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BeitragVerfasst: Fr 30. Jan 2009, 13:24 
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Ich lese und höre immer sehr oft, wenn man die Leute auf etwas hinweist, "ja der TA hat das aber gesagt und der muss es ja wohl wissen!".

Nun hab ich mir Gedanken darüber gemacht und mich gefragt, wieviel Wissen KANN ein TA überhaupt haben, bzw wieviel braucht er!

Ein TA hat mehrere Tierarten mit denen er sich auseinandersetzen muss, wenn man davon ausgeht, er ist alleiniger TA in seiner eigenen Praxis mit einem oder max. mal 2 Helfern.
Das heißt im Klartext, EIN Mensch muss sich über Hunde, Katzen, Kaninchen, Meerschweinchen und Hamster auskennen, da es die typischsten und am häufig gehatltensten Haustiere sind.
Hinzu kommen mal noch Wellensittiche, Mäuse, Ratten, vllt das ein oder andere Reptiel!

Nun jetzt spinn ich mal weiter und überlege was der TA nun über diese Tiere alles am grundlegensten Wissen müsste:
* Anatomie
* wichtige markante Punkte die häufiger dem Tier Probleme machen könnten (Zähne, Ohren, Bauch etc.)
* verschiedene Medikamente die auf welches Tier, wie anschlagen und dosiert werden müssen
* grundlegendes über Ernährung (Kaninchen Pflanzenfresser, Hunde Fleischfresser etc)

Wie wichtig ist es für ein TA zu wissen, wie das Tier gehalten werden muss.
Für die Ursachenforschung, warum das Tier krank ist...joah kann sein!
Aber die Mindestanforderung an Haltungsbedingungen müssten ja auch für den TA reichen, um dort keine Ursache finden zu können!
Wie ist das mit der Ernährung?
Ein Kaninchen hat nen aufgeblähten Bauch, doch Brot/Trockenfutter/Knabberstangen/Jogurtdrops ist ja ok, laut allgemeiner Ernährungsforschung des Kaninchens!
Zu dem wird auch ein TA einer Kleintierpraxis von verschiedenen Futterherstellern unterstützt, durch Mundpropaganda und evtl sponsoring bei entsprechender Werbung...
also ist auch hier nicht wirklich mit richtiger Beratung zu rechnen...

Ausser, der TA / die TÄ beschäftigt sich selber/ bzw. hält selber diese Art von Tieren und hat sich deshalb mehr darüber informiert!

Anders ist es vllt in Tierkliniken, hier hat man fast für jede Tierart einen Spezialisten und deren Wissen kann von daher auch etwas breitgefecherter sein.
Dennoch ist es auch hier ein Unterschied, ob der Arzt selber diese Tierart hält oder nicht, denn wie sicherlich Jeder weiß, nur das was ich tagtäglich um mich habe, kann ich wirklich kennenlernen und studieren ;)!

Ich hoffe ich konnte jetzt ungefähr rüberbringen, um was es mir geht!
Ein TA hat Ahnung auf SEINEN Gebieten, alles was darüber hinaus geht ist für seinen Job völlig irrelevant!
Wir wollen das er unserem Tier hilft und es rettet, doch wie das Tier bei uns lebt, liegt voll und ganz in DEN HÄNDEN DES HALTERS!

Also lieber selber informieren, als auf andere KOMPLETT zu vertrauen ;)!


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BeitragVerfasst: Fr 30. Jan 2009, 13:30 
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Ich denke auch, dass ein Tierarzt nicht alles wissen kann.
Hinzu kommt ja auch noch, dass sich die Tiermedizin und das Tierwissen jedes Jahr extrem verändert.

Und er muss nicht nur die tiespezifischen Dinge wissen, sondern auch die alter- und geschlechtsspezifischen....

Da kommt einiges zusammen. Ein Tierarzt kann das garnicht alles wissen ;).


