Schmerzmittel für Zahnschweinchen

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Alles, was hier im Forum speziell zu Krankheiten, Diagnosen, Medikamenten und deren Dosierungen zu finden ist, sind persönliche Erfahrungen, Tipps und Ratschläge.

Diese Tipps und Ratschläge ersetzen keinen Tierarztbesuch.

Es gibt sehr viele ernst zu nehmende Krankheiten, die man durch Eigenbehandlung/Eigentherapie noch verschlimmern kann.

Es ist daher wichtig, jede Medikamentenabgabe und Therapie unbedingt mit dem Arzt zu besprechen und gemeinsam nach der besten Lösung, für das jeweilige Tier zu suchen.

Also zieht bitte immer einen Tierarzt zu Rate. Selbstverständlich könnt Ihr die hier gegebenen Tipps und Ratschläge mit Eurem Tierarzt besprechen.
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Re: Schmerzmittel für Zahnschweinchen

Beitrag von sachenbauer » Mo 28. Feb 2011, 13:47

Hi,
das bei Murmele werde ich in Zukunft beobachten. Bisher ist mir an den Zitzen nichts aufgefallen. Habe aber auch nicht gezielt danach geschaut, wenn sie so zickig war. Könnte ja dann wirklich eine hormonelle Ursache sein. Heute habe ich bisher kein auffälliges Verhalten beobachtet, und ich hab die Wutzen heute schon viel gesehen. Habe diese Woche Urlaub, um zuhause einiges zu erledigen. Dabei klau ich mir dann natürlich das eine oder andere Minütchen, um die Wutzen beobachten zu können.

Maxi ist heute irgendwie wunderbar. Bereits heute morgen hat er den sonst von ihm so verschmähten Heil-Tee-Brei nahezu komplett freiwillig genommen. Ich musste nicht einmal den Schnauz-Griff anwenden oder ihn sonstwie zwingen. :freu:

Und gerade hat er eine halbe kleine Topinambur-Knolle ebenfalls komplett freiwillig und mit sichtlicher Begeisterung gefressen. Bisher mussten wir ihm meist die Stückchen aufdrängen und er hat sich dann recht schnell verweigert. Heute hab ich ihm die Sticks einfach vor die Nase gelegt und er hat super gefuttert. Ob er nach einer Woche gelernt hat, dass ihm der Tee und Topi gut tun?

Er braucht schon deutlich länger zum Kauen und muss sich sehr anstrengen, das Futter klein zu bekommen. Deshalb gibt es morgen auch bei Alex eine Zahnkorrektur unter Isofluran. Termin ist schon vereinbart. Aber trotzdem ist er heute irgendwie wunderbar.

Bin sehr froh, wenn ich ihn nicht zu irgendwas zwingen muss. Du hast Recht, Miss Marple, es ist ein sehr schwieriges Abwägen bei einem Zahnschweinchen, was man wann mit wie viel Nachdruck macht, und wann man einfach abwarten kann. Wir zwingen Maxi wirklich nicht gerne zu irgendwas, nur manchmal geht es nicht anders. Um so mehr freue ich mich, dass er heute alle guten und gesunden Dinge freiwillig und, so wie es aussah, gerne genommen hat. :freu:

Beste Grüße, Micha


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Re: Schmerzmittel für Zahnschweinchen

Beitrag von Miss Marple » Mo 28. Feb 2011, 14:31

sachenbauer hat geschrieben:Ob er nach einer Woche gelernt hat, dass ihm der Tee und Topi gut tun?
Gut möglich. Sie lernen ja rel. schnell. Vielleicht trägt die menschliche Urlaubsentspannung auch mit bei, dass Maxi relaxter ist? Meine Tiere reagieren sehr stark auf meine Stimmung.
Und das Nehmen von Medis - das ist Fingerspitzengefühl. Bei meinen 4 zumindest. :mrgreen: Wenn sie gerade nicht wollen, wegen Köttelkaugummi oder irgendetwas Leckerem oder einfach nur Sturheit - No Chance! 5 Minuten später kann das schon wieder ganz anders aussehen, da geht das Göschel von ganz alleine auf. Auf "bitte, bitte, bitte..." und "Danke" und "liebste Zaubermaus" reagieren sie auch. :crazy: Ganz selten, dass man partout gar nicht will. Das ist meistens, wenn 2Bein Zeitdruck hat. :hot:
Liegt also bei meinen Tiere sehr stark an mir selber und meine Einstellung überträgt sich aufs liebe Vieh.

Wenn eines meiner Mädels mal ungewöhnlich dolle brommselig, aktiv und aggressiv ist, baumeln die Zitzen richtig runter.
Das Mädel, wo bei solch einem Verhalten die Zitzen normal blieben, hat SDÜ.


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Re: Schmerzmittel für Zahnschweinchen

Beitrag von sachenbauer » Di 1. Mär 2011, 20:48

Hi,

das mit dem Topinambur hat Maxi wohl wirklich kapiert. Auch heute wieder ganz fröhlich selber eine kleine Knolle gestiftelt selber gefuttert. Mit dem Tee eher zögerlich und wenig genommen, aber wir haben den jetzt auch immer in trockener Form im Angebot und es fehlt immer mal ein bisschen.

Bei Murmele konnten wir an den Zitzen keine Veränderung feststellen. Sie ist manchmal noch ein wenig zickig. Auch vorhin, als wir Maxi heim gebracht haben. Da hat sich dann aber Luna (das andere Rosetti) dazwischen geworfen und ihren Maxi verteidigt. War nur kurz, danach war wieder Ruhe. Wenn das aber nicht aufhört, möcht ich schon noch Alex mal auf Murmele schauen lassen.

Jetzt aber zur heutigen Geschichte:

Maxi war heute nicht Freiherr zu Guttenberg und hatte seinen Rücktritt, sondern Maxi ist "Edler Zu Sachenbauer" und hatte seinen Auftritt.

Heute also zum ersten Mal Backenzähne (und Schneidezähne) unter Gas-Narkose (Isofluran) bei Alex korrigiert.

Die Maske wollte Maxi absolut nicht und hat sich wie ein Ritter gewehrt. Alex hat ihn dann aber sehr liebevoll und konsequent überzeugen können.

Lena und ich waren während der ganzen Stunde dabei und haben uns alles sehr genau angeschaut. Ist schon ein komisches Gefühl, wenn das eigene Tier narkotisiert wird. Wir hatten aber zu keinem Moment irgendwelche Bedenken, weil Alex und ihre Helferin das alles sehr professionell und wirklich lieb durchgeführt haben.

Maxi hat während der gesamten Narkose und Behandlung nicht einmal gezuckt oder ist wach geworden (davor hatte ich ein wenig Angst). Bisher hatte er ja nur Injektions-Narkosen.

Die Zähne hat Alex sehr gründlich korrigiert und mehrfach mit Sonden kontrolliert, ob noch irgendwelche nicht einsehbaren Zacken da sind. Eine Garantie kann da natürlich kein TA abgeben. Jetzt kommt es auf die nächsten Tage an. Da sehen wir, ob Maxi wieder richtig gut fressen kann. Aber wir sind sehr zuversichtlich.

Die Aufwachphase war irgendwie ziemlich drollig. Erst wollte er trotz seines Kaffees (er hat ein Koffein-Präparat gespritzt bekommen) gar nicht aufwachen. Dann so langsam hat er mal bemerkt, dass er von Alex ständig geknuddelt und gestreichelt wird und hat versucht, sich zu wehren. Da hat dann zunächst der Gleichgewichtssinn nicht mitgespielt. Und immer wieder sind ihm die Augen zugefallen. War richtig süß. Er hat auch nicht den Eindruck gemacht, als ob es ihm schlecht geht. Als er dann seine Transportbox gesehen hat, ist er schnurstracks eingestiegen.

Zuhause wollte er zunächst nur mal pennen. Durfte er auch. Er ist aber auch gleich mal die Rampe hoch gerast, als er da war. Oben dann mal ein wenig weiter gepennt. Inzwischen hat er aber bereits ein Stück Gurke ausgehöhlt. Und er hat sich an der Heuraufe versucht. Allerdings war da der Erfolg noch mäßig. Aber, hei, er hat bereits ein Stück Gurke gefressen.

Wir werden natürlich weiter sein Fressverhalten beobachten, aber, wenn er heute noch ein wenig selber futtert, werden wir ihn heute nicht mehr päppeln müssen. Das wäre genial. Und das Ganze mit einer Narkose, die ihn und seinen eh schon angeschlagenen Darm deutlich weniger belastet, als die bisherigen.

Sollte sich doch zeigen, dass die Zähne noch nicht so richtig mitmachen und an kaum zugänglichen Stellen noch korrigiert werden müssen, dann schickt uns Alex natürlich wieder zu Eickhoff. Aber wenn wir dadurch die Abstände zwischen den heftigen Injektionsnarkosen deutlich vergrößern könnten, wären wir schon glücklich.

Drückt die Daumen, dass unsere liebe Dr. Alex Nadig alles erwischt hat, was beim Fressen stört, und dass Maxi wieder lange Ruhe hat und in Zukunft keine oder nur wenige Injektions-Narkosen braucht, bei denen er in letzter Zeit immer länger gebraucht hat, bis er die ganzen Gifte im Körper abgebaut hatte. Das wäre vermutlich das Optimum, was wir momentan für Maxi erreichen könnten.

Wir sind so froh, dass wir über den Tierpla.net Alex gefunden haben. Danke euch und Danke Alex.

Liebe Grüße, Micha.


