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Es gibt Kaninchenhalter, erfahrene Kaninchenhalter und sehr erfahrene Kaninchenhalter.
Nicht jeder kennt sich mit diversen Krankheiten aus.
Selbst als sehr erfahrener Kaninchenhalter kann man nicht alles kennen und wissen.

Alles, was hier im Forum speziell zu Krankheiten, Diagnosen, Medikamenten und deren Dosierungen zu finden ist, sind persönliche Erfahrungen, Tipps und Ratschläge.

Diese Tipps und Ratschläge ersetzen keinen Tierarztbesuch.

Es gibt sehr viele ernst zu nehmende Krankheiten, die man durch Eigenbehandlung/Eigentherapie noch verschlimmern kann.

Es ist daher wichtig, jede Medikamentenabgabe und Therapie unbedingt mit dem Arzt zu besprechen und gemeinsam nach der besten Lösung, für das jeweilige Tier zu suchen.

Also zieht bitte immer einen Tierarzt zu Rate. Selbstverständlich könnt Ihr die hier gegebenen Tipps und Ratschläge mit Eurem Tierarzt besprechen.



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BeitragVerfasst: Di 10. Apr 2018, 16:16 
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Planetarier
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Hallo,
lange war ich nicht mehr hier,aber nun brauche ich mal etwas Hilfe in Sachen Kaninchen.
Gestern wollte ich ein paar Goldfische,die über Ebay Kleinanzeigen inseriert waren.Im Nachhinein stellte sich raus,das es die Tiere von dem Freund einer Schulfreundin meiner Tochter ist.
Wir sind in eine Wohnsituation reingeplatzt,was man so überhaupt nicht beschreiben kann. Nicht nur die Fische waren in einem total verdreckten Aquarium. Auf dem Fußboden stand ein zweigeteiltes Terrarium (wenn man es so nennen kann)oder besser ein Kasten aus OSB Platten mit Glas schiebe scheiben und kaum oder keinen Luftlöchern (war nicht so gut zu erkennen)
Das saßen einmal 2 große Kaninchen und auf der anderen Seite 3 Jungtiere.
Sie hatten weder Futter noch Wasser und saßen im eigenen Dreck.
Wir haben die Fische genommen und er konnte das Geld nicht wechseln. Naja ok, dann kam noch einer rein und meinte wir könnten ja auch nen Hasen mitnehmen,da der kleine bock sonst an die Wand fliegt,weil das ausgewachsenen Weibchen eh wieder tragend ist.
Ich war so geschockt,das wir den kleinen mit genommen haben. Er war eh schon in keinem guten Zustand.
Nun sitzt er bei uns in einem Standard Käfig für Kaninchen den ich eigentlich für die Igelaufzucht / Überwinterung von unterernährten Tieren genutzt hab.
(Wenn er gesund ist bekommt er natürlich ein Gehege bei uns im Garten und auch Gesellschaft.)
Der kleine ist ca. 12 Wochen alt und wiegt 1130g. Man spürt die Wirbelsäule und auch die Rippen und sein Po war total verdreckt und verkrustet so das wir ihn heute in lauwarmen Wasser eingeweicht haben um alles sauber zu bekommen aber leider hatte er schon eine kleine Verletzung am Po. Es ist aber jetzt alles sauber und ich habe es nachdem ich die Haare entfernt hab mit Silberspray eingesprüht.
Sein linkes Auge ist auch so leicht milchig trüb tränt aber nicht laut dem Mädel war es wohl mal zu kalt und seit dem hat er das.
Er hat erstmal Heu und MöhrenApfel/ Banane und eine Erdbeere bekommen,was vollkommen verschlungen wurde und 2 Näpfe mit Wasser hat er innerhalb kürzester verschlungen.
Was kann ich jetzt füttern,damit er zu nimmt und wie sieht es mit notwendigen Impfungen aus?
Habt ihr generell ein par hilfreiche Infos für mich?

Ich habe auch überlegt das Veterinäramt ein zu schalten aber hab etwas Bedenken,das meine Tochter Probleme bekommt mit den Leuten.
Ich wollte die Sache aber mit unserem Haustierarzt besprechen wenn ich den Zwerg vorstelle ob er das zuständige Amt informieren kann.
Die anderen Tiere werden sie so einfach bestimmt nicht ab geben,weil sie die Tiere immer über Kleinanzeigen verkaufen.

LG Melanie


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BeitragVerfasst: Mi 11. Apr 2018, 18:21 
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Planetarier
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Das Beste, was du nun tun kannst, ist möglichst viel aus der Natur zu verfüttern.
Was momentan unbedenklich ist, das sind frischgeschnittene Zweige diverser Bäume, einschließlich Nadelbäume, es ist das beste Raufutter, was es für Kaninchen gibt.

Inzwischen wächst in den meisten Gegenden Deutschlands schon die erste pflückbare Wiese und Wegrand ... du kannst wirklich fast alles, was du an Grünem findest, pflücken - je mehr desto besser. Allerdings sind momentan die Wiesen sehr eiweißreich, um Blähungen vorzubeugen, solltest du deshalb die Wiese erstmal mit Heu mischen.
Was besser stehenbleiben sollte, ist Aaronstab ... der wird natürlicherweise von Kaninchen nicht gefressen, aber wenn so ein Kaninchen derartig ausgehungert ist, kann man sich nicht 100%ig sicher sein, daß es den Aaronstab stehenläßt. Auch Fingerhut ist für so ein ausgehungertes Kaninchen nicht geeignet, auch nicht in jungem Stadium. An geschützten Stellen im Wald kann man manchmal schon im April die ersten grünen Blättchen vom Fingerhut sehen. Auf Wiesen ist der zu selten ... da kann man getrost pflücken.
Gehölze, die nix für ein solch ausgehungertes Kaninchen sind, das sind Eibe, Buchsbaum, Essigbaum und Pfaffenhütchen, sonst kann eigentlich alles an Gehölz verfüttert werden.

