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Es gibt Kaninchenhalter, erfahrene Kaninchenhalter und sehr erfahrene Kaninchenhalter.
Nicht jeder kennt sich mit diversen Krankheiten aus.
Selbst als sehr erfahrener Kaninchenhalter kann man nicht alles kennen und wissen.

Alles, was hier im Forum speziell zu Krankheiten, Diagnosen, Medikamenten und deren Dosierungen zu finden ist, sind persönliche Erfahrungen, Tipps und Ratschläge.

Diese Tipps und Ratschläge ersetzen keinen Tierarztbesuch.

Es gibt sehr viele ernst zu nehmende Krankheiten, die man durch Eigenbehandlung/Eigentherapie noch verschlimmern kann.

Es ist daher wichtig, jede Medikamentenabgabe und Therapie unbedingt mit dem Arzt zu besprechen und gemeinsam nach der besten Lösung, für das jeweilige Tier zu suchen.

Also zieht bitte immer einen Tierarzt zu Rate. Selbstverständlich könnt Ihr die hier gegebenen Tipps und Ratschläge mit Eurem Tierarzt besprechen.



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BeitragVerfasst: Di 4. Sep 2012, 09:36 
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- entnommen aus: http://www.tierpla.net/kaninchen-gesund ... 12153.html

Zitat:
+ buscopan und baytril,

Buscopan sollten weder Kaninchen noch Meerschweinchen bekommen, es kann sogar tödlich sein weil es die Verdauung lahm legt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Infundieren -wie genau?
BeitragVerfasst: Di 4. Sep 2012, 09:45 
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Rehlein bekam damals auch Buscopan :? als sie Verstopfung hatte...allerdings von einem Bereitschafts Tierarzt...da es ihr schlecht ging, kann ich nicht sagen, ob das Buscopan nun etwas dazu beigetragen hatte oder nicht...
allerdings gab es keine weiteren Probleme...


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BeitragVerfasst: Di 4. Sep 2012, 10:01 
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Man kann wirklich froh sein, wenn sie das Buscopan überleben, leider sterben auch viele Kaninchen und Meerschweinchen am Buscopan. :(


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 Betreff des Beitrags: Re: Infundieren -wie genau?
BeitragVerfasst: Di 4. Sep 2012, 10:27 
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Wird Buscopan korrekt eingesetzt, kann es auch bei Kaninchen lebensrettend sein ... beispielsweise bei verkrampften Darm. Es wirkt schnell und effektiv.

Und genau wie andere Medikamente auch hat es einfach seine Nebenwirkungen - es bleibet auch bei Buscopan dabei, der TA muß abwägen ... die meisten Halter dürften nicht genügend Fälle von verkrampften Därmen bei Kaninchen haben bzw die Ausbildung haben, entscheiden zu können, ob Buscopan und in welcher Dosierung nötig, möglich oder sogar gefährlich ist ... und da sind wir wieder beim alten Problem, hat man nen guten Kaninchendoktor, wird er auch Buscopan sinnvoll einsetzen, hat man nen TA, der eben nicht so mit Kaninchen und Co kann, bringt der eventuell das Kaninchen durch Buscopaneinsatz um ...

Hauptproblem bei Buscopan ist, daß bei einem Darm mit herabgesetzter Peristaltik die Restperistaltik endgültig zum Erliegen kommt. Nun kann man jedoch nicht, wie beim Menschen, mal kurz nen Einlauf machen, um den ganzen im Darm vor sich hingärenden Müll irgendwie hinauszubefördern, kurzum, das Kaninchen stirbt wegen Blähungen und Giften, die bei der Gärung des Materials im Darm entstehen.

Bei Kaninchen, deren Darm dagegen verkrampft ist, die Peristaltik aufgrund der Krämpfe keine Peristaltik, sondern nur noch sinnloses vor sich Hinzittern ist, ist Buscopan lebensrettend, da es durch die Entkrampfung sehr schnell eine ordnungsgemäße Peristaltik wieder herstellt und somit der Nahrungsbrei wieder zu Kötteln verarbeitet hinaustransportiert werden kann. Sinnvoll ist hier, das Ganze mit Kümmel- oder Fenchelöl oder Rodikolan akut zu unterstützen, damit die Peristaltik, ohne wieder zu verkrampfen, bestehen bleibt.


