[Diskussion] Im Sinne des Tieres oder Tierquälerei?

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Es ist daher wichtig, jede Medikamentenabgabe und Therapie unbedingt mit dem Arzt zu besprechen und gemeinsam nach der besten Lösung, für das jeweilige Tier zu suchen.

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[Diskussion] Im Sinne des Tieres oder Tierquälerei?

Beitrag von saloiv » Do 25. Jun 2009, 23:11

Da das Video sich nicht einbetten lässt, hier erstmal nur der Link:
ttp://www.youtube.com/watch?v=-AcQCWZAsPM&feature=fvst" onclick="window.open(this.href);return false;
Seht iht soetwas als Tierquälerei oder als Lebensretter?


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Re: [Diskussion] Im Sinne des Tieres oder Tierquälerei?

Beitrag von Laryana » Do 25. Jun 2009, 23:28

Sagen wir mal so...

auf der einen Seite ist es toll, wenn:
- das Tier definitiv keine Schmerzen hat
- das Tier diese Art der Unterstützung annimmt
- das Tier zu nichts gezwungen wird

sprich: Würde das Tier nur verängstigt in der Ecke sitzen und verkümmert, hätte wohl jegliche Hilfe keinen Sinn.

Die Grundidee an sich finde ich gar nicht mal schlecht. Das Tier scheint keine Schmerzen zu haben, der Mensch will ihm Lebensqualität bieten, anstatt ein tristes Leben zu fristen oder eingeschläfert zu werden.

Ausgefeilt ist diese Idee aber noch lange nicht und hinzu kommt immer noch das Tier als Individuum. Dem einen Tier kann es gefallen, dem anderen passt es gar nicht / es wird vllt gar nicht akzeptiert.

Nimmt man jetzt aber den Aspekt "Natur" hinzu, würde es wenig Sinn machen.
In freier Wildbahn würde dieses Tier nicht lange überleben und schnell sterben, Fressfeinden zum Opfer fallen oder selbst nicht genug Nahrung bekommen.
Da würde die "natürliche Auslese" sehr schnell zuschlagen - im "natürlichen" Verlauf hätte dieses Nini keine Zukunft.

Insofern ist es hier wieder auch "vermenschlichtes" Denken....

Leidet ein Tier, hat nichts einen Sinn, auch nicht bei einem domestizierten Tier.

Der Grundgedanke an sich ist aber nicht unbedingt schlecht...



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Re: [Diskussion] Im Sinne des Tieres oder Tierquälerei?

Beitrag von saloiv » Do 25. Jun 2009, 23:33

Während des Filmes kam es mir wie eine Stoffpuppe vor. Ein einzelnes Kaninchen, mit Windeln, das einmal am Tag gebadet wird um die Hinterläufe zu säubern (denn diese sind natürlich wund und vollgepieselt). Es kann nur rennen, wenn die Besitzerin entscheidet, dass es rennen darf. :grübel:
Gesund sieht es auch nicht aus (Augen, Fell)...

Hm, ich weiß nicht so recht, ob es wirklich im Sinne des Tieres ist.


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Re: [Diskussion] Im Sinne des Tieres oder Tierquälerei?

Beitrag von Laryana » Do 25. Jun 2009, 23:37

Jep, hast schon recht...

Aber wenn man mal den Grundgedanken behandelt, ist die Idee dahinter nicht unbedingt grundsätzlich verkehrt.
Das Nini an sich wirkte auf mich irgendwie etwas "abwesend"... das Baden und versorgen hat es besonders gestresst - zumindest wirkte es auf mich so.



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Re: [Diskussion] Im Sinne des Tieres oder Tierquälerei?

Beitrag von Gast0815 » Fr 26. Jun 2009, 09:44

Klar, baden und Einzelhaltung sind natürlich nicht so toll, aber grundsätzlich finde ich es gut, auch behinderte Tiere nciht gleich einzuschläfern.

Ich habe zwei blinde Meerschweinchen, die sogar gut zurecht kommen mit ihrer Behinderung, einen Kater mit Athaxie, der zwar laufen kann, aber weder besonders schnell noch ohne hin und wieder hinzufallen, und der niemals richtig springen können wird - nach jahren guter Pflege schafft er es aufs Sofa, mehr wird nie drin sein.

Und eine Freundin von mir hat ein Meerschwein, dessen Hinterbeide gelähmt sind - das aber dennoch durch die Gegend robbt, frisst und mit ihren Artgenosse normal interagiert. Einschläfern wäre der falsche weg, solange weder schmerzen vorhanden sind noch Verhalten wie fressen und Komfortverhalten beeinträchtigt sind.