Wichtig beim Wiesepflücken ist, daß man nicht einzelne Pflanzen, die man kennt, raussucht, sondern wirklich jedes Pflänzchen mitpflückt, was da wächst ... hat einfach den Grund, daß da ne Menge Heilpflanzen drunter sind, welches das Kaninchen dringend zur Genesung braucht, denn man kann von ausgehen, daß ein so ausgemergeltes Kaninchen mit eingefallenen Flanken auch nen kaputten Darm schon hat.
Besser wäre es natürlich, wenn das Kaninchen auf eine artenreiche Wiese gesetzt werden könnte - dann ist auch ausgeschlossen, daß es zu gierig frißt, weil es mühsam die Pflanzen erstmal abbeißen muß. Es ist einfach das allerbeste Mittel, ein Kaninchen wieder gesund zu bekommen - einfach auf ne Wiese setzen.

Normalerweise bin ich gegen supplementiertes Futter, weil es eher schadet wie nutzt - aber in dem Fall kann man von ausgehen, daß diverse latente Nährstoffmängel vorliegen ... es ist also durchaus sinnvoll, ein gutes Strukturfutter als Kraftfutter zuzufüttern. Leider gibts das von Andreas Strieder angeregte Futter nicht mehr - bewährt hat sich jedoch auch das Nösenberger Struktur-Müsli für Kaninchen.
Man kann sich jedoch auch ein sehr gesundes Kraftfutter aus Sonnenblumenkernen, Leinsaat, Buchweizen, Vollkorn-Haferflocken, Amaranth und Quinoa zusammenmixen ... und dafür sorgen, daß das Kaninchen viel ungefiltertes Sonnenlicht, vor allem zur Mittags- und Nachmittagszeit, abbekommt. Ne gute Belichtung tut bei ausgehungerten oder kranken Kaninchen wahre Wunder.
Haferflocken sind für gesunde Kaninchen nicht geeignet, weil sie regelrecht fett machen - aber bei Kaninchen, die gepäppelt werden müssen, sorgen sie (bei genügender Bewegung und genügend ungefiltertem Sonnenlicht oder Vitamin D-Gaben) für viel Energie und Eiweiß, die zum Muskelaufbau gebraucht wird. Außerdem sind die Mineralstoffe für Kaninchen sehr leicht verdaulich.

Ein Kraftfutter ist nur die Ergänzung und in dem Fall notwendiges Übel zum Päppeln ... Hauptfutter dagegen ist Wiese, Wegrand und als minderwertiger Ersatz blättriges Gemüse und Bittersalate. Apfel können die Hauptkost ergänzen, da der Apfel zum Aufbau der Blinddarmgesellschaft beiträgt.

Wichtig - ein Gesundheitsnapf mit diversen Gewürzen, insbesondere die gegen Blähungen:
Fenchel, Kümmel, Schwarzkümmel (extrem wichtig!), Anis, Wacholderbeeren, getrocknete Blaubeeren ...

Bei stacheligen und dornigem Gestrüpp muß ein wenig aufgepaßt werden, daß das Kaninchen sich nicht durch die eigene Gier an den Stacheln/Dornen verletzt. Oft reicht es vollkommen aus, das Gestrüpp in Kopfhöhe aufzuhängen. In den Stacheln/Dornen sind sehr viele Gerbsäuren und ähnliches enthalten, welche ähnlich wie schwarzer Tee bei uns Menschen auf den Darm wirken und dafür sorgen, daß Entzündungen wieder zurückgehen. Die jungen Triebe sind sehr eiweißreich - genau das, was ein stark hungerndes Jungkaninchen braucht.

Küchenkräuter können frisch in beliebiger Menge angeboten werden. Unter Wiese gemischt sorgen einige Küchenkräuter, wie Thymian, Rosmarin und Salbei, dafür, daß etwas vorsichtiger und nicht so gierig gefressen wird, das beugt Blähungen vor. Ähnliches erreicht man, wenn man Wiese mit Heu mischt.


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BeitragVerfasst: Mi 11. Apr 2018, 21:21 
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Planetarier
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Danke für die Antwort.
Ich war heute im Fressnapf wegen getreidefreiem Kaninchen futter. Die nette Verkäuferin hat uns auch zu viel Heu mit Wiese gemischt geraten. Weil der kleine ja so dünn ist hat sie uns noch Kaninchen futter für Jungtiere mit gegeben und von JR Farm habe ich noch so eine Knabberrolle mit Kräutern mitgenommen
( Multifit Junior )
Das ist drin.
Zusammensetzung
11% Erbsenflocken, 3,5% Karotten, 1% Rote Beete, 0,2% Paprika, Früchte, Kräuter (1,3% Petersilie, 0,55% Thymian, 0,25% Sellerie, 0,25% Koriander), Mineralstoffe, Öle und Fette (0,5% Leinöl)

Ich hoffe das ist für den Anfang erstmal ok,bis ich was anderes bestellt hab.
Auch habe ich vorhin schon etwas Wiese aus unserem Garten unters Heu gemischt.
Und Ralfi hat wieder seine geliebte Möhre bekommen.
Kann er auch das Möhrengrün mit dazu bekommen und wie sieht es mit Kohlrabi Blättern aus?
Achso,in welchen Abständen soll ich ihn denn füttern. Ich hab es bis jetzt so gehalten das er 4-5mal am Tag kleinere Portionen bekommt,da Ralfi einfach ohne Pause frisst bzw richtig schlingt und erst aufhört wenn alles aufgefuttert ist. Ich denke alles zur freien Verfügung ist bestimmt noch nicht so angebracht.