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BeitragVerfasst: Di 4. Sep 2012, 10:53 
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Was meinst du mit verkrampft? Blähungen?
Das Kaninchen kann uns ja nicht sagen, ob es Bauchkrämpfe hat.

Ich kenne einige Fälle, bei denen Buscopan bei Blähungen tödlich war. Zudem wird es bei vielen Tierärzten allgemein verabreicht (egal was das Kaninchen an der Verdauung hat). Es gibt wirklich andere Mittel, die nicht die Darmperistaltik lahm legen.


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BeitragVerfasst: Di 4. Sep 2012, 11:40 
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Ausage von 3 Tierärzten : Buscopan auf keinen Fall das Risiko ist bei Tieren (Merris/ Nins etc) mit einen empfindlichen Verdaungssystem lebensgefährlich .Da es die komplete Darmperestaltik zum erliegen kommen bzw die gesamte Verdaung sprich Magenüberladungen etc vom feinsten drohen und in 99,9 % der Fälle mit tödlichen Ausgang !

Und wenn mir das drei erfahrene Tä sagen werde ich wohl mal besser dran glauben ;)


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BeitragVerfasst: Di 4. Sep 2012, 11:41 
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Ich würde es auch niemals geben, ich kenne viel zu viel Todesfälle durch Buscopan, kaum ein Pflanzenfresser überlebt die Buscopan-Gabe.


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BeitragVerfasst: Di 4. Sep 2012, 11:48 
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Planetarier
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Ein Krampf ist eine unkontrollierte Muskelzusammenziehung. Sobald der Muskel von selbst erschlafft, bekommt er sofort wieder das Signal, sich zusammenzuziehen. Sehr eindrucksvoll kannst du solche Krämpfe an Epileptikern bei ihren Anfällen studieren. Während eines epileptischen Anfalls sind die Betroffenen nicht mehr in der Lage, ihre Gliedmaßen zu kontrollieren, da die Muskeln sich zusammenziehen, verhärten und nur noch kurzzeitig sich entspannen können, so daß ein typisches Muskelzittern entsteht.

Die Peristaltik im Darm wird durch Darmmuskeln verursacht - und diese können sich genauso verkrampfen, wie die Muskeln beim Epileptiker. Der Darm ist dadurch nicht mehr funktionstüchtig, denn die Peristaltik ist nix weiter, wie das kontrollierte, rhytmische Zusammenziehen und wieder Erschlaffen der Darmmuskulatur, so daß so eine Art Wellenbewegung entsteht, der durch den gesamten Darm fortläuft und den Nahrungsbrei weitertransportiert.

Das Gegenteil zu Darmkrämpfen wäre die Erschlaffung des Darmes, die Muskeln ziehen sich gar nicht mehr zusammen, weder kontrolliert, noch unkontrolliert. Auch hier wieder fehlen dann diese über die Darmwand laufenden Wellen, welche den Nahrungsbrei vorwärtsschieben. Auch hier ist der Darm funktionsuntüchtig.

Blähungen sind nix weiter wie zuviele Gase im Darm ... hat also erstmal nix mit Darmkrämpfen zu tun.
Aber ... wenn der Darm nicht mehr funktioniert, egal, ob die Darmmuskeln verkrampft sind und so eben keine Peristaltik mehr da ist, oder die Darmmuskeln dauerhaft entspannt sind und so eben auch keine Peristaltik mehr da ist, kann der Nahrungsbrei nicht mehr weitertransportiert werden. Mikroorganismen können jedoch immer noch aktiv sich im Nahrungsbrei bewegen und werden genau dorthin marschieren, wo es das leckerste Futter für sie gibt - dort bleiben sie dann, fressen, wachsen und vermehren sich - und setzen dabei Gase frei. Je mehr Mikroorganismen an einem Ort stoffwechseln und sich vermehren, desto mehr Gase werden freigesetzt. Wenn der Nahrungsbrei im Darm nicht mehr (genügend) weitergeschoben werden kann, können die Gase nicht mehr aus dem Darm geschoben werden und es entstehen mehr Gase, wie durch die Darmwand entsorgt werden kann - das sind dann Blähungen, auch Fehlgährungen oder, wenn es besonders viele Gase werden, auch Kolik genannt. Wenn der Darm derartig gedehnt wird, daß er einem großen Hohlraum, sprichweg Resonanzkörper wie bei einer Trommel, entsteht, man also auf dem Bauch des Kaninchens durch Klopfen ein deutliches Trommelgeräusch erzeugen kann, nennt man es Trommelsucht.

