Bericht Kaninchenweibchen - Kastration

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Es gibt Kaninchenhalter, erfahrene Kaninchenhalter und sehr erfahrene Kaninchenhalter.
Nicht jeder kennt sich mit diversen Krankheiten aus.
Selbst als sehr erfahrener Kaninchenhalter kann man nicht alles kennen und wissen.

Alles, was hier im Forum speziell zu Krankheiten, Diagnosen, Medikamenten und deren Dosierungen zu finden ist, sind persönliche Erfahrungen, Tipps und Ratschläge.

Diese Tipps und Ratschläge ersetzen keinen Tierarztbesuch.

Es gibt sehr viele ernst zu nehmende Krankheiten, die man durch Eigenbehandlung/Eigentherapie noch verschlimmern kann.

Es ist daher wichtig, jede Medikamentenabgabe und Therapie unbedingt mit dem Arzt zu besprechen und gemeinsam nach der besten Lösung, für das jeweilige Tier zu suchen.

Also zieht bitte immer einen Tierarzt zu Rate. Selbstverständlich könnt Ihr die hier gegebenen Tipps und Ratschläge mit Eurem Tierarzt besprechen.
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Bericht Kaninchenweibchen - Kastration

Beitrag von Princessa » So 23. Nov 2008, 14:23

Gretas Kastration

Greta ist 5 Monate alt und ein Zwergkaninchen von 1,7kg. Als sie in die Pubertät kam, wurde sie immer aggressiver. Sie trötete mich an, biß zu bis es blutete und alles war ihrs. Versuche sie zu besänftigen scheiterten. Deswegen entschied ich mich für eine Kastration. Das dies ihr Leben rettete, konnte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht ahnen.

Am Dienstag, den 18.11. 2008 war es so weit. Ich brachte meine kleine Maus zu meiner Ta. Um 14 Uhr konnte ich anrufen. Greta sollte mit Gasnarkose operiert werden. Ich habe schon beim Hinbringen totale Angst gehabt, dass es schief gehen könnte. Zu meiner Ta habe ich volles Vertrauen, und trotzdem das Gefühl blieb.
Um 14 Uhr rief ich in der Praxis an und komischerweise gab mich die TMA an die Ärztin weiter. der Hammer folgte sofort. Greta hatte die Narkose nicht vertragen, sie war mit dem Kreislauf zweimal so schlapp gwesen, dass sie reanimiert werden musste. Mir war so schlecht und habe danach nur geheult. Ich sollte sie abends abholen, und selbst das stand in den Sternen. die Op musste in den nächsten Tagen gemacht werden.

Normalerweise hätte man gesagt, wir lassen es. Aber bei Greta diagnostizierte man beim Öffnen des Bauches eine Gebärmutterentzündung, die schon am Eitern war.
Ich fuhr nach dem Anruf in die Praxis und blieb bis kurz nach 3, dann fuhr ich nach Hause mit Greta.
Sie sollte gepäppelt werden,war dort aber so angespannt, dass es eindeutig besser war, sie in ihre Umgebung zu holen. Ich päppelte mit Herbicare und Critical Care plus Babyglässchen alle 2 Stunden. Nur Babyglässchen wäre meiner Greta lieber gewesen, aber sie brauchte dringend die Rohfaser für die Verdauung. Ich muss anmerken, dass sie sehr munter war. Nicht irgendwie total schlapp. Das letzte mal päppelte ich um 1 Uhr nachts, dann wieder um 7 Uhr morgens.

Um 9 Uhr morgens am Mittwoch brachte ich Greta, die wirklich fit war, wieder in die Praxis. die OP musste so schnell wie möglich über die Bühne gehen. Um 12 sollte ich Bescheid bekommen, aber das Telefon klingelte nciht und ich stand Todesängste aus. ich war wirklich der Meinung ich bekomme mein Baby nicht zurück.
Um kurz nach 14 Uhr erreichte ich jemanden, Greta hatte die Op überstanden. Um halb 7 konnte ich sie abholen. Sie musste zwar gepäppelt werden, fraß aber Dill, Basilikum, Feldsalat alleine. Am Freitag fraß sie wieder selbstständign, Heu dann ab Samstag. Dill, Basilikum und co regen den Appetit an, deswegen unbedingt anbieten.

