Equus africanus asinus bzw Equus asinus, je nachdem, ob man ihm Artstatus anerkennt oder als Unterart sieht, bezeichnet alle afrikanischen Esel, also sowohl die Wildform, als auch die Haustierform.
Der Thüringer Waldesel läßt sich auf keine Rasse im Mittelalter zurückverfolgen ... es ist sogar strittig, ob es sich überhaupt um eine Rasse handelt. Tatsache ist, im Erfurter Zoo wurden helle Esel als Thüringer Waldesel vermehrt. Renate Brock hatte die Größe und Körperproportionen in einer Diplomarbeit mit süddeutschen Eseln verglichen und konnte keinen Unterschied erkennen. Barbara Bank hatte Abbildungen dieser Esel miteinander verglichen und kam zu dem Ergebnis, daß diese Esel kein einheitliches Bild ergaben. Dazu kommt, daß immer noch der Verdacht besteht, daß die Thüringer Waldesel aus dem Erfurter Zoo in Wirklichkeit aus England importiert wurden.
Es gab den Vorschlag, einen Verein zu gründen und die Esel in einem Zuchtbuch zu erfassen - wurde leider nie gemacht. Nun ist dieser Eselschlag über Gesamtdeutschland verteilt und keiner kann mehr sagen, ob das nun ein Thüringer Waldesel ist oder nicht ... eventuell würden hier molekulargenetische Studien weiterhelfen. Diese könnten dann auch weiterhelfen, zu entscheiden, ob es sich bei den Erfurter Eseln nun um englische Esel handelt oder ob hier tatsächlich ein lokaler Thüringer Schlag konserviert wurde.
Ich finde es übrigens schade, daß hier von den Leuten, die den Thüringer Waldesel erhalten wollten, so wenig Anstrengungen unternommen worden sind, ein Zuchtbuch zu erstellen und dafür zu sorgen, daß molekulargenetische Vergleiche zu anderen Eselpopulationen gemacht wurde - es ist möglich, daß nun ein heilloser Mischmasch unter Thüringer Waldesel läuft, aber die tatsächlichen Thüringer Waldesel faktisch ausgestorben oder im heillosen Rassegemisch untergegangen sind ... immerhin wäre das auch einigen Ziegenrassen so ergangen, wenn hier keine vergleichenden molekulargenetischen Studien unternommen worden wären ...