Ich kann hier nur von den DSH-Züchtern ausgehen ...
Viele dieser Züchter hatten mehrere Zuchthündinnen und vor dem Verbot, mit der Hündin mehr wie einmal im Jahr zu
züchten, war es üblich, die Hündinnen dauerzubelegen. Zwei Würfe im Jahr, bis die Hündin freiwillig nicht mehr aufnahm, war keine Seltenheit ...
Für einen DSH ohne Papiere hatte man 1980 rum ca. 200 - 300 DM ca. bekommen, mit Papiere waren es 500 - 800 DM und wenn die Welpen aus bester Abstammung kamen und Hündin und Rüde entsprechend hohe Show- und Prüfungsergebnisse vorwiesen, waren es locker 1000 - 3000 DM pro Welpe.
Nun fangen wir mal an zu rechnen ... 6 Welpen im Wurf waren erlaubt, zwei Würfe im Jahr waren erlaubt. hatte eine Hündin weniger wie 6 Welpen, wurde einfach aufgefüllt mit den überzähligen Welpen der anderen Hündinnen ... waren also bei nur vier Hündinnen schon 48 Welpen!
War man nicht im Verein, gabs nix Papiere und nix Prüfung ... also hatte man nur 14.400 DM verdient.
War man im Verein, hatte aber nicht so die besten Hündinnen, waren es dennoch immerhin 38.400 DM!
Hatte man dann aber auch noch Hündinnen und Rüden durch die Prüfungen geschleift (unerheblich der tatsächlichen Eignung, hauptsache man fand einen Ausbilder, der selbst den verkorxtesten Hund noch durch ne SchH1 schleifen konnte) und hatte auf ner größeren Schau unter Ziehung sämtlicher Trickregister den Zuchthunden in ner Show nen V1 verschafft, dann hatte man erst richtig verdient!
Immerhin kam man dann auf 48.000 - 144.000 DM!
Das Jahreseckentgelt für Tariflöhne betrug irgendwas um die 10.000 DM!
Vergleicht man das mit dem, was man mit dem Welpenverkauf verdienen konnte (selbst, wenn man dann noch 50% Steuer abzieht), ist das doch ziemlich heftig, was man da mit dem Hobby
Zucht verdiente, oder nicht?
Es gab zu dieser Zeit DSH-Zwinger mit mehr wie 20 Hündinnen, allesamt zusammengekaufte und nachgezüchtete V1-Spitzenhündinnen und dazu noch nen Spitzenrüde mit durchgeschleifter SchH3 ...
Daß da natürlich die Versuchung zu Mogeleien sehr hoch ist, liegt doch eigentlich auf der Hand, oder nicht?
Ich meine, speziell DSH wurden meist in Zwingern gehalten - und man ließ sich zusätzlich noch von der Futtermittelindustrie sponsorn, weil man so als erfolgreicher Zwinger das Futter für Null und Ouvert bekam ... was genau also waren die Nebenkosten?