Gebt den Wolf zum Abschuss frei

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Re: Gebt den Wolf zum Abschuss frei

Beitrag von Traber » Mi 1. Mai 2019, 08:19

aber Gandalf, jetzt mal ehrlich, was ist den jetzt schade? Wie reagiere ich denn? Ich stelle lediglich fest, dass du gleich versuchst, jmd die Schuld zu geben

ich greife dich hiermit nicht an, ich stelle das lediglich fest bzw sieht es für mich sehr so aus- das ist nicht schlimm aber dann bringt uns das nichts, ich wollte lediglich, wie bereits oben, ein aktuelles Beispiel bringen

natürlich kann ein Wolf auch 20cm unter dem Zaun durch, kein Pferdehalter hat seine Zäune auf extremer Höhe! Und es ist auch nicht korrekt was deine Beknnten gesagt haben, mit dem einen Grashalm und gleich leitet kein Strom mehr. Man muss Zäune freihalten, freischneiden, kontrollieren, klar, aber nur weil evtl mal etwas Gras den Zaun berührt fließt trotzdem noch Strom, es wird nur schwächer wenn es zuviel ist

das nehme ich hier nicht an, da wie gesagt grad typische Fohlenzeit ist und dort sehr viele Pferde draußen waren. Und ja, es ist normal, dass Pferde möglichst draußen geboren werden und nicht in der Box
Ein Pferd gehört ja eigentlich nicht in eine Box!

Ich glaube einfach nicht, dass ein Wolf sich grundsätzlich davon abschrecken lässt, insbesondere nicht, wenn er mal Erfolg hatte.

Es kann nicht sein dass man die Pferde einsperren muss und wie ich schrieb, er hat ein paar Tausender für die Abischerung investiert, und du schreibst einfach dass das ja nicht reicht? Das ist es halt, was soll man machen als Pferdehalter? Bitte jetzt mal realistisch. Ne Glocke drüber? Das ist nicht realistisch wie du dir das vorstellst, dass sich Pferdehalter dann alle noch Esel teilen, mehrere Zäune ziehen und Wachen aufstellen? Oder wie soll das gehen?
Ernsthaft, man hat Pferde hinter Zäunen, Holzzaun und Lize, das ist es auch was Versicherungen forden, bei uns wude neu gebaut, da haben sie Panels genommen, das ist sicher für die Pferde zwecks Ausbrechen, würde aber gegen den Wolf nicht helfen.

WEnn ich nachher zum Satll fahre, wir sind hier Pferdeland- komme ich an sicher zehn anderen, teilweise größeren, teilweise recht kleinen, Höfen bzw. Ställen vorbei. Alle vernünftig eingezäunt mit Strom, und ich sage dir, das würde gegen einen Wolf wohl nicht helfen.
Da muss man mehrfach Zaun ziehen, extra überwachen- wie sol das gehen mit Privatpersonen und begrenzten Mitteln?

Aber genau das habe ich in meinem ersten Post bereits gesagt, man muss die Kirche im Dorf lassen und beide Seiten kennen, sich auch etwas mit Pferden auskennen, und ncht einfch sagen, dass die doch im Stall bleiben oder Schafdraht unter Strom setzen, was nicht pferdegeeignet ist, wo sich dann möglichweise noch ein Pferd verletzt. Das kann es echt nicht sein.



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Re: Gebt den Wolf zum Abschuss frei

Beitrag von Murx Pickwick » Mi 1. Mai 2019, 11:39

Das Problem in diesem Fall ist, daß in Fläming seit drei Jahren immer wieder Wölfe gewildert oder von Jägern geschossen wurden, der letzte Vorfall dieser Art ereignete sich erst Anfang diesen Jahres:
Potsdamer Neue Nachrichten: Holländischer Jäger erschießt Wolf
Viele dieser Wolfstötungen kamen nicht mal in die Presse.

Es können sich deshalb im Fläming keine stabilen Wolfsrudel bilden ... wir haben das Problem, was auch in den USA zu beobachten ist. Die Wolfsübergriffe auf Weidevieh nehmen extrem zu - mit jedem geschossenen oder gewilderten Wolf!
Tatsächlich ist diesem Landwirt, um den es hier geht, schon letztes Jahr extrem viel gerissen worden: Kälber und Alpakas. Und nicht nur er muß darunter leiden, daß sich keine stabilen Wolfsrudel in der Gegend ansiedeln können. Es sind gerade im Nuthe-Urstromtal sehr viele Tierhalter, die seit ein bis zwei Jahren nicht mehr wissen, wie sie ihr Vieh schützen sollen, viele Pferdehalter halten ihre Pferde nur noch im Stall, die ersten Viehhalter haben ihre Haltung eingestellt.
So richtig los ging es im Fläming tatsächlich erst, nachdem zwei ausgewachsene Wölfe, die schon verpaart waren und sich ihr Revier geholt hatten, erschossen wurden, wenn ich mich richtig erinnere, war der eine Fall vor drei Jahren, einer vor zwei Jahren ... die Jungwölfe aus diesen Rudeln hatten offenbar nie richtig die Jagd auf die dort häufig vorkommenden Rehe gelernt und fingen an, systematisch sich am Weidevieh zu bedienen. Da kann dann irgendwann der Schutz so lückenlos und perfekt sein, wie will, wenn die Wölfe gelernt haben, Weidevieh als ihre Hauptbeute anzusehen, werden sie sich von keinem Zaun, keinem Herdenschutzhund und keinem Lama/Alpaka/Esel/Wasserbüffel mehr davon abhalten lassen, weiter Weidevieh zu reißen!
Märkische Allgemeine: Extremjahr für Landwirt Frank Nitzsche

