Ratten mit nach draußen - Absolutes No-Go!

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Es gibt Rattenhalter, erfahrene Rattennhalter und sehr erfahrene Rattenhalter.
Nicht jeder kennt sich mit diversen Krankheiten aus.
Selbst als sehr erfahrener Rattenhalter kann man nicht alles kennen und wissen.

Alles, was hier im Forum speziell zu Krankheiten, Diagnosen, Medikamenten und deren Dosierungen zu finden ist, sind persönliche Erfahrungen, Tipps und Ratschläge.

Diese Tipps und Ratschläge ersetzen keinen Tierarztbesuch.

Es gibt sehr viele ernst zu nehmende Krankheiten, die man durch Eigenbehandlung/Eigentherapie noch verschlimmern kann.

Es ist daher wichtig, jede Medikamentenabgabe und Therapie unbedingt mit dem Arzt zu besprechen und gemeinsam nach der besten Lösung, für das jeweilige Tier zu suchen.

Also zieht bitte immer einen Tierarzt zu Rate. Selbstverständlich könnt Ihr die hier gegebenen Tipps und Ratschläge mit Eurem Tierarzt besprechen.
Gast112
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Ratten mit nach draußen - Absolutes No-Go!

Beitrag von Gast112 » Mo 23. Mär 2009, 22:16

Huhu!

Ein Thema, was mir in letzter Zeit besonders oft begegnet ist, ist das Thema "Ratten und draußen".

Also, Farbratten haben draußen nichts zu suchen. Gar nichts. Ausschließlich in einer Transportbox zum Tierarzt oder anderweitigen Transporten. Aber kein Auslauf draußen und auch kein Spazierengehen!

Warum?
Das kann ich euch gerne erläutern.

1. Atemwegserkrankungen
Ratten neigen zu Atemwegserkrankungen. Besonders zu Schnupfen. Wenn man selbst, der Hund oder das Pferd einen Schnupfen hat, ist das nicht so tragisch. Der geht auch wieder weg. Bei Ratten jedoch ist ein Schnupfen keineswegs auf die leichte Schulter zu nehmen.

Er muss mit Antibiotika behandelt werden. Meist wird Baytril verabreicht. Oft haben die Ratten bereits eine Resistenz gegen Baytril. Man merkt es nicht früh genug und was passiert? Der Schnupfen wird chronisch. Und dann stirbt die Ratte irgendwann daran. Wie mein Salomon, der beim Einschläfern am Wasser in seinen Lungen erstickte!

Bei den meisten Ratten reicht schon ein schiefes Anpusten oder die Zimmertür offenstehen zu lassen, damit sie nen Schnupfen bekommen. Da sollte man das Risiko mit dem Mit-nach-draußen-Nehmen nicht auch noch eingehen!


2. Parasitengefahr
Im Gegensatz zu Hund und Katze, die man mithilfe von Frontline oder ähnlichen
Produkten vorbeugend gegen den Befall von Ektoparasiten (Milben, Zecken, Flöhe etc.) und Kokzidien)">Endoparasiten (Würmer) behandeln kann, kann man das bei Ratten nicht.

Es reicht also der Kontakt mit Vogelkot, Federn, Blättern, Gras, Erde etc. pp. damit die Ratte sich mit Parasiten ansteckt. Man kann dafür nicht aufpassen!


3. Neophobie
Ratten sind neophob. Neophob bedeutet, sie haben Angst vor Neuem. Neuer Umgebung, neue Gerüche, neue Geräusche... Deswegen ist auch die Eingewöhnungszeit so wichtig, wenn sie neu bei einem eingezogen sind.

Es gibt Ratten, bei denen die Neophobie sehr stark ausgeprägt ist und welche, bei denen ist sie es nicht. Dennoch: Ratten sind revierbezogen. Sie wollen und brauchen ihr Revier (Käfig, Auslauf, Wohnung) nicht zu verlassen! Alles, was um das Revier herum liegt, ist neu und macht ihnen Angst. Es versetzt sie in Panik.

Und in Panik können Ratten manchmal Dinge tun, die man ihnen nie zugetraut hätte. So z. B. über einen Meter von der (sicheren) menschlichen Schulter in einen Holzstoss springen. Oder auf den Rasen springen und vom Hund des Nachbarn zerfleischt werden.

Man kann - egal, wie zutraulich die eigenen Ratten auch sind - niemals voraussagen, wie sie in besonderen Situationen reagieren. Muss man es echt drauf ankommen lassen??


4. Fressfeinde
Alles, was größer als eine Ratte ist, ist beinah automatisch ein Fressfeind. Hunde, Katzen, Greifvögel...

Neben der Neophobie kann z. B. das Fliegen der Vögel am Himmel den sogenannten Greifvogelreflex auslösen. Panik! Und in Panik rennt die Ratte davon. Ungeachtet dessen, wohin. Nur weg. Weg vom Menschen, weg von IHREM Menschen.

