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 Betreff des Beitrags: bedenklicher Trend?
BeitragVerfasst: Do 10. Feb 2011, 10:23 
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Ich stelle mehr und mehr fest, dass viele Leute versuchen, mit Foren und Informationen aus dem Netz das eigene Denken zu ersetzen.
Klar ist es schön, auf einen großen Erfahrungsschatz zurückgreifen zu können, aber dadurch verstreicht oft wertvolle Zeit, in der man dem Tier schon längst hätte helfen können. Es darf doch nicht sein, dass sich Tierhalter ohne Internet hilflos fühlen? Außerdem liegt die Entscheidung und Verantwortung immer noch beim Tierbesitzer selber, und auch das scheint nicht immer klar zu sein.
Wie seht Ihr das?


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 Betreff des Beitrags: Re: bedenklicher Trend?
BeitragVerfasst: Do 10. Feb 2011, 10:32 
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Dem kann ich nur zustimmen.

Informationen per Netz einzuholen ist ja schön und gut - aber das Verarbeiten und Umsetzen sollte dann nicht blindlings ganz ohne Nachdenken erfolgen.
Oft sind es aber sehr junge Menschen (Jugendliche mögen es mir verzeihen, es sind nicht alle !!), die dann einfach agieren, weil sie es so oder so gelesen haben.

Im Notfall würde es mir im Traum nicht einfallen, erst das Internet zu befragen.
Die Schwierigkeit ist jedoch oftmals, zu erkennen, wann ein Notfall vorliegt.

Ist ein Hund vom Auto angefahren worden - kein Thema = Notfall.
Kümmert im Aquarium z.B. ein Fisch oder zwei, wirds schon undefinierbarer. Könnte nur Unwohlsein eines einzelnen sein.... könnte aber auch eine Fischbestands-zerstörende Ursache haben.

Das Abwägen ist m.M. das Schwierige.... und, wie du schon sagst, das Bewusstsein für die Verantwortung natürlich.


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 Betreff des Beitrags: Re: bedenklicher Trend?
BeitragVerfasst: Do 10. Feb 2011, 10:33 
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Ich sehe das genau so wie du.
In letzter Zeit fällt mir vermehrt auf dass zuerst im Internet nachgefragt wird was es sein könnte, egal wie dramatisch es ist bevor ein TA aufgesucht wird. Rät man dazu zum TA zu fahren, und das bitte schleunigst, bekommt man die tollsten Ausreden zu hören warum nicht gefahren werden kann, angefangen von "mein TA hat zu" bis hin zu "ich warte erstmal was die Anderen schreiben".
Speziell bei den Kleinnagern fällt mir das immer mehr auf. Rät man in einem Forum zum TA zu fahren wird noch in anderen Foren nachgefragt, solange bis man die Meinung erhält "du kannst ruhig bis morgen warten".
Ich möchte nicht wissen wievielen Tieren hätte geholfen werden können wenn diese Surferei nicht gewesen wäre.


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 Betreff des Beitrags: Re: bedenklicher Trend?
BeitragVerfasst: Do 10. Feb 2011, 10:40 
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Meerschweinchen Supporter
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Was ich vor allem bedenklich finde ist dieser absolute Glaube an die Richtigkeit von Informationen nur weil sie irgendwo im Internet stehen.

Dabei ist es doch gerade im I-Net kein Problem zu einer Aussage mindestens 10 gegenteilige Aussagen zu finden...


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 Betreff des Beitrags: Re: bedenklicher Trend?
BeitragVerfasst: Do 10. Feb 2011, 11:17 
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schweinsnase77 hat geschrieben:
Was ich vor allem bedenklich finde ist dieser absolute Glaube an die Richtigkeit von Informationen nur weil sie irgendwo im Internet stehen.


Ja da geb ich Dir Recht, die Leute verlassen sich zu sehr auf die Infos und bedenken einfach nicht, dass das Geschriebene auch falsch sein könnte.

In einem anderen Forum hatten wir 2 so Fälle, ich hab eindringlich auf den TA verwiesen aber es wurde gewartet, die Tiere starben. Ich könnte mir vorstellen, man hätte ihnen helfen können, wären die Halter direkt gefahren. Ich verstehe sowas nicht. Man kennt doch seine Tiere und sollte eigentlich wissen, wann etwas nicht stimmt und wann ein Tierarzt angebracht ist oder? Aber nein, das Tier frisst 2 Tage lang nicht und es wird erstmal mit irgendwelchen Medikamenten hantiert, die da meines Erachtens auch noch völlig unpassend waren.

Ich persönlich handhabe es so, dass wenn ich unsicher bin oder eben sehe es ist dringend fahre ich erst zum TA. Hinterher, wenn das Tier versorgt ist, frage ich evtl. nochmal im Forum nach und hole mir zusätzliche Informationen oder Tipps zur Pflege aber ZUERST geht es zum TA.


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 Betreff des Beitrags: Re: bedenklicher Trend?
BeitragVerfasst: Do 10. Feb 2011, 12:28 
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Planetarier
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Hmmmm, naja, die Verführung ist aber dank Foren, Infoseiten usw. - und der daraus resultierenden Informationsflut - ziemlich groß, da mal schnell nachzufragen und sich dann auf Antwort 1 bzw. die mir grad passende zu verlassen.

Ich finde es gerade deshalb sehr wichtig, dass Foren von verantwortungsbewussten Menschen zumindest be-/geleitet werden. User ist einfach nicht User..... und Fehlinformationen sollten wirklich schnell revidiert werden. Was sonst an Forenweisheiten in manchen Foren herumschwirrt ist echt manchmal haaresträubend !!
Und letztendlich besteht dann tatsächlich die Gefahr, dass Gäste, Zwischenreinleser usw. sich genau solche Angaben herauspicken....