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Re: Schmerzmittel für Zahnschweinchen

Beitrag von Miss Marple » Di 1. Mär 2011, 21:04

Hey, das klingt einfach nur toll! :freu:
sachenbauer hat geschrieben:das mit dem Topinambur hat Maxi wohl wirklich kapiert. Auch heute wieder ganz fröhlich selber eine kleine Knolle gestiftelt selber gefuttert.
Ich bin sehr gespannt! Durch das Inulin wird ja auch der Blutzuckerspiegel gesenkt und Maxi bekommt so richtig Hunger. Bin sehr auf sein Gewicht gespannt!
Mit den Kräutern das kommt auch noch. Sie gehen eben sehr sorgfältig mit Kräutern um. Ich habe heute Abend ne Riesenbestellung Kräuter bekommen, selbst da gibts bei unbekannten Sachen Sorten, die sie sofort annehmen und anderes wird wieder lange beäugt oder total ignoriert. Ich sag nur Maulbeerbaum und Borretsch. Unterschiedlicher können schweinische Reaktionen nicht ausfallen.

Wegen Murmele, meine Mädels fressen in solchen aufgeregten Phasen, in denen sie sich ja selber nicht besonders wohl fühlen, ausgesprochen gerne Melisse und Zitronenmelisse. Frauenmantelkraut wäre auch mal einen Versuch wert.


:daum:


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Re: Schmerzmittel für Zahnschweinchen

Beitrag von sachenbauer » Mi 2. Mär 2011, 00:36

Ich kann glaubhaft versichern, dass Maxi heute Abend Heu gefressen hat. Zumindest einen dicken, fetten Halm habe ich in seinem Mäulchen verschwinden sehen! :freu:
Und das wenige Stunden nach der Zahnkorrektur. Stimmt mich zuversichtlich!
Bin gespannt auf morgen, gepäppelt wird jetzt erst mal nicht, seine Heil-Medis hat er bekommen, aber sonst lassen wir ihn erst mal in Ruhe.
Morgen früh werde ich beobachten, was selber geht, dann entscheide ich spontan über Päppelbrei etc.
Mit dem Gewicht bin ich eher nicht so zuversichtlich, dass das Topi sich so auswirkt. Melisse hatten die Wutzen schon mehrfach im Angebot und immer abgelehnt. Vielleicht sollten wir es wieder aufnehmen.
Gute Nacht und beste Grüße, Micha.

-- Mittwoch 2. März 2011, 07:42 --

Guten Morgen,
Maxi ist der Hammer: er hat ja gestern Abend schon angefangen, wieder Heu zu fressen, und heute früh sitzt er jetzt seit einer Stunde am Frischfutter und knabbert alles, was er finden kann (na ja, er selektiert natürlich schon ein wenig ;) ). Auch am Heu habe ich ihn schon wieder gesehen.
Ich werde ihn jetzt wegen den Medis (Stullmisan, Metacam) und dem Heil-Tee nicht rausnehmen, sondern erst mal eine schöne Runde bei kalter Luft, klarem Himmel und den ersten Sonnenstrahlen mit Nea laufen.
Danach kann er seine Sachen immer noch bekommen. Jetzt lass ich ihn erst mal in Ruhe futtern.
Ich freu mich so sehr, dass er die Narkose und die ausführliche Zahnkorrektur anscheinend so locker weggesteckt hat.
Alex, wenn die Entwicklung so weitergeht, dann war das ein absoluter Erfolg :top: .
Melde mich später wieder.
Liebe Grüße, Micha.

-- Mittwoch 2. März 2011, 09:33 --

Und noch ein Nachtrag: Maxi futtert gerade mit Begeisterung und richtig flott und entspannt Salate und Petersilie. Habe ihm bisher noch kein Schmerzmittel gegeben. Sicherlich wirkt das gestern gespritzte Metacam noch nach. Werde ihm aber später mal eine Dosis geben, damit er nicht doch plötzlich Schmerzen bekommt. Vielleicht können wir ihn sehr bald nur mit Traumeel schmerzfrei halten. Wäre prima. Momentan macht er nicht den Eindruck, als ob er Schmerzen hätte, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass ihm das Mäulchen nach der ausführlichen Korrektur gar nicht weh tut. Was meint ihr?

Hier mal ein brandaktuelles Foto von heute, 9.20 Uhr, also etwa 15 Stunden nach Narkose und Korrektur:
[url=http://www.abload.de/image.php?img=img_5049q7ct.jpg]Bild[/url]

Bis später, liebe Grüße, Micha


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Re: Schmerzmittel für Zahnschweinchen

Beitrag von Miss Marple » Mi 2. Mär 2011, 12:17

Ich denke schon, dass das Göschelchen weh tut. Nur haben Säugetiere eine etwas andere Schmerzwahrnehmung, abhängig von der Größe des Frontallappens: https://www.tierpla.net/gesundheit-kaninchen/haben-kaninchen-schmerzen-t9394.html" onclick="window.open(this.href);return false;
Maxi frißt. Metacam hat auch so seine Nachteile. Ihr entscheidet das schon ganz richtig. :top:


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Re: Schmerzmittel für Zahnschweinchen

Beitrag von Alex » Mi 2. Mär 2011, 12:48

Hallo Ihr,

ui das freut mich aber.
Ich würde kein Metacam geben.
Es gab keine Schleimhautläsionen. Starker Salbeitee hat auch schmerzlindernde Wirkung. Traumeel ist hier evtl. ausreichend. Metacam könnt ihr zur Not immer noch geben, aber ich kann mir vorstellen, dass Maxi das nach der Korrektur gestern nicht braucht.
Eickhoff spannt das Mäulchen für gewöhnlich noch weiter auf. Ich habe extra auch noch eine gewisse Höhe stehen lassen. Es gab keine Läsionen an der Schleimhaut.
Wahrscheinlich hat Maxi nach der Korrektur ein angenehmeres Gefühl im Göschle als vorher.
Und wenn ihr merkt, dass er Schmerzen hat, könnt ihr immernoch Metacam geben.
Alles was wir Leber und Darm ersparen können ist GUT.
Grüßle
Alex



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Re: Schmerzmittel für Zahnschweinchen

Beitrag von sachenbauer » Mi 2. Mär 2011, 21:37

Danke euch.
Ich hatte ihm dann heute Vormittag doch noch einmal Metacam 0,1 ml gegeben. Aber ich denke, damit können wir wirklich jetzt gleich mal wieder aufhören. Heute Abend hat Maxi 1 Tbl. Traumeel in starkem Salbeitee bekommen (und natürlich sein FOS laut Therapieplan, Stullmisan und nochmal Dysticum wegen der Matschköttel).
Er macht wirklich nicht den Eindruck, als ob er Schmerzen hätte. War heute den ganzen Tag munter und hat wirklich so flott und entspannt gefuttert, wie schon lange nicht mehr. Es gab auch mal wieder Wiese, was er total cool fand.
Alex, ich würde sagen: richtig gute Arbeit :top:

Seit Maxi Zahnschwein ist, mussten wir nach jeder Backenzahnkorrektur in Narkose päppeln, um einigermaßen sein Gewicht zu stabilisieren. Er ist ja eh kein Brummi.
Dieses Mal ist Premiere. Ohne jegliches Päppeln hat Maxi in den letzten 24 Stunden 12 Gramm zugenommen und verhält sich, als ob gestern keine Komplett-Korrektur der Zähne stattgefunden hätte. :tanz:

Wir sind einfach nur froh und hoffen, dass es so weiter geht.

Liebe Grüße, Micha.


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Re: Schmerzmittel für Zahnschweinchen

Beitrag von Piccola » Mi 2. Mär 2011, 21:53

Micha und Lena und alle Sachenbauer´s,

ich freu mich so über diese Nachrichten!
Ich freu mich, dass Ihr so um Maxi kämpft; ich freu mich, dass wir uns "drüben" kennen gelernt haben; ich freu mich, dass Ihr den Weg hierhin gefunden habt; ich freu mich, dass Ihr Alex über den Planeten kennen gelernt habt; ich freu mich, dass die Zahnkorrektur in Gasnarkose sp prima verlaufen ist; ich freu mich, dass Maxi so gut futtern kann; ich freu mich, dass Ihr dieses Mal nicht päppeln müsst nach einer Zahnbehandlung und ich freu mich einfach, dass Maxi, einen Tag vor seinem Jahrestag als "Zahnschwein" immer noch so tapfer ist und er und Ihr nicht aufgebt!! :freu:

Ich denk immer an Euch und drücke weiterhin die Daumen für den kleinen Kämpfer!

Viele liebe Grüße
Yvonne


Weh dem Menschen, wenn nur ein einziges Tier im Weltgericht sitzt.
(Christian Morgenstern)

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Re: Schmerzmittel für Zahnschweinchen

Beitrag von sachenbauer » Do 3. Mär 2011, 11:55

Danke liebe Yvonne, dass Du Dich so mit und für uns freust. Ich hoffe, Du konntest vor lauter "Freu" überhaupt noch schlafen ;) . Und wir möchten uns gerade auch bei Dir (und natürlich den anderen lieben und kompetenten Menschen hier) bedanken. Du hast Lena, und später auch Bärbel und mir, und damit vor allem Maxi, gerade in der so schwierigen Anfangszeit als Zahnschweinchen und bis heute unendlich viel geholfen. Wir durften von Deinen - leider traurigen - Erfahrungen mit Gonzo profitieren und haben irre viel von Dir gelernt. DANKE!
Und über diese ganze Geschichte sind wir auch noch Freunde geworden. Darüber sind wir sehr froh.

Ja, Maxi ist heute seit genau einem Jahr Zahnschweinchen. Natürlich hatte er die Probleme schon etwas früher, aber am 3. März 2010 haben wir die Problematik das erste Mal erkannt.

Unsere Gefühle darüber sind zwiespältig. Natürlich hätten wir uns gewünscht und würden uns auch heute noch wünschen, dass Maxi diese Probleme nie bekommen hätte.

