Ich halte auf Grund meiner bisherigen Erfahrungen die weit verbreitete Meinung der durch Nahrungsbestandteile ausgelösten Blähungen für absoluten Blödsinn. Klar, wenn ich einem reinen Trockenfutter gewöhnten Tier plötzlich Wising gebe, bekommt es evtl. Blähungen - das liegt aber nicht am Wirsing sondern an der völlig unangepassten und schlechten
Darmflora, die ja bisher nur Trockenfutter verdaut hat.
Picco war chronischer Bläher. Als ich sie bekam war die Besitzerin mit ihr mehrmals monatlich in der Klinik wegen Blähungen. Nach der Futterumstellung bei mir was das chronische Problem nicht sofort gelöst sondern wurde nur von Monat zu Monat besser. Anfangs hatte ich nur eine etwas geringere Häufigkeit als die Vorbesitzerin, mittlerweile hat Picco keinerlei Blähungen mehr. Nie!
Die Vorbesitzerin hatte nur noch Heu und Trockenfutter gefüttert weil das Frischfutter ja blähen würde. Trotzdem hatte sie extreme Blähraten. Bei meiner Frischfutterernährung (nach Umstellung) waren die Blähraten deutlich geringer. Obwohl Frischfutter angeblich doch sooooooo bläht. Irgendwann habe ich auch Kohl
ad libitum angefüttert und die Blähraten gingen trotzdem weiterhin stark zurück. Auch die einzelnen Futtersorten hatten keinerlei Einfluss oder die Sommer- oder Winterfütterung.
Das musste ich aber erst nach mühseligen Beobachtungen herausfinden. Überall steht es ja anders. Ein Kohl und Klee gewöhntes Kaninchen oder Meerschweinchen (gerade ein
ad libitum Tier!) kann weiterhin das alles fressen, auch wenn es aufgast. Es hat einen Einfluss gleich null.
Einen extremen Einfluss hingegen haben Futterschwankungen. Zum Beispiel wenn ich nachts nur Gemüse fütterte und sie tagsüber frei liefen oder wenn sie recht magere Wiesen fraßen und plötzlich nur Kohl, Klee und anderes Reichhaltiges bekommen (um ein extremes Beispiel zu nennen). Wichtig bei solchen Tieren die durch eine angeschlagene
Darmflora zu Blähungen neigen sind daher vorrangig eine konstante Fütterung. Zudem gibt es Tiere die wie gesagt dazu neigen. Der eine bekommt durch seine defekte
Darmflora immer Verstopfungen, der andere Blähungen. Bei gleicher Ernährung.
Auch die oft angegebene "Nahrungsverweigerung" ist bei Blähungen Blödsinn. Die Kaninchen verweigern nicht die Nahrungsaufnahme sondern die Aufnahme von Futtermitteln, die zu der Erkrankung nicht passen. Klar dass ein Käfigkaninchen nichts frisst wenn es nur alle Leckerlis (fress doch was! Das schmeckt dir doch sonst so gut!) und sein Trockenfutter bekommt.
Gefressen wird von Blähtieren lediglich vieles getrocknete. Besonders gerne getrockneter Dill und getrocknete Blätter Laub. Manche Tierärzte empfehlen doch Vitamüll anzubieten, den mag es doch sonst so gerne! Und die Halter sind dann völlig geschockt weil ihr Kaninchen doch die bunten Dinos und die Joghurtdrops icht mag (die es sonst immer frisst!). Mal ehrlich: Wenn euch übel war, habt ihr dann Schokolade und Chips gefuttert? Wohl kaum.
Und wenn die Kaninchen das richtige Futter haben, fressen sie kleine Mengen und das reicht dann auch völlig aus damit sie nicht sterben (ohne
Päppeln!). Zusätzlich sollten sie natürlich tierärztlich behandelt werden. Mit diesem Weg stirbt kein Tier an Blähungen, auch nicht an schweren!
Beim Anfüttern von Wiese habe ich bisher nur Probleme gehabt wenn sie angefüttert wurde ohne das die Tiere selber grasen konnte (nur im Gehege und dann noch viel zu schnell).