Ein Fall ist mir bekannt, da saßen zwei Leute mit ihren Ratten im Park. Sie hatten sie auf der Schulter. Ein Mädchen ließ ihren Hund von der Leine - wie sie es immer tat. Der Hund rannte volles Rohr auf die beiden zu und packte erst die eine, dann die andere Ratte so schnell, dass die Besitzer nichts tun konnten, als zuzusehen. Beide Ratten waren sofort tot. Ohne Vorwarnung. Obwohl sie "Draußen" kannten; nicht von ihrem Menschen "abstiegen".

Es muss also nicht immer der Fall sein, dass ihr was "falsch" macht. (Wobei auch in diesem Falle nicht der Hund schuld war, sondern die Rattenbesitzer!) Es können eben auch unvorhergesehende Situationen eintreffen, die ihr nicht unter Kontrolle habt.


5. Gesetzesverstoß / Gefahr durch andere Menschen

Neben der Tatsache, dass im Tierschutzgesetz verankert ist, dass man seine Tiere nicht quälen darf (wobei manche Leute ja auch behaupten, dass ihre Ratten es toll finden, in Barbiekleider gesteckt und fotografiert zu werden), ist es gesetzlich verboten Tiere mit in Lebensmittelläden zu nehmen. Hunde sowieso. Aber bei Ratten wird sofort die Polizei gerufen.

Und das ist nicht nur bei Lebensmittelgeschäften so. Ratten sind nunmal verpönt und haben einen ziemlich angegriffenen Ruf. Fliegende Gegenstände wie Handtaschen, Schuhe oder Coladosen können eine Ratte umbringen!!


6. Anatomische Beschaffenheit
Farbratten sind nicht mit ihren wilden Verwandten auf eine Stufe zu setzen. Farbratten z. B. bekommen kein Winterfell! Bei wilden Ratten wächst das Fell je nach Witterung. Bei Farbratten nicht! Alles, was unter 12 °C fällt, kann Farbratten das Leben kosten.

Oft bekomme ich auch zu hören "Wilde Ratten leben ja auch draußen!" Falsch! Wilde Ratten verbringen die meiste Zeit ihres Lebens in Gebäuden oder der Kanalisation. Das ist ja der Grund, weshalb ihr Ruf so schlecht ist. Eine Ratte buddelt sich nicht draußen in einem Haufen Schnee eine Kuhle, um drin zu schlafen! Eine wilde Ratte gräbt sich im nächsten Misthaufen einen Tunnel, denn Mist wärmt oder frisst in die nächste Betonmauer ein Loch um dahinter ein Nest anzulegen, welches frostfrei ist.

Denn Winterfell oder nicht: Draußen - wirklich richtig draußen - halten auch wilde Ratten sich nur im Höchstfall zur Nahrungssuche auf. Oder dann, wenn es sich wegetechnisch nicht anders machen lässt.

Farbratten haben draußen nichts verloren!

LG Tess



Dante
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Diskussion zu: Ratten mit nach draußen - Absolutes No-Go!

Beitrag von Dante » Mo 23. Mär 2009, 23:49

entnommen aus: [url=http://www.tierpla.net/post22208.html#p22208]Ratten mit nach draußen - Absolutes No-Go![/url]

Wir hatten unsere Ratten mit nach draußen genommen! Sie waren einfach überall dabei gewesen! Wir trugen sie auf die Schulter, unter der Jacke etc.

Sie haben nie irgendeine Krankheit dadurch erfahren.



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Re: Ratten mit nach draußen - Absolutes No-Go!

Beitrag von Gast58 » Di 24. Mär 2009, 05:46

Auch ich hatte damals meine Ratten immer mit dabei und sie wurden nie ernsthaft Krank, aber dennnoch sind gerade unsere Hausratte sehr anfällig für Lungenentzündung, weswegen man Ratten eben nich mit raus nehmen sollte, da sie auf den kleinsten Windzug reagieren



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Re: Ratten mit nach draußen - Absolutes No-Go!

Beitrag von Nightmoon » Di 24. Mär 2009, 07:01

Also ich würde meine Ratten, wenn ich welche hätte, auch nicht mit raus nehmen, da sie, wie andere Tiere auch Veränderungen nicht sonderlich mögen.
Außerdem hätte ich viel zu viel Angst, dass sie eben wegläuft/weglaufen und nicht mehr aufzufinden sind. Gerade in Berlin sah man das öfter, dass Einer seine Ratten mit auf der Schulter überall mit hinnahm. Okay, die Ratten waren anscheinend gut daran gewöhnt, aber ich würde es trotz dessen nicht tun. Die Gefahr, dass sie sich erkälten, wäre mir einfach zu groß.


Bild
Meine süße kleine Tessamaus, ich hab dir immer versprochen, dich nicht leiden zu lassen, ich hoffe Du verzeihst mir.[/align]

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Re: Ratten mit nach draußen - Absolutes No-Go!

Beitrag von Dante » Di 24. Mär 2009, 09:19

Die Ratten sind sehr auf ihre Besitzer fixiert! Meine sind auch nicht weg gelaufen. Sie blieben immer bei einem. Wenn sie in der Wohnung frei liefen, pfiff ich einmal, da kamen sie dann angewetzt.



