie gemieden. Wenn die Pflanze probiert wird und das Meerschweinchen komische Stoffe wahrnimmt, wird sie wieder ausgespuckt. Wenn das Meerschweinchen mit dem Probebiss zufrieden ist frisst es eine sehr kleine Menge und wartet mehrere Stunden ab. Erst dann frisst es eine größere Menge.
Hier geht es um Kaninchen aber bitte lese trotzdem den Text: https://www.kaninchenwiese.de" onclick="window.open(this.href);return false; -> Hintergründe -> Selektion von Giftpflanzen.
Dafür gibt es unterschiedliche Gründe. Zum einen ist die Dosis entscheidend, d.h. das Meerschweinchen kennt nicht deinen Giftratgeber und was er als Giftpflanze sieht. Viele Giftpflanzen sind in Wirklichkeit fürs Meerschweinchen ungiftig. Oft aus einem Irrtum heraus (wie z.B. bei den Steinobstästen). Der Halter denkt also das das Meerschweinchen etwas giftiges frisst, derweil ist es aber (in dieser Dosis) garnicht giftig oder sogar gesundheitsfördernd.Wenn, wie Du sagst, unsere Meerschweinchen wissen, was sie in welchen Mengen fressen oder nicht fressen dürfen, warum kommt es dann immer wieder vor, dass Meerschweinchen in Aussengehegen auch von giftigen Pflanzen fressen?
Es kommt aber ab und zu tatsächlich zu Vergiftungsfällen. Meistens ist eine rationierte Fütterung der Grund, durch die Rationierung hat das Meerschweinchen einen Heißhunger auf Frisches und keine Zeit für den Probebiss und stürzt sich deshalb auf das Grün.
Meerschweinchen werden seit Jahrzehnten in Deutschland in versetzbaren Freigehegen auf den Wiesen tagsüber weiden gelassen. Es wird auch in vielen Büchern empfohlen. Vergiftungsfälle kommen so gut wie nie vor. Ich selber hatte schon hunderte von Meerschweinchen in solchen Gehegen auf der Wiese weiden und bisher keinen einzigen Vergiftungsfall. Obwohl diese Tiere teilweise absolut fehlernährt wurden. Meerschweinchen fressen z.B. Hahnenfuß der nach diversen Internetseiten giftig ist. Allerdings lesen Meerschweinchen keine Internetseiten sondern vertrauen ihrer Selektionsfähigkeit und wissen es daher besser.

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Warum "giftiges" füttern, wenn es bekömmlicheres gibt?
Was die einzelnen Veränderungen bei der Domestikation angeht, so hat sich bei vielem herausgestellt, daß das so nicht haltbar ist.
- Abnahme der Gehirnmasse
Wenn du ein Wildtier wie ein Haustier in Gefangenschaft aufziehst, wird dieses Wildtier die kleine Hirnmasse im Vergleich zur Körpermasse haben, welche die Haustiere gleicher Art haben. Läßt du ein Wildtier ein Haustier gleicher Art in der Wildnis aufziehen, dann wird das Haustier die gleiche Hirngröße wie die Wildtiere bekommen. Die Gehirnmasse ist bei Haustieren also aufgrund der mangelnden Nutzung so klein.
Unter den Hunden haben einige Arbeitshunde im Vergleich zur Körpermasse eine deutlich größere Hirnmasse, wie Wölfe - einfach weil sie Aufgaben von Welpe an erfüllen mußten, die weitaus mehr Hirnschmalz brauchen, wie selbst ein wildlebender Wolf an Hirn zum Überleben braucht.
Wird ein ausgewachsenes Haustier in die Wildnis entlassen, bleibt das Hirn klein ... es sind also nur die Anforderungen in der Wachstumszeit, welche das Hirn eines Wildtieres durch die vielfältigeren Umweltreize und Anforderungen größer werden läßt.
- Reduzierung des Gebisses
Die Gebisse einiger Haushunde sind deutlich kräftiger ausgebildet im Verhältnis zur Körpermasse, wie die Gebisse von Wölfen. Das Gebiß der Bullterrier und Zwergbullterrier gehört da beispielsweise zu.
Bei vielen Haustierarten, wie Lamas oder Meerschweinchen ist die Zahngröße mit der Zahngröße der Wildtiere identisch. Was soll sich da auch groß ändern, das Gebiß stellt eine Einheit mit dem Verdauungstrakt dar.
