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 Betreff des Beitrags: Huminsäuren
BeitragVerfasst: Di 15. Mär 2016, 10:28 
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Das Thema Huminsäuren und deren Verwendung ist bei mir gerade mal wieder brandaktuell. In meinen Recherchen stoße ich immer wieder auf Fakten die mir zeigen das ich bisher ein wenig stiefmütterlich mit den Huminsäuren umgegangen bin und auch deren Wirkweise nur halbwissend erklären konnte.
Wenn ich die Forensuche hier bemühe finde ich viele viele Posts indenen Huminsäure (besonders von mir empfohlen wird) aber noch nirgends haben wir sie ausführlich besprochen.
Das möchte ich nachholen.

Was sind Huminsäuren?
Huminsäuren sind das Produkt biochemischer Humifikation und der biologischen Aktivitäten von Mikroorganismen beim Abbau pflanzlicher und tierischer Materialien. Neben weiteren Huminstoffen entstehen dabei hauptsächlich Huminsäuren (Huminsäure und Fulvosäure).
Diese Huminstoffe werden in den Sedimentationsschichten von Braunkohle in hoher Konzentration gefunden und abgebaut. Die meisten dieser Funde sind ca. 60 Millionen Jahre alt. Außerdem entstehen auch Huminsäuren bei der Verarbeitung von Lebensmitteln (Röstprozesse, Fermentierung)

Medizinischer Nutzen
Tatsächlich medizinsiche Wirsamkeit ist nur sicher für die Braunkohle-Huminsäuren (WH 67®) nachgewiesen. Diese wirken antiphlogistisch, zellabdichtend, viruzid und fungizid. Huminsäuren sind unlöslich und können somit im Magen-Darm-Trakt absorbierenden (Bindung) und adsorbierenden (Anlagerung) Eigenschaften entfalten.
Sie lagern sich an Toxine (brandaktuell Glyphosat!), Schwermetalle und viele weitere Schadstoffe an und leiten diese unschädlich durch den Körper. So werden Darmschäden und Intoxikationen vermieden. Außerdem sind sie wirksam gegen eine Vielzahl an Bakterien (e. coli) und Viren insbesondere im Magen-Darm-Trakt.

Huminsäuren sind aus diesen Gründen brandaktuell in der Massentierhaltung, durch die Verwendung in der Aufzucht kann der Antibiotikaeinsatz nachweislich enorm reduziert werden. Außerdem werden durch den gesünderen Darm auch bessere Masterfolge erzielt, dies ist auch durch die Verbesserung der Protein- und Kohlenhydratverdauung zu erklären.
Die günstige Wirkung auf die Gewichtsentwicklung von Masttieren ist natürlich auch für die Konvaleszenz unserer Heimtiere sehr nützlich. Ein Einsatz nach bzw. bei Erkrankungen mit Gewichtsverlust erscheint so noch sinnvoller. Ich selbst verwende sie schon seit gut drei Jahren für mich selbst und die Tiere.
Die Resorption von Nähr- und Mineralstoffen verbessert sich durch die Verabreichung der Huminsäuren. Hier habe ich bisher offenbar falsch gelegen, ich unterstellte den Huminsäuren das sie ebenso wie Heilerde oder Kohle Nährstoffe binden und dauerhaft Mängel begünstigen.
Das scheint falsch zu sein, korrekt ist allerdings das Medikamente in ihrer Wirkung verzögert werden.
Da das Immunsystem ja seinen Sitz im Darm hat wirkt sich die Gabe von Huminsäuren selbstverständlich auch auf den Gesamtzustand des Organismus positiv aus.
Liegen bereits Probleme im Darm vor legen sich die Huminsäuren schützend über die Zotten, besänftigen das Nervensystem des Darmes und sorgen so für einen ruhigen Tonus. Außerdem wird die ungesunde Durchlässigkeit der Schleimhäute schnell versiegelt sodass keine großen Moleküle in den Blutkreislauf gelangen und dort Allergien oder Intoxilationen auslösen. Auch Aufgasungen werden durch die Bindung gasbildender Mikroorganismen verringert bzw. vermieden. Bei all seinen bindenden Eigenschaften hat Huminsäure allerdings kaum Auswirkungen auf den pH-Wert der Verdauungsorgane und behindert so nicht die Verdauung.
Auch Wirkungen gegen bestimmte Krebsarten werden noch diskutiert.

