So ... wir haben heut langen Kinotag gehabt - zwei Filme, dazwischen Essengehen ... und, damit die Tiere auch was von haben, in der Stadt Frisches gesammelt ... leider im Dunkeln, ließ sich leider nicht anders einrichten.
Ich will das in Form einer kleinen Geschichte schreiben, einfach um zu zeigen, wie man in der Stadt zu Kräutern kommen kann und worauf man da achten kann.
Was soll ich sagen - ich kenn mich da nicht sonderlich aus, aber innerhalb von nur 1 1/2 Stunden war die Kiepe voll!

Bei mir auf dem Lande brauch ich da sehr viel länger ... es wächst hier halt außer Weidelgras nicht mehr viel ...
Die Sammeltour war einfach ... wir hatten an Schrebergärten unseren Wagen abgestellt - also gings zuerst über die Wege der Schrebergärten. In den meisten Städten findet man selbst mitten im Winter noch verschiedene gute Kräuter, von Nelkenwurz angefangen, über Vogelmiere bis hin zu Taubnesseln ... najagut, in dem Fall waren die Schrebergärten eine einzige Enttäuschung, man scheint hier der Meinung zu sein, daß aufgeräumte, geharkte und gefegte Wege zwischen den Schrebergärten ein Muß ist ... Ausbeute diesmal also gleich Null ...
Weiter gings, erst ne vielbefahrene Hauptstraße lang, gleich in die nächste Nebenstraße rein - Bingo!
Ein ziemlich verwahrlost aussehendes Grundstück mit ein paar alten landwirtschaftlichen Geräten drauf und nur zu einer Seite abgezäunt - prima Wilderungsgebiet. Gleich am Weg wuchsen dann auch gleich jede Menge Klettkraut, Vogelmiere und weiße Taubnessel, leider versteckt dazwischen auch junge Brennesseln *autsch*
Nur ein wenig weiter war ein kleiner Park - und direkt zwischen zwei Laternen unter den Bäumen ein wahres Schöllkrautparadies! Alleine eine Kiste, also ein fünftel voll Kiepe bestes und sogar für Meerschweinchen voll verträgliches Schöllkraut! Durch die Laternen war zum Glück auch gut das Hundeglück zu erkennen, damit man das im Dunkeln nicht aus Versehen gleich mitpflückt ...
Ich hätt gern noch im Park weitergesammelt, aber da fehlte einfach das Licht - Hundeglück an den Händen war dann doch keine so tolle Vorstellung, also weiter gings nen ziemlich steilen Berg (mit Treppe) hoch Richtung Krankenhaus.
Direkt vorm Krankenhaus waren ein paar traurig vor sich hinvegetierende kleine Rasenstücke - und!
Volltreffer!
Ferkelkraut in rauhen Mengen ... also, Kiste gezücht und das Ferkelkraut gejätet *g*
Da wir weder den Weg zurückwollten, wo wir herkamen, noch den Weg runter wollten, wo die ganzen Autos zum Krankenhaus hoch fuhren, haben wir uns auf einem kleinen Nebenweg zur anderen Seite vom Krankenhaus geschlagen - und unter einer Laterne wuchs dann sogar noch wundervoll großer Löwenzahn - eine Seltenheit zu dieser Jahreszeit. Tja ... nun wächst er da nicht mehr, sondern verschwindet gerade im Magen von Kaninchen und Meerschweinchen

Wieder unten angekommen sind wir wieder ein paar Nebenstraßen weitergewandert und fanden einen kleinen Weg zwischen den Häusern, den wir dann gleich mal unter die Lupe nahmen, normalerweise ein Eldorado für Löwenzahn, Gänsedistel und Co ... nagut, in dem Falle ein Reinfall, die Hessen scheinen sehr gut darin zu sein, ihre Fußwege Unkrautfrei zu halten - also weiter ...
Eine Schule oder Kindergarten mit Wiese davor tauchte auf - Wundervolles Jagdrevier!
Und siehe da, auf der Wiese war dann tatsächlich Löwenzahn, Zitronenmelissesamenstände, leider from Frost stark gebeutelter Oregano und am Schulgebäude selbst ein wenig rauhe Gänsedistel und noch mehr Löwenzahn zu finden ... nicht viel, aber immerhin, die Kiepe füllt sich.
Ein weiterer Park - leider ohne Schöllkraut, dafür ein Taubnesselnest - klar, die kommen auch in die Kiepe.
Eine verwahrloste Verkehrsinsel mit ein paar Bodendeckern, vertrocknetem Gras und - blühenden Rosen!
Nunja ... schön sahen sie nicht mehr aus und verschwanden förmlich zwischen dem vertrockneten Gras - da kümmert sich niemand mehr drum, also ein paar Rosenblüten abgeknipst und mitgenommen ...
Nur wenig weiter, wieder in einer Nebenstraße, standen ein paar Blumenkübel rum mit irgendwelchem exotischen Zeugs - weniger exotisch jedoch war massenweise Vogelmiere ... ein wenig geliebtes Unkraut, klar, daß das auch gleich für die Kaninchen, Meerschweinchen und Chinchillas gejätet wurde, sieht schließlich auch schöner aus ohne das ganze Unkraut dazwischen. Ich bekam sogar ein freundliches Dankeschön für den Fleiß, die Stadt von bösem Unkraut zu befreien! Na - das hört man doch gern!

Nun noch zurück, ein paar Brombeerblätter im Vorbeigehen abgerissen und ab in den Wagen mit der vollen Kiepe ... ich wollt, Sammeln wär immer so leicht ... (und vor allem trocken!)