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BeitragVerfasst: Do 5. Mär 2009, 17:51 
Gast
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Vor der Vergesellschaftung

Wenn ein bislang allein lebendes Kaninchen oder eine Kaninchengruppe Zuwachs bekommen soll, ist das natürlich immer erfreulich ;)
Allerdings sollte man vor der Vergesellschaftung ein paar Aspekte beachten.


Quarantänegehege einrichten


Bevor das Kaninchen abgeholt wird, sollte man für den Neuankömmling ein Quarantänegehege einrichten.
Wichtig ist, dass sich das Gehege in einem separaten Raum befindet, um Sicht- und Geruchskontakt zwischen den Tieren vorerst zu vermeiden.
Das stresst die Tiere nur unnötig und könnte die spätere Vergesellschaftung erschweren.

Für das Gehege kann man in einem Raum eine Ecke mit Gitterelementen abstecken (wenn man einen kleinen Extra-Raum bieten kann, spart man sich natürlich die Gitterelemente).
Ein Klo sollte nicht fehlen. Hierfür kann man eine Käfigschale oder die Transportbox (mit oder ohne Deckel) hineinstellen. Ein Häuschen als Unterschlupf sollte auch gegeben sein, damit sich das Kaninchen auch mal verziehen kann.

Außerdem sollte man vorher noch ein wenig Futter (Gemüse, Heu) und Wasser bereitstellen, um das Tier nicht zu erschrecken.


Der Umzug

Diese Situation ist für das Tier besonders anstrengend, ungewohnt und beängstigend.
Es wird aus der gewohnten Umgebung gerissen, in eine Transportbox gesteckt und weiß gar nicht, was nun mit ihm passiert.

Daher sollte man das Kaninchen im neuen Heim erst einmal in Ruhe lassen.
Am besten stellt man die Transportbox in das Quarantänegehege und öffnet das Türchen, sodass das Tier sich beruhigen und selbst entscheiden kann, wann es herauskommt.

[img]http://i307.photobucket.com/albums/nn298/dreadydrahtlos/buuh.jpg[/img]


Quarantäne


Wozu ist die Quarantäne gut?

Neue Mitbewohner sollten immer auf Krankheiten untersucht werden. Um eventuelle Ansteckung zu vermeiden, sollte man das Kaninchen daher nicht gleich mit den gesunden Tieren vergesellschaften.


Eingewöhnung


Nach dem Umzugsstress sollte man dem Kaninchen ein wenig Zeit geben, sich einzugewöhnen. Nach den ersten Tagen hat es sich für gewöhnlich ein wenig eingelebt, die Umgebung erkundet und fühlt sich im Schutz des Geheges wohl.

Meist fallen in diesem Zeitraum schonmal eventuelle äußerliche Erscheinungen / Erkrankungen auf, falls welche vorhanden sind. Das Kaninchen sollte allerdings auf jeden Fall von einem Tierarzt untersucht werden.


Wichtige Aspekte bei der tierärztlichen Untersuchung:


Kotuntersuchung

Eine Kotuntersuchung immer wichtig und sollte daher auch auf jeden Fall durchgeführt werden.

Dazu sollte man den Kot des Tieres 3 Tage lang sammeln und mit zum Tierarzt nehmen, damit er es auf Krankheitserreger wie z.B. Endoparasiten (z.B. Kokzidien, Würmer) oder Hefepilze untersuchen kann.


Auch wenn der Kot unauffällig aussieht, sollte eine Untersuchung durchgeführt werden. Erreger können auch bereits in "normalem" Kot vorhanden sein und das Tier krank machen.

Am Besten in etwa die Menge Kot (wie auf dem Bild) jeden Tag sammeln und am 3. Tag mit zum Tierarzt nehmen. Hierfür eignet sich ein kleiner Behälter wie z.B. ein Filmdöschen o.Ä.

[img]http://i307.photobucket.com/albums/nn298/dreadydrahtlos/kot_norm.jpg[/img]




Setzt ein Tier vermehrt Blinddarmkot ab (s. Bild), kann dies u.U. auf eine Kokzidiose hindeuten.

Der lebensnotwendige Blinddarmkot (enthält Ballaststoffe und Vitamin B12) wird normalerweise immer direkt am After vom Kaninchen aufgenommen und es findet eigentlich keine Überproduktion statt.