Eine Reduzierung der Zahnanzahl ist bei Haustieren nicht feststellbar, ein Hausrind hat genauso viele Zähne wie die ausgestorbene Wildform, der Auerochs.
- Farbänderungen
Farbänderungen hat man auch in freier Wildbahn, nur sind Farbänderungen stets ein Ausdruck von Mutationen im Stoffwechsel. Nur die wenigsten Mutationen haben unter den Bedingungen in freier Wildbahn einen eindeutigen Vorteil, jede Mutation, welche einen, wenn auch nur kleinen, Nachteil bringt, verschwindet so schnell wieder, wie er aufgetaucht ist. Tiere in freier Wildbahn sind normalerweise also schon mehr oder weniger perfekt angepaßt.
Anders in Menschenobhut - kein Tier ist vom Ursprung her an die Haltungsbedingungen angepaßt, also sind hier viele Mutationen von Vorteil - beispielsweise sind weiße Tiere durch ihre Mutation deutlich ruhiger, wie wildfarbene Tiere. In freier Natur werden sie deshalb oft eher wie ihre farbigen Artgenossen zur Beute von Beutegreifern, sie fliehen einfach zu spät. In Menschenobhut dagegen haben die weißen Farbmorphen einen echten Vorteil, sie kommen durch ihr ruhiges Wesen viel besser mit dem beengten Platz zurecht, welche sie in Menschenobhut haben. Sie setzen sich also gegenüber der Wildfarbe durch.
Bei einigen Tierarten ist die Wildfärbung nur noch sehr selten zu finden oder ganz verschwunden, weil sie einfach für die Gefangenschaft selbst nur Nachteile bringt und fast jede Neumutation in dem Bereich erfolgreicher ist, wie die Wildfarbe. Beispiele hierfür sind Pferde, wo die Wildfärbung fast nur noch bei den Koniks und den dülmener Wildpferden auftaucht (die Sorraia sind mit hoher Wahrscheinlichkeit überlebende Tarpane, also die Wildform der Hauspferde, und haben deshalb noch die Wildfärbung) und beim Hund, wo die Wildfärbung nur noch bei einigen ursprünglichen Schlittenhunden und nordischen Spitzen vorhanden ist. Bei den Chinchillas ist die Wildfarbe sogar künstlich weggezüchtet worden, was hier die Standards sind, sind schon so stark in der Tönung verändert, daß sie sich farblich deutlich von der Wildform unterscheiden. Die Wildfarbe selbst gibts vermutlich in keiner Hauschinchillapopulation mehr ...
Man kann diese Änderung der Farbe auch bei Wildtieren beobachten ... beispielsweise gibt es bei den Schwarzbären eine weiße Morphe, welche nur im Great Bear Forest vorkommt, sonst nirgendwo ... sie hat also gegenüber den schwarzen Morphe zumindest keine Nachteile im Great Bear Forest.
Beim Gebard kommt eine Morphe vor, wo die Punkte deutlich größer wie normal sind und teilweise ineinanderübergehen, so daß teilweise sogar Streifen entstehen. Diese Königsgeparden nehmen momentan zu - haben also gegenüber der Wildfarbe nun aufgrund der durch Menschen verursachten Veränderungen irgendeinen Vorteil, den sie vorher nicht hatten.
- Reduzierung des Fells
Bei Langhaarmeerschweinchen kann wohl kaum von einer Reduzierung des Felles gesprochen werden ... bei Chinchillas ist das Fell sogar deutlich dichter gezüchtet, wie es je bei der Wildform vorkommt.
Die Reduzierung des Felles ist kein Domestikationsmerkmal, sondern die Veränderung des Felles ist das Domestikationsmerkmal ... und dafür gilt das Gleiche, wie für Fellfarbe.
- Reduzierungen im Verdauungstrakt
Der Verdauungstrakt ist so ziemlich das Komplexeste und damit auch das am stärksten konservierte System bei Tieren. Wenn es da Reduzierungen gäbe, würden viele Haustiere gar nicht entstanden sein ...
