der "Stellenwert" der Haustiere

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Re: der "Stellenwert" der Haustiere

Beitrag von saloiv » Mo 2. Mai 2011, 18:13

Eine Ente setzt sich auf die Eier, obwohl sie nicht weiß warum sie das tut. Sie sitzt wochenlange von morgens bis abends drauf. Mit richtigen Rhythmus (die Eier müssen dazwischen für kurze Zeiten ungekühlt bleiben usw.). Ich glaube ähnlich ist es auch mit dem Nestbau bei Kaninchen. ;)


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Re: der "Stellenwert" der Haustiere

Beitrag von lapin » Mo 2. Mai 2011, 18:14

Und das ist bewiesen, das sie es tun ohne zu wissen warum sie es tun...


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Re: der "Stellenwert" der Haustiere

Beitrag von saloiv » Mo 2. Mai 2011, 18:16

Woher sollen sie wissen warum sie es tun? Wenn sie es wissen, dann intuitiv, aber nicht planend. Wobei das natürlich ein sehr schwieriges Thema ist, weil man es von außen kaum beurteilen kann.


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Re: der "Stellenwert" der Haustiere

Beitrag von lapin » Mo 2. Mai 2011, 18:22

Richtig...bevor ich also versuche mit irgendeiner Logik mich zu entscheiden für welches Leben ich mich entscheide bei der Rettung und ich den Tieren dann eine Zukunftsplanung aberkenne, sollte das doch zumindest bewiesen werden.

Also für mich keine Erwähnenswerte Erleichterung bei der Entscheidungsfindung, da ich da schon anderer Meinung bin...


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Re: der "Stellenwert" der Haustiere

Beitrag von Isa » Mo 2. Mai 2011, 18:30

Stimmt, das ist ein wichtiger Entscheidungspunkt bei dieser "Theorie".
Eine Ente, die die Eier ausbrütet.
Ein Kaninchen, welches seinen Bau erweitert.
Ein Eichhörnchen, das für den Winter Nüsse versteckt.
...
Es ist also weder bewiesen, dass es zukunftsplanend, noch dass es das nicht ist.
Also entscheidet man einfach dass es nur tierischer Instinkt ist und setzt somit wieder das Bewusstsein der Tiere herab.
Oder?


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Re: der "Stellenwert" der Haustiere

Beitrag von Nightmoon » Mo 2. Mai 2011, 18:54

lapin hat geschrieben:Also meine Kaninchen haben nen Mega Bau gebaut, und bauen nun immer ihre Nester dort rein, bei Hitzigkeit...
alsooo jetzt mal ehrlich, das ist nicht Zukunftsdenkend??
Es geht noch weiter, Elterntiere, die sich krank oder tod stellen, um von ihren eigenen Jungtieren abzulenken. Sie führen also ziemlich bewusst Täuschmannöver aus, um ihre Kinder zu schützen.

Das ist auch wieder so eine Sache, der Mensch meint zu wissen, wie Tiere denken, dabei wissen wir Menschen ja noch nicht einmal, wenn Tier uns anbellt oder anstubst oder anbrommselt, was sie und damit wirklich sagen wollen. :jaja:
Bestes Beispiel für mich war aktuell meine Tessa... wie oft kam sie zu mir, fiepste oder stubste mich an und ich saß da, wie "Max inner Sonne" und wusste nicht, was sie von mir wollte :grübel: :hm: Aber, Tessa war so klug, dass sie mir meine Fragen beantworten konnte, indem sie 2-mal bellte, wenn ich mit meiner Frage richtig lag. 2x Bellen bedeutete also bei ihr ein "Ja". Sie machte es mir dadurch leicht, mich mit ihr zu verständigen. Ich stellte ihr dann die häufigsten Fragen (Runtergehen, Wasser schlabbern, auf die Terra rausgehen, Leckerchen, Aua, Hunger oder Kuscheln) und sie antwortete mir entsprechend, was sie wollte. (Das die häufigsten Ja-Antworten bei den Fressifragen oder der Runtergeh-Frage kam, brauche ich wohl nicht extra erwähnen.) :jaja:
Da frage ich mich allen Ernstes, wer denn nun klüger ist, Tier oder Mensch? Normal sollte man nie so eine Frage stellen, denn jedes Lebewesen hat irgendwo seine Daseinsberechtigung. Dennoch bin ich ziemlich oft der Meinung, dass Tiere im Umgang mit anderen Tieren die anpassungsfähigsten Lebewesen sind, weil sie irgendwie immer einen Weg finden, sich uns mitzuteilen, sich ihrem Schicksal zu fügen oder uns ihren Umgang mit ihnen leicht machen, wenn sie von uns geliebt werden. Aber auch da gibt es leider Einschränkungen, denn spätestens, wenn sie krank sind, dann müssen wir versuchen zu verstehen, was ihnen fehlt bzw. was wir tun müssen, dass wir ihnen helfen können. Denn da sind die Menschen wieder die vermeintlich Klügeren. Vermeintlich deshalb, weil Tiere in der Lage sind sich ihre Heilkräuter ohne in Büchern nachzulesen zu suchen, während wir Menschen wieder darauf angewiesen sind Hilfsmittel zu benutzen, um aus bestehenden/vorhandenen Wissen zu lernen oder es anzuwenden. Diese Fähigkeit Hilfsmittel zu benutzen haben ansatzweise nur wenige Tierarten und wenn, dann bei Weitem nicht so ausgeprägt, weshalb sie nicht "die Weltherrschaft an sich reißen könnten" oder Technologien entwickeln können und sowas...
Ich denke, wenn man nach Möglichkeit sich versucht für alle Seiten zu entscheiden, dass alle damit gut leben können, dass ist das okay. Diese "Entweder-oder-Fragerei" finde ich ehrlich gesagt merkwürdig, denn wie hier schon geschrieben wurde, wenn Mensch in höchste Nöte gerät und/oder extremen Stress ausgesetzt ist, dann sind dessen Handlungen oder Ausführungen ganz oft unlogisch und oft nur schwer nachvollziehbar. Teilweise beschränken sich des Menschen Handlungsfähigkeit wirklich nur noch auf die eigenen Überlebensinstinkte. Aber, dafür sind wir halt Mensch.. Extreme Notsituationen kann man ja nun schlecht üben, deswegen halte ich es für unsinnig darüber zu spekulieren, was man im Falle "Dem" tun würde. Ich dachte auich iomer, dass ich in Panik verfallen würde, wenn sich in meiner Nähe ein Mensch versucht das Leben zu nehmen, ganz das Gegenteil war der Fall. Ich handelte total nüchtern, gezielt und überlegt. Als das Schlimmste überstanden war, da kam dann bei mir der "Flattermann".
Andersherum geriet ich schon in Panik,m wo sich im Nachhinein herausstellte, dass es gar nicht so schlimm war..
Deswegen kann ich unmöglich Prognosen über mein Handeln und Denken, in Notsituationen voraussagen.
Im Vorfel und von meinem Kopf her würde ich immer sagen, dass ich zuerst den Menschen rette und dann das Tier, aber wer weiß schon, wie es dann real sein wird?!? :hm:


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Re: der "Stellenwert" der Haustiere

Beitrag von Kaktus » Mo 2. Mai 2011, 19:13

In Experimenten konnten bei bestimmten Tieren Vernuft, Logik (z.B. bewusste Täuschung), Selbstbewusstsein, vorausplanendes Denken und andere "menschliche" Merkmale bewiesen werden. Zumindest trifft dies auf viele Wirbeltiere zu. Es ist definitiv nicht alles Instinkt. Zudem handelt der Mensch selbst nicht allzu selten nach seinem Instinkt und denkt, es sei die Vernunft, nur sind wir uns dessen nicht immer bewusst :jaja:


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Re: der "Stellenwert" der Haustiere

Beitrag von chien » Mo 2. Mai 2011, 19:18

Es ist also weder bewiesen, dass es zukunftsplanend, noch dass es das nicht ist.
Also entscheidet man einfach dass es nur tierischer Instinkt ist und setzt somit wieder das Bewusstsein der Tiere herab.
Oder?
Das stimmt so nicht, es gibt etliche Studien die mehr belegen als nur diese Aussage...

z.B.
Der Mensch verfügt über die Fähigkeit kreativen Denkens
Der Mensch kennt Schuldgefühle
Der Mensch verfügt über Abstraktionsmöglichkeiten
Der Mensch besitzt schöpferische, erfinderische, ästhetische und künstlerische Fähigkeiten
Der Mensch besitzt Fähigkeiten der Bewertung und Beruteilung
Der Mensch besitzt Entscheidunggsfähigkeit zu Guten und zu Bösen
Der Mensch ist wohl auch das einzige Wesen, welches seine Artgenossen aus egoistischen Gründen belügen, ausbeuten und umbringen kann ;)

