Dürfte ein Domestikationsmerkmal sein ... es gibt einfach genetisch bedingt gute Mäusefänger und schlechte Mäusefänger unter den Katzen. Wenn die Katzen jedoch wie Wildkatzen ihre Beute einfach verspeisen oder dort liegenlassen, wo sie sie erjagt haben, bekommt der Mensch nicht mit, daß Katz ein guter Mausejäger ist.
Wir haben nun mehrere Jahrhunderte, wo die Katz nur deshalb im menschlichen Umfeld überleben durfte, weil gute Mäusejäger überlebenswichtig für den Menschen waren, ausnahmslos alle Mäusejäger, die bis zum Mittelalter in Europa, Nordafrika und Asien eingesetzt wurden, wurden verehrt und deshalb ab Mittelalter von der Kirche systematisch verleumdet, verfemt und verfolgt. Die Kirche duldet keine anderen Götter neben ihrem eigenen Gott ... diejenigen, welche weiterhin auf gute Mäusejäger angewiesen waren, die Bauern, leisteten sich nur noch die effektivsten Mäusejäger - für andere Mäusejäger hatte eine mögliche Folterung wegen Behaltens dieser teuflischen Tiere sich nicht gelohnt.
Der erfolgreichste Mäusejäger war und ist die Katz, sie jagt auch dann noch Mäuse, wenn sie satt ist, was weder Marderartige machen, noch Schlangen. Dazu kommt der erhebliche Verbrauch an Nagetieren, nur allein, daß Katz satt wird! Ne "Hausschlange", also die Ringelnatter, kommt vielleicht in der Woche auf zwei oder drei Mäuse höchstens und frißt zudem auch noch andere Tiere, wie zum Beispiel Frösche, was die Dezimierung der Mäuse noch weiter einschränkt. So ein Edelmarder jagt zwar alles, was ihm vor seine spitzen Zähnchen kommt, aber selbst er kommt bestenfalls noch auf vier bis fünf dieser possierlichen, kleinen Vorratsschädlinge ... die Katze jedoch ist ein äußerst spezialisierter Kleinnagerjäger, sie lebt fast ausschließlich von Mäusen und deren nächsten Verwandten!
15 - 20 Mäuse braucht die Katz pro Tag, allein um satt zu werden, weitere Mäuse braucht sie für ihre oftmals großen Würfe mit 4 - 6 Jungen im Wurf. Sie vermehrt sich fast ebensoschnell wie ihre Beute, sie ist anpassungsfähig, heimlich, schlau - wird sie an bestimmten, versteckten Plätzen mit Milch an den Hof gebunden, wird sie den Hof mäusefrei halten, ohne von den aufmerksamen Augen der Kirchendiener jemals entdeckt zu werden ...
Nun ... nehmen die Katzen überhand, wurde des Bauern Land verwüstet, da die Diener der Kirche das Problem mit diesen Teufelstieren angingen - dem Bauern blieb von Anbeginn an nur übrig, einzig die Besten der Besten dieser Mausejäger zu behalten, der Rest mußte weg.
Die Folge war, daß nun die barbarische Geburtenkontrolle der Katzen einsetzte, bei der jeglicher Wurf, den der Mensch fand, gnadenlos ertränkt oder erschlagen oder bei der Kirche gegen Bares abgegeben wurde. Die Katzen mußten beweisen, daß sie gute Mausejäger waren, sonst hatten sie keine Lebensberechtigung mehr - eine Katz, die ihren Bauern regelmäßig den Beweis der gejagten Mäuse vor die Haustür schleppte, blieb am Leben, Katzen, welche die Mäuse im Feld liegenließen, wurden erschlagen und gegen Bares bei der Kirche eingetauscht ... die Bauern wußten nicht, ob das gute Mausejäger waren oder nicht ...
Katzen, die ihrerseits keine guten Mäusefänger waren, nutzten das nun aus ... sie sammelten die toten Mäuse auf den Feldern ein und brachten sie ihren Bauern - und blieben am Leben!
Wir haben also nun zwei genetisch fixierte Domestikationsmerkmale und ein Domestikationsmerkmal, was nur bei einigen Katzen auftaucht:
1. Katzen sind Meister darin, ihre Würfe vor dem Menschen zu verstecken - sie sind sogar deutlich besser darin, wie die Waldwildkatze, die wild in unseren Wäldern hauste (und in einigen Wäldern glücklicherweise wieder haust). Bei unkastrierten Freigänger-Kätzinnen findet der Mensch im Schnitt nur jeden vierten Wurf, trotzdem die Würfe in unmittelbarer Nähe der Wohnungen der Menschen zur Welt gebracht werden! Die
Kitten werden im jagdfähigen Alter von der Bauernkatz auch heute noch regelrecht präsentiert ... oft tragen dabei die
Kitten ihrerseits schon Mäuse zum Hauseingang.
2. Katzen jagen deutlich mehr, wie sie fressen - und bringen einen Großteil ihrer Beute dem vor die Haustür, welcher sie mit Milch oder Futter an den Hof/das Haus bindet.
3. Ein Teil der Katzen betrügt heute noch und trägt die Mäuse, welche andere, bessere Jäger gejagt haben, dem auserwählten Halter vor die Haustüre ...