Pferde mit extrem geringen Selenwerten im Blut von 14Mikrogramm pro Liter bis 21 Mikrogramm pro Liter werden besonders alt, ein Pferd mit künstlich angehobenen Selenwert im Blut von 100 Mikrogramm pro Liter bekommt verformte Hufe. Der in der Pferdemedizin empfohlene Wert liegt bei 80 - 150 Mikrogramm pro Liter! Also in dem Bereich, wo bei diesem einen Pferd verformte Hufe auftraten!
Weitere interessante Randdaten sind der extrem niedrige Selengehalt in polnischer Milch, der Zusammenhang von äußerst robusten Trakehnern in einer Heimat, die Selenmangelgebiet ist und die nun als äußerst empfindlich bekannt sind und so weiter und so fort - sehr lesenswert.
Dr. Stefan Brosig: Pferde: Unser tägliches Selen gib' uns heute?Und noch mal die gleiche Kerbe vom gleichen Mann (der übrigens sein Doktor nicht in Tiermedizin hat und dennoch zu offenbar richtigen Schlüssen kommt - oder gerade deswegen?)
Selen in der Pferdefütterung und die EvolutionsbiologieIn der LMU München fand eine Doppelblindstudie statt, bei der untersucht wurde, ob Selen tatsächlich Auswirkungen auf die Ausbildung der Muskeln und die Rittigkeit von Pferden hat.
Das Ergebnis - ausnahmslos alle Reiter waren begeistert von den Veränderungen, die sie an Pferden beobachteten, auch die Gruppe, die das Placebo bekam ... kurzum, wir haben den Placebo-Effekt am Pferd nachgewiesen

Gibt aber noch nen anderen Unterschied ... der einzige meßbare Unterschied in den Gruppen bezieht sich auf die Schweißmenge - die Selengruppe schwitzte weniger.
Kurze murxsche Zwischenanmerkung - ist das wirklich wünschenswert, daß Pferde weniger schwitzen bei der Arbeit, oder führt das nicht viel eher zu einer recht schnellen Aufheizung von diesem riesigen Körper, der eh Schwierigkeiten haben dürfte, die bei der Muskelarbeit entstehende Wärme abzuführen?
Wie wirken Selen und Vitamin E beim Pferd?Und dann noch ein paar Überlegungen zu Pferd, Rind und Co ...
Pferde, Rinder, Schafe, Ziegen ... das sind alles ursprünglich wandernde Tierarten. Sie brauchen sich nicht an das Futterangebot anzupassen, was sie direkt vor ihren Füßen vorfinden, sie wandern einfach weiter, wenn das Futterangebot nicht mehr paßt. Besonders gut erforscht ist dieses Wanderverhalten bei Gnus in der Serengeti ... die Gnus brauchen junge, eiweißreiche Gräser - und die gibt es nur dort, wo es kurz vorher mächtig stark geregnet hat!
In der Serengeti haben wir ein ganz spezielles Klima, bei der über das Jahr verteilt der Regen sozusagen kreisförmig wandert, dabei legen die Regengebiete übers Jahr verteilt immerhin zwischen 3000 und 5000 km zurück - und die Gnus, welche dem Regen hinterherwandern, auch ...
Hinter was wandern Pferde hinterher?
Brauchen die wirklich magere Weiden, oder sind sie nicht von jeher eben auch den fetten Weiden hinterhergewandert?
Das Einzige, was wir sicher wissen - wo Pferde herkommen, ist Selenmangelgebiet, das ist nämlich nicht die vulkanascheberegnete Serengeti, sondern die asiatische Steppe oder, wenn unsere Pferde vom Waldtarpan abstammen, die europäischen selenarmen Wälder!
Und noch weiter mit der Überlegung ... in Mitteleuropa braucht man 1,2ha Weide für eine Großvieheinheit. Eine Großvieheinheit sind 500kg Lebendvieh.
Nehmen wir mal für unser Gedankenexperiment Ponies mit zufälligerweise genau 500kg Lebendgewicht ... ist leichter zu rechnen. Dann brauchen wir pro Pony 1,2ha, wo sie frei drauf rumwandern können ... nur leben die Ponies keinesfalls einzeln, wie die Esel, im Gegenteil, das sind Herden, in denen sie leben ...
Gut ... wie groß mag so eine Herde sein?
Ein Hengst, 4 Stuten und vorjährigen Fohlen, vielleicht noch eine zweijährige Jungstute dazu, die noch kein Fohlen bekommen hat?
Wären also ca. 10 Großvieheinheiten, die nun schon 12ha brauchen, um überhaupt übers Jahr genügend Futter zusammenzubekommen - das ist der absolute Mindestplatz für so eine zehnköpfige Herde!
