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Es gibt Kaninchenhalter, erfahrene Kaninchenhalter und sehr erfahrene Kaninchenhalter.
Nicht jeder kennt sich mit diversen Krankheiten aus.
Selbst als sehr erfahrener Kaninchenhalter kann man nicht alles kennen und wissen.

Alles, was hier im Forum speziell zu Krankheiten, Diagnosen, Medikamenten und deren Dosierungen zu finden ist, sind persönliche Erfahrungen, Tipps und Ratschläge.

Diese Tipps und Ratschläge ersetzen keinen Tierarztbesuch.

Es gibt sehr viele ernst zu nehmende Krankheiten, die man durch Eigenbehandlung/Eigentherapie noch verschlimmern kann.

Es ist daher wichtig, jede Medikamentenabgabe und Therapie unbedingt mit dem Arzt zu besprechen und gemeinsam nach der besten Lösung, für das jeweilige Tier zu suchen.

Also zieht bitte immer einen Tierarzt zu Rate. Selbstverständlich könnt Ihr die hier gegebenen Tipps und Ratschläge mit Eurem Tierarzt besprechen.



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BeitragVerfasst: Mo 23. Aug 2010, 23:29 
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Huhu,

ich hab da ein Problem und weiß nicht mehr so recht weiter und hoffe hier hat evtl. jemand einen Tipp für uns.

Einige haben ja mitbekommen, dass im März zwei neue Kaninchen bei uns eingezogen sind und einer macht mir mächtig Sorgen. Ich versuche mal seine Geschichte in Kurzform zusammenzufassen. Wenn Ihr Fragen habt, fragt bitte.

Sammy kam bei mir an und machte Riesenböbbel, da hab ich mich schon gewundert. Sammy hat noch nie einen normalen Köttel gemacht. Die Köttel sind etwa vier bis fünf Mal so groß wie ein normaler Köttel. Die VG war sehr stressig und er hatte plötzlich Schleim im Kot und die Böbbel haben gestunken. Ich hab ne Kotprobe abgegeben. Giardien und Kokzidien. Nach langer Behandlung war Sammy dann koki- und giardienfrei. Er hat aber immer mal wieder Schleim im Kot. Wir haben verschiedene Darmmittelchen getestet, alles ohne Erfolg. Er bekommt dauerhaft Symbiopet.

Am Anfang hatte er auch mal eine Blasenentzündung und pieselte sich ein. Heute pieselt er ab und an immer noch unter sich aber ohne Befund.

Von seiner Vorgeschichte weiß ich, dass er Nester gebaut hat und mit Hormonen behandelt wurde. Er hatte wohl immer mal wieder Kokiprobleme und wurde nach der Kastra äußerst aggressiv.

Wir haben Folgendes mittlerweile gemacht:
-Röntgen unauffällig
-Blutbild unauffällig
-E.C. negativ, ich weiß, das hat eigentlich nichts zu sagen
-große Kotprobenunersuchung inkl. Clostridien, negativ

Sammy hat "Zusammenbrüche". Dies äußert sich wie folgt: Er setzt keinen Kot mehr ab, dieser setzt sich matschig im Bauch/Darm fest. Er gast auf, stellt dann logo das Fressen ein, wenn wir nicht schnell genug reagieren. Von den Symptomen her würde ich sagen äußert sich das wie eine Darmlähmung.

Wir pumpen ihn dann mit Medikamenten voll und bis jetzt hatten wir das Glück, dass wir ihn immer abfangen konnten. Es kommen dann irgendwann Unmengen an Kot aus dem Kerl raus. Danach ist es wieder gut.

Diesmal war die Situation anders. An einem Tag Kot mit Schleim, am nächsten Tag hat er nur noch Schleim abgesetzt, am darauffolgenden Tag aufgegast und es kommt gar nix mehr. Wieder volles Programm an Medikamenten. Derzeit hab ich ihn einigermaßen stabil, er frisst wieder, ist aber nicht so wie sonst, also munter, er setzt weiterhin Schleim ab aber auch Matschkot oder Riesenböbbel.

Kotprobe hab ich abgegeben, wurde eingeschickt, das Ergebnis ist noch nicht da. Ich befürchte jedoch, dass die Kotprobe negativ sein wird.

Er bekommt seit Freitag nun prophylaktisch Panacur.

Nahrungsmittel hab ich ausgeschlossen.

Stress in der Gruppe hat er auch nicht. Die Vier sind eine Traumtruppe.

Sorry, dass der Text so lange geworden ist aber kürzer hab ichs nicht hinbekommen. Ich weiß wirklich nicht mehr weiter. Ich möchte ihm so gerne helfen, weiß aber einfach nicht mehr wie. Wir haben mittlerweile so viel versucht aber irgendwie hilft nichts. Meine TÄin ist ratlos.

Hatte vielleicht schon mal jemand so einen Fall? Kann uns jemand helfen?

LG
Claudia


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BeitragVerfasst: Mo 23. Aug 2010, 23:32 
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Stellt er das fressen selber ein?
Wie lange frisst er dann nix?

Fütterst du dann zu?


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BeitragVerfasst: Mo 23. Aug 2010, 23:36 
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In dem Moment, wenn der Kot sich festsetzt, also so tippe ich mittlerweile aufgrund Beobachtung und Abtasten des Bauches, stellt er das Fressen ein.

Er bekommt dann Medis. Wenn er innerhalb eines Tages nicht darauf reagiert, füttere ich zu. 24 Stunden gebe ich einem Kaninchen in der Regel um selbständig wieder zu fressen. Von sofortigem Zufüttern halte ich eigentlich nichts. Den Fall hatten wir aber erst ein Mal. Ansonsten haben die Medis gezogen und er fängt dann auch wieder selbständig an zu fressen.