In einem anderen Forum habe ich z.B. bemerkt, dass die "alten Forenhasen" mit Erfahrungswerten und wirklich fundierten Kenntnissen sich immer mehr zurückgezogen haben, weil immer wieder die gleichen Fragen, manche beratungsresistente User oder auch mal Anfeindungen aufgetreten sind. Ich verstehe es, dass Mods & Co. da dann auch die Lust verlieren - aber eine gewisse Verantwortung tragen sie auf alle Fälle. Umso mehr würdige ich die Arbeit von Mods, die ihren "Job" wirklich ernst nehmen :klatsch:

Ähm, hier finde ich die Mods & Co. richtig fleißig und aufmerksam... wollt ich bloß mal gesagt haben :D


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 Betreff des Beitrags: Re: bedenklicher Trend?
BeitragVerfasst: Do 10. Feb 2011, 13:09 
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Ich weiss nicht so recht, früher hat man ja auch Bücher gelesen um Fachinfos zu bekommen, heute ist das Netz da und auch wesentlich schneller. Der Mensch behilft sich ja immer mit den Mitteln die ihm zur Verfügung stehen.
Vielleicht hat man früher mehr untereinander kommuniziert und gefragt, aber ob man da auch die richtige Information bekommen hat ist fraglich. Wenn der Mensch wertvolle Zeit damit verbringt sein Unwissen in irgendeiner Art und Weise zu kompensieren, sei es I-Net , oder was auch immer anstatt zum TA zu gehen, ist es wohl immer die Verzögerung die Schuld ist und weniger die im Moment fehlende Information denke ich!


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 Betreff des Beitrags: Re: bedenklicher Trend?
BeitragVerfasst: Do 10. Feb 2011, 13:42 
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Meerschweinchen Supporter
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chienloup hat geschrieben:
Ich weiss nicht so recht, früher hat man ja auch Bücher gelesen um Fachinfos zu bekommen, heute ist das Netz da und auch wesentlich schneller. Der Mensch behilft sich ja immer mit den Mitteln die ihm zur Verfügung stehen.


Aber da liegt doch der Unterschied.....früher war klar: Fachbücher = Fachinfos, Ratschläge der Nachbarin= Ratschläge der Nachbarin.

Im Internet hab ich aber das gefühl das da weitaus weniger diffenrenziert wird und "normale" Ratschläge (auch gerne in der Form von Homepages) für Fachinfos gehalten werden. Bzw das die Grenzen da auchteilweise sehr verschwommen sind, zwischen wer ist Fachmann und wer nicht.


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 Betreff des Beitrags: Re: bedenklicher Trend?
BeitragVerfasst: Do 10. Feb 2011, 13:55 
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Zitat:
Im Internet hab ich aber das gefühl das da weitaus weniger diffenrenziert wird und "normale" Ratschläge (auch gerne in der Form von Homepages) für Fachinfos gehalten werden. Bzw das die Grenzen da auchteilweise sehr verschwommen sind, zwischen wer ist Fachmann und wer nicht.
Das ist wohl richtig, aufgrund der Bandbreite an Informationen muss man sich sicherlich auch diesem Trend anpassen und wissen wo man sucht.
WIKIPEDIA ist ja das beste beispiel, jeder kennt es und verlässt sich auf die Informationen.
Gut wäre natürlich wenn es eine Institution gäbe, die neutral entsprechende Seiten bewertet.
Parallel dazu muss man aber auch sagen, dass nicht alle Bücher von früher und Nachbars Informationen richtig waren. Wenn man heute hingeht und die Bücher vor von 20 Jahren auseinander nimmt, bleibt da wenig an brauchbarer Information im Vergleich zu den Stand heute!


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 Betreff des Beitrags: Re: bedenklicher Trend?
BeitragVerfasst: Do 10. Feb 2011, 18:13 
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für mich ist wiki eine glaubwürdige, allgemeine infoquelle.

als unwissender kaninchenneuling suchte ich rat in einem anderen kaninchenforum. was ich an infos erhielt schreckte mich ab; ja und nein, erlaubt giftg erhielt ich auf ein und die selbe frage. damit konnte ich nichts anfangen und schaute nicht mehr rein.

dann fand ich hierher und hier glaub ich fast blind was geschrieben wird (danke murx).

seit jahren gings meinem hund immer wieder sehr schlecht. mit hilfe des lesens im forum hab ich's geschafft. ich hab ihn laufend "vergiftet". er hat eine futtermittelunverträglichkeit und kein ta hat das jemals angesprochen. nur durch beiträge anderer betroffener kam mir die idee und ich versuchte es mit rohem fleisch. und cano gehts seit einigen tagen gut.
also die erfahrungen anderer, und im forum gibts mehr als in der nachbarschaft, bringen mir denkanstöße.


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 Betreff des Beitrags: Re: bedenklicher Trend?
BeitragVerfasst: Do 10. Feb 2011, 18:25 
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Zitat:
Speziell bei den Kleinnagern fällt mir das immer mehr auf. Rät man in einem Forum zum Tierarzt zu fahren wird noch in anderen Foren nachgefragt, solange bis man die Meinung erhält "du kannst ruhig bis morgen warten".