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BeitragVerfasst: Do 12. Apr 2018, 12:35 
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Planetarier
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Das Möhrengrün ist viel gesünder, wie die Möhre, die da dranhängt ... Kaninchen sind Kräuter- und Grasfresser, keine Wurzelfresser. Die Kohlrabiblätter sind äußerst gesund und ein wichtiger Einstieg in die Kohlfütterung. Kohl ist in der Winterfütterung das A und O, ohne Kohl hat man oft echte Probleme, Kaninchen gesund über den Winter zu bekommen. Es ist also wichtig, Kaninchen möglichst schnell an Kohl heranzuführen.

Die meisten getreidefreien Kaninchenfutter sind für Kaninchen nicht geeignet ... Getreide wird in kleinen Mengen auch von Wildkaninchen gefressen, die beißen regelrecht unten die Getreidehalme durch, damit das Getreide umfällt und sie an die Ähren kommen, die sie dann ausfressen. Dementsprechend vertragen Kaninchen auch Getreide als Kraftfutter - klar, Hauptfutter kann es nie sein ... Kaninchen sind nunmal ausgesprochene Frischköstler und Blattspitzenfresser (die brauchen frische Wiese, frischen Wegrand und frischgeschnittenes Gehölz - mit dem gekauften Kaninchenfutter können sie meist gar nix anfangen, weil es zu trocken ist und wenn es dann auch noch getreidefrei ist, ist oftmals nichtmal Kraftfutter, was durchaus trocken sein kann).

Wiesenheu ist zwar ein sehr gutes Mittel, um bei Kaninchen im Frühjahr, die noch keine Wiese gewöhnt sind, das Schlingen zu verhindern. Und es ist ein sehr gutes Beschäftigungsmittel und wird sogar ab und an geknabbert, auch von gesunden Kaninchen, aber es ist kein Futter.

Frisch geerntete Wiese und frischgepflückter Wegrand sollten nie ausgehen - das ist Hauptfutter. Nun ist es so, daß im Winter es oft sehr schwer ist, an Wiese und Wegrand ranzukommen, also muß Ersatz her - und das ist dann blättriges Gemüse und Wintersalate, also Kohl (insbesondere die Blätter natürlich), Möhrengrün, rote Bete Blätter, Postelein, Rucola, Chicoree, Lauch (sehr wichtig! Lauch wird nach Gewöhnung als Hauptfutterpflanze angenommen und ist somit die einzige Pflanze aus der Familie der Zwiebelgewächse, die Kaninchen in größeren Mengen futtern. Zwiebelgewächse wiederum sind im Winter sehr wichtig, um das Immunsystem stabil zu halten und Entzündungen vorzubeugen), Radicchio, Mangold, Spinat, Endivien, Zuckerhut, Feldsalat, Portulak, Selleriegrün, Sauerampfer, Pastinakenblätter und alles, was halt Kohl heißt.
Möhren, Äpfel und sowas alles ist nur Beikost - wenn genügend Blättriges da ist oder genügend Wiese da ist, dann können auch Möhren, Äpfel, Gurke etc in größeren Mengen gefüttert werden, weil die Kaninchen von sich aus hauptsächlich die Blätter fressen und den Rest nur in kleinen Mengen futtern.
Aber Wiese/Wegrand oder als Ersatz frisches Blättriges sollte nie ausgehen, denn das ist Hauptfutter!

Kaninchenfutter für Jungtiere kann sehr unterschiedlich sein - Pellets sind sehr ungesund, die sollten nur dann in Ausnahmefällen gegeben werden, wenn es darum geht, Nährstoffmängel zu verhindern oder auszugleichen. Wenn jedoch zu den Pellets keine Vitamine und Mineralstoffe zusätzlich beigegeben werden, sind sie für Kaninchen nur ungesund und sollten auf gar keinen Fall verfüttert werden (sind die meisten getreidefreien Pellets, Möhrenpellets, Kräuterpellets und wie sie alle heißen).
Wenn das Kaninchenfutter für Jungtiere ein Strukturfutter ist, also da kleine Luzernestiele etc drin sind und keine Pellets, keine Extrudate, dann kann man es als Raufutter geben. Ist Getreide im Strukturfutter (wie beim Nösenberger), dann ist es Kraftfutter (Getreide bietet viel Energie, es ist ein natürliches Nahrungskonzentrat, was halt nur in geringen Mengen gefressen wird.)
Auch hier ist wieder zu unterscheiden zwischen den Strukturfuttern mit und denen ohne Vitamin- und Mineralstoffzusätzen ... zum Ausgleichen von Nährstoffmängeln oder im Winter, wenn zuwenig ungefiltertes Licht geboten werden kann, ist ein Strukturfutter mit Mineralstoff- und Vitaminzusätzen (also supplementiertes Futter) sinnvoller, vor allem, da es das wichtige Vitamin D in gut aufnehmbarer Form bietet.
Nösenberger ist ein Beispiel für so ein supplementiertes Strukturfutter.
Die Strukturfuttersorten von Grünhopper dagegen sind ein Beispiel für unsupplementierte Strukturfutter.

Solche Knabberrollen sind sowas wie Müsliriegel für uns Menschen ... nette Süßigkeiten, aber in den meisten Fällen nicht sonderlich gesund. Ungesunde Bestandteile in der von dir gekauften Knabberrolle sind:
Erbsenflocken, getrocknete Karotten, rote Bete, Paprika, Früchte (frisch sind sie gutes Beifutter, aber getrocknet ungesund).
Petersilie, Thymian, Sellerie und Koriander bekommt man auch frisch, generell ist alles, was frisch mit vollem Wassergehalt ist, deutlich gesünder für Kaninchen, wie getrocknet. Kaninchen trinken nur zur Ergänzung des Flüssigkeitsbedarf, sind aber nicht in der Lage, genügend Wasser nur über Trinken aufzunehmen, sie müssen das Wasser fressen. Sie sind Frischköstler.