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BeitragVerfasst: Mo 23. Aug 2010, 23:45 
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Ich möchte eigentlich nur mal folgenden Gedanken einbringen und hoffe deine Beobachtungen decken sich evtl damit oder eben nicht, auf jeden Fall haben wir den Punkt dann schon mal in Betracht gezogen...

Kot ist ja nix anderes als verdautes und somit wertloses Futter, was den Körper verlassen muss, da der Körper sonst innerlich vergiftet.
Die Verschleimungen und das daraus resultierende festsetzen des Kotes an den Darmwänden, lässt mich vermuten, dass eine Vergiftung stattgefunden hat.
Der Körper kann diese Gifte aber nicht ausscheiden, da er immer wieder damit beschäftigt ist, neu hinzu gekommenes Futter zu verwerten.

Ich lehne mich jetzt mal aus dem Fenster und würde behaupten, dass dein Kaninchen nicht aus Appetitlosigkeit das Futter verweigert sondern eine Art Fastenzeit einlegt, um den Körper diese Entgiftung zu ermöglichen.
Durch die Medikamente kann eine Beseitigung des neuen und somit am alten verklumpten Kot gewährleistet werden, jedoch die eigentliche Vergiftung (der alte Kot inkl Schleim) sorgt immer wieder für neue Verstopfungen.
Durch die Medikamente kann es zu eine Darmlähmung (Muskelschwäche) kommen, da sie dem Darm diese Funktion abnehmen.

Meine Frage wäre jetzt, wie ist sein Gewicht?


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BeitragVerfasst: Mo 23. Aug 2010, 23:57 
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Also man spürt bei ihm schon immer deutlichst die Wirbelsäule. Meines Erachtens könnte er noch zunehmen. Er ist aber auch nicht mega untergewichtig. Er hat derzeit knapp 2,4 kg.

Das ist eine sehr interessante Theorie. Du meinst also, dass er eine Vergiftung aufgrund alten Kotes hat bei solchen "Zusammenbrüchen". Aber wieso kommt es so weit?

Nur eines passt für mich irgendwie nicht so. Die Darmlähmung, wenn wir es mal so nennen, tritt ein und dann gebe ich Medikamente, um den Darm wieder in Schwung zu bringen. Ich denke nicht, dass die Medikamente hierfür verantwortlich sind.


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BeitragVerfasst: Di 24. Aug 2010, 00:05 
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Da die Darmwände durch die Gardien und Koliken geschädigt sind könnte ich mir durchaus vorstellen, dass das der Grund für den Schleim ist.
Nun muss man sich das ganze vorstellen wie ein Kanal (die Darmwände) an dem immer mehr, durch den Schleim bedingt Kot hängen bleibt.
Da alter Kot nicht abtransportiert werden kann, durch die klebrige Masse, setzt sich nun immer wieder, durch neue Futteraufnahme, mehr Kot daran fest.
Ist der Kanal iwann dicht, kann er kein Kot mehr absetzen.

Ohne diese Medikamente wäre er also wahrscheinlich schon an Verstopfungen eingegangen...jedoch behandeln diese nicht das eigentliche Problem...
Wenn diese Medikamente Darmaufbauend sind, bringen sie natürlich auch nicht die entsprechende Wirkung, wenn sie eigentlich nur auf Kot stoßen, anstatt auf die beschädigten Wände.

Das ist alles nur Theorie, aber ich persönlich würde da anfangen zu schauen.

Gibst du die Medikamente erst, wenn er kein Kot mehr absetzt oder nachdem er für ein paar Stunden das Futter eingestellt hat?


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BeitragVerfasst: Di 24. Aug 2010, 00:14 
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Sammy frisst meist noch, obwohl er schon keinen Kot mehr absetzt.

Das heißt, Medis bekommt er sofort in dem Moment wenn ich merke er setzt keinen Kot mehr ab. Ich taste dann vorsichtig den Bauch ab um abschätzen zu können, ob er ein Problem hat und das fühlt man dann auch. Er wird megaprall sozusagen.

Diesmal stellte er das Fressen erst am Tag darauf ein, weil ne Aufgasung dazukam.


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BeitragVerfasst: Di 24. Aug 2010, 00:19 
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Ich möchte jetzt auch nix empfehlen, was ihm nachher mehr schadet als hilft....das waren wie gesagt nur meine Gedankengänge und bin der Meinung das Tiere meist eigentlich sehr gut wissen, wann es besser ist die Futteraufnahme einzustellen.

Da ich aber keinerlei Erfahrung in Hinsicht auf fasten habe und auch nirgends was positives darüber lesen kann, auch nicht von saloiv, bin ich da natürlich sehr unsicher, halte meine Theorie dennoch nicht für abwegig.

Hoffe auf weitere Tipps für dich und den Kleinen. Die Daumen sind gedrückt!


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BeitragVerfasst: Di 24. Aug 2010, 00:25 
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Das waren auf alle Fälle schon mal sehr interessante Gedankengänge. Das eine Mal wo ich zugefüttert habe, das war ziemlich am Anfang, wo ich seine "Koliken" noch nicht so abschätzen konnte. Heute reagiere ich früh genug und er fängt ja auch von sich aus wieder an zu fressen.

Ich bräuchte im Prinzip ein Mittelchen oder Futter, was die Darmwände stärkt und wieder aufbaut bzw. Entgiftungsmittelchen oder so.

Ich danke Dir jedenfalls schon mal. Mal schauen, was die Anderen vielleicht noch so dazu wissen.


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BeitragVerfasst: Di 24. Aug 2010, 06:58 
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Meerschweinchen Supporter
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Bietest du schon Salbei an?


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BeitragVerfasst: Di 24. Aug 2010, 08:36 
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Ja, hab ich extra wegen unserem Schnuppi im Gewächshaus. Mögen sie alle auch sehr gerne.