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Re: Ratten mit nach draußen - Absolutes No-Go!

Beitrag von Gast112 » Di 24. Mär 2009, 11:31

Offtopic:
Ich glaub, an dieser Stelle ist meine Anwesenheit in diesem Forum gezählt. Ich fasse es nicht.



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Re: Ratten mit nach draußen - Absolutes No-Go!

Beitrag von Dante » Di 24. Mär 2009, 11:35

Offtopic:
Wieso das denn? Das erkläre mal. Ein Thread ist dafür da, seine eigene Meinung und Erfahrungen nieder zu schreiben. Was ist hier jetzt falsch?



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Re: Ratten mit nach draußen - Absolutes No-Go!

Beitrag von lapin » Di 24. Mär 2009, 11:41

Offtopic:
Ihr lieben...Tess hat SEHR gute Argumente gebracht, die dagegen sprechen, ich denke, wenn ihr jetzt SEHR gute Argumente bringt, die für draußen sprechen, dann kann man auf einer guten Ebene diskutieren ;)!


Lg lapin"Das Leben ist 10% was dir passiert und 90%, wie du darauf reagierst."

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Re: Ratten mit nach draußen - Absolutes No-Go!

Beitrag von chien » Di 24. Mär 2009, 11:52

Hallo, *mal kurz einmisch*
als erstes möchte ich anmerken, es gibt den Spruch "Ausnahmen bestätigen die Regel" als zweites möchte ich anmerken, das zum Beispiel am Auto besimmte Reifen für eine Geschwindigkeit von 210 KMH zugelassen sind und es leute gibt die damit 240 KMH fahren und es passiert nichts, natürlich kann der Reifen das ab, aber wo ist die Sicherheitsgrenze ? , die liegt bei 210 ;) , also kann ich nicht verbreiten, dass der Reifen grundsätzlich für 240 KMH gut ist!

Ich denke hier geht es um regel und Erfahrungswerte wie man am besten etwas macht bzw. wie man etwas handhaben sollte, dass es auch anders geht, ist sicherlich unbestritten, aber ob es auch gut ist, ist ein anderes Thema.

Bitte tauscht eure Erfahrungen so aus, dass man es als persönliche Erfahrung sehen kann aber wenn man sich unsicher ist, sollte es nicht als Regelwerk verkauft werden ;)

Sicherheit bedeutet immer, nicht bis an die grenzen gehen ..... und jetzt vertragt euch :taetchel:



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Re: Ratten mit nach draußen - Absolutes No-Go!

Beitrag von Gast112 » Di 24. Mär 2009, 12:10

Diskutieren wollte ich eigentlich gar nicht, weil es zu diesem Thema nicht zu diskutieren gibt. Ratten gehören nicht nach draußen und das ist nunmal Tatsache. Man bringt sie in Lebensgefahr und jemand, der sie wissentlich in Gefahr bringt, ist für mich ein Tierquäler. Da verstehe ich keinen Spaß.

Ich bin diese Argumente "MEINE Ratte fand das toll" und "Aber MEINE Ratte war ganz entspannt" oder "Aber MEINE Ratte wurde 5 Jahre alt und war nie krank" sowas von dermaßen leid!

Das hier sollte als Infothread für stille Mitleser dienen.



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Re: Diskussion zu: Ratten mit nach draußen - Absolutes No-Go

Beitrag von chien » Di 24. Mär 2009, 12:26

:D aber ich will jetzt mal etwas mit dir diskutieren :D

Ich frega jetzt mal gezielt, wie ist es eigentlich zu sehen, nicht domestizierte ratten leben ja draussen und sind bekannt für ihre Vielseitigkeit und Robustheit, ist da nichts mehr von den Genen vorhanden bei der domestizierten Ratte?



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Re: Diskussion zu: Ratten mit nach draußen - Absolutes No-Go

Beitrag von Gast112 » Di 24. Mär 2009, 12:36

Definiere "Gene". :D
Also, eine Farbratte hat nach wie vor:

- Fluchtinstinkt (z.B. wenn sie Greifvögel am Himmel sehen würde)
- Instinkt dafür, was essbar / genießbar ist und was nicht
- Bunkerverhalten von Futter
- Sozialverhalten (keine Einzelhaltung!)
- Revierverhalten
- körperliche Fähigkeiten wie klettern, buddeln usw.
- eigenständiges, meist problemloses Gebären von Nachwuchs
- wahnsinnig hohe Vermehrungsrate

Wie die wilden Verwandten auch.
Was sie nicht mehr hat ist:

- Winterfell
- keine Kontrolle dadurch, wer wen deckt (daher kommt bei Farbratten Inzucht vor)
- natürliche Angst vor Menschen
- Robustheit bzgl. der Atemwege

Man muss sich aber auch vor Augen führen, dass wilde Ratten z.B. niemals freiwillig baden würden. Sie schwimmen, wenn ihr Leben davon abhängt oder die Nahrungsaufnahme es erfordert - sonst nicht.

