Ich geh hier mal systematisch durch und geb zu allem und jeden meinen Senf dazu

Zitat:
Den Schwerpunkt
Zucht sollte man auch auf keinen Fall aus den Augen verlieren, auch hier ist eine Menge passiert und nimmt man mal das Beispiel Ratten...gibt es bei dieser Tierart fast keinen natürlichen Tod mehr...sie sind recht früh mit
Tumoren belegt, welche sie auch hinraffen!
Es gab kaum eine Zeit, wo das genetisch mögliche Alter für Ratten so hoch war, wie es jetzt ist ...
Tumore sind bei von Anfang an naturnah ernährten Ratten die absolute Ausnahme, selbst wenn sie über zwei Jahre alt werden. Der natürliche Tod ist bei entsprechender Fütterung vom Absetzalter an immer noch die Normalität, nicht die Ausnahme ... bestes Beispiel, meine letzte Rattengruppe, Eigenvermehrung aus ganz normalen Futtertiermassenzuchtenausgangstieren, in der gleich zwei Ratten vier Winter überlebten! Das Mindestalter war, wenn sie nicht verfüttert wurden, bei drei Jahren ... gestorben ist jede dieser Ratten eines natürlichen Todes, keine mußte aufgrund von Krankheit oder
Tumoren eingeschläfert werden.
Die Haltung: Kaltstall
Die Fütterung: Alles, was die Natur hergibt plus Küchenreste, Katzenbarfreste und teilweise sogar Kochkostreste.
Wenn ihr dann mal die kurzlebigen und kranken Ratten ihre Lebensgeschichte anschaut, habt ihr eine ganz andere Haltung und Fütterung vom Absetzalter an:
Die Haltung: klimatisierte Wohnung mit trockener Heizungsluft im Winter
Die Fütterung: Rattima,
Pellets und manchmal ein bischen was anderes noch dazu, wobei eine echte Meidung von Fleisch und deren Produkten eingesetzt hat und auch Frischkost nur wenig verfüttert wird.
In Hobbyzuchten sieht das sogar noch schlimmer aus, da dort nun auch noch die für Ratten normale
Inzucht um jeden Preis vermieden wird, statt Inzuchtstämme aufzubauen, die durch Outcrossing nach drei bis sechs Generationen wieder zusammengeführt werden, wie es die Natur uns für die Wanderratte vorgibt ...
Die Haltung: Extrem klimatisierte Wohnung mit durchgängig trockener Heizungsluft
Die Fütterung: Rattima und ein wenig Gemüse und Obst.
Wertet man große Rattenpopulationen über das Futter und
Tumoranfälligkeit aus, fällt auf, daß besonders oft Ratten an
Tumoren vor dem zweiten Lebensjahr erkranken, welche Rattima in ihrem ersten halben Lebensjahr als Hauptnahrung zu futtern bekamen! Die Pelletratten, welche nur mit
Pellets gefüttert werden, sterben dagegen meist erst nach dem 2. Lebensjahr an
Tumoren, bei naturnah und äußerst abwechslungsreich ernährten Ratten hat man extrem viele Methusalem mit über vier Jahren bei und so gut wie keine
Tumorratte.
Es entscheidet die Fütterung im ersten halben Jahr im Leben einer Ratte!
Zitat:
Was mich an der ganzen Sache so umtreibt ist das ganz ganz viele Meerschweinchenbesitzer erzählen, dass ihre Schweinchen vor 20 Jahren zu heutigen Maßstäben extrem "mies" gehalten wurden (so auch das EInzelschwein meines Mannes) aber die Besitzer durchweg behaupten ihre Schweine seien im vergleich zu heute steinalte pumperlgesunde Schweinis gewesen.
Bei Kaninchen kann man einen ganz anderen Zusammenhang nachweisen: Je länger Meerschwein und Kanin allein gehalten werden, desto älter werden sie! Die wahren Methusalem mit über 10 Jahren wird man in den überwiegenden Fällen unter den Einzelschweinchens und Einzelkaninchens finden ... in Gruppen sind es deutlich weniger dieser alten Meerschweinchen und Kaninchen, ein über 18 Jahre altes Schweinchen oder Kaninchen wird man nur noch unter der langjährigen Einzeltierhaltung finden.