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BeitragVerfasst: Fr 30. Jan 2009, 13:32 
Gast
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Ich denke, TÄ.e haben oft gar kein plan. wenn ich mir mal anschaue, welche erfahrungen ich schon mit vielen vielen TÄ.en gemacht habe. es geht im genauen um behandlungen von exoten wie chinchillas, lemmingen, ziesel oder rennmäuse. da haben gleich mal mehrere TÄ.e schlicht einfach versagt. viele hunderte an euros ließ ich liegen- ohne dass mir geholfen wurde! da frage ich mich seitdem jedesmal: soll ich echt zum TA gehen? oder das geld sparen und selber heilungskunst betreiben?

was die ernährung angeht, haben auch nur die wenigsten ahnung. aber woher auch? im studium lernen sie dazu so gut wie nix!!! und sich privat weiterbilden? nö... faules pack...

ich gehe sogar so weit zu sagen, dass halter bewusst falsch beraten werden, damit sie bald wieder ihr geld beim arzt lassen müssen.

ein bekannter arzt war von der "natürlichen ernährungsweise meiner chins" (wörtlich) sehr begeistert und riet mir bloß so weiter zu machen. einer bekannten riet er jedoch (angeblich...) zu pellets und co. das sind 2 völlig andere sichten... was stimmt nun? log die bekannte oder lief da etwas falsch?


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BeitragVerfasst: Fr 30. Jan 2009, 13:37 
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Naja, auch wenn ein Tierarzt nicht faul ist, kann er einfach nicht alles wissen.
Bedenke mal alleine, dass Vögel nicht im Grundstudium enthalten sind. Deshalb kennen sich schon wenige Tierärzte mit Vögeln aus. Und was ist jetzt mit Wassergeflügel? Da kennen sich drei (oder auch nur einer?) Experten in ganz Deutschland aus. Das ist sehr wenig. Aber ich verlange auch nicht, dass sich jeder Tierarzt damit auskennt. Das würde einfach den Rahmen sprengen ;).
Die ganzen Detail zu jeder Tierart könnten 500.000 Bücher füllen. Vieles steht nichteinmal in Büchern. Zu manchen Themen gibt es nichteinmal Erfahrungswerte. Deshalb gehe ich auch mit jeder Tierart und mit jedem Problem zu einem anderen Tierarzt (ich wäge immer ab, wer sich an ehesten auskennt ;)).


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BeitragVerfasst: Fr 30. Jan 2009, 14:09 
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klar ich gebe dir soweit recht. ich habe mich wohl zu unklar ausgedrückt:

ich persönlich erwarte von einem tierarzt, dass er sich zumindest mit bekanntereren haustieren auskennt, wozu ich auch chins, lemminge oder rennmäuse zählen würde. diese tierarten expandierten in den letzten 5-10 jahren so des maßen- hier sollte sich jeder arzt unbedingt weiterbilden. es ist schon peinlich, wenn ein tierarzt nicht weiss, wass rennmäuse fressen... und sowas habe ich eben erleben müssen. :shock: wer soll frischlinge denn beraten wenn nicht ein arzt? er sollte nicht nur die akute krankheit heilen können, sondern auch beraten um profilaxe zu betreiben z.B. die häufugen zahnprobleme bei chins. hier langt es nicht jede paar wochen die zähne zu kürzen- hier sollte gezielte aufklärungsarbeit zum thema ernährung getätigt werden, um vorzubeugen...


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BeitragVerfasst: Fr 30. Jan 2009, 14:14 
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Ich sehe es so, ein Hausarzt muss sich auch mit vielen Krankheiten auskennen. Wenn der nicht weiter weiß, schickt er einem zum Facharzt oder in die Klinik. So macht es meine TÄ auch. Sie sagt dann direkt, oh, damit kenne ich mich nicht so gut aus, fahre besser dorthin. Als unsere Ponystute Co an Krebs erkrankte (Maul), machte sie Röntgenbilder, nahm Proben und nahm es auf die nächste Pferdemesse die hier gerade war mit und zeigte es dort den Spezialisten. Außerdem ging sie noch zum Zahnarzt und zeigte dieses, da diese Erkrankung erst außer bei Co bei noch einem anderen Pferd in Deutschland existierte.
Oder als mein damaliges Pony Polly an Cushing erkrankte, die Krankheit war noch nicht bekannt. Mein damaliger TA rief seinen Doktorvater an, der meinte, evtl. Hormone, Gebärmutterentzündung. Damit gab sich mein TA nicht zufrieden. Er schrieb und rief sämtliche Kliniken an und erklärte die Symptome. Bis er an die Tierärztl. Hochschule in Hannover stieß, die forschte gerade an dieser Krankheit. Sie sagten ihm, was er machen soll und Polly ging es wieder bestens.
Schwer ist es z. B. einen TA für Ziegen zu finden, davon hat keiner eine Ahnung, sie müssen immer mit Kühen vergleichen.
Ich finde, das sind alles super TÄ, die so handeln. In meiner Klinik fährt der Chef regelmäßig nach Österreich oder sonstwo hin, um bei sämtlichen Tieren auf den neuesten Stand zu sein. Bei ihm bin gerne mit Hund, Katze, Nini usw.
Deswegen glaube ich, gibt es diese TÄ, und wenn sie mal nicht weiter wissen, haben sie die Größe, dass zu zugeben und nicht wild drauf los zu behandeln.


