Es gibt einen Unterschied zwischen "ins Blaue schießen", einen "begründeten Verdacht äußern" und "Sicherheit haben".
In diesem Fall besteht meiner Meinung nach "ein begründeter Verdacht.
Es wurde außer der Eichenrinde nichts verändert. Es sind ausschließlich die beiden Kaninchen erkrankt, die die Eichenrinde gefressen haben. Die Erkrankung entstand in den Stunden nach dem Verzehr. Es konnten Magenblutungen nachgewieden werden (Taninvergiftung führt zu Magenblutungen).
Ich bin in diesem Forum unter Anderem angemeldet, weil hier eine größere Offenheit gegenüber alternativer Haltungs und Fütterungsarten besteht und Aberglaube/festegefahrene Meinungen und Ansichten nicht einfach hingenommen werden.
Gerade unter diesem Aspekt ist es meiner Meinung nach sehr wichtig, solches Geschehen wie bei Maxi nicht einfach niederzuschmettern und kleinzureden. Auch wenn hier viele schon Eichenrinde ohne Folgen verfüttert haben. Dann wäre die eigendliche Frage nämlich: Unter welchen Bedingungen oder ab welcher Menge kann Eichenrinde zu Problemen führen. Das wäre für uns alle wichtig zu wissen.
Außerdem: eine Gewebeprobe kann nicht unbedingt direkt die Taninvergiftung nachweisen. Warscheinlicher ist, dass die Folgen nachgewiesen werden - in diesem Fall die Magenblutungen. Diese konnten aber wohl schon bei der "normalen" Inspektion des Magens nachgewiesen werden.
Ich habe mal ein Kaninchen an Lungenblutungen verloren. Krankheitsverlauf und normale Obduktion liesen auf
RHD schließen.
Virus ließ sich aber selbst unter dem Elektronenmikroskop nicht nachweisen. Auch andere Erklärungen wurden in den Gewebeproben nicht gefunden. Das Kaninchen war geimpft.
Trotz des ausgegebenen Geldes konnte nicht mit Sicherheit geklärt werden, woran das Kaninchen gestorben ist.
Mir geht es übrigens überhaupt nicht darum, hier jemandem "Schuld" zu geben.
Aber ich halte es für sehr sehr wichtig, die Augen und Ohren offen zu haben. Meine Einwände kamen, weil ich den Eindruck hatte, dass tendentiell nur versucht wurde, Gründe zusammenzutragen, warum es die Eichenrinde nicht gewesen seien konnte und Gründe in Maxies sonstiger Fütterung zu finden.
Eine begründete nachvollziehbare Schlußfolgerung von Maxi als "ins Blaue hinein schießen" zu bezeichnen, zeigt genau diese Tendenz.
Der Rat, Eichenrinde zu füttern wurde allgemein erteilt, ohne Einschränkungen bezüglich bestimmter Ernährungsweisen oder Menge, wie es vermutlich bei Tuja gemacht worden wäre. Einschränkungen wurden nur für die jungen Blätter gemacht. Und nun ist ein Kaninchen tot, bei einer absolut nachvollziehbaren Beweiskette, dass Eichenrinde an dem Geschehen zumindest mitbeteiligt war.
Und um es noch klarzustellen: Ich bin mir weiterhin nicht sicher, dass die Eichenrinde diese Erkrankungen verursacht hat. Mageneinblutungen können z.B. auch durch eine starke Überdehnung der Magenwände bei starker Aufgasung entstehen. War z.B. bei meiner Kaninchendame "Tante" so.
Aber der "dringende Verdacht" bleibt eben bestehen......zumindest solange sich kein anderer Grund für Erkrankung und Tod von Maxis Kaninchen findet.
hm....mich macht das schon nachdenklich.....