Was vielmehr stattfindet, ist, daß sich der Verdauungstrakt innerhalb von mehr oder weniger 10.000 Generationen an die nicht artgemäße Fütterung des Menschen anpaßt und damit deutlich robuster wird, wie der Verdauungstrakt der Wildform. Oder besser gesagt, alles, was nicht absolut robust vom Verdauungstrakt her ist, überlebt die Fütterung des Menschen nicht und stirbt aus, über bleibt nur das, was wirklich nen Magen wie ein Müllschlucker hat. Das geht dann meist auf Kosten von Aktivität ... der Aktionsradius wird mit den Veränderungen im Darmtrakt kleiner. In Gefangenschaft ist halt eh nicht viel Platz für große Wanderungen.
Bei Meerschweinchen ist das extrem ausgeprägt, Hausmeerschweinchen haben einen deutlich längeren Darm wie die Wildform, sämtliche Änderungen im Darm sind darauf ausgelegt, gut mit Giften im Futter klarzukommen, welche von der Wildform noch gemieden werden konnten. Außerdem können Hausmeerschweinchen ohne Probleme mit Gemüse als Hauptfutter leben, das Tschudimeerschweinchen kann das nicht, ohne damit krank zu werden.
Hausmeerschweinchen beanspruchen, selbst wenn man sie unter seminatürlichen Bedingungen bei so viel Platz, wie sie haben wollen, nur 50 - 500qm, nicht mehr ... die Tschudis sind da sehr viel agiler.
Tschudis springen gut, Hausmeerschweinchen nicht, ebenso bei Farbmäusen, sie leiden unter Höhenangst und kleben einem regelrecht an der Hand, die Wildform Hausmaus hüpft einfach von der Hand runter und weg ist sie ...
- Weniger gut entwickeltes Flucht- und Verteidigungsverhalten
Das Flucht- und Verteidigunsverhalten kommt wieder, wenn die Tiere unter seminatürlichen Bedingungen gehalten werden. So zeigten meine Meerschweinchen in Freilandhaltung mehrere Warnrufe, jeder spezifisch für eine Beutegreiferart, das ranghöchste Meerschweinchen wird sich genauso dem Feind stellen, wenn die Gruppe überrascht wurde, damit die Gruppe entkommen kann, wie es heute noch die ranghöchsten Tschudis und Wildmeerschweinchen tun, um ihre Gruppe zu retten. Hausmeerschweinchen fliehen sehr geschickt und nutzen auch heute noch unter seminatürlichen Bedingungen sehr geschickt Dornsträucher und dichtes Gebüsch als Schutz vor Beutegreifern.
Das Einzige, was sich wirklich geändert hat, ist einzig der Aktionsradius selbst und die Bereitschaft zu springen ... das ist für die Hausmeerschweinchen allerdings nicht tragisch, da sie Pflanzen nutzen können, welche Wildmeerschweinchen nicht nutzen können, sie brauchen einfach nicht so weit laufen, wie die Wildform. Hausmeershweinchen haben einfach den robusteren Verdauungstrakt. Weiterhin nutzen Hausmeerschweinchen noch mehr wie die Wildformen Verstecke und Fluchttunnel - diese werden sogar sehr akribisch gangbar gehalten. Somit ist auch das Springen für sie nicht lebenswichtig, selbst in freier Wildbahn nicht.
Von einem weniger gut entwickelten Flucht- und Verteidigungsverhalten kann also keine Rede sein, nur von Veränderungen. Genau wie beim Verdauungstrakt auch ... Haustiere werden einfach durch die harte Selektion durch die Haltungsbedingungen sehr viel anpassungsfähiger wie die Wildform. Stoßen Wildform und Haustierform zusammen, verdrängt die Haustierform mit der Zeit die Wildform bzw die Wildform geht irgendwann in der verwilderten Haustierform auf.
Sehr gutes Beispiel für die extrem ausgebildete Anpassungsfähigkeit der Haustierformen zeigen Pferde ... während das Sorraia nur in ähnlichen Lebensräumen wie seinem jetzigen Verbreitungsgebiet vorkommt und sonst nirgendwo halten kann, wenn der Lebensraum nicht sehr ähnlich den spanischen Bedingungen ist, kommen Hauspferde verwildert in Afrika und Australien in Wüstengebieten vor, besiedeln in der Camargue Dünen- und Marschgelände, kommen auf diversen Kleinstinseln vor und erobern sogar in den USA die Rocky Montains, bzw besiedeln die Pyrenäen. Dabei besiedeln sie teilweise für Pferde extrem untypische Lebensräume, wie Marschen, Dünen, Gebirge oder Wüste.
