Artgerechte Ernährung

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Giftige Pflanzen die hier aufgeführt oder vorgestellt werden, stellen für Tiere die Ad Libitum ernährt werden selten eine Gefahr dar, da sie in der Lage sind zu selektieren und daher immer wissen, was fressbar und genießbar ist und was nicht.

Wie in allen Fällen auch, ist jedes Tier individuell zu betrachten und man sollte neue Pflanzen IMMER langsam anfüttern.
Jedes Tier kann unterschiedliche Dinge auch unterschiedlich vertragen.

Die User sprechen von eigenen Erfahrungen, es liegt an Euch, Eure zu sammeln.
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saloiv
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Re: Artgerechte Ernährung

Beitrag von saloiv » Sa 10. Jan 2009, 19:01

Wenn das mit dem Zucker stimmt, dann schauen wir doch einfach mal, was Tiere überhaupt noch fressen dürfen, wenn der Zuckergehalt nicht höher wie in Obst sein darf ...

Apfel hat nen Zuckergehalt von ca. 10 - 11%
Himbeere kommt auf gerade mal 5% Zucker
Heu kann immerhin zwischen 10 - 15% Zucker enthalten, bei Wirtschaftsgräsern wird dabei ein möglichst hoher Zuckergehalt angestrebt.
Mohrrüben enthalten ca 5% Zucker
Pellets können bis zu 40% Zucker enthalten, meist liegen da die Zuckergehalte zwischen 8 - 20%
Es geht nicht um Diabetes, sondern um die natürliche Ernährung von Chinchillas und da ist an erster Stelle nicht irgendein Zuckerwert bedeutend, sondern die Zusammenstellung im Gesamten.
Und Obst enthällt fast kein Rohfaser und viel Zucker, daher ist es schlichtweg keine Grundnahrung sondern lediglich ein Ergänzungsfutter.

Die nächste Frage zu deinen Angaben wäre:
1. Quelle angeben und keine Luft-Angaben in den Raum werfen ;)
2. Diese Angaben beziehen sich auf...? (welche Zuckerarten? Ist Stärke auch als Zucker gezählt worden? usw.)

Desweiteren entsteht Diabetes mellitus nicht durch hohen Obstkonsum oder ähnliches, sondern durch eine falsche Ernährung! Das sei mal hervorgehoben ;). Da gebe ich dir recht und etwas anderes habe ich nie (wissentlich) behauptet.
Und Chins brauchen vorallem Rohfaser und Vitamine. Fett, Zucker, Stärke usw. wird nicht benötigt (bzw. kaum). Deshalb ist Obst kein Hauptfutter sondern nur eine Ergänzung!


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Re: Artgerechte Ernährung

Beitrag von Kaktus » So 11. Jan 2009, 11:29

Hallo,

ich denke es geht darum, seine Chins abwechslungsreich zu ernähren- mit gesunden Sachen. Bei Obst soll es halt jeder machen wie er will. Ich meine, dass hier keiner seinen Chins täglich ein riesen Obstsalat reicht. ;)

Meine bekommen täglich Apfel, Birne etc.- aber nur kleine Häppchen. Wenn man bedenkt, dass ich zusätzlich zu diesem Obst auch Gemüse, salat, Golliwoog, Kräuter, Blätter, Blüten, Cobs und Sämereien verfüttere, ist das wenige Obst nicht entscheidend.

Wenn jemand hauptsächlich Obst verfüttern würde und das jeden Tag- das wäre dann sicher zu viel Fruchtzucker.



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Re: Artgerechte Ernährung

Beitrag von Kaktus » Di 13. Jan 2009, 22:13

Hallo Mone!

Und wie sieht es aus bei euch: hat sich was getan? Essen deine Chins Frisches? Wenn ja, was? Hast du Apfel oder/und Golliwoog probiert?

wäre schön, etwas von dir zu hören! ;)



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Murx Pickwick
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Re: Artgerechte Ernährung

Beitrag von Murx Pickwick » Mi 14. Jan 2009, 20:41

Wenn ich bei meinem Post vergessen haben sollte, für irgendeine Info die Quellenangabe hinanzuführen, dann teilt mir am Besten mit, um welche Info es sich handelt ...