Nun will die Gemeinde Nuthe-Urstromtal ne wolfsfreie Zone werden - ich frag mich nur, wie das gehen soll, die Gegend ist schon seit Jahren Wolfesland! Wenn also jeder Wolf im Nuthe-Urstromtal geschossen wird, wandern Jungwölfe aus den benachbarten Rudeln in die Gegend ein - und da Jungwölfe noch ausprobieren und nicht sehr geschickt in der Jagd von Rehwild sind, wird es da immer wieder Wölfe geben, die sich auf Weidevieh spezialisieren. Je mehr dort geschossen wird, desto schlimmer wird dort das Problem!
Bliebe nur noch, die gesamte Gemeinde hinter einem 2m hohen Elektrozaun zu verstecken, dahinter ne Todeszone zu installieren, in welchem Herdenschutzhunde patroullieren, danach noch mal nen Elektrozaun - hatten wir ja schonmal in deutlich größer, nur ging es da nicht um Wölfe, sondern um Menschen, die am Ausbrechen gehindert werden sollten ... nur, so wie es zu DDR-Zeiten dennoch immer wieder findige Menschen gab, welche die Todeszone überwanden, wird es sicherlich auch immer wieder findige Jungwölfe geben, die es dennoch schaffen, ins Nuthe-Urstromtal zu gelangen ... kurzum, der Abschuß von Wölfen ist kontraproduktiv.
Das Ausschließen von Wölfen innerhalb eines Gebietes, welches rundum fast vollständig von Wolfsrudeln besetzt ist, ist nahezu unmöglich.
Die Jungwölfe erscheinen aufgrund ihrer Unerfahrenheit als wenig scheu ... genau wie in den USA auch wissen sie schlicht nicht, wie man den Menschen umgeht, sie kommen in die Ortschaften, sie bleiben erschreckt stehen, statt zu fliehen, wenn man versucht, sie zu erschrecken und zum Fliehen zu bringen etc.
Ausgewachsene Wölfe mit Revier dagegen sieht man gewöhnlicherweise nicht und hört man nicht - da die Jungwölfe in intakten Rudeln sich das Verhalten ihrer Eltern abschauen, sieht man auch von den Jungwölfen nur wenig bis gar nix. Wenn aber Vater oder Mutter aus einem intakten Wolfsrudel geschossen oder mit Fallen entfernt wird, können sich die übergebliebenen Jungwölfe offenbar weder korrektes Jagen, noch das Meiden des Menschen von den Eltern abschauen. Sie fangen verfrüht an zu wandern - und probieren aus, was geht und was nicht geht.

Wenn man bedenkt, daß in der Gegend um Torgelow die maximale Wolfsdichte erreicht ist und bislang nur selten mal Weidevieh gerissen wurde, ist das schon bedenklich, was da momentan im Fläming passiert. Eigentlich ist es der beste Beweis dafür, daß die amtierenden Altwölfe auf jeden Fall geschützt, gehegt und gepflegt werden sollten - und korrekt erzogen werden sollten (wenn nötig, mit Gummigeschossen). Die Jagd von Revierinhabern schadet allen - insbesondere die Weidetierhalter!



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Re: Gebt den Wolf zum Abschuss frei

Beitrag von Gandalf » Mi 1. Mai 2019, 16:50

Traber hat geschrieben:
Mi 1. Mai 2019, 08:19
aber Gandalf, jetzt mal ehrlich, was ist den jetzt schade? Wie reagiere ich denn? Ich stelle lediglich fest, dass du gleich versuchst, jmd die Schuld zu geben
Du reagierst mit Unterstellungen, denn ich suche keinen "Schuldigen"
Traber hat geschrieben:
Mi 1. Mai 2019, 08:19
ich greife dich hiermit nicht an, ich stelle das lediglich fest bzw sieht es für mich sehr so aus- das ist nicht schlimm aber dann bringt uns das nichts, ich wollte lediglich, wie bereits oben, ein aktuelles Beispiel bringen
Du steckst mich in eine Schublade! Fuer dich sieht es so aus - dann ist das auch so fuer dich.
Dass du evtl. im Irrtum bist, rechnest du gar nicht ein
Traber hat geschrieben:
Mi 1. Mai 2019, 08:19
natürlich kann ein Wolf auch 20cm unter dem Zaun durch, kein Pferdehalter hat seine Zäune auf extremer Höhe! Und es ist auch nicht korrekt was deine Beknnten gesagt haben, mit dem einen Grashalm und gleich leitet kein Strom mehr. Man muss Zäune freihalten, freischneiden, kontrollieren, klar, aber nur weil evtl mal etwas Gras den Zaun berührt fließt trotzdem noch Strom, es wird nur schwächer wenn es zuviel ist
Du suchst nur Fehler in meinen Aussagen, denkst aber selbst nicht mit.
Kein Wolf kann ein Fohlen unter einem E-Zaun durchzerren (so hattest du geschrieben), der sich nur 20 cm ueber dem Boden befindet? Wobei ich auch daran Zweifel, dass ein Wolf unter diesem Zaun auf die Weide kommt, ohne Schlaege zu bekommen.
Traber hat geschrieben:
Mi 1. Mai 2019, 08:19
das nehme ich hier nicht an, da wie gesagt grad typische Fohlenzeit ist und dort sehr viele Pferde draußen waren. Und ja, es ist normal, dass Pferde möglichst draußen geboren werden und nicht in der Box
Ein Pferd gehört ja eigentlich nicht in eine Box!
Auch hier, Unterstellungen.
Nein, fuer mich gehoert ein Pferd auch auf die Weide.
Ich kenne es eigentlich nur so, dass eine hochtraechtige Stute im Auge behalten wird.
Und wenn sie gefohlt hat, dann wird sie und das Fohlen meist erst separiert, damit das Fohlen genau beobachtet und untersucht werden kann. Genau so wie die Mutter und ihre Milch untersucht wird.
Jedenfalls wird es so in dem Gestuet, wo ich mal war, so gehalten, also in einer wirklichen Zucht und nicht in einer Vermehrung.
Traber hat geschrieben:
Mi 1. Mai 2019, 08:19
Ich glaube einfach nicht, dass ein Wolf sich grundsätzlich davon abschrecken lässt, insbesondere nicht, wenn er mal Erfolg hatte.
Es geht nicht um "glauben", sondern um Erfahrungswerte, die nicht nur aus Deutschland stammen.
In dem Waldkindergarten "glaubte" auch niemand daran, dass der Wolf mit einem Flatterband vertrieben werden kann, aber es war am Ende so.
Traber hat geschrieben:
Mi 1. Mai 2019, 08:19
Es kann nicht sein dass man die Pferde einsperren muss und wie ich schrieb, er hat ein paar Tausender für die Abischerung investiert, und du schreibst einfach dass das ja nicht reicht? Das ist es halt, was soll man machen als Pferdehalter? Bitte jetzt mal realistisch. Ne Glocke drüber? Das ist nicht realistisch wie du dir das vorstellst, dass sich Pferdehalter dann alle noch Esel teilen, mehrere Zäune ziehen und Wachen aufstellen? Oder wie soll das gehen?
Seit Ende 2018 werden nun alle Kosten fuer die Praventionsmassnahmen vom Land zu 100 % uebernommen.
siehe hier
Auch das Wolfsmanagement muss sich erst auf die Population einstellen, wie alle anderen auch.
Traber hat geschrieben:
Mi 1. Mai 2019, 08:19
Ernsthaft, man hat Pferde hinter Zäunen, Holzzaun und Lize, das ist es auch was Versicherungen forden, bei uns wude neu gebaut, da haben sie Panels genommen, das ist sicher für die Pferde zwecks Ausbrechen, würde aber gegen den Wolf nicht helfen.