Das [url=http://www.textlog.de/35547.html]hier[/url] ist auch interessant dazu ;)



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Re: der "Stellenwert" der Haustiere

Beitrag von schweinsnase77 » Mo 2. Mai 2011, 20:11

Einspruch
chienloup hat geschrieben:
Es ist also weder bewiesen, dass es zukunftsplanend, noch dass es das nicht ist.
Also entscheidet man einfach dass es nur tierischer Instinkt ist und setzt somit wieder das Bewusstsein der Tiere herab.
Oder?
Das stimmt so nicht, es gibt etliche Studien die mehr belegen als nur diese Aussage...

z.B.
Der Mensch verfügt über die Fähigkeit kreativen Denkens tun Tiere auch...siehe Werkzeuggebrauch bei Affen und Vögeln oder bei Fraßschweinchen
Der Mensch kennt Schuldgefühle Das kommt aber arg auf den Menschen an...haben Hunde aber auch
Der Mensch verfügt über AbstraktionsmöglichkeitenSeehunde auch
Der Mensch besitzt schöpferische, erfinderische, ästhetische und künstlerische Fähigkeiten kicher* Das Ergebnis der meisten schöpferischen Erfindungen ist wohl eher ziemlich zerstörerisch
Der Mensch besitzt Fähigkeiten der Bewertung und Beruteilung haben Tiere auch
Der Mensch besitzt Entscheidunggsfähigkeit zu Guten und zu Bösen ist aber auch rein subjektiv
Der Mensch ist wohl auch das einzige Wesen, welches seine Artgenossen aus egoistischen Gründen belügen, ausbeuten und umbringen kann ;)


Mit freundlichen Grunzern

Annette

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Re: der "Stellenwert" der Haustiere

Beitrag von saloiv » Mo 2. Mai 2011, 20:45

chienloup hat geschrieben: Der Mensch besitzt Fähigkeiten der Bewertung und Beruteilung
Der Mensch besitzt Entscheidunggsfähigkeit zu Guten und zu Bösen
Der Mensch ist wohl auch das einzige Wesen, welches seine Artgenossen aus egoistischen Gründen belügen, ausbeuten und umbringen kann ;)
Ein Grund mehr das Tier zu retten... :X :jaja:


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Re: der "Stellenwert" der Haustiere

Beitrag von lapin » Mo 2. Mai 2011, 20:48

Sehr schön :jaja: :top:!


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Re: der "Stellenwert" der Haustiere

Beitrag von Ziesel » Mo 2. Mai 2011, 21:56

Isa hat geschrieben: Wieso dann diese Aussage? Wenn ich etwas nicht mag, setz ich mich nicht dafür ein, mal ganz krass gesagt......Muss ich es denn erklären, wenn ich einem piepfremden Menschen, der mir egal ist, dem ich egal bin, nicht das zukommen lasse, was "erwartet" wird??.
ja du musst es erklären auch wenns dir egal ist..weiteren wildfremden Menschen nämlich ob nun den Eltern/Angehörigen oder vor Gericht wegen unterlassener Hilfeleistung
Isa hat geschrieben: Ich wüsste für mich (!!!) jetzt nicht warum ich ohne Vergnügen jetzt mal kurzfristig nen Auslandsaufenthalt oder Urlaubhaben sollte. :grübel:??.
Mhh ich kenne jemanden der die Wahl hatte, entweder 3 Monate Auslandsarbeit oder Job weg und nahm solange sein Tier (Anakonda). Und wenn ich egoistischer Weise Tiere zB Katze halten will, kann ich von meinem Partner/Kind auch nicht verlangen die nächsten 15 Jahre auf Urlaub zu verzichten weil ich meine Tiere ausser ihm niemandem anvertrauen will.
Isa hat geschrieben: Ich wäre z.B. niemals nie nicht bereit für meine Arbeit meine Tiere aufzugeben
oder sie zu benachteiligen. Never!!:??.
Ich für meinen Teil würde da sehr differenzieren da ja nun mal mein Job nötig ist um die Versorgung meiner Tiere zu gewährleisten. Harz 4 würde weder für ausreichenden Platz noch für Futterauswahl oder Ta-Kosten reichen. Also im Notfall wie zB Hund beim Gassi vor der Arbeit angefahren würde ich wohl auf Arbeit anrufen, (vermutlich vom nächsten Tierarzt aus) aber bei weniger Dramatischem gut überlegen

Ansonsten seh ich es ähnlich wie Rujo, es geht hier nicht um Eltern und Nichteltern weil fast alle Menschen auch andere Angehörige haben als Kinder.
Entscheide ich mich Tiere zu halten heisst das nicht automatisch, dass ich deren Bedürfnisse über die Bedürfnisse meiner Mitmenschen stellen kann ob´s nun die eigene Familie betrifft oder zB Nachbarn, Kollegen, Vermieter ect eben weil ICH die Tiere halte und von denen auch ein gewisses Maß an Toleranz/Akzeptanz erwarte



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Re: der "Stellenwert" der Haustiere

Beitrag von saloiv » Mo 2. Mai 2011, 22:12

Ich für meinen Teil würde da sehr differenzieren da ja nun mal mein Job nötig ist um die Versorgung meiner Tiere zu gewährleisten. Harz 4 würde weder für ausreichenden Platz noch für Futterauswahl oder Tierarzt-Kosten reichen. Also im Notfall wie zB Hund beim Gassi vor der Arbeit angefahren würde ich wohl auf Arbeit anrufen, (vermutlich vom nächsten Tierarzt aus) aber bei weniger Dramatischem gut überlegen
Würdest du dann das sterbende oder schwer kranke Kind auch im Krankenhaus alleine lassen, weil du sonst deinen Job verlierst und der Job das Überleben der Familie sichert? Ich würde glaube ich dann lieber kurzfristig mit Arbeitslosengeld leben bis ich einen neuen Job finde bei dem man mehr Verständnis für Menschliches hat. Ich muss nicht mit in der Tierklinik sitzen, aber ich muss das Tier zumindest hinbringen und es nicht zu Hause leiden lassen oder aber eine andere Person organisieren, die das für mich übernimmt.
Wenn ich einen Arbeitgeber habe der eine halbe Stunde Verspätung (die ich auch noch telefonisch angegeben habe) nicht toleriert obwohl es sich dabei um Tierleid handelt (das Tier liegt leidend zu Hause oder wird in der Tierklinik versorgt), möchte ich da nicht arbeiten. Sowas kommt ja nicht täglich vor...
Ich verstoße sicher nicht gegen das Tierschutzgesetz, nur weil ich dann meinen Job verlieren könnte. Mal ganz abgesehen von dem Schaden den ich erleide wenn ich weiß, dass ich daran schuld bin, dass mein Tier (das mich jahrelang treu begleitet hat) sich über Stunden gequält und dann gestorben ist.
Das heißt konkret: Als erstes versuche ich natürlich das Tier außerhalb der Arbeitszeit zu versorgen (wie schlimm ist es krank? Kann ich es nach der Arbeit in die Klinik bringen? Oder davor?) bzw. jemanden zu organisieren, der es für mich hinfährt (Nachbar, Freund, Verwandter...). Wenn das nicht klappt, werde ich aber trotzdem dem Tier helfen, auch wenn es auf Kosten meines Jobs gehen könnte. Das dürften aber sehr sehr seltene Fälle sein. Wann kommt es schon dazu?


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Re: der "Stellenwert" der Haustiere

Beitrag von Ziesel » Mo 2. Mai 2011, 23:06

Wie gesagt, ich würde da schon differenzieren nach akuter Situation/Notfall wie das Beispiel mit dem Hund aber da sind wir wieder angekommen bei dem Thema von vorhin. Schweinsnase sprachs bereits an
schweinsnase77 hat geschrieben: Ich pers. kann zwar nen Monat trocken Brot essen, aber die Kids damit nen Monat in die Schule zu schicken ist schwieriger. ;)
Du kannst deinen Job viel leichter sausen lassen weil du die Konsequenzen "ausbadest". Du kriegst eventuell´ne ALG-Sperre und nimmst dann bei Sozleistungen die folgenden Einschränkungen/Abstriche auf dich, vielleicht auch noch ein bißchen deine Tiere (zB bei 30cm Schnee wenn du nicht sammeln kannst) aber das ist nicht für jeden so. Haste ´ne Familie, die von deinem Einkommen abhängig ist, bei dir familienkrankenversichert ect sieht das schon anders aus. Stell dir vor du wärst alleinverdienender Vater mit Frau und 2 Kids die von dir abhängig sind.