Für die großen Pferde mit 600kg - 700kg Lebendgewicht sind das sogar schon noch mehr Land ... nun, auf 12 ha gibts schon ne Menge Kleinbiotope auf der Wiese, also fettere Wiesen, magerere Wiesen, Büsche, Bäche ...
Beobachtet man nun Pferde, die abhauen, so sind 30km zur nächsten Autobahn zum Leidwesen einiger Pferdebesitzer nur ein Katzensprung für ihre Pferde! Heißt also, den Pferden ist auch heute noch angeboren, am Tag Strecken von 10 - 30km zurückzulegen - und wozu sollten sie es tun, wenn nicht zur Futtersuche?
Wir haben es also vermutlich mit ähnlichen Wanderungen zu tun, wie bei den Gnus!
Es ist also möglich, daß Pferde sogar ganz spezielle Weideverhältnisse brauchen, denen sie natürlicherweise hinterhergewandert waren ...
Wenn es da Pferde schaffen, auf unseren kleinen Portionsweiden nicht zu vergiften, was müssen sie da doch für ein enormes Selektionsvermögen haben! Das sind keine natürlichen Bedingungen mehr, bei denen man von ausgehen kann, daß die
Selektion noch ohne Probleme funktioniert ... sie sind gezwungen, unter ungeeigneten Weidebedingungen, denen sie sich nicht durch Wandern entziehen können, dennoch so zu futtern, daß sie gesund bleiben! Und nach dem Erfahrungsbericht von Bigfoot63 schaffen sie es offenbar auch.
Bei unseren Kaninchen, Chinchillas, Meerschweinchen etc haben wir es jedoch nicht mit wandernden Tierarten zu tun, sondern mit Standweidern. Ein Kaninchen wandert in seinem gesamten Leben durchschnittlich gerade mal 2km ... einige Kaninchen verlassen ihr Leben lang ein Gebiet von nur 1000qm nicht. Nur in seltenen Ausnahmen werden Wanderungen von bis zu 30km unternommen.
Wenn da also alles, was gut verdaulich ist, abgefressen ist, müssen die Kaninchen mit dem Vorlieb nehmen, was über ist - und das sind meist überaus heftigst giftige Pflanzenarten, die vormals verschmäht wurden.
Tatsächlich sind Kaninchen, Meerschweinchen, Chinchillas und Degus deutlich giftresistenter, wie Pferde! Beispielsweise haben Kaninchen und Meerschweinchen jeweils ein Enzym, was kurzen Prozeß mit dem Hauptwirkstoff vom Jakobsgreißkraut macht - Pferde würden bei den Mengen, welche unsere klitzekleinen Kaninchen noch ohne Probleme vertragen, sich elendig dran vergiften, trotzdem sie viel größere Körper haben ... Kaninchen gehen sogar noch weiter, die fressen nämlich von den Top10 der Giftpflanzen gleich etliche regelmäßig:
Junge Eibentriebe im Frühjahr, im Frühjahr und Sommer Feldrittersporn, im Frühjahr gefleckter Schierling, das gesamte Jahr außer Winter bittersüßen und schwarzen Nachtschatten ... alles Pflanzen, die einen Menschen in den Mengen, wie sie Kaninchen verkonsumieren, ohne daß es ihnen schadet, glatt ins Grab bringen würden!
Wenn da Kaninchen in Menschenobhut sich an Pflanzen vergiften, was muß da vorher passiert sein, daß das überhaupt möglich ist? - Das sind die gleichen Kaninchen, wie hier frei durch die Gegend rennen!
Denn wie wir alle seit Nachtsheim wissen, die mitteleuropäischen Kaninchen sind echte, verwilderte Hauskaninchen!
Ach ja ... zum falschen
Barfen ...
Wenn man hier in diesem Thread liest, hat doch eigentlich jeder in der ehemaligen DDR offenbar falsch gebarft - und dennoch waren die falschgefütterten Tiere robuster wie heutzutage mit dem richtigen Fertigfutter:
war die "DDR-Ernährung" besser ? (Hund&Katze)Kann ich übrigens nur bestätigen, solange mein Onkel noch von Fleischabfällen bis Mittagstischresten alles an die Hunde verfütterte, nur eines nicht, Fertigfutter, waren seine Hunde gesund ... als er anfing, seine Hunde mit gutem Premiumfutter zu füttern, wurden sie bei sonst gleicher Haltung krank und nicht sehr alt - mein Onkel gab die Hundehaltung dann auf, weil die Hunde ja so "verzüchtet" seien ... aber, waren sie wirklich verzüchtet, oder war es eher der moderne Fertigfraß, der sie ins Grab brachte?