WEnn ich nachher zum Satll fahre, wir sind hier Pferdeland- komme ich an sicher zehn anderen, teilweise größeren, teilweise recht kleinen, Höfen bzw. Ställen vorbei. Alle vernünftig eingezäunt mit Strom, und ich sage dir, das würde gegen einen Wolf wohl nicht helfen.
Da muss man mehrfach Zaun ziehen, extra überwachen- wie sol das gehen mit Privatpersonen und begrenzten Mitteln?
Von dir selbst kam bisher keine Massnahme/Vorschlaege, wie man die Pferde ernsthaft schuetzen kann.
Traber hat geschrieben:
Mi 1. Mai 2019, 08:19
Aber genau das habe ich in meinem ersten Post bereits gesagt, man muss die Kirche im Dorf lassen und beide Seiten kennen, sich auch etwas mit Pferden auskennen, und ncht einfch sagen, dass die doch im Stall bleiben oder Schafdraht unter Strom setzen, was nicht pferdegeeignet ist, wo sich dann möglichweise noch ein Pferd verletzt. Das kann es echt nicht sein.
Und hier: Unterstellungen, in keinster Weise habe ich so etwas geschrieben.
Mir scheint, die Pferdehalter warten darauf, dass jemand anderes etwas tut, aber von selbst kommen sie nicht recht in die Fuesse.
Was koenntest du nun persoenlich tun?
Hast du schon mal geschaut, wie die anderen Laender, die schon lange mit dem Wolf leben, ihre Tiere sichern?
Ich an deiner Stelle haette auch schon lange einen intensiven Kontakt mit den entsprechenden Stellen aufgenommen.
Ich haette mir auch schon lange ueberlegt, da ich ja nun Hunde und keine Pferde habe, wie man den Wolf anhand von Bewegungsmelder, Gerueche/Gerauesche evtl. so lange abhalten kann, bis ein Mensch vor Ort ist.....

Aber ich muss auch ehrlich sagen, deine Diskussionskultur liegt mir nicht, du schimpfst nur (das zeigt mir persoenlich dass du Angst um deine Tiere hast, bist aber so in diese Angst verstrickt und empeort, dass du keinen vernuenftigen Gedanken mehr fassen kannst, was das Thema angeht), zerreisst alle Vorschlaege bereits im Ansatz und bist sehr schnell bei Unterstellungen angelangt.
Mit all dem will ich nichts zu tun haben, denn so gelangt man nicht zu einer sachlichen und konstruktiven Diskussion.
So kommt man in einem Forum, wo man sich noch nicht gut kennt und sowieso die Klangmeldoie der Stimme, die Mimik und die Gestik fehlt nur zum streiten, diese Absicht habe ich absolut nicht

Ich habe kein Pferd, trotzdem habe ich versucht mich auch mit dem Thema "Wolf vs. Pferde auf der Weide" zu befassen und mich zu informieren. Ich habe mir weitere Gedanken und Vorschlaege gemacht....

Zu welchem Ergebnis bist du nun gekommen?
Pferde muessen die Moeglichkeit haben, auf die Weide zu gehen... klar.... aber wie willst du (sie gehoeren ja dir) sie schuetzen bzw. muss dann der Wolf tatsaechlich weichen und getoetet werden?

Schau mal, so sieht es in Brandenburg mit den Wolfsrissen 2019 aus:
https://lfu.brandenburg.de/cms/detail.p ... .613460.de
und fast die Halkefte davon sind sog. "Kann"-risse...also ohne DNA-Nachweise.
Und so viel ich jetzt weiss, hat Brandenburg die hoechtse Populatuion

@Danke Murx fuer den Versuch, hier zu vermitteln



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Re: Gebt den Wolf zum Abschuss frei

Beitrag von Traber » Mi 1. Mai 2019, 18:50

Gandalf, hier muss niemand "vermitteln" und ich habe nichts unterstellt, gar nichts. Ich verstehe deine Art zu "diskutieren" gar nicht und werde das hiernach auch nicht weiter verfolgen.
Ich habe gesagt wie es sich für mich iiest und das bestätigst du mit jedem Post mehr

Ich weiß aus Erfahrung wie sich auch Hunde unter oder zwischen Zäunen durchquetschen können, genau wie manch andere Tiere das auch können und sogar Stromschläge in Kauf nehmen wenn sie danach ein Erfolgserlebis haben

Ich bin dir zwar keine Rechenschaft schuldig, auch wenn du mich noch so harsch aufforderst, dir zu sagen wie ich meine Pferde schützen würde, aber ich kann dir sagen, so einfach wie du dir das vorstellst, paar Esel dazu und noch extra Zaun- das is unrealistisch! Ich hatte meine Tiere über 15 Jahre am Haus, da ist man mehr mit Zaunbau und fast täglich unter dem E-Zan abmähen beschäftigt, plus Sauberhalten und Füttern etc., dass alles andere zu kurz kommt

Und was verstehst du "unter ständiger Beobachtung" eines Fohlens? Mehr als mehrfach am Tag kontrollieren, zu verschiedenen Uhrzeiten mit verschiedenen Leuten, geht auch schwer. Ein Restrisiko bleibt immer, auch wenn ein Pferd mitten in der Nacht eine Kolik kriegt o.ä.

Weitere Zäune, hohe, feste, plus E-Zaun können vielleicht Räuber abhalten, aber auch anderes Wild wie Rehe. Und man schafft zusätzliche Gefahrenquellen. Von den Kosten rede ich gar nicht
Da ich seit Jahrzehnten Zäune ziehe, Material kaufe und das für einige Hektar, ärgern einen dann solche Pauschalaussagen.