Sie würden z.B. auch niemals bei Schnee und Eis nach draußen gehen, wenn es nicht unbedingt sein muss (z.B. zur Nahrungsaufnahme). Die Füße haben kein Fell, ebenso wie der Schwanz. Erfrierungen sind daher im Winter alltäglich.

Tumore z.B. sind keine angezüchtete Krankheit. Obwohl es sich als hartnäckiges Gerücht hält. Tumore sind bei Ratten und Mäusen eine ganz normale Alterserscheinung. Sie tritt bei wildlebenden Ratten und Mäusen genauso auf, wie bei den domestizierten Arten.

Der einzige Unterschied ist der, dass wilde Ratten und Mäuse im Durchschnitt selten älter als 1 Jahr werden. Sie fallen Fressfeinden oder dem Menschen zum Opfer. Daher sehen wir selten wilde Ratten/Mäuse mit Tumoren.

Die domestizierten Arten jedoch werden sehr alt (bis zu 3 Jahren) und daher sehen wir die Tumore dann auch.

Was nicht bedeutet, dass JEDE Ratte und JEDE Maus Tumore bekommt. ;)

Tumore die schon früh auftreten, nicht im Alter, können übrigens genetisch bedingt sein. Weshalb ich eine gewissenhafte, gute, seriöse, professionelle Zucht sehr wichtig finde.

Wilde Ratten



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Re: Diskussion zu: Ratten mit nach draußen - Absolutes No-Go

Beitrag von chien » Di 24. Mär 2009, 12:46

Was sie nicht mehr hat ist:

- Winterfell
- keine Kontrolle dadurch, wer wen deckt (daher kommt bei Farbratten Inzucht vor)
- natürliche Angst vor Menschen
- Robustheit bzgl. der Atemwege
Gut, also kann man sagen, dass durch das fehlende winterfell und den überempfindlichen Atemwege die Gefahr draussen nur zur kalten Jahreszeit herrscht ?



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Re: Diskussion zu: Ratten mit nach draußen - Absolutes No-Go

Beitrag von Gast112 » Di 24. Mär 2009, 13:34

Nein. Der Luftzug eines geöffneten Fensters im Zimmer, wo die Ratten stehen, kann zu jeder Jahreszeit bereits einen Atemwegsinfekt auslösen.

Nun stelle man sich vor, die Ratte wäre ganz draußen.
Hat also nichts mit der Jahreszeit zu tun.

An einem sehr heißen, windstillen Sommertag, kann es draußen sogar zu einer Überhitzung (Hitzschlag) kommen - also, ganz die andere Richtung.

Naja, und halt die anderen Gefahren, die jahreszeitenunabhängig auftreten, sind ja noch immer zugegen.

Durch den Fluchtinstinkt allein schon kann man niemals vorhersagen, wie die Ratte reagieren wird. Jeder Halter glaubt, er könne seine Ratten am Besten einschätzen. Das stimmt insoweit auch. Aber es reicht, wenn sie einen Schatten am Himmel (beispielsweise ein Flugzeug) sehen, damit der natürliche Fluchtinstinkt in ihnen ausgelöst wird und sie vom Menschen runterspringen und davonlaufen.

Das ist leider schon viel zu oft geschehen. :(
Nicht umsonst gibt es gerade in den Großstädten hunderte von Farbratten, die irgendwo in Kellern hocken oder irgendwo tot rumliegen. Die meisten Punks (nichts gegen Punks), die Ratten mit sich rumschleppen, verlieren sie irgendwann.

Ich hab selbst erlebt, wie eine verdammt zahme, sehr anhängliche Ratte von der Schulter meiner Freundin gesprungen ist und sich hinter dem Wohnzimmerschrank versteckt hat, nur weil vor der Balkontür, vor der sie von innen stand, ein Rabe landete.

Niemals hätte sie ihrer Ratte das zugetraut. Allein, dass sie überhaupt runterspringt schon nicht. Wäre sie zu dem Zeitpunkt draußen gewesen, wäre die Ratte unwiderruflich verschwunden.



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Re: Diskussion zu: Ratten mit nach draußen - Absolutes No-Go

Beitrag von Lutreola » Di 24. Mär 2009, 13:49

Ich halte auch nichts davon, Fluchttiere durch die Gegend zu schleppen. Schließlich käme auch niemand auf die Idee ein Kaninchen oder Meerschweinchen, eine Maus oder einen Hamster quer durch die eine voll gefüllte Stadt zu tragen "weil es ihm angeblich solchen Spaß macht". Welchen Grund gibt es denn, diese Tiere mit sich herum zu tragen? Hat es irgendwelche positiven Auswirkungen? Es ist wohl nur der Wunsch des Menschen, das Tier so oft es geht bei sich zu haben und öffentlich herum zu zeigen. Einen Nutzen hat das Tier davon keinen. Gerade dadurch schließe ich so eine Aktion vollkommen aus!

