Frage zur Vergesellschaftung

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Frage zur Vergesellschaftung

Beitrag von Binchen » Mo 15. Apr 2019, 13:19

Hallo,
nach langem überlegen habe ich mich nun dazu entschlossen eine Vierergruppe Kaninchen zu halten.

Das Gehege ist derzeit geteilt.

Ben und Mia, 11 Monate alt, Weibchen und Frühkastrat leben hier:

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Die Abtrennung:

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Hier sind die Neuen untergebracht, Simba und Nala, ca. 10 Wochen alt, auch Weibchen und Frühkastrat.

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Sind zwei Wochen Quarantäne ausreichend? Wobei so ganz getrennt sind sie ja durch das Gitter nicht.

Auf Kaninchenwiese steht:
Versuch: Zusammensetzen außerhalb des Revieres
Junge Kaninchen sollten mit geschlechtsreifen Kaninchen nur zusammengesetzt werden, wenn sie ohne Kämpfe akzeptiert werden. Dies sollte außerhalb des Reviers geschehen, also auf neutralen Terrain wo das Alttier noch nie war. In der Natur werden die Jungtiere außerhalb des Revieres geboren und erst wenn sie größer sind, bringt die Mutter sie mit zur Gruppe. Gut sozialisierte Kaninchen nehmen diese dann ohne Kämpfe auf.
Ansonsten sollte man es erst erneut versuchen, wenn die Kleinen 16 Wochen alt sind.

Leider weiß ich nicht, ob Ben und Mia gut sozialisiert sind, wahrscheinlich nicht.

Ein neutraler Platz steht leider nicht zur Verfügung, ausser im Haus.

Über Tipps und Erfahrungen wäre ich sehr dankbar.


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Re: Frage zur Vergesellschaftung

Beitrag von Gandalf » Mo 15. Apr 2019, 14:07

Persoenliche Erfahrungen habe ich leider nicht.

Ich kann dir diese Seite empfehlen
http://www.diebrain.de/k-vergesellschaftung.html

Ich hoffe, dass zumindest einige Fragen beantwortet werden koennen



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Re: Frage zur Vergesellschaftung

Beitrag von Murx Pickwick » Mo 15. Apr 2019, 18:54

Eigentlich ist es doch bei deinem Platz und deinem Aufbau sehr einfach mit der Vergesellschaftung ... du wartest darauf, daß die neuen Kaninchen deutliches Interesse daran zeigen, zu den Alteingesessenen zu kommen und achtest drauf, daß die Alteingesessenen keine offensichtlichen feindseligen Bekundungen am Verbindungsgitter zeigen.
Wenn diese beiden Bedingungen zutreffen, läßt du die Kaninchen zusammen und beobachtest ...

Übrigens ist die Sozialisierung der Kaninchen nahezu egal ... selbst Kaninchen, die von Hand aufgezogen wurden und erst mit fünf Jahren das erste Mal ein anderes Kaninchen sehen, wissen, wie sie sich richtig verhalten müssen. Ob eine Vergesellschaftung von Kaninchen klappt, oder nicht, liegt vielmehr am Immunsystem (wie gut es sich der Umgebung schon anpassen konnte) und dem persönlichen Charakter der einzelnen Kaninchen. Weiterhin ist der Gesundheitszustand und auch, ob gehandicapt oder nicht, sehr wichtig. Auch das Geschlecht und ob kastriert oder nicht kastriert spielt eine Rolle.
Weiterhin ist der Platz und die Möglichkeit, als "Randkaninchen" zu leben äußerst wichtig ... je mehr Platz, desto eher klappt eine VG, ist der Auslauf so konzipiert, daß genügend Platz für ein Leben als Randkaninchen bleibt, desto eher klappt die VG - kann allerdings eventuell sehr lange dauern, weil die Randkaninchen eventuell erst ein Jahr später sich von selbst in die Gruppe integrieren.



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Re: Frage zur Vergesellschaftung

Beitrag von Mrs Rabbit » Di 16. Apr 2019, 04:58

Murx hat schon das wichtigste erzählt.

Ich könnte nur von meinen Vergesellschaftungen berichten.

Die schlechteste und längste VG hatte ich auf neutralen Boden. 2 Jähriger Kastrat, 15 Wochen jung Dame. Die kleine bekam eine Bisswunde, es dauerte 2 Monate bis sie sich auf neutralen Boden zusammengerauft hatten. Als sie in ihr Gehege zogen, ging ein ähnliches Theater los, gejage, Fellrupfen und es dauerte wieder 2 Wochen bis sie sich verstanden hatten. :hm:

Gute Erfahrungen hatte ich gemacht mit der Trenngitter Methode, man sah gut wann sie bereit waren für eine VG. Mein erstes Rammler Pärchen hatte sich praktisch selbst vergesellschaftet. (7 Monate Kastrat, 12 Wochen, zu dem Zeitpunkt nicht kastriert) Rabbit (7 Monate) wohnte in meinem Zimmer im Gehege, Bounty (12 Wochen) Lief frei im Zimmer rum. Irgendwann kletterte Bounty auf den Stall der Meerschweinchen und sprang zu Rabbit rein. Nach 2 Wochen war die VG beendet.
Den Kastraten den ich damals mit der Dame auf neutralen Boden vergesellschaftet hatte, konnte ich nach dem Verlust seiner Partnerin problemlos mit der Trenngitter Methode vergesellschaften.

