ad libitum - ab wann haben sie es gelernt?

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Giftige Pflanzen die hier aufgeführt oder vorgestellt werden, stellen für Tiere die Ad Libitum ernährt werden selten eine Gefahr dar, da sie in der Lage sind zu selektieren und daher immer wissen, was fressbar und genießbar ist und was nicht.

Wie in allen Fällen auch, ist jedes Tier individuell zu betrachten und man sollte neue Pflanzen IMMER langsam anfüttern.
Jedes Tier kann unterschiedliche Dinge auch unterschiedlich vertragen.

Die User sprechen von eigenen Erfahrungen, es liegt an Euch, Eure zu sammeln.
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ad libitum - ab wann haben sie es gelernt?

Beitrag von Nightmoon » Sa 26. Mär 2011, 22:35

Entnommen aus [url=http://www.tierpla.net/post139350.html#p139350]Pflanzenbestimmung - Was ist das?[/url]
Rosalie hat geschrieben:Ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht, lapin
IMG_2600.JPG
IMG_2601.JPG
IMG_2606.JPG
Mehr als das passierte hier nicht :top:
Der "berühmte Probebiss"...
Kann man da dann wesentlich besser mit "ad libitum arbeiten" oder sollte man sich nicht all zu sehr darauf verlassen, weil ein Probebiss noch lange nicht die Sicherheit bietet, welche man braucht, um seinen Kaninchen sorglos die breite Palette, an Wald- und Wiesenfutter zu bieten??

Auf Grund dieses Themas kam bei mir die Frage auf, woran Ihr es festmachen würdet, ob Eure Kaninchen ad libitum gelernt haben oder nicht. Könnte man sowas zeitlich festmachen? Oder gibt es eindeutige Beweise dafür, wie den Probebiss, dass sie es bereits gelernt haben? Oder kann man ganz einfach irgendwann davon ausgehen, wie: "Die waren jetzt den gesamten Sommer über auf einer kunterbunten Wiese, jetzt können sie es!" :grübel:
Oder aber, ist es bei den Kaninchen, wie bei uns Menschen, sie lernen ihr ganzes Leben lang, was geht und was nicht geht? :hm:
Bild
Meine süße kleine Tessamaus, ich hab dir immer versprochen, dich nicht leiden zu lassen, ich hoffe Du verzeihst mir.[/align]

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Re: ad libitum - ab wann haben sie es gelernt?

Beitrag von Curly » Sa 26. Mär 2011, 22:37

Mich würde dazu mal interessieren, WIE sie es lernen.
Sicherlich durch Probieren.
Aber kann das nicht auch gefährlich werden?
Oder schmecken sie sofort..."Örgs, das ist giftig!" oder so?

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Re: ad libitum - ab wann haben sie es gelernt?

Beitrag von saloiv » Sa 26. Mär 2011, 23:00

Meine haben es gelernt sobald sie "satt gefüttert" wurden. Normalerweise füttert man seine Kaninchen ja erst mit ungiftigen Dingen ad libitum und erst wenn sie dort schon zu selektieren anfangen kann man das Nahrungsprogramm ausweiten.
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Re: ad libitum - ab wann haben sie es gelernt?

Beitrag von Col » So 27. Mär 2011, 00:59

Ich habe letztes Jahr erst angefangen, wirklich nur Pflanzen anzubieten, bei denen ich mir absolut sicher war, dass sie nicht giftig sind. Allerdings konnte ich im Laufe des Sommers bei mir feststellen, dass ich immer mutiger wurde, und auch mir nicht bekannte Pflanzen mitgenommen und angeboten habe. Irgendwie hat sich bei mir, gegenüber meiner Nins, absolutes Vertrauen entwickelt. Je mehr Pflanzen ich den Beiden anbot, desto öfter konnte ich sie beim selektieren beobachten.
Als ich ihnen das erste Mal Rainfarn angeboten habe und sie davon futterten, hatte ich allerdings schon etwas Herzklopfen und gehofft, dass sie nicht gleich umfallen :lol: .
Ich denke, so werde ich auch dieses Jahr beim sammeln wieder verfahren. So ein bißchen hat mich über'n Winter der Mut verlassen, um gleich wieder sämtliche Pflanzen quer Beet zu pflücken ;) .
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Re: ad libitum - ab wann haben sie es gelernt?

Beitrag von schweinsnase77 » So 27. Mär 2011, 06:56

Ich denke nicht das es ne erlernte Fähigkeit, sondern angeboren und genetisch gespeichert ist.

Warumsolten sie es lernen müssen? :hm: unsere kaninchen wissen ja auch ganz fix wie buddeln draußen funktioniert und wie man Bauten anlegt. Ich denke dasselbe gilt auch für Nahrung. Zumal Kaninchen über wesentlich mehr Sinneszelle verfügen als wir.
Mit freundlichen Grunzern

Annette

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Re: ad libitum - ab wann haben sie es gelernt?

Beitrag von Entensusi » So 27. Mär 2011, 09:15

Ich denke auch nicht, dass man es als "Lernprozess" sehen sollte. Höchstens, dass sie irgendwann lernen, dass man sich nicht verzweifelt auf alles stürzen muss, was im Käfig landet, weil es ja sonst nichts mehr gibt!
Aber ich denke, viel "Error" können sie sich nicht erlauben, sonst würden viel mehr Kaninchen an Vergiftugngen sterben. Und ob sie wirklich "lernen", ach ja, gestern habe ich xxx gefressen, heute habe ich Durchfall, das lass ich dann lieber mal weg - ich denke nein. Es muss Instinkt sein.
Was aber trotzdem heißt, dass man langsam anfangen muss, wenn das Kaninchen vorher z.B. nur Pellets gewohnt ist, einfach weil die Verdauung ja nicht darauf eingestellt ist.
Liebe Grüße, Entensusi und ihre Tiere

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Re: ad libitum - ab wann haben sie es gelernt?