Was in den Knabberstangen dagegen durchaus sinnvoll ist in deinem speziellen Fall (ausgehungertes Jungkaninchen), das ist das Leinöl und die Mineralstoffe. Allerdings sind nur 0,5% der Öle und Fette tatsächlich Leinöl! Der Rest, also 99,5% der Öle, könnte durchaus auch ranziges Pommesfett sein oder Fischöl oder andere sehr perverse Öl- und Fettsorten, die nur für Tiere, nicht für Menschen erlaubt sind.
Das relativiert das Ganze dann wieder sehr extrem ... die Obergruppe Öle und Fette deutet auf ungesunde Öle und Fette hin.

Ralfi ist halb verhungert - er muß fressen bis Anschlag, damit er überhaupt genügend Nahrung aufnehmen kann, um seine Nährstoffmängel irgendwie zu kompensieren. Gerade Möhrengrün, mit Heu gemischte Wiese, Kohlrabigrün, Chicoree, Basilikum im Topf (natürlich ohne den Plastiktopf :D), Radicchio, Lauch, Zuckerhut, Sauerampfer und Mangold eignen sich hierfür erstmal sehr gut, da sie selbst dann, wenn sie zuviel gefuttert werden, nicht gleich zu Blähungen führen.
Um Blähungen vorzubeugen ist es allerdings ratsam, frische Zweige zu schneiden - besonders geeignet sind momentan blühende Forsythien, blühendes Obstgehölz und Kornellkirsche, wenn du es aufhängst auch Schlehen, Weißdorn, Himbeeren, Brombeeren, Rosen (samt der Hagebutten, wenn sie noch dranhängen).
Die Zweige, der Lauch und die mit Heu gemischte Wiese gibst du als erstes, bis Ralfi davon nix mehr frißt - dann gibst du ihm das Gemüse, bis er es liegenläßt. Das braucht natürlich die erste Zeit mehr Zeit pro Fütterung, aber lohnt sich, da das Gemüse dann nicht mehr so inhaliert wird, weil ja schon viel Frisches im Magen ist (nämlich die Wiese und die Knospen, Blüten und frische Triebe der Zweige). Das beugt Magenaufgasungen durch Schlingen vor.
Schon nach drei bis vier Tagen wirst du sehen, daß Ralfi nicht mehr so schlingen wird - einfach weil er es dann endlich geschafft hat, all die Nährstoffe, die er braucht, wieder aufzufüllen.

Wenn du darauf achtest, daß immer Wiese/Wegrand oder blättriges Gemüse/Bittersalate für Ralfi erreichbar ist, brauchst du nur dann zu füttern, wenn Ralfi fast alles bis auf einen Rest, aufgefuttert hat oder wenn eben Gemüse ausgetauscht werden muß, weil es matschig wird.

Das gekaufte Gemüse und Salat hat übrigens meist eine deutlich höhere Qualität, wenn es aus regionalem Anbau kommt. Saisonales Gemüse und Salate sind meist billiger und gesünder.

Wenn du ihm jedoch nun das Futter rationiert gibst und er weiter hungern muß (das muß er nämlich in den kurzen Pausen, wo es nix mehr gibt, daß er immer noch weiterfressen würde, zeigt ja, daß er noch hungrig ist), dann erziehst du dir einen Schlinger, der wenn du Pech hast, nie wieder aufhört zu schlingen. Die Folgen sind dann immer wieder auftretende Magenaufgasungen (übrigens ein häufiges Problem im Tierschutz, da dort sehr oft gerade Frisches rationiert verfüttert wird, wegen der Angst vor Matsche und Blähungen).


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BeitragVerfasst: Do 12. Apr 2018, 16:05 
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Ich hab heute das Nösenberger Strucktur Müsli bestellt und auch einiges an Gewürzen gegen Blähungen .
Jetzt hat Ralfi Heu mit Möhrenkraut und Kohlrabiblättern bekommen und etwas Trockenfutter.
Nachher holen wir noch Wiese aus unseren Garten und mein Mann schneidet ein paar Zweige von unseren Bäumen.
Wir haben Apfel,Kirsch und Haselnuss Bäume zur Auswahl.
Er frisst auch schon viel ruhiger und schlingt nicht mehr alles auf einmal runter. Der kleine sucht schon viel gezielter aus was er gern hätte.

Ralfi wird bestimmt ein größeres Kaninchen,denn für einen Zwerg hat er zu lange Ohren,oder irre ich mich da?

Wie sieht es eigentlich mit Impfungen aus. Er soll ja,wenn er fit ist auch raus in den Garten. Und sollte ich ihn wenn er kastriert wird gleich kennzeichnen lassen. Unser Tierarzt tätowiert sie da meistens,oder macht ein Chip mehr Sinn?
Unsere 2 Hunde und 2 Katzen sind gechipt.


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BeitragVerfasst: Do 12. Apr 2018, 18:18 
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Du hast doch die Eltern gesehen - so groß wird Ralfi vorraussichtlich.
Die kurzen Ohren der reinrassigen Zwergkaninchen kommen vom sog. Zwergengen, es verursacht Kleinwüchsigkeit, einen runderen, breiteren Kopf und eben die erwünschten kurzen Ohren. Nun gibt es jedoch bei den Mischlingen auch sehr kleine Kaninchen ohne dieses Zwergengen - und die haben wiederum lange Ohren, wie jedes Kaninchen.
Es gibt sogar sehr kleine Mischlinge mit extrem langen Ohren ... sieht irgendwie - äh, komisch und ungewohnt aus.
Wenn man das Zwergengen in ein Riesenkaninchen reinzüchtet, beispielsweise indem man einen reinrassigen Zwergkaninchenrammler zu einer Riesenhäsin läßt, kommen Riesenkaninchen mit kurzen Ohren raus.
Kurzum, Ohrenlänge hat nix mit der Größe zu tun, sondern mit diesem speziellen Zwergengen (und vielen weiteren modifizierenden Ohrgenen).

