der "Stellenwert" der Haustiere

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Re: der "Stellenwert" der Haustiere

Beitrag von Venga » Di 3. Mai 2011, 10:40

Auf das Thema Rettung Mensch / Tier will ich gar nicht weiter eingehen - ich habe mir verschiedene Szenarien vorgestellt und bin zu dem Schluß gekommen, dass ich schicht und ergreifend nicht weiß, wie ich reagieren würde.

Beim anderweitigen Unterbringen wegen Auslandsaufenthalt sollte man schon differenzieren.
Fahre ich aus Jux und Dollerei für ein paar Monate weg und nehme es in Kauf, dass meine Tiere die Zeit über im Käfig mit wenig Auslauf gehalten werden oder fahre ich weil ich mich weiterbilden will?
Nur für Spass finde ich es nicht in Ordnung. - Wenn man sich ein Tier anschafft, dann auch mit allen Konsequenzen und den, sich daraus ergebenden, Einschränkungen.
Fährt man zur Weiterbildung, sieht sie Sache anders aus. Wenn ich im Anschluß den Tieren ein besseres Leben bieten kann, ist es den Tieren zumutbar, eine Zeit eingeschränkt untergebracht zu werden.


LG
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Re: der "Stellenwert" der Haustiere

Beitrag von Anita » Di 3. Mai 2011, 11:00

Venga hat geschrieben:Beim anderweitigen Unterbringen wegen Auslandsaufenthalt sollte man schon differenzieren.
Fahre ich aus Jux und Dollerei für ein paar Monate weg und nehme es in Kauf, dass meine Tiere die Zeit über im Käfig mit wenig Auslauf gehalten werden oder fahre ich weil ich mich weiterbilden will?
Nur für Spass finde ich es nicht in Ordnung. - Wenn man sich ein Tier anschafft, dann auch mit allen Konsequenzen und den, sich daraus ergebenden, Einschränkungen.
Fährt man zur Weiterbildung, sieht sie Sache anders aus. Wenn ich im Anschluß den Tieren ein besseres Leben bieten kann, ist es den Tieren zumutbar, eine Zeit eingeschränkt untergebracht zu werden.
Finde ich einen interessanten Standpunkt, aber wie differenzierst du hier bezgl. der Lebenserwartung? Was ist wenn die Weiterbildung zukünftigen Tieren ein besseres Leben ermöglicht, aber denen die darunter leiden müssen nicht?
Wieviel Leid ist rechtens für ein "besseres Leben"?

Und welche Hindernisse sind tatsächlich auch unüberwindbar um nicht trotzdem eine 100% gute Unterbringung zu ermöglichen?
Ich meine, ich hatte bisher noch keine Probleme auch für meine Urlaube die Tiere 100%ig unterzubringen. Und auch wenn ich unbedingt ins Ausland müsste würde ich es ganz sicher schaffen.


Was genau hindert einen denn tatsächlich an einer adäquaten Unterbringung?


LG Anita



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Re: der "Stellenwert" der Haustiere

Beitrag von schweinsnase77 » Di 3. Mai 2011, 11:09

@Anita: Wie definierst du denn 100%ige Unterbringung?

Die Geister scheiden sich doch generell schon bei den Standart Unterbringung. Für meine Begriffe ist alles unter Freilauf eigentlich suboptimal, Tierschützer dagegen halten 2qm pro Tier für ausreichend.

Mal nen Beispiel: Ich bekomm nen THW-Auslandseinastz. Meine Kaninchen müßten in der Zeit in ein Gehege von 6qm. Halte ich für unzumutbar, also gebe ich sie aus Zeitgründen im nächsten Tierheim ab. Die vermitteln wahlweise in Käfige oder in 2qm. Was ist nun besser für die Tiere?


Mit freundlichen Grunzern

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Re: der "Stellenwert" der Haustiere

Beitrag von Anita » Di 3. Mai 2011, 11:28

Tja, da gehts in der Tat schon los... aber mit 100%ige Unterbringung setze ich tatsächlich den Maßstab also erstmal an die eigene Haltung. Klar, kaum einer wird von 100%iger Haltung aus Sicht der Tiere sprechen können. Aber jeder gibt "seine 100%" was die Unterbringung angeht.