Dass es viele "Kann-Risse" gibt steht außer Frage. Ich habe mich rein auf die tatsächlichen Tötungen durch Wölfe bezogen



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Re: Gebt den Wolf zum Abschuss frei

Beitrag von Traber » Mi 1. Mai 2019, 19:53

ich kopier das jetzt hier ein, ich kann das nämlich lesen ohne angemeldet zu sein:
Berkenbrück

Erst Alpakas, dann Kälber und jetzt das Zuchtfohlen. Frank Nitzsche weiß nicht, wie es weitergehen soll. Wieder hat der Wolf zugeschlagen – obwohl der Landwirt alle Ratschläge der Rissgutachter befolgt hat. Der Elektrozaun hat die Wölfe nicht aufhalten können.
Suchaktion gestartet

Am Sonntagmorgen sah ein Mitarbeiter der Bergranch Nitzsche eine Stute ohne ihr Fohlen. Das Tier lief aufgeregt am Zaun entlang. Er informierte Frank Nitzsche, der daraufhin eine Suchaktion nach dem Fohlen startete. Einige Zeit später wurde seine Befürchtung wahr: Von dem vor wenigen Tagen geborenen Fohlen war kaum noch etwas übrig. Der verständigte Rissgutachter schaute sich am Sonntagnachmittag die restliche Teile an und nahm DNA-Proben. Wie es aussieht, wurde das Fohlen unter dem Elektrozaun durchgezogen. Blutspuren befanden sich sowohl am Elektrozaun als auch am Schilf des Wassergrabens. Auf der Wiese haben die Wölfe das Fohlen dann zerfleischt.

Die Täter sind Wölfe

Frank Nitzsche hat in den vergangenen Jahren schon etliche Tiere an Wölfe verloren. 2016 wurde drei tragende Alpakas getötet und zwei weitere verletzt. Im vergangenen Jahr wurden vier Kälber gerissen. Daraufhin entschied sich der Landwirt trotz geringem Erlös 54 Kühe und Kälber zu verkaufen. Nach jedem Vorfall wird geprüft, ob es sich tatsächlich um einen Wolf gehandelt hat. Auch Hunde oder Füchse kommen als Täter in Frage. Doch bisher waren es immer Wölfe.
Vorbildliche Elektrozäune

„Wir haben wir alles gemacht, was die Wolfsbeauftragten von uns gefordert wurde“, sagt Frank Nitzsche. Er und seine Leute haben in den vergangen zwei Jahren drei Zäune gebaut – einen davon mit Fördermitteln, die anderen auf eigene Kosten. Ein Zaun wurde sogar noch erhöht, er wird mit 70 000 Volt unter Strom gesetzt. Die Investitionen gehen inzwischen in den fünfstelligen Bereich. Die Elektrozäune gelten als vorbildlich.
Um jeden Euro kämpfen

„Das nützt alles nichts, wenn sich die Wölfe trotzdem die Tiere holen“, sagt Nitzsche. Problematisch sei vor allem, wenn sie die Tiere in den Wald schleppen und man nichts mehr von ihnen findet. Dann besteht kein Anspruch auf Entschädigung. Und dieser werde auch nur bis zu einem gewissen Maß gezahlt. Deshalb machten sich manche Landwirte auch nicht mehr die Mühe, einen Rissgutachter zu bestellen. „Wir hatten von früh an zu tun, die Überreste vom Fohlen zu finden. Denn wir müssen beweisen, dass mit dem Tier alles in Ordnung war“, so Nitzsche. In den vergangenen Jahren hat der Landwirt einige tausend Euro Verlust gemacht und muss nun um jeden Cent kämpfen müssen.
Stute muss versorgt werden

Die Norwegerstute, die ihr Fohlen verloren hat, muss jetzt versorgt werden. Das Euter muss gekühlt werden – und es besteht das Risiko, dass die Stute nie wieder tragend ein wird. Nitzsche weiß inzwischen nicht mehr, was er tun soll – sechs Fohlen werden in den nächsten Tagen erwartet.
Und es trifft nicht nur ihn. Auch das Landgut in Hennickendorf ist betroffen. „Wir haben in Hennickendorf in der vergangenen Woche zwei Kälber durch Wolfsrisse verloren, zwei Woche davor ebenfalls und vor vier Wochen auch“, sagt Landwirt Jürgen Frenzel. „Es wurden DNA-Spuren gesichert, um zu sehen, ob die von ein und demselben Wolf sind“, sagt er.
Tag des Wolfes

Am 30. April ist der Tag des Wolfes, ausgerufen vom Naturschutzbund Deutschland, um der Freude über die Rückkehr des damals bedrohten Großraubtiers nach Deutschland Ausdruck zu verleihen. Inzwischen ist das Land Brandenburg flächendeckend von Wölfen besiedelt und die Population wächst weiter kontinuierlich, um zirka 30 Prozent jährlich.
Quelle: maz online



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Re: Gebt den Wolf zum Abschuss frei

Beitrag von Murx Pickwick » Mi 1. Mai 2019, 20:18

Das Problem ist hier wirklich die in den letzten zwei bis drei Jahren erfolgte Wilderei und Schießerei auf Wölfe ... der Verlust von revierinhabenden, zum Weidevieh friedlichen, Wölfen hat erst dieses Problem heraufbeschworen - die Verantwortlichen, soweit sie überhaupt ausfindig zu machen sind, werden frei ausgehen ... dabei ist wissenschaftlich längst bewiesen, daß die Herausnahme von revierinhabenden Elternwölfen dazu führt, daß vermehrt Weidevieh gerissen wird - und in solchen Fällen nix, aber auch wirklich gar nix mehr, an Schutzmaßnahmen hilft.

