Murx Pickwick hat geschrieben:
Ich hab nur in solchen Fällen immer das Gefühl, sehr unsensibel für die Halter zu sein ... es ist verdammt schwer, einem ins Gesicht zu sagen, er soll doch endlich den letzten Gang gehen und gut ist - wenn das jemand mit mir machen würde in so einer Situation, dem würd ich an die Kehle gehen!
Du bist nicht unsensibel - es kommt halt auch immer drauf an, WIE man das sagt. Du hast mich mit der Schmerzproblematik auf etwas angesprochen, was bei der Entscheidung natürlich mitbedacht werden muss, da ich sie in Belas Sinne treffen will. Und eigentlich ja schon getroffen hatte ... Das ist richtig und hilft mir mehr, als wenn man mich auf die positiven Aspekte hinweist - diese Gedanken quälen mich selbst schon zur Genüge und es macht es nur noch schwerer.
Die Leute, denen ich an die Kehle gehen würde, sind die, bei denen ich weiß, dass sie sowieso nicht nachempfinden können, wie viel mir an Bela ("es ist doch nur ein Meerschweinchen", "setz mal deine Prioritäten richtig") liegt. Die haben kein Recht, mir sowas zu sagen. Denen springe ich an den Hals.
Ich hoffe wirklich, dass ich den kleinen Mann nicht unnötig leiden lassen habe, ich habe die ganzen 15 Monate lang immer nur versucht, in seinem Sinne zu handeln, und auch wenn mir das nicht immer gelungen ist, will ich wirklich nicht, dass er irgendwann vor lauter Hunger auf der Seite liegt und bloß deshalb nicht sterben kann, weil sein Herz weiterschlägt und ich ihn nicht vorher habe gehen lassen. Es tut mir undendlich leid, dass ich ihn nicht retten konnte, aber es stand wohl nicht in meiner Macht.
Doro, natürlich bin ich auch dir nicht böse. Belas Herz ist offensichtlich kräftig, von daher kann es natürlich sein, dass es dauert, bis es ihn gehen lässt. Wenn ich versuche, nach Belas Mäulchen zu schauen, wehrt er sich auch noch erstaunlich kräftig, man würde es kaum glauben, wenn man ihn sieht. Er hat ja auch die Inhalationsnarkose vergangenen Mittwoch problemlos weggesteckt, ich staune da immer wieder.
Auf jeden Fall möchte ich schon mal sagen, dass ich euch allen hier extrem dankbar bin für die praktische Hilfe, die vielen Tipps, das Mitfiebern und vor allem Mitfühlen und -leiden, für die moralische Unterstützung. Bela hat euch einiges zu verdanken.
