@Entensusi: Das mit den älteren Menschen ist mir auch vor paar Wochen passiert. Süßer kleiner Pudel kam zu mir gerannt, irgendwann erzählt mir die alte Frau, sie kann kaum noch Futter zahlen, TA ginge gar nicht. Sie wird den Hund ins überfüllte Tierheim geben müssen.
Sie ist 5 Euro über Hartz IV oder Grundsicherung, hat nen Kreditvertrag für neue Möbel für ihren Sohn mit unterschrieben, weil der so gebettelt hat und jetzt reichts hinten und vorne nicht mehr. Wie sie den Hund vor 15 Jahren angeschafft hat, sah´s eben anders aus.
Ich hab ihr dann die Adresse der Tiertafel hingebracht. Die helfen ja auch aus bei Futter- und TA - Kosten.
Isa hat geschrieben:
Es geht nicht darum, sich an Geldgrößen zu messen, sondern an der EINSTELLUNG die jeder selber dem Lebewesen entgegegen bringt, das er in seine Obhut nimmt, in welcher das Tier grenzenlos unserer Gunst ausgeliefert ist.
Nun ja, die Einstellung kann man z. T. auch an der Bereitschaft, wieviel Geld man bei TA, Spezialisten, THP, Notdienst mit Feiertagszuschlag, ... zu lassen bereit ist, ablesen. Darauf wurde ja oben in den Beiträgen hingewiesen.
So eine EINSTELLUNG ist weder meß- noch standardisierbar - zum Glück! Andererseits isses dann auch schier unmöglich zu sagen, wenn man nicht bereit ist, X€ für eventuelle, komplizierte, zeit- und kostenaufwendige Nachsorge bei einer Bauch - OP eines Kleintieres (bei denen solcherart OP´s ja eben wirklich häufig zu Komplikationen führen) zu zahlen, dann sollte man sich keine Tiere anschaffen. Die Leute schaffen sich trotzdem Tiere an. Und wenn sie sich im Vorfeld versuchen klar zu machen, welche Kosten auf sie zukommen könnten, dann geht das meist unweigerlich an der Realität vorbei.
In nem anderen Forum gabs mal eine Umfrage, wie hoch die TA - Kosten waren, die die Meerschweinchen bereits verursacht hatten. Bei den meisten Haltern war es wirklich sehr überschaubar. Dann gabs aber auch die Halter, die für die Summe eben auch ein nettes Fahrzeug hätten kaufen können. Das waren die Ausnahmen.
Die Frau, die sich da im Vorfeld informieren wollte, welche Kosten auf sie zukommen könnten, hat sich dann ganz klar an den Aussagen der größeren Menge Halter orientiert. Und vermutlich gehofft, dass die Geschichten der Ausnahmen sie nie treffen werden.
Und an diesem Punkt beginnt dann die Argumentation, z. B. ob ein schwerwiegender, riskanter Eingriff Sinn macht. Ich kenne da z. B. auch Leute, die verdienen im Monat, davon werde ich mein Leben lang träumen, und trotzdem sagen die, solch einen Eingriff, der Schmerzen nach sich zieht und mit hoher Wahrscheinlichkeit noch Komplikationen, muten sie dem Tier, das sie lieben, nicht zu. Wohlgemerkt, Kleintier.
Nightmoon hat geschrieben:
(...und wenn ich dafür nebenbei Putzen gehen müsste - es wäre mir Wurst)
Stelle ich mir schwierig vor. Ich habe also nen Job, der Verdienst reicht nicht aus für die TA - Rechnungen. Jetzt soll ich neben der Arbeit, den TA - Besuchen, der Krankenpflege rund um die Uhr, dem
Päppeln (und ich arbeite ja nicht Zuhause, wo das Tier gepflegt wird), noch nen Nebenjob suchen, bzw. dann arbeiten, plus zusätzliche Wege. Gerade bei der Kleintierpflege wüßt ich gar nicht, wie ich das machen sollte. Mal so als alltägliches Bsp., 16 Monate Zahnschwein. Da wär ich froh, wenn ich noch die Kraft hätte, meine persönliche Hygiene zu betreiben. Bei meinem Hauptjob bin ich schon längst krank geschrieben, weil ich nicht mehr kann.