Doro, ich glaube das liegt daran, dass die meisten Kleinnager billig sind. Ich kriege in der Zoohandlung ein männliches Meerschweinchen für 10 Euro. Geh ich zum TA bin ich in jedem Fall mehr als 10 Euro los. Zumal gibt es viele Jugendliche, deren Eltern immer noch das Denken haben, dass man solche Kleintiere lieber günstig nachkaufen kann, als damit zum TA zu fahren. Mein Opa hat gar nicht verstanden, warum ich mit Harvey beim TA war und mein Vadder fands auch "schade" um die knapp 60 oder 70 Euro- erst als ich gesagt habe, dass ICH nicht daneben sitzen kann und zugucke wie das Schweinchen qualvoll stirbt haben sie eingelenkt (und zugestimmt) und mich in Ruh gelassen. Und die beiden sind sonst definitiv tierlieb!

Anonsten halte ich das Internet je nach Quelle für eine gute Möglichkeit sich zu informieren. Selbst Wikipedia ist nicht so schlecht wie sein Ruf. Mittlerweile werden die Texte nämlich vor dem Veröffentlichen auf Fakten untersucht- und unten drunter stehen immer die Quellen. Wenn man also will, dann kann man sich die zum Artikel gehörige Literatur durchlesen.
Wobei ich das Internet eher für die grobe Recherche nutze und wenn mich etwas interessiert, hole ich mir Fachliteratur dazu.
(In der Schule musste für Referate aber oft das Internet herhalten- ging schneller und die Infos reichten aus um mindestens ne 2-, bzw. 11 Punkte zu bekommen.)

Was ich persönlich schlimmer finde sind einige Foren und Portale, die so maßlos übertreiben... Nachdem ich in Afrika war hatte ich ein paar Krankheitssymptome und hätte ich dem Internet geglaubt, hatte ich Malaria und ins Tropenkrankenhaus gehört. ;) Tja, bin zum Arzt gegangen und es war ne ganz normale Erkältung, die ich mir wahscheinlich durch die Klimaanlage im Flugzeug geholt habe. ;)


Zuletzt geändert von Curran am Do 10. Feb 2011, 18:29, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: bedenklicher Trend?
BeitragVerfasst: Do 10. Feb 2011, 18:28 
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freigänger hat geschrieben:
er hat eine futtermittelunverträglichkeit und kein Tierarzt hat das jemals angesprochen
Und da liegt der Punkt...man trifft einfach zu häufig auf TÄ bei denen man ohne ein gewisses Eigenwissen, total aufgeschmissen ist.

Man muss also entweder Ahnung haben oder blind vertrauen..

Der hauptsächliche Punkt liegt darin, von seinen Tieren zu lernen...nicht aus dem Forum und nicht vom TA, sondern ausschließlich von den eigenen Tieren...
Individualität wird nämlich auch schnell unterschätzt, eine allgemein vertretende Meinung ist noch lange nicht maßgebend für jedes Tier, ganz im Gegenteil!
Dieses verallgemeinern ist das, was mich beunruhigt...


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 Betreff des Beitrags: Re: bedenklicher Trend?
BeitragVerfasst: Do 10. Feb 2011, 18:35 
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Zitat:
Der hauptsächliche Punkt liegt darin, von seinen Tieren zu lernen...nicht aus dem Forum und nicht vom Tierarzt, sondern ausschließlich von den eigenen Tieren...

Aber mit 3 Meerschweinchen kann man nicht grade auf viel Erfahrung hoffen/zählen. Das einzige was ich gelernt habe, ist, dass ich nächstens mal einen anderen TA aufsuche- ansonsten könnte ich aus dem Stehgreif trotzdem nichts beim TA zum Thema sagen. Für sowas frag ich im Forum nach und hoffe darauf, dass mir andere helfen können, die bei ihren Tieren ähnliche Probleme hatten.
Einiges wird zwar verallgemeinert, aber es geht ja trotzdem nur um theoretische Informationen. Im Krankheitsfall heißt das, das wäre etwas, was ich bei meinem Tier abklären lassen würde, aber ich schneid ja nicht selbst mein Schwein auf, weil ein Fori sagt er vermutet ein Problem im Bauchraum. :grübel:
Oder hab ich dich jetzt völlig falsch verstanden? :hehe:


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 Betreff des Beitrags: Re: bedenklicher Trend?
BeitragVerfasst: Do 10. Feb 2011, 18:41 
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Naja nicht völlig falsch...nur am Ende haste nen bissl übertrieben... :D
klar sollte man alles was einem so angeboten wird, nutzen um sich auch nebenbei zu erkundigen und in Ernstfällen beim TA mit entsprechendem Wissen aufzuschlagen...

Nicht die Masse und die Dauer der Haltung deiner Meerschweinchen machen die Erfahrung...
die Beobachtung deiner jetzigen Schweinchen mit den gesammelten Infos im Netz, ist das gesunde mittelmaß ;)!


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 Betreff des Beitrags: Re: bedenklicher Trend?
BeitragVerfasst: Do 10. Feb 2011, 19:20 
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Was mich, im Bezug auf die Menschen, die das Internet/die Foren so exzessiv nutzen, bedenklich macht, ist, dass man den Eindruck hat, die Fähigkeit, selber Schlüsse zu ziehen und nachzudenken, ist verloren gegangen.
Also angenommen, ich habe ein Tierforum. Ein Mensch hat ein Problem. Wenn er sehr schlau ist, benutzt er die Suchfunktion. Da findet er dann eine Frage, die so ähnlich ist, wie seine eigene. Aber nicht GANZ genau. Ebenso, wie die Antwort nicht GANZ genau zutrifft. Folglich macht er ein neues Thema auf und erwartet wiederum eine qualifizierte, GENAU auf sein Problem zugeschnittene Antwort. Und wenn er Glück hat, bekommt er die auch, selbst wenn der Mensch, der sie gibt, seufzend an der Tastatur sitzt, weil er genau das gleiche schon 100 Mal geschrieben hat... und für die Mühe gibt es bestenfalls ein Danke, schlimmstenfalls wird die Antwort kritisch auseinandergenommen.
Manchmal denke ich, die Meisten wollen gar keine "Expertenmeinung", sondern nur Smalltalk über ihre dutzend Problemchen... endlich hört ihnen jemand zu...
ok, bin etwas frustriert, weil im Laufiforum schon im JANUAR wieder die ersten Brutfragen aufgetaucht sind.. gebetsmühlenartig, Jahr für Jahr das Gleiche... :crazy:


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 Betreff des Beitrags: Re: bedenklicher Trend?
BeitragVerfasst: Do 10. Feb 2011, 20:21 
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Doro hat geschrieben:
In letzter Zeit fällt mir vermehrt auf dass zuerst im Internet nachgefragt wird was es sein könnte, egal wie dramatisch es ist bevor ein Tierarzt aufgesucht wird.



Naja, ich würde ja schon fast sagen, dass das daran hängen könnte, dass sich schon so manches Forum über einen Tierarzt gestellt hat. Geht man bspw. zum TA, der eine Diagnose stellt und man diese dann im Forum preisgibt habe ich schon davon gehört, dass die Diagnosen auseinander genommen und kritisch beäugt wurden. Dann folgten meistens so Sätze wie: "Dein Tierarzt hat keine Ahnung!" "Wechsele bitte den Tierarzt." Klar, es ist immer abhänig um was es sich genau bei dem entsprechenden Tier handelt und ich will jetzt auch keine Tierärzte hoch in den Himmel loben, denn auch ihnen passieren mal Fehler. Aber dadurch, dass viele Foren TA zu einem schlechten Ruf verhelfen, denkt sich doch so mancher Tierhalter: "Bevor ich zum TA gehe, der ja laut XY sowieso keine Ahnung hat und mir das Geld aus der Tasche ziehen lasse, frage ich doch lieber ersteinmal im Internet nach."

So, jetzt werd ich wieder stiller Mitleser... :schäm: :weg:

Lg


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 Betreff des Beitrags: Re: bedenklicher Trend?
BeitragVerfasst: Do 10. Feb 2011, 22:33 
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Zitat:
Naja nicht völlig falsch...nur am Ende haste nen bissl übertrieben... :D

:lol: Liebe Leser: Schweine aufschneiden ist böse, sowas darf man nur unter Narkose. Bitte legen Sie sich jetzt KEIN Narkosegerät zu. Gehen Sie einfach auf direktem Weg zum Tierarzt. Gehen Sie nicht über Los, ziehen Sie keine 2000 Mark ein.

Na ja, das "Problem" bei mir: Meine Schweine machen nix und haben nix. Die waren nie krank bis auf das eine mal und das äußerte sich in nicht-fressen-wollen und nach 3 Tagen war das Schweinchen tot, Ursache unbekannt.
Meine Wellis damals waren auch gesund. Ich meine, ich freu mich ja, dass es denen gut geht, aber eigene Erfahrungen sammel ich dadurch ja nicht. Alles, was ich über Nager-Gesundheit weiß, hab ich aus Foren.

Zitat:
Manchmal denke ich, die Meisten wollen gar keine "Expertenmeinung", sondern nur Smalltalk über ihre dutzend Problemchen... endlich hört ihnen jemand zu...
ok, bin etwas frustriert, weil im Laufiforum schon im JANUAR wieder die ersten Brutfragen aufgetaucht sind.. gebetsmühlenartig, Jahr für Jahr das Gleiche..

Da stimm ich dir teilweise zu.
Ich muss aber auch sagen, dass es einen beruhigt, wenn man nicht völlig allein dasteht. Es gibt sicherlich tausende Threads, in denen es um ein Schwein geht, dass das Futter verweigert. Trotzdem hab ich mich sicherer und "wohler" gefühlt, als man mir persönlich geantwortet hat. Und dazu ist ein Forum ja irgendwo auch da. Wenn man keine Lust hat 100 mal das gleiche zu schreiben, dann ist man ja nicht verpflichtet zu antworten oder man stellt einen Link rein, der auf ein ähnliches Thema verweist.

Aber einigen scheint das eigenständige Denken abhanden gekommen zu sein, da stimm ich dir wieder zu!

Zitat:
Naja, ich würde ja schon fast sagen, dass das daran hängen könnte, dass sich schon so manches Forum über einen Tierarzt gestellt hat.

Jop, davon gibts einige und sowas verunsichert einen, wenn man nicht ständig beim TA ist! :top:
Zumal der Vorwurf "unfähiger TA" teilweise sehr vorschnell im Raum steht und so manches Forum ja quasi jede Diagnose aufs übelste anfechtet, ohne das Patiententier auch nur gesehen zu haben- im Gegensatz zum TA...


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 Betreff des Beitrags: Re: bedenklicher Trend?
BeitragVerfasst: Fr 11. Feb 2011, 01:22 
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Planetarier
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Ob man sich im Internet informiert oder aus Büchen - es ersetzt keinen Tierarzt.
Bücher kann jeder schreiben und da kann man ebenso ein "veraltetes" Exemplar finden oder eins mit unzureichendem Wissen wie auch bei den Infos im Netz. Nehmen wir mal als Beispiel: Kaninchen vertragen keinen Kohl. So stehts im Buch und auch bei manchen Quellen des www.
Nun will ichs aber wissen und erinnere mich, dass früher im Garten die Kaninchen den Rosen-und Grünkohl wegernteten und das überlebten - dürfen meine oder doch nicht ?!
Der Vorteil in Foren ist schon, dass man meist viele Erfahrungswerte verschiedener Halter bekommt und genau da sollte man dann seinen Kopf benutzen. Frage ich dort oder finde ein Kohlthema, wirds unterschiedliche Erfahrungen geben, der eine verfüttert Kohl oft und in diversen Sorten, der Nächste ist damit vorsichtig und jemand anders lehnt´s ab. Was sagt mir das ?
Mir würde es sagen: okay, ich fang mal vorsichtig an (hier ein Kohlrabiblatt, da etwas Chinakohl und noch´n Blumenkohlröschen zum gewohnten Gürkchen und Möhrchen) und beobachte zB den Kot, Gewicht, Fell . .