Im Übrigen machen die meisten Menschen (auch Arbeitgeber, A-Amtmitarbeiter, Arbeitsgerichte) schon´n Unterschied zwischen krankem Kind und Haustier, also stellt sich deine erste Frage gar nicht weil ich Kind nicht mit Tier vergleichen kann und will. Ich bin zuerst Mensch und dann Tierhalter



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Re: der "Stellenwert" der Haustiere

Beitrag von saloiv » Di 3. Mai 2011, 00:32

Natürlich kann man Kind nicht mit Tier vergleichen, ebenso wenig wie man Kind A mit Kind B oder C vergleichen kann. Und ich verstehe auch deine Sorgen bzw. Beweggründe. Allerdings hat das Ganze bei mir dann eine Grenze, wenn ein Tier deswegen leidet oder stirbt. Dann würde ich lieber viele Abstriche machen. Und übrigens wäre es ein Verstoß gegen unser Gesetz, wenn ich ein leidendes oder sterbendes Tier nicht versorge.
Und ein Monat trockenes Brot ist an der Stelle wohl etwas übertrieben. Wir haben ja in Deutschland eine Grundsicherung, die zumindest jedem Menschen eine (mehr oder weniger) ausreichende Ernährung ermöglicht.
Würdest du dann z.B. die schwer verletzte Katze einfach im Wohnzimmer liegen lassen weil du dringend zur Arbeit musst und sie stundenlang den Schmerzen aussetzen. Unter Umstanden sogar dem Todeskampf?
Das wäre es mir niemals wert. Egal ob es ein Meerschweinchen, ein Kind, meine Oma, die Nachbarin oder der Hund ist: Wenn ein Lebewesen leidet (und die Katze leidet nicht weniger als die Oma), gehört ihm geholfen, als oberste Priorität.


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Re: der "Stellenwert" der Haustiere

Beitrag von Isa » Di 3. Mai 2011, 04:23

@ Ziesel: Saloiv hat eigentlich schon für mich geantwortet. Genau so sehe ich das auch!!
Ansonsten unterscheide ich natürlich zwischen Notfall oder nicht Notfall.
Ich musste ja in letzter Zeit öfter mal hintereinander zum TA mit Mimm's Diabetes und Pü's Blasengeschichte.
Da aber beides kein Akutnotfall war, bin ich NACH der Arbeit zum TA.
(Das ein oder andere Mal habe ich vielleicht eine halbe Std. früher Feierabend gemacht, um es noch während der Praxisöffnungszeiten hin zu schaffen.)
Pü hatte zwar Schmerzen, aber da hab ich selbst kurzfristig mit einem Schmerzmittel nachgeholfen, welches sie bis zum Feierabend schmerzfrei machte.
Bei Schlümpfchen damals, als sie morgens vor meiner Arbeit im Sterben lag und sich quälte, hab ich mich kurzerhand gegen meinen Job entschieden. D.h.: Ich bin nicht arbeiten gegangen, sondern zum TA um sie erlösen zu lassen.
Nie hätte ich es mir verziehen, sie über 11 Stunden leiden zu lassen.


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Re: der "Stellenwert" der Haustiere

Beitrag von Anita » Di 3. Mai 2011, 07:05

Hallo zusammen,

ich habe mir jetzt diesen ganzen Thread mal zu Gemüte geführt und muss ehrlich sagen...ich bin von mancher Aussage schon erschüttert!

Ich kann nicht nachvollziehen wie man sich darüber aufregen kann, dass manch einer schreibt "es ist doch nur ein Mensch" und völlig verständlich findet dass ein anderer von "nur einem Kaninchen" (beides mal aus dem Zusammenhang gerissen und nicht allein auf Schnuffi gemünzt) spricht!

Diese ganze Retten-oder-nicht-Fragestellung halte ich für extrem polarisierend und absolut nicht realistisch. Die Äusserungen auf beiden Seiten. Aufschluss über diese Frage kann uns nur der Extremfall geben und ich wette, dass mindestens ein Drittel derer die sich beteiligt haben genau entgegengesetzt und ein weiteres Drittel vermutlich gar nicht im Stande wäre überhaupt irgendwen zu retten. Warum ich mir da so sicher bin? Ich bin selbst immer davon ausgegangen ich könnte in einer Extremsituation noch überlegt handeln und zumindest Hilfe holen... als mein Ex-Mann jedoch durch einen Grillunfall komplett in Flammen stand war ich nichtmal in der Lage mit dem hysterischen Schreien aufzuhören und ich weiß so sicher wie das Amen in der Kirche, dass er gestorben wäre, wäre er allein mit mir gewesen. Diese Erfahrung lehrte mich sehr hart was es heißt wirklich in einer Extremsituation zu sein und vorallem, dass man niemals im Vorfeld wissen kann wie man reagiert.

Zum auslösenden Thema:

Mir steht kein unmittelbares Urteil über einzelne zu, also greife ich mit dem was ich nun schreibe auch niemanden persönlich an. Es ist einfach nur meine Ansicht zu dieser Frage und wenn sich jemand auf den Schlips getreten fühlt wird er/sie Gründe dafür haben...

Wenn ich mir ein Tier anschaffe trage ich die Verantwortung dafür. Ebenso wie für ein Kind! Ich mache mir ein Wesen zu eigen das auf meine Hilfe angewiesen ist... würde man also hergehen und z.B. ein Kind irgendwo in ein Zimmer sperren für 3 Monate, meinetwegen auch mit Privatlehrer, tollem Essen usw., nur weil man ins Ausland gehen möchte (Gründe hierfür sind meiner Ansicht nach vollkommen egal) und es erst wieder rauslassen wenn man zurück ist mit der Begründung "es ist doch nur ein Kind", was gäbe das für einen Aufschrei? Das wäre sicherlich noch nichtmal legal. Warum also mit einem Kaninchen? Wenn jemand sagt, dass er seine Bedürfnisse nicht zurückstecken will, "nur" weil er ein Kind hat, wäre er/sie sofort eine Rabenmutter/-vater. Aber bei Tieren ist das ok? Auch wenn sie ebenso auf uns angewiesen sind?
Oder das ganze mal etwas weniger radikal:
Man schafft sich einen Hund an, aber will dafür auch keine Einschränkung in Kauf nehmen... also gehts auch wieder ums Thema Urlaub/Auslandaufenthalt... meine Verwandschaft/meine Freunde haben die Möglichkeit ausreichend (für das Erledigen der Geschäfte) 2-3 Mal am Tag KURZ mit Wuffi Gassi zu gehen, den Rest des Tages muss er dort in einer Box verbringen in der er z.B. drei Schritte auf und ab und links und rechts gehen kann. Bekommt währenddessen nur Billigfutter und ausreichend Wasser. Wäre das ok? Weil es ja "nur" ein Hund ist? Oder würde hier nicht doch eigentlich jeder auf die Barrikaden gehen weil man das überlegen sollte bevor man sich den Hund überhaupt anschafft?
Ich persönlich empfinde so eine Einstellung wirklich als verwerflich. Egal welche Art von schutzbefohlenem Lebewesen sie trifft. Ob das nun Kind oder Kaninchen ist (interessant finde ich hierbei, dass als "extremes Gegenbeispiel" zum Kind überdurchschnittlich oft das Kaninchen angebracht wird, lässt das Rückschlüsse darauf zu wie gering der Stellenwert auch in der Tierhaltergesellschaft ist? Oder ist es auf den Urpsrungsbeitrag zurückzuführen indem es um Kaninchen ging?)! Ich habe das Lebewesen in die Abhängigkeit von mir gebracht und ich habe dafür Sorge zu tragen, dass es 24/7 für den Rest seines Lebens oder die Zeit die es bei mir ist 100% korrekt versorgt ist! Ich bin der Ansicht, dass es da keine Abstriche geben darf.

Es gibt nicht "nur" ein Tier XY! Es gibt nur denkende, fühlende und vor allem leidende Lebewesen. Was hat denn das Kaninchen verbrochen dass es für den Auslandsaufenthalt, oder was auch immer, des Halters in den Knast muss? Es bekommt quasi 3 Monate ohne Bewährung... gut mit ein bisschen Freigang auf dem Hof. Aber was hat es sich zuschulden kommen lassen? Hat es sich das falsche Zuhause ausgesucht? Welche Wahl hatte es denn?

Ich bin der Meinung, dass ich mir keine Tiere anschaffen darf wenn ich jederzeit ohne Bindungen abhauen können will.