Auch zur äußeren Anwendung bei Wunden und Ekzemen eignen sich Huminsäuren durch ihre entzündungshemmenden, schmerzlindernden und durchblutungssteigernden Eigenschaften.
Sie sollen sehr effektiv im Einsatz gegen Pilze (Hautpilz), Viren (Herpes) und Bakterien (Abszesse, Pyodermien) wirken. Ich selbst habe sie noch nicht äußerlich eingesetzt werde aber beim nächsten Fall (hoffentlich) dran denken.
Auch bei der Behandlung von Muskelschmerzen, Quetschungen und Hämatomen sollen Huminsäuren gute Dienste leisten...wobei mir die Wirkweise da noch nicht ganz klar ist.

Indikationen
Aus diesen vielfältigen Wirkspektren ergibt sich natürlich auch eine große Bandbreite an Einsatzmöglichkeiten. Sowohl vorbeugend als auch nachsorgend sind Huminsäurekuren sinnvoll um nachhaltige oder chronsiche Schäden an Darmfunktion oder dem Immunsystem zu behandeln.
Auch sinnvoll erscheinen regelmäßige Kuren zur Ausleitung von Umweltgiften die in der heutige Welt auf alle Lebewesen einprasseln. Beim Pflanzenfresser erscheint es auch sehr sinnvoll solche Kuren anzusetzen um die Belastung durch Pflanzenschutzmittel und Düngemittelrückständen zu minimieren. Hunden und Katzen kann über die chemischen Parasitenbehandlungen hinwegheolfen werden und der Darm nach notwendigen Wurmkuren zügig stabilisiert werden.
Ganzheitlich betrachtet sind solche Kuren auch sehr sinnvoll als Einstieg in eine Behandlung...Tiere von schlechter Kondition, aus schlechter Haltung oder nach langwierigen chemotherapeutischen Behandlungen zeigen oft ein absolut wirres Symptombild. Es ist sinnvoll erstmal dem Darm über die gröbsten Schäden zu helfen damit am Ende nur noch die "echten" Symptome übrig bleiben die man dann entsprechend behandeln kann.

Als Dauertherapie bei Allergieproblemen, Nieren- oder Leberleiden soll Huminsäure ratsam sein. Der Schutzfilm der sich auf dem Darm bildet verbessert das Befinden bei Futtermittelunverträglichkeiten und kann langfristig auch dafür sorgen das Unverträglichkeiten reduziert werden (meine eigenen Nahrungsmittelunverträglichkeiten habe ich sehr sehr erfolgreich damit behandelt). Die Schleimhaut des Magen-Darm-Traktes kann sich unter dem Schutzfilm regenerieren, wird dichter und gesünder und kann so der Verdauungsaufgabe wieder ungehindert nachgehen.

Die umfassende positive Wirkung auf den Verdauungstrakt macht Huminsäuren am wertvollsten zur Vorbeugung von Faktorerkrankungen bei Jungtieren. Das wird mittlerweile in der Massentierhaltung genutzt und ist sicherlich auch für Notstationen oder Halter die oft Tiere aus schlechter Haltung aufnehmen sehr interessant. Stresserkrankungen wie Hautpilz oder Verdauungsstörungen können effektiv behandelt werden indem die Gesamtsituation von Darmflora und Immunsystem verbessert wird.
Außerdem sinkt auch hier die Notwendigkeit von antibiotischen Behandlungen von Dysbakterien oder chemischen Parasitenbehandlungen rapide.

Präparate
Auf dem Markt befinden sich viele Mittel die mit der Wirkung der Huminsäuren arbeiten bzw. den Eindruck erwecken wollen. Man muss aber sehr aufpassen welcher Herkunft diese Wirkstoffe sind. Wie Vitalpilze o.ä. sind Huminstoffe nicht selten auch mit Schwermetallen oder Umweltgiften belastet, sehr günstige Präparate werden aus Asien importiert und da es sich nicht um ein offizielles Medikament handelt auch keinen Tests unterzogen. Huminsäuren die eben nicht den Braunkohlesedimenten entstammen sind potenziell mit Schadstoffen belastet und damit nicht gesundheitsfördernd.
Auch sogenannte Moortränke, Futtermittel mit Moorzusätzen oder huminhaltige Nahrungsergänzer sollten immer kritisch geprüft werden.
Auf der sicheren Seite ist man wenn man auf die Bezeichung WH 67® achtet, dies bezeichnet die geprüften und medizinisch Wirksamen Huminsäuren.

Ich selbst verwendet im Moment noch Activomin für mich und die Tiere, das ist allerdings recht kostspielig. Für die Tiere werde ich demnächst Sobamin oder Humocarb besorgen, ist alles vom selben Hersteller und basiert auf den gesprüften Braunkohlehuminsäuren.