Ist irgendwas Dramatisches mit meinem Tier, geh ich zum Tierazt..hier mal nach den Meinungen zu fragen, kann ich auch danach noch. Will ich allerdings zum Tierarzt wegen "Routinesachen" wie Impfen, Entwurmen, Kastra öÄ, frage ich vorher in so´nem Forum wie hier, was wann wer womit für Erfahrungen gemacht hat und geh nicht "voll blind" hin ;)
Curran hat geschrieben:
Na ja, das "Problem" bei mir: Meine Schweine machen nix und haben nix. Die waren nie krank bis auf das eine mal und das äußerte sich in nicht-fressen-wollen und nach 3 Tagen war das Schweinchen tot, Ursache unbekannt.
Meine Wellis damals waren auch gesund. Ich meine, ich freu mich ja, dass es denen gut geht, aber eigene Erfahrungen sammel ich dadurch ja nicht. Alles, was ich über Nager-Gesundheit weiß, hab ich aus Foren.

Das kann ich jetzt irgendwie nicht nachvollziehen. Es gibt doch gar kein Tier, das NICHTS macht.
Ich seh ob und was meine Tiere fressen/bevorzugen, wie sich bewegen, wie sie liegen, ob sie aktiv sind, zu oder abgenommen haben, wie das Fell aussieht usw und ziehe aus den Beobachtungen meine Schlüsse.


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 Betreff des Beitrags: Re: bedenklicher Trend?
BeitragVerfasst: Fr 11. Feb 2011, 09:40 
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Meerschweinchen Supporter
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Ich denke, generalisieren kann man bezüglich dieses Themas gar nichts.

Viele Halter haben tatsächlich mehr Erfahrung als viele Tierärzte.
Viele aber auch nicht.
Vielfach wird in Foren übertrieben und unnötig dramatisiert,
vielfach aber auch nicht.

Informationen, egal woher ob aus Büchern, von Bekannten, aus Foren, dem Net generell oder vom Tierarzt sollten immer kritisch betrachtet werden! Und wichtige, rettende Denkanstösse können von überall her kommen! Auch aus Foren. Manchmal aber auch nicht...

Viel Wissen kann sicher machen im Umgang mit Auffälligkeiten.
Vielfach kann es aber auch verunsichern und viele vergessen ob all der "Wissenschaft" ihre Tiere mit der nötigen Natürlichkeit zu betrachten und zu behandeln.

Eben... vielschichtiges Thema meiner Meinung nach.


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 Betreff des Beitrags: Re: bedenklicher Trend?
BeitragVerfasst: Fr 11. Feb 2011, 10:05 
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Löwenzahn hat geschrieben:
Viele Halter haben tatsächlich mehr Erfahrung als viele Tierärzte.


Solche Aussagen verleiten Halter aber auch dazu TÄ über den Mund zu fahren, ganz ehrlich.
Ich kann nur von mir reden, wenn wir zum TA gehen kann ich, aufgrund meiner Erfahrung, schon sehr genau schildern was nicht stimmt, ich kann eine Vermutung treffen was es sein könnte. Aber ich würde mich niemals über meine TÄ stellen. Bei uns kommt alles zusammen, die Praxis, die ich habe und die Theorie, die meine TÄ hat. Und das gemeinsame Arbeiten, das gemeinsame Lernen, das gemeinsame Lachen wenn ein Tier wieder gesund wird und das gemeinsame Weinen wenn man jemanden verliert um den man gekämpft hat.

Oftmals kommt es mir auch so vor dass in letzter Zeit oft geschrieben wird "Ich komme gerade vom TA, ich hab dieses und jenes bekommen" und es sich so liest als sei es aus den Foren zusammengesucht und mal eben abgeschrieben. Da kommt nichts individuelles. Leider. Wenn man so liest hat jeder einen Kleintierspezialisten zur Seite stehen, jeder TA hat sich auf Kleinnager spezialisier. Meine Klinik nicht, meine muss lernen. Nicht nur sie, auch ich. Wir lernen gemeinsam, zum Wohle meiner Tiere.


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 Betreff des Beitrags: Re: bedenklicher Trend?
BeitragVerfasst: Fr 11. Feb 2011, 10:28 
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Löwenzahn hat geschrieben:
Viele Halter haben tatsächlich mehr Erfahrung als viele Tierärzte.
Viele aber auch nicht.
Vielfach wird in Foren übertrieben und unnötig dramatisiert,
vielfach aber auch nicht.

Im gesamten betrachtet, trifft das GENAUSO zu ;)!

Sind wir doch ehrlich...hierbei handelt es sich um keinen Trend, sondern um eine individuelle Methode, jeder geht anders mit Stresssituationen um.

Solange die Leute, die erst hilfe im Forum suchen nicht vergessen auch zum TA zu gehen...ist ein schnelles Info erhaschen nix unproblematisches.