Getrocknet gebe ich ihn zusätlich auch noch ab und an.


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BeitragVerfasst: Di 24. Aug 2010, 12:10 
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Planetarier
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Was hier stattgefunden hat, ist einfach, daß mal wieder ein Tier austherapiert wurde ... es befindet sich nun in einer Zwangslage - die Medikamente helfen kurzfristig, daß Tier am Leben zu halten, aber langfristig verstärken sie die Probleme immer weiter!

Der Schleim wird produziert, um die Darmwand vor den Medikamenten zu schützen. Um den Schleim zu produzieren, braucht das Kaninchen deutlich mehr Wasser wie normal. Gleichzeitig verhindert der Schleim im Dünndarm, daß genügend Nährstoffe aufgenommen werden können und Wirkstoffe an die Andockstellen (Rezeptoren) an der Darmwand gelangen können, das Kaninchen kann sich also weder selbst medikamentieren, noch bekommt es genügend Mineralstoffe und Aminosäuren, um sich selbst zu reparieren. Die Schäden am Darm werden also immer schlimmer mit jeder neuen Medikamentengabe! Das Ganze führt direkt in langes Siechtum und irgendwann nach ein paar Jahren zum Tod des Kaninchens, die Abstände zwischen den Verstopfungen werden immer kürzer, es treten immer mehr Folgeerkrankungen, wie Skelettschäden, Zahnfehlstellungen mit Spitzenbildung usw usf auf ...

Im Akutfall ist es momentan vermutlich nur möglich, die Medis zu geben - zwischen den Akutfällen dagegen kann man nun versuchen, unter Weglassen von allen Medikamenten einschließlich Symbiopet, dem Darm die Gelegenheit zu geben, die Schleimproduktion einzustellen. Je nachdem, wie stark das Kaninchen inzwischen durch die Medis geschädigt ist, handelt es sich hier um eine Gradwanderung - wäre also günstig, wenn da ein Tierarzt aktiv mitmacht, der abschätzen kann, ab wann es lebensgefährlich wird und eben doch wieder geeignete Medikamente gegeben werden müssen.

Symbiopet ist denkbar ungeeignet für solche Fälle, da es Maisstärke, Maltodextrin und Inulin enthält - sind in den Dünndarm Mikroorganismen eingewandert, freuen die sich über das nette Futter, denn das Kaninchen kann diese Zucker erst im Blinddarm abbauen lassen, das gilt insbesondere für Maltodextrin und Inulin - die Maisstärke kann zwar ein gesundes Kaninchen vollständig in Glucose und Fructose zerlegen, jedoch kein krankes Kaninchen, welches aufgrund zuviel Schleimbildung im Darm nicht mehr genügend Aminosäuren zum Aufbau von Enzymen aufnehmen kann ... also kommt sogar die Stärke im Dünndarm an und füttert dort eingewanderte Mikroorganismen!
Das führt auf Dauer zu immer stärker werdenden Blähungen und weiterer Zerstörung der Darmwand und damit einhergehend weitere Schleimproduktion, um den letzten noch verbliebenen intakten Rest der Dünndarmwand zu schützen ...

Die nun folgende Diät darf also keine Stärke und keine komplexen Zucker enthalten. Gleichzeitig muß alles zur Auskleidung der Darmwände bereitstehen. Beste ist also nun:
1. Soviel Frisckost wie nur irgendmöglich
2. keine stärke- oder Komplexzuckerhaltigen Futtermittel gleich welcher Art
3. kein Wurzel- und Knollengemüse
4. Alte Eichenblätter und Eichenrinde, wenn du findest auch Eichengallen, so viel das Kaninchen will und so, daß es nie ausgeht.
5. Weitere gerbstoffreiche Futtermittel, wie Äste und Zweige diverser Baumarten einschließlich Nadelgehölz
6. Wiesenheu und Süßgräser erstmal weglassen, erlaubt sind jedoch Simsen, Seggen, Zypergräser und Schnabelriede (wächst im Wald und an feuchten Standorten)
7. Alle Küchenkräuter sind erlaubt und erwünscht, insbesondere die thymolhaltigen Küchenkräuter wie Thymian, Majoran, Basilikum und Oregano, frisch ist besser wie getrocknet
8. Wermut, egal ob getrocknet (Tee aus der Apotheke beispielsweise) oder frisch, sollte im Angebot sein.
9. Gemüse, aromatische Sämereien, kalte Tees und Kräuter gegen Blähungen: Fenchel, Anis, Kümmel, Koriander, römische Kamille und ähnliches
10. Nach Möglichkeit Weglassen ausnahmslos aller Medikamente (mit Absprache mit dem TA, der das hoffentlich überblicken kann) und aller Industriefuttermittel
11. Chicoree, Wegwarte und Radicchio sollten zur Verstärkung der Heilwirkung der anderen Kräuter mit im Angebot sein, allerdings darf keinesfalls die Wurzel dieser Pflanzen verfüttert werden! Die Wurzel enthält Inulin!

An Klee und Kohl sind erstmal nur Chinakohl und, wenn vertragen wird, auch Kohlrabiblätter erlaubt, je besser es dem Kaninchen geht, desto mehr Klee und Kohlsorten sollte auch zugefüttert werden. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt, denn das Kaninchen dürfte soweit sein, daß Kohl und Klee zu Blähungen führen könnte ...
Je schneller das Kaninchen Klee, Kohl, Wicken, Platterbsen und andere Leguminosen verträgt, desto besser, da es das Eiweiß aus diesen Pflanzen zum Aufbau der gesamten Darmwand braucht.