Zum Standpunkt "Ich nehme mich nicht zurück weil ich viel länger mit einer Fehlentscheidung zu leben habe" (Vergleich: Kaninchen hat vllt. nur noch 10 Jahre, ich aber noch ca. 50 Jahre)... nun rechnet doch mal nach was 3 Monate im Verhältnis betrachtet für und wären? 10 Jahre = 120 Monate 3 Monate = 2,5% des Kaninchenlebens... 2,5% von 50 Jahren Menschenleben = 1,25 Jahre. Im Verhältnis gesehen bekommt das Tier also 1,25 Jahre Knast dafür dass es nichts getan hat, ausser ins falsche Zuhause zu ziehen. Wie würde man das Kind-in-Zimmer-Beispiel wohl mit 1,25 Jahren betrachten/bewerten?

Ich möchte nochmal dazu sagen, dass ich niemanden hier persönlich angreifen möchte... es geht hier um Meinungen zu einem sehr persönlichen und "privaten" Thema... und die werden auch schnell falsch aufgefasst. Wenn sich jemand den Schuh anziehen möchte macht er/sie das auf "eigene Gefahr".

LG Anita



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Re: der "Stellenwert" der Haustiere

Beitrag von ClaudiaL » Di 3. Mai 2011, 07:33

Anita, Du sprichst mir aus der Seele ....


Wenn es mir schlecht geht, gehe ich nicht in die Apotheke, sondern zu meinem Buchhändler
(Philippe Djian)

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Re: der "Stellenwert" der Haustiere

Beitrag von halloich » Di 3. Mai 2011, 07:58

Ich habe hier bisher nur mitgelesen und mich nicht geäussert, weil ich das ganze nicht so klar sehe.
Ich sehe das ganze etwas zwiespältig.
Es gibt kein schwarz weiß, es gibt auch grau.

Also wenn man in einer extremen Notsituation ist kann man nicht mehr rational denken.
Man handelt ganz anders als man das in der Theorie möchte.

Und im Extremfall rettet hier vermutlich jeder erst seinen eigenen Hintern

Von der Theorie her würde ich meinen verhassten Nachbarn eher retten als meine Tiere.
Was aber nicht heisst das ich meine Tiere nicht liebe und mich nicht um sie kümmer.

Klar muss ich mir Gedanken machen, wenn ich mir Tiere anschaffe, was mache ich mit denen im Urlaub, im Krankheitsfall, bei längerer Abwesenheit.
ABER, Lebensumstände können sich auch ändern, auch ungewollt.

Wenn ich jetzt Tiere habe und alles ist perfekt, dann bekommt einer Allergie? Man wird arbeitslos? Man gründet eine Familie? Gerade bei Jugentlichen ist es ja oft das sie die Tiere versorgen und dann kommt aber der Schulabschluß. Was dann? Mitnehmen zum Studium/Ausbildung geht oft nicht. Wenn ich Glück habe lieben meine Eltern die Tiere genauso und versorgen sie weiter genauso. Es kann aber auch sein das die Eltern die Tiere nicht möchten.
Jetzt kann ich deswegen aber nicht jedem Jugentlichen sagen du darfst dir kein Tier anschaffen weil du ausziehen wirst und du deine Tiere mitnehmen musst oder so ähnlich.
Ich hoffe ihr versteht was meine Gedankengänge sind.
Anita hat geschrieben:Ich bin der Meinung, dass ich mir keine Tiere anschaffen darf wenn ich jederzeit ohne Bindungen abhauen können will.
Vom Prinzip her richtig.
Aber gerade bei Tieren die länger leben als ein Hamster oder eine Maus.
Weiss man iimmer was in den nächsten 10 - 20 Jahren passiert?
Also ich kann nicht in die Zukunft schauen.

Ich werde auf keinen Fall wegen meiner Tiere den Job riskieren oder mich verschulden
Wer mal arbeitslos war und kein Geld bekommen hat (nee, Hartz4 gab 1995/1996 noch nicht) und das Geld von meinem Lebensgefährten (wir waren noch nicht verheiratet) wurde mit angerechnet. So habe ich erst Arbeitslosengeld bekommen, nach einem Jahr aber keine Arbeitslosenhilfe.
Wir lebten knapp über der Armutsgrenze, die damals noch geringer war als heute.


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Re: der "Stellenwert" der Haustiere

Beitrag von Nightmoon » Di 3. Mai 2011, 08:07

Anita, auch ich muss dir inn vielen Dingen Recht geben. Zum Thema Kinder einsperren, dazu oute ich mich Mal jetzt, denn ich weiß es selber, wie es sich anfühlt, wenn man einfach weggesperrt wird, weil man im Weg ist, weil man ungewollt ist oder ein Kuckuckskind ist, auch wie es ist, wenn man gehasst wird oder nur von jemandem aufgenommen wird, um eine Arbeitskraft mehr zu haben und das als 6- bis 8-jähriges Kind!
Meiner Mutter war ich wohl scheiß egal und einfach nur im Weg. Ja, ich bin in 3 verschiedenen Kinderheimen groß geworden und hatte 2-mal Pflegeeltern. Mein Leben war also alles Andere als superschön, obwohl ich mir so oft ich konnte meine eigenen schönen Momente bereitete und das ging am besten mit Tieren.
Vielleicht deshalb meine regelrechte Affenliebe zu Tessa? Ich wollte ihr nie das Gefühl geben, nicht geliebt zu werden. Im Gegenteil, ich hab immer versucht ihr eine Art Ersatzrudel zu schaffen, wo sie weitesgehend sie selber sein konnte, was zugegeben nicht immer einfach war. Dennoch stehe ich voll und ganz dazu und würde es wohl auch jeder Zeit wieder so mit einem Tier machen, wenn ich mich wieder dazu entscheiden werde. Aber, ich werde das nächste Tier mit Sicherheit danach auswählen, was meine Lebenssituation dann hergeben wird. Im Punkto Tierhaltung der unterschiedlichsten Arten habe und kann ich auf eine ziemlich breite und große Erfahrung zurückgreifen, weswegen ich denke, dass ich mich dann im gegebenen Fall entsprechend entscheiden werde, was mir möglich ist. Ob es ein Tier sein wird, was ich mir wieder hier zu Hause halte oder ein Tier, wofür ich die Patenschaft übernehmen werde oder ein Tier auf einem Hof unterbringe, wo ich jeder Zeit hinfahren/hinlaufen kann, das wie schon gesagt, weiß ich derzeit noch noch nicht. Das lasse ich langsam angehen, denn eine Tieranschaffung sollte sehr gut überlegt werden und das im Vorfeld.
Auch ich habe nicht vor, mit meinen Aussagen, irgend jemanden anzugreifen, aber wenn ich Eines von Tieren gelernt habe, dann das, dass ich von einem Tier noch NIE enttäuscht wurde, von Menschen schon mehr als nur enttäuscht! Tiere gehen auf einen zu, ohne Vorurteile, sie gucken dir direkt ins Herz, sie machen sich nichts draus, wenn Du krank bist, im Gegegenteil, sie weichen dir dann nicht von der Seite, sie animieren dich immer wieder, unermüdlich zu kämpfen, weil das Leben schön sein kann und ist, wenn man es sehr bewusst lebt..und ja, in vielen Situationen habe ich sogar Tiere dem Menschen vorgezogen. Ich denke, dass ich dazu aber auch alle Rechte der Welt hatte. Tiere taten mir nicht einfach weh. ...und wenn doch, dann nur, weil ich mich wie ein Idiot benommen hab, denn auch ich musste erst lernen, mit Tieren richtig umzugehen.
Ob das jemand nun für übertrieben hält oder nicht, das ist mir ehrlich gesagt Wurst. Tiere gaben mir sehr oft mehr ehrliche Liebe, als ich sie je von vielen Menschen erfahren habe. Aber gerade deswegen suche ich mir "meine Menschen", mit denen ich gerne zusammen bin ganz genau aus. Ich lasse mich dabei auch nicht von Äußerlichkeiten leiten, ich versuche dem Menschen ebenfalls direkt ins Herz zu gucken. Bis jetzt kann ich sagen, dass mir das bei Vielen schon sehr gut gelungen ist, nur bei einer einzigen Person nicht, meiner eigenen Mutter, da hab ich mich blenden lassen. Aber auch da hat mich meine Tessa regelrecht aufgefangen. Hätte ich Tessa bloß schon vorher gehabt, vielleicht wäre mir dadurch Vieles erspart geblieben?!?
Sie zeigte mir immer und immer wieder, auf was es im Leben wirklich ankommt und, dass man das Leben positiv sehen soll.
Sie war mein kleiner Seelenwächter, mein Schutz vor schlechten Menschen oder Menschen, die mir nicht gut taten. Denn wenn sie einen Menschen gemieden hat, dann stimmte mit dem auch etwas nicht und darauf konnte ich mich immer 100%ig verlassen! Aber auch das lernte ich erst im Laufe der Zeit durch Tessa, dass sie das richtige Gespür dafür hat.