Und natürlich gibt es darunter auch Leute die ihr Gewissen beruhigen wollen und hören möchten, dass es eben nicht schlimm ist, dass sie heut noch nicht zum TA wollen/können (Gründe hat man ja schon einige gelesen).
An der Reaktion erkennt man ja ganz gut, wenn man mal wieder nen falschen Tipp gegeben hat...da war die Erwartung den Antworten ggü einfach ne ganz andere :jaja:!


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 Betreff des Beitrags: Re: bedenklicher Trend?
BeitragVerfasst: Fr 11. Feb 2011, 10:58 
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Ich schreib jetzt einfach mal meine persönlichen Erfahrungen bzgl. Foren und Tierärzten auf.

Meerschweinchen halte ich seit über 13 Jahren. Im ersten Tierforum hab ich mich aber erst vor etwas mehr als 3 Jahren angemeldet.

Vor der Forenzeit bin ich einfach "unbeschwerter" zum TA gegangen.
Der TA war DER Ansprechpartner bei Krankheiten. Die Diagnosen und Behandlungsmethoden hab ich angenommen und den Aussagen des Tierarztes vertraut.

Ein sehr negatives Beispiel für dieses Vertrauen ist meine damalige Nira:
Im Nachhinein -und ERST im Nachhinein- habe ich erfahren WARUM sie sterben musste.
Nira hatte Grabmilben und wurde von der damaligen TÄ mit einem sehr starken AB behandelt.
Ich vertraute... und Nira ist qualvoll eingegangen. :heul:
Noch heute mache ich dieser TÄ Vorwürfe, weil sie so dumm war und mache mir selber Vorwürfe weil ich noch viel dümmer war!
Damals wusste ich es einfach nicht besser. :(
Heute würde ich solch einer TÄ wohl einen A-Tritt verpassen, mein Schwein einpacken und die Praxis verlassen.

Je mehr Wissen man hat / sich aneignet, desto misstrauischer wird man.
Das ist für den Menschen zwar "belastender" als blind zu vertrauen, aber dem Tier kann es u.U. das Leben retten!
Nur muss man eben ganz genau wissen, welchen Tipps und Ratschlägen aus Foren und weiterführender Literatur man vertraut.
Für Wissen braucht man Wissen! Einfach ist anders.


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 Betreff des Beitrags: Re: bedenklicher Trend?
BeitragVerfasst: Fr 11. Feb 2011, 13:44 
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Ich kann verstehen, dass Leute das machen. Die Fälle, wo jemand echt im Forum fragt, weil er um den Tierarzt rumkommen wollte, hab ich nur selten gesehen. In den meisten Fällen waren das Leute, die entweder Nachmittags einen Termin haben beim TA und morgens fragen, ob jemand ne Idee hat, wie man dem Tier in der Zwischenzeit erste Hilfe leisten kann, oder welche, die grade vom Tierarzt kommen und verunsichert oder gar verängstigt sind und Zuspruch wollen. Jemand hat geschrieben "Smalltalk über die Probleme". Ja. Ist das denn so abwegig? Wenn mein Tier krank ist und ich mir Sorgen mache, freue ich mich doch, wenn mir jemand von seinen Erfahrungen mit der Krankheit berichten kann, oder mir einfach nur Anteilnahme ausspricht. Es wird ja auch niemand gezwungen zu antworten. Oder vielleicht hat der TA Ärztelatein gesprochen hat und man war zu gestresst war nachzufragen was das im Klartext bedeutet. Ist blöd, aber schon mehr als einem Tierhalter passiert. Dann kann man auch im Forum fragen. Das heißt für mich alles nicht automatisch, dass man nicht auch selber denkt, und dass man sein Tier nicht beobachtet.
Bei mir haben mal 2 Tierärzte kläglich versagt bei der Diagnose von Pelzmilben. Der erste sagte es seien Schuppen und gab mir Fellpflegespray (meine Schweine hätten sich sicher bedankt! :shock:). Die zweite sagte, ich sähe Gespenster, da wären doch gar keine schwarzen Punkte im Fell. Die dritte hat sich ne Tesastreifenprobe unter dem Mikroskop angeschaut, ihr Buch aufgeschlagen, verglichen. Pelzmilben. Dann hat sie jedem eine Portion Stronghold verpasst und gut wars. Wunderbar. Witzigerweise hatte mir ne Woche vorher jemand in einem Forum gesagt, dass das aussähe wie Pelzmilben und dass ich Stronghold bräuchte. So viele Leute haben schlechte Erfahrungen mit Kleintieren (damit meine ich alles was kein Hund oder keine Katze ist) und Tierärzten. Da wundert es mich nicht, dass man sich an Foren wendet!
Wenn ich jetzt zum Tierarzt gehe, bin ich vorbereitet. Ich weiß vorher, welche Behandlungsmethoden veraltet sind, damit ich sie ablehnen kann. Und ich lasse mir auch nie wieder ein Antibiotikum andrehen, wenn es nicht absolut sein muss (10 Tage Antibiotikum für eine Eurostückgroße "Hautentzündung" - es hat noch nicht mal geholfen ...). Deswegen stelle ich mich oder das Forum nicht über den Tierarzt, das wird ja alles ausdiskutiert.
Damit will ich auch nicht sagen, dass Foren alles besser wissen. Da werden auch genug haarsträubend verkehrte Tipps gegeben. An der Stelle muss man halt selber wieder nachdenken und sich eventuell aus mehreren Quellen informieren, damit man nicht Gefahr läuft, jeden Scheiß zu glauben. Im übrigen ist auch nicht alles wahr, was zwischen zwei Buchdeckeln steht - gibt es sonst noch Alternativen, wo man sich informieren kann? Das alles kann auch wieder verunsichernd wirken, aber was soll man denn machen? Man muss sich doch irgendwie informieren, und heutzutage sind die Quellen halt auch Foren, nicht mehr nur Bücher.