Greta ist mittlerweile wieder die Alte, sie kuschelt wieder und vertreibt mich nicht mehr. Vor allem ihr Partner Klopfer genießt das, denn der arme Kerl wurde nur noch berammelt. Greta war so biestig, weil sie Schmerzen hatte. Meine Ta arbeitete vor ihrer Praxiseröffnung 2007 an der TiHO in Hnnover, sie hatte noch nie so einen Fall auf dem Tisch. Bei einem 5 Monte altem Kaninchen ist eine Enzündung sehr sehr selten.

Wann kastrieren?

- bei häufiger Scheinschwangerschaft
- bei fühlbaren Veränderungen der Gebärmutter
- bei starker Verhaltensveränderung

Greta hatte nur letzteres, man hatte beim Tasten nichts gemerkt.

TA Check
- kastriert mit Gasinhalationsnarkose
- das Kaninchen bleibt so lange in der Prais bis es wach ist und gefressen hat
(Greta bekam ich wach,wieder ´, allerdings habe ich gepäppelt. wenn ihr die Erfahrung nicht habt, dann last euer Tier über Nacht in der Praxis)
- das Ninchen bekomt ein Wärmekissen, damit es nicht auskühlt
- bittet um Schmerzmittel für die ersten Tage, der Bauchschnitt ist nciht gerade einfach (er spannt und tut eh), und Schmerzmittel erleichtern

Checkliste für Zuhause

- Decken für das Gehege, Streu reizt die Naht. Sie kann eitern und es kann sich ein Abszess bilden
- Rotlichtlampe oder Wärmekissen
- Päppelbrei
- Babyglässchen
- Fencheltee gegen evtl Blähungen
- Dill, Basilikum, Feldsalat

Der Päppelbrei heißt Herbicare oder Criticalcare. dies ist ein Pulver aus Kräutern und Heu. Der hohe Rohfaseranteil ist wichtig für euer Ninchen. Ihr könnt ihn mit Wassern anrühren, ich hab ihn allerdings mit Glässchen und Fencheltee vermischt.

WICHTIG!
Sollte die Narbe komsich riechen, sich Flüssigkeit bilden, euer Ninchen sehr schlapp sein oder ihr habt einfach ein ungutes Gefühl, fahrt zu eurem Ta, ruft ihn an oder fahrt in eine Tierklinik. Komplikationen kann es immer mal geben, wichtig ist, das ihr sie bemerkt und reagiert
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Luft ist mein Atem
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Re: Bericht Kaninchenweibchen - Kastration

Beitrag von -GoldenPet- » Mo 24. Nov 2008, 12:13

Ich habe jetzt auch einen Bericht einer erfahrenen Tierärztin gelesen, die rät es Weibchen immer kastrieren zu lassen, denn zu 90% erkranken Kaninchen an einer Gebärmutterkrankheit.

In vielen Fällen ist es passiert,dass die Krankheit viel zu spät entdeckt wurde und das Kaninchen dem Tod schon ausgeliefert war. Meistens ist es nach einer Scheinschwangerschaft oft schon zu spät und die Kastration kann das Weibchen nicht mehr retten. Viele Weibchen sind schon an einer Gebärmuttererkrankung erkrankt, ohne dass sie eine Scheinschwangerschaft hatte.

Eine Kastration ist strickt notwendig, wenn man sich ein langes Leben für das Weibchen wünscht, bestätigen richtige Experten. Auserdem ist ein unkastriertes Weibchen dem sehr grossem Drang, sich zu vermehren, ausgeliefert. Das Männchen kann dem Weibchen nicht geben was sie will und so ist die Dame sehr grossem Stress ausgeliefert.

Es raten wirklich viele Gründe, das Weibchen zu kastrieren, da es auch wirklich darunter leidet, sich nicht vermehren zu können. Wie wir wissen, sind Kaninchen ganz unten auf der Nahrungskette und paaren sich wo es nur möglich ist. Wie frustrierend muss das für das Weibchen sein, wenn ihr Mann sie nicht deckt?
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Re: Bericht Kaninchenweibchen - Kastration

Beitrag von Gast49 » Mi 26. Nov 2008, 21:33

Also ich habe mir heute von meiner Tierärztin davon abraten lassen, da ca 85% der Kastrationen bei Weibchen schief gehen und viele bei der OP sterben... :cry: Den Gedanken finde ich gruselig... :o
Ich lass es bleiben, wenns nicht unbeding nötig ist.