Im Groben also gesehen, wann, wenn und ob ich mir ein Tier anschaffen werde, dann muss sich dessen Haltung und Zeitansprüche mit den Meinen irgendwie annähernd decken, denn weder ich, noch das Tier soll darunter zu leiden haben, wenn ich mich dazu entschließe.


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Re: der "Stellenwert" der Haustiere

Beitrag von Isa » Di 3. Mai 2011, 08:36

Anita danke! Dein Beitrag ist sehr einfühlsam geschrieben und hat niemanden angegriffen in meinen Augen.
Es tut einfach nur gut, so etwas zu lesen. :kiss:
halloich hat geschrieben: Klar muss ich mir Gedanken machen, wenn ich mir Tiere anschaffe, was mache ich mit denen im Urlaub, im Krankheitsfall, bei längerer Abwesenheit.
ABER, Lebensumstände können sich auch ändern, auch ungewollt.
Natürlich muss man immer mit plötzlich sich ändernden Lebensumständen rechnen.
Höhere Gewalt sozusagen.
Und ich mache einen klaren Unterschied zwischen ungewollten und gewollten sich verändernden Lebensumstände.
Möchte ich in eine super tolle Wohnung umziehen, in der z.B. keine Tiere erlaubt sind oder in den Urlaub fahren oder selber Kinder haben, etc.... das wären für mich persönlich niemals akzeptable Umstände, die es rechtfertigen würden, meine Tiere in irgendeiner Weise zu benachteiligen!

Seit ettlichen Jahren wünsche ich mir einen Hund.
Und am liebsten hätte ich ihn schon gestern als morgen.
An Lebensraum, Geld oder Liebe würde es nicht fehlen.
Aber an der Zeit. Bisher hat es mir einfach meine Zeit nicht erlaubt, so für einen Hund da zu sein, wie ich es persönlich für richtig halte. Klar würde ich es morgens vor der Arbeitszeit, in der Mittagspause und nach Feierabend hin kriegen, kurz mal Gassi zu gehen. Der Hund dürfte höchstwahrscheinlich auch mit mir ins Büro kommen. Aber ist das ideal? 9 Std. netto im Büro rumzuliegen? Ich finde nein.
Am Wochenende habe ich oft Schule. Auch da dürfte er jederzeit mit kommen. Aber dann wieder wie unter der Woche, rum liegen und "warten" bis er nicht mehr still sein "muss"? Find ich auch nicht ok.
Darum erfülle ich mir den derzeitigen Hundewunsch noch nicht!

Egal welches Lebewesen... es hat Gefühle.
Und nur weil es eben nicht "Mensch" heißt, brauche ich es nicht zu benachteiligen!
Und alles was meine Türschwelle überschreitet um hier zu leben, weil ICH es so entschieden habe, ist Familie.
Und für die sorge ich ohne wenn und aber.


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Re: der "Stellenwert" der Haustiere

Beitrag von Anita » Di 3. Mai 2011, 08:44

Hallo du, ;)

klar gibt es auch noch Grauzonen... zumindest was z.B. Themen wie Finanzen, Job und Allergien angeht. Aber ich bin der Meinung, dass ich als Tierhalter die Pflicht habe, wenn ich aufgrund z.B. der Finanzen oder Allergien nicht mehr im Stande bin das Tier zu 100% zu versorgen, es abgeben muss. Das ist die Verantwortung ggü. dem Schutzbefohlenen die ich habe. Wieviele Mütter geben ihre Kinder zur Adoption frei weil sie nicht für sie sorgen können. Auch das empfinde ich als verantwortungvolle Entscheidung einem ungewollten Kind ggü. (Obwohl ich auch auf dem Standpunkt stehe, dass man in der heutigen Zeit eigentlich nur durch Vergewaltigung wirklich ungewollt schwanger werden kann, alles andere ist mangelnde Vorsicht/Weitsicht auf dem Rücken von Schutzbefohlenen ausgetragen, das aber nur am Rande, das führt aber an der Stelle zu weit).

In Sachen Job gibts es in der Tat auch eine Menge Grauschattierungen... und da muss man abwägen. Aber das Tier dafacto leiden zu lassen geht für mich auch nicht. Dann muss ich Auswege finden wie z.B. Nachbarn o. stationäre Unterbringung usw.. Die gibt es meiner Erfahrung nach auch IMMER. ICh arbeite in einem großen Unternehmen, da hat auch nicht jeder Verständnis für meine Einstellung zu den Tieren die wir haben. Aber wir haben noch immer Lösungen für alle Beteiligten gefunden. Also Job riskieren für Tier ist meines Erachtens eine Utopie... denn es wird immer einen TA mit Notdienst o.ä. geben, auch auf dem Arbeitsweg, der das Tier erstversorgen kann ohne das man seinen Job riskiert.

Aber mein Post bezog sich auch nicht auf solche Situationen... sondern auf steuerbare Situationen.

Zu der Frage weiß man was die nächsten 10-20Jahre passiert? Nein, was mit mir passiert weiß ich nicht... aber was mit meinen Tieren passiert kann ich beeinflussen. Und das ist meine Aufgabe als Tierhalter. Weiß man denn beim Kinderkriegen was die nächsten 50Jahre passiert? Darf man deshalb Abstriche im Umgang mit den eigenen Kindern machen wenn sie für bestimmte Aktivitäten "unbequem" werden?

LG Anita

EDIT: Zu Nightmoons Beitrag: Kann ich so komplett unterschreiben, abgesehen von einem Punkt im letzten Absatz: ich würde das "annähernd" rausnehmen. ;)



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Re: der "Stellenwert" der Haustiere

Beitrag von Nightmoon » Di 3. Mai 2011, 08:47

Isa hat geschrieben:Egal welches Lebewesen... es hat Gefühle.
Und nur weil es eben nicht "Mensch" heißt, brauche ich es nicht zu benachteiligen!
Und alles was meine Türschwelle überschreitet um hier zu leben, weil ICH es so entschieden habe, ist Familie.
Und für die sorge ich ohne wenn und aber.
:lieb: Gehe ich voll und ganz mit.

Mein Vater (2. Pflegevater) fragte mich neulich auch, ob ich mir wieder einen Hund zulege, was ich verneinte. Daraufhin meinte er auch, dass er nach Harlekin (27 Jahre) keine Katzen/Tiere mehr wollte... Bis der Floh (damals zw. 5 und 6,5 Wochen alt) ihm Quasi vor die Füße fiel. Er sah es als Bestimmung an und nun hat sich noch ein 2. älteres Katerchen dazugesellt, den konnte er auch nicht wegschicken. :hm:
Nun hat er eben wieder 2 Katzen. So, hab ich zu ihm gesagt, werde ich es wohl auch handhaben. Entweder mir fällt ein armes Seelchen "vor die Füße" oder ich suche mir irgendwann einmal eine Tierart aus, die zu meinen Bedürfnissen und Möglichkeiten passt und wenn es am Ende eben "nur eine Patenschaft" sein wird.

Beide Katerchen können sich zwar nicht wirklich leiden, aber sie haben Platz, ohne Ende und können sich aus dem Weg gehen. Sie haben sich miteinander arrangiert. (Nur "beim Kampf ums Kopfkissen", da gibts noch ab und an ein paar Querelen, das müsste theoretisch mind. 8-mal so groß sein. :jaja: )


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Re: der "Stellenwert" der Haustiere

Beitrag von Nightmoon » Di 3. Mai 2011, 08:50

Anita hat geschrieben:Zu der Frage weiß man was die nächsten 10-20Jahre passiert? Nein, was mit mir passiert weiß ich nicht... aber was mit meinen Tieren passiert kann ich beeinflussen. Und das ist meine Aufgabe als Tierhalter. Weiß man denn beim Kinderkriegen was die nächsten 50Jahre passiert? Darf man deshalb Abstriche im Umgang mit den eigenen Kindern machen wenn sie für bestimmte Aktivitäten "unbequem" werden?
Einen wesentlichen Vorteil hat man aber, wenn man ein Kind hat. Meinem Kind kann ich verständlich machen, wenn etwas nicht geht, kann ihm Alternativen bieten. Um es meinem Tier zu erklären, sorry, aber dazu bin ich zu doof. :schäm:


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Re: der "Stellenwert" der Haustiere

Beitrag von Feli » Di 3. Mai 2011, 09:00

**** ich hab gesehen, dass viele neue Posts da sind seitdem ich mit Tippen angefangen habe. Sorry, dass ich auf neue Entwicklungen jetzt noch nicht eingehe, der Post ist eh schon lang genug ;)****

Ich komme mit der GLEICHSETZUNG von Kaninchen/Klein-Heimtier und Kind nicht klar. Für mich ist sowohl die Entscheidung als auch die Verantwortung bei Klein-Heimtier und Kind durchaus mit Abstufungen versehen. Für mich ist die Verantwortung für ein Kind eine ungleich viel größere als für ein Kaninchen, denn: das Kind hat viel mehr Bedürfnisse und RECHTE (in diesem Land, vor unserem Gesetz und gemäß der Verfassung mit der wir leben).