Da hat ein tier mit Zahnproblemen mehr zu kämpfen mit Schmerzen und Lebensunwillen, als eines mit Nervenschäden... aber bei den zahnproblemen würde einem trotzdem jeder raten, operation und wochenlange zwangsernährung durchzuziehen, damit das tier wieder gesund wird. Auch wenn diese wochen für das tier echt schlimm sind - alle zwei Stunden gewaltsames füttern, operationen, Schmerzen.

Würde dieses Kaninchen nur in eienr sauberen Wohnung laufen, wo es nicht so dreckig wird, hätte es Artgenossen und keine Windel sähe die Sache wieder ganz anders aus.



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Re: [Diskussion] Im Sinne des Tieres oder Tierquälerei?

Beitrag von lapin » Fr 26. Jun 2009, 10:13

Tut mir leid...das hat nix mit einem Leben zu tun, die Natur hätte diesem Tier lange keine Chance mehr gegeben. Aber der Mensch versucht alles am Leben zu halten, wie es nur geht und das ohne Frage, aus eigenem Egoismus.

Was hat dieses Kaninchen? Ausser den Instinkt noch zu fressen und zu schlafen...sagt mir was es hat, warum es glücklich sein könnte auf dieser Erde sein zu dürfen?

Ich halte es für Tierquälerei und wüsste, würde es einem meiner Ninis mal so gehen, würde ich mit ihm den letzten Weg gehen, statt iwelche Lebenserhaltene Maßnahmen einzuleiten!


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Re: [Diskussion] Im Sinne des Tieres oder Tierquälerei?

Beitrag von Gast0815 » Fr 26. Jun 2009, 10:42

Die Natur würde auch meinen blinden meerschweinchen das Leben nehmen - wobei sie so sehr gut klar kommen, auch wenn man mal die Häuschen umstellt. Sylvester brauchte ganze 10 Stunden, um den Übergang zu einer neuen Etage zu finden. Nur würde er es eben nicht merken, wenn sich ein Raubtier nähert, und wäre dann leichte Beute.

Oder ein kater der nicht springen kann - ne, an freilauf ist gar nicht zu denken, und um Mäuse zu jagen ist er zu langsam. Aber trotzdem hat er Lebensfreude.

Und dank der natur wäre ich wahrscheinlich längst an den Folgen eines eitrigen zahns gestorben, oder an ner Blutvergiftung nach nem aufgeschlagenen knie...... wie etwa die Hälfte von uns. von der natur her ist die Lebenserwartung eines Menschen sehr begrenzt, die wenigsten Kinder würden überhaupt schulpflichtig werden, und 50 wäre schon ein sehr hohes Alter.



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Re: [Diskussion] Im Sinne des Tieres oder Tierquälerei?

Beitrag von chien » Fr 26. Jun 2009, 10:47

ich versuche sowas immer mit der Natur in Vergleich zu bringen.
Welche Chance hat ein dertiges Tier in der Natur, welche Lebensqualität hat es überhaupt und wo stehe ich mit meinen Gedanken und Egoismus.

Die Natur ist manchmal grausam aber in der Regel gerecht.



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Re: [Diskussion] Im Sinne des Tieres oder Tierquälerei?

Beitrag von Die Wilde7 » Fr 26. Jun 2009, 10:53

Also ich muss auch ehrlich sein, ich könnte das auch nicht mit ansehen :(

Bei der STelle wo er in dem Gestell da rumrennt, da schleifen ja richtig die Hinterbeinchen auf dem Beton rum, also für mich ist das leider falsch verstandene Tierliebe!

Mit deinen Blinden Meerschweinchen ist das auch etwas anderes, blinde Tiere finden sich noch auf irgend eine Art und weise zurecht und brauchen nicht tatkräftige Unterstützung... aber das Kaninchen wäre doch ohne das Gestell und Frauchen das ihn täglich wäscht total aufgeschmissen !

Nein ich würde mit dem Kaninchen auch den letzten Weg gehen, denn ein Leben ist das für das Tier auf keinen Fall.



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Re: [Diskussion] Im Sinne des Tieres oder Tierquälerei?

Beitrag von saloiv » Fr 26. Jun 2009, 11:53

Was hat dieses Kaninchen? Ausser den Instinkt noch zu fressen und zu schlafen...sagt mir was es hat, warum es glücklich sein könnte auf dieser Erde sein zu dürfen?
Das ist die entscheidende Frage, denke ich.

