Die ganzen Blinddarmfermentierer, zu denen auch die Meerschweinchen gehören, können ganz anders mit den sekundären Pflanzenstoffen umgehen, wie wir ... beispielsweise werden die Mariendisteln erst gar nicht als Medizinalpflanzen genutzt, sondern als gesunde Nahrungspflanzen!
Meerschweinchen können ca. 20 Gewichtsprozent ihrer Nahrung mit Disteln decken - sie nutzen den hohen Eiweißgehalt der Disteln und können mit Hilfe ihrer Blinddarmgesellschaft auch die Zellwände noch mitnutzen. Daraus lassen sie sich gut verdauliches Bakterieneiweiß im Blinddarm wachsen, mit allen wichtigen Vitaminen, welche in ihren Nahrungspflanzen nicht oder nur wenig enthalten sind.
Gerade die Disteln bauen die Stacheln mithilfe von Ligninen und Lignocellulosen aus - können wir nicht nutzen, die Meerschweinchen schon. Sie lassen sich im Blinddarm daraus Phenolsäuren herstellen, welche wiederum ihren Dickdarm vor Einwanderung krankmachender Keime und
Parasiten schützen.
Mariendistelblätter, auch die getrockneten, enthalten für Blätter erstaunlich viele Fettsäuren. Die können Meerschweinchen sogar noch vor dem Blinddarm herauslösen und was im Dünndarm nicht aufgenommen werden kann, spätestens über den Dickdarm aufnehmen - wichtige und wertvolle, sehr gesunde Langzeitenergie für Meerschweinchen. Wir könnten das nicht, die Fettsäuren würden wir nur ungenutzt ausscheiden. Für uns sind deshalb die Samen so wichtig, diese enthalten die Fettsäuren in einer für uns nutzbaren Form.
Das in den Blättern enthaltene Kämpferol ist vermutlich in der Lage,
Tumorzellen dazu zu überreden, sich selbst zu töten. Es gibt Hinweise, daß es an einer ganzen Reihe von Reparaturmechanismen im Körper beteiligt ist (Wirklich nachgewiesen ist da allerdings noch nix, man weiß zuwenig über Kämpferol). Mehrschweinchen sind in der Lage, sich dieses Kämpferol im Blinddarm herauslösen zu lassen, ebenso wie den gesamten Silymarin-Komplex, welcher für die Erneuerung der Leber und als Schutz vor verschiedenen Giften gebraucht wird. Sie passen einfach nur den Augenblick ab, wo die Mikroorganismen den Nahrungsbrei soweit zersetzt haben, daß sowohl das Silymarin als auch das Kämpferol freiliegt, aber noch nicht verdaut ist und produzieren dann
Blinddarmkot mit diesen Komponenten - gepaart mit dem leicht verdaulichen Bakterieneiweiß macht das ein Lebermedikament, wovon wir nur träumen können!
Wir haben ja nur die Möglichkeit, entweder zu versuchen, diese Substanzen mit Hilfe von Wasser herauszulösen (Tee), was jedoch mehr oder weniger an der Wasserunlöslichkeit des Silymarin-Komplexes scheitert (Tee enthält nur sehr wenig vom Silymarin), oder wir stellen direkt Auszüge her ... die sind wirkungsvoller, aber eben lange nicht so wirkungsvoll, wie das, was die Meerschweinchen da produzieren.
Taxifolin ist ein natürliches Antioxidanz, die genaue Wirkung ist bisher nicht erforscht, aber, antioxidative sekundäre Pflanzenstoffe können im Verbund mit anderen sekundären Pflanzenstoffen enorme gesundheitliche Wirkungen entfalten - Tiere, welche viele unterschiedlicher Stoffe dieser Art zu sich nehmen, sind deutlich vitaler, wie Tiere, welche nur wenige dieser Stoffe aufnehmen.
Taxifolin ist nicht soo verbreitet im Pflanzenreich - aber es ist in nennenswerten Mengen in den Blättern der Mariendistel enthalten. Zusammen mit anderen Pflanzen und deren ganz besonderen Wirkstoffzusammensetzungen also ein wahres Gesundheitskoctail. Vermutlich können Meerschweinchen auch dieses weitaus effektiver nutzen, wie wir.