Wir haben jedoch nun auch den gegenteiligen Effekt, wenn die Peristaltik noch voll funktionstüchtig ist, nun aber anderweitig Blähungen entstehen (beispielsweise durch Pelletfütterung oder durch zuviel Mehlsaaten im Futter), kann die Spannung, die durch die Gase im Darm auf die Darmwand entsteht, es passieren, daß es zu Fehlsignalen in der Darmwand führt. Die Darmwandmuskeln verkrampfen. Das Ganze wird noch dadurch verstärkt, daß durch die Schmerzen auch die Bauchmuskeln verkrampfen. Die Peristaltik kommt zum Erliegen, das Kaninchen bläht immer weiter auf bis zur Trommelsucht und verstirbt irgendwann.

Es kann jetzt fatalerweise auch das Gegenteil durch die Blähungen passieren - die Darmwand ist überfordert, bekommt nicht mehr genügend Energie für die Muskelzellen, die Darmperistaltik kommt zum Erliegen, weil die Muskeln aufgrund zuwenig Energie nicht mehr sich zusammenziehen können!
Gleiche Ursache, zwei absolut verschiedene Symptome!

Wenn der Darm sich verkrampft, verkrampft sich auch die Bauchmuskulatur in charakteristischer Art und Weise. Mit sehr, sehr viel Übung kann man den Unterschied zu einer nur durch Schmerzen verursachten Bauchverkrampfung ertasten. Es ist dem erfahrenen TA also möglich, Darmkrämpfe von Darmerschlaffung durch Abtasten zu unterscheiden. Ein weiteres Diagnosehilfsmittel ist die Kotbeschaffenheit, Durchfall spricht eher für Darmerschlaffung, Verstopfung eher für verkrampften Darm. Weitere Symptome kommen hinzu, die Augen wirken bei einer Darmverkrampfung anders wie bei einer Darmerschlaffung, die Atmung ist anders und es gibt sicherlich noch mehr, worauf ein TA achten kann. Ein Symptom alleine reicht dabei nicht aus, zu entscheiden, ob es sich gerade um einen verkrampften Darm, einen erschlafften Darm oder einfach nur Blähungen bei normaler Darmperistaltik handelt oder sogar um einen verkrampften oder erschlafften Darm ohne Blähungen (gibts nämlich auch).

Buscopan wiederum wirkt genau dort, wo das Signal zum Zusammenziehen der Darmmuskeln entsteht. Bei einem Krampf wird das Dauersignal, was erst zu den Muskelkrämpfen führt, unterbrochen, die Bauchmuskulatur wird kurzzeitig lahmgelegt und wird weich und dadurch bekommt der Darm die Chance, die Muskeln wieder zu synchronisieren und die Darmperistaltik wieder normal ablaufen zu lassen. Das Kaninchen kann endlich wieder seinen Nahrungsbrei weiterschieben, Köttel formen und scheißen - und damit auch die ganzen Mikroorganismen, die sich da inzwischen im Darm vermehrt haben, elegant nach draußen schieben samt der zuvielen Gase. Buscopan hat also dem Kaninchen das Leben gerettet, ohne Buscopan wäre das Kaninchen gestorben.