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BeitragVerfasst: Di 24. Aug 2010, 13:21 
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Meerschweinchen Supporter
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Wäre Sauerkraut- oder Pflaumensaft bei vertsopfung ne alternative zu den Medis?

oder vll auch als Vorbeugung, wenn es nen zeitliches Muster bei den Verstopfungen gibt`? :grübel:

Ist mal nen Ernährungstagebuch geführt worden?


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BeitragVerfasst: Di 24. Aug 2010, 13:27 
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Murx wie würdest du das einstellen der Nahrungsaufnahme einschätzen? Als instinktives entgiften? Oder doch Verstopfungs- und Blähungs- Appetitlosigkeit?

Schweinsnase: Sauerkraut? Sauereingelegten Weißkohl würdest du verfüttern? Ist mir auch neu :hehe:!


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BeitragVerfasst: Di 24. Aug 2010, 13:32 
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Meerschweinchen Supporter
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Nein. :lieb: Aber Sauerkrautsaft. Wirkt nämlich ziemlich abführend. Und dürfte gerade aufgrund der Milchsäurebakterien um einiges darmschonender sein als Medis.


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BeitragVerfasst: Di 24. Aug 2010, 13:40 
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In dem Falle eher zweiteres ... einfach Schmerzen und dadurch keinen Bedarf mehr, was nachzustopfen ...
Wäre auch lebensgefährlich, denn wenn das Futter den Weg blockiert und oben wird noch weiter Futter nachgestopft, wird Magen und Darm immer weiter gedehnt, was irgendwann zum Erliegen der Darmperistaltik führt ...

Sauerkraut und Sauerkrautsaft geht recht gut, wird jedoch nicht gern genommen ... besser funktioniert in dem Falle getrockneter wilder Sauerteig, Grassilage oder Heulage, da es eher gefressen wird.
Allerdings wenn Bakterien in den Dünndarm eingewandert sind und da friedlich vor sich hinverstoffwechseln, wird Milchsäure im Dünndarm produziert ... in dem Falle ist Sauerkraut, Silage, Heulage, Yoghurt und Co alles andere wie gut ... das ist dann erst was, wenn sich der Darm wieder beruhigt hat und die Bakterien wieder rausgeschoben hat in den Dickdarm, wo sie hingehören.

Pflaumensaft und noch besser, Trockenpflaumensaft oder Pflaumendicksaft, (generell auch Trockenpflaumen) ist eigentlich ein sehr gutes und bewährtes Hausmittelchen gegen Verstopfung - allerdings nicht bei solch durch Medikamentengabe chronisch gewordenen Darmschädigungen, da dann der Pflaumensaft die Blähungen meist noch verstärkt ... es geht hier wirklich nur um den Wiederaufbau des Darmes, angefangen vom Dünndarm, wo erstmal der Darm von überzeugt werden muß, daß er nicht so viel Schleim produzieren braucht, Reparatur der Nährstofftransporter, Wiederherstellung der Barriere gegen Schadstoffe usw, über Unterstützung des Blinddarmes bis hin zur Wiederherstellung der vollen Funktionsfähigkeit des Dickdarmes.
Die Schäden müssen einfach in einer ganz bestimmten Reihenfolge angegangen werden, sonst kippt das gesamte System endgültig und das Kaninchen stirbt.


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BeitragVerfasst: Di 24. Aug 2010, 15:04 
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Eins verstehe ich jetzt ehrlich gesagt nicht so. Sammy hatte massiven Kokzidien- und Giardienbefall. Er setzte massiv Schleim ab bevor ich überhaupt irgendein Medikament eingesetzt habe. Was hätte ich denn machen sollen außer ihn mit Medikamenten zu behandeln?

Murx, hast Du nicht selbst mal geschrieben, wenn ein Kaninchen Durchfall hat, muss man behandeln? Sammy lief zwischenzeitlich regelrecht aus.

Bevor dieser Zusammenbruch jetzt kam, lebte Sammy seit mindestens 8 Wochen ohne Medikamente, ok, außer das Symbiopet. Das sehe ich ein und werde es weglassen. Auch meine TÄin war der Ansicht, dass es nicht gut ist ihn immer mit Medikamenten vollzupumpen.

Aber was soll ich denn in solchen Situationen machen? Ich kann ihn doch nicht an einer Verstopfung sterben lassen. Dann bekam er eben zwei Mal MCP, Imogas und Schmerzmittel. Danach ging es dann wieder.

Wenn es an den Medikamenten liegen sollte, wie kommt es dann, dass Sammy jetzt auf einmal wieder massiven Schleim absetzt, nachdem er ja sogesehen keine Medikamenten mehr bekam?

Das ist für mich gerade nicht so verständlich. Ich bin weiß Gott kein Mensch, der gleich mit Mediamenten um sich schlägt aber ich kann ihn doch nicht sterben lassen...

Danke nochmal für Deine Futteraufstellung, hab mir Deine PN von damals ausgedruckt und die meisten Sachen schon länger im Einsatz.


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BeitragVerfasst: Di 24. Aug 2010, 15:27 
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Zitat:
Eins verstehe ich jetzt ehrlich gesagt nicht so. Sammy hatte massiven Kokzidien- und Giardienbefall. Er setzte massiv Schleim ab bevor ich überhaupt irgendein Medikament eingesetzt habe. Was hätte ich denn machen sollen außer ihn mit Medikamenten zu behandeln?

Die eigentliche Ursache sitzt noch viel früher und wird sich im Nachhinein vermutlich nicht mehr rekonstruieren lassen, durch den VG-Streß kippte das System erstmalig, Eimeria spec und Giardien hatten ihre Chance zum Vermehren bekommen, wenn da auch noch Matschkot oder gar Durchfall dadurch ausgelöst wurde, war die Behandlung korrekt, du hättest sonst das Kaninchen schon an dieser Stelle verloren ...