Man schaue sich nur einmal die Gefahren an, das würde mir schon zu denken geben.
Nur weil bei einigen nichts passiert, ist es schließlich nicht grundsätzlich gut. Das würde bedeuten, dass man ruhig ein Tier in einer kleinen Plastikdose und mit falschem Futter halten kann, denn schließlich wurde das Tier trotzdem alt - das ist für mich kein Argument! Man beachte das natürliche Verhalten der domestizierten Tiere. Es ist mehr ausgeprägt als manch einer denkt.


Liebe Grüße,
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Re: Diskussion zu: Ratten mit nach draußen - Absolutes No-Go

Beitrag von chien » Di 24. Mär 2009, 13:54

Es ist wohl nur der Wunsch des Menschen, das Tier so oft es geht bei sich zu haben und öffentlich herum zu zeigen. Einen Nutzen hat das Tier davon keinen. Gerade dadurch schließe ich so eine Aktion vollkommen aus!
das ist wohl so und unbestritten bei jeder domestizierten Tierart so.
Nein. Der Luftzug eines geöffneten Fensters im Zimmer, wo die Ratten stehen, kann zu jeder Jahreszeit bereits einen Atemwegsinfekt auslösen.
ist es denn nicht so, dass wir durch die hohe Rückschtnahme auf diese Faktoren, nicht auch dafür sorgen, dass die Tiere immer empfindlicher werden? Wird da nicht jede weitere Generation weiter verweichlicht?



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Re: Diskussion zu: Ratten mit nach draußen - Absolutes No-Go

Beitrag von Gast112 » Di 24. Mär 2009, 13:58

ist es denn nicht so, dass wir durch die hohe Rückschtnahme auf diese Faktoren, nicht auch dafür sorgen, dass die Tiere immer empfindlicher werden? Wird da nicht jede weitere Generation weiter verweichlicht?
Das ist sicherlich richtig.
Aber selbst wenn wir unsere Ratten bei - 15°C in den Schnee setzen, heißt das nicht, dass sie Antikörper bilden würden oder sowas.

Für eine größere, robustere Gesundheit sind eben gute, seriöse Züchter wichtig, die eben darauf viel wert legen.

Das bedeutet nicht, dass sie hingehen und ihre Ratten draußen halten, damit sie abhärten, sondern, dass sie selektieren. Ratten, die Schnupfen haben - sofort raus aus der Zucht. Also nur die Ratten in die Zucht nehmen und nur die Ratten verpaaren, die von Natur aus robuster sind, als andere; die von Natur aus unempfindlicher gegenüber gewissen Dingen sind, als andere.

Das kann man aber nicht innerhalb von 5 Jahren erreichen. Das ist ein Großvorhaben; ein Mammutprojekt, wenn du so willst.

Derzeit müssen wir damit leben, was wir haben: Super empfindliche Rattis.



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Re: Diskussion zu: Ratten mit nach draußen - Absolutes No-Go

Beitrag von chien » Di 24. Mär 2009, 14:11

Ist es demnach nicht besser, aufklärung hinsichtlich einer Pro robuster gesundheit auf lange Sicht zu betreiben, anstatt zu sagen, das und das ist schlecht bzw. sollte man nicht tun? Man trägt doch indirekt zur weiteren abschwächung der Tiere bei, oder?



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Re: Diskussion zu: Ratten mit nach draußen - Absolutes No-Go

Beitrag von Gast112 » Di 24. Mär 2009, 14:23

Schon. Aber ich kann mich genausowenig hier hinstellen und sagen: "Ja, tragt eure Ratten mit nach draußen. Sie sterben zwar dran, aber vielleicht bringt's ja trotzdem was." ;)

Ich kann auch nicht irgendwelche Hinterhofvermehrer dazu aufrufen, lustig weiter Ratten ohne Sinn und Verstand zu produzieren.

Ich stehe voll und ganz hinter seriösen Rattenzüchtern, die auf größere Robustheit züchten. Da kenne ich einige.

Aber wir selbst, als "Nur-Halter" können da nix reißen. ;) Das sollten wir denen überlassen, die sich mit der Zucht, Genetik usw. auskennen.

Wir können zwar immer wieder sagen, wie wichtig Rattenzüchter in der Hinsicht sind, aber was soll man denn stattdessen machen? Die Ratten, die es derzeit gibt (hört sich an, als würde ich von nem Pfund Mehl reden :roll: ), sind nunmal noch nicht bereit dafür, mit rumgeschleppt zu werden.

Ganz abgesehen davon, dass das sowieso nur aus Prestige-Gründen gemacht wird. Nichts ist schöner, als die Aufmerksamkeit anderer Leute. Wie gern sehen Teenies es, wenn die Leute stehen bleiben, mit dem Finger auf sie zeigen und quieken: "Iiiiih, guck mal, die hat ne Ratte!!"

Das hat nix mit Tierliebe zu tun!
Ein Hund muss raus, um sein Geschäft zu erledigen und um sich auszutoben (Hunde sind zudem nicht neophob). Katzen müssen raus, um Abendteuer zu erleben. Auch sie sind nicht neophob. Beide Tierarten können vorbeugend gegen Parasiten behandelt und gegen Infektionskrankheiten geimpft werden.