Ist die Darmperistaltik normal, wird fatalerweise von Buscopan kurzzeitig die Darmmuskulatur lahmgelegt, die Darmperistaltik kommt kurzzeitig zum Erliegen. Sind noch andere Darmprobleme vorhanden, wie beispielsweise Blähungen, kann dieser kurze Stillstand dazu führen, daß die Darmperistaltik nicht mehr richtig anspringt, zu schwach weiterläuft oder sogar ganz zum Stillstand kommt. Ein Teil der Kaninchen überlebt, ein Teil der Kaninchen stirbt ...

Ist die Darmperistaltik eh zu schwach oder sogar schon zum Erliegen gekommen, sorgt Buscopan dafür, daß die Darmperistaltik gar nicht mehr funktioniert, der Darm kommt zum vollständigen Erliegen, das Kaninchen stirbt zu 100%.


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BeitragVerfasst: Di 4. Sep 2012, 12:18 
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Chinchilla Supporter
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Tinka ( Chinchilla ) hatte nach dem ein Backenzahn gezogen werden musste, heftigen Durchfall bekommen.
Sie bekam eine minimale Dosis Buscopan.
Ihr hats geholfen, der Durchfall wurde besser und ist nach 2-3 Tagen weg gewesen.


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BeitragVerfasst: Di 4. Sep 2012, 15:27 
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Also ist Tinka ein ganz typisches Beispiel dafür, daß ein Symptom nicht ausreicht, um zu entscheiden, ob nun ein verkrampfter Darm oder nicht die Ursache ist. Durchfall ist zwar eher typisch für einen erschlaffenden Darm, aber in dem Fall muß es wohl eher ein verkrampfter Darm gewesen sein, trotz Durchfall - schließlich hat ja Buscopan geholfen.

Wie gut Buscopan manchmal helfen kann, hab ich selbst schon erlebt - ich bin mitgefahren, als ein total apathisches Kaninchen zum TA gefahren wurde - Symptome waren diesmal hatte über Stunden nicht geköttelt, saß in der typischen Bauchschmerzpose in der Ecke, fraß nicht und trank nicht (Bitte fragt nicht, weshalb erst ich angerufen wurde, statt das Kaninchen sofort zum TA zu bringen, viele Halter sind überhaupt nicht in der Lage, einen lebensbedrohenden Zustand ihrer Tiere überhaupt nur im Ansatz zu erkennen!). Die TÄ hatte das Kaninchen sehr gewissenhaft abgetastet und Buscopan gespritzt - innerhalb von nur 20 min ging es dem Kaninchen deutlich besser, nach der folgenden Nacht war nix mehr zu spüren davon, daß das Kaninchen krank war. Ich bin mir heute noch sicher, wäre kein Buscopan gespritzt worden, wäre das Kaninchen verstorben!
Wäre Simeticon oder Dimeticon gegeben worden, wäre das Kaninchen tot, einfach weil es nichts gebracht hätte!
Durch Buscopan verstorbene Kaninchen oder Meerschweinchen kenn ich bislang noch nicht, liegt aber vielleicht auch daran, daß die TÄ in meiner Umgebung, die Buscopan einsetzen, tatsächlich wissen, was sie tun und nicht nur nach oberflächlicher Diagnose irgendwas geben.


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BeitragVerfasst: Do 6. Sep 2012, 13:31 
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Ich würde es trotzdem niemals verabreichen. Es gibt genug andere Möglichkeiten, Kaninchen zu helfen. Mir ist noch nie ein Kaninchen an irgendwelchen Bauchgeschichten gestorben, auch ganz ohne Buscopan oder gerade deshalb? Das Tiere sterben, die kein Buscopan bekommen und vielleicht der Einzelfall wären, dem es mehr nützen als schaden würde, finde ich sehr pauschal. Woher weiß man denn, dass sie ohne Buscopan gestorben wären? Wie gesagt ist bei mir noch kein einziges gestorben obwohl ich nie Buscopan verabreiche. Und bevor es Buscopan gab, hatte man wohl auch andere Möglichkeiten und lies die Kaninchen nicht sterben.