Der Schleim, der da mit rauskam, war vermutlich der Schleim, der im Dickdarm als Schutz vor den Eimeria spec und den Giardien aufgebaut wurde ... der eigentliche Zweck dieses Schleimes ist es, zu verhindern, daß sich solche Parasiten an der Darmwand nicht festkrallen können. Auch Durchfall hat den Sinn, diese Parasiten möglichst schnell aus dem Darm herauszubekommen.
Solange nur dieser Schleim zwischen dem Kot ist und der Kot noch immer als Kot deutlich erkennbar ist, kann versucht werden, mit Kräutern das Ganze in den Griff zu bekommen. Hier haben die Eimeria Vorrang, da die sich schneller vermehren wie Giardien und Wegbereiter für eine ganze Reihe anderer unangenehmer Mikroorganismen (Hefen zum Beispiel) sind. Oregano, Thymian, Basilikum und Majoran, möglichst frisch, wären hier die Kräuter der Wahl gewesen. Die Giardien verschwinden dann meist von selbst, wenn erstmal die Eimeria ausgelichtet und auf Normalmaß dezimiert worden sind.

Nach der Behandlung hätte versucht werden müssen, den Darm wieder stabil zu bekommen - und das geht eben nicht mit Symbiopet, sondern mit Gehölz, Kräutern und Frischfutter, so viel das Kaninchen freiwillig frißt. Je nachdem, wie sich das Kaninchen dann gemacht hätte, hätte man zur normalen Ernährung übergehen können oder hätte ne Diät ausarbeiten müssen, bis das Kaninchen in Ordnung kommt.
Darmgeschichten sind nie einfach, das, was sich im Darm abspielt, ist recht komplex und zu großen Teilen noch nicht mal erforscht.

Wenn du den Schleim sehen kannst, heißt es, daß er nicht mehr gebraucht wird - ist also eher ein gutes Zeichen. Er wird von der Darmwand abgestoßen. Dieser Prozeß kann, wenn es Schleim aus dem Dünndarm ist, über mehrere Tage gehen.

Tritt ein lebensbedrohlicher Zustand ein, also Verstopfung, starke Blähungen, Durchfall und Matschkot, wenn das Kaninchen dabei apathisch wirkt, muß gehandelt werden ... und halt mit Medikamenten behandelt werden.
Du brauchst also die Phasen zwischen diesen lebensbedrohlichen Zuständen und brauchst einfach das Geschick, den nächsten lebensbedrohlichen Zustand mit Hilfe von Gehölz und Diät so lange herauszuzögern, bis das Kaninchen seinen Darm wieder in Ordnung hat bringen können ... dann kommt langsam der Wiederaufbau des Kaninchens.
Du hast also nix falsch gemacht in dem Sinne ... ich mein, das Tier kam ja vermutlich schon krank zu dir. Ihr habt nur den Absprung raus aus der Medikamentenspirale nicht geschafft.


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BeitragVerfasst: Di 24. Aug 2010, 15:54 
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Murx Pickwick hat geschrieben:
Zitat:
Solange nur dieser Schleim zwischen dem Kot ist und der Kot noch immer als Kot deutlich erkennbar ist, kann versucht werden, mit Kräutern das Ganze in den Griff zu bekommen. Hier haben die Eimeria Vorrang, da die sich schneller vermehren wie Giardien und Wegbereiter für eine ganze Reihe anderer unangenehmer Mikroorganismen (Hefen zum Beispiel) sind. Oregano, Thymian, Basilikum und Majoran, möglichst frisch, wären hier die Kräuter der Wahl gewesen. Die Giardien verschwinden dann meist von selbst, wenn erstmal die Eimeria ausgelichtet und auf Normalmaß dezimiert worden sind.


Was ist, wenn nur noch Schleim ausgeschieden wird? So wie Sammy am Samstag? Damals setzte er übrigens auch nur noch Schleim ab. Auch wenns jetzt eklig wird aber ich hatte damals mal ein Foto von einem Haufen gemacht, da war noch etwas Kot zwischen, einfach, dass Ihr mal seht, wie das aussehen kann bei ihm:

Bild

Diese Kräuter hab ich mittlerweile alle im Gewächshaus und bekommt er regelmäßig, auch damals unterstützend zur Therapie.

Gut, also die weitere Vorgehensweise wäre also jetzt, Kotprobe abwarten, ob wir wieder Giardien etc. haben. Ergebnis hab ich hoffentlich heute Abend. Wenn nein, Panacur absetzen (oder gleich weglassen???) und nur noch ernährungstechnisch unterstützen. Symbiopet weg, klar. Mehr bekommt er ja nicht mehr. Hoffen, dass die Abstände immer größer werden zwischen solchen Koliken bzw. diese ganz ausbleiben aber wenn solche Koliken vorkommen, weiterhin mit Medikamenten wie gehabt behandeln. Richtig verstanden?

Ich les mir jetzt nochmal Deine "Futterliste" durch, was ich davon noch nicht hab, kann sein, dass ich dann noch ne Frage habe :schäm:

Ach nochwas, ich wurde jetzt schon mehrfach auf E.C. angesprochen. Meint Ihr das E.C. sich ebenfalls so äußern kann?

Vielen Dank für Eure Hilfe :kiss:

-- Dienstag 24. August 2010, 17:35 --

So das Ergebnis der Kotprobe ist da. Massiver Kokzidienbefall, Giardien negativ.

Wie kommt das, dass bei Sammy die Kokzidien immer und immer wieder kommen? Er scheint ja in einer Stelle, wo er vorher war, schon mehrfach Kokzidien gehabt zu haben. Das ist mir ein Rätsel.

Ich tendiere jetzt ehrlich gesagt dazu nur ihn zu behandeln und die Anderen nicht. Hab gehört, dass man auch nicht mehr den ganzen Bestand behandelt. Was meint Ihr?