Vielleicht liegt es daran, dass ich doch zwischen Mensch und Tier unterscheide und vielleicht ist das genauso irrational wie bei den Vegetariern, die pescetarisch leben weil sie der Meinung sind, dass Fisch kein Fleisch ist.

Aber mal angenommen der Mensch wäre uneingeschränkt Tier: wieviele andere Tiere kennt ihr, die sich eine andere Art, von der sie sich normalerweise ernähren, aus Spaß, Vergnügen und Egoismus hält? Die Katze die mit der Maus spielt um des Spielens wegen. Sind wir spielende, sadistische Tiere?

Von mir aus unterscheide ich auch einfach nur zwischen unserer Art und anderen Arten. Machen das die "tierischen" Arten nicht genauso? Irgendwann in Reaktion auf chien wurde festgestellt, dass einige "tierische" Arten durchaus zu verantwortungsvollem Handeln in der Lage sind: aber nur innerhalb ihrer Art (vernachlässigt werden jetzt Ausnahmen wie Lucy die Kaninchenmama spielt)! Wenn wir doch so schön beim Gleichsetzen von Mensch und Tier sind, warum ist es dann verwerflich, dass ich nicht nur für meine Art Verwantwortung zeige (und das offensichtlich mehr als andere - auch wenn es sich nur um ein Gedankenexperiment handelt), sondern auch für andere Arten?

Macht uns vielleicht eben genau das zum Menschen, dass wir a) für Menschen die nicht direkt unserer Herde/Gruppe (=Familie) angehören Verwantwortung übernehmen (sei es der selbstlose Retter, sei es ein Sozialarbeiter, sei es ein Arzt, eine Pflegekraft, ein Lehrer) und b) darüber hinaus auch noch für gänzlich andere Arten (die im Extremfall in hießiger Region auch noch für die meisten Menschen Nahrungsmittel sind)?

Sind wir, da uns einige ja für reine Tiere halten, nicht sowieso und grundsätzlich schon enorm toll, weil wir überhaupt bereit sind für eine andere Art Verantwortung zu übernehmen - egal in welchem Ausmaß?

Das nur als Fragen die man sich ja mal stellen kann wenn man so darauf beharrt, dass der Mensch sich nicht über das (bzw. jedes) Tier stellen sollte.

Was heißt das in Konsequenz? Welche Kategorien wären möglich?
  • Es gibt die Menschen, die übernehmen ausschließlich Verantwortung für ihre eigene Art. Das sind die, die sich gar kein Haustier anschaffen. Das sind dann wohl gleichzeitig auch die, die einem Tier am ähnlichsten sind und für die am ehesten "Mensch=Tier" zutrifft.
  • Dann gibt es Menschen, die übernehmen für ihre Art primär und für andere Art sekundär die Verantwortung. Das wäre dann zum Beispiel ich. Möchte man nun unbedingt aussagen, dass der Mensch ja auch bloß ein Tier ist, dann bin ich ein Tier (ich kümmer mich um meine Art) mit dem Bonus, dass ich mich (ungeachtet der Qualität, die keinerlei Normung unterliegt, im Gegensatz zu der des Menschen) auch um andere Arten kümmer ungeachtet meiner eigenen Urinstinkte (Tier=Nahrungsmittel).
  • In dritter Instanz gibt es dann Menschen, die ihre und andere Arten gleichwertig verantwortungsvoll behandeln. Das heißt hoffentlich, dass sie echte Vegetarier (also bitte kein Pescetarismus), wenn nicht sogar Veganer sind. Denn wenn ich eine andere Art genauso achte wie die meine, muss ich so konsequent sein und diese auch nicht essen. Mein Kind würd ich ja auch nicht essen. Diese Gruppe würde in einer Extremsituation (wenn auch nur als Gedankenexperiment) schon große Probleme vor dem hießigen Gesetz bekommen. Aber auch ganz ohne Extremsituation ist diese schon qua ihrer Einstellung wieder deutlich vom Tier zu unterscheiden, oder eben, wenn man sich gegen die Unterscheidung wehrt, ein deutlich besseres Tier. Und ich wähle gerade ganz bewusst Adjektive wie besser, denn dieser Zustand lässt sich schlichtweg nicht anders beschreiben.
    Spätestens in dieser Gruppe macht sich dann auch die starke Differenz zwischen Handeln und Denken bemerktbar: Man setzt den Menschen zwar mit dem Tier gleich, aber gleichzeitig und nur schon allein deswegen, macht man doch Unterschiede auf, den kein anderes Tier zeigt qua seiner Natur derartige Verhaltensmuster.
  • Die vierte Gruppe nun stellt andere Arten sogar über die eigene. Das ist völlig gegen die Natur.
Aus diesem Dilemma gibt es keinen zufrieden stellenden Ausweg. Denn wenn ich die Trennung der Arten auflöse und es als normal deklariere, dass eine Art eine andere wie die eigene behandelt, dann widerspreche ich allem was in der Fauna seit Jahrtausenden passiert. Um das Problem zu lösen, unterstütze ich das Problem gleichzeitig. Nun kann man anbringen, dass es in der Evolution nicht nur körperliche, sondern auch Wesensveränderungen gibt. Man kann also sagen, dass es ein normaler Vorgang ist, dass die menschliche Art sich dahin entwickelt, andere Arten als die eigene anzusehen. Da unsere Art dann aber die einzige ist die das momentan konsequent macht, sind wir evolutionär gesehen doch die besseren und stärkeren. Letzteres freilich nicht körperlich, sondern mental betrachet.

Meiner Meinung nach, führt jede Überlegung, egal wie man es dreht und wendet, dahin, dass wir eben doch nicht einfach nur Tiere sind, oder eben: wir sind doch nicht genauso wie andere Arten. Es gibt Unterschiede und die lassen sich schlichtweg nicht wegdiskutieren.

Um aber nun doch noch etwas zu dem Vorwurf zu sagen, dass ich verantwortungslos (gegenüber Tieren) bin: Die obigen Überlegungen zeigen ganz deutlich wo ich mich sehe und wie ich mich einordne. Ich empfinde es ganz und gar nicht verantwortungslos mit den Haltungsbedingungen meiner Tiere im Rahmen meiner qualitativen Vorstellungen und meines Ermessens zu variieren. Da ich ein Mensch bin der zwischen Menschen und Tieren differenziert, finde ich es durchaus löblich, wenn andere Menschen nicht bereit sind ihrer Art zu liebe irgendwelche Einschränkungen in der Haltung anderer Arten zu machen. Dass sie aber die scheinbar besseren Tiere sind, macht mich nicht zum schlechteren Menschen. Ungeachtet der Tatsache, dass ich sie nicht für die besseren Tiere halte weil sie spätestens in Gruppe 4 gegen ihre eigene Art handeln, was völlig gegen die Natur ist. Ich denke aber, dass Mitglieder der vierten Gruppe in unserer Art genauso Ausnahmen sind wie beispielsweise Lucy in ihrer Art. Von daher wird unsere Art das schon überleben ;).

Wie auch immer: wann immer ich nicht nur an meine eigene Art, sondern direkt nur an mich denke, hat das direkte Auswirkungen auf die Menschen und Tiere in meinem Umfeld. Da ist die Mutter, die abends mal wieder weggehen will und ihr Kind deswegen zu den Großeltern gibt. Das Kind kriegt da Süßigkeiten und darf nachts lange aufbleiben = direkte negative Auswirkung. Da ist der Schüler, der Studieren möchte und von daher gut 5 Jahre lang nicht unser soziales Gefüge bereichert = direkte negative Auswirkung. Da ist die junge Frau, die sich ihre Kleidung bei h&m kauft weil sie lieber Geld für ihre Tiere ausgibt und damit Billigproduktionen unter teils menschenunwürdigen Bedingungen in Asien unterstützt = direkte negative Auswirkung. Da ist der Mann der seinen Haustieren nur das beste Wiesenfutter besorgen möchte und der dann viele Kilometer im Auto zurücklegt um viele verschiedene Sammelstellen anzufahren und der dafür in Kauf nimmt das Rohstoffe verbraucht und Abgase produziert werden = direkte negative Auswirkung. Und dann ist da schnuffi, die gern für 3 Monate ins Ausland möchte und ihre Tiere in der Zeit weniger optimal (aber bei weitem nicht schlecht gemäß MEINES Ermessens) unterbringt = direkte negative Auswirkung.

