Ovariohysterektomie bei unserer Kneesa

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Alles, was hier im Forum speziell zu Krankheiten, Diagnosen, Medikamenten und deren Dosierungen zu finden ist, sind persönliche Erfahrungen, Tipps und Ratschläge.

Diese Tipps und Ratschläge ersetzen keinen Tierarztbesuch.

Es gibt sehr viele ernst zu nehmende Krankheiten, die man durch Eigenbehandlung/Eigentherapie noch verschlimmern kann.

Es ist daher wichtig, jede Medikamentenabgabe und Therapie unbedingt mit dem Arzt zu besprechen und gemeinsam nach der besten Lösung, für das jeweilige Tier zu suchen.

Also zieht bitte immer einen Tierarzt zu Rate. Selbstverständlich könnt Ihr die hier gegebenen Tipps und Ratschläge mit Eurem Tierarzt besprechen.
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Cassandra
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Ovariohysterektomie bei unserer Kneesa

Beitrag von Cassandra » Do 11. Jun 2009, 13:16

Hallo zusammen,

wollte euch heute meinen Erfahrungsbericht der Ovariohysterektomie bein unserer Kneesa einstellen.

Vorgeschichte:

Wie ihr wisst, wohnt klein Kneesa nun seit Anfang April bei uns.
Schon in der Zwischenpflege war sie einmal scheinschwanger. Stressbedingt, ist ok.
Dann ist sie bei uns eingezogen und es hat etwas gedauert, bis sie dann schließlich bei den Herren mit hat einziehen können (hatte berichtet). Ab da war auch einige Zeit alles super. Es war harmonisch, alles liebevoll miteinander.
Einige Tage dann wurde Kneesa immer gereizter. Sie hat Teebo (als schwächstes Mitglied der Gruppe) immer mehr gejagt. War immer genervt. Hat uns auch mal angeranzt, aber nicht gebissen.
Und es wurde von Tag zu Tag schlimmer. Sie hat, was sie sonst nie macht, überall rumgeschrubbelt, am Gitter genagt..
Dieses Verhalten konnte ich als Neu-Ninidamen-Mama mit zuvor nur Jungs nicht einordnen. Eines Abends kam ich dann Heim und Kneesa rumpfte sich. Super, dachte ich. Madam hat ihre "Tage"! Und wo hat sie das Nest gebaut? Im Klo. Also wurde ein 2. Klo ins Gehege gestellt, da sie die Jungs ja nicht drauf gelassen hat. Sie bebrütete dann ihr Nest. Uns gegenüber war sie aber nacht aggressiv. Konnte sie auch ohne weiteres Streicheln. 1 Tag später was das Nest zerwühlt, der Stress vorbei. Man konnte spühren, dass sie relaxter war. Der Körper war auch nicht mehr verkampft.
Das hielt dann leider nur ca. 1 Woche, dann wurde sie wieder so zickig.
Ich habe dann mit meiner Bekannten beim TA telefoniert und Kneesa hat, um zu testen, ob ihre Stimmungsschwankungen hormonell bedingt sind, eine Hormonspritze bekommen. Ich sollte sie 1 Woche beobachten. Es hat minimal geholfen. Dies reichte meinem TA aus, eine OP zu veranlassen.

Die OP:

Somit wurde Kneesa letzte Woche Mittwoch operiert. Allgemein zum Thema Kastration oder Ovariohysterektomie bei Kaninchendamen vetritt mein TA die Ansicht, gleich eine OHR zu machen, da das Risiko der auftretenden Veränderungen der Gebärmutter doch recht hoch ist. In der Praxis hat man in der letzten Zeit zu oft Kaninchen und Meerschweinchen verloren, da solche Veränderungen und Krebs zu spät vom Halter entdeckt wurden bzw. deren Anzeichen.
Somit etwas platt ausgedrückt- sie soll nicht schwanger werden, sie ist dann schonmal auf, also kann man gleich alle Vorkehrungen treffen.
Sie wurde dann durch einen Längsschnitt am unteren Bauch geöffnet, Eierstöcke und Gebärmutter entfert. Sie wurde in 3 Schichten dann zugenäht.
Mittags konnte ich dann anrufen und fragen, wie es gelaufen ist. Dabei teilte mir meine Bekannte mit, dass es bei Kneesa schon noch weiteren Anlass zur OP gegeben hätte. Die Geärmutter war schon vergrößert (und sie ist erst 1-2 Jahre alt!!), teils mit Verdickungen, die Eierstöcke waren mit Zysten überseht. Sie hat es aufbewahrt und mir gezeigt. Kein schöner Anblick und ich kann somit gut verstehen, warum sie so war wie sie war. Ich bin froh, dass wir diesen Schritt gemacht haben.
Sicher wollen einige von euch die Kosten der OP wissen: 79 EUR.

Nachsorge:

Den Tag der OP und den folgenden Tag wohnte sie in einem Käfig, den ich neben dem Gehege aufgestellt hatte. Sie hatte eine Klokiste mit Pellets uns Stroh, der Rest des Käfigs war mit einer dicken kuschligen Lage Handtücher ausgelgt. Auf ihrem "Bett" blieb sie auch die meißte Zeit sitzen.
Alle drei durften zusammen laufen, nur musste ich im Auge behalten, dass Paploo sie nicht besteigen konnte. Teebo dagegen hat sich rührend um sie bemüht, sie geputzt und beschmust.
Sie bekam den Folgetag noch morgens und abends ein Schmerzmittel eingeflößt. Zwischendurch hat sie schon selbstständig was gefressen, aber nicht viel. Somit wurde sie mit Babybrei zugefüttert. Aber Crainberries und Bananenchips gingen immer.
Am zweiten Tag hat sie sich dann auch schonmal seitlich hingelegt. An die Narbe ging sie nur selten. Den Faden hat sie gar nicht angekaut.
Die Narbe ist super verheilt. Alles schön flach und trocken. Hab das jeden Tag untersucht.
Hab sie auch dran gewöhnt, dass ich da mal dran muss (Küsschen auf den Bauch) weil ich ihr nachher die Fäden ziehen muss.
Seit Freitag wohnt sie nun wieder mit den Herren zusammen. Paploo hat sie selbstständig dann auf Abstand gehalten wenn er mehr als schmusen wollte. Samstag ist sie schon selbst wieder aufs Bett gesprungen.
Nun 1 Woche nach der OP ist sie ruhiger. Sie schmust viel mit Teebo und auch nun wieder mit Paploo. Neulich, das hat sie noch nie gemacht, hat sie sich auf meine Brust gelegt, den Kopf zwischen meinen Brüsten aufgelegt und einfach nur kraulen lassen! Das hat sonst immer nur Teebo gemacht.
Sicher ist sie zwischendurch noch mal was seltsam, aber die Hormone benötigen ca. 4 Wochen, bis diese abgebaut sind.
Aber Hauptsache, wir konnte eine längere Krankengeschichte abwenden und die 3 sind wieder ein Herz und eine Seele.
Allein die Stimmung zwischen den 3 ist ruhiger und ausgeglichener. Früher hatte man förmlich den Stress und die Spannung in der Luft gespürt!

Ich bin gespannt, wie sich das die kommenden Tage noch verändern wird, aber in erster Linie sind wir froh, sie nun gesund wieder bei uns zu haben.

LG Iris


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Re: Ovariohysterektomie bei unserer Kneesa

Beitrag von Laryana » Do 11. Jun 2009, 13:22

Hey Iris,

Danke, dass du deinen Bericht doch so schnell eingestellt hast :top:
So etwas ist immer schön, wenn es Erfahrungsberichte zu derartigen, wirklich sinnvollen OPs gibt.