... ansonsten find ich es doch faszinierend, daß jeder alles Mögliche behaupten kann, ohne Quellenangabe, aber sobald ein Forenkobold Murx sich irgendwo sich blicken läßt, wird sofort nach Quellen geschrieen :lol:
Ich werde mich in Zukunft bemühen, die Literaturangaben so genau wie möglich zu machen, auch wenn es in Tierforen nicht üblich ist und mir viel Zeit kostet. Trotzdem werde ich nicht immer Seitenangaben angeben können, da ich auch viel gelesen und notiert habe aus Dissertationen, Büchern etc, welche ich mir ausgeborgt habe oder die nicht mehr in meinem Besitz sind. Der werte Leser möge mir diese Unsauberkeit verzeihen.

Was das Obst angeht - die Tiere haben ein angeborenes Futterkonzept, wenn die Auswahl groß genug ist, ist es egal, was man ihnen reinschmeißt, sie fressen einzig das, was sie in etwa auch in freier Wildbahn zu sich nehmen würden ... (eig. Beob.)
Beispiel:
Meine beiden Chins, die bekommen im Grunde genommen mehr Obst, wie sie überhaupt fressen ... also Obst ad lib. Sie bekommen jedoch gleichzeitig so viele Kräuter, wie sie wollen, so viel Frisches, wie sie wollen, so viel Sämereien wie sie wollen usw usf ... und was passiert?
Ich kann vom Obst regelmäßig einen Großteil bei den Kaninchen entsorgen, weil eben die Chins sehr genau wissen, daß sie Kräuterfresser sind - sie bevorzugen noch mehr wie Kaninchen Kräuter, getrocknete Blattgemüse und Salate. Ebenso bleiben Rosinen, Datteln etc liegen und werden nur vergleichsweise selten aufgenommen, trotzdem sie inzwischen auch beliebig im Angebot sind (eig. Beob.).
Einzig getrocknete Apfelringe bleiben bei mir rationiert, damit sie eben gierig gefressen werden, damit ich noch ein Lockmittel hab ... (eig. Beob.)

Kaninchen dagegen sind zwar auch Kräuterfresser, aber sind da weitaus generalistischer ausgerichtet, wie Chinchilla - Wildkaninchen, die sich auf (den leider immer seltener werdenden) Streuobstwiesen ansiedeln, fressen große Mengen von Obst, und zwar solange das Angebot reicht. Auf einigen Streuobstwiesen stehen derartig unterschiedliche Obstsorten, daß hier die Kaninchen sich trotz großzügigen Kräuterangebotes durchaus von Juno, wenn das erste Obst reif wird und vom Baume fällt (meist Süßkirschen, soweit sie die Vögel übriglassen, und Birnen) bis weit in den Winter hinein sich bedienen. Im Winter wird das Obst (genauer gesagt Winteräpfel) zu ihrer Hauptspeise - und das tun sie auch in Gefangenschaft selbst dann, wenn genügend frische Kräuter im Angebot sind. (eig. Beob.)
Vertrocknete Gräser dagegen werden nicht gefressen, da wird dann lieber die Rinde der Bäume geschält ... (Boback, 2004; Bubenik, 1959; eig. Beob.)
Selbst frische Gräser werden nur wenig gefressen, zumindest, wenn es sich um Wildgräser handelt. Energiereiche Kulturgräser samt der Ähren werden dagegen wieder gern von Kaninchen genommen, sowohl in Gefangenschaft, wie auch in freier Wildbahn (Turcek, 1959; eig. Beob.)