Aber ganz ehrlich: zunächst mal ist es echt ein Grund zur Freude, dass es Maxi nach zwölf Monaten mit massiver Zahnfehlstellung heute immer noch gut geht. Und momentan geht es ihm so gut, wie lange nicht mehr. Wir haben es mit ganz viel Hilfe geschafft, ihm ein lebenswertes und schönes Leben trotz Zahnproblemen zu ermöglichen. Und das jetzt schon seit einem Jahr.

Und wir hätten niemals so viel über Meerschweinchen, deren Haltung und Ernährung und über die Krankheiten und Therapien gelernt, wenn Maxi kein Zahnschwein geworden wäre. Wir sind auch heute noch ständig am Lernen und versuchen permanent, Maxis Situation zu optimieren. Davon profitieren natürlich auch unsere zwei Meerli-Damen.

Das letzte Jahr war hart, das gebe ich offen zu. Wir waren manchmal am Ende unserer Kräfte und oft sehr verzweifelt. Aber viele liebe Menschen hier und "drüben" haben uns immer wieder Mut gemacht und uns unterstützt. Vor allem aber Maxi war es, der uns auch in ganz schwierigen Zeiten die Motivation zum Weitermachen gegeben hat. Mit seinem unbändigen Willen, seiner großen Lebensfreude, seinem Blick und seiner Kraft, immer wieder aufzustehen, war er für uns oft ein Vorbild.

Sehr beeindruckt hat mich auch meine liebe Tochter Lena, die eigentliche "Besitzerin" der Wutzen. Wie sie sich in diesem letzten Jahr um Maxi gekümmert hat, was sie alles an Infos gesammelt hat, wie tapfer und zugleich im höchsten Maße verantwortungsbewusst sie diese Zeit gemeistert hat, das ist schon richtig toll. Natürlich kommt auch sie (mit zwölf Jahren) immer wieder an ihre Grenzen, aber auch Lena hat nie aufgegeben und immer wieder neue und bessere Wege für Maxi gesucht, gefunden und teilweise auch uns Eltern erfolgreich überzeugt.

Genau so intensiv hat sich auch Bärbel, meine Frau, um die Versorgung und Pflege unserer Meerlis gekümmert und unzählige Stunden damit verbracht, die besten Sachen zu besorgen, Futter zu schnibbeln, zu päppeln (wenn es nötig war), zum TA zu fahren etc. etc.
Auch unser Sohn war jederzeit bereit einzuspringen, zu helfen, t.w. auch zu päppeln und uns einfach zu unterstützen.
Keiner von uns hätte das alles alleine geschafft.

Aktuell geht es Maxi richtig gut. Er futtert alles ganz problemlos, hat die Narkose weggesteckt wie nix und ist einfach gut drauf. Er hat noch teilweise Matsch-Köttel, aber da sind wir ja phytotherapeutisch dran. Dank Alex hat er die letzte Backenzahnkorrektur unter Gas erhalten. Damit konnten wir ihm viel ersparen.

Was die Zukunft bringt, wissen wir nicht. Aber wir wissen, dass wir mit Maxi noch lange nicht am Ende sind und dass wir immer weiter versuchen werden, zu optimieren und das Beste für ihn rauszuholen. Gemeinsam und mit eurer Unterstützung werden wir das schaffen.

Danke euch allen. Liebe Grüße, Micha und die ganze Bande.


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Re: Schmerzmittel für Zahnschweinchen

Beitrag von Alex » Do 3. Mär 2011, 12:09

Ach das freut mich soooo sehr!!

Toll!!


Grüßt den kleinen Wichtel von mir

Liebe Grüße
Alex



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Re: Schmerzmittel für Zahnschweinchen

Beitrag von Miss Marple » Do 3. Mär 2011, 14:04

sachenbauer hat geschrieben:Und wir hätten niemals so viel über Meerschweinchen, deren Haltung und Ernährung und über die Krankheiten und Therapien gelernt, wenn Maxi kein Zahnschwein geworden wäre. Wir sind auch heute noch ständig am Lernen und versuchen permanent, Maxis Situation zu optimieren. Davon profitieren natürlich auch unsere zwei Meerli-Damen.
Das ist auch meine Motivation, wenn ich mich mit all dem Elend beschäftige: lernen und verbessern.
Sachenbauer hat geschrieben:Mit seinem unbändigen Willen, seiner großen Lebensfreude, seinem Blick und seiner Kraft, immer wieder aufzustehen, war er für uns oft ein Vorbild.
Von Tieren lernen. Und gleichzeitig sind sie noch so sozial, dass wir Halter in unserer Zusammenarbeit zu einem Miteinander sozialisiert werden und alle an einem Strang ziehen. :D


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Re: Schmerzmittel für Zahnschweinchen

Beitrag von Nightmoon » Do 3. Mär 2011, 14:24

Kampfer, Pfefferminze, Weidenrinde und Johanniskraut sollen auch eine schmerzlindernde Wirkung haben, ob aber Meeris an Campher (Kampfer auch geschrieben) wegen des starken Geruchs überhaupt rangehen, das wage ich zu bezweifeln...

Freut mich natürlich, dass es dem Schweinchen viel besser geht! :top:


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Meine süße kleine Tessamaus, ich hab dir immer versprochen, dich nicht leiden zu lassen, ich hoffe Du verzeihst mir.[/align]

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Re: Schmerzmittel für Zahnschweinchen

Beitrag von Piccola » Do 3. Mär 2011, 21:29

Lieber Micha,

heute abend also schon wieder ein Grund zur Freude :tanz:
Nämlich 1., dass es Maxi auch heute so gut geht und er so toll futtert und gut drauf ist und 2. Dein schöner Beitrag.
Vielen Dank für Deine Worte und ich bin froh, dass ich Euch helfen konnte und werde Euch natürlich auch immer weiter helfen, wenn ich es kann.
Nach Gonzo´s langer Zahnodyssee weiss ich leider genau, was Ihr seit 1 Jahr durchlebt und auch wenn mein kleiner Kämpfer es nicht geschafft hat und ich täglich an ihn denke und er mir immer noch so sehr fehlt :heul: , bin ich froh, dass ich mit dem, was ich in der Zeit mit ihm (und danach) gelernt habe, Euch und Maxi unterstützen konnte.
Dass wir über uns ausgerechnet über so eine Geschichte kennen gelernt haben, ist zwar einerseits schade, aber andererseits bin ich sehr glücklich, dass wir darüber Freunde geworden sind und ich bin immer für Euch da!

Ich bin froh, dass es Menschen wie Euch gibt, die bereit sind zu lernen und für alles offen sind, um ihren Tieren zu helfen. Und ich bin froh, dass Maxi (und die Mädels natürlich) in so einer tollen Familie leben darf und das Glück hat, dass Ihr Euch so super um ihn kümmert.
Und ich bin sicher, dass er noch eine lange schöne Zeit bei Euch haben wird, denn Ihr hört nicht auf, Euch weiterzubilden und seid bereit, alles für die Euch anvertrauten Tiere zu tun.
Jetzt habt Ihr auch noch Alex kennen gelernt und ich hoffe, das alles zusammen wird Maxi noch lange so lebensfroh und stark sein lassen.
Die Zahnkorrektur in Gasnarkose scheint im wirklich gut bekommen zu sein und ich merke, dass der positive Verlauf auch Euch wieder neue Kraft und Mut gibt. Das alles ist einfach klasse!

Maxi und alle Sachenbauer´s... macht weiter so!

Liebe Grüße
Yvonne


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Re: Schmerzmittel für Zahnschweinchen

Beitrag von sachenbauer » Sa 5. Mär 2011, 18:05

@Nightmoon
Danke für die Tipps. Frische Weidenzweige haben die Wutzen seit einiger Zeit ständig im Angebot. Mal wird lange nichts genommen, dann holt man sich wieder die fette Salicin-Portion ab. Ebenso haben wir für die Därmchen ständig Fichtenzweige (ungespritzt, mitten aus dem Wald, pssst...) im Angebot. Kampfer haben wir noch nicht getestet. Salbei gilt ja auch neben der heilenden Wirkung als schmerzlindernd. Auch davon gibts frisch und für Maxi alles was er an Medis oder Brei unbedingt braucht, immer mit laaaaange gezogenem Salbeitee, auch wegen der Gerbstoffe.
Metacam gabs nach der letzten Zahnkorrektur nur einmal bei Alex und einmal oral bei uns. Seither nur zusätzlich Traumeel 2x1 Tbl. täglich als "prophylaktische" Analgesie.

@Miss Marple
Ja, ständig lernen. Und von den Tieren lernen. Manchmal denke ich schon, dass sie uns ein Stück weit erziehen. Ist zwar manchmal anstrengend, aber im Rahmen unserer Möglichkeiten tun wir es.

@Alex
Wir freuen uns auch, denn so eine entspannte Zeit nach einer Zahnkorrektur hatten bisher weder Maxi noch wir. Sicher kommt dazu, dass ich diese Woche Urlaub hatte und mir deshalb viel Zeit für Maxi "leisten" konnte. Aber eben auch, dass er das erste Mal nicht gepäppelt werden musste, sondern gleich wieder gefuttert hat. Wir haben den kleinen Wichtel von Dir gegrüßt und er lässt Dir ausrichten, dass Du "für eine TÄ ganz ok bist" ;) (sorry, Blickwinkel eines Zahnschweines, wir Zweibeiner finden Dich richtig gut!)