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BeitragVerfasst: Do 6. Sep 2012, 15:17 
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Ich sag mal so... (ja ich wieder :jaja: :kiss: ) pauschal ist es ja, zu sagen Buscopan ist absolut tödlich...
da es keine Optionen offen lässt, die Murx aber recht logisch erklärt...
jedoch sicherlich schwer zu erkennen sind.

Des Weiteren kann man sagen...
dass die Leute/Halter, die sich aktuell HIER dazu geäußert haben, wo es die Kaninchen (Chinchilla) bekamen, keinerlei negative Erfahrungen machten und es sogar half ...

Die, die jedoch sagen..."das ist tödlich" haben es von TÄ bzw. von anderen gehört.

Die eigenen Erfahrungen hier, berichten so etwas nicht!? :hm: Nur Glückssache?


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BeitragVerfasst: Do 6. Sep 2012, 15:23 
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hmmm ... im englischsprachigen Ausland wird offenbar Buscopan mit Erfolg eingesetzt. In Deutschland gilt Buscopan bei Pferden als eines der am besten verträglichen Spasmolytikum. In Fachbeschreibungen wird in etwa das gesagt, was ich auch oben mit viel Worten versucht hab, wiederzugeben:

Fachinformation von Wildpro mit Dosierungsempfehlung für Hauskaninchen
Fachinformation von Dailymed Buscopan für Pferde

Beispielhafte Erfahrungsberichte, man findet sehr viele dieser Art im englischsprachigen Netz:
The Peter Gurney Guinea Pig Health Guide: Diarrhoea in guinea pigs
Osteomyelitis in Rabbits - Fred's Story part II
Wenn ich ein wenig länger suchen würde, würd ich auch noch aussagekräftigere Erfahrungsberichte finden. Was dagegen im englischsprachigen Netz nur schwer zu finden ist, das sind Warnungen vor Buscopan. Für viele englischsprachige Tierhalter scheint Buscopan sogar weitaus weniger gefährlich zu erscheinen, wie das bei uns angewendete Simeticon/Dimeticon.
Auffällig - wenn es Warnungen gibt, dann die Warnung, Buscopan bei herabgesetzter Darmperistaltik anzuwenden ...

Zitat:
Und bevor es Buscopan gab, hatte man wohl auch andere Möglichkeiten und lies die Kaninchen nicht sterben.

Buscopan ist deutlich länger wie 30 Jahre auf dem Markt (wenn mich nicht alles täuscht, gab es Buscopan sogar schon seit den 60er/70er Jahren), welche anderen Möglichkeiten gab es damals? Und bist du dir sicher, daß damals, wo Kaninchen standardmäßig in kleinen Buchten oder kleinen Käfigen einzeln oder mit einem Meerschwein zusammen gehalten wurden, tatsächlich alles von den TÄ versucht wurde, um so ein Kaninchen durchzubringen? Ich hab die Zeit ab 1972 in Berlin miterlebt, nur kann ich mich partout nicht daran erinnern, daß so ein mordsmäßiger Aufwand wegen eines kranken Meerschweins oder Kanins gemacht wurde, wie in der heutigen Zeit ... da wurde schnell mal eingeschläfert ...


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BeitragVerfasst: Do 6. Sep 2012, 17:41 
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Man weiß ja nicht, wie es diesen Tieren ohne Buscopan gegangen wäre und was sie sonst noch so bekommen haben...?
Leider bekomme ich von allen Seiten Tiere mit die an Bauchgeschichten sterben nachdem sie Buscopan bekommen haben. Mir ist noch kein einziges verstorben und das ganz ohne Buscopan. Wobei ich sowieso mit Medikamenten eher sparsam umgehe, da ich beobachtet habe, dass gerade Medikamente das Gleichgewicht und das Immunsystem von Kaninchen und Meerschweinchen schnell flach legen.
Genauso sieht es mit Zwangsernährung aus. Angeblich sollen die Kaninchen und Meerschweinchen ja sterben, wenn man sie nicht zwangsernährt. Ich ernähre kein Tier mit Zwang und bei mir sterben sie trotzdem (oder gerade deswegen) nicht. Wenn, dann päppel ich, aber niemals mit Zwang.