Der Grund ist hier einfach, daß Einzeltiere ihr Leben fristen müssen, sie haben kaum geistige Anregung, erfahren kaum Streß, der Körper verbraucht sich unter diesen Bedingungen kaum.
Werden diese Tierarten jedoch in Gruppen gehalten, dann gibt es extremen Streß durch Auseinandersetzungen mit den Mitgenossen, durch Liebe, durch Freundschaft, die Tiere sind aktiver und haben einen deutlich aktiveren
Stoffwechsel, es werden viel häufiger und deutlich mehr Botenstoffe und mRNA (Genmaterial, welches Informationen aus dem Zellkern herausschleust) gebildet wie beim Einzeltiere, die Tiere stellen
Hormone und Pheromone her, um Freude, Trauer, Lebenslust, Ärger, Eifersucht und Neid fühlen zu können ... das spart sich das Einzelschwein und Einzelkanin ...
Dennoch findet sich gerade in den 70er, 80er und 90er Jahren die Erkenntnis, daß die Meerschweinchen frühzeitig mit 2 - 4 Jahren an "Vitamin C"- Mangel starben, was sie ja früher nicht gemacht hatten ... vor den 70er Jahren wurde so gut wie kein Industriefutter gefüttert, der "Vitamin C"-Mangel war also kein Vitamin C Mangel, sondern die Folgen von
Pellets, Kuntibunti und Co! Die genetischen Methusalem überlebten dennoch eine solche Ernährung, es gab immer wieder die einzeln gehaltenen Meeris und Ninchens, die über 10 Jahre alt wurden, trotz bester einseitiger Kuntibunti-pur-Ernährung.
Zitat:
Das ist abedr auch nen schwieriges Thema. gerade Stoffwechselgeschichten treten ja oft dann auf wenn die Tiere schon wieder aus der
Zucht draußen sind, bzw. ihre Elterntiere. Und wenn man sie nicht selber in der
Zucht behält, bekomtm man auch von den späteren Haltern meist auch keine Rückmeldung.
Das ist Sache von Zuchtbuch und Bestandsbuch ... wenn eine Ratte mit drei Jahren Diabetes mellitus bekommt, kann ich immer noch anhand von Zuchtbuch und Bestandsbuch ihre Nachkommen ermitteln und diese aus der
Zucht nehmen - allerdings sind 99% der Stoffwechselerkrankungen nicht zuchtbedingt, sondern fütterungsbedingt - und damit macht das nicht viel Sinn ...
Es ging um die Zunahme von Struvitsteinen und Calciumoxalatsteinen bei Katzen
Zitat:
Was einfach ausgedrückt heißt, wir haben es hier mit einer genetischen Disposition zu tun?
Nope, denn gebarfte Katzen bekommen weder das eine, noch das andere ... egal, ob ihre fertigfuttergefütterten Geschwister schon mit vier Jahren
Urolithiasis bekommen oder nicht.
Das Geheimnis ist hier wiederum die Fütterung, eine Rohkost- oder Resteernährung mit hohem Rohkost- und Fleischanteil ist bei der Katz immer noch deutlich gesünder, selbst wenn sie unausgewogen ist, und verursacht weniger Stoffwechselerkrankungen wie die ganzen stark verarbeiteten Katzenfutter mit unnatürlichen Eiweißbruchstücken ... es geht hier allerdings nicht nur um
Urolithiasis, sondern auch um Nierenschäden, Leberschäden, Diabetes mellitus, Spondylose, Arthrose usw usf ... die Hälfte aller Katzen, welche mit Fertigfutter als Hauptfutter, egal wie gut das ist, gefüttert werden, haben mit 15 Jahren schwere Stoffwechselerkrankungen, welche bei über 15jährigen Zuchtkatzen vor den 70er Jahren, wo eben viel Rohkost und Küchenreste verfüttert wurden, absolut unbekannt waren.