Wenn Ralfi jetzt schon ruhiger frißt, habt ihr das Gröbste überstanden - in ein paar Tagen kann er auch Kohl in beliebiger Menge bekommen, vor allem, wenn er nun Kohlrabiblätter bekommt (die sind ne gute Vorbereitung auf andere Kohlsorten). Das wird dir das Leben sicherlich einfacher machen, da du dir nicht ständig Gedanken machen mußt, wie du genügend Wiese ranschaffen kannst.

Apfel-, Kirsch- und Haselnußzweige sind perfekt!

Es gibt zwei Krankheiten, gegen die geimpft wird, einmal RHD, diese Impfung ist sehr wichtig, auch für Wohnungskaninchen, denn die RHD ist tödlich und wird über stechende Insekten übertragen. Allerdings sind auch immer mal Kaninchen in Hochhäusern erkrankt, die nie rausdurften, von Fertigheimer leben mußten und nicht mal Heu kannten - es ist wahrscheinlich, daß es hier die Kleidung der Halter war, welche zum Vektor wurde. Kurzum, vor Ansteckung kann man seine Kaninchen leider nicht schützen.
Bei ungeimpften Kaninchen sterben meist über 90% der Kaninchen, mit Impfung sterben nur noch wenige Kaninchen. Die Impfung schützt also leider nicht 100%ig, aber was anderes kann man gegen RHD nicht tun.
Wenn ein ungeimpftes Kaninchen an RHD erkrankt, lohnt es sich übrigens dennoch, das Kaninchen gegen RHD zu impfen. Die Wahrscheinlichkeit, daß es dann durchkommt, ist durch die Impfung ungleich höher.

Welcher Impfstoff momentan der Beste gegen RHD ist, kannst du beim nächsten Rassekaninchenverein erfragen, ich denke, die Informationen von den Rassekaninchenzüchtern dürften zuverlässiger sein, wie die vom Tierschutz oder von Tierärzten, einfach weil unter den Rassekaninchenzüchtern mehr Menschen sind, die sich intensiv auch mit der Fachliteratur und Studien auseinandersetzen.

Die zweite Krankheit ist Myxomatose ...
Wenn du in einem Gebiet wohnst, wo viele Wildkaninchen vorkommen und dementsprechend oft Myxomatose bei den Wilden ausbricht, ist es ratsam, gegen Myxomatose impfen zu lassen. Das ist beispielsweise in Berlin der Fall.
Wenn du jedoch in einer Gegend mit nur wenigen Wildkaninchen wohnst, wo sehr selten Myxomatose bei Wildkaninchen auftritt, kann es günstiger sein, nicht zu impfen, da in einigen Fällen die Impfung selbst zur Erkrankung geführt hatte ... allerdings gibts hierzu keine wirklich zuverlässigen Statistiken, du wirst dich also zwangsweise aus dem Bauch heraus entscheiden müssen oder du glaubst einfach deinem TA, was der dir rät.
Wie du dich auch immer entscheidest, wichtig ist, daß Ralfi vor der Myxoimpfung auf Herz und Nieren untersucht wird und absolut gesund ist, dann wird auch die Myxomatoseimpfung vorraussichtlich keinen Schaden anrichten.
(Ich hoffe, ich hab, was Myxo angeht, dich gut beraten - denn ich muß ganz ehrlich sagen, je mehr ich drüber lese, desto weniger weiß ich, ob ich noch gegen Myxo impfen würde)

Das Trockenfutter sieht mir aus wie ein typisches, ungesundes Kuntibuntifutter: Extrudate, Pellets, Erbsenflocken, getrocknete Möhren, dazwischen irgendwelche undefinierbaren Stengelchen, meist überlagert und ohne Nährwert. Immerhin sind da diese Stengelchen drin - die sind nämlich auch Merkmal eines guten Strukturfutters und von den dortigen Luzernestengeln (die durchaus verwertbar sind für Kaninchen) nicht zu unterscheiden. Diese langen, gepreßten Würmchen dagegen sind ungesund, da die Teile, aus denen sie bestehen, so fein vermahlen sind, daß sie zur Enterocolitis führen können.
Da du allerdings ja viel Frisches fütterst, sollte das bischen Trockenfutter nicht schaden ... und momentan braucht Ralfi eben noch die Energie und die Mineralstoffe, die eben selbst im Kuntibunti enthalten sind.
Ich würds allerdings nicht nochmal kaufen ... aber das bleibt dir überlassen. Solange Ralfi davon keine Verdauungsbeschwerden bekommt, ist alles noch im grünen Bereich.


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BeitragVerfasst: Fr 13. Apr 2018, 12:21 
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Ralfi lässt das Trockenfutter links liegen und futtert nur die Haferflocken.
Seit heute hat er jedoch etwas Matschekann es an den Kohlrabiblättern liegen oder eher daran das er die letzten Tage alles gefuttert hat was in ihn rein gepasst hat?
Kann ich jetzt was bestimmtes geben um die Matsche wieder weg zu bekommen?
Fenchel,Anis,Kümmel,getrocknete Wacholderbeeren kommen morgen hier an. Schwarzkümmel und Blaubeeren hab ich noch nicht bekommen,da schau ich morgen beim Einkaufen mal.
Basilikum ignoriert er Ich hab noch frischen Spinat,Lollo Rossa und Lollo Bionda Salat da. Kan er davon auch was bekommen?
Was ist sinnvoller Wasserflasche oder Wassernapf?
Ralfi hat jetzt auch ein neues Kuschelkörbchen und hat den ganzen Tag freien Auslauf im Flur. :D


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BeitragVerfasst: Fr 13. Apr 2018, 13:11 
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Ist der Bauch weich?
Kein starkes Gluckern zu hören?
Dann ist das mit der Matsche eine logische Folge davon, daß der Körper wieder richtig funktioniert, und alles an Giftstoffen aus dem Darm transportiert wird, was vorher mangels Futter nicht rausgeschoben werden konnte.
Die Matsche sollte allerdings in den nächsten zwei bis drei Tagen deutlich besser sein oder sogar gänzlich verschwunden sein, sonst muß genauer hingeschaut werden.