Ich gehe ins Ausland um eine Sprache zu lernen und um meinen eigenen Horizont zu erweitern. Und das mitnichten nur zum Vergnügen: ich habe und werde immer als Freiwilliger in den entsprechenden Kulturen arbeiten. Das wird dazu führen, dass ich nicht weiterhin auf Facharbeiter Niveau Arbeiten muss, sondern irgendwann gutes Geld verdiene. Ich könnts auch lassen und weiter auf dem finanziellen Niveau weiter leben auf dem ich jetzt lebe. Das heißt aber, dass ich nie in der Lage sein werde meinen Tieren einen Garten anzubieten. Denn von dem was ich jetzt verdiene ist ein Haus mit Grundstück nicht drin.



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Re: der "Stellenwert" der Haustiere

Beitrag von Anita » Di 3. Mai 2011, 09:17

Isa hat geschrieben:
Seit ettlichen Jahren wünsche ich mir einen Hund.
Und am liebsten hätte ich ihn schon gestern als morgen.
An Lebensraum, Geld oder Liebe würde es nicht fehlen.
Aber an der Zeit. Bisher hat es mir einfach meine Zeit nicht erlaubt, so für einen Hund da zu sein, wie ich es persönlich für richtig halte. Klar würde ich es morgens vor der Arbeitszeit, in der Mittagspause und nach Feierabend hin kriegen, kurz mal Gassi zu gehen. Der Hund dürfte höchstwahrscheinlich auch mit mir ins Büro kommen. Aber ist das ideal? 9 Std. netto im Büro rumzuliegen? Ich finde nein.
Am Wochenende habe ich oft Schule. Auch da dürfte er jederzeit mit kommen. Aber dann wieder wie unter der Woche, rum liegen und "warten" bis er nicht mehr still sein "muss"? Find ich auch nicht ok.
Darum erfülle ich mir den derzeitigen Hundewunsch noch nicht!
genau so sehe ich das auch... ist auch derselbe Grund warum wir keinen Wuff haben.

@Schnuffi:

Verantwortung bleibt aus meiner Sicht Verantwortung. Egal für welches Tier. Deine Begründung klingt für mich nach: Ich habe ggü. einem Tier weniger Verantworung als einem Menschen ggü.. Und das ist meiner Meinung nach definitiv nicht der Fall. Mag sein, dass man einem Kind mehr "Luxus" oder andere Dinge beimisst als einem Tier. Aber in dem Augenblick in dem ich ein anderes LEBEWESEN (egal ob Mensch o. Tier) in die Situation bringe, dass es von mir und meinen Entscheidungen abhängig ist trage ich die Verantwortung seinen Bedürfnissen auf voller Linie gerecht zu werden. IMMER. und du gestehst deinen Kaninchen 9 Monate die artspezifischen Bedürfnisse zu und sprichst sie ihnen 3 Monate ab... bzw. zumindest das Recht darauf. Wenn du sagst ich verzichte nicht auf meinen Auslandsaufenthalt und sorge aber diese 3 Monate dafür, dass die Tiere genauso untergebracht sind wie bei dir, wären wir in unseren Standpunkten gar nicht so weit voneinander entfernt.

Aber ich sehe es nunmal ganz klar so, dass wir als Halter also als Verantwortung-freiwillig-Übernehmer nicht das Recht haben unsere Tiere unter unseren Lebensvorstellungen leiden zu lassen.

LG Anita



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Re: der "Stellenwert" der Haustiere

Beitrag von Feli » Di 3. Mai 2011, 09:27

Anita hat geschrieben: Deine Begründung klingt für mich nach: Ich habe ggü. einem Tier weniger Verantworung als einem Menschen ggü.
Was heißt klingt? Ich habe das gleich am Anfang sogar ganz deutlich formuliert, dass ich im Grad der Verantwortung Abstufungen sehe.
Wenn du sagst ich verzichte nicht auf meinen Auslandsaufenthalt und sorge aber diese 3 Monate dafür, dass die Tiere genauso untergebracht sind wie bei dir, wären wir in unseren Standpunkten gar nicht so weit voneinander entfernt.
Werde ich nicht sagen und damit bleiben wir ganz weit auseinander ;). Für mich ist das ok, für andere scheinbar nicht.
Ich habe Vorstellungen von Haltungsbedingungen in die ich meine Kaninchen unter keinen Umständen geben würde. Mehr aber auch nicht.
Aber ich sehe es nunmal ganz klar so, dass wir als Halter also als Verantwortung-freiwillig-Übernehmer nicht das Recht haben unsere Tiere unter unseren Lebensvorstellungen leiden zu lassen.
Ich glaub nicht, dass meine Kaninchen bei meiner Mutter leiden. Sie kriegen dort mehr als in den Zuständen die ich für inakzeptabel halte. Damit kann ich leben.

Das muss für euch/für dich noch lange nicht ok sein, damit kann ich gut leben. Ich muss es nicht euch und euren Vorstellung recht machen. Ich muss es vor mir und meinem Gewissen vertreten können und das kann ich. Und ich steh dazu.



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Re: der "Stellenwert" der Haustiere

Beitrag von Anita » Di 3. Mai 2011, 09:47

Hallo Schnuffi,

klar musst du es weder mir noch uns recht machen... aber deinen Tieren. Und ich denke es gibt sicherlich eine Menge Mitleser die genauso denken wie du und sich nur nicht trauen das offen zu sagen und sich darüber auseinanderzusetzen. Ich will damit sagen, dass ich nicht nur allein dich ansprechen will, auch wenn du nun die einzige Person bist die diese Ansicht auch öffentlich macht.

Und nur weil es schlimmere Haltungsformen gibt ist nicht gesagt, dass deine Tiere wirklich nicht bei deiner Mutter leiden. Ist kein Angriff gg. deine Mutter, ich kenn sie nicht, ich beziehe mich allein auf das was du von der Unterbringung dort geschrieben hast. Hast du deine Kaninchen mal gefragt ob sie leiden? Wenn die Haltung ok ist und die Tiere nicht darunter leiden... warum hältst du sie anders? Warum kämpfen soviele um ein Umdenken in Sachen Heimtierhaltung? Warum denken soviele um?

Immerhin wäre es doch auch für dich einfach die Tiere genauso zu halten wie deine Mutter. Und wenn sie nicht leiden ist das doch auch 12 Monate im Jahr ok....

Ausserdem könnten wir doch auch anfangen Hunde wieder im Zwinger zu halten, immerhin gibt es in China Personenkreise die es für vertretbar halten Hunde in winzige Metallkäfige zu sperren.

Vögel brauchen auch keinen Freigflug solange es Hühner in Käfighaltung gibt.

Warum sollten wir Reptilien artgerecht halten solange es Menschen gibt die sie in Eimer sperren?

Wir holten Kaninchen schon aus sog. Speisbütten (große Plastikwanne zum Anmischen von Speis (Mörtel)) die mit Brettern abgedeckt wurden. Danach ist auch ne reine Käfighaltung noch das Paradies.

Aber wollen wir uns tatsächlich immer am Schlechtesten messen?
Zuletzt geändert von Anita am Di 3. Mai 2011, 09:52, insgesamt 1-mal geändert.