Ebenso verhält es sich mit dem Wassergehalt - während Chinchilla selbst beim ad lib Angebot von Frischfutter zu großen Teilen ihr Futter trocknen und dann erst verspeisen, fressen Kaninchen freiwillig fast nur Frisches ... Kaninchen sind eben als Frischkostfresser auf fast 100% Frisches angewiesen. Sie fressen Heu nur dann, wenn der Kieselsäuregehalt ihrer Frischnahrung nicht ausreicht. (Boback, 2004; Bubenik, 1959; eig. Beob.) Chinchilla sind eher Trockenköstler (Cortes et al, 2002).

Es ist also überhaupt nicht notwendig, irgendetwas zu beschränken, es ist einzig notwendig, die Auswahl des Futters derartig hoch zu halten, daß eben all die Futterarten, die in der Natur auch verspeist werden, auch in Gefangenschaft angeboten werden.
Es gibt davon nur wenige Ausnahmen - bei den Chinchilla beispielsweise sind Futtermittelunverträglichkeiten auf Sämereien sehr häufig, die Chinchilla können damit nicht umgehen. Hierfür gibt es gleich mehrere Gründe - einmal werden Chinchilla gewöhnlicherweise mit Pellets als Hauptfuttermittel gefüttert. Pellets sind so unnatürlich für Chinchilla, daß sich hier schnell Futtermittelunverträglichkeiten herausbilden, weiterhin sind etliche Farbmutationen der Chinchilla sehr anfällig für Futtermittelunverträglichkeiten (div. Threads im Chinboard; eig. Beob.)
Dies muß selbstverständlich während der Futterumstellung und oft auch nach erfolgter Futterumstellung beachtet werden, ebenso eben auch Schäden und Krankheiten, die durch ungeeignete Haltung, ungeeignetes Futter, unsachgemäße Medikamentengabe oder ansteckender Krankheiten entstanden sind ...

Literatur:
Boback, A. W. (2004): Das Wildkaninchen; Westarp-Verlag, 2. Aufl. Nachdr., S. 58
Bubenik, A. (1959): Grundlagen der Wildernährung; Deutscher Bauernverlag, Berlin
Cortes A., Miranda E., Jimenez, J. E. (2002):Seasonal food habits of the endangered Jong-tailed chinchilla (Chinchilla lanigera):the effect of precipitation; Mammalian Biology - Zeitschrift fur Saugetierkunde, Vol. 67, Issue 3, 2002, Pages 167-175
Turcek, F (1959): Beitrag zur Kenntnis der Fraßpflanzen des Wildkaninchens Oryctolagus cuniculus (Linne, 1758) in freier Wildbahn; Säugetierkundliche Mitteilungen 7, 4, S.151 - 153

Internet:
[url=http://www.degupedia.de/board/]Chinboard[/url] - div. Ernährungsthreads