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BeitragVerfasst: Fr 30. Jan 2009, 14:27 
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ich fände es sehr toll, wenn alle Tierärzte so offen zugeben könnten, wenn sie nicht weiter wissen und dir dann noch weiterbehandelnde TÄ.e bzw. Experten an Herz legen bzw. empfehlen würden. Eine Traumvorstellung.


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BeitragVerfasst: Fr 30. Jan 2009, 15:19 
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Mein Tierarzt gibt auch offen zu, wenn er etwas nicht weiß.
Aber er ist gut informiert und hat jede Menge Erfahrung. Er empfiehlt z.B. auch bei Kaninchen trockenfutter freie Ernährung. Er ist schon auf den aktuellen Stand ;).
Ich finde es auch immer sehr positiv, wenn er sagt, dass er keine Ahnung hat.


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BeitragVerfasst: Fr 30. Jan 2009, 16:09 
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Offtopic:
Ich hatte in Berlin einen Klasse Tierarzt. Leider sträubte er sich "wie's Tier", als ich ihn einpacken und mitnehmen wollte, als ich wegzog. :( :lol:


Es ist nicht wichtig, ob ein Tierarzt alles weiß, wichtig ist, wie schnell er die nötigen Infos zusammenbekommt, um einem Tier entsprechend helfen zu können. Klar, es ist immer super, wenn er ein großes Fachwissen hat, aber das alleine reicht manchmal eben doch nicht aus. Gut zu wissen, wenn er genügend andere TÄ kennt, die auf alles Mögliche spezialisiert sind, dass meinem Tierchen ganz schnell geholfen wird.

Jetzt hab ich einen Tierarzt, den ich auch sehr kompetent finde, der auch gerne dazu lernt und sein neu erworbenes Wissen auch schnell an die Besitzer weitergibt, wenn er denkt, dass es helfen könnte. :top:

Offtopic:
...und bei Tessa kommt auch er nicht aus dem Staunen wieder raus, wie zähe die kleine Maus ist und ihrer Krankheit schon so oft getrotzt hat. :tanz:


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BeitragVerfasst: Fr 30. Jan 2009, 17:10 
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Ein TA kann gar nicht alles wissen.
es gibt so viel verschiedene Tierarten,und noch viel mehr mögliche Dinge,die sein können.
Das wissen eines Tierarztes beruht doch auf Erfahrung.Learning by doing.
Denn wenn alles was sein kann,noch so gut in Lehrbüchern beschrieben ist,in der Realität sieht alles anders aus.
Und was man einem TA glauben soll/kann oder nicht,hängt auch wieder von der Erfahrung ab,die man mit ihm schon gemacht hat.Und/oder wie weit man ihm vertraut.


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BeitragVerfasst: Fr 30. Jan 2009, 19:35 
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Hallo,
wenn man mal überlegt wieviel verschiedene Ärzte es für den Mensch gibt, Zahnarzt, Orthopäde, Hals Nasen Ohren, Gynokologe, Urologe, Chirurg etc. und dasalles für eine Rasse (der Mensch), denn ist es einfach unmöglich als Tierazt über alle Tierarten und Rassen hinweg, alles zu wissen.

Es ist unmöglich und jeder TA der das behauptet lügt und ist zu meiden.

LG
CL


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BeitragVerfasst: Fr 30. Jan 2009, 19:50 
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Normale Menschen wissen auch nicht alles, warum sollten es die Götter in weiß tun.