Falls dies doch einmal vorkommt, kann es auch an der Fütterung liegen (zu einseitiges oder ungesundes Futter). Zur Sicherheit sollte der Blinddarmkot ebenfalls vom Tierarzt untersucht werden. Liegt keine Kokzidiose vor, könnte eine langsame, schrittweise Futterumstellung helfen.

[img]http://i307.photobucket.com/albums/nn298/dreadydrahtlos/bd_kot.jpg[/img]




Variiert der Kot oder hat das Tier Durchfall, dennoch alles im Döschen sammeln, damit der Tierarzt auf Endoparasiten untersuchen kann.


Zahnuntersuchung

Auch die Zähne sollten vom Tierarzt genau angesehen werden, um eine eventuelle Zahnfehlstellung auszuschließen. Wichtig ist, nicht nur die Schneidezähne, sondern auch die Backenzähne anschauen zu lassen. Sollten die Zähne schief wachsen oder durch falsche Ernährung nicht richtig abgenutzt sein, können scharfe Spitzen entstehen, die zu Wunden oder sogar Abszessen führen können.
Daher sollte der Tierarzt genau nachsehen.


Gewichtskontrolle


Das Kaninchen sollte auf jeden Fall gewogen werden. Extremes Unter- oder Übergewicht fällt natürlich gleich auf, aber eine Gewichtskontrolle ist dennoch wichtig und sollte auch daheim regelmäßig durchgeführt werden (siehe dazu auch: Kaninchen-"TÜV")


Augenuntersuchung

Der Tierarzt sollte auf jeden Fall die Augen genauer untersuchen. Verklebte, tränende, entzündete oder gerötete Augen deuten sichtbar auf eine Erkrankung hin (z.B. Bindehautentzündung, Entzündung durch Fremdkörper im Auge bis hin zu einem Abszess).
Auch wenn die Augen keine sichtbaren Krankheitszeichen aufweisen, sollten sie untersucht werden. Der Tierarzt kann durch das Beleuchten der Augen früher erkennen, ob etwas nicht stimmt.


Felluntersuchung/Ohrenuntersuchung

Das Fell sollte auf jeden Fall auf Ektoparasiten wie Milben und Haarlinge untersucht werden. Fährt der Tierarzt gegen den Strich über das Fell, können Hautschuppen und "ungebetene Gäste" erkannt und anschließend behandelt werden.

Leidet das Tier unter Haarausfall oder hat sogar kahle Stellen, könnte es sowohl auf Haarlinge als auch auf einen Pilz hindeuten. Beim Pilz ist die kahle Stelle jedoch meist gerötet, trocken und schuppig.

Die Ohren sollten auch gründlich untersucht werden. Hat das Kaninchen Milben, zeigt sich das oft schon dadurch, dass es oft die Ohren ruckartig schüttelt. Manchmal sind auch kleinste Bissspuren erkennbar.


Untersuchung von Geschlechtsteil/After

Der Tierarzt sollte auch das Geschlechtsteil und den After untersuchen.
Bei einem gesunden Tier ist alles trocken und sauber, das Kaninchen kümmert sich auch bei der täglichen Körperpflege selbst darum.

Ist die Gegend kotverschmiert oder gar entzündet, deutet dies auf eine Erkrankung hin und sollte behandelt werden.
Meist handelt es sich um Darmerkrankungen (Symptom: Durchfall), es kann aber auch andere Ursachen haben.


Achtung: In Extremfällen kann ein Kaninchen unter Maden leiden!

Hier muss sehr schnell gehandelt werden!
Innerhalb von 24 Stunden führt Madenbefall zum Tod.
Das Kaninchen wird sehr schnell stark geschwächt und die Maden fressen sich regelrecht von der Aftergegend in das Kaninchen.
Wird sofort etwas unternommen, kann das Kaninchen gerettet werden.

Hier besteht vermehrt im Sommer Gefahr, vor allem bei Kaninchen in Außenhaltung. Allerdings kann es auch in Innenhaltung zu Madenbefall kommen.

Präventionsmaßnahmen: Täglich die Kaninchen kontrollieren und das Gehege sehr sauber halten. So kann man den Maden recht gut vorbeugen.


Dauer der Quarantäne

Normalerweise ist eine Quarantäne von 2 Wochen ausreichend.
Muss ein krankes Tier zunächst gesund gepflegt werden, kann sich der Zeitraum jedoch verlängern.

Achtung: Wird ein unkastrierter Rammler aufgenommen, der über 12 Wochen alt ist, muss eine Kastrationsquarantäne von insgesamt 6 Wochen eingehalten werden.


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