Beim Mist ist das Hauptproblem die Einstreu ... sie besteht hauptsächlich aus Sägespänen, zumindest bei mir. Sägespäne sind Holz, zudem auch noch gut durchtränkt mit Harnstoff, welches sich nach und nach zu ätzendem Ammoniak zersetzt. Wenn zuviel davon auf den Kompost kommt, töten die aus dem Lignin (Holz!) entstehenden Phenolsäuren und der Ammoniak die vielen Helferlinge ab, die gewöhnlicherweise einen Komposthaufen zersetzen.
Aufgrund der Phenolsäuren und des Ammoniaks ist es auch meist besser, den Mist zu verdichten -
Bakterien, die sich mit dem Abbau von Phenolsäuren beschäftigen, sind meist Anaerobier, also
Bakterien, welche nur unter Luftabschluß arbeiten. Sie beziehen ihre Energie aus dem Abbau von Ammoniak - haben also im Mist ideale Bedingungen. Wird der Mist gut durchlüftet, tötet man genau diese Anaerobier ab.
Mit Waldboden kann man seinen Mist noch anreichern mit solcherart Helferlingen, insbesondere Waldboden, der unter dichten Nadelschichten entsteht, enthält recht viele der Helferlinge, die man für einen Misthaufen braucht.
Mist stinkt nur dann, wenn die Tiere, die ihn produzieren, krank sind oder wenn nicht häufig genug gemistet wird - im ersteren Fall sind noch viele nicht aufgeschlossene
Nährstoffe im Mist, darunter etliche Benzolderivate, die wirklich sehr, sehr lecker riechen können *Nase zuhalt*, im zweiteren Falle ist es die Anreicherung mit Ammoniak und dem beim Nutzen vom Ammoniak entstehender Schwefelwasserstoff, was diesen aromatisch fauligen Geruch verursacht. Da der Ammoniak, der da hochdünstet, wenn man nicht oft genug mistet, dann auch die Tiere krank macht, kommen dann auch im zweiteren Fall die komplexen Aromate dazu ...
Besonders lecker riecht übrigens Gülle ... Durchfall von Tieren, die systematisch zur Steigerung ihrer Leistung krankgefüttert wurden. Riecht man inzwischen an fast jedem Bauernhof mit Tierhaltung ...
Mist lockt weder Mäuse noch Ratten an - er ist zu feucht, um sich darin Nester zu bauen, er enthält zuviel giftiges Ammoniak, welches die Atemwege reizt, wenn ratz sich dadrin ihre Gänge baut und weder Mäuse noch Ratten mögen Scheiße und Holz fressen ... sie bevorzugen nährstoffreichere Nahrung, wie man sie beispielsweise im Komposthaufen oder im Mülleimer findet.