Ist die Matsche traubenförmig, weich und hat nicht viel Ähnlichkeit mit Kugeln?
Dann ist das gar keine Matsche, sondern Blinddarmkot. Das ist normal ... Ralfi hat endlich alles aufgefüllt an Nährstoffen, was er braucht, da muß er sich nicht mehr von Blinddarmkot ernähren, er stellt aber dennoch Blinddarmkot her - und der bleibt dann liegen.
Spätestens, wenn Ralfi da drübergelatscht ist, ist es richtig Matsche und nicht mal mehr zu erkennen, daß das mal traubenförmig war.

Spinat ist, solange die Matsche da ist, nicht so gut (es sei denn, es war Blinddarmkot) ... sie kann nun zu Blähungen führen, also warten, bis der Kot wieder wie Kugeln aussieht
.
Den Salat dagegen kannst du geben, allerdings sind Gartensalate gar nicht so gesund, auch nicht Lollo rosso und Lollo bionda. Das Problem der Gartensalate ist, daß sie im letzten Jahrhundert derartig auf Ertrag gezüchtet wurden, daß sie nicht mehr in der Lage sind, ne vernünftige Cellulosestruktur aufzubauen. Dazu kommt, daß sie so gut wie keine sekundären Pflanzenstoffe mehr enthalten, aber dennoch jede Menge Wasser. Für Mikroorganismen ist das ideal, deswegen matscht ja auch Gartensalat so schnell - aber für Säugetiere (Menschen, Kaninchen, Meerschweinchen etc) ist das halt nicht mehr so gesund ...
Kopfsalat muß inzwischen als so ungesund angesehen werden, daß er Verdauungsprobleme verursacht. Lollo rosso und Lollo bionda dagegen sind da stark auf der Grenze, sie werden von Kaninchen gerade eben so noch vertragen.
Die Wildform Stachellattich dagegen ist äußerst gesund ... insbesondere für Kaninchen. Es wird nicht lange dauern, dann kannst du ihn sammeln, momentan wächst noch kein Stachellattich, ist noch zu früh im Jahr.
Wenn du junge Stachellattichpflanzen findest, kannst du sie übrigens so abdecken, daß keine Sonne rankommt - man nennt das bleichen. Der Stachellattich wächst dann zwar weiter, aber er kann kein Chlorophyll mehr aufbauen und er lagert nur noch sehr wenig Bitterstoffe ein - so ist der Stachellattich auch für uns Menschen ein Genuß. Den Erfolg des Bleichens siehst du daran, daß er hellgrün, gelblichgrün oder sogar weiß wird.
Man kann allerdings Stachellattich auch über Nacht in Salzwasser legen, so werden die Bitterstoffe aus dem Stachellattich gelöst und er wird irgendwann halbwegs auch für uns Menschen genießbar.
Junge Blätter des Stachellattichs kann man kleingeschnitten (nach wässern in Salzlake) gut in Kartoffelpuffer oder in Kartoffelbrei als Gewürz tun - damit erhöht sich die Verträglichkeit von Kartoffelpuffer und Co. Auch mit Frischkäse gemischt machen sich die jungen Stachellattichblätter gut oder als Würze in Eierspeisen. Als Salatbeigabe eignet sich nur der gebleichte Stachellattich (der braucht nicht in Salz eingelegt zu werden).
Die Blüten im Sommer machen sich gut als Dekoration von Speisen - allerdings sind dann die Blätter für den menschlichen Genuß zu alt und zu stark mit Bitterstoffen voll. Das ist für Kaninchen besonders lecker und besonders gesund, aber es gibt nur sehr, sehr wenige Menschen, die den Stachellattich dann noch essen können, für uns ist er dann ungenießbar bitter.

Um mit der Matsche besser klar zu kommen, wären nun die Blaubeeren und Wacholderbeeren wichtig ... aber es funktioniert auch ohne, es ist halt ein normaler Prozeß der Gesundung.

Wenn Ralfi den Basilikum ignoriert, ist das auf der einen Seite ein sehr gutes Zeichen - er selektiert, wie es eben nur die Kaninchen können, man kann ihn nun so gut wie nicht mehr mit Pflanzen vergiften, egal was man ihm an Grünzeug gibt. Das erleichtert das Gewöhnen an Wiese, Wegrand und Gehölz.
Auf der anderen Seite heißt es allerdings auch, er kennt es nicht - und wat der Buur nit kennt, dat fret er net ... heißt also, ausgerechnet das Kraut, was ihm am meisten helfen könnte, ignoriert er ...
Vielleicht probiert er allerdings irgendwann nochmal und erkennt den gesundheitlichen Nutzen, ich würd da die Hoffnung noch nicht aufgeben.


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BeitragVerfasst: Fr 13. Apr 2018, 14:04 
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Also, ich glaube es war Blinddarmkot. Im Körbchen war normaler Kaninchenkot,also rund und fest.
Sein Bäuchlein ist nicht fest sondern schön weich und gluckern tut es auch nicht mehr. Das war nur am ersten Tag so.
Also bekommt er jetzt weiter Heu und Wiese und auch Möhrengrün, Basilikum und Kohlrabiblätter und ab morgen gibt es dann noch Fenchel, Kümmel und getrocknete Wacholderbeeren.