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BeitragVerfasst: Di 24. Aug 2010, 18:42 
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Welche Symptome sollen denn für E. c. sprechen?
E. c. ist eine Nervenerkrankung, keine Darmerkrankung ...

Ich würd nur ihn behandeln ... und in deinem Fall dürfte es klar sein, daß besser behandelt wird, gerade Eimeria vermehren sich rasend schnell.

Der Kot sieht aus wie bei Enterocolitis, in Deutschland inzwischen auch Darmlähmung genannt. Enterocolitis heißt eigentlich nur Darmentzündung, ist jedoch bei Kaninchenhaltern zu einem Schlagwort einer seuchenartig auftretenden Darmerkrankung geworden. Als Haupterreger gilt inzwischen Chlostridium perfringens ... dieses Bakterium setzt verschiedene Giftstoffe frei, welche ziemlich rabiat die Darmwand im gesamten Darm angreifen. Das Kaninchen wehrt sich dagegen durch extreme Schleimproduktion. Insbesondere bei zu trockener Fütterung (Pellets, TroFu, Heu als Hauptfutter) kann das Kaninchen nicht genügend Wasser nachliefern und spart anderweitig Wasser, wo es kann. Der Darm füllt sich immer mehr mit dem Schleim, der eigentlich gegen dieses Gift schützen soll - verhindert jedoch das Eindringen des Giftes bis zur Darmwand nicht.
Die Darmwand entzündet sich schließlich und im Endstadium nach nur wenigen Tagen (meist 3 - 5 Tagen) bricht die Darmperistaltik zusammen - das Kaninchen stirbt, weil der Schleim, Blinddarmkot und Nahrungsbreireste im Darm nicht mehr weitertransportiert werden können. Nur wenige Kaninchen überleben.
Normalerweise erkranken hauptsächlich Jungtiere, jedoch kann Enterocolitis auch bei ausgewachsenen Kaninchen auftreten.
Bei Kräuterkaninchen tritt diese Erkrankung selbst dann nicht auf, wenn sie mit erkrankten Tieren zusammengehalten werden. Auch Strukturmüsli scheint diese Krankheit vorbeugen zu können ... es ist also ein Problem der Fütterung mit Futtermehlen, welche der eigentliche Verursacher ist - und hier bist du machtlos, wenn du ein Kaninchen übernimmst, denn wenn dein Vorbesitzer mit Kuntibunti und/oder Pellets gefüttert hat, hat er ja schon die Vorraussetzungen für diese Krankheit geschaffen!

Inzwischen gibt es eine Impfung gegen diese Krankheit ... ich weiß allerdings nicht, ob die schon zugelassen ist. Das Prinzip ist ähnlich wie Impfungen gegen Viren, geimpft wird ein Eiweiß, genau genommen der Hauptwirkstoff (sinnigerweise Alpha-Toxin gennant), welcher diese Darmentzündung vermutlich auslöst. Da jedes Chlostridium perfringens dieses Eiweiß enthält, wird es nun vom Immunsystems des Kaninchens angegriffen und zerlegt ... und kann sich nicht mehr vermehren und auch keine weiteren Eiweiße dieser Art freisetzen.
Ob diese Impfung, wenn sie überhaupt schon zugelassen ist, etwas für euch ist, mußt du mit dem TA besprechen ...

Dieser Kot ist auch typisch für eine erbliche Darmerkrankung, wie sie normalerweise nur bei reinerbigen Punktschecken auftaucht. Das Gen kann sich jedoch vom Punktscheckungsgen abkoppeln und so dann auch in Nichtpunktschecken auftauchen. Da dieser Vorgang äußerst selten ist und die betroffenen Kaninchen insgesamt nicht sehr robust sind (in reinerbiger Form erreichen sie nur selten überhaupt die Geschlechtsreife), wird man diese erbliche Darmentzündung fast nur bei Punktschecken, insbesondere bei den Punktschecken mit viel Weiß, vorfinden (die haben sehr oft das mutierte Gen auf beiden Chromosomen).
Die Erkrankung setzt kurz vor Geschlechtsreife ein, die Kaninchen werden nie wirklich robust, sondern neigen zu Durchfall, Kokzidiose, Darmwandentzündungen (die gleichen Entzündungen, wie bei der Darmlähmung, deshalb wird auch das Enterocolitis genannt), Blähungen und zeigen sehr oft Immunschwächen aller Art.

Was generell bei Enterocolitis hilft, ist Bewegung ... also wenn es akut wird, scheuchen, scheuchen, scheuchen und, wenn das Kaninchen es zuläßt, Bauch massieren.

Ich nehme an, Panacur wurde dir vom TA verschrieben?
Mit ihm absprechen, wenn er Panacur nur auf Verdacht verschreibt, mit ihm drüber reden, daß du es absetzen willst - es verschlimmert eine Enterocolitis nur.

Zitat:
Hoffen, dass die Abstände immer größer werden zwischen solchen Koliken bzw. diese ganz ausbleiben aber wenn solche Koliken vorkommen, weiterhin mit Medikamenten wie gehabt behandeln. Richtig verstanden?

Ja, dir bleibt nix anderes übrig ...


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BeitragVerfasst: Di 24. Aug 2010, 21:17 
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Puh, das sind heute ne Menge Infos und das ist alles gerade sehr interessant für mich.

Über die Enterocolitis hatte ich auch schon einiges nachgelesen. Da spricht für mich dagegen, dass dieser Schleim immer in Verbindung mit Kokzidien auftritt, was ich ja nach dem Ergebnis der Kotprobe heute nun sagen kann. Ich werde aber meine TÄin morgen trotzdem mal auf die Impfung ansprechen, da mich das jetzt auch interessiert. Ich sag dann Bescheid. Kann man eigentlich irgendwie feststellen, ob es sich um eine Enterocolitis handelt? Wenn Bakterien der Auslöser sind, wohl über eine Kotprobe? Ich meine ich kann ja nicht ins Blaue impfen lassen.