Wir vermitteln z.B. nur in eine Haltung bei der die Tiere sich von ihrem aktuellen Standard bei uns nicht verschlechtern. Die qm-Angaben dienen hierbei eigentlich eher der Veranschaulichung was ein Kaninchen an Platzaufwand bedeutet und sind bei uns nicht in Stein gemeißelte Grundlagen. Es spielt eine Menge mehr eine Rolle als "nur" der Platz.

Wenn du 6qm für nicht zumutbar hältst zweifle ich allerdings stark daran, dass du deine Tiere wirklich in das nächste TH bringen würdest, denn da hätten sie sicherlich auch vor der Vermittlung keine Freilaufhaltung. Und das ist eben genau der Punkt... ich trage die Verantwortung dafür den Standard zu halten oder zu verbessern wenn ich plane ein Tier "aus der Hand" zu geben. Egal ob kurz- oder langfristig.



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Re: der "Stellenwert" der Haustiere

Beitrag von Ziesel » Di 3. Mai 2011, 11:34

Gibts´ne 100%ig adäquate Lösung? Werden dien Tiere nicht beim Einsammeln, Transport, neues Umfeld, anderes Personal ect schon Einschnitte/Veränderungen zugemutet?
Selbst wenn zB meine Mietzen zu Hause versorgt werden ist es nicht machbar alles exakt 100%ig so zu regeln als wäre ich da.
Ob ich jetzt zur Weiterbildung oder ins Krankenhaus muss und "meine Angehörigen" fremdbetreuen lasse, es wird Abstriche geben und in dem Fall sowohl bei Tier als auch bei Kind.



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Re: der "Stellenwert" der Haustiere

Beitrag von schweinsnase77 » Di 3. Mai 2011, 11:43

Na ja aber auch bei 100% Anspruch an eigene Haltung kann es schwer werden was adäquates zu finden.

Die Leute die sich den Garten leerfuttern lassen oder bereit sind den Kaninchen die komplette Wohnung zu überlassen sind rar gesät :mrgreen:


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Re: der "Stellenwert" der Haustiere

Beitrag von Anita » Di 3. Mai 2011, 11:45

@Ziesel:

*lach*... naja, da der Mensch ja grundsätzlich ein unfehlbares Wesen ist *vorsichtironie*... beantwortet sich eine solche Frage von selbst.

Ich gehe aber schon davon aus, dass eigentlich spät. nach dem letzten Post klar ist, worauf sich die 100% bezogen bzw. was damit gemeint ist. Es wird wohl keiner von uns nachweisen können, dass er/sie die 100% ideale Tierhaltung hat... leider können wir sie nunmal nicht fragen. Aber wie erwähnt kann jeder seine 100% geben und dafür sorgen, dass das Tier sich eben im Vergleich dazu nicht verschlechtert. Und Punkte wie Umzugsstress haben sie auch beim Abgeben in deutlich schlechtere Bedingungen, also auch wenn ich nicht alles daran setze sie so gut wie möglich unterzubringen.

Und umgekehrt gefragt: Wieviel % Abstriche sind denn gut, vertretbar oder absolut daneben?

@schweinsnase: Habe nie gesagt, dass es leicht ist der Verantwortung gerecht zu werden die man freiwillig übernommen hat. ;)

-- Dienstag 3. Mai 2011, 11:50 --

Interessanter Nebenschauplatz zu diesem Thema sind, wie ich finde, auch Pflegetiere.

Wie seht ihr da den unterschiedlichen Stellenwert?

Es gibt z.B. große Kaninchenschutzvereine in denen von manchen Mitgliedern offen kund getan wird, dass Pflegis einen anderen Stellenwert haben als eigene Tiere.

Das bedeutet, dass sie anders (schlechter) gefüttert werden, dass sie mit weniger Platz auskommen müssen und immer wieder auch, dass Paare regelmäßig getrennt werden um eine Vermittlung zu beschleunigen.