@Alle
Kurzer Bericht und Beobachtungen
Unseren drei Wutzen geht es subjektiv gut. Sie waren heute über drei Stunden in der Sonne (mit Schattenplätzen) auf dem Balkon im zusätzlichen Auslauf. Waren gut drauf und haben die Sonne genossen. Maxi futtert ganz gut.
Ich habe mich heute schon so gefreut, als ich einige tropfenförmige, aber recht feste Köttel gefunden habe. Habe gehofft, die wären von Maxi, und das wäre ja ein großer Fortschritt. Leider haben ich kurz danach "live" gesehen, dass diese weichen Köttel von Luna kommen. :grübel:
Maxi's Köttel sind immer noch sehr weich und nicht immer geformt. Jetzt hat auch noch Luna weiche Köttel. Murmele dagegen ganz normale. Wir werden wohl in der kommenden Woche doch mal die beiden Mädels Alex zeigen. Wenigstens mal den Bauchraum abtasten und Darmgeräusche abhören.
Gewichtsmäßig hält sich Maxi sehr gut. Seit der Korrektur tendenziell eher zugenommen (ich muss es nochmal sagen: ohne jedes Päppeln!)
Könnte der weiche Kot von Luna auch von Sonnenblumenkernen kommen? Die bekommt Maxi immer mal wieder als "Kalorienfutter" und Luna mopst sich schon oft was davon.

Ansonsten versuchen wir, unser Angebot immer mehr auszuweiten. Inzwischen haben wir von einer lieben Freundin frischen Bambus (wird noch zögerlich genommen, Maxi findet ihn momentan zu hart), bieten oft getrockneten grünen Hafer und Löwenzahn mit Apfel an, zusätzlich seit zwei Wochen aus den Heil-Tees auch als Trocken-Angebot: Kamille, Schafgarbe, Angelika, Löwenzahn, Gänsefingerkraut, Heidelbeeren, Zistrose und noch die Reste Jiaogulan, die wir noch da haben. Und natürlich immer Weiden- und Fichtenzweige wegen Salicin und Fichtenendextrakt. Topinambur haben wir mittlerweile allgemein eingeführt. Die Mädels auch vorsichtig dran gewöhnt. Wird aber auch noch nicht mit sooo großer Begeisterung genommen. Am ehesten von Maxi.

Heute hat die dritte "Phyto-Woche" für Maxi begonnen. Mal schauen, was sich in den nächsten sieben Tagen noch tut. Dann müssen wir eh mit Alex zusammen neu analysieren und entscheiden.

So viel zum aktuellen Stand. Und sorry, dass ich derzeit in den anderen Threads nicht wirklich aktiv bin. Muss ein wenig mit Kräften und Zeit haushalten und Prioritäten setzen. Aber es kommen auch wieder andere Zeiten.

Danke euch allen (zwei Drittel meines Textes hätte ich vor meiner Tierpla.net-Zeit selber nicht verstanden ;) ), beste Grüße, einen schönen Samstagabend und einen erholsamen Sonntag.
Micha


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Re: Schmerzmittel für Zahnschweinchen

Beitrag von Miss Marple » Sa 5. Mär 2011, 18:34

sachenbauer hat geschrieben:Könnte der weiche Kot von Luna auch von Sonnenblumenkernen kommen? Die bekommt Maxi immer mal wieder als "Kalorienfutter" und Luna mopst sich schon oft was davon.
Schwer vorstellbar, aber was gibts nicht? :grübel: Mein Diabetes - Ferkel hat immer weiche, hellgrüne Bobbels, wenn sie viel Spinat frißt. Entweder frißt sie diese Unmengen von Oxalsäure um Parasiten loszuwerden oder es schmeckt ihr einfach lecker und ihr Körper pfeffert einfach das Zuviel an Oxalsäure raus.
Generell denke ich, weicher Kot ab und an ist normal. Das Gleichgewicht in der Darmflora schwankt nun mal und das Immunsystem befördert raus, was nicht rein gehört. Wenn das Tier dann vermehrt wässerige Futtersorten bevorzugt oder das Immunsystem dem Körper zu diesem Zweck etwas Wasser entzieht - das ist der natürliche Gang.
sachenbauer hat geschrieben:Ansonsten versuchen wir, unser Angebot immer mehr auszuweiten.
Und das ist ein guter Weg. :top:
sachenbauer hat geschrieben:Und sorry, dass ich derzeit in den anderen Threads nicht wirklich aktiv bin. Muss ein wenig mit Kräften und Zeit haushalten und Prioritäten setzen. Aber es kommen auch wieder andere Zeiten.
Kein Problem. Ich finde es unbegreiflich, dass ihr nach einem Jahr Zahnschwein überhaupt noch solche Kraftreserven habt.
sachenbauer hat geschrieben:Danke euch allen (zwei Drittel meines Textes hätte ich vor meiner Tierpla.net-Zeit selber nicht verstanden ;) )
Und dann kommen Zeiten, wo man nicht mehr versteht, was man vor Jahren so alles geschrieben hat. Von mir gibt es Texte, die mir heute unsäglich peinlich sind. :hehe:


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Re: Schmerzmittel für Zahnschweinchen

Beitrag von sachenbauer » Mo 7. Mär 2011, 23:15

Tja, Miss Marple, auch ich kann mir heute kaum noch vorstellen (oder möchte es nicht) was ich noch vor einem Jahr (oder noch schlimmer: vor vielen Jahren) über Meerli-Haltung, Gesundheit und Therapie gedacht habe. Aber so ist das nun mal mit dem Dazulernen. ;)

Heute waren wir mit Luna und Murmele bei Alex (Miss Marple, Du weißt das ja schon, Piccola hat "gepetzt" ;) )
Das war mal wieder ein TA-Ausflug, der sich "gelohnt" hat. Gleich mal mit drei neuen Diagnosen nach Hause gekommen. :?

Aber wir hatten so was ja schon vermutet und es sind alles momentan keine Katastrophen. Luna's Backenzähe wachsen vorne leicht nach innen (minimal meint Alex. Ich denke, die meisten TÄ hätten das nichtmal erkannt). Aber die waren vielleicht immer schon so und sie wird auch hoffentlich weiterhin kraftvoll zubeißen können. Noch ein Zahnschweinchen wäre schon richtig heftig. Eine Verwandtschaft von Luna und Maxi scheint übrigens sehr wahrscheinlich.

Murmele hat Grauen Star auf beiden Augen. Der ist uns auch erst heute so bewusst aufgefallen und ist wirklich sichtbar, wenn man genau hin schaut. Aber auch hier denke ich: keine Panik. Noch sieht sie gut, das Ganze kann sich verschlechtern, verläuft aber in der Regel wohl langsam, oder? So kann sie sich an die weniger werdende Sehfähigkeit gewöhnen und wird sich hoffentlich auch weiterhin in ihrem EB gut zurecht finden. Sie ist übrigens jetzt 5 Jahre und 3 Monate. Da kann das Auge schon mal ein wenig trüb werden.

Murmele hat definitiv eine ordentliche Ovarial-Zyste. Die ist deutlich tastbar und vermutlich der Grund für ihre gelegentliche Zickigkeit in letzter Zeit. Dagegen bekommt sie jetzt erst mal Ovarium. Das sollte ein wenig helfen. Die Zyste selber kann sich so oder so entwickeln. Klar kann das auch tumorös sein, aber selbst dann kann das lange gut gehen. Eine Kastration wegen der Zyste kommt momentan weder für uns noch für Alex in Frage. Ich glaube fest daran, dass es ihr auch damit noch eine ganze lange Weile gut gehen kann. Sie zeigt auch keinerlei Krankheitssymptome, ist munter und hat keinerlei Fellverlust, was ja bei problematischen Zysten anscheinend oft der Fall ist. Wir beobachten sie genau weiter und tasten auch immer mal die Zyste (hat uns Alex heute genau gezeigt). Wenn sich deutlich was verändert, reagieren wir. Leider ist Maxi jetzt auch nicht gerade ein aktives Böckchen. Wäre für den Hormonhaushalt der Mädels sicher besser. Aber so ist er nun mal.

Also drei neue Diagnosen und wir bleiben trotzdem recht cool dabei. Unseren Schweinchen geht es momentan gut und wir vertrauen ihnen, dass sie es uns wissen lassen, wenn sich daran was ändert.

Maxi, unser kleiner Held, hat den vorübergehenden "Verlust" seiner Mädels gut verkraftet. Vielleicht war er sogar froh, mal ein wenig Ruhe zu haben. Sein Gewicht hält er sehr schön auf relativ hohem Niveau: heute 886 Gramm. Und das eine Woche nach Zahnkorrektur und ohne jegliches Päppeln. Ich halte das für einen großen Erfolg und Fortschritt.

Meint ihr, man kann oder wir sollten wegen Murmeles Zyste mehr oder was anderes tun?

Beste Grüße, Micha


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Re: Schmerzmittel für Zahnschweinchen

Beitrag von Miss Marple » Di 8. Mär 2011, 10:56

Also ein ganz normaler Tierarztbesuch. :mrgreen: Ich komme auch immer mit ner neuen Diagnose nach Hause, die mich komplett plättet...
Ich antworte heute mal hauptsächlich mit Links. Die Erfahrungen dort sprechen für sich.
Ich fange mal an mit den Zähnen. Gegen die Genetik kommt man nicht an. Aber man kann den Zahnabrieb fördern indem man die Kauzeiten verlängert. Das funktioniert am besten mit Futtermitteln ad lib, besonders die, die sie mögen. Wenn dann auch noch kieselsäurereiche Sorten wie Bambus oder Schachtelhalm dabei sind, hat man gute Karten.
Zur Beschäftigungsdauer: https://www.chinchilla-scientia.de/index.php?id=chinchillazahnabrieb" onclick="window.open(this.href);return false;

Hier ein Beispiel von 2005 / 2006, wo das Umdenken in Sachen Zahnabrieb begann:
Nun, 11 Monate alt war es im November 05. Ab da mußte es ca. alle acht Wochen zur Sanierung. Zu dem Zeitpunkt verfolgte ich noch die Philosophie dieses Tier müsse so strukturiert-rohfaserreich (impliziert karg/nährstoffarm) wie möglich fressen ->Zahnabrieb usw...