Der TA meiner Schwiemu kennt sich gut mit Katzen und Hunden aus, mit Nagern gar nicht. Der ist aber so ehrlich und verweist an die Kleintierklinik in Hameln, die haben mehr Ahnung.
Meine TA hat noch nicht viel Erfahrung mit Herzerkrankungen bei Katzen und hat meine Freundin nach Hannover in die TiHo geschickt. In Sachen Kleintiere hat sie Ahnung und ich vertraue ihr voll und ganz. Sie macht aber auch viele Fortbildungen. Es ist mittlerweile ja auch so, dass man sich in den Praktika auch mit spezialisiert und die Praxen danach aussuchen sollte, welche Tiere man dann behandeln will. Ich geh ja nicht in den Zoo, um dann Kleintiere zu behandeln oder?


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BeitragVerfasst: Fr 30. Jan 2009, 20:19 
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Naja... natürlich kann ein Tierarzt nicht alles wissen aber wenn mal spezifischere Nachfragen kommen sollte er sich schon informieren.

Ich finde z.B. das viele Tierärzte absolut NULL Ahnung von der artgerechten Ernährung von Hund und Katze haben, also DEN Standertpatienten in der Kleintierpraxis - da wird doch dann wirklich den Leuten geraten Nierenkrankenkatzen lieber mal TF anstatt Fleisch oder NaFu zu geben! :autsch:
Aber damit verdient man ja auch nicht so viel...

Ein zweiter wichtiger Punkt ist die Imopfung - bei vielen Tierärzten scheint es noch nicht angekommen zu sein: die jährliche 5fach Impfung ist absoluter Schrott - einige Impfungen halten viiieeel länger, andere viel kürzer!
Aber wenn man bedenkt, dass die Impfungen ca. 30% der Einnahmen in der TA Praxis betragen versteht man die lieben ja auch etwas -wer würde denn gerne auf so leicht verdientes Geld verzichten??

Und dann gehen mir noch Tierarzthelferinnen wie die bei meiner TA auf den Senkel die doch tatsächlich stolz wie Oskar erzählt wie ihr Hund mit ihrer Maus in der "Laufkugel" spielt und wieviel Spaß es der Maus doch macht... "Neeeeiiiinn - die hat keine Angst, die findet das total spaßig! Und der Hund nimmt auch noch ab weil er sich bewegt!"
Und übrigens "Meerschweinchen würde sie lieber alleine halten..." und wusstet ihrs schon? "Meerschweinchen graben sich in der freien Wildbahn unterirdische Labyrinthe"...


Ich finde es halt einfach schlimm, dass die Leute dann solchen Fachmenschen vertrauen (ich vertraue ja auch auf das was mein Arzt mir erzählt) und halten ihre Tiere unwissentlich mit einem guten Vorsatz am Rande der Tierquälerei...

Meine Meinung dazu: auch für Tierärzte und Co sollte gelten: "Wenn man keine Ahnung hat einfach mal die Klappe halten"


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BeitragVerfasst: So 15. Feb 2009, 15:44 
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Meine Meinung kurz und knapp:
Auch ein Tierarzt ist nur ein Mensch und ein Mensch lernt NIE aus!


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BeitragVerfasst: So 15. Feb 2009, 17:21 
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Jop völlig richtig minimia, aber wenn es darum geht ein LEBEN zu retten und derjenige eben nicht weiß WIE!
Dann lieber zugeben, anstatt rumzuexperimentieren! ;)
Darum geht es ja hier hauptsächlich!


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BeitragVerfasst: So 15. Feb 2009, 17:31 
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lapin hat geschrieben:
Jop völlig richtig minimia, aber wenn es darum geht ein LEBEN zu retten und derjenige eben nicht weiß WIE!
Dann lieber zugeben, anstatt rumzuexperimentieren! ;)
Darum geht es ja hier hauptsächlich!

Oder dem Besitzer mitteilen, dass sein Wissen hier endet und er aber gerne experimentieren würde :P.

Das hat mein Tierarzt bei der Laufente einmal gemacht. Als sie angefahren wurde und das Bein zersplittert war. Natürlich hatte er in die Richtung weder Erfahrung noch Fachwissen. Deshalb hat er es mir gesagt und vorgeschlagen, den Fuß zu gipsen, so wie es bei Hunden und Katzen gemacht werden würde. Er hat dann verschiede Gips-Arten und Konstruktionen ausprobiert. Somit wurde Camilla zur Versuchs-Ente, aber ich war informiert und das war das entscheidende...