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Re: Artgerechte Ernährung

Beitrag von saloiv » Mi 14. Jan 2009, 21:09

Murx Pickwick hat geschrieben:Wenn ich bei meinem Post vergessen haben sollte, für irgendeine Info die Quellenangabe hinanzuführen, dann teilt mir am Besten mit, um welche Info es sich handelt ...
Bei der Frage nach den Quellen ging es mir speziell um die Prozentangaben (ich hatte ja genau diese kopiert und zitiert ;) auf sie bezog sich mein Anliegen). Den Rest musst du nicht detailliert mit Quellen belegen ;), das ist auch hier nicht üblich. Genaue Angaben sollten mit Quellen belegt werden (Prozentangaben, Mengenangaben usw.).
Was das Obst angeht - die Tiere haben ein angeborenes Futterkonzept, wenn die Auswahl groß genug ist, ist es egal, was man ihnen reinschmeißt, sie fressen einzig das, was sie in etwa auch in freier Wildbahn zu sich nehmen würden ... (eig. Beob.)
Beispiel:
Meine beiden Chins, die bekommen im Grunde genommen mehr Obst, wie sie überhaupt fressen ... also Obst ad lib. Sie bekommen jedoch gleichzeitig so viele Kräuter, wie sie wollen, so viel Frisches, wie sie wollen, so viel Sämereien wie sie wollen usw usf ... und was passiert?
Ich kann vom Obst regelmäßig einen Großteil bei den Kaninchen entsorgen, weil eben die Chins sehr genau wissen, daß sie Kräuterfresser sind - sie bevorzugen noch mehr wie Kaninchen Kräuter, getrocknete Blattgemüse und Salate. Ebenso bleiben Rosinen, Datteln etc liegen und werden nur vergleichsweise selten aufgenommen, trotzdem sie inzwischen auch beliebig im Angebot sind (eig. Beob.).
Einzig getrocknete Apfelringe bleiben bei mir rationiert, damit sie eben gierig gefressen werden, damit ich noch ein Lockmittel hab ... (eig. Beob.)
Schön, dass deine Tiere da ein gesundes Gespürr haben. Ich habe eher die Beobachtung gemacht, dass es zum "Süßigkeitensyndrom" kommt. Wie bei kleinen Kindern, den man alles anbietet. Es werden die Süßigkeiten weggegessen und gesundes nur sehr wenig gegessen... ;)
Kaninchen dagegen sind zwar auch Kräuterfresser, aber sind da weitaus generalistischer ausgerichtet, wie Chinchilla - Wildkaninchen, die sich auf (den leider immer seltener werdenden) Streuobstwiesen ansiedeln, fressen große Mengen von Obst, und zwar solange das Angebot reicht. Auf einigen Streuobstwiesen stehen derartig unterschiedliche Obstsorten, daß hier die Kaninchen sich trotz großzügigen Kräuterangebotes durchaus von Juno, wenn das erste Obst reif wird und vom Baume fällt (meist Süßkirschen, soweit sie die Vögel übriglassen, und Birnen) bis weit in den Winter hinein sich bedienen. Im Winter wird das Obst (genauer gesagt Winteräpfel) zu ihrer Hauptspeise - und das tun sie auch in Gefangenschaft selbst dann, wenn genügend frische Kräuter im Angebot sind. (eig. Beob.)
Das heißt, deine Kaninchen fressen im Winter das gefrorene, angerottete Obst *oder irre ich mich? Ich habe das jetzt zumindest so rausgelesen...*.
Meine Kaninchen fressen den Winter über vorallem Laub (aller Art) und Rest-Gras (bis zu den Wurzeln), außerdem Äste (auch die Bäume werden am Stamm abgenagt). Außerdem werden vertrocknete Pflanzenteile verspeißt (alles, was der Garten so hergibt ;)).
Aber Laub ist Grundnahrung, muss ich sagen. Bambus habe ich angepflanzt, den würden sie bis zur Tympanie füttern (was ich natürlich zu verhindern weiß ;)). Ich rationier ihn stark.