Doch dann kam der Sommer 06 mit ihm die Grasfütterung und danach die Abkehr von der Rohfaser-Fixierung hin zu frischem Obst/Gemüse... 4-5x in der Woche gibts nun frisches Grünzeug... Eigentlich erwartete ich nun eine Verkürzung der Wartungs-Intervalle und damit auch das Unvermeidliche, denn gegen die Gene kann man nichts ausrichten...

Tja, und jetzt wirds aber interessant, denn die letzte Sanierung liegt so weit zurück, dass ich mich nicht mehr dran erinnern und sie nur in den Zeitraum Juni-August 06 schätzen kann.

https://www.degupedia.de/board/viewtopic.php?f=31&t=32" onclick="window.open(this.href);return false;

Interessant! Je mehr Frisches die Tiere fressen, desto seltener oder gar keine Korrekturen mehr nötig.
(Übrigens wird in diesem Bericht auch ein Tier mit Krampfanfällen erwähnt, die sich durch die Abkehr von Pellets und Hinwendung zu Frischfutter ad lib reduzierten. - War ja neulich mal eine Frage von Euch.)

Zu der Eierstockzyste: Mit dem Ovarium ist es ein guter Versuch, Bei sehr vielen Tieren wirkt es gut! Bei mir natürlich nicht. :roll: Wegen dem Aufreiten: das muss nicht zwangsläufig Maxis Job sein. Die Mädels reiten auch untereinander auf. Dieser Myth, nur das Aufreiten eines Bockes könne das Problem lösen, ist zwar hartnäckig, aber falsch. Hamel schreibt auf S. 170:
Eierstockzysten kommen vor allem bei einzeln gehaltenen weiblichen Meerschweinchen vor. Nach Ilsenbügel (1985) erreichen sie im Meerschweinchensektionsgut weiblicher Tiere eine Häufigkeit von über 90%.

Bei mir reiten die Weiber zwar untereinander häufiger auf als der Bock es tut, aber die Zysten werden wir dennoch nicht los. Ich gehe inzwischen diesen Weg:
Frauenmantel (Alchemilla xanthochlora):
Frauenmantel wirkt leicht entkrampfend - und vermutlich ist es gerade diese Wirkung, welche Regelschmerzen weniger stark werden läßt und regulierend in den Zyklus eingreift. Eine weitere Erklärungsmöglichkeit wäre die Fähigkeit der Gerbsäuren vom Frauenmantel, mit Eiweißen eine Verbindung einzugehen (adstringierende Wirkung, diese Wirkung macht sich durch ein zusammenziehendes Gefühl, im Mund durch einen pelzigen Geschmack, bemerkbar. Die Funktion von Drüsen wird bei direkter Einwirkung eines Adstringens verhindert. Die Kapillarwirkung wird vermindert.)
Beim jetzigen Wissenstand wird jedoch die Wirkung auf den weiblichen Zyklus angezweifelt ... ich selbst konnte dagegen sowohl beim Menschen, als auch beim Hund und beim Degu durchaus Besserungen von Zyklusanomalien beobachten, ich bin also absolut davon überzeugt, daß das Zeug wirkt (insbesondere beim Degu).

Herzgespann (Leonurus cardiaca):
Das Herzgespann ist eigentlich ein typisches Herzkraut, hat jedoch auch eine leicht beruhigende Wirkung. Gerade bei überhitztem Gemüt wirkt es oftmals wahre Wunder, zusammen mit anderen typischen Frauenkräutern soll sich die Wirkung der Frauenkräuter verstärken ... so richtig nachgewiesen ist da nix, es gibt keine Studien drüber. Bisher sind laut Frohne, Heilpflanzen nur die Wirkung aufs Herz, leicht blutdrucksenkende Wirkung und leicht beruhigende Wirkung anerkannt.

Mädesüß (Filipendula ulmaria):
Das Mädesüß ist in der Lage, durch den weiblichen Zyklus bedingte Kopfschmerzen zu hemmen. Es gibt jedoch bisher keine Untersuchungen darüber und die Wirkung in diesem Bereich ist nicht anerkannt.

Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus):
Er hemmt die Prolaktinausschüttung und hat vermutlich weitere dopaminerge Wirkungen. Prolaktin ist ein Hormon, welches in erster Linie die Milchproduktion in den Brustdrüsen und die Größe der Brustdrüsen beeinflußt. Es wird jedoch offenbar auch gebraucht, um die weiblichen, sexuellen Zyklen zu steuern, beim Hund beispielsweise wird die Gelbkörperproduktion in der zweiten Hälfte des Zyklusses mitbeeinflußt. Weiterhin wird gerade beim Degu bei jeglicher sexueller Betätigung Prolaktin ausgeschüttet ... ein sicheres Zeichen, daß Sex den Degus Spaß macht :Very Happy:

Weiterhin wird Prolaktin bei allen Säugern für den Tag-Nacht-Rhytmus gebraucht. Es wechseln sich Zeiten mit hoher Prolaktinausschüttung mit Zeiten mit hoher Dopaminausschüttung ab. Mönchspfeffer greift hier beruhigend in die Aktivitätsphase ein, allerdings ist der Effekt bei den unterschiedlichen Säugerarten unterschiedlich - ob Degus zu den Tieren gehören, die durch Mönchspfeffer deutlich ruhiger werden, weiß ich ehrlich gesagt nicht.

Schafgarbe (Achillea millefolium):
Schafgarbe wirkt entkrampfend und blutdrucksenkend, es sollte theoretisch sowohl die Wirkung vom Herzgespann als auch die Wirkung vom Mönchspfeffer verstärken.

Das sind so die Kräuter neben den beruhigenden Kräutern (Johanniskraut und Co), welche mir zu dem Thema einfallen ...

Natürlich wäre es, diese Kräuter einfach ständig im Angebot zu haben, sowohl getrocknet, als auch frisch.
[url=http://www.degupedia.de/forum/viewtopic.php?t=1431]Ovulationsterror auf Deguart[/url]
Solange die Zysten nicht auf Organe drücken und behindern - kein Problem.

Wegen dem Grauen Star. Auch halb so wild. Das Tier wird kaum behindert. Meerschweichen "sehen" in erster Linie über ihre Vibrissen.
„Meerschweinchen besitzen Tasthaare, so genannte Vibrissen“, erklärt Daniela Pfanner vom Zentrum für Kleintiermedizin in Oldenburg. Mit ihnen können sie sich in ihrer Umgebung orientieren und gefahrlos fortbewegen. „Je nach Rasse sind die Tasthaare im seitlichen Bereich von Mund und Nase unterschiedlich ausgebildet“, sagt Pfanner. Sie sind länger und stärker als das übrige Fell und werden von Kindern häufig auch als Schnurrhaare bezeichnet.

Mit ihren Vibrissen tasten Meerschweinchen Gegenstände ab und erhalten so zum Beispiel Informationen über die Beschaffenheit von Nahrung oder die Größe von Hindernissen. Sie können außerdem erkennen, ob sie in einen Bau oder durch eine Öffnung passen. Diese Haare sind ein überlebensnotwendiges Sinnesorgan und dürfen daher niemals gekürzt werden.

Besonders eindrucksvoll: Erblindete Tiere können sich mithilfe der Tasthaare und ihrer anderen verbliebenen Sinne so gut zurechtfinden, dass sowohl den Tierhaltern als auch den anderen Meerschweinchen im Gehege die körperliche Einschränkung kaum auffällt.
https://www.krone.at/Haustiere/Meerschweinchen_sehen_mit_den_Haaren-Erstaunlich-Story-236604" onclick="window.open(this.href);return false;

Diskutiert haben wir unsere Erfahrungen mal hier: https://www.tierpla.net/allgemeines-meerschweinchen/wie-gut-sehen-meeris-dunkeln-t8830.html" onclick="window.open(this.href);return false;

Meine Rahel ist schon mit einem Jahr erblindet (diabetesbedingt), aber sie ist dennoch Hans Dampf in allen Gassen, prämierte Auslaufausbrecherin. "Sehen" ist kein Problem. Manchmal ist sie etwas verpeilt, wenn sie ihre Gurke aus einer anderen Richtung erwartet, aber ich bin ja flexibel. Bei unbekannten Geräuschen reagiert sie sehr wachsam und piept den Rudelführer an, ob es Sinn macht, zu flüchten. Wenn er Entwarnung piept, rödelt sie weiter. Gibt er keine Entwarnung oder gar Alarm ist sie schneller weg als die sehenden Schweinchen.


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Re: Schmerzmittel für Zahnschweinchen

Beitrag von sachenbauer » Di 8. Mär 2011, 22:05

Hi Miss Marple,

vielen lieben Dank für Deine ausführliche Antwort und die wieder so zahlreichen und wertvollen Tipps und Links. Ich weiß, ich sollte viel mehr noch die Suchfunktion nutzen, da hätte ich bestimmt auch schon einiges davon gefunden. Leider pack ich das zeitlich einfach nicht immer.

Um so mehr freue ich mich über Deine Antworten und finde es einfach klasse, wie Du uns hier damit hilfst. Ich weiß, dass das keine Selbstverständlichkeit ist und schätze das unheimlich.

Werde mich in Ruhe nochmal damit befassen und sicherlich bald eine Kräuter-Bestellung abschicken.
Zumal wir ja jetzt auch für Luna noch mehr Zahnabrieb brauchen. Den Bambus haben die Wutzen im Angebot, allerdings nehmen die Mädels wenig und Maxi fast keinen. Ich muss es jetzt doch endlich mit Schachtelhalm testen. Deine Auswahl für die Zysten-Problematik werden wir dann wohl auch anbieten.
Ich muss jetzt unbedingt mal eine Liste oder Kartei über die diversen Kräuter etc. anlegen, damit ich den Überblick behalte, was wie wirkt und für was gut ist.