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BeitragVerfasst: So 15. Feb 2009, 17:56 
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Unsere Tierärztin hat das leider nicht gemacht...

Es ist ja nicht schlimm wenn ein TA nicht mehr weiter weiß aber wenn er es nicht einfach zugibt kann das auch Leben oder Lebensqualität kosten...


Hier gibts übrigens grad nen Test - ihr könnt da ja mal reinschauen ;) Tierarzt-Check
In der Zeitung sind dann die "Kriterien" für einen guten TA!


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BeitragVerfasst: Mi 25. Feb 2009, 22:39 
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Die Problematik beim Thema "Tierarzt" ist, dass z.B. die Futtermittelkunde von namhaften Futtermittelkonzernen geleitet wird bzw. die Universitäten von diesen gesponsort werden. Genauso verhält es sich mit den Ratschlägen zum Futter selbst. Tierärzte erhalten oftmals Provision für die verkauften Futterpakete der versch. Futtermittelhersteller und ergattern zusätzlich kostenlose oder vergünstigte Praxisausstattung.

Veterinärärzte sind im Groben Allgemeinärzte und werden somit auch auf den allgemeinen Zustand getrimmt. Wer sich persönlich nicht weiterbildet und/oder auf Anraten der Patienten sich erkundigt, besitzt nur das Grundwissen des Studiums und selbst dieses kann man nicht ewiglich im Gedächtnis behalten. Man muss einen Tierarzt behandeln wie einen Allgemeinarzt. Gefällt er nicht, muss gewechselt oder aber ein Facharzt zu Rate gezogen werden. Das tun wir Menschen schließlich bei allen anderen Dingen auch. ;)
Wie hier schon gesagt wurde: Ärzte sind nunmal keine Götter in Weiß.
Und ich würde mal prompt behaupten, dass es auch in jeder anderen Berufssparte solch schwarze Schafe gibt, die ihre Unerfahrenheit nicht zugeben wollen. Sei es aus Unsicherheit, Scham, Egoismus, ect. pp. Nur weil man etwas gelernt hat, heißt es, dass man sich damit auch auskennt. Lernen und lernen sind zwei Paar Stiefel. :X

Es gilt also, wie in jedem Lebensbereich, zu hinterfragen. Eine 100%ige Garantie hat man leider nie.
Ich rate grundsätzlich dazu bei Unklarheiten eine 2., 3. oder gar 4. (tierärztliche) Meinung einzuholen und/oder auf einen oder mehrere Spezialisten auszuweichen.


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BeitragVerfasst: Mi 25. Feb 2009, 22:49 
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Irgendwie bin ich gerade so glücklich, dass ich einen guten Tierarzt habe, der weder Futtermittel verkauft, noch dafür wirbt. Und der sich auskennt, Erfahrung hat und Fehler bzw. Wissens-Lückeneingestehen kann. Der sich auch mit Kleintieren auskennt und einfach Ahnung hat :yeah:.


Spezialisten kann ich auch wärmstens empfehlen, gerade wenn es um ausgefallene Krankheiten oder Tierarten gibt, kann man durch eine falsche Behandlung so viel kaputt machen...

Zitat:
Die Problematik beim Thema "Tierarzt" ist, dass z.B. die Futtermittelkunde von namhaften Futtermittelkonzernen geleitet wird bzw. die Universitäten von diesen gesponsort werden. Genauso verhält es sich mit den Ratschlägen zum Futter selbst. Tierärzte erhalten oftmals Provision für die verkauften Futterpakete der versch. Futtermittelhersteller und ergattern zusätzlich kostenlose oder vergünstigte Praxisausstattung.

Das ist mir bisher nur mit Medikamenten begegnet. Der Tierarzt hatte jedes Jahr eine andere Pharma-Firma und hat entsprechend jedes mal andere Medikamente (und nur die der entsprechenden Firma) eingesetzt... Das ist auch ganz schön fragwürdig... Wenn ein Medikament einer anderen Firma besser helfen würde, er aber seine Profisonen behalten möchte...


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BeitragVerfasst: Mo 9. Mär 2009, 13:36 
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Hallo!

Die Sache mit den Tierärzten ist oft problematischer, als man manchmal denkt...