Zitat:
Wenn es ein Stoffwechselproblem ist, warum füttert man dann nicht gezielt Kräuter, die den
Stoffwechsel anregen und den Körper entgiften? *malblödfragt*
Genau das wird bei den modernen Fertigfuttermitteln probiert - ohne Erfolg, denn die Wirkstoffe der Heilpflanzen können auch nicht die Schäden, die denaturiertes Eiweiß und einen Mangel an ungesättigten Fettsäuren verursachen, ausbügeln ... wenn ich naturnah ernähre, komme ich auch weitestgehend ohne spezielle Heilkräuter aus und trotzdem bleiben statistische 90% der Tiere bis zum Tode gesund und nicht nur statistische 10%, wie bei Fertignahrung.
Zu Ursache von
Urolithiasis bei Meerschweinchen:
Zitat:
- Zu trockene Ernährung, also verminderte Wasseraufnahme
- Ungeeignetes Klo, also bakterielle Infektionen in der Harnregion
- Übermäßige Kalziumzufuhr. Die näheren Ausführungen dazu zeigen auf Trockenkost. Trockenfutter verändert ja auch den PH - Wert-
- Vitamin B6 Mangel -> Oxalatbildung
Gibt eine deutlich einfachere Erklärung, die sogar mit den zu beobachtenden Verhältnissen besser übereinstimmt:
- Zu hohe Gaben an Vitamin C ohne oder mit zuwenig Carotinoiden.
- Zu trockene Kost.
- Einwandernde
Bakterien in den Harntrakt durch zu wenig Pullern.
- Cholecalciferol (Vitamin D3) im Futter.
- Zu wenig Calcium im Futter.
- Zu wenig Oxalatsäure im Futter.
Die Klotheorie läßt sich bei Meerschweinchen nicht bestätigen, denn werden Meerschweinchen in Winzkäfigen gehalten, haben sie nicht häufiger
Urolithiasis wie ihre Geschwister unter gleichen Bedingungen und naturnaher Ernährung. Dafür könnte es jedoch bei anderen Tierarten durchaus relevant sein, beispielsweise bei Hunden.
Zitat:
Punkt eins fällt deshalb raus, weil es ja wirklich erst in den letzte 3-4 Jahren zu explosionsartigem Anstieg der Blasenproblematik gekommen ist (meine subjektive Einschätzung).
Geht man die paar Veröffentlichungen in Deutschland zum Thema
Urolithiasis beim Meerschweinchen durch, fällt auf, daß es den explosiven Anstieg an
Urolithiasis nicht erst seit 3 - 4 Jahren gibt, sondern schon seit ca. 30 Jahren ... mit den 3 - 4 Jahren kommt nur die Forenarbeit dazu, welche deutlich mehr
Urolithiasis bekannt macht, wie die paar Veröffentlichungen im Vet-Med-Bereich ... es ist also in den letzten 3 - 4 Jahren eine veränderte Informationslage entstanden, keine Zunahme an
Urolithiasis.
Anders bei Kaninchen, hier gibts tatsächlich erst seit wenigen Jahren eine explosive Vermehrung der
Urolithiasis. An der Datenlage kann es nicht liegen, die ist von jeher deutlich besser wie bei den Meerschweinchen und hat sich auch nicht wirklich über Foren verbessert ...
Untersucht man die
Urolithiasisfälle beim Kanin, sind es hier hauptsächlich die Heukaninchen, welche
Urolithiasis bekommen! Der Grund ist hier Kalziummangel und Eiweißmangel ...
Zitat:
Was haltet ihr von der These, das synthetisches Vitamin C zur bildung von Oxalatsteinen führt?
Geht auf meine Beobachtung zurück ... je mehr Vitamin C verfüttert wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, daß Calciumoxalatsteine gebildet werden. Dies gilt insbesondere dann, wenn nur wenig Carotinoide aufgenommen werden ... der Hintergrund ist einfach der, daß Vitamin C, welches nicht durch Carotinoide aktiviert wird, zu Oxalatsäure abgebaut wird ... und die wiederum verbindet sich mit Calcium zu Calciumoxalat und wird ausgepullert - oder aber es sind
Bakterien eingewandert oder gar Calciumablagerungen durch Cholecalciferol (Vitamin D3) in den Nierentubuli, so daß sich an diesen Calciumkristallen und an den
Bakterien Calciumoxalatsteine bilden können.
So, viel Spaß beim Weiterdiskutieren