Aber auch an allen anderen Haustieren kann die extreme Anpassungsfähigkeit und höhere Robustheit der Haustiere gegenüber der Wildform beobachtet werden ... selbst so weit von der Wildform weggezüchtete Pekinesen sind in der Lage, nicht nur sich in europäischen Wäldern am Leben zu halten, sondern auch noch in freier Wildbahn Junge zu bekommen und aufzuziehen, es sind hierzu mehrere Fälle belegt.
Einzig die modernen Zuchten der letzten 50 Jahre haben einige Populationen hervorgebracht, die entgegen dieser Regel superempfindlich geworden sind und unter Wildbedingungen nicht mehr überlebenstüchtig sind - english Bulldogs beispielsweise, da würden die Hündinnen an ihren eigenen Geburten sterben, da kein TA da ist, der bei diesen Hunden nen Kaiserschnitt macht oder Holstein-Frisian-Rinder, welche glatt auf grüner Wiese ohne Zufütterung von Kraftfutter verhungern würden ... die meisten Meerschweinchen gehören nicht zu diesen superempfindlich gezüchteten Haustieren.
- Abnahme der Gehirnmasse
Wenn du ein Wildtier wie ein Haustier in Gefangenschaft aufziehst, wird dieses Wildtier die kleine Hirnmasse im Vergleich zur Körpermasse haben, welche die Haustiere gleicher Art haben. Läßt du ein Wildtier ein Haustier gleicher Art in der Wildnis aufziehen, dann wird das Haustier die gleiche Hirngröße wie die Wildtiere bekommen. Die Gehirnmasse ist bei Haustieren also aufgrund der mangelnden Nutzung so klein.
Unter den Hunden haben einige Arbeitshunde im Vergleich zur Körpermasse eine deutlich größere Hirnmasse, wie Wölfe - einfach weil sie Aufgaben von Welpe an erfüllen mußten, die weitaus mehr Hirnschmalz brauchen, wie selbst ein wildlebender Wolf an Hirn zum Überleben braucht.
Wird ein ausgewachsenes Haustier in die Wildnis entlassen, bleibt das Hirn klein ... es sind also nur die Anforderungen in der Wachstumszeit, welche das Hirn eines Wildtieres durch die vielfältigeren Umweltreize und Anforderungen größer werden läßt.
- Reduzierung des Gebisses
Die Gebisse einiger Haushunde sind deutlich kräftiger ausgebildet im Verhältnis zur Körpermasse, wie die Gebisse von Wölfen. Das Gebiß der Bullterrier und Zwergbullterrier gehört da beispielsweise zu.
Bei vielen Haustierarten, wie Lamas oder Meerschweinchen ist die Zahngröße mit der Zahngröße der Wildtiere identisch. Was soll sich da auch groß ändern, das Gebiß stellt eine Einheit mit dem Verdauungstrakt dar.
Eine Reduzierung der Zahnanzahl ist bei Haustieren nicht feststellbar, ein Hausrind hat genauso viele Zähne wie die ausgestorbene Wildform, der Auerochs.
- Farbänderungen
Farbänderungen hat man auch in freier Wildbahn, nur sind Farbänderungen stets ein Ausdruck von Mutationen im Stoffwechsel. Nur die wenigsten Mutationen haben unter den Bedingungen in freier Wildbahn einen eindeutigen Vorteil, jede Mutation, welche einen, wenn auch nur kleinen, Nachteil bringt, verschwindet so schnell wieder, wie er aufgetaucht ist. Tiere in freier Wildbahn sind normalerweise also schon mehr oder weniger perfekt angepaßt.
Anders in Menschenobhut - kein Tier ist vom Ursprung her an die Haltungsbedingungen angepaßt, also sind hier viele Mutationen von Vorteil - beispielsweise sind weiße Tiere durch ihre Mutation deutlich ruhiger, wie wildfarbene Tiere. In freier Natur werden sie deshalb oft eher wie ihre farbigen Artgenossen zur Beute von Beutegreifern, sie fliehen einfach zu spät. In Menschenobhut dagegen haben die weißen Farbmorphen einen echten Vorteil, sie kommen durch ihr ruhiges Wesen viel besser mit dem beengten Platz zurecht, welche sie in Menschenobhut haben. Sie setzen sich also gegenüber der Wildfarbe durch.
