Moritz kennt die Wirkstoffe des Kümmelöles schon aus dem Dill ... hier sind sie nur in anderen Mengenverhältnissen drin und weniger leicht herauszulösen, da noch viel mehr andere Wirkstoffe mit teilweise gegenteiliger Wirkung im Wirkstoffgemisch sind. Wenn Moritz also das Kümmelöl nicht mag, bleib bei morgens und abends einen Tropfen - wobei es schon ausreicht, wenn du es nur schaffst, ihm das Kümmelöl auf die Innenlippen zu streichen. Dann kommt nämlich im Darm etwa die Konzentration an Wirkstoffen an, was man auch beim Menschen mit zwei Tropfen dreimal täglich erreicht ...
Und dann heißts einfach abwarten ... Darmgeschichten dauern leider immer sehr lange, bis die endlich geheilt sind.
Es gibt bei den Meerschweinchen ne Schwachstelle mehr wie bei uns Affen, was die Nitritempfindlichkeit angeht - die Fermentierkammer Blinddarm.
Wir nutzen keine Fermentierkammer, wir nehmen nur das auf, was wir auch selbst für die Aufnahme in den Körper vorbereiten können. Meerschweinchen dagegen schieben den für sie nicht mehr nutzbaren Nahrungsbrei am Ende des Dünndarmes in den Blinddarm und lassen sich diverse Zellwandbestandteile dort von Mikroorganismen zerlegen - und die freuen sich über Nitrat/Nitrit ... Stickstoff ist nämlich etwas, was in Pflanzenmaterial normalerweise Mangelware ist.
Leider kann das jedoch dazu führen, daß die Mikroorganismen deutlich mehr Gase beim Verstoffwechseln produzieren, wie normalerweise, wenn nicht so viele Stickstoffe in gut aufnehmbarer Form vorliegen. Die Folge wäre dann eine Schaumbildung im Blinddarm ... und dieser Schaum würde dann in den Dickdarm geschoben werden, wo er als Blähungen sich bemerkbar macht.
Nachgewiesen ist so ein Effekt zumindest bei Rindern im Pansen, bei Meerschweinchen meines Wissens nach nicht.
Nun sind Meerschweinchen dann doch noch ein klitzekleines Bischen anders aufgebaut, wie son Rind, denn die Fermentierung findet bei ihnen erst am Ende des Dünndarmes und nicht schon, wie bei dem Rind, im Magen statt - und das hat nun auch Auswirkungen, wie die Fermentierung überhaupt vonstatten gehen kann.
Beim Rind beispielsweise sind noch alle Zucker im Nahrungsbrei, wenn er in den Magen in die Fermentierungskammer kommt - bei den Meerschweinchen jedoch wird der Zucker im Dünndarm über die Darmschleimhaut fast vollständig aufgenommen, die Mikroorganismen haben also keinen Zucker als Energie, sondern müssen sich erst sehr mühselig ihre Energie aus Cellulosen, Pektinen und ähnlichem herstellen. Vermutlich sind deshalb Meerschweinchen auch nicht so empfindlich, was den Nitrat in ihrer Nahrung angeht wie Rinder. Betrachtet es man mal ganz genau, ist noch nicht mal sicher, ob sie überhaupt empfindlicher reagieren, wie wir Menschen ... kann sogar sein, daß sie genauso wenig empfindlich drauf reagieren, wir wissen es einfach nicht.
Inwieweit jedoch verdauungsgeschädigte Meerschweinchen wiederum empfindlicher werden, weiß auch kein Mensch ... wir haben nur die Beobachtung, daß viele Salate, allen voran konventioneller Kopfsalat, von besonders darmgeschädigten Meerschweinchen eben nicht immer vertragen wird ...
Was auffällig ist, wenn Meerschweinchen so viel unterschiedliches Frischgemüse zur Auswahl haben, wie sie wollen und daß entsprechend immer was zur nächsten Mahlzeit überbleibt, lassen sie konsequent stark nitratbelasteten Salat liegen ... kann man nachmessen, wenn Salate nicht angerührt werden, sind sie fast immer stark nitratbelastet! Sie
selektieren also ganz von sich aus auf wenig Nitrat in der Nahrung.