All das trifft auf Ratten (und diverse andere Nagetierarten) nicht zu. Ratten sind neophob, Ratten kann man nicht vorbeugend gegen Parasiten und Infektionskrankheiten behandeln und Ratten haben einen Fluchtinstinkt. Im Gegensatz zu Hund und Katze sind sie keine Jäger, sondern die Beute.

Es ist schlichtweg nicht notwendig, Ratten mit rauszunehmen. Genausowenig, wie es notwendig ist, seinen Hamster mit rauszunehmen. Würd keiner machen!



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Re: Diskussion zu: Ratten mit nach draußen - Absolutes No-Go

Beitrag von chien » Di 24. Mär 2009, 14:56

Es ist schlichtweg nicht notwendig, Ratten mit rauszunehmen. Genausowenig, wie es notwendig ist, seinen Hamster mit rauszunehmen. Würd keiner machen!
über die Notwendigkeit brauchen wir sicherlich nicht diskutieren, aber ich sehe auch hier, dass Tiere nicht Artgerecht gehalten werden und ich sehe auch immer die Möglichkeit z.B. für ein Kaninchenhalter darüber nachzudenken, seine Tiere in ein Freigehege zu packen. Auch sehe ich, wenn wir grundsätzlich hingehen würden und sagen: hey, dein kaninchen lebt jetzt seit 2 Jahren innen und es wär nicht Notwendig das Tier nach draussen zu packen, täte ich dem Tier auch nichts Gutes.Die Frage ist doch, wie schaffe ich einen akzeptablen Übergang oder? ;) Kaninchen sind auch Fluchttiere und Beute übrigens !
Wir reden hier nicht von einem "Taschenpfiffi" oder ne Ratte auf der Schulter, sondern über das DRAUSSEN als Begriff. Das Eine ist sicherlich dem Tier seinen ursprünglichen Lerbensraum zu rauben, aber das Andere wär auch zu versuchen diesen wieder zurückzugeben, zumindest in einem möglichen Maße oder?



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Re: Diskussion zu: Ratten mit nach draußen - Absolutes No-Go

Beitrag von Gast112 » Di 24. Mär 2009, 15:00

Wilde Ratten leben auch nicht draußen. Daher ist "draußen" keineswegs ursprünglicher Lebensraum. ;)

Wilde Ratten leben in Kellern, auf Dachböden, in Wandvertäfelungen, in Kanalisationen, in Misthaufen, Ställen, Schuppen uvm. Keine wilde Ratte baut sich auf ner Wiese oder in nem Baum ein Nest. ;) Sie leben nicht draußen. Sie durchqueren "draußen" bei der Nahrungsaufnahme und von A nach B zu kommen, aber leben tun sie drinnen, genau wie Farbratten auch.

Daher fällt eine Außenhaltung für Ratten flach. Egal, wie robust sie jemals werden. Das, was dann infrage käme, wäre höchstens eine Haltung in einer Gartenhütte oder Ähnliches.



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Re: Diskussion zu: Ratten mit nach draußen - Absolutes No-Go

Beitrag von chien » Di 24. Mär 2009, 15:02

Daher fällt eine Außenhaltung für Ratten flach. Egal, wie robust sie jemals werden. Das, was dann infrage käme, wäre höchstens eine Haltung in einer Gartenhütte oder Ähnliches.
Draussen ist relativ, aber ein beheiztes Wohnzimmer ist sicherlich nicht die richtige und artgerechte Umgebung dagegen ;) Die Tiere die aus diesem Umfeld entstehen können doch nur schwächer und anfälliger werden meiner Meinung nach.



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Re: Diskussion zu: Ratten mit nach draußen - Absolutes No-Go

Beitrag von Gast112 » Di 24. Mär 2009, 15:10

Klar, ein beheiztes Wohnzimmer ist nicht das, wo wilde Ratten leben. Das ist richtig.

Dennoch kann jetzt nicht ein Züchter hingehen, sich 10 Zuchttiere holen, sie von gestern auf heute in den Garten, unter ein Abdach stellen und da anfangen zu züchten. Verstehste, wie ich meine?

Das brauchte JAHRE.
Man braucht erstmal, wie oben beschrieben, Zuchttiere, die von Natur aus schon robuster als andere sind. Die verpaart man. Generation für Generation fährt man die Temperatur im Wohnzimmer runter; stellt die Zuchtkäfige zunächst vielleicht auf den Flur; irgendwann in den Keller und nach beispielsweise 8-10 Jahren kann man sie dann bei 8-10°C in einer Gartenhütte halten, ohne, dass sie krank werden.

Das geht aber nicht von heute auf morgen. Es braucht Zeit, Räumlichkeiten und Kenntnisse.

Es bringt keinem was, wenn ich jetzt hingehe, meinen Aneboda nehme, die Treppe runtertrage und ihn links neben meine Haustür stelle und meine Ratten damit 10°C aussetze. Dadurch werden sie nicht robuster. Dadurch sterben sie!



