Schwein gehabt:
Schweine waren eine sehr wertvolle Kapitalanlage, selbst wer in armen Gegenden sich nur ein Ferkel kaufen konnte, war richtig gut dran, denn selbst wenn er das Ferkel nicht optimal aufziehen konnte, brachte der Speck Geld fürs nächste Ferkel und das Fleisch gab Wurst und Schinken. Das Knochenmehl wiederum konnte eingetauscht werden gegen Dinge, die man halt zum Leben brauchte ... und das Ganze nur dafür, daß das Schwein nur die Abfälle bekam bzw es in den Gemeindewäldern sein Futter suchen mußte ... wer sich ein Ferkel leisten konnte, hat echt Schwein gehabt, nachdem es geschlachtet wurde! Lebensglück pur halt ... Fleisch war in der Armenbevölkerung nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit und genügend Essen erst recht nicht ...
Und auch heute hat man Schwein gehabt, wenn man Glück hat ... auch ohne ein Schwein zum Schlachten zu haben ...
Zur Sau machen war ehemals eine recht wirksame Strafe dafür, daß sich Jemand zuviel des Guten rausgenommen hatte und sich unter aller Sau benommen hatte ... man setzte demjenigen einfach ne Schweinemaske auf und jagte ihn durch die Stadt - klaro, daß nun jeder mit Spott und Taten der Meinung Ausdruck geben durfte, also so ganz so lustig dürfte es für den Delinquienten nicht zugegangen sein.
Heute kommt man ohne diese Saumaske aus, eine strenge Moralpredigt reicht, um jemanden zur Sau zu machen ...
Womit wir schon beim nächsten Sprichwort angekommen wären: Sich unter aller Sau benehmen ...
Eigentlich ganz einfach, denn was ist unter aller Sau, spätestens wenn die Sauen sich suhlen?
Richtig! Dreck!
Wer sich also mit dreckiger Ausdrucksweise und wie der letzte Abschaum benahm, benahm sich unter aller Sau ... und tut es heute noch ...
Das sieht ja aus, wie im Schweinestall ... ähnlich wie unter aller Sau eine Anspielung auf die Unterbringung von Schweinen. Schweine wurden zunehmend im 18. und 19. Jhr in Räumen gehalten, die Einstreu wurde nicht gerade regelmäßig gewechselt, denn Einstreu war teuer, der Mist nur dann entsorgt, wenn die Landwirte ihn zur Düngung abholten ... muß schon ziemlich übel ausgesehen haben, zumal dann auch noch Küchenreste bei den Schweinen entsorgt wurden.
Klar, wenn etwas wie im Schweinestall aussieht, daß es dann keine Ähnlichkeit mehr mit einer sauberen, aufgeräumten Lokalität hat, sondern eher einem stinkenden Chaos gleicht ...
Sich benehmen wie die Sau oder sich benehmen wie ein Schwein wiederum ist eine Anspielung auf die schweinische Eigenart, sich bei warmen Wetter und vor Schutz vor beißenden und stechenden Insekten im Dreck zu suhlen ... das entsprach nicht unbedingt den Vorstellungen eines moralischen Lebens, kurzum, wer sich wie Sau benimmt, benimmt sich moralisch und anstandsmäßig voll daneben ...
(Dreck war dabei ein Symbol der Unmoral)
Du Ferkel:
Auch hier spielt die Eigenschaft der Schweine, sich gern in der Matschepampe aufzuhalten, eine Rolle, wer sich wie ein Ferkel benimmt, sieht genauso schmutzig aus, wie die Ferkel, die in der Suhle und im Schlamm spielen ... beispielsweise Kinder, die im Regen spielen und schmutzverkrustet, aber glücklich, nach Hause kommen sind kleine Ferkel.
Auch hier wieder gab es irgendwann die Übertragung auf die abstrakte Moral, wer mit dreckigen Witzen und dreckigen Aussprüchen um sich wirft, ist ebenfalls ein Ferkel, auch wenn er sich nicht körperlich schmutzig macht ...