Und auch hier gibts eine "nur"-Formulierung. Es sind ja "nur" Pflegetieren.

Ist ein Pflegetier weniger wert weil es wieder auszieht?

LG Anita



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Re: der "Stellenwert" der Haustiere

Beitrag von Ziesel » Di 3. Mai 2011, 12:22

Naja selbst wenn meine unfehlbaren 100% die ich geben kann, nur 60% des Optimals sind, wärens irgendwie schon die 100% welche meine Tiere kennen/gewohnt sind und die erst mal jemand nachmachen muss.

In % auszudrücken ist wie viel vertretbar ist find ich nun wieder schwierig weil das situationsabhängig ist. Kann ich planen wie Schulung, Urlaub ect werdens wesentlich weniger Abstriche als wenn ich jetzt "spontan" ins Krankenhaus muss. Wobei sich das dann wieder relativiert weil ich ja Plan B habe für solche Fälle hab aber bis der erreicht/zugegen ist wäre ich froh wenn sich überhaupt jemand kümmert
Anita hat geschrieben: Interessanter Nebenschauplatz zu diesem Thema sind, wie ich finde, auch Pflegetiere.
Wie seht ihr da den unterschiedlichen Stellenwert?
Mhh hatte ich schon und habe sie genauso behandelt, gehalten, gefüttert wie meine eigenen Tiere. Allerdings weiss ich nicht, ob das nicht mit von der Tierart und deren Anwesenheitszeit abhängt. Hatte ich zB ´n Hamster in kurzer Urlaubspflege oder ´ne Anakonda länger bei mir, sind das Tiere wo der Zeitrahmen begrenzt ist und man eher weniger Bindung aufbaut als hat man zB 3 Jahre einen Pflegehund



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Re: der "Stellenwert" der Haustiere

Beitrag von Isa » Di 3. Mai 2011, 12:28

Ziemlich schwierig, das ganze in % oder überhaupt in Zahlen fest zu machen.
Ich mach das aber auch gern, damit ich einen Anhaltspunkt habe. :jaja:

Im Endeffekt kommt es doch immer auf das WOLLEN an.
Möchte ich es meinen Tieren schön machen?
Oder sage ich: Ich halte meine Tiere nunmal so und das muss schon reichen.
Den Satz "Andere Leute halten ihre Tiere vieeel schlechter" habe ich schon so oft in Foren gelesen und finde nicht, dass man sich so etwas zum Anhaltspunkt für seine eigene Haltung machen sollte.
Schlechter geht vielleicht immer. Aber muss man deswegen "halbschlecht" halten? :hehe:


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Re: der "Stellenwert" der Haustiere

Beitrag von Anita » Di 3. Mai 2011, 12:36

Richtig, genau das wollte ich damit auch verdeutlichen... sich an den von mir ins Spiel gebrachten 100% festzuhalten ist nicht sinnvoll weil man es nicht in Zahlen definieren kann.

Ich kann aber definieren, dass ich dafür sorge, dass die Tiere sich im Gesamtleistungsindex was die Haltung betrifft nicht verschlechtern. Also, nicht weniger Platz, nicht weniger Freilauf, die gleichen Standards in Sachen Futter. Das drücke ich dann in meinem persönlichen, mir eigenen Sprachgebrauch mit 100% aus.

Und zum Thema Pflegis muss ich sagen, dass die Pflegetiere bei uns die identische Behandlung, Betreuung, Futter usw. bekommen wie unsere Eigenen. Finde das auch wichtig, da man ja auch hier die Verantwortung übernimmt... ist für mich wie ein eigenes Tier, nur eben zeitlich begrenzt.



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Re: der "Stellenwert" der Haustiere

Beitrag von ClaudiaL » Di 3. Mai 2011, 13:09

Anita hat geschrieben: Es gibt z.B. große Kaninchenschutzvereine in denen von manchen Mitgliedern offen kund getan wird, dass Pflegis einen anderen Stellenwert haben als eigene Tiere.
Das hat mir letztens jemand am Telefon erzählt. Ich war total schockiert und konnte das gar nicht glauben aber es scheint tatsächlich so zu sein.