Man muss abwägen, was es für leiden und was es für schöne Dinge im Leben hat und was überwiegt.
Leiden wären beispielsweise:
- Ständig dreckig, kann sich nicht putzen, Gestank
- 1xtägl. baden
- Kann sich nur bewegen, wenn von der Frau gewollt
- kein arttypisches Verhalten mehr möglich. Männchen machen, wälzen usw.
- ...

Bei den schönen Dingen tu ich mir schwer. Wenn es wenigstens einen Partner hätte... Aber so :hm:.


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Re: [Diskussion] Im Sinne des Tieres oder Tierquälerei?

Beitrag von Dani » Fr 26. Jun 2009, 13:29

Ich denke die Schwierigkeit hier liegt eben auch darin, das man nicht hundertprozentig sagen kann, was in dem Tier vorsich geht. Man kann nur sein Verhalten beobachten und daraus schließen.
Ich denke es ist auch wichtig hier zu gucken, was die Natur der Kaninchen ist. Nämlich, in einer Gruppe zu wohnen, hüpfen, springen, sich selber putzen, kuscheln, graben, bei Gefahr flüchten. Was ist hier übriggeblieben? Ich denke nichts. Wie weit können Kaninchen denken? Verstehen sie, das was wir mit ihnen machen? Ich denke nicht? Oder habenw ie vielleicht sogar Angst vor dem? Ich denke ja. Ist das Kaninchen in dem Video, vielleicht schon auf dem Stand des sich seinem
Schicksal ergeben? Ich glaube fast ja.
Das einzige was mich stutzig macht, ist, das das Tier, als es denm Rolli umhatte, zu seinen Besitzern zurück gekommen ist. Dafür kann es viele Gründe geben. Vielleicht auch einen warum das Verhalten der Besitzer nicht tierschutzwidrig ist?



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Re: [Diskussion] Im Sinne des Tieres oder Tierquälerei?

Beitrag von Gast0815 » Fr 26. Jun 2009, 14:27

Das ist mir auch aufgefallen: es ist ohne jedes Anlocken einfach so zu seinen haltern zurück gekommen. Würde nicht jedes Ninchen machen... zumindest nciht, wenn die MEnschen nichts leckeres in der Hand haben.

Ich denke, wäre das Kaninchen in einem entsprechenden gehege mit Artgenossen wäre es gar nciht so unglücklich, auch wenn das waschen wohl notwendig wäre - aber die haltungsbedingungen haben ja mit der BEhinderung an sich nichts zu tun.



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Re: [Diskussion] Im Sinne des Tieres oder Tierquälerei?

Beitrag von lapin » Fr 26. Jun 2009, 14:44

Naja...es ist ein Filmchen, der sich sehr gut zu Recht schneiden lässt...
ansonsten würde ich es einfach als Abhängigkeit des Tieres von der Besitzerin deklarieren...leider!


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Re: [Diskussion] Im Sinne des Tieres oder Tierquälerei?

Beitrag von saloiv » Fr 26. Jun 2009, 18:01

Ich kann mir ehrlich gesagt das Kaninchen nicht in einem Gehege vorstellen. Das Gehege müsste irgendwie mit PVC ausgelegt werden, damit die Rollen dort funktionieren. Demnach müsste der Rest der Gruppe 100% stubenrein sein. Durch die pissedurchdrängten Hinterläufe fällt Außenhaltung schonmal weg (Madengefahr!).
Es kann sich ja auch nur bewegen, wenn es den Rollwagen hat. Und dann ist natürlich das Problem, dass es mit Rollwagen nicht schlafen kann.


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Re: [Diskussion] Im Sinne des Tieres oder Tierquälerei?

Beitrag von Dani » Fr 26. Jun 2009, 21:37

Ein wirklich schwieriges und sensibles Thema, das mich nicht los lässt. Ich versuche die ganze Zeit (also wenn ich gerade mal Zeit habe) abzuwägen. Es ist aber wirklich nur eine sehr kurze Momentaufnahme des Tieres, das wenig aussagekräftig ist. Es zeigt eine gewisse Lebensfreude, auch wenn es nicht in das Verhaltensmuster eines gesunden Ninchens passt was dort gemacht wird, so kann es doch möglich sein, das dieses Tier den Menschen als seine Herde ansieht und mit seiner Situation zufrieden ist. Es kann aber genauso gut der Fall sein, was ich vorher beschrieben habe. Echt schwer, aber ich glaube, wäre es mein Tier, würde ich es ziehen lassen.



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Re: [Diskussion] Im Sinne des Tieres oder Tierquälerei?