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 Betreff des Beitrags: Re: bedenklicher Trend?
BeitragVerfasst: Fr 11. Feb 2011, 15:53 
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Zitat:
Das kann ich jetzt irgendwie nicht nachvollziehen. Es gibt doch gar kein Tier, das NICHTS macht.
Ich seh ob und was meine Tiere fressen/bevorzugen, wie sich bewegen, wie sie liegen, ob sie aktiv sind, zu oder abgenommen haben, wie das Fell aussieht usw und ziehe aus den Beobachtungen meine Schlüsse.

Und was für Schlüsse kann ich daraus ziehen? Genau zwei: Schwein ist gesund oder Schwein ist krank.
Und dann?
Wenn das Schwein gesund ist, dann weiß ich, was genau meine Schweine mögen/ machen. Das wiederum bedeutet, dass ich damit ins Forum schreiben könnte um mich mit anderen auszutauschen, aber es geht immer noch nur um meine Schweine, denn die von User XY können wieder ganz anders sein.
Wenn das Schwein krank ist, dann habe ich lediglich das Unwohlsein erkannt. Stehe aber doch wieder am Anfang dieser Diskussion, inwiefern es jetzt sinnvoll ist dem TA zu vertrauen/ in einem Forum nachzufragen/ zu googeln/ Bücher zu lesen.
Der Kreis schließt sich. :grübel:

Zitat:
Solche Aussagen verleiten Halter aber auch dazu TÄ über den Mund zu fahren, ganz ehrlich.

Und sowas mag kein Arzt gerne. Mein Hausarzt lacht immer über meine Eigendiagnosen ("Meine Lymphknoten sind total angeschwollen." - "Haha, ja sicher. Wolln wir doch mal gucken. Hm, deine Lymphknoten sind angeschwollen!" ;) ) und der TA fühlte sich ein wenig auf den Schlips getreten, als ich mich nach einigen Möglichkeiten erkundigt habe, die auf Harvey zutreffen konnten.

Zitat:
Die Fälle, wo jemand echt im Forum fragt, weil er um den Tierarzt rumkommen wollte, hab ich nur selten gesehen. In den meisten Fällen waren das Leute, die entweder Nachmittags einen Termin haben beim Tierarzt und morgens fragen, ob jemand ne Idee hat, wie man dem Tier in der Zwischenzeit erste Hilfe leisten kann

Ich glaube auch daran, dass die meisten zum TA gehen, wenn sie es sagen. Es gibt halt Kinder/ Jugendliche die von ihren Eltern abhängig sind und deshalb nicht sofort zum TA können/dürfen. Aber mal ehrlich: Wie viele Menschen kennt ihr, die eiskalt zugucken, wie ihr Haustier sich quält?

Zitat:
Viele Halter haben tatsächlich mehr Erfahrung als viele Tierärzte.
Viele aber auch nicht.
Vielfach wird in Foren übertrieben und unnötig dramatisiert,
vielfach aber auch nicht.

Schön gesagt und trifft vermutlich den Nagel auf den Kopf! :)


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 Betreff des Beitrags: Re: bedenklicher Trend?
BeitragVerfasst: Fr 11. Feb 2011, 22:10 
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Curran hat geschrieben:
Zitat:
Das kann ich jetzt irgendwie nicht nachvollziehen. Es gibt doch gar kein Tier, das NICHTS macht.
Ich seh ob und was meine Tiere fressen/bevorzugen, wie sich bewegen, wie sie liegen, ob sie aktiv sind, zu oder abgenommen haben, wie das Fell aussieht usw und ziehe aus den Beobachtungen meine Schlüsse.

Und was für Schlüsse kann ich daraus ziehen? Genau zwei: Schwein ist gesund oder Schwein ist krank.
Und dann?
Wenn das Schwein gesund ist, dann weiß ich, was genau meine Schweine mögen/ machen. Das wiederum bedeutet, dass ich damit ins Forum schreiben könnte um mich mit anderen auszutauschen, aber es geht immer noch nur um meine Schweine, denn die von User XY können wieder ganz anders sein.
Wenn das Schwein krank ist, dann habe ich lediglich das Unwohlsein erkannt. Stehe aber doch wieder am Anfang dieser Diskussion, inwiefern es jetzt sinnvoll ist dem Tierarzt zu vertrauen/ in einem Forum nachzufragen/ zu googeln/ Bücher zu lesen.
Der Kreis schließt sich. :grübel:


Also wenn Du Deine Tiere gut beobachtest und sie gut kennst, dann solltest Du abschätzen können, ob es dringend ist, Du also sofort zum TA fährst und nachher Dich vielleicht noch im Forum informierst oder es nicht so dringend ist und Du Zeit hast zuerst im Forum zu fragen.

Wenn man hier die Beiträge fleißig mitliest bekommt man doch schon viel mit und wenn Schwein dann mal krank ist, dann macht man schon mal den Erstcheck, Bauchcheck, frisst das Tier, Temperatur etc. Hieran kann man dann ja schon ein bißchen ausschließen und dem Tierarzt auch schon viel bessere Infos geben. In der Regel sieht man doch an an den Tieren wie sie liegen etc., ob sie zum Beispiel Bauchweh haben.

