Die rechtliche Sache ist einfach ... laut Straßenverkehrsordnung darf genau ein Hund von einer dazu geeigneten Person am Rad geführt werden, welche sich voll und ganz genau wie jeder andere Verkehrsteilnehmer an die StVO zu halten hat ... im Falle eines Unfalles wird nur noch entschieden, ob der Hund die Ursache für den Unfall war (Hundehaftpflicht) oder der Hund nur Opfer des Unfalles war, ohne eigene Beteiligung ...
Ich hatte meine Hunde dazu ausgebildet, am Rad zu ziehen ... und wenn sie durften, hatten sie sich keinesfalls mit Trab begnügt - im Gegenteil, Strecken von 20 - 30km (Wald), mit Steigungen, wurden problemlos im Galopp bei vollem Zug gemeistert. Den ersten halben Kilometer stand ich fast immer auf der Bremse, einfach damit ich nicht zu schnell wurde ...
Auch Asphalt war kein Problem, Stop and Go - kein Problem, Galopp auf Asphalt - kein Problem ... die Gelenke beider Hunde waren bis zum 16. Lebensjahr top und das, trotzdem der Schäferhündin HD-Verdacht bescheinigt wurde - die Muskeln, die Cyra hatten, hatten ihre Knochen zusammengehalten, sie hatte auch im hohen Alter keine Probleme mit der Hüfte.
Im Straßenverkehr konnte ich die Hunde meist nur traben lassen - es wäre zu gefährlich gewesen, mit 25 - 30km/h über die Fahrradwege zu brettern. Wenn sich allerdings die Gelegenheit bot und ich die Hunde hab laufen lassen können, reichte ein erstaunlich leises "hep" und die Hunde gaben Vollgas ... mit wachsender Begeisterung!
Dabei hatten Beide sogar Mofafahrer überholt ...
Kam dann der Befehl Therab, waren Beide erstaunlich schwerhörig ... aus irgendwelchen Gründen mußte dieser Befehl stets laut und deutlich ausgesprochen werden *räusper*
Mit Cyra mußte ich irgendwann aufhören mit dem Radfahren, sie wurde mir zu verrückt, nicht nur, daß sie Antiproportional zur Geschwindigkeit zur Heulboje wurde, sondern was viel schlimmer war, sobald auch nur irgendein Kommando kam, egal welches, sprintete Cyra nachher los und scheuerte sich so die Pfoten wund ... die ersten 100m wurden nach und nach zur Qual für mich und ich bekam das irgendwann gar nicht mehr in Griff.
Pausen hab ich bei langen Strecken von 50 - 60km gemacht - nicht wegen der Hunde, die wären mir auch diese Strecken durchgelaufen, wenn auch nicht im Galopp, sondern wegen mir! Hätte ich die Hunde Streckenlänge und Geschwindigkeit wählen lassen, dann wären die ersten 30km vollständig ohne Pause im Galopp zurückgelegt worden, die nächsten 70km ohne Pause im Trab, danach hatte man darüber diskutieren dürfen, ob es nicht doch langsam Zeit war, nach Hause zu fahren ... mit Hassan war ich nach Grenzeröffnung einmal um Westberlin drumrumgefahren. Im Hundeauslaufgebiet Grunewald hatte er während unserer Pause ausgiebigst gespielt (er hatte allerdings schon seine schätzungsweise 40km hinter sich gebracht! Wir waren immerhin in Berlin-Frohnau losgefahren, dort, wo es ging, auf dem Grenzstreifen, an der Museumsinsel vorbei, durch Kreuzberg weiter über Neukölln, Schöneberg, Zehlendorf und schließlich die Abkürzung Richtung Dahlem durchs Grunewalder Hundeauslaufgebiet, wo wir (oder besser gesagt ICH), die erste große Pause gemacht hatten).
Ich selbst war inzwischen fix und groggy und war froh, nachdem wir endlich irgendwann wieder in der Heimat angekommen waren ... kaum gings zur Abendgassirunde, stand Hassan wieder schwanzwedelnd parat, weil er dachte, es gäbe jetzt nochmal den gewohnten größeren Abendspaziergang ...
Also man sollte Hunde nicht unterschätzen ... korrekt trainiert legen zumindest die Gebrauchshunde erstaunliche Strecken zurück ...