menschl. Ansprüche vs "artgerechte" Haltung

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Ziesel
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menschl. Ansprüche vs "artgerechte" Haltung

Beitrag von Ziesel » Mi 14. Jul 2010, 12:53

Beim Lesen mancher Threads muss ich immer so´n bißchen Grinsen. Wir Menschen sind schon merkwürdig.
Einerseits wollen wir die Tiere so gut es geht artgerecht halten, andererseits versuchen wir die Tiere zu so zu "erziehen", dass sie unseren Ansprüchen möglichst gerecht werden.
Es gibt schon Tiere wie zB Hunde wo eine gute Erziehung durchaus nötig ist aber manchen Tierarten wollen wir beibringen was sie dürfen/sollen und was nicht obwohl das eigentlich nicht wirklich artgerecht ist.
Welches Kaninchen, Meeri oder Ziesel käme in der Natur auf die Idee eine Art "stilles Örtchen" zu nutzen? Welche Katze macht sich Gedanken darüber ob sie auf den Esstisch springen sollte oder aufgrund menschl Hygienansprüche doch besser darauf verzichtet ? Welchem Tier wird in der Natur versucht klar zu machen, dass hier nicht buddeln, kratzen oder nagen darf...

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Re: menschl. Ansprüche vs "artgerechte" Haltung

Beitrag von Venga » Mi 14. Jul 2010, 13:10

Sicher hast du Recht, dass wir Ansprüche stellen, die nicht ganz artgerecht sind - allesdings auch nicht völlig artuntypisch.
Es geht ja auch um den Schutz der Tiere. Alle Kabel kann man nicht sichern und es ist besser einem Tier die Nähe oder den Raum zu verbieten, als dass es nachher auf dem Rücken liegt.
Wenn es um Hygiene geht...
Auch in der Natur verscharren Katzen ihren Kot, das Kaklo ist die Scharrstelle.
Wilde Kaninchen haben auch ihre Kotstellen, die sie immer wieder benutzen. Meine Kaninchen haben noch nie in die Wohnung gemacht, sie sind immer in ihr Gehege gegangen. Das habe ich ihnen nicht beigebracht. Sie haben höchstens mal beim Toben ein paar Ködel verloren.
Auch in freier Natur müssen Tiere akzeptieren, dass sie bestimmte Bereiche nicht betreten dürfen, weil es das Revier eines Artgenossen ist. Oder es wird zwar im Revier geduldet aber nicht in der Nähe des Baues.
Der Tisch, das Bett oder was auch immer ist eben unser Revier und wird von uns verteidigt.
LG
Venga

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Re: menschl. Ansprüche vs "artgerechte" Haltung

Beitrag von Ziesel » Mi 14. Jul 2010, 13:53

Mir ist schon klar warum wir das tun, sei es zur Sicherheit der Tiere (zB Kabelknabbern uÄ) oder um unsere Hygiene- und sonstigen Ansprüche zu erfüllen. Die sind ja zum Teil auch wichtig um unsere Tiere, uns und unsere Kinder vor Krankheiten ect zu bewahren.
Also ich möchte keine Katze auf´er Kaffeetafel zwischen Erdbeertorte und Schlagsahne oder da wo ich gerade die menschl. Mahlzeit vorbereite. Ich mag mein Essen gern ohne tierische Mitesser (wäre zum Teil auch sehr ungesund für´s Tier) und ohne Katzenhaare. Ein Hund der gerade die Hinterlassenschaften anderer Artgenossen genauer inspizierte ehe er mal eben über mein Teller schlabbert entspräche nicht meinen Hygienevorstellungen.
Allerdings verteidige ich aus meiner Sicht kein Revier mit solchen "Verboten/Erziehunsmaßnahmen" weil ich keine Gefahr bin wie es zB Raubtier wäre oder der sein Revier verteidigende Artgenosse sondern eigentlich versuche ich nur meinen Willen durchzusetzen.
Wer ausser Menschen versucht zB Katze oder Hund klar zu machen, dass andere tierischen Mitbewohner nicht gejagd werden obwohl das doch recht natürlich wäre :hm:

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Re: menschl. Ansprüche vs "artgerechte" Haltung

Beitrag von Doro » Mi 14. Jul 2010, 16:11

Ich versuche ja derzeit auch gerade meine Kaninchenbande zu erziehen, obwohl ich mir gerade anhören musste dass das eh nicht wird, dazu wäre ich schon viel zu gut erzogen :pfeif:

Auf der einen Seite finde ich es niedlich, schön oder wie auch immer wie wir unsere Tiere teilweise vermenschlichen, auf der anderen Seite finde ich es gefährlich. Läuft doch so manch ein Tier, welches die Erwartungen des Menschen nicht erfüllen kann, Gefahr abgegeben zu werden. Meine Katze darf zum Beispiel nicht auf die Küchenanrichte, zum Einen möchte ich das nicht wegen der Hygiene, zum Anderen ist es mir viel zu gefährlich wegen dem Ceranfeld. So einmal im Jahr versucht Gina es trotzdem, sie weiß sie darf es nicht und sie weiß auch dass sie dann direkt runtergesetzt wird, aber einen Versuch um mich zu ärgern ist es alle Male wert. Gestern hat sie es wieder versucht, diesmal allerdings mit toter Maus. Ich schwör euch, sie hat mein Gekreische genossen.

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Re: menschl. Ansprüche vs "artgerechte" Haltung

Beitrag von schweinsnase77 » Mi 14. Jul 2010, 17:24

@Doro: Vll war ihr nach Maus gebraten? :lieb:
Mit freundlichen Grunzern

Annette

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Re: menschl. Ansprüche vs "artgerechte" Haltung

Beitrag von Doro » Mi 14. Jul 2010, 17:31

Ich brate meinem Mann keine Leber und der Katze keine Maus :püh:
Die können gerne nach Mc Maus oder sonst wo hinfahren, bei mir nicht :schäm:

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Re: menschl. Ansprüche vs "artgerechte" Haltung

Beitrag von RuJo » Do 15. Jul 2010, 14:52

Ziesel hat geschrieben: Wer ausser Menschen versucht zB Katze oder Hund klar zu machen, dass andere tierischen Mitbewohner nicht gejagd werden obwohl das doch recht natürlich wäre :hm:
Welches andere Tier hält sich aber auch artfremde Tiere rein zu "Belustigungszwecken"?
Ein Bauer wird der Kuh im Stall nicht versuchen beizubringen wo sie hinscheißen darf ;)

So ist das halt, der Mensch hält Tiere, und er versucht sie nach seinem Gutdünken zu formen.
"Ein gutes Buch, das von majestätischer Unerschlossenheit an seiner Stelle im Regal steht, stellt die aufmunternste Form intellektueller Wandverkleidung dar!" (David Quammen "Die Hörner des Rhinozeros")

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Re: menschl. Ansprüche vs "artgerechte" Haltung

Beitrag von Ziesel » Do 15. Jul 2010, 15:19

Solange der Mensch mit Rück-bzw Fehlschlägen leben kann ist´s nicht schlimm. Dann macht man eben öfter sauber, sichert hier und da, lässt die Tür zu damit Katze nicht mit Vogel spielt usw .
Werden die Tiere aber vernachlässigt, ausgesetzt oÄ weil sie den Erwartungen nicht entsprechen (wie Doro anmerkte) wirds unschön..

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