Das gibt es bei mir nicht. Ich hatte jetzt auch für einen kurzen Zeitraum 2 Pflegies aufgenommen. Sie wurden genauso behandelt und gefüttert wie meine, bekamen Auslauf und ein schönes Gehege, genau wie meine auch.


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Re: der "Stellenwert" der Haustiere

Beitrag von Ziesel » Di 3. Mai 2011, 13:18

Das mit den Pflegis wäre ´n eigenes Thema wert. Ich schwanke gerade´n bißchen. Ich bin bestrebt alle Tiere möglichst gut zu pflegen. Schliesslich hat man´ne Verantwortung und man will sie ja gesund und munter zurückgeben so wie man sie selbst auch wiederhaben wollte aber:
1. Darf/sollte ich ohne den Besitzer zu fragen mal eben bei Pflegetieren verbessern was ich für besser halte ? Kann ich zB das Trofuurlaubspflegeschwein/Kanin mit gelegentlichen 2 Salatblättern jetzt füttern wie Schwein/KaninX eines Planetenusers oder den Dosengewöhnthund barfen? :hm:
2.Wie ist das mit Vermittlungstieren?
Wäre für mich schwieriger, nicht nur weil Zeitrahmen unbekannt sondern weil Vermittlung auch lauter Entscheidungen erfordert, die theoretisch leichter sind als praktisch. Also Futter/Platz/Aufwand ect klar wie bei meinen eigenen Tieren aber da muss ich nicht entscheiden ob ich das Paar/die Gruppe trenne um Vermittlungschancen zu erhöhen oder überlegen Haltungsabstriche beim zukünftigen Halter "verantworten" kann.
3. wäre für mich noch die emotionale Geschichte ob ich den Beispielhund nach 3 Jahren noch abgeben kann



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Re: der "Stellenwert" der Haustiere

Beitrag von Anita » Di 3. Mai 2011, 13:36

Findste das ist ein separates Thema? Ich finde das ist eigentlich dasselbe... ob ich nun meine Tiere in eine Notlösung gebe oder ob ich eine Notlösung für ein Tier darstelle... es beleuchtet nur zwei Seiten desselben Problems.

Und ich persönlich definiere alle Tiere an denen ich nicht "Besitz und Eigentum" inne habe (klingt so schrottig, aber ist ja rechtlich so) als Pflegetier. Also egal ob Urlaubs-, Vermittlungs- oder Gnadenbrottier.

Und ich gebe zu, dass ich dazu tendiere Gnadis aufzunehmen als Pflegetiere, da ich mir selbst sehr schwer tue ein Tier wegzugeben das einmal bei mir lebt. Hat nichts mit Unterschieden zwischen unseren Vereinstieren zu tun sondern mit dem puren Egoismus, dass ich mich so sehr auf das Tier einlasse wenn es bei uns lebt, dass ich mich kaum mehr trennen kann.



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Re: der "Stellenwert" der Haustiere

Beitrag von ClaudiaL » Di 3. Mai 2011, 13:54

Die Pflegies die ich hatte, sollten hinterher den Start in ein tolles Leben bekommen, d. h. ich konnte das Platzangebot vergrößern und sie langsam auf ad lib umstellen.

Übernehme ich aber z. B. ein Urlaubstier, was Trofu bekommt, kann ich bei mir kaum sofort eine ad lib Ernährung fahren und hinterher bekommt es wieder Trofu. Das macht den Darm mehr durcheinander als sonst was. Ich muss mich hier dem Halter anpassen. Allerdings würde ich versuchen aufzuklären und in die richtige Richtung zu leiten.

Bei Vermittlungstieren sehe ich es ähnlich wie bei meinen zwei Pflegies. Man will ja einen möglichst guten Platz für sie bekommen. Von daher kann ich ihnen bei mir genau das bieten, denn einen mindest so guten Platz wünsche ich mir ja für sie und würde sie nicht z. B. in Käfighaltung vermitteln.