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Re: der "Stellenwert" der Haustiere

Beitrag von Isa » Di 3. Mai 2011, 09:49

Schnuffi hat geschrieben:
Anita hat geschrieben: Wenn du sagst ich verzichte nicht auf meinen Auslandsaufenthalt und sorge aber diese 3 Monate dafür, dass die Tiere genauso untergebracht sind wie bei dir, wären wir in unseren Standpunkten gar nicht so weit voneinander entfernt.
Werde ich nicht sagen und damit bleiben wir ganz weit auseinander ;). Für mich ist das ok, für andere scheinbar nicht.
Ich habe Vorstellungen von Haltungsbedingungen in die ich meine Kaninchen unter keinen Umständen geben würde. Mehr aber auch nicht.
Wow. :(
Versteh ich dich falsch, wenn ich denke du meinst damit: "Ganz mies darf ne Haltung nicht sein, aber auf gut muss ich nicht achten"?
Schnuffi hat geschrieben:
Aber ich sehe es nunmal ganz klar so, dass wir als Halter also als Verantwortung-freiwillig-Übernehmer nicht das Recht haben unsere Tiere unter unseren Lebensvorstellungen leiden zu lassen.
Ich glaub nicht, dass meine Kaninchen bei meiner Mutter leiden. Sie kriegen dort mehr als in den Zuständen die ich für inakzeptabel halte. Damit kann ich leben.
s.o.
Also sie würden nicht leiden, aber "optimal" ist anders?
Schnuffi hat geschrieben: Das muss für euch/für dich noch lange nicht ok sein, damit kann ich gut leben. Ich muss es nicht euch und euren Vorstellung recht machen. Ich muss es vor mir und meinem Gewissen vertreten können und das kann ich. Und ich steh dazu.
Natürlich muss es keiner den anderen und deren Vorstellungen recht machen.
Würde ich auch nie tun, "nur" weil der Mensch im Allgemeinen andere Vorstellungen hat als ich. :)


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Re: der "Stellenwert" der Haustiere

Beitrag von Nightmoon » Di 3. Mai 2011, 09:53

Schnuffi hat geschrieben:Aus diesem Dilemma gibt es keinen zufrieden stellenden Ausweg. Denn wenn ich die Trennung der Arten auflöse und es als normal deklariere, dass eine Art eine andere wie die eigene behandelt, dann widerspreche ich allem was in der Fauna seit Jahrtausenden passiert.
Hallo Schnuffi, erst einmal finde ich es sehr gut, dass Du dir zu diesem Thema so iefgründige Gedanken machst und deinem Geschriebenen (siehe Zitat) gebe ich auch Recht, denn es wird keine Komplettlösung für alle geben, weil es nicht geht, denn dazu sind wir Menschen/Tiere zu unterschiedlich.
Schnuffi hat geschrieben:Ich komme mit der GLEICHSETZUNG von Kaninchen/Klein-Heimtier und Kind nicht klar. Für mich ist sowohl die Entscheidung als auch die Verantwortung bei Klein-Heimtier und Kind durchaus mit Abstufungen versehen. Für mich ist die Verantwortung für ein Kind eine ungleich viel größere als für ein Kaninchen, denn: das Kind hat viel mehr Bedürfnisse und RECHTE (in diesem Land, vor unserem Gesetz und gemäß der Verfassung mit der wir leben).
Diese Rechte, wie Du sie nennst, die hat aber "Mensch" geschaffen, um seine Art zu erhalten.
Ebenso gibt es in der Natur Rechte und Gesetze, auch wenn sie nirgends niedergeschrieben sind/wurden/werden konnten.
Schnuffi hat geschrieben:wieviele andere Tiere kennt ihr, die sich eine andere Art, von der sie sich normalerweise ernähren, aus Spaß, Vergnügen und Egoismus hält?
Sowas gibt es, denk Mal an Ameisen, sie halten sich Blattläuse, sie züchten sie regelrecht, was Viele gar nicht wissen. Sie transportieren Blattläuse hin und her, gerade dahin, wo sie sie brauchen.Ameisen bringen sie in Sicherheit, "melken" sie nur, aber töten sie nicht. Dabei verteidigen sie "ihre" Blattläuse gnadenlos vor Fressfeinden/Konkurrenten. Aber, es gibt auch Insekten (Wespen), die sehen in Ameisen wieder eine Bedrohung/Konkurrenz und schnappen sich die Ameisen, fliegen ein Stück weit mit ihnen vom Geschehen weg und setzen sie aus, um in Ruhe ihrem eigenen Fressvergnügen nachgehen zu können. Könnten sie die Ameisen gefahrlos töten, dann würde sie das auch tun, da aber Ameisen einen guten Eigenschutz entwickelt haben, bleibt den Wespen nur das Wegtragen.
Je mehr Ameisen sie fangen und aussetzen müssen, desto größer wird der Abstand zu ihrer Nahrung und dem Aussetzungsort. Somit haben Wespen dann "freie Fahrt".
Oder man gucke sich die Misch-Tierarten (Hybriden) in der Natur an, z.B. Zebra mit Esel gekreuzt und das ganz ohne menschliches Zutun. Oder der Kuckuck, er legt seine Eier in fremde Nester und lässt seine Vogelbabys von fremden aufziehen. Warum? :hm: Komisch finde ich dabei auch, dass sich das andere Vogelpärchen darüber nicht aufregt und es mit großzieht, versorgt und beschützt, als wäre es ihr eigenes Junges.
Oder Hunde, die sich Vogelbabys annehmen und sie beschützen, obwohl ihnen Niemand gesagt hat, dass sie das oder das nicht dürfen, Hunde, die Katzenbabys aufziehen. Katzen, die Kaninchenbabys großziehen... Beispiele dafür gibt es Viele, was wir als nicht normal bezeichnen. Es kommt also auch in der Natur vor...

Das mit dem Tiereessen, als wahrer Tierfreund das ist auch so ein Thema, wo man wahrscheinlich nie eine Einigung erzielen kann. Nehmen wir uns die Schweine Mal als Beispiel, weil Schweinchen kennt so ziemloich jeder. Schweine könnten ebensogut rein vegetarisch, sogar als Veganer locker überleben. Schmeiß aber Mal einem Schwein ein Stück rohes Schweinefleisch hin, da bricht das Schwein auch nicht in Tränen aus und verweigert die Nahrung, weil es ein Allesfresser ist. Das Schwein wird also auch Seinesgleichen wegfressen. Ebenso ist das bei Hühnern/Vögel, mitunter fressen sie sich gegenseitig sogar bei lebendigem Leibe, also lebend auf, würde Mensch da nicht eingreifen. Keine Ahnung warum das so ist.. :hm:
Kanibalismus unter Tieren/einer Art, was es im Übrigen auch unter Menschen gibt. Sicher, wenn wir von solchen Meldungen erfahren, dann werden es die Meisten nicht Mal annähernd nachvollziehen können und wir sind aufs Äußerste geschockt. Okay, das entspricht auch nicht der Norm, aber sowas gibt es auch unter Menschen. Genauso, wie es Mörder, Diebe, Vergewaltiger, Perverse/Sadisten und was weiß ich alles noch gibt.
Dennoch halten wir Menschen uns für klug, menschlich/sozial und überlegen.
Mit welchem Recht? :hm:
Mit dem Rechts- und Unrechtsbewusstsein, welches wir für uns geschaffen haben, weil wir dazu in der Lage sind.
Schnuffi hat geschrieben:Aus diesem Dilemma gibt es keinen zufrieden stellenden Ausweg. Denn wenn ich die Trennung der Arten auflöse und es als normal deklariere, dass eine Art eine andere wie die eigene behandelt, dann widerspreche ich allem was in der Fauna seit Jahrtausenden passiert.
Womit das dann also auch nicht wirklich ein festzumachender Widerspruch wäre. Es kommt immer auf den Umstand an, auf das Wieso, Weshalb und Warum, wozu Mensch nicht in der Lage ist, es zu begreifen oder richtig, einschätzen zu können.
Keiner von uns Menschen käme z. B. auf die Idee seinem toten Kind die Haare auszureißen, um zu testen, ob es wirklich tod ist. Bären und einige andere Tierarten machen das aber. Einige Tiere fressen ihre eigenen toten Jungtiere auf, wenn sie verstorben sind, um die investierte Energie wieder aufzunehmen, zumindest denken wir Menschen das, Warum das aber wirklich gemacht wird, das können wir nur vermuten. Leigen wir aber mit unserer Vermutung da immer richtig?

Naja.. ich denke, im Endeffekt muss jeder für sich entscheiden, wie hoch und welchen Stellenwert ein Tier einen selber bedeutet/man zulässt und das kann von vielen äußeren Faktoren abhängen/stark variieren. Für meinen Lebensgefährten bedeutete Tessa auch eine Menge, aber längst nicht annähernd das, was ich für sie empfand.

Im Übrigen, wenn ich mein Kind zum Beispiel in den Ferien irgendwo hingelassen habe, dann auch nur dahin, wo ich mir sicher sein konnte, dass es ihm gut geht, denn auch mein Kind war mir immer das Wichtigste in meinem Leben, denn auch er sollte es besser haben, als ich! Das würde ich auch heute noch so machen, bzw. mache es noch so. Einmal Mutter, immer Mutter.... :lieb:


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Meine süße kleine Tessamaus, ich hab dir immer versprochen, dich nicht leiden zu lassen, ich hoffe Du verzeihst mir.[/align]

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