Die wahren Schuldigen an dieser Misere sind nunmal gänzlich andere wie dieser Landwirt und viele andere Weidetierhalter, die nun die Fehler von Wilderern und Jägern ausbaden müssen. Hier ist einfach etwas passiert, was unter allen Umständen zu vermeiden ist - die Herausnahme von revierinhabenden Wölfen!
Landwirte können diesen Fehler beim besten Willen nicht ausgleichen, die Zahlung von Geld für den Verlust wiegt bei weitem nicht das auf, was dem Landwirt (und anderen Weideviehhaltern in der Region) nun genommen wird. Die einzige Chance, sein Vieh eventuell zu schützen, wären Hochsicherheitstrakte, also Stallhaltung, für alles, was Weidevieh heißt. Und das kann es nicht sein - es ist nunmal nicht artgerecht!
Die einzige Chance, diese Misere wieder zu bereinigen, wäre dafür zu sorgen, daß Wolfspaare in dieser Region ihre Reviere bilden können - da das mit Sicherheit jedoch Pärchen sein werden, die sich aus weideviehreißenden Jungwölfen rekrutieren, müßte ein entsprechendes Erziehungsprogramm gestartet werden, welche die Wölfe, sobald sie eine Weide auch nur betreten wollen, oder nur daran denken, mit Gummigeschossen beharkt werden oder aber von wehrhaften Hunden (beispielsweise Kangals, die sind sehr gut geeignet dafür), gejagt werden, bis sie Weiden nicht mehr beachten. Der Aufwand ist nun enorm und kaum bezahlbar.
Es gibt erfahrungsgemäß keinen Herdenschutz, wenn revierbildende Wölfe getötet werden - das zeigen die USA, Kanada, Indien, Spanien, Österreich, Rußland, Tschechei usw usf ... es ist immer und überall das Gleiche, werden revierinhabende Wölfe geschossen, gibt es eine extreme Zunahme an Übergriffen auf Weidevieh - und es gibt KEINEN Schutz dagegen!

Insofern kann ich es einfach nicht verstehen, daß Jäger, die aus "Notwehr" einen Wolf erschießen, um ihre Hunde zu retten, straffrei davonkommen - ist dieser Wolf ein revierbildender Wolf gewesen, zieht es enorme Verluste von Weidevieh nach sich ... immer! Jäger, die "aus Versehen" Dackel, Bracken und ähnliche an der Jagd beteiligten Hunde erschießen, gehen genauso straffrei aus ... die werden ja auch nicht aus "Notwehr" erschossen. Es ist also Berufsrisiko, Jagdhunde auf der Jagd zu verlieren (viele Jäger halten schon keine Dackel zur Jagd mehr, weil das die Hunde sind, die am Häufigsten mit Füchsen verwechselt und erschossen werden).
Also - warum gehen dann Jäger, die Wölfe erschießen, um ihre Hunde zu schützen, straffrei aus?
Warum ist es erlaubt, daß zur Paarungszeit der Wölfe in Wolfsrevieren gejagt wird?
Aus welchem Grund dürfen Jagdhunde ohne Leine in Wolfsrevieren arbeiten, wenn angeleinte Suchhunde die gleiche Arbeit machen könnten (ok, der Mehraufwand für den Jäger ist enorm - aber dennoch, möglich ist es und schützt letztendlich Hund und Wolf. Sagt sogar mein Onkel, der Jäger war und eigentlich gegen Wölfe eingestellt ist).

Was hier abläuft, ist eine ganz große Sauerei gegenüber den Weidetierhaltern!
Und die geht nicht von den Wölfen aus!
Die geht von den Wolfshassern aus!
Hier müssen mal wieder Unschuldige unter der Unvernunft einiger Weniger leiden.



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Re: Gebt den Wolf zum Abschuss frei

Beitrag von Traber » Mi 1. Mai 2019, 21:06

Murx Pickwick hat geschrieben:
Mi 1. Mai 2019, 20:18


Die wahren Schuldigen an dieser Misere sind nunmal gänzlich andere wie dieser Landwirt und viele andere Weidetierhalter, die nun die Fehler von Wilderern und Jägern ausbaden müssen. Hier ist einfach etwas passiert, was unter allen Umständen zu vermeiden ist - die Herausnahme von revierinhabenden Wölfen!
Landwirte können diesen Fehler beim besten Willen nicht ausgleichen, die Zahlung von Geld für den Verlust wiegt bei weitem nicht das auf, was dem Landwirt (und anderen Weideviehhaltern in der Region) nun genommen wird. Die einzige Chance, sein Vieh eventuell zu schützen, wären Hochsicherheitstrakte, also Stallhaltung, für alles, was Weidevieh heißt. Und das kann es nicht sein - es ist nunmal nicht artgerecht!
......

Hier müssen mal wieder Unschuldige unter der Unvernunft einiger Weniger leiden.

ganz genau!Wie so oft übrigens....das ist es ja, sobald es so weit gekommen ist wie scheinbar dort jetzt, siehe auch Rodewald etc., kannst du noch mehr Zäune ziehen, es wird oftmals nicht reichen. In den Fällen die ich genauer verfolgt habe waren die Weiden gut gesichert! Wie hoch und wie dicht will man die Zäune ziehen....

Mit solchen Eingriffen versaut man leider oft nachhaltig eine ganze Menge. Und ausbaden dürfen es dann andere....die oft noch allein dastehen



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Re: Gebt den Wolf zum Abschuss frei

Beitrag von Gandalf » Do 2. Mai 2019, 05:01

Ich sehe es nicht ganz so.
Die natuerliche Beute des Wolfes wird von den Jaegern abgeschossen.
Weniger Jaeger, weniger Abschuss, der Wolf hat was zu fressen und ist nicht mehr auf Weidetiere "angewiesen"

Aber es sind gerade die Jaeger, die den Wolf abschiessen wollen, da er ein Jagdkonkurent ist



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Re: Gebt den Wolf zum Abschuss frei

Beitrag von Traber » Do 2. Mai 2019, 05:41

dann wären die Bestände ja "leer"
es gibt hier ja Abschussquoten, die Jäger schießen ja nicht wahllos ab ( nicht dass ich die jetzt verteidigen will ) aber hier ist es so, dass jeder sein Gebiet hat und dafür sorgt dass die Populationen angepasst bleiben

das wird auch oftmals von den Bauern eingefordert, insbesondere aber bei Wldschweinen, weil man es da schon merkt wenn die alles auf links drehen

ist die Population zu groß wird der Schaden größer, so habe ich es letztens erklärt bekommen, vereinfacht gesagt

es ist so schwerer für den Wolf, gesundes Wild zu jagen was ohne Zäune flüchten kann, als z.B. Schafe auf einem umfriedeten Stück, wo sie wie auf dem Präsentierteller sind und nicht wegkönnen, zu erlegen
da hat er nur die Arbeit dort reinzukommen, der Rest ist ein Kinderspiel für ihn



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Re: Gebt den Wolf zum Abschuss frei

Beitrag von Murx Pickwick » Do 2. Mai 2019, 07:49

Jäger sind verpflichtet, die Wilddichte von Schalenwild in ihren Revieren so anzupassen und das Schalenwild so zu hegen, daß das Schalenwild im Winter nicht verhungert.