Sammy wurde zusätzlich mit Trockenfutter ernährt, welches ich hier langsam abgesetzt habe, soviel weiß ich aber wie gesagt, eine Enterocolitis schließe ich eigentlich aus. Kotprobe war ja auch negativ.

Für mich klingt das mit der erblichen Darmerkrankung irgendwie logischer und die Symptome passen auf Sammy.

Heißt das jetzt es ist sinnvoll den Kaninchen Strukturmüsli zu geben, um solch eine Krankheit vorzubeugen? Ich meine gibst Du Strukturmüsli, um dem vorzubeugen?

Das Panacur hat meine TÄin prophylaktisch mitgegeben, falls wir wieder Giardien haben. Das wird jetzt sofort weggelassen. Baycox wollten wir ohne ein Ergebnis noch nicht einsetzen, da es ja ein sehr "hartes" Medikament ist. Dazu kommt, dass Sammy das letzte Mal in der dritten Phase nicht mehr gut darauf reagiert hat und wir es absetzen mussten. Die Behandlung hatte aber ausgereicht und die Kotprobe war negativ. Wir werden auch diesmal schauen müssen, wie er es verträgt. Klar ist aber, dass er behandelt werden muss.

Habt Ihr schon mal was davon gehört, also bisher kannte ich nur diesen Rythmus 3-3-3. Nur lese ich immer mehr, dass man davon weggeht und teilweise nur noch einen Tag oder zwei Tage gibt und Schluss. Wir hatten damals mit zwei Tagen angefangen und eine Kotprobe untersucht. Es hat nicht ausgereicht. Wir mussten nachschieben...


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BeitragVerfasst: Di 24. Aug 2010, 21:56 
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Meerschweinchen Supporter
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Frag dochj mal nach "Kokzidiol". Das ist nen Sulfonamid, was schonender ist als Baycox, aber nen wesentlich breiteres Spektrum auf andere bakterien hat.


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BeitragVerfasst: Di 24. Aug 2010, 22:23 
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Kokzidiol, war das das was übers Wasser gegeben wird?


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BeitragVerfasst: Di 24. Aug 2010, 23:17 
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Kokzidiol war oft in Futtermitteln enthalten und wird übers Wasser verabreicht.

Kokzidiol ist nicht wirklich verträglicher wie Baycox, es schädigt nur anders. Dazu kommt, daß in den letzten Jahren viel zu viel Schindluder mit getrieben wurde, es ist teilweise heute noch im Tierfutter enthalten!
Die Folge ist nun, daß Kokzidiol, welches eh schon nur eine eingeschränkte Wirkung gegen Eimeria hatte, teilweise gar nicht mehr wirkt, nicht mal mehr gegen Bakterien. Tja - und wieder ist ein wirklich gutes Medikament nahezu wirkungslos geworden dank zu häufiger Anwendung ...
Clostridium perfringens übernimmt zudem sagenhaft schnell Resistenzen von anderen Bakterien ... ein einzelnes Sulfonamid, wie es in Kokzidiol enthalten ist, wirkt deshalb nicht lange genug. Das ist halt der Nachteil der Sulfonamide, gegen Bakterien wirken sie nur mit anderen Antibiotika zusammen, niemals als Einzelwirkstoff.

Kokzidiol war Mittel der Wahl gegen Eimeria, wenn Baycox nicht vertragen wurde ... manchmal klappt das immer noch, allerdings immer seltener - einfach aufgrund der Resistenzen, die zunehmend gegen den Wirkstoff aufgebaut werden.

Die Eimeria vermehren sich nie von sich aus, sie brauchen immer Wegbereiter - ein geschädigtes Immunsystem und Clostridium perfringens können solche Wegbereiter sein, allerdings auch Virenerkrankungen, Darmwürmer oder andere pathogene Bakterien. Meist sind sie leichter nachzuweisen, wie die tatsächliche Ursache und aufgrund ihrer Eigenschaft, daß sie einen geschwächten Körper zur maßlosen Vermehrung ausnutzen, macht sie so mordsmäßig gefährlich.

Zitat:
Für mich klingt das mit der erblichen Darmerkrankung irgendwie logischer und die Symptome passen auf Sammy.

Sammy ist der gefleckte Widder auf deinem Avatar?
Das wäre dann tatsächlich ein Punktschecke ... und damit die erbliche Enterocolitis sogar sehr wahrscheinlich.

Frischfutter ist weitaus besser gegen Enterocolitis wirksam, wie ein Strukturmüsli - das Strukturmüsli ist vielmehr der Ersatz für Mastpellets oder Kuntibunti, wenn man nicht das Geld und die Nerven hat, genügend Frischfutter zu füttern. Allerdings hat das Strukturmüsli immer noch einen entscheidenden Nachteil, es ist zu trocken für Kaninchen!
Ich selbst füttere kein Strukturmüsli, sondern lieber im Herbst und Winter eine vielfältige Sämereienmischung zusätzlich zum Gemüse und Gehölz, da haben die Kaninchen deutlich mehr von.
Einem darmkranken Kaninchen fütter ich allerdings auch keine Sämereien ... hier heißts erstmal eine angepaßte Krankendiät einhalten.

Da jedoch bei Sammy die Gefahr besteht, daß im Dünndarm Bakterien eingewandert sind, schließt sich momentan Strukturmüsli und Sämereien aus ... die Stärke würde nur die Bakterien füttern und nicht dem Kaninchen zugute kommen.