Beitrag von Gast0815 » Sa 27. Jun 2009, 12:11

Also das Meeri von meiner Bekannten kann trotz gelähmten Hinterbeinen durch normale Streu (mit besonders rutschiigem PVC drunter) gut voran robben - und bei meeris sind die Vorderbeine ja noch schwächer bemuskelt.

Bei einem Ninchen mit so nem rollstuhl würde ich wohl ein Zimmer mit PVC auslegen, mit einigen einfachen Streuhaufen als Toilettenecke. Und eben zusehen dass man zeiten machen kann, eben 3x am Tag ne Stunde Rollstuhl oder eben so lange das Ninchen will. Mit normaler Käfighaltung mit Stundenweisem freilauf geht es ja.

und normal können die tiere ja auch gut mitteilen, wann sie was wollen, sogar meine Kanarienvögel schaffen es mir mitzuteilen, wann sie freiflug wünschen - und deren hirn ist so groß wie ein Kirschkern.

Die Frage ist eben auch, in wie weit ein schwerstbehindertes Ninchen von Artgenossen akzepptiert wird, oder ob da vielleicht echt so ne Oma die den ganzen Tag nix anderes zu tun hat als Ninchen betüddeln fast sogar besser ist.



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Re: [Diskussion] Im Sinne des Tieres oder Tierquälerei?

Beitrag von saloiv » Sa 27. Jun 2009, 13:40

Ich hatte mal eine Zeit lang ein behindertes Kaninchen in Pflege.

Es hatte normale Hinterläufe aber die Vorderläufe waren (wie bei einer Robbe) nach außen gebogen und somit unbrauchbar.

Dafür hatte dieses Kaninchen eine gigantische Muskulatur bei den Hinterläufen und konnte sich perfekt fortbewegen! Es kam sogar durch ein Loch in der Schutzhütte in die zweite Etage. Eigentlich dachte ich, dass es nur für das Partnertier interessant ist. Es hat viel mehr Platz benötigt, da es sich ja nur grob bewegen konnte (also weite Sprünge), ein Bremsen mit den Vorderbeinen war ja nicht möglich. Dieses Kaninchen hatte offensichtlich Lebensfreude und in einem sehr großen Gehege mit Partner finde ich es sehr artgerecht ;).

Ich frage mich gerade, ob das Kaninchen im Video nicht auch soetwas braucht. Ein Wagen für die Füße ist sicher weniger wichtig, als einen Partner und ein artgerechtes Gehege. Es kann ja die Hinterläufe nachschleppen und braucht keinen Wagen, oder? Dann kann es nämlich auch durchgehend sich hinlegen.

Man müsste dann natürlich sehr genau beobachten ob es Lebensfreude hat ;).
Die Frage ist eben auch, in wie weit ein schwerstbehindertes Ninchen von Artgenossen akzepptiert wird, oder ob da vielleicht echt so ne Oma die den ganzen Tag nix anderes zu tun hat als Ninchen betüddeln fast sogar besser ist.
Man müsste wahrscheinlich nach einem entsprechenden Partner suchen, aber ich denke, mit etwas Aufwand findet man ein ruhigeres Tier. Das behinderte Kaninchen kam sehr gut mit dem Partner zu recht, sowiet ich das beurteilen konnte. Es wurde auch gekuschelt usw.


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Re: [Diskussion] Im Sinne des Tieres oder Tierquälerei?

Beitrag von Gelfling » Do 2. Jul 2009, 13:09

Ich halte so etwas wie im Filmchen gezeigt für Tierquälerei.
Welche Lebensqualität hat ein solches Kaninchen denn noch?
Ich meine da werden falsche Maßstäbe angesetzt.
Wir dürfen dabei nicht von dem Menschen (oder gegeben falls vielleicht auch einer anderen Tierart)
auf ein Kaninchen schließen. Ein Kaninchen hat eine andere Lebensweise wie ein Mensch
und für ein Kaninchen sind nicht gänzlich die gleichen Dinge ausschlaggebend
für Lebensqualität wie für den Menschen.
Auch die Möglichkeiten mögliche Defizite auszugleichen
um sich Lebensqualität zu erhalten sind ganz andere.

Wer so etwas mit seinem Kaninchen macht vermenschlicht dies in meinen Augen auf eine sehr ungute Weise und tut sich wohl selber mehr einen Gefallen damit (nicht los lassen wollen,
rosa Rote Bille etc.) als dem Kaninchen. Das hat meiner Meinung nach nichts mehr mir Fürsorge, Liebe oder Respekt vor dem Tier zu tun.

Grüße Gelfling



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