Naürlich biete ich im Winter viel Knollengemüse an. Das wird sehr sehr gerne gefressen. Allerdings biete ich es nicht unbegrenzt an, sondern rationiert. Es gefriert sonst ja auch ;). Ich muss sagen, das Heu wird nicht von allen gerne gefressen. Ein Teil frisst an liebsten die getrockneten Blätter, ein anderer Heu & Blätter, je nach Vorlieben. Obst finden meine nicht so toll. Mehr als ein achtel Apfel (als Beispiel) wird am Tag nicht gefressen, es bleibt liegen. Knollengemüse ist der Knüller.
Kräuter werden bei mir sowohl frisch als auch getrocknet verschlungen. Deshalb wird das natürlich rationiert :D.
Ebenso verhält es sich mit dem Wassergehalt - während Chinchilla selbst beim ad lib Angebot von Frischfutter zu großen Teilen ihr Futter trocknen und dann erst verspeisen, fressen Kaninchen freiwillig fast nur Frisches ... Kaninchen sind eben als Frischkostfresser auf fast 100% Frisches angewiesen. Sie fressen Heu nur dann, wenn der Kieselsäuregehalt ihrer Frischnahrung nicht ausreicht. (Boback, 2004; Bubenik, 1959; eig. Beob.) Chinchilla sind eher Trockenköstler (Cortes et al, 2002).
Die Vorliebe von Chins zu trocknen Futtermitteln kann ich teilen. Bei den Kaninchen muss ich wiedersprechen. Wenn man ihnen eine große Auswahl bietet, fressen sie immer min. 80% Heu (sofern es hochwertig ist) oder eben anderes rohfaserreiches Material (Blätter, getr. Pflanzen, Kräuter, Blüten usw.). Keine Bremse haben sie bei frischen, rohfaserreichen Futtermitteln (wie etwas Gras, Bambus, Blätter usw.). Aber das entspricht ja auch iherer natürlichen Ernährung...
Es ist also überhaupt nicht notwendig, irgendetwas zu beschränken, es ist einzig notwendig, die Auswahl des Futters derartig hoch zu halten, daß eben all die Futterarten, die in der Natur auch verspeist werden, auch in Gefangenschaft angeboten werden.
Es gibt davon nur wenige Ausnahmen - bei den Chinchilla beispielsweise sind Futtermittelunverträglichkeiten auf Sämereien sehr häufig, die Chinchilla können damit nicht umgehen. Hierfür gibt es gleich mehrere Gründe - einmal werden Chinchilla gewöhnlicherweise mit Pellets als Hauptfuttermittel gefüttert. Pellets sind so unnatürlich für Chinchilla, daß sich hier schnell Futtermittelunverträglichkeiten herausbilden, weiterhin sind etliche Farbmutationen der Chinchilla sehr anfällig für Futtermittelunverträglichkeiten (div. Threads im Chinboard; eig. Beob.)
Dies muß selbstverständlich während der Futterumstellung und oft auch nach erfolgter Futterumstellung beachtet werden, ebenso eben auch Schäden und Krankheiten, die durch ungeeignete Haltung, ungeeignetes Futter, unsachgemäße Medikamentengabe oder ansteckender Krankheiten entstanden sind ...
Wie ich bereits oben geschrieben hatte, halte ich nicht viel von "Überangebot", so findet es kein Tier in der Natur vor. Chins z.B. leben in einer kargen Landschaft usw.
Die Unverträglichkeit gegenüber Sämereien (und ähnlichen) kann ich bestätigen. Sämereien sind ja auch eher unnatürlich für Chins (Lebensraum).
Chins sind eine karge Ernährung gewöhnt und sie in Überfluss zu halten, ist meiner Ansicht nach nicht ganz "lebensnah" ;).
Offtopic:
... ansonsten find ich es doch faszinierend, daß jeder alles Mögliche behaupten kann, ohne Quellenangabe, aber sobald ein Forenkobold Murx sich irgendwo sich blicken läßt, wird sofort nach Quellen geschrieen
Da ich dich nicht näher kenne, habe ich keine Vorurteile. Die Quellenangabe bezog sich auf die Prozentangaben. Mich interessiert es bei solchen Angaben immer, auf was sie sich beziehen (wie ich geschrieben hatte: Stärke und Fructose oder nur Fructose?) und woher sie stammen ;). Das ist einfach wichtig, damit man mit den Angaben etwas anfangen kann ;)
Zuletzt geändert von saloiv am Mi 14. Jan 2009, 21:48, insgesamt 1-mal geändert.