Bei einigen Tierarten ist die Wildfärbung nur noch sehr selten zu finden oder ganz verschwunden, weil sie einfach für die Gefangenschaft selbst nur Nachteile bringt und fast jede Neumutation in dem Bereich erfolgreicher ist, wie die Wildfarbe. Beispiele hierfür sind Pferde, wo die Wildfärbung fast nur noch bei den Koniks und den dülmener Wildpferden auftaucht (die Sorraia sind mit hoher Wahrscheinlichkeit überlebende Tarpane, also die Wildform der Hauspferde, und haben deshalb noch die Wildfärbung) und beim Hund, wo die Wildfärbung nur noch bei einigen ursprünglichen Schlittenhunden und nordischen Spitzen vorhanden ist. Bei den Chinchillas ist die Wildfarbe sogar künstlich weggezüchtet worden, was hier die Standards sind, sind schon so stark in der Tönung verändert, daß sie sich farblich deutlich von der Wildform unterscheiden. Die Wildfarbe selbst gibts vermutlich in keiner Hauschinchillapopulation mehr ...
Man kann diese Änderung der Farbe auch bei Wildtieren beobachten ... beispielsweise gibt es bei den Schwarzbären eine weiße Morphe, welche nur im Great Bear Forest vorkommt, sonst nirgendwo ... sie hat also gegenüber den schwarzen Morphe zumindest keine Nachteile im Great Bear Forest.
Beim Gebard kommt eine Morphe vor, wo die Punkte deutlich größer wie normal sind und teilweise ineinanderübergehen, so daß teilweise sogar Streifen entstehen. Diese Königsgeparden nehmen momentan zu - haben also gegenüber der Wildfarbe nun aufgrund der durch Menschen verursachten Veränderungen irgendeinen Vorteil, den sie vorher nicht hatten.
- Reduzierung des Fells
Bei Langhaarmeerschweinchen kann wohl kaum von einer Reduzierung des Felles gesprochen werden ... bei Chinchillas ist das Fell sogar deutlich dichter gezüchtet, wie es je bei der Wildform vorkommt.
Die Reduzierung des Felles ist kein Domestikationsmerkmal, sondern die Veränderung des Felles ist das Domestikationsmerkmal ... und dafür gilt das Gleiche, wie für Fellfarbe.
- Reduzierungen im Verdauungstrakt
Der Verdauungstrakt ist so ziemlich das Komplexeste und damit auch das am stärksten konservierte System bei Tieren. Wenn es da Reduzierungen gäbe, würden viele Haustiere gar nicht entstanden sein ...
Was vielmehr stattfindet, ist, daß sich der Verdauungstrakt innerhalb von mehr oder weniger 10.000 Generationen an die nicht artgemäße Fütterung des Menschen anpaßt und damit deutlich robuster wird, wie der Verdauungstrakt der Wildform. Oder besser gesagt, alles, was nicht absolut robust vom Verdauungstrakt her ist, überlebt die Fütterung des Menschen nicht und stirbt aus, über bleibt nur das, was wirklich nen Magen wie ein Müllschlucker hat. Das geht dann meist auf Kosten von Aktivität ... der Aktionsradius wird mit den Veränderungen im Darmtrakt kleiner. In Gefangenschaft ist halt eh nicht viel Platz für große Wanderungen.
Bei Meerschweinchen ist das extrem ausgeprägt, Hausmeerschweinchen haben einen deutlich längeren Darm wie die Wildform, sämtliche Änderungen im Darm sind darauf ausgelegt, gut mit Giften im Futter klarzukommen, welche von der Wildform noch gemieden werden konnten. Außerdem können Hausmeerschweinchen ohne Probleme mit Gemüse als Hauptfutter leben, das Tschudimeerschweinchen kann das nicht, ohne damit krank zu werden.
Hausmeerschweinchen beanspruchen, selbst wenn man sie unter seminatürlichen Bedingungen bei so viel Platz, wie sie haben wollen, nur 50 - 500qm, nicht mehr ... die Tschudis sind da sehr viel agiler.