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BeitragVerfasst: Do 6. Sep 2012, 17:42 
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Würde deine Erfahrungsberichte die dich erreichen gerne lesen...gabs danach Obduktionen, die das bestätigen?


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BeitragVerfasst: Do 6. Sep 2012, 18:03 
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Obduktionen gab es nicht, zumindest nicht das ich wüsste. Das Buscopan für Kleinsäuger enthält ja nicht nur Butylscopolamin (welches den Darm flachlegen kann) sondern auch Metamizol, das oft recht gut für die Tiere ist, weil es eben die Schmerzen nimmt, so dass es ihnen besser geht.
Allerdings würde ich da eher zu Novalgin greifen, es ist besser verträglich und hat die gleiche Wirkung.


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BeitragVerfasst: Mi 12. Sep 2012, 09:33 
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Wie ist das im Falle von wässrigem bis breiigem Durchfall der aufgrund einer Antibiotikagabe (Convenia) auftrat und seit 2 Wochen anhält.
Rodicare akut, Dysticum, Tannalbin, MCP blieben wirkungslos.

Nebenbei haben wir es mit einer enormen Inappetenz zu tun, es wird allgemein viel zu wenig gefressen und wenn dann nur Gräser, Schafgabe, Dill, Topinambur, Weide.....
Basilikum, Oregano, Salbei, Haferflocken, Banane .... wird nicht genommen.


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BeitragVerfasst: Mi 12. Sep 2012, 09:44 
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Wie wird Heu genommen?


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BeitragVerfasst: Mi 12. Sep 2012, 09:48 
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lapin hat geschrieben:
Wie wird Heu genommen?


Wenig und noch schlechter als Wiese.

Man hat schon der Eindruck das das Tier verlorene Flüssigkeit ersetzen will, Tomaten und Salatgurke werden auch gern gefressen.

Alles in allem aber leider viel viel zu wenig.


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BeitragVerfasst: Mi 12. Sep 2012, 10:10 
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Hört sich für mich für einen Fall für medizinische Kohle an ... einfach weil das Tier offenbar entgiftet und versucht, das Antibiotika samt der kaputten Bakterien und deren Abbauprodukte loszuwerden. Medizinische Kohle unterstützt diesen Prozeß.

Was weiterhin hilfreich sein könnte, sind Gerbstoffe, wenn du an frische Walnuß, frische Roßkastanie oder Eßkastanie, frische Eiche oder Pflanzengallen herankommst, kannst du das anbieten - wenn es gefressen wird, ists gut, die Gerbstoffe binden störende Eiweißbruchstücke und kleiden die Darmwände aus, so daß weniger Schleim zum Schutz der Darmwand produziert werden muß. Weiterhin wirken sie giftig auf die schnellwachsenden Bakterienarten, wie beispielsweise Escherichia coli. So werden die langsam wachsenden Mikroorganismen im Blinddarm gefördert, welche für den Abbau unverdaulicher Kohlenhydrate zuständig sind.
Weiterhin hilfreich könnten frische Brombeerranken und Himbeerblätter sein.

Was auch hilfreich sein könnte, wenn es freiwillig genommen wird, wäre eingeweichte Leinsaat, gestrichener Teelöffel pro Kilo Kaninchen reicht dicke.

Rodicare acut ist in diesem Falle noch zu früh, aufgrund der hohen Konzentration von Thymol, Carvacrol und weiteren ätherischen Ölen verstärkt es noch den Durchfall, da diese Wirkstoffe vom Körper als Gifte eingestuft werden und zudem auch noch die Darmperistaltik erhöhen und die Wirkstoffaufnahme verbessern. Ähnliches gilt für MCP, Metoclopramid erhöht die Aufnahme von Wirkstoffen über den Dünndarm, genau das ist jedoch bei einer Vergiftung nicht erwünscht, im Gegenteil, der Körper wird sich dagegen mit aller Macht wehren, also noch mehr Durchfall erzeugen. Muß also beides weggelassen werden, bis die Köttel wieder als solche erkennbar sind. Dann sind sie jedoch sehr hilfreich.