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Re: Diskussion zu: Ratten mit nach draußen - Absolutes No-Go

Beitrag von chien » Di 24. Mär 2009, 15:20

Es bringt keinem was, wenn ich jetzt hingehe, meinen Aneboda nehme, die Treppe runtertrage und ihn links neben meine Haustür stelle und meine Ratten damit 10°C aussetze. Dadurch werden sie nicht robuster. Dadurch sterben sie!
Unbestritten, denn müsste der Weg 2 Treppen pro Monat sein, bis sie dahin kommen oder ?

Nunja, ich wollte hier eigentlich nur klarmachen, dass ein stricktest NEIN in welche Richtung auch immer, niemals die richtige Richtung sein kann. Ich denke einem Tier ist nur damit geholfen, wenn es seinem Ursprung und seinem Instinkten nahe gehalten werden kann, einfach so Artgerecht wie möglich und eine Rückführung zur Freiheit bzw. eine besseren lebensweise, einer Artgerechteren, auch mit dem Preis eines kürzeren lebens ist sicherlich im Sinne der Tiere. Wir (Menschen) haben schon genug durch die Domestizierung diverser Tierarten zerstört, irgendwann sollte man über eine Rückführung nachdenken ;)



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Re: Diskussion zu: Ratten mit nach draußen - Absolutes No-Go

Beitrag von Lutreola » Di 24. Mär 2009, 15:44

chienloup hat geschrieben:
Es bringt keinem was, wenn ich jetzt hingehe, meinen Aneboda nehme, die Treppe runtertrage und ihn links neben meine Haustür stelle und meine Ratten damit 10°C aussetze. Dadurch werden sie nicht robuster. Dadurch sterben sie!
Unbestritten, denn müsste der Weg 2 Treppen pro Monat sein, bis sie dahin kommen oder ?
Ein Tierkörper verändert sich ja nicht innerhalb von Monaten, wenn man ihn langsam anderen Bedingungen aussetzt. Dafür benötigt es die Zucht, die die leicht angepassten, besseren Gene an die Nachzuchten stetig weitergibt und das über Jahre, vielleicht auch Jahrzehnte. Nur weil man ein nicht-robustes Tier langsam an die Kälte gewöhnt wird es nicht sofort robust. Sieht man dabei auf die Lebensdauer von Ratten, ist diese Veränderung gar nicht möglich, da auch Alterserscheinungen die Ratte anfälliger machen. D.h. man würde einen Schritt vorwärts und gleich zwei wieder zurück gehen. Daher kann diese Veränderung nur durch eine gewissenvolle Zucht angestrebt werden.

Rückführungen von domestizierten Tieren sehe ich sehr, sehr zwiespältig. Sicherlich spielt der Gedanke "einiges wieder gut zu machen" mit, aber in wie weit kann eine solche Menge an Tieren in der Natur überleben? Schon durch den Menschen bestehen Probleme im Tierreich (Überpopulation, Übermaß an Nahrung, Nahrungsknappheit, ect.), so dass selbst in der Natur vieles nicht mehr "natürlich" ist. Die Frage ist, in wie weit sowas Sinn macht? Dann müsste man den Hund auch langsam wieder zum Wolf heranreifen lassen, der in Rudeln frei jagd, ect. In wie weit macht es Sinn, wenn wir sowieso schon "Probleme mit der Natur haben" und viele Lebensräume zerstören?
Hm, in wie weit sieht eine tiergerechte Außenhaltung von Ratten denn aus, chien? Ich kann mir bisher dabei nichts vorstellen.


Liebe Grüße,
Lutreola

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Re: Diskussion zu: Ratten mit nach draußen - Absolutes No-Go

Beitrag von chien » Di 24. Mär 2009, 16:05

In wie weit macht es Sinn, wenn wir sowieso schon "Probleme mit der Natur haben" und viele Lebensräume zerstören?
Die Probleme haben wir geschaffen, auch die Tiere und das was sie mit der Natur anstellen, war ein Teil des Gleichgewichts!
Hm, in wie weit sieht eine tiergerechte Außenhaltung von Ratten denn aus, chien? Ich kann mir bisher dabei nichts vorstellen.
Kann ich dir wirklich nicht sagen, dafür habe ich zuwenig ahnung von Ratten. Mir gings erstmal um das Allgemeine und das war wir unsren Tieren mit der sogenannten Tierliebe antun. Es gibt ja auch keine Bremse im weitesten Sinne, sondern wir bekämpfen die Symptome die wir selber geschaffen haben. Ich kann mir kaum vorstellen, das irgendjemand eine Ratte oder Hamster nur annähernd artgerecht halten kann oder es tut.
Um eine Ratte demnach halbwegs artgerecht zu halten, muss sie sicherlich etwas unempfindlicher werden und man müsste Abstriche als Mensch machen. Wenn ich kaninchen im Aussengehege halte, verfremden die Tiere und ich hab sie nicht mehr in meiner Nähe. Halte ich Ratten im keller und schaffe dennen einen entsprechendes Umfeld, was sicherlich auch möglich wäre, wird die Frage auftauchen, warum überhaupt Ratten halten, ich hab ja nichts davon;)

