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BeitragVerfasst: Mi 26. Nov 2014, 20:46 
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Planetarier
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Hallo zusammen,

wir haben seit einer Woche von einem privaten Halter zwei männliche Steppenlemminge erhalten. Vorher sollen sie sich recht gut verstanden haben und sind laut der Aussage des vorherigen Besitzers, der einer großen Gruppe hatte, Brüder. Seit sie jedoch bei uns sind (Becken 100x40x40, 2 Räder, 2 Näpfe, diverse Versteckmöglichkeiten, viel Einstreu) streiten sie sich und der eine hat Bisswunden am Hintern. Manchmal kommt auch das Warnklappern mit den Zähnen, dann gehts relativ glimpflich ab, aber sonst ist das schon eher ein nicht lebenswerter Zustand. Eine natürliche Rangordnung scheint nicht in weiter Sicht zu sein.

Denke da das schon seit einer Woche so geht würde ich es mal mit einer Panik-Box-Methode anfangen und wenn das nicht geht mit der Trenngittermethode. Oder sollte man besser noch warten?
Hätten auch noch ein viel größeres Plexiglasbecken rumstehen - habe aber gelesen, dass noch mehr Platz noch größere Entfremdung hervorruft.

Gibt es ähnliche Erfahrungen / Ratschläge - möchte die beiden eigentlich vorerst nicht trennen.

achja - die beiden sind circa 3-4 Monate alt....

Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.


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BeitragVerfasst: Mi 26. Nov 2014, 21:03 
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Ich bin zwar kein großer Lemmingexperte aber von der Panikboxmethode kann ich nur bei jeder Tierart strikt abraten. Ich halte es auch nicht für sinnvoll die Streithähne ans Trenngitter zu setzen, dann können sie ihre Rengordnung erst recht nicht ausmachen und die Aggressionen schaukeln sich weiter hoch.

Bisswunden am Hintern zeigen das dieses Tier deutlich unterlegen ist und aus dem Revier vertrieben werden soll. Ist das nicht möglich kommt es zu solchen Verletzungen, wie schlimm sie sind und ob sie eine Trennung erfordern kannst nur du entscheiden.

Das Becken entspricht ja gerade dem Mindestmaß das kann durchaus zu klein sein. Die Theorie mit der Entfremdung gibt es ja auch bei Rennmäusen und hier ist ziemlich klar das es nur die Toleranz beeinflusst, eine wirklich harmonische Gruppe kann man nicht zu groß halten. Das ist denke ich auch bei Lemmingen der Fall, selbst wenn man man über die Reduzierung von Platz eine Toleranz schafft (die Tiere sind ja nicht dumm und vermeiden ernsten Streit wenn es keinen Ausweg für den Verlierer gibt) hat man noch lange keine Tiere die sich verstehen. Manchmal passt es auch einfach nicht und dann muss man schauen wie man die Tiere am besten neu vergesellschaftet.

Ich denke die besten Chancen hat man wenn man Ihnen die Möglichkeit gibt sich aus dem Weg zu gehen, ein 100er Becken ist ja mit ein bisschen Einrichtung und zwei Laufrädern (sofern diese ausreichend groß sind) schon sehr vollgestellt.
Welche Maße hat das andere Gehege? Ich würde sie (sofern es die Wunden noch zulassen) mit allem Zubehör umsiedeln und für viel Beschäftigung sorgen. Klappt das nicht sollte man meiner Meinung nach trennen.


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BeitragVerfasst: Do 27. Nov 2014, 05:07 
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Planetarier
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Also bei Rennmäusen hatte ich mit der Panikbox schon zweimal sehr gute Erfahrungen gemacht .
Allerdings habe ich nicht so lange gewartet , sondern frühzeitig gegengesteuert .
Ich würde sie auch nach der Panikbox noch eine ganze Zeit lang (1-2 Wo.) auf kleinerer Fläche (50x40cm) halten und dann nochmal den Versuch auf der ganzen Fläche starten .


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BeitragVerfasst: Do 27. Nov 2014, 07:07 
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Wie der Name schon sagt ist diese Methode alles andere als stressarm und in meinen Augen schlicht tierquälerei.

Ich habe damit früher auch meine Erfahrungen gesammelt. ..von Dauer war der erfolg nie.

Gesendet von meinem GT-I9305 mit Tapatalk


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BeitragVerfasst: Do 27. Nov 2014, 13:58 
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Planetarier
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Mh, ich persönlich denke nicht, dass Panikbox oder erst mal Trenngitter irgendwas bringen, habe allerdings diese Methoden trotz jahrelanger Haltung auch nie probiert weil ich es schlicht als blödsinnig befinde. Für mich klappt eine Vergesellschaftung entweder oder nicht bzw verstehen sich eben 2 Tiere oder sie tuns aber vielleicht nicht bis an ihr Lebensende....