Aber ich geb euch natürlich Recht, dass ein Tierarzt kein Spezialist für ALLES sein kann.
Trotzdem bin ich der Meinung, dass ein Tierarzt gewisse Kenntnisse haben sollte, bei Haustieren z.B. wenigstens über die "gängigen" Haustiere wie Hund, Katze, Meerschwein, Karnickel, Hamster.

Das sind zwar verschiedene Bereiche, aber es ist auch nicht zuviel verlangt.
Es gibt Tierärzte, die besonders engagiert sind und sich weiterbilden, so gut es geht. Sowas ist dann natürlich toll und man kann dem TA dann auch vertrauen.

Aber ich habe meine Erfahrungen mit TÄ gemacht und bin bisher nur enttäuscht worden.
Es kann doch nicht sein, dass von 5 Tierärzten in der näheren und etwas ferneren Umgebung KEINER dabei ist, der keine Ahnung von Kaninchen hat!

Und Kaninchen sind meiner Meinung nach doch sehr "gängige" und beliebte Haustiere, wovon ein TA Ahnung haben sollte.

Natürlich ist ein Studium der Veterinärmedizin umfangreich und nicht gerade einfach. Aber spätestens dann, wenn der Student sich entscheidet, ob er im Kleintier-, Großtier-, oder Zootierbereich arbeiten will, sollten die "wichtigen" Tierarten STANDARD sein. Wer sich dann noch zusätzlich besonders spezialisiert, hat natürlich noch mehr Vorteile.

Aber ich finde es ehrlich gesagt traurig, dass ich bisher noch keinen TA finden konnte, dem ich, was Kaninchen betrifft, vertrauen kann.
Um Impfungen musste ich fast kämpfen, Kotproben werden nur auf eindringliches Bitten und Verlangen untersucht und auch sonst muss man als Kaninchenhalter selbst wirklich gut Ahnung haben, damit man selbst schonmal eingrenzen kann, was einem Tier fehlen könnte, wenn es krank ist.
Ansonsten wird meiner Meinung fast ins Blaue diagnostiziert und behandelt, stark zuckerhaltige "Medikamente" bei Hefepilzen verordnet und empfohlen, getreidehaltiges Pelletfutter zur Darmregulierung wollen sie einem auch noch andrehen :crazy:

Hund und Katze sind eigentlich fast immer bestens versorgt, aber einen größeren Horizont scheinen die TÄ zumindest hier nicht zu haben.

Ich hoffe einfach, dass meine Kaninchen nicht so bald ernsthaft krank werden. Um Naomi habe ich auch vergebens gekämpft. Tierärztin Nr. 1 meinte doch tatsächlich, Naomi solle selbst fressen, damit sich ihre (durch falsche Ernährung der Vorbesitzer total kaputten und spitzen) Backenzähne doch von selbst abnutzen. Da sagte ich ihr, dass sie nichtmehr fressen KANN, weil ihr alles wehtut und sie sich sonst vielleicht die Mundhöhle aufreißt. "Egal," hieß es, "Naomi soll viel Heu fressen und harte Sachen". :autsch:
Naomi nahm extrem ab und hat irgendwann sogar Brei verweigert.... Die Zahnop hat ihr dann geholfen, aber der ewige Durchfall schwächte sie nur noch mehr, krank und kaputt durch falsche Haltung und Ernährung war sogar die Futterumstellung unglaublich schwierig. Letztendlich hat sie den Kampf dann verloren... :heul:

Ich vertraue derzeit keinem Tierarzt..... leider...


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BeitragVerfasst: So 16. Aug 2009, 21:46 
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Hallo!

Wir haben total glück und eine sehr fähige Tierärztin gleich ind er Nähe - die ncoh dazus ehr faire preise hat.

Wenn man auf der Suche nach einem Tierarzt ist würde ich immer nach den Schwerpunkten der Praxis fragen: ein Landtierarzt, der viele Kühe und Schweine versorgt bei den Bauern ist vielleicht jetzt von der Feinmotorik und Erfahrung her nicht der passende Ansprechpartner für die Kastration eines Meerschweinbabybockes - weil es eben Knochenarbeit ist, ein Kalb aus ner Kuh zu zerren, dabei geht die feinmechanik ziemlich drauf.