Tschudis springen gut, Hausmeerschweinchen nicht, ebenso bei Farbmäusen, sie leiden unter Höhenangst und kleben einem regelrecht an der Hand, die Wildform Hausmaus hüpft einfach von der Hand runter und weg ist sie ...
- Weniger gut entwickeltes Flucht- und Verteidigungsverhalten
Das Flucht- und Verteidigunsverhalten kommt wieder, wenn die Tiere unter seminatürlichen Bedingungen gehalten werden. So zeigten meine Meerschweinchen in Freilandhaltung mehrere Warnrufe, jeder spezifisch für eine Beutegreiferart, das ranghöchste Meerschweinchen wird sich genauso dem Feind stellen, wenn die Gruppe überrascht wurde, damit die Gruppe entkommen kann, wie es heute noch die ranghöchsten Tschudis und Wildmeerschweinchen tun, um ihre Gruppe zu retten. Hausmeerschweinchen fliehen sehr geschickt und nutzen auch heute noch unter seminatürlichen Bedingungen sehr geschickt Dornsträucher und dichtes Gebüsch als Schutz vor Beutegreifern.
Das Einzige, was sich wirklich geändert hat, ist einzig der Aktionsradius selbst und die Bereitschaft zu springen ... das ist für die Hausmeerschweinchen allerdings nicht tragisch, da sie Pflanzen nutzen können, welche Wildmeerschweinchen nicht nutzen können, sie brauchen einfach nicht so weit laufen, wie die Wildform. Hausmeershweinchen haben einfach den robusteren Verdauungstrakt. Weiterhin nutzen Hausmeerschweinchen noch mehr wie die Wildformen Verstecke und Fluchttunnel - diese werden sogar sehr akribisch gangbar gehalten. Somit ist auch das Springen für sie nicht lebenswichtig, selbst in freier Wildbahn nicht.
Von einem weniger gut entwickelten Flucht- und Verteidigungsverhalten kann also keine Rede sein, nur von Veränderungen. Genau wie beim Verdauungstrakt auch ... Haustiere werden einfach durch die harte Selektion durch die Haltungsbedingungen sehr viel anpassungsfähiger wie die Wildform. Stoßen Wildform und Haustierform zusammen, verdrängt die Haustierform mit der Zeit die Wildform bzw die Wildform geht irgendwann in der verwilderten Haustierform auf.
Sehr gutes Beispiel für die extrem ausgebildete Anpassungsfähigkeit der Haustierformen zeigen Pferde ... während das Sorraia nur in ähnlichen Lebensräumen wie seinem jetzigen Verbreitungsgebiet vorkommt und sonst nirgendwo halten kann, wenn der Lebensraum nicht sehr ähnlich den spanischen Bedingungen ist, kommen Hauspferde verwildert in Afrika und Australien in Wüstengebieten vor, besiedeln in der Camargue Dünen- und Marschgelände, kommen auf diversen Kleinstinseln vor und erobern sogar in den USA die Rocky Montains, bzw besiedeln die Pyrenäen. Dabei besiedeln sie teilweise für Pferde extrem untypische Lebensräume, wie Marschen, Dünen, Gebirge oder Wüste.
Aber auch an allen anderen Haustieren kann die extreme Anpassungsfähigkeit und höhere Robustheit der Haustiere gegenüber der Wildform beobachtet werden ... selbst so weit von der Wildform weggezüchtete Pekinesen sind in der Lage, nicht nur sich in europäischen Wäldern am Leben zu halten, sondern auch noch in freier Wildbahn Junge zu bekommen und aufzuziehen, es sind hierzu mehrere Fälle belegt.
Einzig die modernen Zuchten der letzten 50 Jahre haben einige Populationen hervorgebracht, die entgegen dieser Regel superempfindlich geworden sind und unter Wildbedingungen nicht mehr überlebenstüchtig sind - english Bulldogs beispielsweise, da würden die Hündinnen an ihren eigenen Geburten sterben, da kein TA da ist, der bei diesen Hunden nen Kaiserschnitt macht oder Holstein-Frisian-Rinder, welche glatt auf grüner Wiese ohne Zufütterung von Kraftfutter verhungern würden ... die meisten Meerschweinchen gehören nicht zu diesen superempfindlich gezüchteten Haustieren.