Vermutlich bekommen unsere Wutzen in den nächsten Tagen "Zuwachs". Eine kleine dreijährige rot-weise Peruaner (Mix?) Dame von der Meerschweinchenhilfe hier in BW. Nach der Beschreibung passt sie gut zu unseren dreien und ist etwa im Alter von Luna und Maxi. Nachdem unsere Drei in letzter Zeit oft sehr faul waren und häufiger als früher eine Wutz alleine lag, denken wir, dass es der Gruppe gut tut, etwas frischen Wind zu bekommen. Und Maxi hat gerade eine so gute Phase, dass er das sicherlich problemlos packt.

Beste Grüße, bis bald, Micha.


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Re: Schmerzmittel für Zahnschweinchen

Beitrag von Miss Marple » Mi 9. Mär 2011, 12:18

Ganz vergessen, was machen Luna´s Köttel?


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Re: Schmerzmittel für Zahnschweinchen

Beitrag von sachenbauer » Sa 12. Mär 2011, 21:15

Sorry, hat ein wenig gedauert mit der Antwort. Wir haben eine sehr ereignisreiche Woche hinter uns, aber dazu nachher mehr.

Luna's Köttel sind praktisch wieder normal. Wie überhaupt die Köttel im gesamten EB kaum noch Besonderheiten aufweisen. Bis gestern ging ja die geplante Phytotherapie für Maxi's Darm, nachdem er vor vier Wochen mit deutlichen Matschkötteln angefangen hatte. Nach zunächst nur sehr zögerlicher Besserung hat er inzwischen fast normale Böhnchen. Manchmal noch etwas feuchter als die anderen und auch nicht immer perfekt geformt, aber momentan kein Matsch mehr zu finden.

Wir bieten den Wutzen die Tee-Kräuter etc. jetzt auch weiterhin einfach trocken dauerhaft an. Momentan wird nichts genommen, aber die Schweinchen werden schon wissen, wann sie was brauchen. Sonst geben wir Maxi jetzt erstmal keine zusätzlichen Sachen sondern beobachten zunächst mal.

Die Mädels nehmen inzwischen den Bambus richtig gerne und hauen gut rein. Unser Vorrat ist nahezu aufgebraucht. Da werden wir uns in den nächsten Tagen neuen besorgen müssen.

Luna zeigt fressmäßig keinerlei Auffälligkeiten. Warum sollte sie auch. Nur weil die Zweibeiner jetzt wissen, dass sie einen lechten Schiefstand der vorderen Backenzähne hat, muss doch Madame Luna nicht schlechter fressen. Sie kommt bestens zurecht damit.

Murmele hat sich wieder deutlich eingekriegt. Sie ist wesentlich weniger zickig, eigentlich schon fast wieder normal. Ob das Ovarium nach den paar Tagen schon geholfen hat? Die Ovarial-Zyste wird Lena morgen beim TÜV wieder tasten. Hoffen wir mal, dass keine deutliche Vergrößerung erkennbar ist.

Noch kurz zur Woche insgesamt.

Am Montag waren wir ja mit den Wutzen-Damen bei Alex und kamen mit den drei Diagnosen Grauer Star und Ovarial-Zyste bei Murmele sowie leichte Fehlstellung der vorderen Backenzähne bei Luna zurück.

Am Dienstagabend kurz vor Mitternacht erreichte mich die Nachricht einer lieben Freundin, dass eine ihrer Wutzen, Tyra (die mit den anderen Wutzen schon Gastschweinchen bei uns war), nach plötzlichem heftig stinkendem flüssigem Durchfall Probleme hat. Sie war zu diesem Zeitpunkt nicht deutlich tastbar gebläht und hatte sich im Allgemeinzustand schon wieder ein wenig gebessert. Bis zum Morgen ging es ihr schlechter. Dann sofort TA-Besuch. Dort dann massive Aufgasung von Magen und Darm festgestellt. Nach diversen akuten Interventionen sowie Wärme, Rotlicht, Medis etc., wenig Besserung. Unsere Freundin dann mit Tyra kurz zuhause, um evtl. auch ein wenig Bewegung ins Schwein zu bringen. Kurze Zeit später wieder beim TA. Keine Besserung. Versuch der Entgasung per Magensonde. Nicht möglich. Erneuter Versuch unter Narkose. Mechanische Blockade. Dann die Entscheidung, trotz labiler Gesamtsituation offen weiter zu versuchen. Also in Narkose gelassen, Bauchraum eröffnet. Ziemliches Chaos dort. Organe verschoben, evtl. verdreht. Tyra übersteht die Narkose. Wird von TA mit nach Hause genommen zur engmaschigen Überwachung. Tyra verstirbt in der Nacht zum Donnerstag. Die Ursachen werden untersucht. Proben sind eingeschickt.
Unsere Freundin erleidet am Mittwochabend einen Kreislaufkollaps. Muss in die Notaufnahme ins KH. Wird dort miserabel betreut. Am Donnerstag geht es ihr besser. Sie braucht uns und geht mit Bärbel (meine Frau) lange spazieren und reden. Am Donnerstag-Abend beerdigen wir Tyra bei uns im Garten, da unsere Freundin in ihrem Miet-Garten das nicht will und darf. Tyra findet einen schönen Platz unter unserem Haselbusch.

Trotz allem haben wir am Mittwochabend Lotta zu uns geholt. Wie bereits erwähnt, eine ca. dreijährige rot-weise Peruaner-Mix-Dame. Die VG dort (Pflegestelle der Meerschweinchenhilfe) verlief robust aber nicht dramatisch. Zuhause dann noch reichlich Gezicke, wobei Maxi sich erstaunlich raus gehalten hat. Inzwischen ist die Situation recht entspannt. Ab und an noch kleine Kabbeleien. Lotta würde gerne Chef werden. Murmele will Chef bleiben. Die regeln das noch. Mit den Rosetten Maxi und Luna hat Lotta am wenigsten Probleme. Und Murmele wird ihre Chefrolle dank ihrer Souveränität verteidigen.

Am Freitag früh erreicht mich dann im Büro der Anruf von zuhause, dass Maxi kaum noch Heu frisst und nur noch sehr mühsam kaut. Wir wussten schon, dass die oberen Schneidezähne sehr schief nach innen wachsen. Also am Freitag Nachmittag noch zu Alex. Schneidezähne korrigiert. Backenzähne augenscheinlich noch ganz ok. Maxi frisst seither wieder ganz gut. Hat seit gestern auch wieder Gewicht zugelegt. Aber die Abstände der Zahnkorrekturen werden kürzer. Wir versuchen jetzt noch seine Muskulatur ein wenig umzutrainieren. Er kaut ja seit über einem Jahr hauptsächlich links. er hat momentan keine erkennbaren Blockaden um rechts zu kauen. Tut es aber nicht. Wir versuchen jetzt mit "Krankengymnastik" immer, wenn wir ihn sowieso draußen haben, seinen Unterkiefer ein wenig auf rechts zu trainieren. Vermutlich hat sich seine Muskulatur schon zu deutlich auf links kauen eingestellt. Vielleicht können wir damit noch was lockern oder erreichen. Ist übrigens ziemlich krass. Wenn wir seinen Unterkiefer vorsichtig nach rechts schieben, dann schnappt der zurück, als ob ein Gummiband dran hängen würde. Verrückt.

Heute dann zur Entspannung ein Tag mit lieben "Meerli-Freunden" aus Nürnberg und Esslingen bei Sonne. Puh, endlich mal ein wenig durchschnaufen. Aber jetzt sind wir alle platt. Das war unsere Woche. Eine Mischung aus Anspannung, Trauer, Freude, füreinander da sein.

Wünsche einen schönen Rest-Samstagabend und einen schönen Sonntag.
Liebe Grüße, Micha


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Re: Schmerzmittel für Zahnschweinchen

Beitrag von Miss Marple » Mo 14. Mär 2011, 12:05

sachenbauer hat geschrieben:Wir versuchen jetzt noch seine Muskulatur ein wenig umzutrainieren. Er kaut ja seit über einem Jahr hauptsächlich links. er hat momentan keine erkennbaren Blockaden um rechts zu kauen. Tut es aber nicht. Wir versuchen jetzt mit "Krankengymnastik" immer, wenn wir ihn sowieso draußen haben, seinen Unterkiefer ein wenig auf rechts zu trainieren. Vermutlich hat sich seine Muskulatur schon zu deutlich auf links kauen eingestellt. Vielleicht können wir damit noch was lockern oder erreichen. Ist übrigens ziemlich krass. Wenn wir seinen Unterkiefer vorsichtig nach rechts schieben, dann schnappt der zurück, als ob ein Gummiband dran hängen würde. Verrückt.
Könnt Ihr denn in Etwa sagen, über welchen Zeitraum Maxi sich dieses "Schonkauen" angewöhnt hat? Ich frage auch wegen Kerstins Monster - Zahnschwein Ida. Denn auch, wenn ein Zahnschwein noch kauen kann, heißt das ja, dass es da dann schon gravierende Veränderungen in der Muskulatur gibt.
Kann man in cm sagen, wie weit man den Kiefer nach rechts und links schieben kann, wie groß da der Schiebeunterschied zw. rechts und links ist?