Die Inappetenz ist bei Entgiftungen des Körpers wichtig, wird nämlich zuviel gefressen, können die Nährstoffe zwar nicht wirklich gut verwertet werden, weil sie ebenso entsorgt werden, wie die Gifte, gegen die sich der Körper wehrt, aber sie belasten zusätzlich den Organismus. Deshalb werden ausgerechnet die Pflanzen in kleinen Mengen gefressen, welche die Nährstoffaufnahme sogar noch einschränken:
Gräser enthalten viel Silikate, diese binden Eiweiße und Eiweißbruchstücke, so daß diese unschädlich gemacht werden und ausgeschissen werden.
Dill wird offenbar gefressen, um den Durchfall noch zu verstärken, insbesondere das in den Dillblättern enthaltene Limonen reizt die Darmwand und sorgt für einen schnellen Transport des Nahrungsbreies. Weiterhin schützt Dill den Darm vor einer Verkrampfung, schließlich arbeitet der Darm unter Höchstlast, die Peristaltik ist sozusagen auf höchste Stufe gestellt, besonders kräftig und schneller wie normal. Das geht schnell in ein unkontrolliertes Zittern, also Darmkrämpfe, über, was das Dill jedoch verhindert.
Topinambur ist reich an Gerbsäuren und verschiedenen Wirkstoffen, welche schwächend auf Bakterien wirken. Gleichzeitig bietet Topinamburkraut ein ausreichendes Maß an Mineralstoffen, um eine derartig heftige Entgiftung überhaupt aufrecht zu erhalten.
Weide ist gerbstoffreich und enthält reichlich Wirkstoffe, welche Bakterien bekämpfen.

Basilikum, Oregano und Salbei enthalten zuviele Wirkstoffe, welche entweder die Aufnahme von Wirkstoffen über den Darm erhöhen oder aber, wenn sie in den Körper gelangen, giftig auf den Körper wirken (Thujon beispielsweise darf nur im Darm wirken, wenn Thujon über die Darmwand in den Körper aufgenommen wird, ist es ein starkes Nervengift), deshalb werden solche Kräuter nun gemieden.
Haferflocken würden nur die überlebenden Bakterien weiterfüttern, die Stärke in den Haferflocken kann vom Kaninchen nicht mehr effektiv abgebaut werden, wenn es seine gesamte Verdauungsenergie darauf verwendet, Wasser in den Darm zu schleusen, um Durchfall zur Entgiftung aufrecht zu erhalten.
Für Banane gilt ähnliches, wobei es hier eher komplexere Zucker sind, welche nun unerwünscht sind.

Ich wette mit dir, selbst wenn du keine Kohle gibst, nur alleine das Weglassen von MCP und Rodicare acut werden innerhalb von zwei, drei Tagen bewirken, daß der Durchfall sich deutlich bessert.


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BeitragVerfasst: Mi 12. Sep 2012, 10:17 
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Ist Dystikum nicht sowas wie Kohle ?
An Gerbstoffen bekommt er neben Ästen das Tannalbin.


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BeitragVerfasst: Mi 12. Sep 2012, 10:27 
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Soll ich medizinische KOhle besorgen ?
Wie viel gebe ich davon ?

Ich danke Dir Murx, das klingt für mich schlüssig und verständlich.

Ich frage mich nur wie lange das noch so weitergehen kann. Das Tier hat hat ca. 20% des Gewichtes verloren (evtl. auch schon mehr), ich wieg heute abend nochmal und berichte dann morgen den aktuellen Wert. Er ist nur noch Haut und Knochen.


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BeitragVerfasst: Mi 12. Sep 2012, 10:37 
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An medizinischer Kohle kannst du dem Kaninchen so viel geben, wie es freiwillig frißt, wenn du die Kohle zwangsapplizieren willst, dann allerdings nie mehr wie ne halbe Tablette am Tag, bei Zwergkaninchen unter 2kg weniger.