Nun ist es so, daß Groß- und Riesenbauern besonders viele Transfergelder vom Staat bekommen. Solche Riesenfelder sind nur noch in Rein- und Monokultur überhaupt zu bewirtschaften, anders geht dem nicht, weil zu Arbeitsaufwendig. Dazu kommt, daß nur bestimmte Reinkulturen vom Staat in besonderem Maße bezuschußt werden, beispielsweise Mais, Raps und Weizen. Diese "Energiepflanzen" verschwinden dann zu einem großen Teil in die vom Staat bezuschußten Biogasanlagen, damit Deutschland unabhängig von russischen Gaslieferungen werden kann.

Das Ganze hat nun extreme Auswirkungen auf unsere Umwelt - und das Schalenwild.
Ausnahmslos alle vom Staat bezuschußten Kulturen werden pünktlich im Sommer geerntet, also ausgerechnet in einer Zeit, wo die Natur gewöhnlicherweise äußert üppig blüht und grünt und kein Tier Hunger leiden muß. Nun, wenn die Felder abgeerntet werden, bleiben nur noch die Feldränder und das, was im Wald wächst - für Rehe beispielsweise ist das viel zu wenig, die fangen ausgerechnet zu der Zeit, wo sie sich den Winterspeck anfressen und ihre Halbwüchsigen anfangen, ihrerseits Grünzeugs zu mampfen, an zu hungern, zumal es ja nicht nur um nen Garten von wenigen Quadratmetern geht, sondern um riesige Felder - flächendeckend!
Man spricht hier vom Ernteschock.
Wenn hier Jäger nicht den Bestand auf einem sehr geringen Niveau halten, werden die hungernden Rehe, trotz Energiesparmodus im Winter, anfangen, ganz extrem die Bäume zu schälen und den Aufwuchs aufzufuttern - eine Naturverjüngung in den Wäldern ist dann nicht mehr möglich, Fichtenmonokulturen ist unter dem Druck des Schalenwildes auch nicht mehr möglich. Der Verbiß steigt umso mehr, je mehr Rehwild im Sommer keinen Speck anfressen konnte und je mehr Rehe das versuchen, im Wald durch Auffuttern von Auswuchs und sommerlichen Schälen der Bäume auszugleichen.
Dazu kommt, die Nachwuchsplanung speziell der Rehe findet im Frühjahr statt - also genau dann, wenn die ganzen staatlich subventionierten Reinkulturen anfangen zu sprießen, die aber dann im Sommer abgeerntet werden. Heißt also, je mehr Reinkultur, desto mehr Rehe, desto mehr Rehe hungern im Sommer - und schälen die Bäume.
Durch Zufütterung (meist energiehaltigen Futters) im Winter kann das nicht abgefangen werden, im Gegenteil, es verschärft die Situation.
Wild und Hund: Wildhege (gibt da auch etliche Studien zu, aber ich hab mom beim besten Willen keine Zeit, diese rauszusuchen ... )

Aus diesem Grunde gibt unser Vater Staat in vielen Bundesländern Abschußquoten vor - das ist das Wild, was geschossen werden muß. Schaffen die wenigsten Jäger ... egal, wo ich hinkomme, ich hör sie fast überall jammern.

Ein anderes Problem sind die Wildschweine - diese profitieren ganz enorm durch den Maisanbau. Je mehr Mais, desto mehr Wildschwein - und Wildschweine sind äußerst effektiv in der Anpassung ihrer Fortpflanzung an die Futter- und Versteckverhältnisse. Es gibt nix, wirklich gar nix, was so effektiv Wildschweinfutter und Wildschweinverstecke bietet, wie ausgerechnet Maisfelder - und die haben in den letzten Jahrzehnten dank guter Subventionen und zusätzlicher Transfergelder zum Schadensausgleich bei hohen Wildschweinbeständen ganz extrem zugenommen. Besonders lukrativ ist es, wenn der Landwirt den Mais anbaut, welches er in die eigene Biogasanlage verfrachtet, um die daraus gewonnene Energie wiederum zum Betreiben seiner überschweren landwirtschaftlichen Maschinen einzusetzen.
Deutsches Maiskomitee e. V.: Deutschland

Für Wildschweine entstand so das Paradies auf Erden ... unbegrenzt Fressi, unbegrenzt gute Verstecke, was will Schwein mehr ...
Während um 1970 herum Wildschweine nur einen Frühjahrswurf hatten und nur ganz selten einen Herbstwurf, der dann im Winter verhungerte und erfror, ist das nun anders - Wildschweine haben zwei bis dreimal im Jahr Junge und selbst der Winterwurf kommt zu 80% durch!
Na - wenn das keine Vermehrung ist ...
Wildschweine sind allerdings die Wühler unter dem Schalenwild, sie buddeln sehr zuverlässig den Boden um, lockern ihn auf, fressen Engerlinge und Co aus dem Boden ... kurzum, wer Permakultur oder ähnliche Kulturen betreibt, freut sich über jedes Schwein, was zu Besuch ist - ganz anders sind da die Verhältnisse in Reinkulturen und Turbowiesen. Die Schweine lockern den Boden so auf, daß Quadratmeterweise der Mais (oder andere Nutzpflanzen) umgelegt werden, Bodenlebewesen finden sie eh nicht mehr im totgespritzten Boden, also halten sie sich an das überirdisch wachsende Mastfutter (insbesondere Mais) und hinterlassen eine Schneise der Verwüstung, wo sie auftauchen. Die Erträge sinken extrem, wo Wildschweine in Reinkulturen ihr Unwesen treiben.
Auf Turbowiesen sieht es nicht viel anders aus, die Angewohnheit der Wildschweine die Wiesen umzugraben, hinterlassen Schneisen der Verwüstung, die Wiesen können nicht mehr mit Maschinen gemäht werden aufgrund des aufgebrochenen und von Schweinen umgepflügten Landes, die Erträge sinken ins Bodenlose.
Pferdehalter freuen sich auch nicht sonderlich über die Schweinerei ... hier sind es die Pferde, die durch die umgewühlten Weideflächen direkt gefährdet sind. Pferde sind angepaßt an weite Steppen mit hartem Boden, nicht an fette Weiden mit Ackerfurchen drin. Die Gefahr, daß Pferde stolpern und sich die Beine brechen ist umso höher, je mehr Schweine die Weide fachgerecht umgepflügt haben. Dazu kommt noch zusätzlich die Futterfrage - auf einer großflächig umgelegten Weide, wo das Oberste zuunterst gekehrt wurde, wächst erstmal kein Gras mehr - also weniger Futter für die Pferde, mehr Zukäufe für die Pferdehalter.