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Re: Schmerzmittel für Zahnschweinchen

Beitrag von Emmy » Mo 14. Mär 2011, 21:37

Miss Marple hat geschrieben:
sachenbauer hat geschrieben:Wir versuchen jetzt noch seine Muskulatur ein wenig umzutrainieren. Er kaut ja seit über einem Jahr hauptsächlich links. er hat momentan keine erkennbaren Blockaden um rechts zu kauen. Tut es aber nicht. Wir versuchen jetzt mit "Krankengymnastik" immer, wenn wir ihn sowieso draußen haben, seinen Unterkiefer ein wenig auf rechts zu trainieren. Vermutlich hat sich seine Muskulatur schon zu deutlich auf links kauen eingestellt. Vielleicht können wir damit noch was lockern oder erreichen. Ist übrigens ziemlich krass. Wenn wir seinen Unterkiefer vorsichtig nach rechts schieben, dann schnappt der zurück, als ob ein Gummiband dran hängen würde. Verrückt.
Könnt Ihr denn in Etwa sagen, über welchen Zeitraum Maxi sich dieses "Schonkauen" angewöhnt hat? Ich frage auch wegen Kerstins Monster - Zahnschwein Ida. Denn auch, wenn ein Zahnschwein noch kauen kann, heißt das ja, dass es da dann schon gravierende Veränderungen in der Muskulatur gibt.
Kann man in cm sagen, wie weit man den Kiefer nach rechts und links schieben kann, wie groß da der Schiebeunterschied zw. rechts und links ist?

Darüber habe ich auch schon nachgedacht :grübel:
Ich bespreche das mal mit unserer Ärztin am Mittwoch.


Liebe Grüße von Kerstin

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Re: Schmerzmittel für Zahnschweinchen

Beitrag von sachenbauer » Di 15. Mär 2011, 22:47

Ist sehr schwer, genau zu sagen, seit wann Maxi so kaut und die Schonhaltung sich angewöhnt hat. Ich vermute schwer, dass die Ansätze dazu sehr früh in seiner Zahnschweingeschichte liegen. Wäre eigentlich auch logisch. Ich habe das im Human-Bereich bei Menschen mit z.B. Hüftschäden oft festgestellt, dass eine Schon- und damit Fehlhaltung und Überlastung der gegenüber liegenden Seite schon sehr frühzeitig zu sehen war.

Maxi hatte sicher schon früh Schmerzen durch Zacken, die nicht erkannt wurden. Deshalb hat er das Kauen nach und nach immer mehr auf die linke Seite verlagert.

Wenn die Zähne frisch gerichtet sind, geht die "Physiotherapie" natürlich leichter, da dann keine mechanischen Widerstände da sind, außer dem verschobenen Muskeltonus.

Aktuell spüren wir beim Unterkiefer-Training wieder leichte Widerstände oder Reiben zusätzlich zum unglaublichen Zurück-Federn des Unterkiefers wenn wir ihn nach rechts bewegen und los- oder nachlassen.

Die Bewegungen nach links, also zur "gesunden" Seite gehen etwa zwei cm. Nach rechts, gegen den Muskeltonus, zur Zeit etwa einen halben cm (alles geschätzt, nicht gemessen). Ist schon ein gewaltiger Unterschied. Maxi hat übrigens ein sehr schmales, spitziges und eher langes Göschle. Vielleicht hilft das für Vergleiche.

Wir üben weiter mit ihm. Allerdings gerade immer vorsichtiger, da das Reiben/Knirschen zunimmt, und wir ihm nicht weh tun wollen damit. Wahrscheinlich muss Alex bald wieder nach den Zähnen schauen. Momentan frisst er aber noch richtig gut mit den Mädels um die Wette und hat sein Gewicht wieder prima auf knapp 900 Gramm stabilisiert.

Wäre schön, wenn es ihm noch eine Weile so richtig gut gehen könnte, bevor er die nächste Korrektur braucht.

Beste Grüße, Micha.


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Re: Schmerzmittel für Zahnschweinchen

Beitrag von Emmy » Mi 16. Mär 2011, 10:09

Ich drücke Maxi und euch ganz fest die Daumen!


Liebe Grüße von Kerstin

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Re: Schmerzmittel für Zahnschweinchen

Beitrag von Miss Marple » Mi 16. Mär 2011, 11:51

sachenbauer hat geschrieben:Die Bewegungen nach links, also zur "gesunden" Seite gehen etwa zwei cm. Nach rechts, gegen den Muskeltonus, zur Zeit etwa einen halben cm (alles geschätzt, nicht gemessen). Ist schon ein gewaltiger Unterschied.
Diesen Unterschied finde ich sehr heftig. Wie beweglich solch ein kleiner Kiefer an sich ist. Beim Gähnen sehe ich ja immer nur den riesigen Schlund in der Länge. Logisch irgendwie, dass es auch in die Breite weit gehen kann.
Ich bewundere Eure physiotherapeutischen Hände! :top:


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Re: Schmerzmittel für Zahnschweinchen

Beitrag von sachenbauer » Mi 16. Mär 2011, 21:58

Zieh bitte Deine Bewunderung zurück. Wir haben keine physiotherapeutischen Hände. Wir versuchen einfach nur das zu lernen und auszuprobieren, was uns Alex gezeigt hat. Das kann jeder, der ein wenig Gefühl mitbringt. Man muss nur lernen zu spüren, ob der Widerstand durch Zähne oder Zacken, durch einen falsch trainierten Muskeltonus oder durch bewusstes "Dagegenhalten" des Schweinchens kommt.
Lena hat da schon mehr Erfahrung als ich. Sie trainiert mehr mit Maxi.
Wobei es mit dem Training meiner Meinung nach vorbei ist, wenn der "echte" Zahnwiderstand durch Zacken oder Brücken wieder einsetzt. Dann erstmal Korrektur. Danach, nach einer gewissen Erholungsphase dann gerne wieder Göschle-Training.

Köttel der Schweinis sind übrigens stabil und geformt. Keine Matsche zu finden. Und wir geben Maxi seit Tagen nichts mehr für den Darm. Thanks Phyto und Danke Alex. Murmele bekommt noch ihr Ovarium. Sie reißt Lena immer fast die Spritze aus der Hand. Steht total auf Spritzen. Verrücktes Tierchen. Ist aber schon wieder deutlich verträglicher geworden. Zyste ist nicht größer tastbar, eher kleiner. Aber unsicherer und unerfahrener Tastbefund von uns.

Luna hat "Traumköttel". Von der vorübergehenden "Erweichung" ist nichts mehr zu sehen.

Lotta macht sich gut. Findet so langsam ihre Rolle im Rudel. Lag heute mal mitten im EB unter der Weidenbrücke lange ausgestreckt auf einem Kuschelbett. Wie "her royal highness".

Soweit also alles gut. Mal sehen, wie lange Maxis Zähne dieses Mal halten...

Beste Grüße, Micha


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Re: Schmerzmittel für Zahnschweinchen

Beitrag von sachenbauer » So 20. Mär 2011, 18:09

So, mal wieder ein kurzer Bericht zur Lage der Schweinchen.

Maxi's Unterkiefer hat inzwischen, wie ich finde, eine deutliche Verschiebung nach links. Trotz Training, das Lena immer macht. Es geht ihm momentan aber gut damit. Er futtert sehr gut, fast alles was im Angebot ist. Nur an den Bambus traut er sich nicht wirklich, nachdem er ihn zwei oder drei mal probiert hat. Vermutlich ist ihm das einfach zu hart. Schade, wäre schön gewesen wegen der Kieselsäure. Die Kauvorgänge werden jedoch wieder langsamer. Ist uns heute beim "Wiese-Futtern" aufgefallen. Noch kein Fall für ne Korrektur, aber sicherlich (und leider) bald wieder. :heul:
Er hält sein Gewicht stabil knapp unter 900 Gramm. Diesen kleinen psychologischen Triumph mit den 900 Gramm will er uns einfach nicht gönnen. Aber egal, solange er so munter ist und es ihm gut geht, ist es ja auch egal ob er ein paar Gramm mehr oder weniger hat.
Seine Darmflora scheint weiterhin stabil zu sein und gut zu funktionieren. Er köttelt normal. Manchmal denke ich, ups, jetzt müssen wir Maxi die Medis oder Kräuter oder Tee geben. Dann wird mir wieder klar, dass der kleine Kerl seit einer Woche nichts mehr zusätzlich bekommt. Ich bin da schon so konditioniert, das ist irgendwie verrückt. Natürlich hat er im Nahrungsangebot inzwischen Sachen, die er früher nicht hatte, und die ihm bestimmt helfen. So bieten wir den Tee 2 aus der Phytotherapie ständig trocken an. Zur Zeit wird nichts genommen. Und Topinambur ist inzwischen fester Bestandteil. Frisst gerade Maxi auch fleissig.

Gestern haben wir unseren ersten Topi gesetzt. Vorerst mal im Topf, damit nicht gleich der ganze Garten zuwuchert. Drei Knollen müssten erst mal reichen, nachdem ich gesehen habe, welche Ernte hier manche schon erzielt haben.
Und seit gestern steht ein schöner Bambus bei uns auf dem Balkon. Fargesia murielae, also einer der essbaren. Dann müssen wir nicht immer "klauen" gehen.

Murmele ist in ihrem Verhalten wieder nahezu die Alte. Zickt kaum noch rum, ist ausgeglichener und schläft ihren verdienten Alters-Schlaf. Lena konnte die Ovarial-Zyste zwar noch tasten, empfindet sie jedoch als deutlich kleiner. Wir geben noch Ovarium, reicht noch für ein paar Tage. Dann klären wir mal mit Alex, wie es weiter gehen soll. Macht es Sinn, Ovarium dauerhaft zu geben? :grübel:

Luna zeigt bezüglich der Zähne keinerlei Auffälligkeiten. Sie frisst alles und schnell. Bambus ist für sie kein Problem sondern eine große Freude. Die Verdauung bei ihr ist auch wieder richtig stabil. Die sehr weichen Köttel damals waren wohl doch eine normale Erscheinung in den Tagesschwankungen und nichts Ernsthaftes.