Dysticum arbeitet mit Huminsäuren, diese haben eine ähnliche Wirkung wie Gerbsäure. Auch sie kleiden die Darmwände aus und schützen sie, Huminsäuren sind besser in der Lage, Giftstoffe zu binden, wie Gerbsäuren, aber sie sind unschädlich für Mikroorganismen.
Kohle wiederum bindet Wasser und Giftstoffe, wobei die Bindungskapazität von Kohle noch am Höchsten ist. Beim Binden von Wasser quillt Kohle auf und hat auf die Art und Weise eine ähnliche Wirkung im Darm, wie die Schleimstoffe der Leinsaat. Kohle schützt nicht die Darmwand, sondern reguliert die Durchgangsgeschwindigkeit des Nahrungsbreies durch den Darm.

Wir haben es also mit sehr ähnlichen, aber dennoch deutlich unterschiedlichen Wirkmechanismen zu tun.


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BeitragVerfasst: Mi 12. Sep 2012, 10:48 
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Ich besorge Kohle, soll es ein bestimmtes Produkt sein ? Ich hab da keine Ahnung von da Durchfall in meiner Knainchenkarriere noch nie vorkam.


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BeitragVerfasst: Mi 12. Sep 2012, 10:49 
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BeitragVerfasst: Mi 12. Sep 2012, 10:53 
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Bei mir wurden Kohletabletten freiwillig genommen, das Pulver jedoch nicht ... ich hatte deshalb nur Kohletabletten geholt und die Dosierung den Tieren überlassen. Ansonsten ist es eigentlich egal, welches Präparat.

Ach ja, ab einer gewissen gefressenen Menge nicht erschrecken, wenn der Kot rabenschwarz wird - die Kohle wird nicht verdaut, sondern wieder ausgeschissen, daher der schwarze Kot :D


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BeitragVerfasst: Mi 12. Sep 2012, 10:56 
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Das Dysticum hat den Kot auch schon schwarz gemacht.

Wie schnell wirkt Kohle?

Ich frage mich nur wie lange das noch so weitergehen kann. Das Tier hat hat ca. 20% des Gewichtes verloren (evtl. auch schon mehr), ich wieg heute abend nochmal und berichte dann morgen den aktuellen Wert. Er ist nur noch Haut und Knochen.Seit 2 Wochen ist der Durchfall da. Kotprobe negativ.


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BeitragVerfasst: Mi 12. Sep 2012, 13:37 
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Kohletabletten wirken relativ schnell, bei unserem damaligen Hund hatten wir, wenn wir sie morgens gegeben haben, noch am selben Tag Erfolg, sodass kein Durchfall mehr auftauchte. Die Tabletten waren immer unser allerletztes Mittel, wenn wir den Durchfall nicht mit Kartoffelbrei in den Griff bekamen und der Durchfall schon wie Wasser war. GsD kam das nur sehr selten vor.
Ob`s beim Kaninchen auch so ist, weiß ich leider nicht.


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BeitragVerfasst: Mi 12. Sep 2012, 13:47 
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Bei Kaninchen wirken Kohletabletten nicht ganz so schnell, wie beim Hund, aber bisher hatte ich mit Kohle eigentlich immer innerhalb von ein, zwei Tagen Erfolg gehabt, egal welche Tierart. Zumal gerade die Pflanzenfresser die Kohle auch von allein fressen, wenn sie sie brauchen.


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BeitragVerfasst: Mi 12. Sep 2012, 13:47 
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Una hat geschrieben:
Kohletabletten wirken relativ schnell, bei unserem damaligen Hund hatten wir, wenn wir sie morgens gegeben haben, noch am selben Tag Erfolg, sodass kein Durchfall mehr auftauchte. Die Tabletten waren immer unser allerletztes Mittel, wenn wir den Durchfall nicht mit Kartoffelbrei in den Griff bekamen und der Durchfall schon wie Wasser war. GsD kam das nur sehr selten vor.
Ob`s beim Kaninchen auch so ist, weiß ich leider nicht.


Ich werd es Dir morgen sagen können:-)


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