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Re: Artgerechte Ernährung

Beitrag von Murx Pickwick » Mi 14. Jan 2009, 21:47

ok ... ich hab vorausgesetzt, daß der Umgang mit Nährwertrechnern bekannt ist und hab deshalb nur einen der vielen Nährwertrechner als Literatur angegeben ...

Beispiel:
Du willst die Prozentangabe für Zucker im Apfel haben:
Du gibst im [url=http://www.naehrwertrechner.de]Nährwertrechner[/url] im zweiten Suchfeld Apfel ein und drückst den Button Suche starten.
Du bekommst eine Auswahl von Nahrungsmitteln, unter anderem Apfel frisch - und genau den klickst du an, und kannst nun direkt den Zuckergehalt in Gramm auf 100g ablesen - und hast damit auch schon den Prozentwert, denn ein Gramm auf 100g entspricht 1%, also in dem Falle vom Nährwertrechner 10,32g/100g = 10,32%

Da sich je nach Apfelsorte die Werte in den einzelnen Nährwerttabellen leicht unterscheiden, hab ich mir die Frechheit herausgenommen, keinen so krummen Wert zu nehmen, der übergenau ist und die Wirklichkeit nicht abbildet, sondern ein ca.-Wert.
Da jedoch in Nährwerttabellen überall zwischen 10 - 11g/100g Apfel angegeben sind, kommt man immer zwischen 10 - 11% für den Apfel raus.

Kurzum, ich hab die Quelle für die Prozentzahlen angegeben und konnte mir deshalb nicht denken, daß du einfach mit dem Nährwertrechner nicht klar kommst.

Übrigens werden unter Zucker immer nur Einfach- und Zweifachzucker verstanden, niemals Stärke oder Cellulose, trotzdem diese ja aus Zuckermolekülen aufgebaut sind. Anders ist es mit dem Wort Kohlenhydrate, welches eben alle Kohlenhydrate einschließlich Cellulose und Stärke umfaßt.

In der Natur gibt es zwar nicht immer alle Pflanzen- und Pflanzenteile ganzjährig (im Frühjahr und Sommer gibts zum Beispiel kein Obst), dafür jedoch von den Pflanzen und Pflanzenteilen, die verfügbar sind, selbstverständlich immer so viel, wie die Tiere fressen wollen ... ansonsten würden sie die Pflanzen ja bis auf die Wurzeln abfressen und das war es dann mit Pflanze - und damit auch mit Tier, was von dieser Pflanze lebt! Kommen im Kaninchengebiet nicht mehr genügend frische Pflanzen vor, dehnen sie einfach ihr Futtergebiet soweit aus, bis sie wieder genügend frische Pflanzen finden. Meine Kaninchen kamen in Freilandhaltung auf ca. 4000qm ... da findet sich mehr wie genug Frisches, selbst im Winter! Sie fressen sogut wie keine getrockneten Pflanzen - schälen jedoch bei kohlenhydratreicher Kost, wie der mehlsaatenreichen Zeit im Spätsommer und Herbst(Grassamen, Haferkörner, Gerstenkörner, Kartoffeln, Wurzelgemüse) und der herbstlichen bis winterlichen Eichelmast, die Rinde der Bäume - teilweise noch in Höhen, wo man nicht erwarten würde, daß Kaninchen so hoch kommen ...
Kaninchen fressen nur dann so viel Heu, wenn sie zuwenig Frischfutter bekommen - sie sind an Heu nicht angepaßt und wenn man tatsächlich darauf achtet, daß 80% Heu aufgenommen wird, kommen nicht nur die typischen großen Heuköttel raus, welche bei Wildkaninchen nur beobachtbar sind, wenn sie gerade am Verhungern sind und deshalb eben auch ungeeignete Trockenkost zu sich nehmen. Wildkaninchenköttel dagegen von gesunden Kaninchen sind dunkel und klein.
Weiterhin, Wildkaninchen nehmen so gut wie kein Wasser durch Trinken auf, Kaninchen, die durch rationierter Frischfuttergabe dazu gezwungen werden, dagegen trinken relativ viel - nehmen jedoch trotzdem nicht genug Gesamtwasser auf.

Dazu kommt, daß Kaninchen als Kräuterfresser das viele Gras im Heu gar nicht richtig verwerten können - trotz erheblichen Eiweißgehaltes der üblichen Zooladenheue nehmen Kaninchen damit eher ab ...

