Danke für die vielen Tipps - die Bücher würden mich interessieren, Isa, über booklooker kann man vielleicht noch eines der vergriffenen kriegen.
Wir sind zurück aus der Klinik. Zum Glück hat und eine Freundin, deren Auto Klimaanlage hat, gefahren, sonst wär das echt nicht möglich gewesen. Bela wurde von meinem dortigen Lieblingsarzt (der Mann, dem allein ich meiner Ansicht nach Merles Rettung bei der 50 : 50
Tumor-OP zu verdanken habe, er hat damals so sauber operiert, dass noch nicht mal ein AB nötig war *schwärm*) geröntgt. Das Bild bekomme ich die Tage per Mail und werde es hier dann auch posten. Die
Diagnose ist irgendwie durchwachsen, ich weiß noch nicht so recht, wie ich sie bewerten soll ... Aber der Reihe nach:
Vorne, wo die unteren Schneidezähne fehlen, liegt eine umfangreiche Osteolyse (?), also Knochenauflösung vor. Nicht im Sinne von "der Kiefer löst sich auf, bis er weg ist", sondern als eine Art Umwandlungsprozess: Die ursprünglichen Wurzeln, die da rausgefault sind, haben natürlich große Löcher im Kieferknochen hinterlassen, diese Löcher versucht der Körper nun mit neuem Knochenmaterial aufzufüllen. Da löst sich unbrauchbares Material auf, und es bildet sich aber auch Neues. Und erst wenn keine Knochenstückchen mehr nach oben kommen, kehrt da Ruhe ein. Und das kann dauern. Aber: Es KANN heilen.
Dann die unteren Backenzähne: Dadurch, dass sie alle schief, abgekippt oder abgesenkt sind, besteht eine schlimme
Malokklusion mit den oberen Zähnen (deren Wurzeln übrigens alle prima aussehen), auf deutsch: da passt nix aufeinander. Das führt zwangsläufig zu zwei Dingen: Fehlbelastung durch Bela beim Kauen und ungleichmäßige Abnutzung. Die Fehlbelastung durch Bela selbst führt wiederum dazu, dass er zum Teil zu viel Druck auf die unteren Zähne ausübt, wodurch er sie tatsächlich schon ein Stück in den Kiefer hineingeschoben hat. Das ist kein retrogrades Wachstum, denn die Zähne wachsen weiter (in Belas Fall: mehr oder weniger) "vorwärts". Aber man sieht auf der Röntgenaufnahme mehrere Ausbuchtungen. An diesen Stellen besteht das Risiko eines Durchbruchs der zahnwurzeln oder Abszesses. Und das ist nach Meinung des Tierarztes auch möglicherweise der wesentliche Beschwerdeherd, also das, was ihm wahrscheinlich tatsächlich Schmerzen beim Kauen bereitet, so dass er immer nach kurzer Zeit wieder aufhört zu fressen, obwohl er eigentlich noch Hunger hat. Ich könnte schreien, wenn ich daran denke, dass die Backenzähne alle grade waren, bis dieser Stümper von TA die Frontzähne zerstört hat
Um diesbezüglich eine Prognose abzugeben (die sowieso immer nur Spekulation ist), will er gerne mit einem weiteren Röntgenbild sehen, ob und wenn ja, was sich da verändert. In vier Wochen wird Bela also noch mal geröntgt.
Außerdem wurde unter örtlicher Betäubung ein weiteres Knochenstück aus der Wunde entfernt, das will er sich Ene nächster Woche noch einmal anschauen, da werden dann auch die oberen Zähne abgeschliffen.
Der TA hat gesagt, dass er schon deutlich schlechtere Röntgenbilder von Nager-Zahnpatienten gesehen hat - leider habe ich jetzt nicht gefragt, was aus denen denn geworden ist. Fazit: Es sieht nicht soooo schlimm aus, wie befürchtet, aber es ist irgendwie schon schlimm, da wir die
Malokklusion und das daraus resultierende falsche Kauen, das wiederum die
Malokklusion verstärkt, nicht in den Griff kriegen werden

Ich hoffe nur, uns bleiben die Abszesse erspart ...
So, ich hoffe, es war verständlich, ich hoffe, ich habe selbst alles richtig verstanden, und ich hoffe, ich hab nix vergessen.