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BeitragVerfasst: Di 24. Aug 2010, 23:47 
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Jetzt muss ich doch nochmal fragen, ich les mich ja grade in Deine "Futteranleitung" ein. Unter Punkt 9 hast Du geschrieben aromatische Sämereien, wobei mir das noch kein Begriff ist, aber soll ich das nun doch auch erstmal weglassen?

Ich wollte auch nicht unbedingt Strukturmüsli verfüttern, von daher bin ich da froh, dass das nicht in Frage kommt ;) Eigentlich soll Trockenfutter hier nicht mehr auf den Speiseplan wandern, egal in welcher Form.

Schau mal hier:
http://www.tierpla.net/neuzugange-tiere ... t7474.html

Da sind viele Fotos von Sammy


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BeitragVerfasst: Mi 25. Aug 2010, 08:39 
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Aromatische Sämereien sind Anissamen, Fenchelsamen, Koriandersamen, Kümmel und ähnliche Samen ... das Besondere an diesen Sämereien ist der sehr hohe Gehalt an ätherischen Ölen, sie werden deshalb selbst von Körnerfressern nicht viel gefressen.
Ebenso erlaubt sind Ölsaaten ... sowohl in aromatischen Sämereien als auch in Ölsaaten ist kaum bzw keine Stärke und keine komplexen Zucker enthalten, daher gehen sie ...

Ja ... scheinst wirklich nen "Weißling" erwischt zu haben - nen reinerbigen Punktschecken.
Da vermutlich die Darmentzündungen bei ihm genetisch bedingt wird, ists schwer, ihn tatsächlich gesund zu bekommen. Es grenzt dann schon an ein Wunder, daß er überhaupt noch lebt. Es ist möglich, daß er lebenslang ne auf ihn abgestimmte Diät halten muß.


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BeitragVerfasst: Mi 25. Aug 2010, 13:13 
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Sammy hat einen unheimlichen Lebenswillen und er ist ein "Rabauke" :lol: Vielleicht lebt er deshalb noch.... ich weiß es nicht, jedenfalls hoffe ich, dass er noch ein paar schöne Jährchen bei uns hat. Ich werd jedenfalls mein Bestes geben.

Ich les mich seit gestern Abend durch Deine Ernährungsliste und hab parallel auf Kaninchenwiese Infos dazu gelesen. Mensch, mensch, da dürfen wir ja nicht mehr viel, nicht mal mehr Möhrchen, ich weiß gar nicht, wie ich das den anderen Dreien beibringen soll. Da muss ich mir wohl was einfallen lassen.

Futtertechnisch hatte Sammy noch keine Blähungen. Im Gegenteil, eigentlich hatte er jedes neu angefütterte Futtermittel sehr gut vertragen. Also Brokkoli, Kohlrabi, Chinakohl standen eigentlich schon auf dem Standardspeiseplan....

Sind eigentlich Paprika erlaubt? Bisher hat mir jeder davon abgeraten aber laut Kaninchenwiese passt das ja in Deinen "Speiseplan"

Momentan kann ich beobachten, dass Sammy überwiegend getrockneten Sachen in sich reinschaufelt. Da scheint er momentan Bedarf zu haben....


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BeitragVerfasst: Mi 25. Aug 2010, 13:28 
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Kannst du die drei anderen nicht extra füttern?
Gerade im Winter ist für ein gesundes Kaninchen so eine Nahrungseinschränkung fast schon eine Katastrophe ... das wäre, als wenn eine gesamte Familie kein Obst und Gemüse mehr essen darf, nur weil die Tochter unter Fructoseintoleranz leidet.

Paprika mußt du ausprobieren ... wenn er Kohl verträgt, wäre es gut, da er das Eiweiß aus dem Kohl eigentlich dringend braucht. Futtertagebuch wäre hier günstig zu führen, um die individuellen Unverträglichkeiten ermitteln zu können. Chinakohl und Kohlrabiblätter sollten jedoch immer gehen.


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BeitragVerfasst: Mi 25. Aug 2010, 13:49 
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Ja, wie gesagt, da muss ich mir was einfallen lassen. Klausi braucht die Kalorien vom Wurzelgemüse, von daher geht das sowieso nicht, dass er das nicht mehr bekommt. Sammy und Klausi waren schon immer schlecht unter einen Hut zu bekommen.

Ich werde es wohl so machen, wenn ich arbeite, dass sie tagsüber mit "Sammy`s Diät" leben müssen, wobei da ja trotzdem viel Grünes etc. zur Verfügung steht und wenn ich da bin dann getrennt füttern. Das geht dann halt vor der Arbeit und abends aber nicht durchgehend, sonst muss ich die Gruppe trennen und das wäre für Sammy bzw. für die ganze Gruppe nur kontraproduktiv.

Futtertagebuch werde ich auf alle Fälle führen..... hab mir jetzt schon ganz viel notiert und werde nachher erstmal einkaufen gehen, da mein Haushalt doch sehr knollenbelastet ist :schäm:


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BeitragVerfasst: Mi 25. Aug 2010, 14:27 
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Zitat:
Das geht dann halt vor der Arbeit und abends aber nicht durchgehend, sonst muss ich die Gruppe trennen und das wäre für Sammy bzw. für die ganze Gruppe nur kontraproduktiv.

Das reicht absolut aus ... sie gewöhnen sich ja an den Rhytmus und selbst, wenn du sie nur abends ne halbe Stunde oder Stunde extra fütterst, lernen sie das recht schnell, solange zu warten, bis sie abends ihr Wurzel- und Knollengemüse futtern können.

In den nächsten Wochen wird sich dann erweisen, ob wir so bei Sammy weiterkommen ...

Wie lang waren bisher die Abstände zwischen den lebensbedrohenden Zuständen?
Gibts da nen Rhytmus?


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