Lotta hat sich inzwischen prima eingelebt. Es gibt immer wieder mal kleine "Schnauzereien", aber die sind ja auch noch nach Jahren in Gruppen normal. Manchmal gibt sie noch ein wenig Gas und scheucht mal jemand, aber meist sind die vier sehr friedlich miteinander. Am liebsten wird zu viert vom großen Futterteller gefressen. Da kann man dann ganz friedlich nebeneinander stehen und futtern, was das Herz begehrt.
Lotta hatte ja bei der Pflegestelle der Meerschweinchenhilfe noch Probleme mit Blähungen etc. Das hat sich gelegt und sie fühlte sich auch heute nicht nach Luftballon an. Vermutlich war es die Nahrungsumstellung. Inzwischen ist sie eifrig dabei, den anderen abzuschauen, wie ad lib funktioniert, und sie macht das schon ganz gut. :klatsch:

Die vier Wutzen durften heute mal wieder in die Sonne. Drei Stunden Balkon-Auslauf. Alle haben es sichtlich genossen. Geht uns Zweibeinern ja auch so, wenn die Sonne scheint, fühlen wir uns doch auch gleich besser, oder?

Diese Woche bekommen wir noch Echinacea von Piccola (tja, kleinste Verkaufseinheit war 1 kg, da bleibt was übrig, wenn Piccola's Jungs das eh noch nicht mögen. Danke Yvonne!). Schadet ja nicht, wenn man das grundsätzlich anbietet, oder?

So, das waren meine Neuigkeiten. Ne, noch eine: wir waren letzte Woche tatsächlich mal nicht beim TA. :tanz: Wow. Alex, Du weißt, wir kommen gerne zu Dir, aber eben nur, wenn's nötig ist. ;)
Bin sehr froh, solange ich keine dramatischen News berichten muss.

Beste Grüße und eine gute Woche.
Micha

-- Sonntag 20. März 2011, 23:42 --

Noch ein kurzer, aber wichtiger Nachtrag:

Maxi hat es sehr spannend gemacht und vermutlich meinen Beitrag von heute Abend gelesen. Denn als wir ihn heute Abend gewogen haben, zeigte die Waage zum ersten Mal, seit er ein Zahnschweinchen ist
900 Gramm

Ganz viele Menschen würden uns für verrückt erklären, bei dem Gedöns, das wir um die 900 Gramm machen. Und es ist eigentlich auch pups-egal, ob das jetzt ein paar Gramm mehr oder weniger sind.

Aber ehrlich, diese 900 Gramm nach über einem Jahr als Zahnschwein bedeuten für Maxi und uns so viel. Bei all dem Kampf war das ein Ziel, das wir in den letzten Monaten hatten. Ein Ziel, das für uns die meiste Zeit ein unerreichbares Ziel zu sein schien.

Und Maxi, dieser riesen Kämpfer und mein persönlicher Held, hat es einfach geschafft.

Das macht so viel Mut und zeigt mir und uns, dass es sich gelohnt hat, zu kämpfen. Jede der unzähligen Stunden, all die Energie, die Geduld, die Nerven und auch jeder Euro haben sich gelohnt.

Nachdem ich Maxi gewogen hatte und wir uns hier alle erstmal riesig gefreut haben, habe ich zwar kein Fass, aber ein kühles Bierchen auf Maxi aufgemacht und einfach still geweint. Und auch jetzt habe ich wieder Tränen in den Augen. Vor Freude und vor Stolz auf dieses kleine Tierlein, das uns so viel zurück gibt, und von dem wir immer wieder lernen können.

Es lohnt sich, immer weiter zu kämpfen und immer dazu zu lernen.

Danke Maxi. Und danke allen, die uns unterstützen.
Micha


Wenn Tiere die Wahl hätten, müssten wir Menschen uns ganz schön anstrengen, um von unseren Tieren gewählt zu werden.

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Re: Schmerzmittel für Zahnschweinchen

Beitrag von Miss Marple » Mo 21. Mär 2011, 14:12

sachenbauer hat geschrieben:So bieten wir den Tee 2 aus der Phytotherapie ständig trocken an.
Welcher war das noch mal? Vergessen. :schäm:
sachenbauer hat geschrieben:Macht es Sinn, Ovarium dauerhaft zu geben? :grübel:
Die meisten Forenberichte, die ich kenne, verabreichen es dauerhaft. Quasi einmal Zysten -> immer Zysten. Meiner Erfahrung nach, sind Zysten aber nicht immer hormonell aktiv, Schweinchen also nicht ständig verhaltensauffällig. Ich würde mal sehen, ob die hormonelle Tätigkeit nachgelassen hat. In dem Fall würde ich nicht behandeln, solange die Zysten nicht wachsen, solange die Zysten physisch und psychisch nicht stören. Meine Mumtadz lebt dauerhaft ganz gut mit beidseitig walnussgroßen Zysten. Nach dem Punktieren kommen die ja doch häufig wieder. Haltet uns mal auf dem Laufenden über Euer Vorgehen! :top:
sachenbauer hat geschrieben:Die sehr weichen Köttel damals waren wohl doch eine normale Erscheinung in den Tagesschwankungen und nichts Ernsthaftes.
Gut zu hören, dass Ihr bei weichen Kötteln auch erst mal mit Beobachten hinkommen könnt.
sachenbauer hat geschrieben:Lotta hat sich inzwischen prima eingelebt. Es gibt immer wieder mal kleine "Schnauzereien", aber die sind ja auch noch nach Jahren in Gruppen normal.
Oh ja! :roll:
sachenbauer hat geschrieben:Geht uns Zweibeinern ja auch so, wenn die Sonne scheint, fühlen wir uns doch auch gleich besser, oder?
Balkon kann ich in dem Sinne nicht zur Verfügung stellen. Aber meine Tageslichlampe am Stall startet um 15:30 Uhr und die Schweinchen, besonders die Blinde, liegen schon 20 Minuten vorher parat. Dann wird sich gesonnt. :D
sachenbauer hat geschrieben:Diese Woche bekommen wir noch Echinacea von Piccola (tja, kleinste Verkaufseinheit war 1 kg, da bleibt was übrig, wenn Piccola's Jungs das eh noch nicht mögen. Danke Yvonne!). Schadet ja nicht, wenn man das grundsätzlich anbietet, oder?
Solange keine bösartigen Tumore in einem Schweinchen wüten - kein Problem! Echinacea kann das Zellwachstum beschleunigen.
sachenbauer hat geschrieben:Aber ehrlich, diese 900 Gramm nach über einem Jahr als Zahnschwein bedeuten für Maxi und uns so viel. Bei all dem Kampf war das ein Ziel, das wir in den letzten Monaten hatten. Ein Ziel, das für uns die meiste Zeit ein unerreichbares Ziel zu sein schien.
Ich bin überzeugt, dass unsere Tier auch spüren, wie aufrichtig wir um sie kämpfen. Eine pseudokämpferische Egomasche durchschauen sie schnell. Sie können an Hilfe nur nehmen und nutzen, was wir ihnen ehrlich geben!


"Der Clown ist die wichtigste Mahlzeit des Tages."

geklaut


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Re: Schmerzmittel für Zahnschweinchen

Beitrag von Kirja » Mo 21. Mär 2011, 19:39

Huhu, von mir auch mal was,
Miss Marple hat geschrieben:Welcher war das noch mal? Vergessen. :schäm:
Da muss ich auch nachschauen....
-Kamille
-Schafgarbe
-Angelika
-Löwenzahn
-Zistrose

Der Tee wird ignoriert, höchstens mal in der Einstreu verteilt :hot: Darüber bin ich aber froh, anscheinend wird er nicht benötigt.
Fenchel, Chiccoree, Schwarzwurzel und Topinambur werden genauso ignoriert - also scheint gerade keiner Probleme mit der Verdauung zu haben :freu:
Miss Marple hat geschrieben:Die meisten Forenberichte, die ich kenne, verabreichen es dauerhaft. Quasi einmal Zysten -> immer Zysten. Meiner Erfahrung nach, sind Zysten aber nicht immer hormonell aktiv, Schweinchen also nicht ständig verhaltensauffällig. Ich würde mal sehen, ob die hormonelle Tätigkeit nachgelassen hat. In dem Fall würde ich nicht behandeln, solange die Zysten nicht wachsen, solange die Zysten physisch und psychisch nicht stören. Meine Mumtadz lebt dauerhaft ganz gut mit beidseitig walnussgroßen Zysten. Nach dem Punktieren kommen die ja doch häufig wieder. Haltet uns mal auf dem Laufenden über Euer Vorgehen :top:
Okay, dann werden wir das mal versuchen. Ich überlege gerade, ob ich, wenn Maxi das nächste Mal zu Alex muss, die Murmelmaus mitnehmen soll - ich persönlich finde zwar, die Zyste ist kleiner und Murmele verhält sich auch deutlich entspannter, aber ich hab mit Zysten gar keine Erfahrung :grübel:

Ihr Ovaria liebt sie über alles - holla, da wird meine sonst so ruhige Murmele zur Furie, wehe dem Schwein, das zwischen ihr und Spritze steht :lol:
Miss Marple hat geschrieben:Solange keine bösartigen Tumore in einem Schweinchen wüten - kein Problem! Echinacea kann das Zellwachstum beschleunigen.
Nicht, dass ich wüsste. Alle fressen normal, alle halten ihr Gewicht (Lotta nimmt momentan zu, die wog aber, als sie ankam, 1029 Gramm, und ist recht groß, jetzt hat sie 1093 Gramm) und beim Abtasten fällt mir auch nichts auf.


Heute abend gibt`s Premiere auf dem Futterteller: Paprika mit Stiel. Ich war da bisher Ratgeber-geschädigt und hab immer brav den Stiel rausgeschnitten - jetzt gab`s eine komplette Paprika. :lieb:


Bild
“The way to belief is short and easy, the way to knowledge is long and hard.” Ernst Stuhlinger (1913–2008), deutscher Raketenforscher

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