Wie man in dem Fall von Kneesa sieht auch KEINE Minute zu früh - noch länger, und es hätte Komplikationen geben können.
Genau aus diesem Grund finde ich es auch nie verkehrt, bei Mädels eine Ovariohysterektomie durchführen zu lassen.

Schön, dass es so gut gelaufen ist - hab ich dir ja schon gesagt ;)



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Re: Ovariohysterektomie bei unserer Kneesa

Beitrag von saloiv » Do 11. Jun 2009, 13:31

Super, danke für den Erfahrungsbericht! :top:


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Re: Ovariohysterektomie bei unserer Kneesa

Beitrag von Cassandra » Do 11. Jun 2009, 13:58

Hier mal ein Bild von der Narbe.

Habe gerade Fäden gzogen und sie hat kein einizges Mal gezuckt! Nur ich hatte Schweißausbrüche.
Bekam zur Belohnung auch einen Bananenchip.

Die Naht ist schon komplett zu. Der feine braune Strich in der Mitte ist nur feine Kruste.

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Re: Ovariohysterektomie bei unserer Kneesa

Beitrag von Laryana » Do 11. Jun 2009, 14:00

Sieht wirklich gut aus...

Bei normalem Verlauf ist die Wundheilung bei Kaninchen wirklich sehr gut!
Hier ist das auch wieder ein perfektes Beispiel dafür.
Schön, dass es so gut verlaufen ist :freu:



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Re: Ovariohysterektomie bei unserer Kneesa

Beitrag von Cassandra » Di 16. Jun 2009, 13:26

Hallo zusammen,

sooo kleines Update mal..

Seit einigen Tagen erwische ich alle 3 morgens kuschelnd auf dem Haus. DAS haben sie noch nie gemacht.

Sicher zickt Kneesa noch immer etwas rum, aber nicht mehr so wie früher. OP ist ja noch nicht ganz 2 Wochen her.

Die Wunde sieht super aus. Alles ganz flach und abgeblasst. Fell wächst da auch schon wieder nach.. Hat da so kleine Watteflöckchen :D

Alles in Allem also :top:


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Re: Ovariohysterektomie bei unserer Kneesa

Beitrag von Cassandra » Mo 24. Aug 2009, 12:21

Hallo

wollte mich nun nach längerer Abstinenz noch mal hierzu melden.
Nun ist ja gut Zeit nach der OP vergangen und Kneesa ist sowas von schmusig geworden.
Sie zickt gar nicht mehr- nur wenn mein Mann und ich uns in der Wolle haben macht sie Radau.

In der Gruppe ist alles harmonisch.
Abwechselnd stellt sie mit Paploo scheiß an oder krakselt mit Teebo die Treppen zum EG rauf .. da wunder ich mich, wo sie abgeblieben sind. Ums Futter wird nicht mehr gekämpft und sie ist weniger schreckhaft.

Auch wenn Bekannte da sind, die sie nicht so oft sehen ist sie entspannt. Kommt dann auf dem Bett gucken, wenn wir Mädels da einen Film schauen und lässt sich beschmusen. Müssen dann nur aufpassen, dass sie kein Poporn klaut. Aber TV mit mir schauen und ich habe MIR Trauben mitgebracht.. tja, da habe ich dann 3 Wollnasen vor mir sitzen .. ein für Mama, ein für Teebo ..

Teebo hat momentan eine Augenentzündung. Behandle ich ihn und setzt ihn dann wieder ins Gehege, dann wird erstmal von ihr geschaut, ob ich dan überhaupt alles richtig und gut gemacht habe..

Sie wühl auch nicht mehr hektisch in allem was nicht niet- und nagelfest ist, rum.

Ich meine wohl, dass sie was an Gewicht zugelegt hat, aber nur minimal. Fett ist sie nun nicht.

Am Bauch hat sie schon wieder gut Fell und sie ist so zutraulich geworden, dass ich ihr Küsschen auf den Bauch geben kann :D

Somit Ende gut alles gut..

LG
Iris


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