Wenn du deine Kaninchen daran gewöhnen würdest, so viel Frischfutter wie sie wollen zu sich zu nehmen, dann hättest du auch keine Probleme mit Tympanien mit Bambus - ich kann mir bei meinen Kaninchen, auch den Notkaninchen, die aus TroFu-Haltungen kamen, sicher sein, daß sie von keiner einzigen Pflanze zuviel fressen - Tympanien sind bei mir unbekannt, die Halter, von denen ich die Kaninchen übernahm, hatten dagegen von einer ganzen Reihe von frischen Sachen geredet, bei denen die Kaninchen Blähungen entwickelt hatten - klar, sie hatten eben nicht genug Frischfutter bekommen, also hatten sie gierig alles an Frischfutter in sich hineingefressen, was sie bekamen - um eben ihren Wasserhaushalt wieder in Ordnung zu bringen!
Weiterhin fressen Kaninchen in der Natur bevorzugt eiweißreiche, calciumreiche Pflanzen, wie z. B. Klee - in Gefangenschaft werden sie gerade im Naturschutz oft genug dazu gezwungen, von trockenem Heu und nur wenig Frischfutter zu leben, wobei sehr oft auch noch ihre natürlichen Nahrungspflanzen, wie Kohl und Klee, fast vollständig gesperrt werden - aus dem trockenen Heu jedoch können sie gar nicht das Eiweiß in genügender Menge herausholen und werden deshalb gierig alles in sich hineinfressen, was viel Eiweiß enthält - auch wenn das ganz böse Blähungen gibt!

So, und hier noch Erfahrungsberichte von Haltern, die es gewagt haben, ihren Kaninchen so viel Gemüse zu geben, wie diese freiwillig fressen:
[url=http://www.degupedia.de/forum/viewtopic.php?t=1151]Ad libitum Fütterung von Gemüse und Co. - Beobachtungen[/url]

Daß man natürlich ein Kaninchen langsam an eine ad lib Frischfütterung heranführt, notfalls halt mit Frischfutter, was man unters Heu mixed, ist denke ich hierbei eine Selbstverständlichkeit und gilt für jedes Tier, was vorher falsch ernährt wurde.



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Re: Artgerechte Ernährung

Beitrag von saloiv » Mi 14. Jan 2009, 22:25

ok ... ich hab vorausgesetzt, daß der Umgang mit Nährwertrechnern bekannt ist und hab deshalb nur einen der vielen Nährwertrechner als Literatur angegeben ...
Beispiel:
Du willst die Prozentangabe für Zucker im Apfel haben:
Du gibst im Nährwertrechner im zweiten Suchfeld Apfel ein und drückst den Button Suche starten.
[...] Kurzum, ich hab die Quelle für die Prozentzahlen angegeben und konnte mir deshalb nicht denken, daß du einfach mit dem Nährwertrechner nicht klar kommst.
Mit einem Mehrwertrechner kann ich schon umgehen :lol: aber danke für die Einweißung ;). Bisher unbekannt war mir allerdings, dass Nährwertrechner Heu/Pellets analysieren ;). *ich habe es mal spaßeshalber eingetippt, "Chin-Kost" führt er aber nicht ;)*. Gut, Pellet-Zuckerwerte könnte ich noch rauskramen. Die Heu-Werte sind allerdings die Werte, die ich bezweifel... 1. ist Heu kein Gras (durch die Trocknung verändern sich die Werte) und zweitens hat Heu keinen so hohen Zuckergehalt (soweit ich weiß).
In der Natur gibt es zwar nicht immer alle Pflanzen- und Pflanzenteile ganzjährig (im Frühjahr und Sommer gibts zum Beispiel kein Obst), dafür jedoch von den Pflanzen und Pflanzenteilen, die verfügbar sind, selbstverständlich immer so viel, wie die Tiere fressen wollen ... ansonsten würden sie die Pflanzen ja bis auf die Wurzeln abfressen und das war es dann mit Pflanze - und damit auch mit Tier, was von dieser Pflanze lebt! Kommen im Kaninchengebiet nicht mehr genügend frische Pflanzen vor, dehnen sie einfach ihr Futtergebiet soweit aus, bis sie wieder genügend frische Pflanzen finden.
Obst steht nicht ganzjährig zur Verfügung, Getreide, Gemüse und Frisches auch nicht...
Rehe werden geschossen, weil sie die frischen Baumtirebe abnagen. Meine Kaninchen fressen das Gras bis zu den Wurzeln ab.... Es gibt sicherlich viele Beispiele...