Diese Schäden können den Jägern vollumfänglich angelastet werden, dieser ist für "sein" Wild in seinem Revier zuständig und muß sowohl die Forstschäden, als auch die Schäden auf Weiden und in Feldern aufkommen ... nun, der Bauernverband führt jeden Winkelzug momentan ins Feld, um nun auch noch die Schäden zusätzlich vom Staat bezahlen zu lassen, und wo das nicht geht, wird der Abschuß der Wildschweine verlangt. Inzwischen wird die afrikanische Schweinepest vorgeschoben, um die Dringlichkeit, den Wildschweinbestand zu dezimieren, dem Staate klarzumachen.
Allerdings sind Wildschweine zu schlau, um sich durch Jagd dezimieren zu lassen ... wenn die Hälfte des Wildschweinbestandes in einem Jahr niedergeknallt wird, bleiben immer noch so viele Schweine über, die bei den momentanen Maismastbedingungen ihren Bestand im nächsten Jahr vervielfachen! Nun werden unter den subventionierten, also staatlich erwünschten, Bedingungen nicht mal ein Zehntel der Schweinerei geschossen - mehr ist einfach nicht drin, die meisten Jäger haben noch nen Job nebenbei, der sie ernährt und mit Wildschweinfleisch ist schon lange nix mehr zu verdienen, wir haben hier inzwischen auch ein Überangebot.
Eine Regulierung des Wildschweinbestandes ist durch Jagd nicht möglich.
Eine Regulierung des Wildschweinbestandes ist nur über die Regulierung der Maisanbauflächen möglich - das paßt aber dem Bauernverband, wo insbesondere die ganz großen Landwirte drin organisiert sind, überhaupt nicht. Schließlich würde es enorme Einbußen an staatlichen Transfergeldern bedeuten - also dem momentanen Hauptverdienst der ganz großen Landwirte.

Die natürliche Beute des Wolfes wird also keinesfalls von Jägern abgeschossen, sondern die natürliche Beute wird als Schädling in der Landwirtschaft und Forstwirtschaft angesehen! Die Wölfe haben genug Wild, insbesondere Rehwild, was sie jagen können, die Feistzeit beginnt in Deutschland mit dem Ernteschock, wo die Felder abgeerntet sind, die Rehe sich neue Deckung suchen müssen und eh am Hungertuche nagen. Sie helfen seriösen Jägern dabei, die staatlich vorgegebenen Jagdquoten einzuhalten und tun das sogar so gut, daß trotz der unnatürlichen Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen der Rehbestand gesundet, die Geweihe wachsen wieder ebenmäßiger usw usf.

Wie auch im Tierschutz gibt es bei Jägern die Seriösen und die Unseriösen ... es ist kein Geheimnis, daß es bis heute noch in Deutschland Trophäenjäger gibt, die durch (illegale) Zufütterung und Aussetzen von Gehegewild den Wildbestand in ihren Revieren übernatürlich hoch halten und durch sehr energiehaltiges Futter, auch im Winter, dafür sorgen, daß kapitale Geweihe wachsen können. (Das Heranzüchten von kapitalen Jagdtieren im Gatter und dann Aussetzen, damit sie geschossen werden können, nennt sich auch canned hunting - im Deutschen gibt es kein Wort dafür, da es diese Art der Jagd in Deutschland offiziell gar nicht gibt und auch illegal ist. Kein seriöser Jäger würde so etwas tun!). Noch immer gibt es unseriöse Jäger, welche die Gatterjagd anbieten. Diese unseriösen Jäger verdienen ihr Geld mit ausländischen Trophäenjägern, welche diese extremen Geweihe zu schätzen wissen. Und genau in diesen Kreisen, die zudem leider auch noch recht kapital mit Kapital ausgestattet sind, finden sich die meisten Wolfshasser in der Jägergemeinde! Man braucht nur mal auf deren Treffen zu gehen, wenn sie sich irgendwelche Unsinn-Argumente, die längst widerlegt sind, an den Kopf schmeißen und sich gegenseitig darin bestärken, wie böse doch der Wolf ist, der ihre gemästeten Lieblingsrothirsche und fetten Lieblingsrehlein wegschnabulieren!
Leider ist es so, wie im Tierschutz auch - wer am lautesten schreit, bekommt recht ... tja, und genau diese Trophäenjäger und Gatterjäger, die eigentlich den weitaus kleineren Teil in der Jägerschaft ausmachen, schreien am allerlautesten!
Deswegen gleich pauschal alle Jäger in einen Topf zu schmeißen und sie zu verdammen, ist dagegen falsch ... der überwiegende Teil der Jäger ist nicht nur dem Wolfe neutral bis positiv eingestellt, sie bemühen sich auch ihrerseits um einen gesunden Wildbestand und helfen sogar vielerorts bei der Erforschung des Wolfsverhaltens durch Anbringen von Wildkameras etc. Sie legen Wildfelder an, die nicht abgeerntet werden, um sowohl dem Schalenwild, als auch Vögeln, Schmetterlingen und Co eine Chance in unserer immer artenärmer werdenden Landwirtschaft zu geben.
Ohne diese seriösen Jäger hätte der Wolf sich nicht so schnell ausbreiten können, weil es viel zu viele Vorurteile gegenüber dem Wolf gab. Ohne diese seriösen Jäger wäre die Erforschung von Herdenschutz, Wolfsbewegungen etc nicht so weit, wie er nun ist. Es sind gerade diese seriösen Jäger, die den Wolfsschützern geholfen haben, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, die Vorschläge eingebracht haben, wie ein Zusammenleben von Wolf und Mensch in Deutschland möglich ist.
Hannover Allgemeine: Niedersachsen wird Wolfsland
Wer dieser Zeitungsmeldung nicht glaubt, kann gerne in den Wolfsberatungsstellen sich über die Organisation des Wolfsmonitoring informieren ... und bekommt die gleiche Info aus erster Hand.