Außerdem fehlt solchen Tierärzten oft etwas Feinfühligkeit und Verständnis, wenn unsereiner bei der Einschläferung eines zweijährigen Hamsters heult wie ein kleines Kind.

Für Hunde und Katzen ist dieser Tierarzt dagegen vielleicht wieder ganz gut geeignet, weil ja schließlich viele Höfe auch Hunde und Katzen beherbergen, die dann nebenher noch mitbehandelt werden.

Für kleintiere empfiehlt sich wo es ebe geht die Wahl einer Kleintierpraxis - wenn man keine solche Findet eher eine tierklinik. Und da blösde Fragen stellen, etwa welche Medis man bei pilz oder Milbenefall verwenden würde, oft kann einem da ein erfahrener halter schon sagen, obdas dem neureren Stand der Behandlung entspricht.
Findet man beim besten willen keinen tierarzt, der auch nur Standartkram hin bekommt muss man ggf. weiter fahren, oder einen nicht gar so beratungsresistenten tierarzt haarklein sagen was er machen soll.

Für speziellere probleme lohnt sch immer die frage in einem Forum - vielleicht gibt es nur 50 Kilometer weit weg einen wirklich kompetenten und erfahrenen tierarzt, den man nur eben im telefonbuch nie finden würde.

Und für Leute mit Vögeln: Kleinkrams wie Luftsackmilben kriegen die meisten tierarzte hin - aber wenn ein vogel ernst krank ist hilft ur der Gang zum Spezialisten. Vögel unterscheiden sich derart stark von Säugetieren, dass rückschlüsse einfach nicht möglich sind, hier muss man zu eienr spezialisierten praxis, ebenso mit reptilien bei allem was über "normale" Sachen hinaus geht.
Auch bei exotischen kleinsäugern muss man ggf. den nächsten Zootierarzt fragen...


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BeitragVerfasst: So 16. Aug 2009, 23:17 
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Meiner Meinung nach muss/kann ein Tierarzt nicht alles wissen. Ich finde ein allg. Tierarzt sollte sich mit Hund , Katze, Maus, Wellensittich ect. auskennen und für den Rest gibt´s Landtierärzte, welche für Reptilien, Pferde, Fische usw.
Auf jeden Fall sollte ein guter TA in der Lage sein zu erkennen wann und wo sein Wissen endet und das eben zugeben und/oder weiterempfehlen.
Ich erwarte von einem Schönheitschirurgen oder meinem Hausarzt auch keine Herztransplantation
Gleiches gilt für Zooladenverkäufer, auch da hat eben jeder sein "Gebiet".

PS: Bisher habe ich noch keine schlechte TA-Erfahrung gemacht (nur´ne lustige) und hoffe das bleibt auch so


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BeitragVerfasst: So 16. Aug 2009, 23:23 
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nein, ein tierarzt weiss nicht alles. kommt drauf an, womit er sich spezialisiert hat. mit meinen fretts zb. gibt es nur einen tierarzt weit und breit, der sich bestens mit auskennt...von den adnerne kam entwerder...das kann ich ihnen gerade nicht sagen oder es kommt was völlig falsches. ich habe...lass mich net lügen...3 verschiedene tierärzte, wo ich mit den unterschiedlichsten sachen hingehe.


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BeitragVerfasst: Mi 30. Mai 2012, 12:47 
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Ich frag einfach meine Freundin. Ist das einfachste, weil sie Tierärztin ist.;) Die weiß aber auch nicht immer alles, aber vieles.


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BeitragVerfasst: Mi 30. Mai 2012, 19:46 
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Ich hab schon etliche TÄ hier in der Umgebung durch.. alles hauptsächlich Landtierärzte, die "nebenbei" noch eine Praxis haben, um Hund und Katz vorrangig zu behandeln, bei Kaninchen und deren tiefergehenden Erkrankungen wirds haarig. Eine Praxis ist dabei, die ganz gut ist, allerdings immer rappelvoll in der offenen Sprechstunde und Termine werden zu Arbeitszeiten vergeben, fällt leider dann bei mir flach.