Meine Kaninchen leben zwar nicht auf 4000m², sondern auf ein paar hundert qm (genau nachgerechnet habe ich es noch nicht...), aber die Größe entspricht in Etwa einem natürlichen Territorium. Meine Beiden finden nicht sehr viel Frisches mehr, man muss ja auch beachten, dass einen Teil der Zeit die Schneedecke geschlossen ist.
Was hast du angebaut? Vielleicht kann ich noch irgendetwas für meine Süßen tun...

Ich achte nicht darauf, dass 80% Heu aufgenommen wird, es wird schlichtweg von alleine aufgenommen ;). Und das meine Kaninchen "zu wenig Frisches" bekommen, ist auch nicht richtig. Sie bekommen dreimal am Tag zu sattessen (im Winter zumindest, im Sommer nicht).
Mit Tympanie reagiert Picco. Sie ist 4,5 Jahre alt und seit Herbst in meinem Eigentum. Deshalb reagiert sie mit Tympanie auf zu viel Frisches (am Anfang hat sie garnichts frisches vertragen, jetzt verträgt sie gute Mengen).
Das TroFu-Kaninchen nichts Frisches vertragen (zumindest viele Sorten), ist nicht verwunderlich.
Von wie vielen Kaninchen sprichst du, bei denen du die Erfahrung gemacht hast, dass sie nach der Futterumstellung direkt rießige Mengen Frischfutter vertragen? Ich ahbe diese Erfahrung leider nicht gemacht. Das ist auch nicht verwunderlich. Die Darmflora muss sich ja auf die einzelnen Futterbestandteile bakteriell anpassen und das braucht ihre Zeit, bis sie wieder ind Gleichgewicht kommt.
Dazu kommt, daß Kaninchen als Kräuterfresser das viele Gras im Heu gar nicht richtig verwerten können - trotz erheblichen Eiweißgehaltes der üblichen Zooladenheue nehmen Kaninchen damit eher ab ...
Ich kenne genug Kanicnhen, die nur von Heu ernährt werden (z.B. weil sie nichts anderes mögen). Es gibt unter den Kaninchen etliche Heuliebhaber. Und das sie Kindsbeinen an. Dass sie nicht genug Fette aus dem Heu holen können kann ich nicht sagen. Sie sind gesund und nie krank...
Hier mal ein Foto von einem reinen Heu-Kaninchen ;):
Bild
Ich finde, es sieht recht "Stämmig" aus und wie man sieht, er hat immer die Möglichkeit "Frisches" zu sich zu nehmen, mag aber nur Heu ;).
Ist dir bekannt, dass im Blinddarm die rohfaserreichen Ernährungsbestandteile verwertet werden? Kaninchen (und auch Chins) haben einen sehr großen Blinddarm (im Verhälltnis) und das nicht ohne Grund. Sie nehmen vorallem rohfaserreiches Futter zu sich. Durch Gärungen werden im Blinddarm die rohfaserreichen Nahrungsbestandteile verwertet. Dabei entstehen jede Menge Fettsäuren. Gerade Kaninchen, die ohne oder mit wenig Heu (oder andferen rohfaserreichen Material) ernährt werden, magern ab.


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Re: Artgerechte Ernährung

Beitrag von mone » Fr 22. Mai 2009, 10:25

Hallo

na ich war schon lange nicht mehr hier :schäm:
toll finde ich das hier eine menge geschrieben wurde toll :tanz:

Ja meine Fressen jetzt Nassfutter Karotten , Apfel, Chicoree, manchmal trauben, Fenchel
Aber Ich Füttere immernoch Pelletts aber gemischt mit verschiedenen Kräutern.

Leider haben meine Kleinen jetzt immer stumpfes Fell hatten sie vorher noch nie
ansonsten ist alles ok keine Darmprobleme

Grüsse Simi



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