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Re: der "Stellenwert" der Haustiere

Beitrag von Ziesel » Di 3. Mai 2011, 14:05

Irgendwie haste schon recht, sind 2 Seiten eines Problems. Für mich würde Folgendes einen Unterschied machen: Gebe ich mein Kanin jemandem in Pflege der eigentlich so ernährt gemüsigkräuterreichsalatig wie ich, der sich bemüht und sogar Wiese pflückt aber nach Gras, Löwenzahn, Vogelmiere und Wegerich endet das (Un)Kräuterwissen könnte ich mit diesem Abstrich/Kompromiss leben.
Wie sieht das der Trofuninchenhalter oder Dosenfutterhundebesitzer wenn sein Tier in Pflege´ne gut gemeinte Ernährungsumstellung hat und schlimmstenfalls die Nächste wenn Tier nach Hause muss? Was wäre besser für´s Tier ?

Edit: jetzt hat Lilly die Frage direkt beantwortet ..also versuchen mit dem Halter zu reden und nicht unabgesprochen loslegen mit den gut gemeinten Verbesserungen



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Re: der "Stellenwert" der Haustiere

Beitrag von Nightmoon » Di 3. Mai 2011, 14:30

:hehe: Ich hab das Pflegestellenthema jetzt einfach Mal aufgegriffen, weil ich es wirklich für sehr interessant halte, gerade was den Umgang mit fremden Tierchen anbelangt, wie weit man gehen kann, ob man sie einfach so umstellen darf im Bezug auf Freiheiten und Ernärung usw...
https://www.tierpla.net/allgemein/pflegestelle-aber-richtig-t10701.html" onclick="window.open(this.href);return false;


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Re: der "Stellenwert" der Haustiere

Beitrag von schweinsnase77 » Mi 4. Mai 2011, 17:16

Ziesel hat geschrieben: Ich sage gar nicht, dass der Mensch allgemein höherrangig ist
Aber im Prinzip sind wir es, weil wir uns unserer Macht bewußt sind und diese auch gegenüber den Tieren ausnutzen. Und zwar wir alle hier.

Und alle hier stehen anderen Menschen mehr Rechte zu als ihren Tieren. Oder hat hier schon mal jemand seinen Nachbarn zur Kastra geschleppt, ihm vorgeschrieben was er essen darf, oder wo er schlafen soll? ;)


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Re: der "Stellenwert" der Haustiere

Beitrag von Isa » Mi 4. Mai 2011, 18:09

schweinsnase77 hat geschrieben: Und alle hier stehen anderen Menschen mehr Rechte zu als ihren Tieren. Oder hat hier schon mal jemand seinen Nachbarn zur Kastra geschleppt, ihm vorgeschrieben was er essen darf, oder wo er schlafen soll? ;)
:lol: Nuss, du!! :taetchel:

Aber mal ehrlich: Was meine Nachbarn essen, wo sie schlafen, ob sie "kastriert" :jaja: sind oder nicht, geht mir so am Popöchen vorbei!!
Ich nenne das in dem Fall nicht: dem Nachbarn mehr Rechte zugestehen, sondern schlicht Interessenlosigkeit.


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Re: der "Stellenwert" der Haustiere

Beitrag von saloiv » Mi 4. Mai 2011, 18:36

Gestehen die Ziesel- und Vogelhalter hier im Forum ihren Tiere mehr Rechte zu als die Kaninchen-, Katzen- oder Meerschweinchenhalter? Nur weil man Ziesel und Vögel nicht kastriert...? Naja bei Mensch, Vogel oder Ziesel ist es halt nicht nötig, warum sollte ich sie also kastrieren? Wenn es aus gesundheitlichen Gründen nötig ist, dann macht man es - egal ob bei Mensch oder Ziesel.