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Re: Gebt den Wolf zum Abschuss frei

Beitrag von Gandalf » Do 2. Mai 2019, 20:38

von @Murx Pickwick
Aus diesem Grunde gibt unser Vater Staat in vielen Bundesländern Abschußquoten vor - das ist das Wild, was geschossen werden muß. Schaffen die wenigsten Jäger ... egal, wo ich hinkomme, ich hör sie fast überall jammern.
Ich habe es nun so gehoert, dass die Jaeger nach dem Bestand gefragt werden und auch die Empfehlungen abgeben, was und wieviel geschossen werden soll und das so auch als Abschussquote wieder uebernommen wird.

Erschien mir auch logisch, weil die Gemeinden nur die "Schreibtisch"jaeger sind, aber die wirklichen Jaeger vor Ort sind und auch wissen, wenn Tiere eine Krankheit haben, ueberfahren werden oder wie viele Wuerfe/Jungtiere es gibt

Also waere es dann auch nicht der "Staat" der die Zahl des zu schiessenden Wildes vorgibt.

Aber auch nicht jeder Wald ist staatlich, da gelten dann wieder die Vorgaben der Besitzer.



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Re: Gebt den Wolf zum Abschuss frei

Beitrag von Kim » Sa 4. Mai 2019, 09:06

Dajanira hat geschrieben:
Sa 13. Apr 2019, 00:26
Viele können sich nicht Mal Herdenschutzhunde leisten.
Vielen geht es dabei nicht ums "können", sondern ums wollen.
Es ist halt mti "Wir setzen mal lustig einen HSH in eine Herde" nicht getan zum Herdenschutz.

So schön die idealistische Idee "Ach, Herdenschutzhunde und das Problem ist gelöst" nämlich klingt, ist sie nicht. Und es gibt mehr als genug Gründe sich aktiv dagegen zu entscheiden.



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Re: Gebt den Wolf zum Abschuss frei

Beitrag von Gandalf » Mo 6. Mai 2019, 06:46

Niemand hat gesagt, dass es leicht ist, das Problem zu loesen. Sehr viel Wissen ist ja inzwischen auf verloren gegangen. Aber nur darauf warten, dass andere eine Loesung anbieten, finde ich auch nicht richtig.

Die allg. Loesungen der Wolfsberater sind nicht fuer jeden umsetzbar, aber deshalb kann der Einzelne doch nicht einfach die Schultern zucken und auf bessere Loesungen hoffen/warten? Und die Schuld dann auch noch wo anders suchen?

Eigentlich ist doch jeder fuer seine eigenen Tiere veratnwortlich, oder nicht?
Wanderschaefer haben nicht so grosse Verluste an ihren Tiere, wie Tiere, die hinter dem Zaun weiden



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Re: Gebt den Wolf zum Abschuss frei

Beitrag von Murx Pickwick » So 12. Mai 2019, 20:00

Auch deutsche Wanderschäfer koppeln oftmals nachts ihre Schafe, in Hessen ist zudem verboten, wie früher bei der Herde im Schäferwagen zu übernachten (keine Ahnung, wie das in anderen Bundesländern ist). Die Herde ist also nachts unbewacht (es sei denn, es stehen genügend Herdenschutzhunde an der Herde, was nochmal einen ziemlichen Mehraufwand an Fütterung etc bedeutet - so eine Wanderherde bringt eh nur Arbeit und kaum Gewinn, genügend Herdenschutzhunde an der Herde bedeutet Verlust, die Hunde müssen schließlich mit irgendwas gefüttert werden und ärztlich versorgt werden, was zusätzliche Kosten verursacht)
Das macht den Herdenschutz nicht gerade einfacher - und nächtliche Verluste genauso hoch, wie wenn man die Schafe Tag und Nacht gekoppelt hält.
Dazu kommt - jeden Tag die Schafe mit nem Stromzaun von 80cm Höhe einzukoppeln, ist schon richtige Knochenarbeit (hab ich selbst schon mitgeholfen, also das ist eigene Erfahrung). Einen wie vom Wolfsschutz empfohlenen 1,40m hohen Stromzaun jeden Abend aufbauen und wieder abbauen und das für eine Herde mit über 400 Muttern - spannend! Vor allem, wenn man alleine dasteht mit dem Zaun ... immerhin ist der Zaun zwei Drittel mal so schwer, wie ein 80cm hoher Zaun.

Wie man an den wildlebenden Mufflonbeständen sieht, rächt sich zudem, daß Schafe in Deutschland kein Gelände finden, an das sie angepaßt sind. Schafe sind nunmal Geröllfelderbewohner gebirgiger Landschaften, keine Waldbewohner. Wenn sie fliehen, fliehen sie ins Geröllfeld oder felsiges Gelände bergauf, wo sie sich äußerst sicher und schnell bewegen können - und wo Wölfe eben nicht so schnell und sicher sind. Nur so haben sie eine Chance, dem Wolf zu entkommen.
Auf Waldboden dagegen ist der Wolf schneller und wird über kurz oder lang die nicht hierhergehörenden verwilderten Mufflon ausrotten, vollkommen unabhängig, ob gekoppelt oder weiterhin freilebend. Ohne Herdenschutz hat nunmal kein Schaf auch nur die geringste Chance.


Es bleibet dabei - wenn nicht jeder in der Region ausnahmslos mithilft, dafür zu sorgen, daß Wolfspaare sich fest ansiedeln können, ihre Reviere aufbauen können und ordnungsgemäß erzogen werden, daß sie eben Stromzäune und Herdenschutzhunde respektieren, wird es immer für die Tierhalter übel ausgehen, egal wieviel Aufwand sie betreiben... oder die Tiere müssen Tag und Nacht im Hochsicherheitstrakt untergebracht werden - 24/7 Stallhaltung läßt grüßen!
Der Wolf kann nicht Aufgabe einzelner Tierhalter sein!
Der Wolf ist eine Gesellschaftsaufgabe!

OT:
Dieser Wolf frißt Äpfel ... scheint zu schmecken :crazy:



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Re: Gebt den Wolf zum Abschuss frei

Beitrag von Traber » So 12. Mai 2019, 20:10

das ist der Herr Faß vom Wolfscenter in Dörverden, das sagte ich ja eingangs das ich dort auch war

ganz tolle, engagierte Leute und ein echt schönes naturnahes Wolfscenter



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