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Re: Bericht Kaninchenweibchen - Kastration

Beitrag von saloiv » Mi 26. Nov 2008, 22:02

@ minimia: Was hast du für eine Tierärztin :shock:
Entweder ist sie unfähig oder kann es einfach nicht, oder sie erzählt Quatsch...
Bei Operationen besteht immer eine Gefahr, nämlich das Nakoserisiko.
Aber das 85% der Kaninchenweibchen bei der OP sterben ist falsch. Ich kenne kein einziges, das gestorben ist, aber zick, die kastriert wurden (bestimmt über hundert...).
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Re: Bericht Kaninchenweibchen - Kastration

Beitrag von -GoldenPet- » Mi 26. Nov 2008, 22:35

Ich schliesse mich Saloiv an. Eine Kastration kann immer schief gehen, so ein Eingriff ist eben immerhin eine richtige OP. Dennoch können erfahrene TÄ es gut, denn sie haben es sicher schon oft gemacht. Die OP eines Weibchens ist riskanter als die eines Männchens, das stimmt, jedoch ist es nicht richtig, dass so viele daran sterben.

Ich persönlich rate dazu, ein Weibchen kastrieren zu lassen, denn die Chance ist grösser, dass sie irgendwann erkrankt, als dass sie bei der OP stirbt. Und leider ist es meistens zu spät, zu erkennen, ob die OP wirklich nötig ist/war :(
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Re: Bericht Kaninchenweibchen - Kastration

Beitrag von saloiv » Mi 26. Nov 2008, 22:39

Weit über die Hälfte aller Kaninchenweibchen, die in Gesellschaft leben, erkrankt im Laufe des Lebens an Gebährmutter-Sachen (Entzündung usw.). Bei einer OP zum kastrieren sterben die wenigsten Weibchen, wenn sie richtig durchgeführt wird und das Tier gesund ist. Eigentlich sterben dann so gut wie garkeine.
Klar, das Nakoserisiko besteht, aber mit modernsten Methoden und einem guten Tierarzt kannst du es auch minimieren ;).
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Re: Bericht Kaninchenweibchen - Kastration

Beitrag von chien » Do 27. Nov 2008, 13:23

Es ist wirklich so, man muss hier zwischen zwei Übel entscheiden, Narkoserisiko oder Krebsrisiko.

Es ist aber auch so, dass die Medizin sich ständig weiter entwickelt und es immer bessere Narkosekombinationen, abgestimmt auf das jeweilige Tier gibt. Das Risiko minimiert sich von Tag zu Tag sozusagen;)

Auch sollte man prüfen lassen, ob der TA nicht Inhalationsnarkosen durchgeführt. Der Einsatz von Isofluran als Narkosegas hilft, Belastungen für den Kreislauf und verschiedene Körperorgane, insbesondere Niere und Leber, sind geschonter .

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Gretas Verhaltensänderung nach der Kastration

Beitrag von Princessa » Do 4. Dez 2008, 09:15

huhu ihr lieben,
wie ihr wisst, wurde Greta am 19.11. ja kastriert. ich habe gedacht, ich gebe hier mal Rückmeldung über ihre Veränderung.

ich sag es ganz kurz, wir haben unser Baby wieder *lach* . sie greift uns nciht mehr an, schmust viel mit ihrem Klopfer und mit uns und ist sehr anhänglich geworden. Wir werden geputzt und nicht mehr angetrötet. Und sie ist nun richtig stubenrein, sie pieselt nur in ihre Ecke und da landen auch die Köttel.
Greta sieht fröhlich aus, wenn ein Ninchen lachen könnte, dann würde sie es tun, sie ist viel neugieriger, ich glaube, sie holt jetzt das nach, was sie vorher wegen der Schmerzen net machen konnte.. und das schöne, unsere TA mag sie trotzdem noch.

ich kann nur sagen, ich bin einfach glücklich, dass sie wieder die Alte ist.

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