Der Weg der Aufklärung führt zum Ziel und natürlich ist es nicht einfach, aber irgendwo muss mal ein kleiner Anfang her. Wir müssen alle weg von dem, "ach wie süss und wie schön se aufen Sofa kuscheln können Gedanken", Tierhaltung kann auch der Rettung von Arten dienen, meiner Meinung nach. Tierarten sterben doch eh nur weil wir menschen die Lebensräume eingenommen haben. Nun geben wir denen Fleckchen in der eingenommen Welt wieder, aber denn bitteschön so artgerecht wie nur möglich und nicht als Egobefriedigung ;)



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Re: Diskussion zu: Ratten mit nach draußen - Absolutes No-Go

Beitrag von Lutreola » Di 24. Mär 2009, 16:30

Sicherlich ist Tierhaltung im Allgemeinen egoistisch. Deinem Text zu folge wäre eine reine Außenhaltung bei allen Tierarten ratsam - sehe ich ein, wobei man grundsätzlich sowieso sagen müsste "Keine Tierhaltung ist ratsam", wenn man es genau betrachtet. ;)

Aber ich frage mich nun, was genau dieser Inhalt denn mit dem Thema "Ratten mit nach draußen nehmen" zu tun hat!? Im Prinzip geht es ja nicht speziell darum, sondern um das ständige mit sich herum tragen. Den ganzen Tag Herumtragen und Außenhaltung sind grundsätzlich ja wieder zwei versch. Dinge, zum einen kann man beim Letzteren für Vorsichtsmaßnahmen sorgen. Dass viele Kleintiere speziell Nager (versch. Hamster, viele Mäusearten, Ratten, ect.) durch viele Überzüchtungen, Inzüchtungen, ect. mittlerweile sehr verweichlicht sind, steht außer Frage.
Wobei eine Rattenrückführung sicherlich nicht notwendig ist, davon gibt es genug in der freien Natur bzw. im menschlichen Umfeld, da wäre ein Aussterben in Menschenhand ratsamer. :grübel:


Liebe Grüße,
Lutreola

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Re: Diskussion zu: Ratten mit nach draußen - Absolutes No-Go

Beitrag von chien » Di 24. Mär 2009, 16:33

Offtopic:
Sind wohl etwas abgeglitten ;), bin ja auch nur ein Mensch :heul:



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Re: Diskussion zu: Ratten mit nach draußen - Absolutes No-Go

Beitrag von Nightmoon » Di 24. Mär 2009, 19:11

Ich stelle mal eine Zwischenfrage. Seit wann sind denn Ratten so superempfindlich? Kann man das zeitlich irgendwie eingrenzen? Ich meine, die müssen doch irgendwann einmal angefangen haben, so sensibel zu sein. :grübel:
Vielleicht waren die Ratten vor 15 oder 20 Jahren einfach noch robuster? :hm: Wenn ich mich richtig entsinne, war das zumindest die Zeit, wo man diese Tierchen noch häufiger auf den Schultern von Leuten sah. In den letzten paar Jahren hab ich das ehrlich gesagt auch nicht mehr gesehen.
Wahrscheinlich kommt es dabei halt auch darauf an, in wie weit die Natürlichkeit bei den Züchtungen erhalten geblieben ist oder nicht. Bei anderen Tierarten gibt es ja auch Zuchtlinien, die sehr gesund sind und Zuchtlinien, wo man jetzt anfängt und ursprüngliche Tiere wieder vermehrt einkreuzt oder zurückzüchtet, um sie wieder widerstandsfähiger zu machen, bzw. um Qualzuchten wieder herauszubekommen. Ich denke da jetzt mal an Hunderassen zum Beispiel.


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Meine süße kleine Tessamaus, ich hab dir immer versprochen, dich nicht leiden zu lassen, ich hoffe Du verzeihst mir.[/align]

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Re: Diskussion zu: Ratten mit nach draußen - Absolutes No-Go

Beitrag von Gast112 » Di 24. Mär 2009, 19:42

Glaub, das kann man so genau nicht eingrenzen.

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts kamen die braungefärbten Wanderratten (Rattus norvegicus) über den Seeweg (die schlauen Tierchen fuhren als blinde Passagiere mit) aus Nord-China und Zentral-Asien nach Europa und Nordamerika. Innerhalb weniger Jahre hatten sie die ganze Welt besiedelt. In der englischen Stadt Bristol fingen 1822 dort erstmals einige Menschen albinotische Wanderratten ein, um sie als Labor- und Liebhabertiere zu halten.

Aus den albinotischen Labortieren, die der Wanderratte entstammten, wurden nach und nach andere Farbschläge gezüchtet und irgendwann ist daraus, mit der Zeit, die Ratte entstanden, die wir heute als Farbratte kennen.

Mehr kann ich zu Zeiten nicht sagen. ;)



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