Beitrag von Curly » So 27. Mär 2011, 11:29

Wie kommt es dann, dass sich Kaninchen in Buchtenhaltung mit rationierter Fütterung
auf alles stürzen, was im Stall landet? Können die auch selektieren?

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Re: ad libitum - ab wann haben sie es gelernt?

Beitrag von lapin » So 27. Mär 2011, 11:48

Ich sehe es wie schweinsnase und Entensusi....das hat nix mit erlernen zu tun, zumindest haben meine das nicht erlernt, sondern iwie haben sie von sich aus einfach Dinge stehen lassen und nicht mal angeknabbert.
Ich kann auch nur selten Probebisse beobachten (kommen aber auch vor) viel häufiger wird beschnuppert und dann der Hintern zugedreht!

Solange genügend Auswahl und Menge vorhanden ist, muss man nicht aus Hungersnot heraus fressen, was nun mal nur da ist.
Deswegen haben es Buchtenkaninchen wesentlich schwieriger zu selektieren, da nur eine geringe Menge und Auswahl vorhanden sein wird!
Lg lapin"Das Leben ist 10% was dir passiert und 90%, wie du darauf reagierst."

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Re: ad libitum - ab wann haben sie es gelernt?

Beitrag von Curly » So 27. Mär 2011, 11:55

Nach schweinis und Entensusis Theorie, dass sie selektieren von Geburt an können,
müssten aber auch Buchtenkaninchen bestimmte Sachen liegen lassen.
Ich konnte in den vielen Jahren, die Vater züchtete nicht beobachten, dass was liegen blieb.
Alles wurde gierig inhaliert.

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Re: ad libitum - ab wann haben sie es gelernt?

Beitrag von saloiv » So 27. Mär 2011, 11:58

Wenn du diese Kaninchen ad libitum fütterst, so dass sie sich nicht mehr hungrig auf das Futter stürzen, sondern auswählen können was sie satt macht, dann klappt es auch bei diesen Kaninchen. ;)
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Re: ad libitum - ab wann haben sie es gelernt?

Beitrag von lapin » So 27. Mär 2011, 11:59

Genau so meine ich das auch...danke saloiv ;)!
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Re: ad libitum - ab wann haben sie es gelernt?

Beitrag von saloiv » So 27. Mär 2011, 12:07

Der Lernprozess, den Kaninchen im Selektier-Verhalten durchmachen ist weniger ein "selektieren-lernen" sondern mehr eine Anpassung an die Futterverhältnisse. Sobald sie genug Futter zur Verfügung haben und in ihren Köpfen angekommen ist "da ist immer genug da", fangen sie wie von selber an zu selektieren. Wenn das Futter knapp wird wird dieser überlebenswichtige Sinn reduziert oder abgeschaltet. Ganz nach dem Motto: Lieber irgendetwas fressen als zu verhungern.
Ich finde den Vergleich zum Buddelverhalten gut. Bestes Beispiel sind z.B. Lapins Kaninchen, die ja in Wohnungshaltung nicht buddelten und jetzt, wo sie die Möglichkeit haben zu buddeln den ganzen Garten umgraben. :jaja: Das heißt aber nicht, dass sie Buddeln erst gelernt haben sondern vielmehr, dass sie jetzt die Möglichkeit dazu haben und deshalb dieses natürliche Verhalten ausleben (können). Sicherlich haben sie aber nicht gleich am ersten Tag im Garten angefangen zu buddeln sondern mussten erst "realisieren", dass sie da ja ganz toll buddeln können.
Ein Kaninchen welches sonst rationiert gefüttert wurde muss auch erst "realisieren", dass es ja jetzt selektieren kann wenn man es umstellt.
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Re: ad libitum - ab wann haben sie es gelernt?

Beitrag von Curly » So 27. Mär 2011, 12:11

Ich habe das schon verstanden.
Offenbar habe ich mich nicht richtig ausgedrückt:

Wenn ich nen Buchtenkaninchen rationiert fütter, müsste es nach der
"Instinkt-Theorie" z.b. giftige Sachen liegen lassen. Es weiß ja von
Geburt an, dass ihm etwas nicht gut tun wird.

Das ist aber nicht der Fall. Es stürzt sich trotzdem gierig drauf.
Oder ist der Instinkt dann durch "Wer weiß wann ich wieder was zu fressen bekomme,
deshalb fresse ich es, auch wenn ich davon Bauchweh bekomme" abgelöst?

Edit: Danke saloiv... jetzt wars verständlich.

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Re: ad libitum - ab wann haben sie es gelernt?

Beitrag von Curly » So 3. Apr 2011, 22:07

Ich möchte nochmal ne Frage loswerden:

Könnte ich also nen Kaninchen, was aus Buchtenhaltung kommt,
auf ne reichhaltige Wiese setzen und es würde sich nur das Beste
raussuchen? Oder wenn ich ihm viiiiiele verschiedene Kräuter bringe,
würde es dann sofort selektieren oder müsste es das erst wieder begreifen?

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Re: ad libitum - ab wann haben sie es gelernt?

Beitrag von schweinsnase77 » Mo 4. Apr 2011, 05:13

Es müßte erst begreifen, dass das Nahrungsangebot von Dauer ist. Ist quasi wie mit Kindern und Süßkram.
Mit freundlichen Grunzern

Annette

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