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BeitragVerfasst: Fr 13. Apr 2018, 16:25 
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Dann kannst du eigentlich auch schon Spinat füttern ... der ist nur dann nicht so gut, wenn das Kaninchen eben noch mit dem Ausscheiden von Giften im Darm beschäftigt ist, was man an Matschkot sieht.
Spinat ist eigentlich sehr gesund, sehr eiweißreich und er enthält viel Oxalsäure, was Kaninchen auch brauchen.

So eingefallen, wie Ralfi auf den Photos aussah, war er ja halb verhungert - da ist kein Wunder, wenn am ersten Tag das Bäuchlein gluckerte ... ich finde es eh immer wieder erstaunlich, wie schnell sich Kaninchen wieder erholen, wenn sie denn nur Wiese und viel Frischfutter bekommen.


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BeitragVerfasst: So 15. Apr 2018, 09:35 
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Was für ein Glück hatte der kleine Kerl, dass er bei dir gelandet ist. :top:
Ich bin immer wieder schockiert und unendlich traurig, dass es arme Kreaturen gibt, die so ein Dasein fristen müssen. Unfassbar :heul:


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BeitragVerfasst: Mo 16. Apr 2018, 05:56 
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Ich fand es auch unglaublich unter was für Umständen die kleinen da leben müssen,aber wir haben einen super Tierarzt,der den Fall direkt beim Veterinäramt meldet,so das auch den anderen Tieren geholfen wird,da sie diese ja nicht freiwillig raus geben werden.
Aber ich hab das Gefühl,dass es immer schlimmer wird mit solchen Haltungsbedingungen und auch mit dem Aussetzen von Tieren.
Unsere Tiere sind zu 90% aus nicht optimaler Haltung und vor allem bei Fischen und Amphibien wird da kaum drauf geachtet.
Im November letzten Jahres habe ich von unserem Tierarzt einen Leopardgecko bekommen,der bei uns im Ort im Blumenladen ausgesetzt wurde. Die kleine war auch total unterernährt.
Ich halte ja Axolotl und die meisten Tiere hab ich über Kleinanzeigen geholt und da waren die Haltungsbedingungen schon grenzwertig,aber das was ich vor einer Woche erlebt hab,war echt heftig.


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BeitragVerfasst: Mo 16. Apr 2018, 07:49 
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Die Haltungsbedingungen bessern sich insgesamt immer mehr - nur die Meßlatte, was noch eine gute Tierhaltung ist, wird immer höher und es wird immer weniger leicht, seine unzureichende Haltung zu verstecken. So kommen nun auch sehr viele Tierhaltungen ans Licht, die man noch vor 20 Jahren gar nicht nachweisen konnte, weil beispielsweise Fische im Zoofachgeschäft gekauft wurden, und wenn man ihnen überdrüssig wurde, wurden die Fischlis einfach ins Klo gekippt und gut ist ...

Viele wildlebende Populationen an Tierarten in Berlin existieren nur, weil gewisse Dam- und Herrschaften ihre Tiere einfach in die Berliner Seen und die Berliner Botanik gekippt hatten - ohne daß sich je wer dran gestört hätte ... inzwischen ist das anders, wer dabei erwischt wird, beispielsweise seine Zwerghasilis im Park freizusetzen, muß mit empfindlichen Geldbußen rechnen - also suchen Halter, die ihre Tiere loswerden wollen, nach anderen Möglichkeiten - und damit fallen sie auf.
Es gibt dann noch den Verkauf unter der Hand ... gerade Aquarianer hatten von profitiert, da so etliche Fischpopulationen aufgebaut werden konnte, die dann fürn Apple und nen Ei in der Gegend verteilt wurden. Früher hat man die überzähligen Tiere einfach an jeden Interessenten abgegeben, hat noch ein paar Tips gegeben, wie die Fischlis zu halten wären, das wars. Heute fragen immer mehr Aquarianer nach, in welche Verhältnisse die Fischis kommen. Von Aquarianern, die da mit Herzblut bei sind, wird man wohl kein Tier einfach mal so für seine Goldfischbowl bekommen.
Allerdings gibts und gab es da schon immer den Bodensatz ... Leute, die mit ihren Tieren einfach nur ein kleines Taschengeld verdienen wollten oder wollen. Früher war das einfach, den produzierten Überschuß hatte man einfach an die nächste Zoohandlung weitergegeben und gut wars ... inzwischen nehmen Zoohandlungen dankenswerterweise solche Eigenproduktionen gar nicht mehr an oder verkaufen erst gar keine Säuger etc mehr. Damit sind die Leute, die mit ihren Tieren Geld verdienen, gezwungen, über Inserate und so zu verkaufen - und hier fallen sie früher oder später auf ... ich kann mich noch erinnern an Zeiten, wo wir ganze Hundezuchten aus Ein-Zimmer-Wohnungen geholt hatten - sowas ist gar nicht mehr möglich, die Zeiten sind zum Glück endgültig vorbei.

Natürlich wird sich an den jetzigen Zuständen in vielen Tierhaltungen in nächster Zeit nicht viel ändern ... aber mit dem sich mehrenden Bewußtsein, daß Tiere eben keine Sachen sind, wird es immer mehr Verbesserungen geben - in kleinen Schritten, klar, aber diese winzigen Schritte sind erkennbar.


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BeitragVerfasst: Mo 16. Apr 2018, 19:18 
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So noch ein schönes Bild am Abend. :D
Ralfi frisst jetzt Wiese aus unserem Garten mit Gänseblümchen,Löwenzahn und Kleeblättern dazwischen und die Triebe von unserem Haselnuss Baum.
Er schlingt nicht mehr und er ist ein total liebes freundliches Häschen.
Dann haben wir eine Hecke im Garten,da hab ich mal nen Zweig abgeschnitten und fotografiert,da ich da keine Ahnung hab,was es ist. Wir haben den Garten erst im August letzten Jahres übernommen.