Meine jetzigen TÄinnen sind super, soweit ich das mit den Erkrankungen von Bernie und Marie sagen kann.
Als ich mit dem Antibiogramm von Bernie dahin kam und man hatte ja da was gefunden, worauf mir kein TA eine richtige Antwort geben konnte, wurde in der TiHo in Hannover angerufen und im mikrobiologischen Labor nachgefragt und ich gleich informiert. Bernies Umfangsvermehrung in der Wamme wurde sofort eingeschickt und 2 Tage später hatten die sofort das Ergebnis und ich wurde sofort angerufen - kann man auch nicht bei jedem TA erwarten.
Ich stelle oft viele und manchmal auch nervige Fragen und sie versuchen mir jedesmal das zu erklären, so dass auch ich das verstehe und ich bin noch nie aus der Praxis raus und hab das Gefühl gehabt, mir wurd was zur Beruhigung erzählt.
Meine Bekannte ist mit meinem Aufpasshund nun auch zu der Praxis und sie ist ebenfalls von denen begeistert. Keine 0815-Abfertigung.

Geeignete TÄ zu finden, die einem wirklich alles beantworten können, ohne groß nachzufragen, wird sehr sehr schwierig. TÄ, die sich bemühen, für jede Frage und jede Erkrankung, sich schlau zu machen und auch woanders nachfragen, gibts auch seltener. Wenn man so eine TA gefunden hat, kann man sich glücklich schätzen.

Was mir meine TÄ klar sagte, weil ich so erfreut war das Inhalationsnarkose gemacht wird, dass die meistens TÄ die Kosten vor dem Gerät scheuen. Bei einem Kaninchen eine Inhalationsnarkose zu machen, sehen die meisten nicht ein. Da ist eine Injektionsnarkose günstiger und somit fangen sie die "Patienten" - reine Geldmacherei. Über Risiken wird nicht wirklich dann aufgeklärt.
Die o. g. schon gute Praxis z. B. hat auch ein Inhalationsgerät, allerdings wirds nur für Katzen und Hund angewandt.


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BeitragVerfasst: Mi 30. Mai 2012, 19:52 
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Eine Injektionsnarkose ist nicht unbedingt schlechter...ich finde immer noch wichtig, dass der TA das praktiziert womit er auch die besten Erfahrungen sammeln konnte.

Das nur mal als Einwurf :lieb:


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BeitragVerfasst: Mi 30. Mai 2012, 20:02 
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Dein Einwurf ok - ich persönlich hab aber die andere Erfahrung gemacht, dass es nur ums schnelle behandeln ging. Tier = Ware, so wie man es leider auch manchmal in der Humanmedizin erlebt.
Wenn ich überlege, dass die TÄ, die Leo den Tumor entfernt hat, mir gleich sagte, dass man sowas nicht einschicken brauch und das nur ein festes Fettgeschwür war, könnt ich mich heut noch aufregen. Im Grunde wars ein Fibrosarkom oder wie die heißen, 3 Monate später war ich nämlich wieder bei der und die meinte nur: dann hat man nicht alle Krebszellen erwischt.
Sorry, bei solchen unnützen Aussagen geht mir echt die Hutschnur hoch :autsch: Bei meiner jetztigen Praxis würds wohl nicht so hingenommen werden.


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BeitragVerfasst: Mi 30. Mai 2012, 20:07 
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Absolut verständlich...da würde ich mich als Halter auch unverstanden fühlen und mir wie eine wandelnde Geldnote vorkommen :sauer:


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BeitragVerfasst: Mi 12. Sep 2012, 18:39 
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Also ich finde, pauschalisieren kann man sowas wohl nicht.
Ich habe mehrere Erfahrungen mit TA's gemacht. Am Ende ist der der beste, dem man die Liebe zu den Tieren ansieht und fühlt.
Und ob jeder TA in allen Bereichen helfen kann, kann man so auch nicht sagen. Jeder TA macht einfach auch andere Erfahrungen, das ist wie bei Ärzten für uns Menschen. Wenn einfach einer noch nie etwas mit einer seltenen Krankheit zum Beispiel zu tun hatte, dann ist es wohl besser noch eine zweite Meinung einzuholen. Und wie es der Zufall will, kann dieser schon damit sehr vertraut sein und einfach eine bessere Hilfestellung geben!
:)


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BeitragVerfasst: Mi 12. Sep 2012, 22:46 
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Genau...und an erster Stelle ist es die Pflicht des Tierarztest die offenkundig zu erzählen, wenn ihm die Erfahrungen fehlen, wie viele TÄ fangen dann das rumdoktorn an :(!


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