Nun ist es ja in diesem Fall nicht so, dass sich die beiden Lemminge völlig fremd sind, denn es sind angeblich/wahrscheinlich Geschwister und müss(t)en eigentlich gar nicht erst miteinander vergesellschaftet werden. Selbst wenn es keine Brüder sind lebten die ja irgendwie bereits zusammen beim vorherigen Halter. Das Problem ist hier für mich weder eine Vergesellschaftungsmethodenfrage noch die Käfiggröße oder die Käfigeinrichtung.
Ich halte ja eh nicht viel davon bei solchen Tieren gleichgeschlechtliche Paare zu halten, schon gar nicht bei so´ner vermehrungsfreudigen Tierart wie Lemmingen und mich wundert nicht, dass sich die beiden vorher verstanden haben aber es nun nicht mehr tun. Ich behaupte einfach mal, dass die beiden Jungs inzwischen sozusagen mehr als geschlechtsreif sind und jeder ihr Ding durchziehen wollen. In der Gruppe beim vorherigen Halter hätten sie sich vielleicht mit zunehmenden Alter bzw Trieb auch irgendwann gezofft (oder später evenetuell versuchsweise mit´m Chef angelegt), jedoch gab´s da höchstwahrscheinlich ´ne klare Rangordnung wo quasi beide recht weit unten rangierten und eh nix zu melden hatten.
Nun haben die beiden potenten Kerle ein neues Revier bei dir (unfreiwillig gemeinsam) und der stärkere/dominante wird den Anspruch darauf durchsetzen. Ist doch nichts Ungewöhnliches im Tierreich ?!

Das sich Geschwister nun nicht lebenslang immer nur lieb haben müssen und dauerhaft ein Herz eine Seele sein müssen ist für mich´n Fakt. Die können sich genauso streiten oder miteinander harmonieren wie gemeinsam aufgewachsene oder wildfremd vergesellschaftete...
Von daher ist es in meinen Augen latte ob die beiden Geschwister sind oder nicht (wobei ich nicht weiss ob denen ihre Verwandtschaftshältnisse bewusst sind oder ob´s die in irgendeiner Form juckt). Es gibt ja eigentlich nur 3 Varianten:
a) 2 Tiere verstehen sich
b) die Beiden dulden bzw arrangieren sich wenigstens irgendwie miteinander
(was für einen bestimmt auch nicht wirklich angenehm ist, selbst bei größerem Käfig mit Rückzugsmöglichkeiten ect)
c) sie zoffen sich
(egal was du tust, eine große Liebe wird das nicht)
Okay, mir ist klar, dass man sich für gleichgeschlechtliche Paar-Haltung entscheidet wenn man keinen Nachwuchs wünscht aber genauso bewusst ist mir, dass sich zwei endpubertäre potente Jungs beweisen wollen oder sich Mädels im gleichen Alter gern mal anzicken. Von daher ist die Wahrscheinlichkeit ein dauerhaft harmonisches gleichgeschlechtes Paar Lemminge zu halten für mich sehr gering, egal wie viel Platz und Blablub zur Verfügung steht.
Sicher muss die Rangordnung für´n Zusammenleben erst mal geklärt werden und solange das ohne große Verletzungen abgeht besteht die waage Hoffnung, dass die sich arrangieren, auch wenns dann gelegentlich immermal wieder´n bißchen Streit gibt. Wird sich allerdings gejagd und ernsthaft gebissen/verletzt ist wohl Trennen die sinnvollste Option, allerdings bedeutete das meistens Einzelhaltung und das ist bei "Gruppentieren" auch nicht schön.

Wie das ist wenn man einen der beiden Jungs kastriert weiss ich nicht, damit ich null Erfahrung. Ich kann dir jedoch sagen, dass es hier immermal wieder einzelne Teenager (hauptsächlich Jungs) gibt, die sich mit jedem in der Gruppe (in der sie geboren wurden) anlegen. Das fängt mit Drohen und Jagereien an, bleibt aber nicht dabei. Also müssen die raus denn sonst verletzten die andere Mibewohner oder werden (da sie ja nicht vertrieben werden können) weggebissen.
Ich beobachte die Tiere (Gruppe) oft und fällt mir auf, dass ich den selben immer bei Streitigkeiten finde, reagier ich möglichst sofort, ehe es zu Beissereien kommt, denn die können bei Lemmingen auch tödlich enden. Darauf will/muss ich es nicht ankommen lassen und wie gesagt glaub ich nicht, dass ´ne Panikbox oder´n vorübergehend eingesetztes Trenngitter was ändert. Das mag zur Zeit der Nutzung das Schlimmste verhindern aber die entdecken doch nicht ihre Liebe zueinander am Gitter bzw in der Box oder passen danach besser zueinander, ändern sich charakterlich ...


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BeitragVerfasst: Do 27. Nov 2014, 21:32 
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Planetarier
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Ich Danke allen für die offenen Antworten. Ich warte noch bis morgen und dann wird eine Entscheidung fallen - so kann und soll es einfach nicht weitergehen.


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