Zitat:
Entwickeln in solchen für uns empfundenen Extremsituationen sämtliche Pflanzen tatsächlich irgenwelche (Sekundär-) Stoffe, die NUR MANCHEN Tieren Probleme bereiten?
Normalerweise nicht, da die Tiere an die sekundären Pflanzenstoffe, die da in rauhen Mengen produziert werden, über die Jahrtausende angepaßt sind ... und daher meine Weidelgrastheorie, denn hier haben wir einfach was, was es in der Konzentration noch nie in der Natur gab!
1. Weidelgräser waren noch nie so allgegenwärtig wie heutzutage, sie kamen in Flutrasengesellschaften vor, nicht auf trockenen Weiden. Was wir nun auf Weiden, Wiesen, Trittrasen, Wegen etc haben, sind also hochgezüchtete Weidelgräser aus ursprünglich feuchten Standorten!
2. Diese Gräser sind nur deshalb so hochgezüchtet worden und an trockene Extremstandorte angepaßt worden, weil sie eine als wünschenswert angesehene Eigenschaft mitbringen: sie sind von Natur aus zuckersüß! Der Gehalt an wasserlöslichen Zuckern einschließlich Fructanen ist schon im Wildweidelgras recht hoch, man hat ihn jedoch noch extrem steigern können, damit Rinder, die davon fressen, noch mehr Milch geben.
Diese hochgezüchteten Weidelgräser, die in jeder Trittrasenmischung, in jeder Weidegrasmischung, in den meisten Wiesengrasmischungen drin sind, sind von sich aus tödlich giftig geworden - aber eben wetterabhängig, nicht durchgängig ...
Wir haben es also mit einem Problem zu tun, das wir vor 50 Jahren noch gar nicht und vor 10 Jahren nur in Ansätzen hatten! Vermutlich ist diese Weidelgrasproblematik auch eines der Hauptgründe für die ganzen modernen Probleme bei Pferden - Ekzeme, Hufrehe, Cushing Syndrome und vieles mehr haben extrem zugenommen und treten ausgerechnet bei Weidepferden deutlich häufiger auf, wie bei Pferden im Stall!
Das läßt sich nicht mehr mit Supplementen erklären, denn die Supplemente werden ja auch an Stallpferde verfüttert ...
Landwirte schmeißen oft genug inzwischen den letzten Schnitt ihrer Weiden weg, weil sie zunehmend beobachten, daß ihr Milchvieh die Milchproduktion einstellt, anfängt zu taumeln, Durchfall bekommt ... auch hier ist es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit hochgezüchtetes Weidelgras!
Zitat:
Haben Schweine die von klein auf an in Außenhaltung waren mehr an Instinkten?
Nein, allerdings könnte es sein, daß die Außenhaltungsschweine etwas gelernt haben, was meine Außenhaltungsschweine nicht hatten lernen können:
Sie haben gelernt, wie Gras riecht, wenn das Weidelgras gefährlich wird - und meiden nun, weil sie gefährliches Weidelgras nicht von ungefährlichem Weidelgras unterscheiden können, gleich alles, was Gras heißt. Die anderen Meerschweinchen machen das einfach nach, weil sie gelernt haben, sich darauf verlassen zu können ...
Bei mir hatte dieser Lernprozeß nicht einsetzen können, da sie Weidelgras von ungefährlichen Wiesen bekommen haben - sie hatten da einfach keine Verbindung zum Gras herstellen können, denn Gras, auch Weidelgras, kann es erfahrungsgemäß nicht sein, weil ja Gras kein Bauchweh macht ... wird dann Gras, was Bauchweh macht, gefüttert, denken die Tiere auch erstmal an alles, nur nicht ans Gras.
Jetzt, wo ich selbst angefangen hab, selbst einzelne Hälmchen aus dem Pflückgut rauszupopeln, scheint es auch bei mir langsam zu klappen ... sowohl die Kaninchen, als auch die Meerschweinchen bevorzugen nun ganz klar ungefährliche Sauergräser, sie fressen Knaulgras, aber lassen zunehmend ihre sonst so geliebten Weidelgräser liegen ... scheinbar sind die paar gefährlichen Weidelgrashalme, die ich übersehen hab, Warnung genug, einfach, weil sie nicht mehr ungefährliches Weidelgras bekommen ...
Zitat:
Ich steck ja noch total in den Kinderschuhen bei solchen Hintergründen... deshalb jetzt mal meine vielleicht blöde Theorie: Das Meerschweinchen hat aufgrund eines Giftes -Solanin, vergangene Ernährungssünden, etc.- Blinddarmmatsche.
Das Wasser im
Blinddarmkot ist aber wichtig, UM EBEN den Wasserverlust durch den Durchfall so niedrig wie nur möglich zu halten. Dann nimmt das Schwein den wässrigen
Blinddarmkot wieder auf und durch das übermäßig enthaltene Wasser wirkt das einer (zu schnellen=) Dehydrierung entgegen.
Klingt plausibel ... klar, und den Matschehartkot fressen sie dann nicht, weil der voll ist mit diversen Mikroorganismen, welche krank machen können, im Blinddarm dagegen dürften sich solche Krankheitserreger nicht gut breit machen können, einfach weil dort alles ziemlich dicht an dicht besiedelt ist.
Danke!
So machts wieder Sinn ...
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Nur im Weidelgras? Müssten dann theoretisch nicht auch andere Gräser / Pflanzen auf diese Wetterperiode anspringen und vermehrte Alkaloide erzeugen?
Zwar wird auch in jedem Gras mithilfe von Symbionten vermehrt Alkaloide gezüchtet - in den Weidelgräsern jedoch, welche auf Zuckergehalt gezüchtet wurden, stehen nun ganz andere Zuckermengen zur Verfügung, um diese Symbionten zu ernähren! Weidelgräser können bei Extremwetterbedingungen bis zu 60% wasserlösliche Zucker einschließlich Fructanen enthalten, welche den Symbionten zum Verstoffwechseln nutzen können, Wildgräser kommen hier auf vielleicht 20% wasserlösliche Zucker, das reicht einfach für ne tödliche Portion Alkaloide noch nicht aus ...