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Giftige Pflanzen die hier aufgeführt oder vorgestellt werden, stellen für Tiere die Ad Libitum ernährt werden selten eine Gefahr dar, da sie in der Lage sind zu selektieren und daher immer wissen, was fressbar und genießbar ist und was nicht.

Wie in allen Fällen auch, ist jedes Tier individuell zu betrachten und man sollte neue Pflanzen IMMER langsam anfüttern.
Jedes Tier kann unterschiedliche Dinge auch unterschiedlich vertragen.

Die User sprechen von eigenen Erfahrungen, es liegt an Euch, Eure zu sammeln.



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 Betreff des Beitrags: Grüner Hafer und grüner Weizen
BeitragVerfasst: Sa 30. Jan 2010, 19:17 
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Planetarier
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Hallo ... ich füttere meine Schweinchen ad libitum, in unserem Heu sind schon ein paar getrocknete Wildkräuter enthalten, wie Löwenzahn, Spitzwegerich, Schafgarbe. Ich habe ihnen jetzt aber noch zusätzlich einen kleinen Sack gemische getrocknete Kräuter gekauft, mit Brennnessel, Melisse, Pfefferminze, Löwenzahn ... darin ist aber unter anderem auch grüner Hafer und grüner Weizen enthalten. Das klingt sehr nach Getreide!!! Habe mir die Kräuter genauer angeschaut, das Meiste sind Blätter und Stängel ... nur ganz wenige Hafer- und Weizenähren sind enthalten. Sollte ich diese Ähren rausfischen und wegwerfen, denn Meeris sollten doch auf keinen Fall Getreide fressen, zumindest Weizen ist doch sehr schlecht? Oder kann ich sie drinnen lassen? :) Oder soll ich es gar nicht verfüttern, weil auch diese Getreidestängel schlecht sind?


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 Betreff des Beitrags: Re: Grüner Hafer und grüner Weizen
BeitragVerfasst: Sa 30. Jan 2010, 20:37 
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Planetarier
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Die Getreidestengel sind gesund, genauso auch die Getreideblätter. Es geht also nur um die Samen.
Die paar Ähren werden nicht viel Schaden anrichten - es sei denn, du hältst die Meerschweinchen in Außenhaltung. Aber selbst dann sollte es kein Problem sein, fütterst du halt nur dann, wenn es nicht gerade eisekalt ist, sondern nur, wenn die Temperaturen über Null Grad sind. So stellst du sicher, daß die Meerschweinchen nicht durch eventuell noch in den Ähren liegende Samen frieren.

Die ungesunde Wirkung von Sämereien ist bei Meerschweinchen sehr subtil, von ein kleines Bischen Sämereien, egal welche, kippen Meerschweinchen nicht um. Sie werden genauso alt und bleiben genauso gesund wie wenn sie gar keine Sämereien bekommen.
Nur im Winter, bei Minusgraden und Außenhaltung, kann eben auch eine geringe Menge Sämereien dazu führen, daß der Stoffwechsel derartig durcheinanderkommt, daß Meerschweinchen eben doch frieren, trotzdem sie eigentlich selbst -20°C sehr gut vertragen. Aber selbst da siehst du ja, ob deine Schweinzerls munter sind oder ob sie sich alle auf einen Haufen zusammenballen und kaum mehr fressen oder gar zittern.

Bei Weizenähren kannst du übrigens sehr leicht ausprobieren, ob sie noch Samen enthalten oder nicht - du fast diese Ähren an. Sind sie weich, sind keine Samen mehr drin, kannst du harte Bröckchen in den Ähren spüren, sind das Weizenkörner. Die kannst du sehr leicht herausschütteln oder herausschlagen.
Die Ähren ohne Körner sind absolut ungefährlich und gesund für Meerschweinchen.

Also mach dir da mal nicht mehr Kopp wie unbedingt nötig ...


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 Betreff des Beitrags: Re: Grüner Hafer und grüner Weizen
BeitragVerfasst: Sa 30. Jan 2010, 20:51 
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Supermoderator
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Wenn es grüne Ähren sind (was bei "Grünen" Weizen und"Grünen" Hafer normalerweise der Fall ist), dann sind die Gereidekörner noch nicht fertig ausgereift und somit ist die Stärke in den Körnern noch nicht in dem Ausmaß vorhanden, wie in den reifen Ähren.


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 Betreff des Beitrags: Re: Grüner Hafer und grüner Weizen
BeitragVerfasst: So 31. Jan 2010, 12:20 
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Globaler Moderator
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Da hier die Körner aus den Weizen- und Haferähren liegen gelassen werden, säe ich sie in Blumenkästen aus. Das gibt ein saftiges, grünes Gras... Pures Schweineglück :D


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 Betreff des Beitrags: Re: Grüner Hafer und grüner Weizen
BeitragVerfasst: So 18. Apr 2010, 10:08 
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Meerschweinchen Supporter
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Grünhafer - so kann man vielerorts nachlesen - gilt als Dickmacher. Dies ist der Grund, warum ich das hier nur ein- allerhöchstens zweimal die Woche reiche.

Warum machen Getreidestengel/Getreideblätter und körnernlose Ähren dick? Ist das bloss eins dieser Mythen?