Also ich für meinen Teil merke sofort, wenn mit meinen Tieren was nicht stimmt, beobachte dann und entscheide dann, ob ich sofort fahre oder nochmal abwarte. Durch gute Beobachtungsgabe bei seinen Tieren kann man Vieles schnell abfangen ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: bedenklicher Trend?
BeitragVerfasst: Fr 11. Feb 2011, 23:59 
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Zitat:
Also ich für meinen Teil merke sofort, wenn mit meinen Tieren was nicht stimmt, beobachte dann und entscheide dann, ob ich sofort fahre oder nochmal abwarte. Durch gute Beobachtungsgabe bei seinen Tieren kann man Vieles schnell abfangen

Das passiert bei mir rein intuitiv, so würde ich das mal nennen. Ich merke grundsätzlich sofort wenn es einem Menschen oder einem Tier in meiner Umgebung nicht gut geht. Mein Opa hat mit mir mal am Telefon nur 4 Worte gewechselt, sogar mit seiner normalen Stimme, aber ich hab sofort zu meinem Vadder gesagt, dass etwas nicht stimmt. Hinterher kam dann raus, dass mein Onkel im KH war.
Bei meinem einen Welli musste nur ne Feder quer liegen und ich wusste, dass irgendwas passieren würde. Meist waren das dann Kleinigkeiten, wie matschiger Kot, aber das ist mir sofort aufgefallen, wo andere noch gesagt haben ich würde spinnen.

Es ist ja nicht so, dass ich nicht bemerken würde, DASS mein Tier krank ist, aber deshalb weiß ich ja nicht, was genau es hat und wie man das behandeln muss.


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 Betreff des Beitrags: Re: bedenklicher Trend?
BeitragVerfasst: Sa 12. Feb 2011, 00:03 
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Curran hat geschrieben:
Es ist ja nicht so, dass ich nicht bemerken würde, DASS mein Tier krank ist, aber deshalb weiß ich ja nicht, was genau es hat und wie man das behandeln muss.


So meinte ich das auch nicht. Ich wollte damit nur sagen, dass man "Standardsachen" vielleicht schon selbst ausschließen kann und ansonsten eigentlich merkt, wie ernst die Lage ist und dementsprechend reagiert bei entsprechender Beobachtung der Tiere ;)

Für den Rest sollte man ja einen guten TA haben und sonst danach das Forum in dem man sich Tipss holen kann ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: bedenklicher Trend?
BeitragVerfasst: Sa 12. Feb 2011, 00:21 
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Was ich so schwer begreife ist ganz einfach dass so viele Leute mit Kleinnagern zum TA gehen, überall in Deutschland, sich aber kaum ein TA mit Kleinnagern auskennt. Entweder gehen alle zu den gleichen TÄ oder oftmals wird einfach nur geschrieben dass man zum TA geht, aus angst die Forenwelt könnte über einen herfallen.


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 Betreff des Beitrags: Re: bedenklicher Trend?
BeitragVerfasst: Sa 12. Feb 2011, 09:15 
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Doro hat geschrieben:
Was ich so schwer begreife ist ganz einfach dass so viele Leute mit Kleinnagern zum Tierarzt gehen, überall in Deutschland, sich aber kaum ein Tierarzt mit Kleinnagern auskennt.

das ist schwer zu begreifen, ja.
Hier (Vorstadt/Stadt) gibt es massig Tierärzte, und über jeden gibt es so viele Meinungen wie Pateinten.
Wenn der TA einem Tier geholfen hat, ist er gut. Wenn das Tier trotz Behandlung nicht mehr gesund wurde, ist er schlecht.. Wenn der TA unbequeme Dinge sagt, ist er schlecht. Und manche übertreiben halt auch - sei es, weil sie echte Wissenschaftler sind und alles doppelt und dreifach abgesichert haben wollen - uneingedenk der Kosten - oder in die andere Richtung, weil sie keine Lust haben z.B. Blut zu nehmen, wird ins Blaue geschossen.
Was aber wohl der eigentliche Fehler ist, dass sie oft zu wenig mit den Besitzern sprechen. Gerade mit "Kleinen Mädchen", die mit ihren Kaninchen zu ihnen kommen. Dass diese "Kleinen Mädchen" nämlich danach alles in einem Nini-Ninit-Forum breit treten und dass dannn 100 Kommentare kommen "wechsel den Tierarzt", ist wohl noch nicht durch gedrungen! Das zerstört halt auch eine Menge Vertrauen. Ich denke einfach, TÄ müssen sich auch an "mündige Besitzer" erst gewöhnen, ebenso wie die Humaner an mündige Patienten.
Meine TÄ erklärt mir alles - wenn ich nicht vergesse zu fragen. Unser TA in der Klinik erklärt alles ungefragt und mehr als ich wissen wollte, der Begriff "Lebenserwartung dieser Rasse" gehört da dazu.. deswegen ist er kein schlechter TA, ganz sicher nicht, aber er hinterlässt immer so ein flaues Gefühl und darum fahr ich da echt erst hin, wenn es schon kurz vor Knapp ist.
Schwieirg ist es, für Nutztiere einen kompetenten TA zu finden. Da stimmt die Aussage "Mein TA hat keine Ahnung von..." wirklich öfter als mir lieb ist. Aber die sagen das dann meistens auch! Also geh ich zu einem anderen...


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 Betreff des Beitrags: Re: bedenklicher Trend?
BeitragVerfasst: Sa 12. Feb 2011, 10:45 
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mein hund würde heute nicht mehr leben, hätt ich nicht im FORUM hinweise gefunden!

kein ta hat die entsprechende diagnose gefunden. und länger den erstickungskampf, die koliken mitanzusehen, ich hätt ihn gehen lassen, da ja die ta meinte, es sieht schlimm aus :crazy: :autsch:
heut erfreut er sich seines lebens :tanz: dank er erfahrungen und beiträge anderer user.


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