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Re: der "Stellenwert" der Haustiere

Beitrag von Feli » Mi 4. Mai 2011, 18:54

Als ob Kaninchen nur kastriert werden wenn sie krank sind. Nahezu 100% der Rammler werden kastriert damit sie sich nicht vermehren. Bei fast 7 Milliarde Menschen kann man drüber nachdenken. Zumindest wenn man Mensch und Tier gleichsetzt :D

Und weil ich grad n bissl verwirrt bin: werden Ziesel nicht kastriert um sich nicht zu vermehren? Können die nicht, wollen die nicht - oder warum tut mans nicht?



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Re: der "Stellenwert" der Haustiere

Beitrag von halloich » Mi 4. Mai 2011, 19:17

Schnuffi hat geschrieben:Und weil ich grad n bissl verwirrt bin: werden Ziesel nicht kastriert um sich nicht zu vermehren? Können die nicht, wollen die nicht - oder warum tut mans nicht?
Bei Zieseln wäre es eine Sensation wenn die in Gefangenschaft Nachwuchs bekommen würden.
Gibt bisher keine Nachzuchten


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Re: der "Stellenwert" der Haustiere

Beitrag von Feli » Mi 4. Mai 2011, 19:53

Ah ok, wusst ich nicht. Danke :)



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Re: der "Stellenwert" der Haustiere

Beitrag von Ziesel » Mi 4. Mai 2011, 22:17

schweinsnase77 hat geschrieben:
Ziesel hat geschrieben: Ich sage gar nicht, dass der Mensch allgemein höherrangig ist
Aber im Prinzip sind wir es, weil wir uns unserer Macht bewußt sind und diese auch gegenüber den Tieren ausnutzen. Und zwar wir alle hier.

Und alle hier stehen anderen Menschen mehr Rechte zu als ihren Tieren. Oder hat hier schon mal jemand seinen Nachbarn zur Kastra geschleppt, ihm vorgeschrieben was er essen darf, oder wo er schlafen soll? ;)
:lol: okay, ich formuliere um: ich sehe Menschen jetzt nicht als generell höherrangig aber als "meine Artgenossen" und ja, damit gebe ich anderen Menschen irgendwie Vorrang, gestehe ihnen Prioritäten zu, ordne die Tiere dem Menschen unter oder wie auch immer man es nennen will..

Nur weil Rujo, Schnuffi oder ich glauben uns im Ernstfall sozialer gegenüber unseren Artgenossen zu verhalten sind wir keine schlechteren Tierhalter oder verantwortungloser. Wir haben eben nur menschlichere Prioriäten und eigentlich solltet ihr darüber froh sein weil wir vielleicht die Nachbarn/Retter eurer Familienangehörigen sein könnten . .



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Re: der "Stellenwert" der Haustiere

Beitrag von schweinsnase77 » Do 5. Mai 2011, 06:57

saloiv hat geschrieben: Naja bei Mensch, Vogel oder Ziesel ist es halt nicht nötig, warum sollte ich sie also kastrieren? Wenn es aus gesundheitlichen Gründen nötig ist, dann macht man es - egal ob bei Mensch oder Ziesel.
Wenn du dir die Gründe für Kastrationenen bei Katzen, Nagern und Co anschaust, wirst du aber recht schnell ziemliche Parallelen im humanen Bereich finden.

- mangelnde hygienische Verhältnisse
-mangelnde Nahrungsressourcen
-keine medizinische Versorgung
-Ungezieferbefall
-hohe "Welpensterblichkeit"
-hohes Risiko für das "Muttertier"

Was sich hier liest wie die Begründung für Kastras bei Katzen und Straßenwuffs ist nichts anderes als die Beschreibung der humanitären Situation in großen Teilen der Welt. Trotzdem schreien nur wenige nach Sterilisationspflicht beim Menschen. Ich auch nicht. :mrgreen: Aber ich fand es gerade nen geniales Beispiel um zu zeigen, das wir alle hier menschliche "Bedürfnisse" über das Tier stellen und vor allem das wir das an. Beim Menschen wäre das undenkbar. :lieb: Zumal Menschen in der Regel ihre Einwilligung zur Kastra geben....Tiere eher weniger. :taetchel:


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