Ich habe die Neuzugänge oft einfach ins Gehege gesetzt. Meistens war die VG innerhalb von 7- 14 Tagen beendet. :grübel:

Nach den ganzen Vergesellschaftungen habe ich gelernt, man muss die VG an die Charakter der Kaninchen anpassen und individuell entscheiden. Sind sie eher Dominant, sozial, zurückhaltend oder ängstlich?
Dominante und/oder ängstliche Tiere würde ich mit dem Trenngitter vergesellschaften.
Bei sozialen Tieren wie es z.b. mein Plüsch war, konnte ich die Neuzugänge einfach ins Gehege setzen.

Es gibt meiner Meinung nach keine Methode die immer bei jedem Kaninchen funktioniert.


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Re: Frage zur Vergesellschaftung

Beitrag von Binchen » Mi 17. Apr 2019, 09:21

Hallo,

danke für die hilfreichen Antworten, sehe der Vergesellschaftung nun schon etwas gelassener entgegen.
Ich könnte auch nicht sagen, wer von den Kaninchen dominant, sozial oder unterwürfig wäre. :hm:
Ben und Mia verstehen sich sehr gut, da gibt es keinen Streit. Sind auch immer zusammen unterwegs.
Gestern gab es die erste Annäherung.
Nala kam an das Gitter und beschnupperte Mia. Simba sah ich noch nicht am Gitter.
Wie würde sich ein agressives Verhalten am Gitter von den Älteren bemerkbar machen?

Bild

Bei Nala entdeckte ich eine Verletzung am Ohr, die wie eine Bisswunde aussieht. Die Großen können das nicht gewesen sein. Daher nehme ich an, dass es Simba war, aber er ist ja auch noch so klein. :crazy:
Habe schon das ganze Gehege nach Stellen abgesucht, die eine Verletzungsgefahr darstellen, fand aber nichts.

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Hier noch ein Foto von Nala und Simba

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Re: Frage zur Vergesellschaftung

Beitrag von Mrs Rabbit » Mi 17. Apr 2019, 14:03

Aggressives Verhalten hatte mein Bounty anfangs am Gitter recht gut gezeigt. Er versuchte das andere Mädel durch das Gitter anzugreifen, sobald er sie auch nur sah. Hochgerissene Blume, ins Gitter gebissen, gekratzt. War sie außer Sicht, war er wieder entspannt.

Ich würde das Gitter wohl entfernen, wenn sie alle entspannt am Gitter bleiben. :grübel:

Streit unter den Kaninchen kann es immer mal geben. Mein Plüsch und Feivel haben sich geliebt, aber es gibt eben auch Tage wo ein Kaninchen nicht gut drauf ist - Frühling, Rangstreitigkeiten, einfach 'n schlechten Tag. Grade bei einer Vergesellschaftungen kann es passieren das sich auch die Pärchen die zusammenleben mal streiten - den Rang neu klären.


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Re: Frage zur Vergesellschaftung

Beitrag von Murx Pickwick » Mi 17. Apr 2019, 15:28

Auf dem Bild mit Nala seh ich die vermutliche Quelle der Verletzung: Wenn man vom Bobbes von Nala einen Strich zum oberen Teil des Bildes zieht, sieht man im Hintergrund eine senkrechte Dachlatte, der offenbar zur Befestigung der Begrenzung verbaut wurde. Diese Dachbalken werden gerne mal angenagt, aber auch ohne daß sie angenagt werden, neigen sie dazu, daß sich leicht kleine Splitter lösen.
Rennt ein Kaninchen im Überschwang der Gefühle dagegen (das passiert jungen Kaninchen nunmal ab und an, es gibt auch Altkaninchen, die ihr Leben lang bisweilen beim Toben anecken, ist also normal), kann es passieren, daß sich so ein Splitter löst und sich durch das Ohr bohrt. Den Schlappohren passiert das besonders häufig, da sie die Ohren nicht so geziehlt bewegen können, wie ein stehohriges Kaninchen.
Eine weitere, etwas kuriosere Verletzungsquelle kann Heu und Stroh sein - die Grannen von reifen Gräsern können ähnliche kleine Verletzungen verursachen. Bei Meerschweinchen ist das sogar relativ häufig, daß sie sich Grannen in die Augen pieken, bei Kaninchen sind Verletzungen durch Grannen eigentlich sehr selten - aber passiert halt manchmal.
Man kann halt nicht alles verhindern ...

Allerdings braucht da jetzt nicht unbedingt was geändert werden - die Kaninchen lernen erstens mit der Zeit, diesen unangenehmen Bauteilen auszuweichen und wirklich schlimm ist zweitens so eine kleine Verletzung auch nicht - die Verletzung sollte man als Halter halt im Blick haben und schauen, daß es gut verheilt, mehr braucht da nicht getan zu werden.
Beim Rangeln, Spielen, aber auch bei VGs sind die Schlappohren übrigens auch deutlich gefährdeter wie die Stehohren. Entstehen beispielsweise während der VG Verletzungen am Ohr, sollte ein TA drüberschauen, da diese Verletzungen meist nicht so winzig und ungefährlich sind, wie ein durch einen Splitter entstandene kleine Wunde.
Der Hintergrund ist, daß durch einen Riß durch eine Rangelei durchaus Äderchen im Ohr so verletzt sein können, daß sie die Wunde nicht mehr richtig versorgen können. Das Gewebe stirbt ab und kann dadurch dafür sorgen, daß das umliegende, noch gesunde, Gewebe auch abstirbt. Wenn dann nicht behandelt wird, kann es im schlimmsten Fall das Ohr kosten.



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