Steinobst verfüttern?

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Giftige Pflanzen die hier aufgeführt oder vorgestellt werden, stellen für Tiere die Ad Libitum ernährt werden selten eine Gefahr dar, da sie in der Lage sind zu selektieren und daher immer wissen, was fressbar und genießbar ist und was nicht.

Wie in allen Fällen auch, ist jedes Tier individuell zu betrachten und man sollte neue Pflanzen IMMER langsam anfüttern.
Jedes Tier kann unterschiedliche Dinge auch unterschiedlich vertragen.

Die User sprechen von eigenen Erfahrungen, es liegt an Euch, Eure zu sammeln.
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saloiv
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Steinobst verfüttern?

Beitrag von saloiv » Di 15. Dez 2009, 11:41

Da es im anderen Thema angesprochen wurde mache ich dazu mal einen Thread auf. ;)
Bitte nicht gleich steinigen, ich weiß Steinobst, aber glaubt mir, ab und an als Leckerchen verfüttert macht das gar nichts.
Ich verfüttere auch Steinobst und da spricht ja eigentlich auch nichts dagegen, denn das Amygdalin, welches bei der Verdauung zu Blausäure aufgespalten wird, ist ja nur in den Kernen enthalten, die nicht mit gefressen werden können.

Eine Zeit lang hies es ja sogar, dass das Amygdalin in der ganzen Frucht und sogar in den Ästen vorhanden wäre, was aber eigentlich nicht stimmt. Sonst dürften wir als Mensch ja auch kein Steinobst essen. :D
Amygdalin, Prunasin und andere cyanogene (blausäureabspaltende) Glykoside (Linamarin, Lotaustralin (Lein, Hülsenfrüchtler, Maniok u.a.), Dhurrin (Hirse), Taxiphyllin (Bambussprossen), Sambunigrin (Holunder) und über 70 weitere) kommen in einigen unverarbeiteten Lebensmitteln in relevanten Mengen (> 0,02% gebundene Blausäure [11]) vor. Durch traditionelle Verarbeitungsweisen wird der Blausäuregehalt aber auf ungefährliche Konzentrationen reduziert.

Die höchsten Blausäuregehalte weisen die Steinfrüchte einiger Rosengewächse auf, v.a. Bittermandeln und Aprikosenkerne. So enthalten Aprikosenkerne bis zu 8% Amygdalin [12], entsprechend etwa 0,4% gebundene Blausäure, Bittermandeln bis zu 5% (0,3% Blausäure).[13]

Von Anhängern des Pseudovitamins B17 werden oft auch andere Lebensmittel genannt, die aber entweder nur unwesentliche Mengen an cyanogenen Glykosiden enthalten (Brombeeren, Erdbeeren, Gartenbohnen, Erbsen) oder bei denen durch traditionelle Zubereitungsweisen die Blausäure weitestgehend entfernt wird (Maniok/Tapioka, Yams, Limabohne).

Die Limabohne enthält in rohem Zustand beispielsweise 0,2–0,3% gebundene Blausäure (200–300 mg/100 g), Gartenbohnen und Erbsen aber nur 0,002% (2 mg/100 g). Kirschsaft immerhin noch 0,00005% (500 µg/l). Die tödliche Dosis beim Menschen liegt bei etwa 50 mg Blausäure (0,5–3,5 mg/kg Körpergewicht). Als unbedenklich dagegen gelten 5 µg/kg Körpergewicht, wie sie durch gewöhnliche Lebensmittel niemals überschritten werden, zumal die mit etwas höherem Gehalt an gebundener Blausäure (Hülsenfrüchte) auch bei uns nicht roh verzehrt werden. Ein einziger Aprikosenkern enthält aber bereits 0,5 mg Blausäure, so dass man besser nicht mehr als ein bis zwei solcher Kerne pro Tag verzehren sollte.
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Re: Steinobst verfüttern?

Beitrag von Mucki » Di 15. Dez 2009, 12:00

Warum kommt mir dieses Zitat so bekannt vor *amKopfkratz*

Ich verfüttere schon viele Jahre Steinobst. Meiner Meinung nach kommt es wirklich auf die Menge an. Um die Blausäure mache ich mir da eher weniger Sorgen, da ich die Kerne nicht mit verfütter.

Viele haben Angst, dass die Tiere Durchfall bekommen. Die ist bestimmt möglich, aber es ist völliger Unsinn den Tieren dann das Wasser weg zu nehmen. Unsere Tiere bekommen sogar ab und an rote Pflaumen und mir ist noch kein Tier daran gestorben.

Das Gerücht mit den Ästen kenne ich auch. Das erübrigt sich aber bei uns, weil bei uns kein Schwein die Äste von Obstbäumen frisst. Das getrocknete Laub wiederum wird sehr gerne gefressen.



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Re: Steinobst verfüttern?

Beitrag von saloiv » Di 15. Dez 2009, 12:03

Viele haben Angst, dass die Tiere Durchfall bekommen. Die ist bestimmt möglich, aber es ist völliger Unsinn den Tieren dann das Wasser weg zu nehmen. Unsere Tiere bekommen sogar ab und an rote Pflaumen und mir ist noch kein Tier daran gestorben.
Durchfall durch Steinobst hatte ich auch noch nie bei meinen Schweinchen. Ich glaube man müsste richtige Unmengen einem Darmkranken Tier füttern, damit es wirklich zu Durchfall kommt.


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Re: Steinobst verfüttern?

Beitrag von Murx Pickwick » Di 15. Dez 2009, 12:15

Man müßte Meerschweinchen schon hungern lassen, als daß sie eine schädliche Menge an Obst, oder gar Steinobst, aufnehmen würden ... es gibt ja bei mir immer wieder so Tage, wo es ein Überangebot an Obst gibt, den ersten Tag freuen sie sich, keine Frage, aber selbst da wird gerade von Steinobst nur sehr wenig gefressen, am nächsten Tag bleibts meist liegen und nur die Kaninchen gehen da noch ran.
Selbst bei Apfel und Birne, die doch sehr beliebt sind, wird nach mehreren Tagen Überangebot knallhart in Freßstreik getreten und nur noch passendere Gräser sowohl frisch, als auch getrocknet und Blattgemüse und Kräuter verspeist.
Steinobst ist hier jedoch lange nicht so beliebt, wie Äpfel und Birnen.

Es gibt also eigentlich keinen gesundheitlichen Grund, Steinobst zu rationieren ... wäre höchstens, daß man nen Leckerli haben will, mit dem man Meerschweinchen locken kann - und ich glaub, hier wären bestimmte Grasarten und Gurke weitaus besser geeignet, weil das von den Meerschweinchen viel lieber gefressen wird.
Gerade sog. Gurkentaler (Gurkenscheiben) sind äußerst beliebt, die können von den Meerschweinchen quer durch ihr Reich getragen werden :hot:



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