Dosierung
Sowohl Sobamin als auch Humocarb sind lt. Hersteller mit 1g pro Kilogramm KGW zu dosieren. Das entspricht 800-990mg reiner Huminsäure pro kg KGW.
Die Dosierungsempfehlung für Menschen liegt bei 2400mg pro Tag…es steht also in einem recht zweifelhaften Verhältnis zueinander.
Ich dosiere es bei Meerschweinchen schon länger nach Wirkung und komme dabei auf maximal 100mg pro Kilo KGW am Tag.
Auch THPs empfehlen z.B. bei Hunden maximal die halbe empfohlene Dosis am Tag zu verabreichen…mit absolut ausreichender Wirkung.

Verabreichung

Die genannten Präparate liegen als Pulver vor, dieses Pulver kann man zwar in Wasser aufwirbeln und somit flüssig verabreichen, löslich ist es allerdings nicht.
Auch das bestreuen von Futter ist gut möglich und durch die weite therapeutische Dosis auch für Tiere in Gruppen gut machbar.
Bei Hund und Katze kann man es problemlos ins Frischfutter mischen, da es geruchlos ist und auch keinen besonderen Geschmack hat wird es auch meist problemlos akzeptiert.
Man muss aber gut aufpassen das man es in einer Umgebung füttert in der man auch schwarze Flecken hinnehmen kann. Das Pulver färbt unglaublich!

Wechselwirkungen
Huminsäuren sollten im Abstand zu anderen therapeutischen Mitteln verabreicht werden da sie die Aufnahme von Medikamenten verzögern und unter Umständen auch verhindern können. Eine zeitgleiche Therapie mit Antibiotika, Schmerzmitteln, Herztabletten oder anderen sehr wichtigen Medis ist unbedingt mit Tierarzt oder THP abzusprechen.

Nebenwirkungen
Habe ich auf meinen Recherchen keine finden können. Es gibt aber immer wieder Hinweise darauf das Halter von Allergikertieren besser zu Sobamin greifen sollten da dieses pures Cellu-Lingo-Karbonisolat (CLK-WH67®) enthält und so keine Gefahr besteht dass das Tier auf Träger oder Füllstoffe reagiert.

Quellen:
http://pig-portal.de/resources/Humins$C3$A4ure2.pdf
http://www.artgerecht-tier.de/kategorie ... chtes.html

Interessante Untersuchung zur Wirkung auf Strahlenschäden:
http://www.entgiftung-darmreinigung.com ... uminsaure/


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 Betreff des Beitrags: Re: Huminsäuren
BeitragVerfasst: Di 15. Mär 2016, 13:46 
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Gibt es auch Erfahrung zum Thema Helicobacter und Huminsäure?


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 Betreff des Beitrags: Re: Huminsäuren
BeitragVerfasst: Di 15. Mär 2016, 13:58 
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Bin desöfteren über Helicobacter pylori gestorlpert in den Recherchen.
Auch in der Gebrauchsanweisung von Activomin (dem Humanpräparat) wird dieser erwähnt: http://www.activomin.de/Activomin_Gebra ... mation.pdf


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 Betreff des Beitrags: Re: Huminsäuren
BeitragVerfasst: So 15. Mai 2016, 14:57 
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Ich hatte mir das Sobamin nun über Amazon bestellt und es ist aktuell in Gebrauch.
Lucy leidet unter chronischer Übersäuerung und ist immer mal mäkelig was das fressen der normalen Rationen betrifft.
Hoffe ich bekomme es damit auch in den Griff.

Auf der Packung steht übrigens "für exotische Tiere und Vögel"...gibt aber kein anderes von Sobamin?!


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 Betreff des Beitrags: Re: Huminsäuren
BeitragVerfasst: So 15. Mai 2016, 15:42 
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ist das richtige ... Es gibt nur ein sobamin ;)

bin gespannt ob eure Erfahrungen genauso positiv werden wie meine....hab durch den Hund wieder weniger Zeit zum kochen gefunden und mehr Dinge gegessen die ich schlecht vertrage. nehm zur zeit auch wieder Activision als Kur um den Schaden zu begrenzen.

Gesendet von meinem SM-G903F mit Tapatalk


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 Betreff des Beitrags: Re: Huminsäuren
BeitragVerfasst: So 17. Jul 2016, 15:39 
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http://www.tierpla.net/topic20375.html

Wirklich toll :top:
Geringe Menge, riesen Wirkung :top:


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