Mit der Yersiniose hab ich selbst inzwischen durch ... allerdings bei Kaninchen, der Yersiniosestamm, den ich hatte, war zum Glück nicht für Meerschweinchen krankmachend ...
Die Kaninchen waren da noch auf der Weide, trotzdem hat es erstmal fast die gesamte Nachzucht gekostet, bevor ich gelernt hatte, wie man Yersiniose behandeln kann! Nur die ausgewachsenen Kaninchen waren robust genug, denen ist nix passiert.
Das Schlimme an der ganzen Geschichte, mir konnte niemand helfen! Die einzige Info, die ich hatte, Chloramphenicol soll gegen Yersinien helfen ...
Geholfen hatte als Erstversorgung stinknormaler Naturjoghurt von Söbbeke, rechtzeitig den Kaninchenjungen gegeben, überlebten die letzten Jungen ... ich hatte dann ein Jahr später, um die Yersinien ganz weg zu bekommen, nochmal ne Chloramphenicol-Kur machen lassen. Die hätt allerdings auch nix allein geholfen, im gleichen Atemzug hatte ich zufälligerweise aus anderen Gründen das erste Mal Rotkleeheu vom Förster statt des Heues, was ich sonst verfütterte, angeboten. Dieses war weidelgrasfrei.
Das scheint dann auch das A und O bei der AB-Behandlung von Yersinien zu sein, das wirklich auf absolute Weidelgrasfreiheit geachtet wird (also während der gesamten Behandlung lieber ein Timothyheu verfüttern)
Was auffällig ist, ist der total andere Krankheitsverlauf bei Weidetieren und naturnah gefütterten Tieren - es tritt eigentlich nur ab und an Matschekot auf. Siedeln sich jedoch in Folge der Yersinien Eimeria an und vermehren sich wie blöd, gehts plötzlich sagenhaft schnell und es kommt zu Appetitlosigkeit, Schwäche und bei den Jungkaninchen innerhalb weniger Tage der Tod ...
Von den Tieren, die nur ein paar Tage bis Wochen bei mir waren, starben alle Kaninchen, auch die Ausgewachsenen! Wer länger wie zwei Monate bei mir war und ausgewachsen war, hatte kaum Krankheitsanzeichen und überstand das Ganze locker.
Inzwischen weiß ich, wie ich dieses Fiasko hätte verhindern können ... nu ists zuspät, hab schon seit Jahren keinen Yersiniennachweis mehr gehabt und auch merkwürdige Matscheköttel sind nie wieder aufgetreten seitdem - halt, nicht ganz!
Als ich Weidelgras neben den Kräutern in großen Mengen angeboten hatte, gabs wieder Matscheköttel bis Durchfall (und weitere
Krankheitssymptome)! Das kam allerdings vom Weidelgras zweier Wiesen, das Weidelgras einer dritten Wiese dagegen war harmlos.
Also laß dich nicht von den 70% beeindrucken ... du fütterst naturnah, du hast keine empfindlichen Kaninchenjunge, sondern robuste, ausgewachsene Hausmeerschweinchen. Also wenn es Yersinien sind, werden es deine Meerschweinchen ohne Probleme überleben! Es ist dann nur die Sache, die Dinger halt auszurotten, das ist alles ... ganz ohne AB scheint das allerdings nicht zu funktionieren, wenn also Yersinien nachgewiesen werden, muß auch geschaut werden, auf was die Biester empfindlich sind.
Lohnt allerdings nicht, sich auf Yersinien zu versteifen ... ab und an Matschekot kann auch anderweitig ausgelöst werden, beispielsweise Futtermittelunverträglichkeiten, irgendwelche Chemikalien in der Wohnung usw usf ...