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BeitragVerfasst: Mo 16. Apr 2018, 20:58 
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Was die Freßbarkeit angeht - ist freßbar, da es sich nicht um den Essigbaum und nicht um die Brechnuß handelt. Es handelt sich auch nicht um das Pfaffenhütchen, was eh von Kaninchen normalerweise nicht angerührt wird.
Alles andere, was hier an Laubbäumen vorkommt, ist für Kaninchen freßbar ... die Wilden fressen sogar Buchsbaum!

Um zu bestimmen, was es genau ist, bräuchte ich die Blüten, du kannst nun warten, bis das Gestrüpp blüht und nochmal photografieren - ich kann zwar nicht versprechen, daß ich es bestimmt bekomme, aber ich kann es ja versuchen.


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BeitragVerfasst: Di 17. Apr 2018, 20:51 
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Heute waren wir beim Tierarzt.
Ralfi hat gesunde Zähne, keine Flöhe oder sonstige Mitbewohner und auch keine Ohrmilben.
Dafür hat er eine Augenverletzung,die jetzt mit Gentamicin Augensalbe behandelt wird.
Viel zugenommen hat der Zwerg noch nicht,das Gewicht ist eher gleich geblieben, aber ich nehme an das das normal ist,da erst alles wieder richtig funktionieren muss. Ralfi frisst ja nur frisches und das Trockenfutter mag er gar nicht mehr.
Dann hebe ich noch BeneBac Gel mitbekommen,was er 4 Tage lang ins Mäulchen bekommen soll,aber ich glaub das gebe ich nicht,da ist ja fast nur Zucker drin,wie soll das beim Aufbau einer gesunden Darmflora halfen?
Auch hat er heute seine erste Impfung bekommen,aber es war nur die Standard Impfung gegen RHD und in 4 Wochen bekommt er nochmal eine. Den Impfstoff gegen RHD2 hatten sie nicht da bzw. warten sie immer noch auf eine Nachlieferung.
Nun fehlt noch die gegen Myxomatose. Wir wohnen wohl in einem nicht gefährdeten Gebiet,aber wenn ich das möchte kann er dagegen geimpft werden. Ich denke wir werden das bestimmt machen lassen.


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BeitragVerfasst: Mi 18. Apr 2018, 06:07 
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Bene Bac führt erfahrungsgemäß nur zu Hefen ... bringen tut es nix (außer, der Halter hat dann mal was getan und die Firma hat was verdient ... ). Kannst du also getrost in die Tonne schmeißen.

Wenn du alles richtig gemacht hast, nimmt Ralfi erst zu, wenn er Muskeln aufbaut - das ist frühestens in ein bis zwei Wochen der Fall, dann sollte er allerdings anfangen deutlich zuzunehmen, denn er ist ja noch im Wachstum.
Es gibt noch ne Besonderheit bei Kaninchen ... die Wurfhöhlen werden bevorzugt im Wald unter Bäumen angelegt, dort wächst jedoch selbst für Kaninchen kaum mehr was, was sie verwerten können. Die Jungen bleiben aber, wenn sie mit drei bis vier Wochen aus dem Bau krabbeln, erstmal in der Nähe der Wurfhöhle.
Wenn das Jahr gut ist, hat die Häsin nen neuen Wurf, wenn die Jungen gerade mal vier Wochen alt sind ... das heißt, die schieben jetzt erstmal Kohldampf - und stellen ihren Stoffwechsel runter, um die nächsten zwei bis drei Wochen mit extrem wenig Futter überleben zu können. Sie wachsen in dieser Zeit dann auch nicht (wenn sie Futter rund um ihren Wurfbau finden, dann legen sie ordentlich zu).
Mit sieben bis acht Wochen sind sie schon so vorwitzig, daß sie zwischen den großen Kaninchen auf der Wiese am Waldrand futtern - und nun wird der Stoffwechsel wieder umgestellt auf volle Pulle und sie legen sichtlich zu, da kann man manchmal richtig zugucken.

Diese Besonderheit haben ältere Jungkaninchen auch noch, das verliert sich erst mit ca. der 12. Woche ... wenn Ralfi da also noch drin ist, kann es sein, daß er demnächst regelrecht im Eiltempo wächst - ich fürchte aber, so wie er aussieht, ist er dafür schon zu alt. Dazu kommt, daß die Impfung eigentlich eine Vergiftung ist (RHD ist notwendig, es ist eine der schlimmsten Seuchen, die wir haben), und das führt zu einem zusätzlichen Wachstumsstop bei den Kaninchen. Ebenso ist es mit der Myxomatoseimpfung.


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BeitragVerfasst: Do 19. Apr 2018, 15:31 
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Da der kleine nicht allein bleiben soll,haben wir uns eine Partnerin für Ralfi angeschaut.
Sie wohnt momentan in dem Tierheim,wo meine älteste Tochter ihr Praktikum macht.
Sie wurde ausgesetzt und hatte so schlimme Ohrmilben das sie vor Schmerzen geschrien hat.
Nächste Woche kommt sie auf Probe zu uns und können sich nach der Eingewöhnung kennen lernen. Natürlich unter Aufsicht,da Ralfi ja erst noch kastriert werden muss.
Falls es nicht funktionieren sollte mit den beiden,besteht die Möglichkeit das Mädel zurück zu geben.
Das Tierheim arbeitet mit einer Kaninchen Auffangstation im Ort zusammen und da würden wir auch die Möglichkeit haben,eine erneute Vergesellschaftung mit einem anderen Tier zu versuchen,bis wir den passenden Partner für Ralfi finden. Aber ich hoffe das es mit der süßen klappen wird.
Ralfi wird auf 8-12 Wochen geschätzt,da dürfte er ja noch nicht geschlechtsreif sein.


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