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 Betreff des Beitrags: Re: Grüner Hafer und grüner Weizen
BeitragVerfasst: So 18. Apr 2010, 10:19 
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Planetarier
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Nicht ganz ... gerade Hafer enthält in den Blättern sehr viel sehr leicht zu zerlegendes Eiweiß. Dieses Eiweiß wird auch prompt in den Muskelaufbau gesteckt und Muskeln wiegen schwer ... und da es üblich geworden ist (nicht nur in der Heimtierhaltung), Fettleibigkeit an der Gewichtszunahme festzumachen, werden die Tiere halt mit Hafergrün, Haferheu und Haferstroh "dick".
Früher hatte man diesen Effekt noch genutzt, um mehr Fleisch zu bekommen ... auch eine Mast, aber eben nicht auf Fett, sondern auf Fleischertrag ... ne gesunde Mast sozusagen.

Dann kommt noch ne unangenehme Eigenheit des Hafers dazu ... bei auf Weidelgras empfindlich gewordene Meerschweinchen kann auch Hafergrün zu dicken Bäuchen führen. Sie sind weich, aber trotzdem aufgebläht. Ich kann mir gut vorstellen, daß es doch einige gibt, mit auf Weidelgräsern empfindlich gewordenen Meerschweinchen, bei denen genau dieser Effekt gut zu beobachten ist.

Für gesunde Meerschweinchen dagegen ist Hafergrün wirklich nur gesund ... und eine schöne Abwechslung. Genauso auch Haferheu und Haferstroh ... wenn das Haferstroh denn überhaupt noch gefressen wird, heißt das.
Eine gewisse Gewichtszunahme ist allerdings schon zu beobachten - eben weil mehr Muskeln bei gleicher Bewegung ausgebildet werden. Manche Meerschweinchen wirken dadurch sogar insgesamt rundlicher.


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 Betreff des Beitrags: Re: Grüner Hafer und grüner Weizen
BeitragVerfasst: So 18. Apr 2010, 23:17 
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Supermoderator
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Dickmacher ist er aufgrund des hohen Fruktangehaltes... So wie Weidelgräser (die ja im Prinzip auch nichts anderes als "Hochleistungsgräser" sind) ist auch Getreide (auch "Hochleistungsgras") stark fructanhaltig.

Getreidekörner Fruktangehalt (g/kg Trockensubstanz) Stärkegehalt (g/kg Trockensubstanz)
Roggen 31 613
Weizen 15 651
Mais 6 690
Gerste 4 587
Hafer 3 468

Getreidestängel Fruktangehalt (g/kg Trockensubstanz) nicht strukturbildende KH [%]
Hafer 235 39,2
Weizen 239 47,8
Gerste 178 29,0

g Fruktan / kg Trockenmasse Gras 5-10 °C kalt 11-25 °C warm
Knäuelgras 130 8
Wiesenschwingel 220 0
Deutsches Weidelgras 210 10
Lieschgras 111 2

Die Daten stammen aus:
Vanselow, R. U. - Fruktanwerte erheblich höher als bisher bekanntgegeben


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 Betreff des Beitrags: Re: Grüner Hafer und grüner Weizen
BeitragVerfasst: Mo 19. Apr 2010, 08:24 
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Planetarier
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Da Fruktane erst im Blinddarm und Enddarm zerlegt werden und dann als eiweißreicher Blinddarmkot aufgenommen werden, machen auch sie kein Fett, sondern bieten Bausteine für die Muskeln ...

Was für mich nun so erschreckend ist, sind die Fructanwerte im Stengel von Weizen ... 23,9% Fructan im Weizen sollten meine Meerschweinchen aller Theorie nach flachlegen - nur, das tut es nicht, Weizengrün, Roggengrün und Gerstengrün wird sogar außerordentlich gut vertragen, besser wie manch ein Gras, was auf der Weide wächst ... einzig Hafergrün vertragen meine Empfindlinge nicht, sondern nur die gesunden Meerschweinchen.

Also doch Alkaloide, oder nur das Zusammenspiel von bestimmten Alkaloiden mit Fructanen oder sogar noch was anderes? :hm:

Es kommt jedoch noch eine Sache hinzu ... alle gemessenen Fructanwerte sind Momentaufnahmen, der Fructangehalt kann sich innerhalb von Stunden extrem ändern, je nach Witterung und Streß der Pflanze. Vielleicht klappt das bei mir mit dem Getreidegrün, weil ich nicht erst warte, bis der höchste Ertrag an Getreidegrün zu bekommen ist, sondern schon deutlich früher pflücke?

Mit der Weidelgrasempfindlichkeit selber hab ich immer mehr das Gefühl, als wenn es sich um echte Allergien gegen Inhaltsstoffe handelt und nicht um die Weidelgrasproblematik an sich ... dafür spricht, daß die Meerschweinchen empfindlich bleiben, daß ne ganze Reihe von Gräsern sowohl als Heu, als auch als Gras die dicken Bäuche verursacht und daß die Meerschweinchen offenbar nur schwer lernen, Gräser, welche den Dickbauch verursachen, einfach nicht mehr zu fressen ...


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